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Verlag Langgaffe 21

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Montag, 31. Juli 1916. lttO¥<ietUftUSg<lIjC* Nr. 356. - 64. Jahrgang.

Englische Angriffe bei pozieres und Longuevale ergebnislos.

Zwischen Ancre und Somme feindliches Feuer von größter Heftigkeit. — Flieger­leutnant Baldamus fetzte feinen fünften Gegner nutzer Gefecht. — Zunahme der russi­schen Angriffe an Ausdehnung und Stärke.

— Vorstöße am Stochod unter ungeheuren Verlusten für die Russen gescheitert. — Russische übergangsversuche über die Düna

verhindert.

Oer Tagesbericht vom 30. Juli.

W. T.-B. Großes Hauptquartier, 30. Juli.

(Amtlich.)

Westlicher Kriegsfchairvlatz.

Das feindliche Feuer ist zwischen Ancre-Bach sind Somme zu größter Heftigkeit gesteigert. Englische Teilanqrifse bei Pozieres und Longuevale blieben ergebnislos. Südlich der Somme und ö st l i ch der Maas lebhafte Artillerie- kämpse.

Bei La Chaladc (Westargonnen) setzte Leutnant Baldamus seinen fünften Gegner im Luftkampf außer Gefecht. Außerdem wurde je ein feindliches Flugzeug am Ostrande der Argonnen und östlich von Sennheim abgeschossen.

Östlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarfchalls von Bindenburg.

Starke feindliche Patrouillen wurden durch Feuer am Überschreiten der Düna verhindert.

Die Bahnanlagen an der mit Truppentransporten belegten Strecke Wilcjka-Molodetschno-Minsk sowie vor der

Heeresgruppe des Generalfeldmarfchalls Prinz Leopold von Bayern

die Bahnhöfe Poqorjelzv und Horodzieja wurden erfolg­reich mit Bomben belegt. Am Abend brach ein russischer Angriff südlich Skrobova in unserem Feuer rest­los zusammen.

Heeresgruppe des Generals von Linsingen.

Die feindlichen Angriffe haben an Ausdehnung und Stärke noch z r, g e n o m m c n. Sie erstrecken sich mit Ausnahme einzelner Abschnitte auf die Front von Stobtzchwa (am Stochod nordöstlich von Kowcl) bis westlich von Beresteczko. Sie sind unter unge­heuren Verlusten für den Angreifer meist im Sperrfeuer gescheitert. Nur an wenigen Stetten der großen Front ist es zum Nahkampf gekommen. Ein- grdrungener Feind wurde durch Gegenstoß wieder zu­rückgeworfen oder seinem Fortschritt ein Ziel gesetzt. Nachts wurde die längst beabsichtigte Zurücknahme der Truppen aus dem nach Osten vorsprinqcnden Stochod-Bogen, nördlich der Bahn Kowel-Rowno, auf die kurze Sehne ohne Störung durch den Gegner durch geführt.

Krmee des Generals Grafen von Volhmer.

Auch gestern haben russische, zum Teil starke An­griffe nordwestlich und westlich von B u cz a cz k e iner­te i E r f o lg gehabt.

Balkankriegsschauplatz«

Keine wesentlichen Ereignisse.

Oberste Heeresleitung.

Fortdauer der heftigen Kämpfe in Gstgalizien und Wolhynien.

Alle russischen Anstrengungen bei Buezacz unter schweren Verlusten gescheitert. — Bei Luck die Russen im Gegenangriff geworfen.

— Auf den Höhen von Paneveggio ein

italienisches Bataillon abgewiesen.

Österreichisch-ungarischer Tagesbericht«

W.T.-B. Wien, 30. Juli. (Nichtamtlich.) Amtlich verlautet vom 3V. Juli, mittags:

Russischer Kriegsschauplatz.

Die Schlachten in Ostgalizicn und rn Wol­hynien dauern unvermindert heftig an.

