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Nr. 383. . 64. Jahrgang.

Montag» 14. Kugust 1916.

verlustreicher Zusammenbruch feind­licher Massenangriffe.

Erfolgreicher Gegenstoß gegen die Engländer. Ergebnislose französische An­griffe bei Fleury. Lebhafte Gefechtstat,g- keit am Kanal von La Bassee.

Starke russische Angriffe blutig abge­wiesen.

Siegreiches Gefecht bei Zarecze

ver Tagesbericht vom 14. August.

W. T.-B. Großes Hauptquartier, 14. August. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschanplah.

Südwestlich der Straße Thiepval-Pozieres war es den Engländern gestern früh gelungen, in etwa 700 Meter Breite in unseren» vordersten Graben einzudringen. Im Gegenangriff wurden sie heute nacht wieder hinausge­worfen. Bor Guillemont und der südlich anschließenden Linie sind Massenangriffe des Feindes unter schwerster Einbuße für ihn abgeschlagen worden. Ebenso brachen zwei sehr starke französische Angriffe im Ab­schnitt von Maurepas bis östlich von Hem zusammen.

Nachträglich ist gemeldet, daß die Franzosen in der Nacht zum 13. August das Dorf Fleury und unsere Stellungen­östlich davon angegriffen haben und glatt abgewiesen sind. Ein feindlicher Handgranatenangriff ist gestern nordwestlich des Werkes Thiaumont gescheitert.

An und südlich vom KanalvonLaBassee herrrschte lebhafte Gefechtstätigkeit. Vielfach zeigen die feindlichen Pa­trouillen größere Regsamkeit, besonders gingen nordwestlich von Reims starke Aufklärungsabteilungen nach ausgiebiger Fcuervorbereitung vor. Die Unternehmungen waren ohne Erfolg. _

Östlich von Bapaume wurde ein englisches Flugzeug im Lustkampf zur Landung gezwungen.

Lstlicher Kriegsschauplatz.

Front des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg.

In der Gegend von Skrobowa sowie am Oginski- Kanal südlich des Wygonowskoie-Sees wurden feindliche Vorstöße abgeschlagen; deutsche Abteilungen zer­sprengten östlich des Kanals russische Bortruppen unter erheblichen Verlusten für diese.

Bei Zarecze am Stochod ist ein Gefecht gegen vorge­drungenen Feind zu unseren Gunsten entschieden.

Starke feindliche Angriffe richten sich gegen den Luh- und Graberka-Abschnitt südlich von Brody. Sie wurden blutig abgewiesen. Neue Angriffe sind dort im Gange. Front des Generals der Kavallerie Erzherzog Karl.

Im Abschnitt Zborow-Koniuchy scheiterten russi­sche Angriffe, eingebrochene Teile des Feindes sind durch Gegen st oß zurückgeworfen, über 300 Gefangene sind eingebracht.

Auch westlich von Monasterziska lief der Gegner vergeblich an; er erlitt in unserem Feuer große Ber- l u st e.

Balkankriegsfchauplatz.

Keine wesentlichen Ereignisse; selbst die Scheintätigkeit des Feindes flaut ab.

Oberste Heeresleitung.

U-voot-Taten im englischen llanal.

W. T.-B. Berlin, 14. Aug. (Amtlich. Drahtbericht.) Eines unserer Unterseeboote hat im en g l i s ch e n Kanal in der Zeit vom 2. bis 10. August 7 englische und 3 franzö­sische Segelfahrzeuge, sowie 3 englische und 2 fran­zösische Dampfer versenkt.

W. T.-B. Berlin, 14. Aug (Amtlich. Drahtbericht.) Eines unserer Unterseeboote hat am 13. August, vormittags, im englischen Kanal den englischen Zerstörer „L assoo" versenkt.

Der Ehef des Admiralstabs der Marine.

*

Weitere U-Bootopfer.

Ein französischer Dampfer und zwei norwegische Schiffe versenkt.

