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Verlag Langgaffe 21

„TagdlanhauS".

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Berliner Abteilung des Wiesbadener Tagblatts: Berlin W„ Potsdamer Str. 121L. Fernspr.: Amt LützowK202

aaaq Für die Aufnahme von Anzeigen an voraeschriebenen

Mittwoch» 2. slugust 1916.

klbend-klusgabe.

Lin neuer Zortschritt östlich der Maar.

An 100V Gefangene bei Thiaumont. Neue blutige Schlappen der Feinde nördlich der Somme.

vollständige Ergebnislosigkeit neuer russischer Angriffe.

Der Tagesbericht vom 2. August.

W.T.-B. Grißes Hauptquartier, 2. August. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Nördlich der Somme griff der Feind abends mit sehr starken Kräften, aber vergeblich den Abschnitt von M a u r e p a s bis zur Somme an, nachdem er bereits am Nachmittag bei einem Teilunternehmen gegen daS Ge­höft M o n a c u durch raschen Gegenstoß deutscher Bataillone eine blutige Schlappe erlitten hatte. An der Straße M a r i c o u r t- C l e r y ist er bis zu unserem völlig eingeebneten Graben vorgedrungen. Die feind­lichen Verluste sind wieder erheblich.

Südlich der Somme haben sich bei B e l l o y und Eströes örtliche Kämpfe abgespielt.

Rechts der Maas machten wir nordwestlich und west­lich des Werkes Thiaumont Fortschritte, gewannen die Bergnasr nordöstlich der Feste Souville und drückten den Feind im Bergwalde sowie im L a u f e e - Wäldchen wesentlich zurück. An unverwundeten Ge­fangenen sind 19 Offiziere, 923 Mann eingebracht und 14 Maschinengewehre geborgen.

Englische Patrouillen, die im Abschnitt Upern-Armen- tieres besonders tätig waren, wurden überall abgewiesen.

Die feindlichen Fliegerangriffe gegen Ortschaften hinter dem nördlichen Teile unserer Front wurden wiederholt. Bon militärischem Schaden ist kaum zu reden. Die Verluste unter der Bevölkerung mehren f i ch. Wie nachträglich gemeldet wurde, ist in der Nacht zum 31. Juli auch Arlon in Belgien angegriffen worden. Das Jesuitenkloster und die Kirche sind getroffen.

Durch Abwehrfeuer wurden 3 feindliche Flugzeuge, und zwar nördlich von Arras, süwestlich von Bapaume und bei Poziöres, im Luftkampf, eins bei Monthois a b ge­schossen.

Östlicher Kriegsschauplatz.

Auf dem Nord teile der Frout keine wesentlichen Ereignisse.

Südwestlich von P i n s k wiederholten sich die russischen Unternehmungen beiderseits des Nobel-Sees mit ver- st ä r k t e n Kräften und dehnten sich auch auf die Gebend von L u b i e s z o w (am StochodI aus. Sie wurden glatt a b g ew e h r t.

Mehrfache Angriffe im. Stochodbogen (nordöstlich der Bahn Kiwel-Rowno) brachen bereits im Sperrfeuer vollkommen zusammen. Immer wieder lief der Gegner, ohne Rücksicht auf seine großen Menschen­verluste, gegen unsere Stellungen zwischen Witonicz und der Turya an; all seine Anstrengungen blieben ergeb­nislos.

Bei der

slrmee des Generals Grafen von vothmer

sind feindliche Teilangriffe in der Gegend westlich von Wisniowczgk (an der Strypa) und bei WeleSniow (am storopisc) gescheitert.

Balkankriegsschauplatz.

Die Lage ist unverändert.

Ober st e Heeresleitung.

Unsere Handel§-U-Voote.

Die Ausfahrt für die „Deutschland"

' freigemacht.

Br. Genf, 2. Aug. (Eig. Drahtbericht. Jens. Bln.) Nach einer Meldung des „Matin" aus New Dort machte die Hafen- behörde von Baltimore die Ausfahrt für die „Deutschland" frei, deren bevorstehende Abfahrt bestätigt wurde.

Reuter meldet die Abfahrt.

