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Air

Donnerstag» 3. Kugust 1916

klbend-klusgabe.

Unsere Zeppeline wieder über London!

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©n neuer erfolgtest Lustschifsan. griff auf die südöstlichen Grafschaften Englands.

Sämtliche Luftschiffe unbeschädigt zurück­gekehrt.

W.T.-B. Berlin, 3. Aug. (Amtlich. Drahtbericht.) In der Nacht vom 2. zum 3. August hat wiederum eine Hrößerc Zahl unserer Marineluftschiffe die süd­östlichen Grafschaften Englands angegriffen und b e- scnders London, den Flottenstützpunkt Har- wich, Bahnanlagen und militärisch wichtige Industrieanlagen «t der Grafschaft Norfolk mit einer großen Zahl Spreng- und Brand­bomben mit gutem Erfolg belegt. Die Luftschiffe wurden auf dem Anmarsch von feindlichen leichten Streitkräften und Flugzeugen angegriffen, beim Angriff selbst von zahlreichen Scheinwerfern beleuchtet und heftig beschossen. Sie sind sämtlich unbe- schädigt zurückgekchrt.

Der Chef des Admiralstabs der Marine.

Oer Krieg gegen Rußland.

Generalfeldmarschall von Hindenburg Oberkommandierender der verbün­deten an der Ostfront.

W.T.-B. Berlm, 2. Aug. (Amtlich.) Während der Anwesenheit Sr. Majestät des deutschen Kaisers an der Ostfront hat in Übereinstimmung mit seiner K. und K. apostolischen Maicstät eine Neuregelung der Befehlsverhältnisse dort stattgesundcn, die der durch die a l I g e m e i n e r u s s i s ch e O f f e n s i v e geschaffenen Lage Rechnung trägt. Unter Generalfeld­marschall v. Hindenbnrg werden mehrere Heeres­gruppen der Verbündeten zu einheitlicher Ver­wendung der beiden obersten Heeresleitungen z u- sammengesaßt. ^

Die Veftälignnff von österreichisch­ungarischer Seite.

W. T.-B. Wien, 2. Aug. (Nichtamtlich.) Die Zusammen­fassung mehrerer Heeresgruppen der Verbündeten unter Generalfeldmarschall von Hindcnburg wird hier amtlich in demselben Wortlaut gemeldet, wie von deutscher Seite.

Oie Schlacht im Osten.

(Von unserem militärischen Mitarbeiter.)

Gegen Ende Juli begann auf dem ö st l i ch e n Kriegsschauplatz eine neue gewaltige Schlacht, welche hinsichtlich ihrer Ausdehnung sowie der Massen, welche auf feindlicher -Leite zum Ernsatz gebracht wur­den, dem Ringen in den voraufgegangenen Wochen in Nichts zurücksteht. Mit Beginn des Monats August scheint eine Kampfpause in dieser blutigen Ge- fcchtshandlung eingetreten zu sein.

In der Zeit uni den 25. Juli stellten die Russen auf unserer Ostfront die vergeblichen Stürme gegen die Front des Feldmarschalls Hindenburg allinählich ein. Die tagelang währenden russischen Stürme gegen die n a f r o n t zwischen Riga und Dünaburg wareu ergebnislos verlaufen. Zahlreiche Truppen- transporte hinter der gegnerischen Front wiesen dar­auf hin, daß eine neue Schlacht an anderen Punkten nahe bevorstände. Am 28. Juli unternahmen die Russen gegen den südlichen Flügel der Armee des Prinzen Leopold von Bayern in dicht gedrängten Linien, in kurz aufeinanderfolgenden Wellen, die großen Angriffe im Kampsraume östlich von Goroditsche. Im Laufe der drei Hauptkampftage wurden auf engem Raum zwei feindliche Arnwekorps zum Sturm vorgeführt. Der größte Teil ihrer Be­hände verblutete sich vor unserer Front. Gleich- zeitig erfolgten neue Stöße in den- Kampfgebiete an der nordgalizischen Grenze. Diese Gefechtshandlungen brachten dem Feinde nirgends einen greifbaren Er