W. T.-B. Bern, 13. Aug. (Nichtamtlich.) Die franzö­sischen Blätter melden aus Le Havre vom 11. August: El» deutsches Unterseeboot hat vier Schiffe, nämlich den französischen Dampfer „M a r i e", die norwegischen Schiffe „C r e d o" und Sor a" und das dänische Schiff „R o b e r t" angehalten. Die drei ersteren wurden versenkt. Der Kom Mandant des Unterseebotes erklärte, daß die norwegischen Schisse Ladungen hätten, die als Bannware betrachtet werden müßten. Das dänische Schiff „Robert" wurde wegen Unbedenklichkeit der Ladung freigegrben und brachte die Mannschaften der drei versenkten Schisse nach Le Havre.

Abend-Ausgabe.

■W. T.-B. Bern, 13. Aug. (Nichtamtlich.) Nach einer Meldung des „Trmps" aus Madrid ist der englische Dampfer ntiope" (2973 Tonnen) durch ein österreichisches Unter­seeboot versenkt worden.

vie tückischen Erfolge.

(Bon unserem militärischen Mitarbeiter.)

Während unsere Feinde im Osten und Westen.un­aufhörlich unsere Linien berennen, ohne Wesentliches zu erreichen, spielen sich auf dem äußeren Umkreise des Weltkrieges militärische Operationen ab, bei welchen unser türkischer Bundesgenosse mit gutem Erfolge der Angreifer ist.

Aus den Berichten des türkischen Hauptquartiers läßt sich entnehmen, daß auf deni kleinasiatischen »Kriegsschauplatz drei Armeen in Tätigkeit sind. Die nördlichste kämpft in dem Raume südlich und westlich von Trapezunt, auf dem linken Flügel. Aus diesem »Kampfgebiet sind keine wesentlichen Vorgänge zu melden. Das russische Vordringen im Raume von Trapezunt ist seit längerer Zeit zum Stocken gekommen. Der südliche Flügel dieser Heeresgruppe ist westlich der Stadt Ersindian zu suchen. Ersindjan wurde Ende Juli von den Russen erobert, ein Verlust, welcher jedoch keine weiteren Folgen für unseren Bundesgenossen gehabt hat. Der rechte Flügel der türkischen Nordarmee kämpft etwa 22 Kilometer westlich von Ersindjan. Trotz des Verlustes der armeni­schen Stadt unternahmen die Türken Anfang August im Raume zwischen dem Wansee und dem östlich ge­legenen Urmiasee eine erfolgreiche. Offensive. Am 7. August näherten stch ihre Kolonnen der Stadt B i t l i s und dem westlichen Musch. Der türkische Angriff beiderseits des Warstees erfolgte sowohl von Westen her aus dem Gebiet des Euphrat wie auch von Süden her über das Gebirge deS Taurus und endlich vom 8. August ab noch weiter östlich ans dem Raum zwischen Wansee und Urmiasee. Die türkische Offen­sive wird daher auf einer Front von. über 150 Kilo­meter vorgetraqen. Die guten Ergebnisse werden von den Russen eingestanden, denn am 8. August wird aus Petersburg gemeldet: „Unter dem Drucke des Feindes zogen wir uns nach Norden zurück". Die bis- herigen türkischen Fortschritte dieser armenischen Armee sind um so anerkennenswerter, als die Truppen aus den Tälern des oberen Euphrat und Tigris bis zu einer »Höhe von annähernd 1600 Meter gegen Bitlis und Musch hinaufsteigen mußten und die einzige Bahnver­bindung von diesen beiden Orten noch rund 200 Kilo­meter entfernt liegt. Die russischen Erfolge vom Juli, das Vortreiben der russischen Truppen nach der Ein­nahme von Erzerum in westlicher Richtung bis nach Ersindjan, 200 »Kilometer westwärts, hat die türkische Bewegungsfreiheit nicht unterbunden. Das weitere Vordringen der Türken über die Linie Wan- see-Musch führt gegen die rückwärtigen Verbindungen der Festung Erzerum. Unter Einsatz von Zeit und »Kräften kann dieser türkische Flankenstoß mithin noch weitere Erfolge zeitigen.

