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Verlag Laaggasse 21

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13 Ausgaben.

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„Lagblatihaus" Nr. 6650-53.

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, mütagr:^M?rge!uAusg,^sÄr*n-^sttag^ Berliner Abteilung des Wiesbebener TagblattS: Berlin W., Potsdamer Str.121 L. Feruspr.: Amt Lützow 6202 u. 6203. Tagen und PMtzeuwird'leme New^hr^be^ömmmn

Donnerstag» 3. Kugust 1916.

Morgen-klusgabe.

Nr. 362. . 64. Jahrgang.

Zusammenbruch starker rusfischer Angriffe.

Durchbruchsversuche zwischen Rowno und Kowel gescheitert.

Ein italienisches Groükamps-Flugzeug abgeschossen.

Österreichisch-ungarischer Tagesbericht.

^V.D.v. Wien, 2. Aug. (Nichtamtlich.) Amtlich verlautet vom 2. August, mittags:

Russischer Kriegsschauplatz.

Keine Änderung in der Lage. In O st g a l i z i e n brachen südwestlich von Buczacz, bei Wisniowczyk und im Süden, südwestlich und westlich von Brody mehrere zum Teil starke russische Angriffe zusam­men. Ebenso scheiterten alle Anstrengungen des Gegners zwischen der obersten Turua und der von Rnivno nach Kowel führenden Bahn, die Front der Ver­bündeten zu durchbrechen, an der Abwehr der dort kämpfenden deutschen und österreichisch-ungarischen Truppen. Gleiches Schicksal hatten schließlich mehrere starke Vorstöße des Gegners im Stochobknie bei Kuszowka.

Italienischer Kriegsschauplatz.

Die Lage ist unverändert.

In den Dolomiten wurde östlich des Siefsattrls der Angriff von zwei italienischen Kompagnien abge­wiesen.

Südöstlicher Kriegsschauplatz.

Keine besonderen Ereignisse.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstab-: v. Höfer, Feldmarschalleutnant.

Ereignisse zur See.

Am 1. August, 71/2 Uhr früh, brach ein Geschwader von 14 italienischen Großkampfslugzeugen über Pirna nach Istrien ein. Linienschifssleutuant Banfield stieg in Triest mit einem Sccflugzeug auf, verfolgte das feindliche Geschwader über ganz Istrien, erreichte dessen Gros — sieben Cavroni — über Fiume in 2700 Meter Höhe und schoß ein Großkampfflugzeug ab. Beob­achter tot, beide Obersten gefangen. Banfield und sein Flugzeug blieben unversehrt.

Flottenkommando.

*

Die militärische Lage.

(Von unserer Berliner Abteilung.)

I>. Berlin, 2. Aug. (Eig. Drahtbericht. Zens. Bln.) Die bemerkenswerteste Angabe im heutigen Heeresbericht, die auch im Ausland großen Eindruck machen wird, betrifft die Wiederaufnahme der deutschen Offensive bei Verdun. Sommcschlacht, Russenmassen, Balkannachrichten habe» also zusammen nicht vermocht, der bedrohten Maas- fcstung Erleichterung zu verschaffen. Es handelt sich um keinen demonstrativen Stoß, den daS Kronprinzcnheer geführt hat, sondern um die planmäßige Fortsetzung der gesamten Operationen, die nach gründlicher Artillerievorbereitung bei möglichster Schonung unserer Leute und größter Schädigung des Feindes allmählich Gelände­gewinn erbringt. Die erste Gefangenenziffer, die heute morgen hierher gemeldet wurde, betraf schon 19 Offi­ziere und 923 Mann, dazu einige Maschinengewehre, eine Ziffer, die wahrscheinlich wegen noch nicht abgeschlossener Zählung eine Erhöhung erfahren dürfte. Bei all ihren verzweifelten Gegenstöße» haben die Franzosen nicht an­nähernd so große Mengen Gefangener fortzuführen vermocht, was endlich ihrem Prahlen von dem überlegenen KampfeS- geist auf feiten der französischen Truppen rin Ziel stecken sollte. Der gestrige deutsche Angriff erfolgte auf dem Wege von Vaux nach Souvillle. Dort befindet sich eine Chaussee und etwas östlich davon noch ein Landweg. Auf letz­terem wurden die französischen Stellungen in einer Breite von 809 Meter gestürmt. Der größte Teil des Bcrgwaldes dort ist jetzt in unserem Besitz, so daß wir schon ein beträcht­liches Stück der Tavannesschlucht beherrschen. Starke französische Gegenangriffe, die natürlich nicht ausblieben, wurde» verlustreich abgewiesen. Heute reicht der von uns im Dreivicrtelbogen um Verdun erzielte G e - tändegewinn insgesamt 325 Gevierikilometer auf einer Front, di« 50 Kilometer Länge hat. In vier Wochen haben die Franzosen und Engländer bei ihrer Somme-Offensive nur rund 100 Geviertkilometer Raum gewonnen auf einer Äasis von 20 Längskilometrr. Es ist vielleicht im Anschluß an die gestrigen Angaben des Heeresberichts nicht überflüssig, daran zu erinnern, daß die deutschen Truppen in den erste» vier Wockjen der Berdun-Offensive schon 520 Offiziere, 30 400 Man«, 189 Geschütze und 332 Maschinen­gewehre eingebracht hatten, Zahlen, mit denen sich das fran­zösisch-englische Ergebnis gar nicht vergleichen läßt. Wichti­ger noch ist, daß die deutsche Offensive bei Berdna die Fra»-