folg. Im nördlichen Abschnitt blieb die Kampffront löllig ungebrochen, im i üblichen war der feindliche Fort- schritt kaum 2 Kilometer. Die Ereignisse der nächsten Tage klärten die Gefechtslage üahin, daß diese Sturme Scheinoffensiven waren mit der Absicht, dre Aufmerk­samkeit der Verbündeten Heeresleitungen von hen Hauptdurchbruchspunkren abzulenken. Diese waren rm Norden Kowel, in der Mitte dre Richtung aus Lemberg und endlich im Lüden der Bahn­knotenpunkt Stanislau. .. . ,

Im Laufe der letzten Juliwoche wuchs der nördliche Kampfraum beinahe täglich an Ausdehnung. Hwr fetz­ten die Russen zwischen V r o d y und dem Mittellauf des S t o ch o d an zahllosen Punkten zuin Angriff an. Der verbündete Nordflüqel wehrte dem Femde n>it vollem Erfolge den Uferwechsel über den mittleren Stochod. Im oberen Flußlaufe schoben sich dre russi­schen Massen zu beiden Seiten der von Luck nach Kowel führenden Bahn vorwärts. Sie erreichten hier nur, daß die deutschen Linien um durchschnittlich 3 Kilometer auf eine kürzere Sehne zurückgenommen wurden.er Bahnknotenpunkt Kowel blieb den Russen uner- reich:. Der mittlere Kampfraum liegt m diesem Av- schnitte im Flußgebiet der viel genannten T u r i j a so­wie im Ouellgebiete des Stochod. Hier kamen dre feindlichen Sturmmassen überhaupt Nlcht vorwärts, da ein vorübergehender Geländegewinn am Monatsende durch erfolgreichen Gegenstoß wieder ausgeglichen svurde. Im südlichen Gefechtsstreisen bestand die ruffr- sche Absicht, von drei Serien her die österreichische Front zu durchbrechen, um freie Bahir nach Lemberg zu haben. Das Resultat ihrer bl'.itigen Anstrengungen besteht lediglich darin, daß die ostgalrzische Grenzstadt Brody am 28. Juli von ihnen besetzt wurde. Der Weg nach Lemberg wurde ihnen ver'perrt.

Das zweite große Schlachtfeld ist das Ge- biet im östlichen Galizien, das Gelände der Ur­berge der Karpathen. Seit Anfang Juli standen die russischen Truppen in dem Raum zwischen dem Dnjestr und dem Vruth. Die Stadt K o l o m e a war ebenfalls ihr Siegesprel? geworden. Ein weiteres Fortschreiten in nördlicher Richtung auf dem wichtigen Bahnknotenpunkt Stanislau ist ihnen jedoch m den blutigen Kämpfen der letzten Juliwoche erfolgreich verwehrt worden. Den Hauptschwerpunkt legte der Feind nördlich von Kolomea und in das Gebiet, welches 75 Kilometer nördlich davon, westlich der Stadt B u c z a c z, gelegen ist. Auch hier blieb dem Femde jeder Erfolg versagt. Der südliche Flügel der Armee Bothmer, welcher sich seit Mitte Juni an den Koropiec- bach anlehnt, ist unerschütterlich.

Das große feindliche Ziel, die Eroberung von Kowel, Lemberg und Stanislau wurde nicht verwirk­licht. Die offensichtliche Abstcht, die Armee Both- m e r, dies s e st e G e f ü g e in unserer Front, zum Zu- rückfallen weiter westwärts zu bewegen, wurde nicht zur Wirklichkeit. Die qroßeii russischen Massensturme stehen zweifellos in strategischer Verbindung mit dem Versagen der englisch-französischen Offensive an der Somme. Das uns günstige Gesamtbild ist dort trotz aller feindlichen Anstrengungen ebenso wenig verschoben worden wie in Galizien und Wolhynien. Englands, Frankreichs und Rußlands Millionenheere blieben rm Osten und Westen ohneSiegaufhalbemWege stehen. # M -

Die Kämpfe in Wolhynien.

