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Wiesbadener Tsgblstt.

81 ID öd> entlief) 13 Ausgaben. „T-g»l-.„!-us- «r.««50-53.

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Donnerstag» 10. Bttguft 1916. 375. ♦ 64. Jahrgang.

Neuer großer Zeppelmangriss aus England.

Marinestützpunkte und Industrieanlagen von militärischer Bedeutung, Eisen- und Benzolfabriken, Hafen- und Bahnanlagen mit hervorragendem Erfolg mit Spreng- und Brandbomben belegt.

W.T.-B. Berlin, 9. Aua. (Amtlich. Drahtbericht.) Mehrere unserer Marinelnstschrffaeschwader haben in der Nacht vom 8. zum 9. August England erneut ange­griffen und M a r i n c ft ü tz p u n k t c der Ostküste und Industrieanlagen von militärischer Be­deutung in den Küstengrafschaften von North- Humberland herunter bis nach Norfolk aus- mcbig mit Svicngbomben schwersten Kalibers und mit Brandbombe,t belegt. Ter Erfolg war an allen Stellen hervorragend und konnte bei der ver­hältnismäßig Hellen Nacht deutlich beobachtet werden. So wurden in Eisen- und B e n z o l s a b r i k c n bei Middlesborough sehr starke Explosionen und grusle Brände, in den Hafenanlagen von Hall imd Hartlepool und den Wcrftanlagcn am T v n e sehr gute Spreng- und Brandwirkungcn fest- zestellt. Auch in de» I n d u st r i e a n I a g e n Bet Whitv und den Bahnanlagen bei Kings Linn wurden starke Wirkungen erzielt. Sämtliche Luft­schiffe sind troü der heftigen Gegenwirkungen durch Scheinwerfer, Abwehrbatterien und Seestreltkräften unbeschädigt zurückgekehrt.

Der Chef des Admiralstabs der Marine.

die «roßen Angriffe der Engländer und Franzosen an der Somme unter schweren blutigen Verlusten für die

8«inde abgeschlagen.

Von den Engländern 1v Offiziere und 374 Mann gefangen und 6 Maschinengewehre erbentet. Vergeblicher verlustreicher Vor­stoß der Franzosen im Thianmont-Fleurh- Slbschnitt. Das Übergewicht der deutschen Kampfflieger, 19 deutsche gegen 81 feind­liche Flugzeuge verloren.

Starke russische Angriffe am Stochod ge­scheitert. Die Kämpfe westlich von Luck zu unseren Gunsten entschieden.

Oer Tagesbericht vom 9. Bugust.

W. T.-B. Großes H au h t q u a r t i e r, 9. Aug.

; Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Die gestern berichteten Angriffe der Eng­länderund Franzosen nördlich der Somme argen die ganze Front vom F o u r e a n x - W a l d b i s zur Somme sind gebrochen. Die Engländer Iresten 10 Offiziere, 374 Mann an unverwundeten Ge­fangenen in unserer Hand und büßten 6 Maschinen- g>wehre ein; sie hatten schwere blutige Ver- l u st e. Ebenso scheiterte ein heute nacht auf der Linie Ovillcrs-Vazcntin - le - Petit vorgctragener starker englischer A«griff.

Rechts der Maas griffen erhebliche französische Kräfte mehrmals im Thiaumont- und Fleurh-Abschnitt, !m Chapitre- nnd Bergwalde an. Mit schwersten Ver­lusten mußte der Gegner unserem Feuer und an ver­schiedenen Stellen unseren Bajonetten weichen. Die Fahl der in unsere Hand gefallenen Gefangenen ist auf ttlnd 350 Mann gestiegen.

Ergebnis der Luftkämpfe im Juli:

Deutscher Verlust: im Lustkampf 17 Flugzeuge,

durch Abschuß von der Erde 1 Flugzeug, vermißt 1 8lugzeuq: im .ganzen 19 Flugzeuge.

Französischer und englischer Verlust: im Lustkampf >9, durch Abschuß von der Erde 15 Flugzeuge, durch un- ireiwillige Landungen innerhalb unserer Linien 6 Flng- ;enge, bei Landungen znm Aussehen von Spionen l Flugzeug; im ganzen 81 Flugzeuge, von denen 48 in unserem Besitz sind.

Östlicher Kriegsschauplatz.

Front des Generalfeldmarschalls v. Hindenbury.

Au der Nordspitze von Kurland fügte« wir heute rüh durch unser Feuer einer größeren Zahl feind- icher Torpedoboote, Dampfern und Seglern chwereu Schade« zu und vertrieben sie dadurch.

Russische Übergangsversuche östlich von Friedrich st adt wurden vereitelt, starrere Patrouillen zwischen Wiszniew- und Narocz-See abge­wiesen.

