Verlag Lauggaffe 21
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„Tagblatthaus" Nr. 6650-53.
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Montag, 14. auguft 1916.
Neuer vergeblicher Vorstoß unserer Feinde im Sommegebiet.
Abermals schwerste Verluste für die Angreifer. — Der Orden Pour le m6rite sür Leutnant Frankl. — Die Russen südwestlich Stanislau zurückgeworfen.
Oer Tagesbericht vom 12. auguft.
W. T.-B. Großes Hauptquartier, 13. Aug. (Amtlich.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Zwischen Thiepvql und der Somme faßten gestern unsere verbündeten Gegner ihre ganze Kraft zu einem einheitlichen Angriff zusammen, der — nach vorausgcgangencn begrenzten Kämpfen am Nachmittag im Abschnitt Ovillers-Poziöres — nachts auf der ganzen Linie Vvrbrach. Unter den schwerste» Verlusten für den Angreifer ist der Stoß bei Thiepval und Guillemont zusammengebrochcn. Weiter südlich bis zur Somme kam es mit den immer wieder anlaufendcn Franzosen zu schweren Nahkämpf:«: sic wurden die ganze Nacht hindurch fortgesetzt und sind bei Maure Pas und östlich von Hem noch im Gange. Hart südlich der Somme scheiterte rin französischer Angriff gegen Biachcs restlos bereits in unserem Feuer.
Auf der übrigen Front hat sich nichts von besonderer Bedeutung ereignet.
Unsere Patrouillen machten nordöstlich von Vermel- les bei C o m b r e s und südlich von L i s s e in der feindlichen Linie Gefangene. Unternehmungen gegnerischer Erkundungsabteilunqcn an mehreren Stellen wurden abgewiesen.
Ein englischer Doppeldecker ist südwestlich von Bapaume abgeschossen worden.
Dem an den erfolgreichen Luftkämpfen südlich von Bapaume am 9. August beteiligten Leutnant Frankl hat Se. Majestät der Kaiser den Orden Pour le m^rite verliehen.
Östlicher Kriegsschauplatz.
Front des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg.
Russische Vorstöße südlich von Smorgon und bei Lubieszow blieben erfolglos.
Westlich von Zalocze wurden feindliche Angriffe abgewehrt.
Front des Generals der Kavallerie Erzherzog Karl.
Westlich von Monastcrzyska sowie an der Bistrzhca- Front, südwestlich von Stanislau, wurden die angreifen- dcn Russen zum Teil durch Gegenstöße zurückgeworfen.
Balkankriegsschauplatz.
Keine Ereignisse.
Oberste Heeresleitung.
heftige Kämpfe aus den höhen östlich von Gör;.
Seit Beginn der italienischen Offensive 5000 Gefangene. — überaus erfolgreiche Tätia- keit österreichischer Seeflnggeschwader ch Italien.
Gsterreichisch-ungarischer Tagesbericht.
W. T.-B. Wien, 13. August. (Nichtamtlich.) Amtlich verlautet:
Russischer Kriegsschauplatz.
Heeresfront des
Generals der Kavallerie Erzherzog Karl.
Südöstlich v°u W o r o ch t a behaupteten unsere Truppen rhre Stellungen gegen neuerliche heftige Angriffe. Der Feind erlitt einen vollen Mißerfolg.
„U»mittelbar westlich von Stanislau wurden rwei russrsche D.vrsionen in erbitterten, Tag und Nacht nndane.»- den Kämpfen zuruckgeworfen.
Östlich des Dujestr standen auf unserer Seite nur Truppenteile untergeardaeter Stärke im Gefecht.
Morgen-klusgabe.
Heeresfront des
Generalfeldmarschalls v. Hindenburg.
Westlich und nordwestlich von Zalocze wehrte die Armee des Generalobersten von Boehm-Ermolli russische Massen stoße ab.
Im Raume von B r o d y schoß ein k. und k. Kampfflieger ein feindliches Albatroßflugzeug in Brand; es stürzte ab.
In Wolhynien und am S1 o ch o d flaute der Kampf ob. Es ist zuverlässig festgestellt, daß bei den letzten großen völlig gescheiterten Angriffen des Feindes gegen die Stochod front auch alle Abteilungen der russischen Garde ei,tz- gesetzt worden sind und daß diese hierbei noch größere Verluste als die anderen feindlichen Heereskörper erlitten habe».
Italienischer Kriegsschauplatz.
Die Italiener gingen an unsere Front zwischen dem Meere und dem Monte Sän Gabriele mit starken Kräften heran. Im Abschnitt des Ba l o ne t a l e s hatten unsere Truppen mehrere Angriffe abzuweisen.