In Ostgalizien wurde namentlich bei M o! o d y- l o w nordwestlich von Äolomca und im Westen und Nordwesten von Buezacz erbittert gekämpft. Der Feind setzte seine Angriffe Tag und Nacht über fort. Alle seine Anstrengungen scheiterten unter den schwer­sten Verlusten. Ebenso brachten ihm die zwischen Berestcezko und Stobychwa am Stochod angcsetztcn Angriffe trotz größten Menschenverbrauchs keinerlei Er­folg. Meist gebot den gegnerischen Sturmkolonnen

schon das Artillerie- und Jnfantcriefeuer der Verteilst- ger Halt. Wo es den Russen wie westlich von L u ck bei der Armee des Generalobersten v. Tersztyanszky vor­übergehend gelang, in unsere Gräben einzudringen, wurden sie im Gegenangriff geworfen. Bei Kaszolvica am Stochod wurde die Verteidigung nach Abwehr mehrerer russischen Stöße in die Sehne des weit vorspringenden Stochod-Bogens verlegt.

Italienischer Kriegsschauplatz.

Auf den Höhen südwestlich von Paneveggio wurde der Angriff eines italienischen Bataillons abge- wiesen.

Sonst in einzelnen Frontabschnitten lebhaftere Ge- fchützkämpfe.

Südöstlicher Kriegsschauplatz.

Unverändert.

Der Stellvertreter des Chefs des GeneralstabS: v. Höf er, Feldmarfchalleutnant.

Oie Lage im Westen.

Gesteigerte Artillerietätigkeit der Verbündeten.

(Von unserem Kriegsberichterstatter.)

Großes Hauptquartier, 29. Juli. Zwischen Tiepval und Maurepas, von wo die E n g l ä n d e r auf Bapaume zu drücken hoffen, haben sie heute ihre schon in den letzten Tagen sehr lebhafte Artillerietätigkeit zu dauernd em Trommel­fe u e r gesteigert. Auf der Linie zwischen Commecourt und Beaumont-Hamel, wo sie schon beim Generalangriff am 1. Juli nach Bapaume, dem ersten Ziele ihrer Offen- s i v e, durchstoßen wollten, haben sie inzwischen ebenfalls mit einer erneuten stärksten Beschießung unserer Linieri begonnen. Starke Angriffe, die sie nordöstlich und nordwestlich von Pozieres unternahmen, blieben ebenso ah»«,den min­desten Erfolg, wie kleinere französische Angriffe bei der Monaco-Ferme. Am südlichen Teile ihrer Offensivfront, in der Linie zwischen B a r l e u x und E st r e e s, haben auch die Franzosen wieder schweres Trommelfeuer gegen unsere Stellungen angesetzt. Die Engländer behaupten, uns aus dem Delville-Wald vertrieben zu haben. Das ent­spricht nicht den Tatsachen. Der D e l v i l l c - W a l d ist. wie bisher, halb im Besitz der Engländer und halb im festen unserigen. (Zens. Bln.)

Die unangenehmen deutschen Gasgeschosse.

Sr. Rotterdam, 30. Juli. (Eig. Drahtbericht. Zens. Bln.) Die „Times" meldet aus dem britischen Hauptquartier, daß der Gegner jetzt Gasgeschosse in großer Anzahl verwendet. Diese seien zweifellos unangenehm. In einer Nacht der letzten Woche habe der Feind einen Ort beschaffen, wo zu­fällig ein Brigade st ab sich aufhielt. Der General und sein Stab mußten Gasmasken anlegen. Niemand aber wurde getötet oder verwundet.

Schweizerisches Urteil über die Lage der Zentralmächte.

Ein Lob der deutschen Truppen.