Ein drittes türkisches Heer operiert an der persi­schen Grenze mit gutem Erfolge. Die russisch- englische Absicht, eine Vereinigung in Persien herbeizu­führen, ist hierdurch völlig vereitelt worden. Im Frühjahr d. I. setzten die Russen im Gebiete des oberen Figris starke Kräfte gegen die Stadt Mosul ein, um die türkische Winkelstellunq zwischen Mesopotamien und dem Kaukasusgebiet ernzudrücken. Nach geringen An- fangsfortschritten kam das Vordringen des russischen Obersten Baratow sehr schnell ins Stocken. Gegen die­sen vorgetriebenen Keil ergriffen die Türken Ende Juli eine erfolgreiche Offensive. Sie eroberten, über die persische Stadt Kermanschah hinaus, den Ort Hama­dan und befinden sich gegenwärtig in der Fortführung dieser glücklich eingeleiteten Offensivhandlung. Die allgemeine Richtung der tückischen Offensive zeigt von Südwesten nach Nordosten. Sie ist wohl geeignet, den russischen Angriff aus ostwestlicher Richtung, welcher ihnen Erzerum und Trapezunt sowie letzthin Ersindjan kostete, durch einen Druck gegen die Flanken des Fein des zum Stillstand und Rückgang zu brin gen. Auffallend ist hierbei, daß Rußland keine Hilfe von dem englischen Bundesgenossen hat, welcher imJrak gebiet nichts von sich hören läßt. Eine unerträgliche Hitze hemmt an den Ufern des Tigris die englische Unternehmungslust. Neben den bisherigen Erfolgen unseres Bundesgenossen, welche entsprechend der wer ten Ausdehnung und den schwierigen Geländeverhält nissen des Kriegsschauplatzes nur langsam heranreifen können, spielt hier der Eindruck auf die p e r s t scheu Stämme keine geringe Rolle. Je weiter die Türken in Persien Vordringen, desto mehr werden un­sere Feinde trotz aller Abmachung an Einfluß und Au sehen bei diesen Stämmen verlieren. Das Auftreten starker türkischer Truppen östlich des Sues-

kanals sowie in dem arabischen Aufstandsgebiet und endlich das Eintreffen einzelner Verbände aus dem galizischen Kriegsschauplatz zeigen zur Ge­nüge, daß die Türkei ihre militärische Kraft noch längst nicht erschöpft hat. Die Waffenerfolge unseres Bundes­genossen wirken auch auf die europäischen Vorgänge in­sofern ein, als durch ihre Kräfte unsere Feinde in die- »em Kampfgebiete gefesselt werden, wenn sie Macht und Ansehen im nahen Orient nicht gänzlich opfern wollen. # M.

Der amtliche türkische Bericht.

vie Einnahme von Hamadan. — Fortwährende russische Niederlagen in Persien.

W. T.-B. Konstantinopel, 14. Aug. (Nichtamtlich. Draht­bericht.) Bericht des Hauptquartiers:

An der Irakfront herrschte Ruhe.