zosen auf eine verengte vorragende Halbkreisstcllung drängen, die unter schwerstes konzenttisches Feuer genommen wird, und daß auch die französisch-englische Offensive an der Somme nur eine ähnlichem konzenttischen Feuer ansgefetzte Front­ausbuchtung zu erreichen wußte. An beiden Brennpunkten im Westen hat also das deutsche H eer den taktischen Vorteil.

An der Somme herrscht bei den Engländern im allge­meinen Ruhe; sie sind anscheinend noch mit den durch die großen Verluste bedingten Ablösungsvorbereitnngen beschäf­tigt. Bei den Franzosen scheint die Ablösung dagegen schon meist bewerkstelligt zu sein. Sie haben bei Monrepas an­gegriffen und wurden abgeschlagen. Nur ein Kilometer nördlich der M 0 n a s c u - F e r m e, die stets fest in unserer Hand ist, befindet sich noch vorgeschoben ein kleines Franzosen­nest, das ausgrhoben werden mutz. Südlich der Somme wer­den starke Artilleriekämpfe gemeldet. Alle Teil­vorstöße südwestlich Bella h und Estrees wurden abge­wiesen. Auch dort ist noch ein vorgeschobenes Franzosennest z« säubern. Das ist das einzige, was von der neuen bedeu­tenden Aktion des Feindes übrig blieb. Ein gegen S 0 p e - court geplanter französischer Angriff brach schon in unserem Sperrfeuer zusammen.

Bon der Ostfront meldet man neue russische Massenangriffe nördlich und südlich von PinSk, die unter schweren Verlusten des Feindes zurückgeschkagen wur­den. An einem Frontstück beim Oginskikanal wurden allein 1500 russische Tote gezählt. Gegen Linstngcns Front wurden wieder starke russische Vorstöße unternommen, erstens am Stochodknie, zweitens im Stochvdabschnitt beiderseits von Ostrow. Der Feind wurde fast überall gezwungen, in seine Ausgangsstellung znrückzukchren, so daß es ihm nicht ge­lang, ein Stück des Gebiets vor der neuen Front in Besitz zu nehmen. Die Südarmec wurde in vergangener Namt ange­griffen. Der Feind wurde a b g e w i e s e n. Bei der Süd- arme- und in den Karpathen, ebenso auf dem Balkan, ist die Lage unverändert.

Zur Uriegsziel-Erörterurm.