Zürich. 29. Juli. (Zens. Bln.) In der „Zürcher Post" wird von besonderer militärischer Seite die Kriegslage im 24. Kriegsmonat besprochen und zur Lage der Zeutrulmächte gesagt. Nur wer sich die mit großer Organisationsgabe und unermüdlicher Energie ohne Scheu vor Kosten durchgefühcten Neurüstungen im Westen und Osten vergegenwärtigt, vermag voll zu würdigen, welch ungeheure Aufgaben von den Zentralmächteii bewältigt werden müssen. Insbesondere die deutschen Truppen vollbringen titanenhafte Leistungen. Sie wehren im Westen dem Andrang der vereinigten Heere Frankreichs, Englands und der britischen Dominions, haben auf dem Nordabschnitt der Ostfront den größeren Teil der russischen Streitmacht sich gegenüber und stehen wirkuügsvoll den Verbündeten im süd­lichen Abschnitt bei. Die Bulgaren und Türken werden mit Führern, technischen Truppen und Kriegsmaterial unterstützt; die deutsche Flotte scheut nicht den Kampf mit der briti­schen Überlegenheit. Nach den Erfahrungen des Graben­krieges von sieben Viertelsahren dürfte die am 4. Juni ein­geleiteten Offensiven der Ententemächte einen Ilmschwung der operativen Lage nur so herbeizuführen im­stande sein, daß sie ihre Anstürme bis zum Verbluten wiederholen und dadurch einer späteren Gegenoffen­sive Aussicht auf einen entscheidenden Erfolg eröffnen.

Die „Heldin" von Loos.

W-T.-B. London, 29. Juli. (Nichtamtlich.) „Daily Mail" meldet aus Paris: Die Heroine Emilie Mau- reau (die fünf Deutsche mit Bonrben und Revolver- fchüssen ermordet hat) ist mit einem englischen und einem französischen Orden dekoriert worden.

Grotzfeuer in den Jutelagerhäusern von Dünkirchen.

W. T.-B. Bern, 29. Juli. (Nichtamtlich.) Laut „Temps" entstand in den Jutelagerhäufern in Dünkirchen ein Groß­feuer, welches trotz ausgiebiger Hilfe von Feuerwehr und Truppen der Dünkirchener Garnison einen Schaden von zwei Millionen anrichtete.

Die amtlichen französischen Berichte.

W. T.-B. Paris, 29. Juli. (Nichtamtlich.) Amtlicher Be­richt vom Freitagabend. (Versendung verspätet.) In den Argonnen Minenkampf. S>ie Franzosen besetzten nach einem Handgranatenkampf bei Fille Morte zwei Trichter. Auf dem rechten Maasufer machten die Franzosen einige Fortschritte westlich des Werkes Thiaumont. Im Wasgenwald (Vogesen) griffen die Deutschen nach leibhaf­tem Goschützfeuer die französischen Stellungen südlich vom St. Marienhügel zweimal an. Bei dem ersten Angriff ge­lang es ihnen, in vorgeschobenen Grabenstücken Fuß zu fassen, sie wurden aber mit dem Bajonett zurückgedrängt. Der zweite kurz darnach angesetzte Angriff konnte nicht an unsere Linien herankommen und brach schon im französischen Sperrfeuer zusammen. Im Lauf dieser Kampfhandlungen erlitten die Deutschen empfindliche Verluste. An der übrigen Front der übliche Geschützkampf.

Luftkrieg: Morgens verjagten französische Flieger deutsche Geschwader in der Gegend von Verdun. Mehrere Gefechte fanden statt, in deren Verlauf ein deutsches Flugzeug gezwungen wurde, in den französischen Linien zu landen. Die Insassen, zwei Offiziere, wurden gefangen.