W. T.-B. Baltimore, 1. Aug. (Nichtamtlich. Draht- bericht.) Reuter meldet: Die „Deutschland" hat heute nachmittag ihre Rückreise angetreten.

Ein hinterlistiger englischer Attentats- Versuch ans die „Deutschland".

Br. Berlin, 2. Aug. (Eig. Drahtbericht. Zens. Bln.) Die Pariser Ausgabe des „New Jork Herald" vom 26. Juli berichtet aus Baltimore vom 25. Juli: Ein kleiner briti­scher Dampfer, der am 21. Juli im Hafen von Balti­more ankom und sich nahe der „Deutschland" vor Anker legte, ließ am Morgen des 26. die Ankertaue schlippen. Er wäre beinahe niit voller Kraft in das Handels-17-Boot gerannt, wenn sich der Kapitän des Schleppers „Thomas T i m m i n s" nicht schnell ins Mittel gelegt hätte. Er fuhr dem britischen Dampfer in die F l a n k e und verhin­derte so den Zusammenstoß mit dem lll-Boot.

Die „Deutschland" und ihre Feinde.

Uchsere neuen silnterseehandelsschiffe liegen den Eng­ländern gehörig im Magen. Mit allen Mitteln versuchten sie, diesen Erfolg deutscher Tatkraft zu stören. Nun weist auch der Geh. Justitzrat Prof. Dr. Köhler-Berlin in der „Deutschen Juristen-Zeitung" die englischen Einwendungen als völlig haltlos zurück. Man konnte der „Deutschland" garnicht die Eigenschaft als Handelsschiff nehmen. Auch die Frage der Patentverletzung konnte kaum ernsthaft ge- ineint sein. Auch das englische Recht hat schon seit langer Zeit erklärt, daß fremde Schiffe in englischen Häfen patent­frei seien, und daß irgendwelche Betätigung solcher Schiffe niemals die Verletzung eines englischen Patents enthalten könne. Nur dann soll eine technische Betätigung in Betracht kommen, wenn auf dem Schiffe in patentwidriger Weise Waren erzeugt werden, welche nach der Küste in Verkehr gebracht werden, denn in diesem Falle ist die Produktion mit dem Lande in Verbindung gesetzt und die Patent­ausübung bleibt nicht innerhalb des Schiffes stehen. In den Vereinigten Staaten ist dieser Grundsatz ausgenommen worden. Aber selbst im Falle einer Patentverletzung konnte von einer Beschlagnahme keine Rede sein. Nach englisch- amerikanischem Rechte hatte das Gericht nur die Befugnis, auf Schadenersatz zu erkennen oder ein Verbot der weiteren Störung zu erlassen. Die ganze Agitation gegen das Schiff beruht also, so erklärt Köhler, auf einer voll­ständigen Verkehrung des Rechtes und die Anträge Englands auf Zurückhaltung des Tauchbootes waren nicht nur rechtswidrig, sondern in jeder Beziehung un­anständig. Sie reihen sich den vielen unverständigen Schamlosigkeiten an, die sich England zu schulden kommen ließ. _

Der U-Boot-Krieg.

Neue Opfer unserer U-Voote.

Christiania, 1. Aug. Das norwegische Schiss „A g e n d a" aus Frederikstad, das mit Grubenholz nach Eng­land fuhr, wurde non einem deutschen Unterseeboot nach Bergung der Mannschaft in Brand ge st eckt.

W. T.-B. Amsterdam, 1. Aug. (Nichtamtlich.) Der Fisch­dampfer „King-Jautcs" ist von einem lll-Boot versenkt worden. Die Besatzung wurde gelandet. Der Fischdampfer „A d r o m e d a", der von einem II-Boot angegriffen wurde, vermochte zu entrinnen.

W. T.-B. Berlin, 2. Aug. (Amtlich. Drahtbericht.) Am 28 Juli wurden an der englischen Ostküste von einem unserer Unterseeboote 8 englische Motorsegler und 1 engli­scher Fischdampfer versenkt.