In Persien verjagte unsere Armee infolge mehrerer Gefechte auf dem rechten Flügel die Russen aus der Ortschaft Ha m a d a n und ans der Ebene .Hamadan und zwang sie in nordöstlicher Richtung zu fliehen. In diesen »Kämpfen machten wir 315 Gefangene, darunter 1 Offizier, und fügten dem Feinde in einem einzigen Kampfe in einer be­festigten Stellung einen Verlust von ungefähr 1000 Toten und Verwundeten zu. Der Feind ließ 2000 Kisten Jnfanteriemunition zurück nnd hatte eine Menge Gewehre, »Kleidungsstücke und Ausrüstungsgegenstände nicht mit sich führen können. Wir fanden sie teilweise beschädigt und ver­brannt vor. Die Operationen von Essad-Abad bis Hamadan spielten sich folgendermaßen ab: Am 9. August griffen unsere den Feind verfolgenden Truppen gegen Mittag, nachdem es klar geworden war, daß der aus der Ortschaft! Essad abends vertriebene Feind sich anschicken würde, mit allen Kräften in stark eingerichteten Stellungen nordöstlich dieser Ortschaft Widerstand zu leisten, den Feind von verschiedenen Seiten in diesen Stellungen an, warfen ihn hinaus und machten eine große Zahl Gefangene. Am 9. August lieferten unsere Soldaten dem Feinde in der Umgegend von »Hamadan abends ein Gefecht. Sie führten trotz eines un­unterbrochenen Marsches von 30 Kilometern erfolgreiche AngriffPnnd Stürme gegen den Feind aus, M» sich auf den sehr befestigten Höhen verschanzt hatte, und gaben so einen Beweis lobenswerter Tapferkeit und Ausdauer. Am 10. August nahmen unsere Truppen früh morgens die Ver­folgung des Feindes wieder auf, warfen seine Nachhuten, die aus starken Kavallierieabteilungen bestanden, in bis zum Abend aufeinanderfolgenden Angriffen nach Osten in die Ebene Hamadan zurück und drangen in Hamadan ein. Am 10. August, abends, hatten unsere Flügelabteilungen G e- fechte mit feindlicher Kavallerie, auf die sie in der Umgebung von Hamadan stießen. Sie schlugen sie in nordwestlicher Richtung in die Flucht. Am 11. August, morgens, wurden die feindlichen Truppen, die in dem nörd­lichen Teile der Ebene Hamadan standen, gleichfalls durch einen Angriff vertrieben. Diese Ebene ist gänzlich vom Feinde gesäubert. In mehreren Abschnitten fanden nur Ge­fechte zwischen Erkundimgsabteilnngen statt. Im Abschnitt des linken Flügels griff eine aus verschiedenen Waffengattun­gen zusammengesetzte Streitmacht unsere Stellungen bei Sakiz an. Sie wurde aber geschlagen und mußte sich gegen abend zurückziehen, wobei sie durch einen Gegen­angriff nnserer Truppen erlitt.

Kaukasusfront: Ein Teil der Truppen unseres

linken Flügels trieb den Feind, der sich auf den Höhen südlich von T a t u a n aufhielt, nach Norden in Richtung A h k l a t t e zurück, besetzte diese Ortschaft, sowie den nördlich davon ge­legenen Hügel. Im Gebiet nördlich von Bitlis war auf einer Strecke von 30 Kilometern nichts vom Feinde zu merken. Feindliche Kavallerie, die nördlich von Mus ch im Dorfe Firavy angetroffen wurde, wurde in nördlicher Rich­tung auf Kunkum zurückgetrieben und ließ einige Ge­fangene in unseren Händen. Im Zentrum wurden kleine überraschende Angriffe des Feindes abgeschlagen. Im Zen­trum und auf dem linken Flügel zeitweilig aussetzende Ar- tillcrietätigkeit. In Zusammenstößen unserer Erkundungs- vbteilungen mit denen des Feindes machten die Unsrigen einige Gefangene und erbeuteten Bomben und Gewehre.

Bon den übrigen Fronten nichts Neues.

Oer Krieg gegen Nutzland.

Hindenburg im wolhynischen Kampfgebiet.

Die schweren russische» Gesamtverluste.

Kr. Berlin, 14. Aug. (Erg. Drahtbericht. Zeus. Bin.) Dem „B. T." wird unter dem 13. August aus dem K. und K. Kriegspresteguartier gedrahtet: Aus der Inspektionsreise an die wolhynische Front, die ihn auch in Lemberg sah, besuchte Hindenburg dieser Tage die Stadt Wladimir-Wolhynsk. Der General- feldmarschall traf am Dienstag, 7 Uhr abends, in Be- gleitunq des Generalstabschess Ludendocf und mit großem Gefolge am Bahnhof von Wladimir-Wolhynsk eim Die Stadtvertreter und das Militärkomrnando be­reiteten ihm einen imposanten Empfang. Der Feldmarschall beehrte einige Offiziere mit Ansprachen und bestieg dann das Automobil, von dem aus er sich.