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Verlag Langgaffe 21

„Tagilatthaus".

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13 Ausgaben.

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„Tagblatihaus" Nr. 6650-53.

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Berliner Abteilung des Wiesbadener Tagblatts: Berlin »., Potsdamer Str.121 K. Feruspr.: Amt Lützow 6202 u. 6203. f a^unb f Swt?

Donnerstag, 27. Juli 1916.

Morgen-Ausgabe.

ttr. 349. ♦ 64. Jahrgang.

weitere Kämpft an der Somme.

. Abweisung feindlicher Vorstöße am Foureaux - Wald und bei Longueval. —

Lebhafte Nahgefechte füdlich von Estrees. — Erfolgreiche deutsche Sprengungen.

Russische Truppentransporte im Feuer unserer Flugzeuggeschwader

Starke rusfische Angriffe bei Gsrodischtsche und bei Beresteczko sind gescheitert.

Der Tagesbericht vom 26. Juli.

W. T.-B. Großes Hauptquartier, 26. Juli. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschanplaß.

Am Kanal C o m i n e s - A p e r n wurde die große englische Bastion durch eine deutsche Sprengung mit ihrer Besatzung vernichtet.

Nördlich der Somme halten sich nach heftigem .Kampfe die Engländer in Poziärcs. Weiter östlich am F o u r e an x - Wald und bei Longueval wur­den kleinere feindliche Borstöße a b g e w i e s e n, am Troneswäldchen Anqrisssabsichten erkannt und durch Feuer vereitelt. Süolich der Somme hielten wir . südwestlich des Gehöftes La Maisonnette in der Nacht zum 25. Juli gewonnenen Boden gegen französi­sche Wiedereroberungsversuche. Südlich von E st r e e s fanden gestern noch lebhafte Nahgcsechte statt.

Auf der Höhe La sille Morte (Argonnen) be­setzten die Franzosen - einen von ihnen gesprengten Trichter, wurden aber bald daraus durch eine deutsche Gegenmine verschüttet.

Links der Maas machten unsere Truppen an der Höhe 304 kleinere Fortschritte. Rechts des Flusses war während der Nacht Artilleriekampf in der Gegend des Werkes Thiaumont.

An vielen Stellen der Front wurden feindliche Patrouillen a b g e w i e s e n.

Zwei feindliche Flugzeuge wurden nördlich der Somme in unseren Linien durch Infanterie- und Maschinengewehrsener eins nach Luftkampf brennend in Gegend von Luneville zum Ab stürz gebracht. Am 24. Juli wurde durch Volltreffer der Abwehr­geschütze ein französischer Doppeldecker in Rich­tung der Feste Souville abgeschossen.

Östlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von hindenburg.

Westlich von Riga drangen Erkundungs-Ab- teilunaen in russische Vorstellungen ein und zerstörten sie. Feindliche Patrouillen zeigten vielfach größere Tätigkeit.

Unsere Flieger brachten durch Bombenabwurf und Maschinengewehrfcuer feindliche Truppen- transportzügc au? der Gegend Dünaburg-Polock und östlich von Minsk zum Halten.

Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Prinz Leopold von Bauern.

Abends und nachts richteten die Russen Angriffe, in denen 3 Divisionen festgestcllt wurden, gegen die Front östlich und südöstlich von G o r o d i s ch t s ch e. Sie sind, wie alle früheren unter schwersten Verlusten für den Gegner gescheitert. An einer Stelle wurde der Feind im Gegenstoß geworfen. Er ließ hier 1 Offizier, 80 Mann und 1 Maschinengewehr in unserer Hand.

Deutsche FlugzeuggeschWader warfen aus­giebig und erfolgreich Bomben auf die mit Transpor­ten belegten Bahnhöfe Pogoielzh und Rorodziya sowie in ihrer Nähe liegende Truppen.

Heeresgruppe des Generals von Linsingen.

Nordwestlich von L»ck hatten Unternehmungen feindlicher Erkundungsabteilungcn keinen Erfolg.

Nordwestlich von Beresteczko wurden stärkere russische Angriffe ab gewiesen, teils durch F^uer, teils durch Gegenstoß, wobei 100 Gefangene und zwei Maschinengewehre eingebracht wurden.

Armee des Generals Grafen von Sothmer.

Östlich des Koropiec-Abschniltcs fanden kleinere Ge- sechte mit vorgeschobenen Abteilungen statt.

Balkankriegsschauplatz.

Nichts Neues.

Oberste Heeresleitung.

Mißlungene russische Angriffe bei Roziszcze und bei Lobaczewla.

Schwere Verluste der Ruffeu in wechselvollen Kämpfen bei Radziwillow.

Abflauen der italienifchen Offensive.

Österreichisch-ungarischer Tagesbericht.

W.T.-B. Wien, 26. Juli. (Nichtamtlich.) Amtlich verlautet vom 26. Juli, mittags:

Russischer Kriegsschauplatz.

Nordwestlich von Roziszcze versuchte Erkun­dungsvorstöße sowie südlich von L o b a c z e w k a ge­führte russische Angriffe mißlangen völlig. 100 Mann und 2 Maschinengewehre blieben in unseren Händen. Südlich von L e s z n i o w nahmen wir unsere Truppen vor überlegenem feindlichen Druck hinter den Boldurka-Abschnitt zurück. Sehr heftige, durch starkes Artilleriefeucr vorbereitete russische Angriffe beiderseits der Bahn nächst Radziwillow brachten dem Feinde nach wechselvollen für ihn ä u ß e r st v e r- lu st reichen Kämpfen nnr unwesentliche Vorteile.