W. T.-B. Paris, 30. Juli. (Nichtamtlich.) Amtlicher Be­richt vom Samstagnachmittag: Au der Front an der Somme versuchten zwei starke deutsche Abteilungen sich den französi­schen Linien westlich von Vermandovillers zu nähern; sie wurden durch Gewehrfeuer abgewiesen. Auf dem linken Ufer der Maas scheiterte ein deutscher Angriffsversuch an der Höhe 30 4 im Feuer. Auf dem rechten Ufer wurden im Lauf der Nacht zwei deutsche Angriffe auf eine Schanze an der Schlucht südlich von F l e u r y durch Sperr- und Jn- fanteriefeuer unter ernsten Verlusten gebrochen. Bei weiteren Einzelunternehmungen nahmen wir einige Schützengraben­stücke nördlich von Chapelle-Sainte-Fine und in der Gegend des Werkes von Th ' aumvnt, wobei wir ein Maschinengewehr erbeuteten. Der Artilleriekampf ist immer heftig im Abschnitt des F u m i n - und Le Chenois-Ge- hölzes. Auf der übrigen Front verlief die Nacht ruhig.

Luftkrieg: Am 27. Juli, früh, griff ein von dem Feldwebel de Terline geführtes französisches Flugzeug ein deutsches an, das C h a l o n s überflog. Da sein Maschinen­gewehr versagtes stieß Terline mit aller Geschwindigkeit auf seinen Gegner nieder und brachte dessen Flugzeug aus dem Gleichgewicht. Da sein Gegner ihn in seinem Sturz mit sich zog. so fielen Terline und die beiden deutschen Flieger in der französischen Linie nieder. Dabei wurden sie getötet. Terline hatte bereits zwei Flugzeuge abgeschoffen und hatte vor kurzem die Militärmedaille erhalten. In der Gegend von Amiens lieferten französische Kampfflugzeuge 3 4 Kämpfe, setzten fünf Gegner außer Gefecht und zwangen sie, zu landen. Sie brachten ein sechstes zwischen C h a u l - nes und Rohe zum Absturz. In der Nacht zum 29. Juli bewarfen Geschwader einzelne Biwaks, Depots und Bahnhöfe mit 207 Bomben.

W. T.-B. Paris, 30. Juli. (Nichtamtlich.) Amtlicher Be­richt vom Samstagabend: Von der gesamten Front ist nichts zu melden, außer ziemlich heftiger Beschießung rechts der Maas in der Gegend von Chapelle-Sainte-Fine.

Die amtlichen englischen Berichte.

W. T.-B. London, 29. Juli. (Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Der amtliche Bericht aus dem britischen Hauptquartier vom Nachmittag besagt: Im Lauf der Nacht unternahmen die Deutschen zwei neuerliche er­bitterte Versuch>c, den Wald von Delville wieder zu erobern. Sie wurden beide Mal mit schweren Verlusten zu­rückgeschlagen. Das Handgemenge nördlich und nord­östlich von Pozieres und in der Gegend des Waldes von Foureaux dauert ohne Pause fort. Wir kamen an allen diesen Orten trotz des wütenden Widerstands des Fein­des vorwärts. Seit gestern nimmt die Heftigkeit der Kanonade auf beiden Seiten z u. Wir haben Be­weise. daß die Verluste der Deutschen in diesen letzten Tagen außerordentlich schwer gewesen sind, vor allem im Wald von Delville, wo wahrscheinlich zwei oder drei deutsche Regimen­ter aufgerieben worden sind.

W. T.-B. London, 30. Juli. (Nichtamtlich.) Amtlicher Bericht vom Samstag: Kein wichtiges Ereignis an der

Somme^ront. Der gewöhnliche Schützen­grabenkrieg an den übrigen Teilen der britischen Front. Der Feind brachte bei Neuville-St. Vaast eine Mine zur Explosion ohne Schaden anzurichten. Drei feindliche Flug­zeuge wurden gestern zerstört, ebenso ein Drachenballon.

Die englischen Verlustlisten.

W.T.-B. London, 29. Juli. (Nichtamtlich.) Die Verlustlisten vom 28. und 29. Juli enthalten die Namen ton 256 und 232 Offizieren.

Oer Krieg gegen England.

Der neue Luftschiffangriff auf die englische Ostküste.

W.T.-B. London, 29. Juli. (Nichtamtlich. Mel- düng des Reuterschen Bureaus. Amtlich.) Einzel­heiten über den Luftangriff von heute morgen zwischen