(Telegramm unstccs zum Osihecr entsandten Kriegsberichterstatters,) Kowel, 1. Aua, I»'mer noch laufen die Rüsten gegen Misere Stellungen aus der ganzen Frcnt in Wolhynien an, aber die Pausen an einzelnen Frontteilen beginnen größer zu werden. Mit besonderer Energie wird nur gegen ein paar Hammerpunkte iorgegangen, sonst beschränkte sich die russische Infanterietätigkcit gestern und in der Nacht vom 31. Juli zum 1, August auf das Bor- sthlen und Heranarbeiten einzelner Konipagnien, Nördlich der Lipa, im Süden der Front, kam es noch zu heftigen Kämpfen, die schließlich mit dem Bajonett zu unseren Gunsten entschieden

wurden. . ,

Daß die Russen zum niindesten Kräfte nur umgruppieren und Atem holen müssen, geht aus den imnier deutlicher erkennbar werden- den ungeheuren Ver-lusten der Stürmenden hervor. EL isr schwer, im hohen Getreide, im Sumpf, in den Erlengebüschen die Toten abzuschützen. Wenn unsere Patrouillen aber einmal genaue Stichproben machen, sprechen die Zahlen ihre eindringliche Sprache, Bei Kieschir waren, wie gemeldet, vor einer Reginientssront tausend russische Lerchen gezählt worden, im Süden wurden nörd­lich der Lipa bei Jclizarow aus schmalem Abschnitt 2000 Tote gezählt.

Nur gegen die Stochod- Front südl'.äi der Bahn Kowcl- Nown», wo die russische Garde eingesetzt ist, hatten auch gestern und beute die Kämpse erbitterten Charakter. Bei S i n i a w k a, bei

Witoniez, bei Kolonie Ostrow waren Brennpunkte des Kampfes. Im Stochod-Raum wurden nächtliche Anqriftsversnchc ersträt. Bei Sarecze, nördlich der Bahn Kowel-Sorny, wurden die Russen aus den letzten beiden Grabenstücken, auf der S a n d d ü n e westlich des Stochod, herausgeworfen. Ein Stabsoffizier, 3 Offiziere, 72 Mann wurden beim Sturm gesangm, ein Ptaschinengewehr erbeutet. Auch von der Front zwischen beiden Bahnen, gegen die die Russen in icn vergangenen Kampftagen niit fünf Divisionen angesetzt hatten, niehrcn sich die genauen Cinzelmcldungen, die alle vergeblichen russischen Opfer als den französisch-englischen Blutopfern im Westen kou'.n nachstehend erkenne!, lassen. Zu schweren Kämpfen kam es in diesem Abschnitt bei B o l. P o r 3 t Um 4 Uhr nachts drangen russische Abteilungen in die Gräben, ein Gegenstoß warf sie wieder blutig zurück. Im Raume nordöstlich von Mielnica entwickelte» sich im Lause des Tages Kämpse, die sich am Nachmittag ausdehnten und an Heftigkeit Zunahmen, Alle Angriffe wurden abgewresen. (Kb.)

Rolf Brandt, Kriegsberichterstatter.

Ein offizieller Verzicht auf Sie Wiedor­eroberung Polens?

Das Weiberunwesen an der russischen Front.

Die Räumung Dünaburgs.

(Von unserem 8.-Sonderberichterstatter.)