Das gut geprägte Wort des Reichskanzlers: „Erst schlagen, dann fragen" sagt alles, was im Be- ginn des dritten Kriegsjahres unsere Pflicht ist. Wir finden, daß die ewigen Erörterungen darüber, ob wir uns zwischen Rußland und England zu entscheiden hoben, wohin wir unsere stärkste Angriffskrast zu richten haben, ob wir nach dem „Tivide" des Professors Del- brück die Gegner zu entzweien versuchen sollen, allmäh- lick etwas Abgestandenes bekommen. Die Männer und die Richtunqen, die fort und fort durch derartige Unter- suchungen, Fragen, Antworten, Vorwürfe und auch Zu­stimmungen den Schein erwecken, als bedürfe die Reichsleitung deutlicher Anweisungen über das, was sie zu tun habe, schaden uns bei den Feinden und wiegen die Nachteile ihres freilich gutgemeinten Eifers noch lange nicht durch irgendwelche erkennbare Festi­gung der inneren Front auf. Vielmehr, diese Front ist doch' wohl f e st genug, aber die Beivcgung, deren un- willige Zeugen wir nun schon seit Monaten sind, muß gerade den Eindruck Hervorrufen, als sei es nicht so. „Erst schlagen, dann fragen", das bedeutet, daß nicht bloß unsere Heeresleitung, sondern auch unsere politische Leitung keinen Unterschied macht, machen darf und machen will zwischen Ost und West, daß sie nicht im Traume daran denkt, ihre Kriegs­ziele niedriger zu stecken, als es das zwingende Bedürfnis unserer Lebensinteressen ver­langt. Erst wenn wir uns an beiden Fronten die Sicherheit für eine absehbare Zukunft verschafft haben werden, ohne die wir nicht frei atmen und gedeihen können, dann mag wohl auch von Verständi­gung die Rede sein. Wir werden gewiß bereit dazu sein, und zwar nach allen Seiten hin. denn warum sollten wir einem geschlagenen Feinde, der e i n g e- sehen hat, daß es besser ist. mit uns in Frieden zu leben, die Möglichkeit der Umkehr nicht erleichtern? Das gilt von Rußland wie von England und von Frankreich, es gilt aber stets nur unter der Voraus­setzung, daß wir zuvor unseren Siegerwillen durch­gesetzt haben. Es ist schwerbcgreiklich, wie die Nörgler und Krittler an der Reichsleitung be­fürchten können, daß die verantwortlichen Männer je­mals etwas anderes als die möglichst vollkommene Sicherung von Reich und Nation durch u n b e u g- same Ausnützung unserer Erfolge erstrebt haben oder erstreben können. Wenn der Kaiser jetzt er­klärt, wir werden diesen Kamps zu einem Ende führen, das unser Reick vor neuem Überfall schützt und der friedlichen Arbeit deutschen Geistes und deutscher Hand füc alle Zukunkt ein freies Feld sichert, so ist das genau das. was alle Par­teien, alle wirtschaftlichen und politischen Verbände von rechts bis links mit alleiniger Ausnahme der sozial­demokratischen Arbeitsgemeinschaft wollen. Dainit ist freilich noch keine Bestimmtheit über die Ausfüllung des weitgespannten Rahmens geschaffen, aber wir alle

wissen doch, daß die Zeit für die Einzelarbeitnoch nicht reif ist, und bis zu ihrer Reife müssen wir Ver­trauen haben und dürfen es auch haben. Jede zer­fasernde Erörterung ist und bleibt vom Übel. Das gilt auch von dem vielberufencn „Divide" Delbrücks, es gilt nicht weniger von dem Widerspruch, den die voreiligen Befürworter einer Verständigung mit England denk lehr begreiflichen Anspruch von Männern entgegen­setzen, die mit aller Deutlichkeit fordern, daß wir als Siegespreis auch die Herrschaft über die flandrische Küste heimbringen. Ties tut u. a. das Herrenhaus­mitglied Fürst zu Salm-Horstmar. Er ist dafür bereits lebhaft angegriffen worden, aber uns dünkt es gut, daß er so offen gesprochen hat. Wir sind überzeugt davon, daß er bei seinen Worten nicht an „Annexion" im hec- könimlichen Sinne gedacht hal, es gibt wahrlich andere, zweckmäßigere, gelindere und doch wirksame Forde­rungen, in denen wir unsere Interessen im Westen sichern können, ohne uns unversöhnliche Feindschaft eines unterworfenen Volkes zuzuziehen, und wieder sagen wir (und glauben aus mancher Kenntnis ein gutes Recht zu haben), daß die R e i ch s I e i t u n g das' Vertrauen darauf beanspruchen kann, sie sei sich über diese Formen schon völlig klar, sie werde aus- reichend „reale Garantien" beschaffen, sie U'erde englischen und französischen Ein­flußnahmen auf Belgien einen unzerbrech­lichen Riegel vorschieben. Das muß und das kann uns für jetzt genügen.