W. T.-B. Dmuiden, 1. Aug. (Nichtamtlich.) Der Kapitän König eines eingelaufenen Fischereiloggers berichtet, er habe sich in 54 Grad 16 Minuten nördlicher Breite, 1 Grad 25 Minuten östlicher Länge in einiger Entfernung von einem englischen Fischdampfer befunden, der beim Fischen war. Zwei deutsche Tauchboote tauchten, als sie ihn bemerk­ten, kamen dicht bei ihm wieder an die Oberfläche und eröff- ncten das Feuer. Die Besatzung des Fischdampfers flüchtete in ein Boot, worauf der Dampfer nach kurzer Zeit zum S i n- ken gebracht wurde. Eines der Tauchboote nahm daS Schiffsboot mit der Besatzung ins Schlepptau und brachte sie nach dem Logger „Marie Sch. 367", der die Besatzung auf­nahm. Der Name des Fischdampfers war unleserlich.

Neue Einzelheiten über das ruhmvolle Ende Weddigens?

Br. Haag, 2. Aug. (Eig. Drahtbericht. Zens. Bln.) Über das ruhmvolle Ende Weddigens hört der Berichterstatter der „B. Z." jetzt aus London in gewissem Gegensatz zu den bisher bekannt gewordenen Meldungen folgende Lesart: Weddigen hatte mit seinem U-Boot „U 29" einen Angriff auf die in der Bai Scapflow, den englischen Stützpunkt auf den O r k n e y i n s e l n, versammelte britische Flotte unternommen. Es war ihm gelungen, unbemerkt zwffchen die englischen Kriegsschiffe zu gelangen und zwei Torpedos abzufeuern. Darauf wurde sein Schiff von den Engländern in (den Grund gebohrt. Rettungsversuche, die von den Engländern angestellt wurden, blieben ergebnislos. Die britische Admiralität bewahrt über diesen Vorgang das größte Schweigen, da sie fürchten muß, die Taffache, daß ein deutsches U-Boot bis in den Schlupfwinkel der Flotte hineingelangen könnte, werde im Lande große Unruhe Hervorrufen.

Der Krieg gegen England.

Der in großem Stil durchgeführte Luftangriff auf England.

Französische Prefsestimnicn.

(Von unserem Xr.-Sonderberichterstatter.)

Kr. Genf, 2. Aug. (Eig. Drahtbericht. Zens. Bln.) Das Blatt „Paris-Midi" schreibt zu dem letzten An­griff der Zeppeline auf England, in Paris schwirrten übertreibende Gerüchte um, obgleich sie nur auf völlig unbestimmt gehaltenen Depeschen beruhten. Die Zahl der Zeppeline, die diesmal über Englands

Nr. 361. . 64. Jahrgang.

Küste erschienen seien, wäre augenscheinlich größer gewesen als je. Frankreich, das auch die Kattblütigkeij der englischen Verbündeten haben müßte, habe seit dem letzten französischen Raid auf Karlsruhe mit einem solchen R a ch e z u g gerechnet. Offenbar wollte auch Deutschland den Jahrestag des Kriegsausbruchs durch ein einschüchterndes Attentat auf die verhaßten Engländer feiern. Wie die „Liberia" erfährt, hält man die Luftangriffe auf England keineswegs für beendet. Diesmal erfolgte der Vorstoß in große m Stil, bei kombinierter Attacke von Zeppelinen, Flug­zeug- und Wasserflugzeuggeschwadern.

Zwei Zeppclingeschwader?

Br. Haag, 2. Aug. (Eig. Drahtbericht. Zens. Bin.) Von englischer amtlicher Seite wurden bisher noch keine Angaben über die Anzahl oer Luftschiffe, die an dem neuen Angriff auf England teilgenommen haben, gemacht. Es heißt, daß über der Themsemün­dung einGeschwader von JZeppelinen gekreuzt hat, aber zu gleicher Zeit wurden auch in den nördlicher gelegenen Grafschaften von einem anscheinend gleich großen Ge­schwader Bomben abgeworfen, so daß vielleicht zwei feindliche Geschwader anwesend waren. Damit erklärt sich auch die große Anzahl der Bomben, von denen einzelne mehrere hundert Pfund gewogen haben dürften.

Ein weiterer Reuter-„Bericht".