Zu sehr heftigen Kämpfen kam es auf den Höhen östlich von Gör;, wo sieben starke Stürme des Feindes unter schwer st en Verlusten scheiter- t e». Seit Beginn des italienischen Angriffes blieben 5000 Gefangene, darunter über 100 Offiziere, in unseren Händen.
Südöstlicher Kriegsschauplatz.
Außer der Gefechtstätigkeit an der unteren B o j u s a keine besonderen Begebenheiten.
Der Stellvertreter des Chefs des tNeneragrabes: v. Hofer, Feldmarfchalleutnant.
Ereignisse zur See.
In der Nacht vom 12. zum 13. d. M. wurde die L «f t - fchiffhalle von Campolo bei Venedig oon einem Seeflugzeuggeschwader vollkommen zerstört. In einer Halle explodierte ein Luftschiff mit einer 500 Meter hohen Stichflamme, die andere Halle brannte ohne Explosion nieder. Gleichzeitig belegte ein anderes Seeflugzeuggeschwader eine Flugzeughalle von Gorgo, die Anlagen in G r a d o, die alterten an der Jsonzo-Mündung und die Adriawerke mit sehr gutem Erfolg. Mehrere Volltreffer in die Flugzeughalle und die Batteriestellungcn und ein halbes Dutzend Brände wurden einwandfrei fest- gestellt. Ein drittes Geschwader erzielte mehrere Volltreffer in den Batterien der Jfonzomündung und militärischen Objekten in P i e r i s und San Canzia. Trotz heftigen Abwehrfeuers bei allen Angriffen sind sämtliche Flugzeuge wohlbehalten zurückgekehrt.
Flottenkommando.
Das hanöelr-ll-Boot „Bremen" glücklich in New-York!
Br. Berlin, 13. Aug. (Eig. Drahtbericht. Zens. Bln.) Der „L.-A." erhält folgende Genfer Drahtung: Nach einer Havas-Mcldung traf in New York ein Radiotelegramm ein, daß sich das U-Boot „Bremen" dem dortigen Hafen nähere. New Yorker Interessenten trafen Vorbereitungen zum Empfang.
In England und Frankreich wird diese Meldung keine angenehme Überraschung her- rorrufen. Es waren, vielleicht nicht ganz unabsichtlich, Nachrichten über die „Bremen" verbreitet worden, die unserer Feinde Kriegsflotte zu einer gewiß ebenso mühsamen und kostspieligen wie vergeblichen Jagd auf dem Atlantischen Ozean verführten. Weit dann keine Bestätigung eintraf, daß die „Bremen" einen amerikanischen Hafen erreicht yabc, drückten die Londoner und Pariser Blätter die Hoffnung aus, daß das Handelstauchboot nun irgendwo auf dem Meeresgründe liege. Der „Matin" deutete an, daß, wenn die ..Bremen" inzwischen das Opfer eines der ausgesandten englischen oder französischen Kriegsschiffe geworden sei, man doch nicht erstaunt sein dürfe, falls davon nichts gemeldet würde, damit auch andere deutsche Tauchboote auf dieselbe Weise vernichtet werden könnten. Die Großsprechereien vecinochten Eingeweihte nicht zu beunruhigen. Der „Bremen" ging es gut! Das war die Hauptsache, mehr braucht auch heute nicht gesagt zu werden.
.. Der „Lokal-Anzeiger" schreibt zu seiner Meldung: Uber die „Bremen" ist schon viel gefabelt worden. Das eine Mal wurde laut verkündet, sie werde in Rio de Janeiro erwartet, ein anderes Mal — allerdings nur in der entcntefreundlichen Presse — das Gerücht verbreitet, die Engländer hätten sie gefaßt und nach Liverpool eingebracht. Wenn das Schiff sich jetzt dem Hafen von New York nähert, 'o liegt die Vermutung nahe, daß es z u r z e i t jener Meldungen noch ruhig in seinem Heimathafen lag. Wir wollen es als ein glückverheißendes Zeichen ansehen, daß sich um die „Bremen" schon vor ihrer 'ersten Fahrt solche Legenden gebildet haben.
Nr. 382. ♦ 64. Jahrgang.
Oer letzte 3eppelinangriff auf England.
14 englische Fahrzeuge gebrauchsunfähig. — Erfolgreiche Beschießung einer Abwehr- battcrie. — Sechs Flugzeuge völlig zerstört» ein anderes beschädigt, ein weiteres vermißt.