An der S e r w c t s ch- und Schtschara - Front verstärkte sich der Artilleriekampf. Feindliche Angriffe in der Gegend von Skrobowa sind gescheitert.

Mit sehr starken Kräften nahmen die Russen ehre Angriffe am Stochod wieder auf. Zu vielen Malen sind ihre Angriffswellen südlich von Stobhchwa, rm Stochodbogen östlich von Kowel und nördlich von Kisielin im Artillerie-, Infanterie-. und Maschinen- liewehrfeuer wieder zurückgeflutct. In schweren N a h k ä m p f e n mit dem an Zahl weit überlegenen Feinde blieben unsere Truppen bei Kuchary und Korskaie Wolka (nordöstlich vcr Bahn Kowel-Luck) Sieger.

Die Kämpfe westlich von Luck sind zu unseren Gunsten entschieden. Durch entschlossenen Gegen­angriff österreichisch-ungarischer Truppen sind verlorene Teile der Stellung östlich von Szelwow restlos wieder gewonnen; 350 Gefangene sind cingebracht und mehrere Maschinengewehre erbeutet.

Front des Feldmarfchall-Leutnants Erzherzog Karl.

Die Zahl der südlich von Z a l o c z e gemachten Ge- fauaenen ist auf 12 O s f i z i e r e, 9 6 6 M a n n ge­stiegen.

Südlich des D n j e st r s sind die verbündeten Trup­pen über die Linie Nizniow-Tysmienica-Ottvnia zurück- genommen.

Balkankriegsschauplatz.

Keine wesentlichen Ereignisse.

Oberste Heeresleitung.

In der Bukowina «nd Wolhynien russische Massen zurückgeworsen.

Schwere Verluste der Russen.

Fortdauer der heftraen Kämpfe um Görz.

Wiederholte Angriffe der Italiener am Monte San Michele und bei Sau Martina unter schwersten Verlusten für den Feind abgewiesen.

Österreichisch-ungarischer Tagesbericht.

W. T.-B. Wien, 9. Aug, (Nichtamtlich.) Amtlich verlautet vom 9. August, mittags:

Russischer Kriegsschauplatz.

Heeresfront des

Feldmarschall-Leutnants Erzherzog Karl.

Im Gebiete des Capnl in der Bukowina wurde der Gegner gegen Norden zurückgeworfen. Am oberen P r u t h gewannen unsere Truppen die Höhen östlich von Worochta.

Infolge der vorgestrigen Kämpfe wurden auch die bei Ottvnia fechtenden Kräfte in eine westlich vor­bereitete Stellung zurückgeführt. Die Gefechtstätig- kcit in diesem Raume dauerte auch gestern den ganzen Tag über in uilvermindertcr Heftigkeit an.

Am S ü d f l ü g e l der Armee des Generals Grafen p. B o t h m e r schlugen k. nnd k. Regimenter mehrere starke Angriffe ab. Die Zahl der südlich von Z a I o c z e eingebiachten Gefangenen ist aus 12 Offiziere, 966 Mann gestiegen.

Heeresfront des

Generalfeldmarschalls v. kflndenburg.

In Wolhynien wuchsen die Kämpfe erneut zu größter Stärke an. Sowohl Lei der Armee des Generalobersten Tersztpanszky, wo dir Russen stellenweise durch Gegenangriff geworfen wurden, als auch bei Kisielin und im S t o ch o d k n i e bei Kaszowka mhrte der Feind seine dicht gegliederten Massen, dar­unter sibirische und Gardetruppen zum Angriff vor. Er wurde überall, vielfach im Kampfe Mann gegen Mann zurückgeworfen. Wie es bei der selbst­mörderischen Gefechtsführung des Gegners nicht anders möglich ist, bildet das Boraelände unserer Stellungen ein großes Leichenfeld.

Südlich von S t o b v ch w a scheiterten wieder russi­sche übergangsversuche.

Italienischer Kriegsschauplatz.

Die heftigen Kämpfe im Raume von Görz dauern f»rt. Gestern nachmittag erreichten eiuzrlue feindliche

Abteilungen die Stndt. Am Monte San Michele und bei San Martina wiesen unsere Truppen wie­derholte Angriffe unter schwersten Verlusten der Italiener ab. Das Kdnigl. ungarische Szekesbehcrverer Honvcd-Jnfanterieregiment Nr. 14 tat sich hierbei be­sonders hervor.

Südöstlicher Kriegsschauplatz.

Unverändert,

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: v. H ö s e r, Feldmarschallentnant.

Ereignisse zur See.