8. Stockholm, 3. Aug. (Eig. Drahtbericht. Jens. Bln.) Die russische Regierung beabsichtigt offenbar, ihre bisher mit Fleiß gespielte politische Komödie aufzugeben. Eine soeben veröffentlichte Verordnung des Ministeriums des Innern bestimmt, daß die aus dem Gouvernement Polen kommen­den Beamten, die sich bishex bereit halten mußten, nach der Wiedereroberung ihre polnischen Stellungen von neuem anzutreten, d au e r n d auf neue Amtsplätze in innere Gouvernements Rußlands einzustellen. Man ver­zichtet also offiziell auf die Zurückeroberung des polnischen Gebiets, da die Verordnung im allgemeinen Ministerrat be­schlossen wurde. Kein Kommentar über die gegenwär­tige Auffassung der Kriegslage an amtlicher - russischer Stelle könnte bezeichnender sein.

Die Zustände an der russischen Nordfront schildern zwei Erlasse des Generaladjutanten Kuropatkin. Der erste richtet sich gegen das Frauenunwesen unmittelbar an der Front. Der Erlaß ordnet die Ausweisung aller Frauen, welche in der letzten Zeit scharenweise bis in die Schützen­gräben vorgedrnngen sind, aus dem ganzen Frontbereich an. Der Erlaß tritt sofort in Kraft. Für wie lange wird jedoch ,licht gesagt.

Der zweite Erlaß ordnet die völlige Räumung T ü n a b u r gs. Wer in der Stadt Zurückbleiben will, muß um die Erlaubnis des Festungskommandanten einkommen, der sie nur nach dem Nachweis der Unabkömmlichkeit erteilt. Sämtliche Zurückbleibenden müssen mit Photographien ver­sehene Ausweiskarten besitzen und sich täglich bei den Militärbehörden melden. Die Erlaubnis des weiteren Aufent­halts kann täglich widerrufen werden.

Oie Lage im westen.

Der neue Fortschritt vor Verdun.

Aus derNorddeutschen Allgemeinen Zeitung".

W. T.-B. Berlin, 2. Aug. (Nichtamtlich.) DieNord d. Al lg. Z t g." schreibt über den wichtigen Fortschritt der Deutschen vor Verdu c: Während der gestrige amtliche deut­sche Heeresbericht die günstige Lage der Deutschen vor allem an der Somme hervorhob und die Aussichtslosigkeit der dortigen feindlichen Angriffe, die besonders von den Englän­dern ganz außerordentlich blutige Opfern for­dern, ohne auch nur an irgend einer Stelle die deuffchen Linien zu erschüttern, verzeichnet der heutige Bericht einen wichtigen Fortschritt der deuffchen Offensive vor Verdun, und zwar an zwei Stellen zugleich, sowohl westlich und nordwestlich des Werkes Thiaumcmt, als auch am östlichen Wege von V a n x und S o u v i l l e, wo es gelang, die B e r g- n a s e nordöstlich der Feste Souville zu gewinnen und den Feind im Bergwald sowie im Laufeewäldchen wesentlich zu­rückzudrängen. Letzterer Erfolg ist von um so größerer Be­deutung, als durch die Erstürmung der dortigen französischen Stellungen zugleich die so außerordenttich wichtige Tavannes- schluckst von den Deutschen beherrscht wird. Alle Versuche der Franzosen zur Wiedergewinnung der verlorenen Stellungen im Bergwald waren erfolglos. Die äußerst heftigen Angriffe wurden sämtlich blutig abgewieseu. Sie beweisen indes, welche große taktische Bedeutung auch die Franzosen dem Besitz dieses wichtigen Geländeabschnitts beimessen. Durch diesen neuen, schönen Erfolg der tapferen deutschen Truppen, ist die deutsche Offensive vor Verdun einen erheb­lichen Schritt vorangelommen. Zugleich beweist der Erfolg der Deuffchen, daß die nun schon über fünf Wochen an­haltende Offensive der Engländer und Franzosen an der Somme nicht einmal eine Entlastung der schwer leidenden französischen Truppen bei Verdun bisher hat er­reichen können.