IV. T.-B. Berlin, 13. Aug. (Nichtamtlich. Drahtbericht.) Aus Hamburg wird gemeldet: Nach den im Luftverteidigungsamt zusamnlenqelaufcnen Meldungen über die durch die letzten Luftangriffe angerichteten Schäden sind an der englischen Ostküste in Häfen und auf See 14 Fahrzeuge, darunter zwei Transportschiffe der Admiralität, durch Bombenfeucr und Explosion so schwer beschädigt worden, daß sie nicht mehr gebrauchsfähig sind. Sechs dieser Schisse sind gesunken, die übrigen sind verbrannt oder mußten auf Strand gesetzt werden, nm sic vor dem Sinken zu bewahre». Von einer Batterie Luftschiffabwehrgeschütze wurde ein Geschütz vollständig zerstört, drei andere sehr beschädigt. S c ch s in einer Fabrik eingestellte Flugzeuge wurden durch den Brand des Gebäudes völliqzerstort. Ein zum Angriff auf dir Luftschiffe aufgestiegcnes Flugzeug kehrte beschädigt zurück. Ein weiteres Flugzeug, das die Luftschiffe weiter in die Sec verfolgte, wird vermißt.
Ein Fliegexangriff auf Dover.
Eine amtliche englische Meldung.
Br. Basel, 13. Aug. (Eig.Drahtbericht. Zens. Bin.) Aus London wird amtlich gemeldet: Zwei feindlich c F l u g z c u g e überflogen am 12. August Dover. Sie warfen 4 Bomben ab, ohne Sachschaden zu verursachen, mit Ausnahme von einigen zerbrochenen Scheiben. Unsere Kanonen beschossen sie und unsere Flugzeuge verfolgten sie, wodurch sic sie zwangen, gegen das Meer zu sleegen. Ein Offizier und 10 Mann wurden leicht verletzt.
Ein englischer Zerstörer gesunken.
m \V T,B Hock van Holland, 13. Aug. (Nichtamtlich. Drahtbericht.) Der gegen 2 Uhr nachmittags auac- kommene englische Dampfer „Grenadier" aus New
Eastle berichtet, daß heute morgen gegen 8 Uhr 8 Meilen westlich des Leuchtschiffes „Maas" ein ihn begleitender niglischer Zerstörer auf c rnc Mine stieß und sank. Dre Mannschaft konnte sich rn drei Booten retten und wurde spater von einem anderen englischen Zerstörer ausgenommen.
Ein Zeppelin im Kumpf mit einem englischen Geschwader.
Irrtümliche Beschießung eines schwedischen Dampfers, .-m- ^ r ‘ Arlstranla, Aug. (Eig. Drahtbericht. Zens.
10. August in Koppervik angekommene schwedische Dampfer „Norrland" berichtet, am 9. August bei Hellem Tage in der Nordsee von eineiu Zeppelin nnt 30 Bomben beworfen wo ich-'a zu sein, von denen 2 bis 3 unmittelbar vor dem Schiff im Wasser explo- drerten und einen geringfügigen Schaden onrichteten. „Norrland befand sich auf der Fahrt von Middles- borough nach Larvik und führte die schwedische Flagge sowie auf den Schiffsseiten deutlich die schwedischen Natwnalfarben. Der Kapitän konnte sich die irrtümliche Beschießung nur dadurch erklären, daß der Zevpe- Im angenommen habe, ..Norrland" gehöre zu 'einem britischen Geschwader, das den Zeppelin Erfolgte und beschoß. Don der Mannschaft de" „Norrland wurde niemand oerwundst. Der Zeppelin entkam unbeschädigt den verfolgenden Engländern di" von ihm energisch beschossen wurden.
Ein dänischer Lebensmitteldampfer für England aufgebracht.
Br - Kopenhagen, 13. Aug. (Eig. Drahtbericht. Zens. Bln.) Deutsche Torpedoboote brachten gestern den dänischen Dampfer „Store Baelt" auf, der mit B u t t e r, E i e r n und Schweinefleisch nach England unterwegs wa" und auch eine Anzahl Reisende an Bord hatte. Er wurde zur Untersuchung nach einem deutschen Hafen befördert.
Zur Gefangennahme der „King Stephen"- Mannschaft.
Br. Amsterdam, 13. Aug. (Eig. Drahtbericht. Zens. Bin.) Aus einer Erklärung Lord N e w t o n s im Ober- Haus geht hervor, daß die Engländer vorsichtig genug waren, die Mannschaft des Trawlers „King Stephen", die seinerzeit die Mannschaft des Zeppelin „L. 19" in brutaler Weise umkommen ließ, durch andere zu ersetzen. Lord Newton sagte, die Mannschaft des „King Stephen", die in Deutschland interniert ist, war nicht dieselbe Mannschaft, die vor einigen Monaten mit dem