W. T.-B. London, 2. Aug. (Nichtamtlich. Drahtbericht.) Reuter meldet: Das Pressebureau teilt mit: Durch den letz­ten Luftangriff in der letzten Nacht sind Personen nicht umgekommen.

Zur Verurteilung des Kapitäns Fryatt.

Englands brüchige Moral und Logik.

W. T.-B. Köln, 1. Aug. (Nichtamtlich.) Die „Köln. Ztg." bringt iu Erwiderung auf die Äußerungen Asquiths im Un­terhaus über den Fall Fryatt eine Auslassung aus M a r i n e k r e i se n, in der es heißt: Begriffe von Moral, Gerechtigkeit und Logik müssen völlig in einem Volke durch­einander geraten sein, das seine irländischen Lands­leute kürzlich zu Hunderten kurzerhand hingerichtet, die Mörder vom „Ba /along" verteidigt, eine Reihe Deut­scher, die angeblich Spione, ohne auch nur chre Namen be­kanntzugeben, erschossen hat und sich dann er drei stet, die rechtlich und gesetzlich selbstverständliche Erschießung des Kapitäns Fryatt vom Dampfer „Brüssel" einen Mord zu nennen. In der Auslassung wird dann festgestellt, daß Fryatt den Gesetzen entsprechend nach gründlicher Verhandlung rechtmäßig verurteilt worden sei, daß ihm ein zurzeit in militärischen Diensten stehender Berufsadvokat zur Seite gestanden, und daß der amerikanischen Botschaft, welche sich des Angeklagten auf Bitten Englands annahm, von der Be­stellung eines Verteidigers Mitteilung gemacht worden war.

Erbitterung und Racheabsichten der Londoner City.

W. T.-B. London, 1. Aug. (Nichtamtlich.) Der „Times" wird aus Schiffahrtskveisen mitgeteilt, daß die Hinrichtung des Kapitäns Fryatt in allen Kreisen der City, die mit Schiff­fahrt zu tun haben, eine unausrottbare Erbitte­rung hervorgerufen habe, da sich dadurch erstens die Über­zeugung befestigen werde, daß dieser „Mord" gerächt wer­den müsse, und zweitens die Tendenz, das deutsche Volk für einige Jahre in Acht und Bann zu legen, bestärkt werde. Niemand zweifle daran, daß Deutschland alles tun werde, um sich nach dem Krieg wieder in Gunst zu setzen. Di« Geschäftsleute der City seien sich aber darüber einig, daß man es dem deutschen Volk ein- für allemal unmöglich machen müsse, als Wolf im Schafspelz aufzutreten. Die Bewegung, nach dem Krieg alle Häfen des britischen Reichs für eine Anzahl von Jahren mn Deutschen zu verschließen, sei durch den Mord an Fryatt sehr gestärkt worden.

Die englische Seeräuberei.

Ein dänischer Dampfer nach Leith geschleppt und entladen.

W. T.-B. Kopenhagen, 1. Aug. (Nichtamtlich.) „Ber- lingske Tidende" meldet aus Bergen: Der Dampfer

.Flora" der Linie Bergen-Jsland ist von den Engländern aufgebracht und nach Leith geschleppt worden, wo die gesamte Ladung, bestehend aus Fischen und Tran von Reykjavik, aus­geladen werden muß. Infolge des andauernden willkürlichen Auftretens der Engländer gegenüber den Schiffen der Island fahrt hat die Gesellschaft beschlossen, die Fahr­ten nach Island vorläufig e i n z u st e l l e n. — Die dänische Generalpostdirektion teilt mit: Die Paketpost des dänischen Dampfers „Botnia" wurde auf der Fahrt Island-Kopen­hagen von den Engländern in Leith beschlagnahmt.

*

Unterzeichnung des englisch-dänische« Schiedsgerichtsvertrags.

W. T.-B. Kopenhagen, 1. Aug. (Nichtamtlich.) Heute wurde in London die Ratifikaffon des am 3. Mai 1918 ab­geschlossenen Übereinkommens ausgetanscht, wodurch der englisch-dänische Schiedsgerichtsvertrar, vom 26. am 6 Jahre erneuert wirh