* • *

Ein Urteil Friedrich Naumanns.

Friedrich Nauniann bespricht in der „Hilfe" die, mannigfachen Kriegswünsche oder Kriegsziele, die hierj und da verbreitet sind und erklärt dazu: „Dem einzel­nen nicht verantwortlichen Volksgenossen ist darin be­greiflicherweise ein weiterer Spielraum ge­währt als den Staatsmännern, die später einmal die Ergebnisse formulieren sollen, allen aber ist eine Pflicht der Zurückhaltung in der Aus­sprache auferlegt, die sich aus der noch schweben­den Kriegslage von selbst ergibt. Nicht nur das Heerwesen bedarf der Disziplin, sondern auch die Diplomatie. Selbst wenn das Vertrauen zur diplomatischen Leistung bei uns und anderen Völkern nicht io stark ist wie das Zutrauen zur Heeresfllhr ung, so kann doch sicherlich durch Ent­fesselung ungeordneter Erörterungen die Leistung nicht verbessert werden, zumal solche Erörterungen meist von einer Verkennung der Aktiva und Passiva der .Kriegs­karte ausgehen. Auf der Kriegskarte befindet sich neben unserem Landerwerb auch der Verlust der n'. e i st e n Kolonien und der freien Be - w e g u n g auf den Ozeanen. Wir konnten nichts Stärkeres zur Erhaltung von Kolonien und .Han­delsschiffahrt tun, als was bis in allerletzte Zeit ge­schehen ist, aber daß im Frieden ein teilweises A n s- g I e i ch s v e r f a h r e n nötig sein wird, muß den Staatsleitenden stets gegenwärtig sein. Darüber aber vorher viel zu reden, stört in ehr als es nützt. Darum ist es wünschenswert, daß wir mit vollem Be­wußtsein den zweiten Jahrestag des Kriegsanfanges benutzen, um den Geist, ge in einsamen Sieges­willens zu erhalten, ohne den ein günstiger Aus­gleich nie erreicht wird. Wi» rnüssen einig und pflichtbewußt ins dritte Jahr hinübergehen, da- niit nicht die U n geduld pcrdirbt, was das Schwert gewonnen hat." _

Oer Krieg gegen England.

Der bisher stärkste Zeppelin - Angriff.

Vorwürfe der Bevölkerung OstcnglandS gegen die Regierung.

Br. Kopenhagen, 2. Aug. (Eig. Drahtbericht. Zeus. Bin.) Wie die „National-Tidenbe" aus London meldet, liegen nur unbe­stimmte Meldungen über den großen Zeppelinangriff der vorgestrigen Nacht vor. Soviel jedoch ist gewiß, daß es der g r ö ß,t e Luftangriff war, der bisher je von den Deutschen untcrnonmten wurde, überaus zahlreiche Bomben wurden geworfen, über den Umfang des Schadens ist nichts bekannt, da die Admiralität nichts darüber in die Öffentlichkeit kontmen läßt. Nach anderen Mel­dungen herrscht unter der Bevölkerung Ostenglands an- grstchts der letzten Luftangriffe große Verbitterung gegen tie Negierung, der vorgeworfcn wird, den Lustabwehrdicnst Ost- cnglands dadurch geschwächt zu haben, daß ein großer Teil der Flieger an die Froitt nach Frankreich gesandt wurde. Das Bol! macht es der Regierung zur Pflicht, vor allem Englands Küsten gegen Überfälle zu sichern, die Verteidigung Fraitkreichs komme für die Engländer erst in zweiter Reihe in Betracht. Der Rexkierung müsse riese Pflicht erst znm Bewußtsein gebracht werden. Jetzt sende sie fast alle ausgcbiüeten Flieger an die unersätt- liche Front nach Frankreich, zu dessen Schutz England immer neue schwere Opfer bringen müsse.

4052 englische Mirnitionswerkstätten.

W.T.-B. London, 2. Aug. ! Nichtamtlich.) Der Muni- tionsminister kündigt an, daß 124neuhinzugekom> mene Munitionswerk st ätten unter Staatsausiicht