In der Nacht vom 8. zum 9. August belegte ein Seeflugzeuggeschwader eine feindliche Bat­terie an der I s o n z o m ü n d u n g nnd die feindliche Seeflugzeugstation Gorgo bei Grado sehr wirkungs­voll mit Bomben. Mehrere Volltreffer wurden erzielt. Trotz heftigster Beschießung kehrten die Flugzeuge u n- versehrt zirrück.

Flottenkommando.

Oie militärische Lage.

(Von unserer Berliner Abteilung.)

D. Berlin, 9. Aug. (Eig Drcihtbericht. Zens. Bin.) Die große feindliche Offensive der einheitliche« Front hat jetzt auf den I s o n z o übergegriffen. AuS diesem ruckweisen Einsetzen der Kämpfe an den verschiedenen Kriegsschauplätzen erkennt man, wie nützlich der- durch die Initiative der Mittelmächte beobachtete Aderlaß der Gegner» ebenso wie bei Berdun, so in Tirol gewesen ist. Die Italie­ner sind so als letzte fertig geworden für die Ausfüh­rung ihres Anteils am gemeinsamen Offensivplan und auch ihnen, wie zuvor den Russen, Franzosen und Engländern, wird nach dem unvermeidlichen anfänglichen Teilerfolg ei.'t irgendwie nennenswertes Ergebnis nicht blühen. Mit über­mächtigen Kräften haben sie angegriffen, so daß der Brücken- kapf von Görz geräumt und der vorgeschobene Posten auf das nordöstliche Jsonzoufer zurückgenommen werden mußte. Der österreichische Heeresbericht aber weiß, wie außerordentlich tapfer sich unsere Verbündeten in diesen schwierig gewordenen Stellungen geschlagen haben, was auch schon die hohe Zahl der in ihren Händen verbliebenen italienischen Gefangenen be­weist. Die zerschossene Stadt Görz, welche Cadorna schon in ver ersten Kriegswoche erobern zu können glaubte, ist immer noch hinter der österreichischen Linie.

In dem letzten Bericht von der Ostfront tauchten zum ersten Male die Namen von zwei neuen österreichischen Gruppenführern auf. Gestern wurde General F a t h genannt; er befehligt ein österreichisches Korps nordöstlich von Kowel unter deutschem Oberbefehl, ebenso Generaloberst Tersztpanszky. Dieser hatte bis zuletzt ein öster­reichisches Korps unter sich und befehligt jetzt eine Armee westlich von Luck. Bon der Ostsee bis Pinsk werden keine be­sonderen Ereignisse gemeldet Mit stärksten Kräften griffen die Russen an der S t o ch o d f r o n t an, wo ihre Verluste ganz ungeheure waren. Bei Luck ist die Kampfbegeiste­rung der rnffischen Truppen augenscheinlich schon sehr ge­sunken, doch trieben, wie einwandfrei festgestellt wurde, die Offiziere ihre Mannschaften mit geschwungener N a g a i k a ins Feuer. Auch zwischen D n j e st r nnd P r u t h toben schwere Kämpfe, die noch nicht zum Abschluß gelangt sind. In den Karpathen haben die deutschen und öster­reichischen Truppen gute Fortschritte gemacht. Jablo- nika ist erreicht; die Linie verläuft nordwestlich von Worochta im Tale des oberen Pruth.

Von der Westfront hörte man von der Nordsee bis znr Somme keine wesentlichen Meldungen. Dagegen führten Engländer und Franzosen gestern an der Front Pozieres- H e m einen einheitlichen Angriff mit stärksten Kräften durch. Ihre schwere Artillerievorbereitung hatte diesen neuen Sturm erwarten lassen. Abgesehen von den Teilstrecken bei Pozieres und bei der Monacuferme erreichten die Feinde nichts und auch an dieser Strecke nur ganz kleine Er­gebnisse, Sie wurden mit solchen Verlusten abge­schlagen, daß ihr kaum merkliches nördliches Vorrücken wiederum maßlos bezahlt wurde. Auf dem Westufer der Maas herrschte beiderseits lebhafte Artillerietätigkeit, die von keiner Jnfanterieaktion gefolgt war. Auf dem O st u f e r setzten die Franzosen dagegen einen einheitlich geführten Massenangriff gegen die Linie Thianmont-Fleury und Chapitre -Wald-Bergwald an, wurden aber rest­los mit blutigen Köpfen abgeschlagen. Zusammen­genommen darf man die ungewöhnlichen Anstrengungen des Feindes an der Maas und an der Somme, weil sie harte Verluste nnd keine Ergebnisse zur Folge hatten, wiederum als einen Erfolg unserer Waffen verzeichnen. Der' gestrige Tag verlief an der Westfront für uns durchaus günstig.

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