An den übrigen Fronten nichts von Bedeutung.

Italienischer Kriegsschauplatz.

Nach den schweren Verlusten in den letzten Kämpfen südlich des Val Sugana unterließen die Italiener jeden weiteren Angriff. Un­sere Stellungen standen jedoch noch andauernd unter feindlichem Geschützfeuer. Am 24. Juli verlor der Feind vor einem Abschnitt dieser Front allein 1200 bis 1300 Tote und Verwundete, die er nun zu bergen im Begriff ist.

An allen übrigen Fronten ist die Lage unverändert. Es kam in einigen Abschnitten zu heftigeren Ge­schütz kä m p f e n.

Südöstlicher Kriegsschauplatz.

An der V o j u s a Artilleriekämpfe.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: v. H ö f e r, Feldmarschalleutnant.

war ist'; mit Rnmänien?

Rückkehr deS Königs von Rumänien nach Bukarest. — Der deutsche und der österreichisch-ungarische Gesandte beim Ministerpräsidenten Bratianu.

Br. Bukarest, 26. Juli. (Eig. Drohtbericht. Jens. 33In.) König Ferdinand hat seinen Sommeroufenthalt in Sinaia vorübergehend unterbrochen und ist gestern abend in Bukarest eingetcoffen. — Heute sind die Gesandten Deutsch­lands und Österreich-Ungarns, Herr v. d. B u s s ch e irnd Graf C z e r j r n, aus Sinaia nach Bukarest gekommelt. Im Laufe des Nachmittags hatte der deutsche Gesandte eine längere Unterredung mit dem Ministerpräsidenten Bratianu., Auch Graf Czerjin wird den Ministerpräsi­denten im Laufe des morgigen Tages ovffuchen.

Die Inspektionsreise des rumänischen Generalstubschefs.

(Von unserem Ni.-Sonderberichterstatter.)

Ni. Wien, 26. Juli. (Eig. Drahtbericht. Zeus. Bin.) Aus Bukarest wird gemeldet: Ministerpräsident Bratianu arbeitete gestern längere Zeit mit dem neuen Generalstabs­chef I l i e s c u zusammen. Jliescu ist dann in Begleitung zweier höherer Offiziere zu einer militärischen Besichti­gung der rumänisch-bulgarischen Grenze ab­gereist.

Eine Warnung an Rumäniens Adresse.

W. T.-B. Köln, 26. Juli. (Nichtamtlich. Drahtbericht.) In einem längeren „Falsche Rechnung" betitelten Berliner Telegramm der „Köln. Ztg." wird die große Wider- ftandskraft der Mittelmächte geschildert und die alle scheinbar gewiffen feindlichen Berechnungen urplötzlich über den Haufen werfende Fähigkeit der Mittelmächte zu ge­waltigen Kraftanstrengungen da, wo man sie über­haupt nicht vermutet hat. Das sind Erfahrungen, über die zwar nicht die politischen, wohl aber dre militärischen Führer Italiens, wie bestimmte Anzeichen lehren, sehr aufmerk- s am Nachdenken. Sie sollten sich vor allem die leitenden Männer Rumäniens durch den Kopf gehen laffen, die jetzt mit Erwägungen über die endgültige Stellungnahme ihres Staates beschäftigt sind, Er­wägungen, die vermutlich in den nächsten Wochen zum Ab­schluß konimen werden. Gegenüber allen lockenden Aussich­ten auf verhältnismäßig gefahrlos und billig scheinenden Ge­winn sollten sie diese unerschöpfliche Fähigkeit der Mittel­mächte, unliebsame, aber entscheidende militärische Über­raschungen ins Werk zu setzen und durchzusühren, wohl im Gedächtnis behalten; denn diese Fähigkeit ist nicht aufdie Westfront beschränkt, und findet in der jetzt wieder bewiesenen österreichisch-ungarischen Fähigkeit neue Bekräfti­gung. Wer will, kann in zwei Jahren eine Menge lernen, und von dem, was die führenden Persönlichkeiten gelernt

haben, hängt gemeiniglich das Schicksal der ihrer Führung an- vectrauten Völker ab, vor allem von dem, was sie von der wahren Kräftverteilung im Stil einer großen Politik be­griffen haben. Wenn die zwei Krregsjahre eins über alle Zweifel binweg bewiesen haben, so ist es die Bedeutungs­losigkeit der Zahl gegenüber der Führung, Organi­sation und dem inneren Wert der militärischen Kräfte. Die Rechnung auf das Erlahmen der Mittelmächte ist falsch, ob sie sich auf die überlegene Menschenzahl der anderen oder auf den Nahrungsmangel in Deutschland stützt. Was der Verband der vierfachen Erfolglosigkeit irgend noch vorbereitet, würde auch, wenn es ihm gelingen sollte, ein neues Geschäft zu machen, bei dem ein neuer betörter Freund sich dmr anderen hereingefallenen hinzugesellt, in einer Weise zunichte gemacht werden, die sehr deutlich an die üblichen Erfahrungen erinnern dürfte, von der die engli­schen Gefangenen berichten. Die richtige Rechnung ist, wie die Engländer aus Erfahrung bestätigen können, daß die allein maßgebenden militärischen Entscheidungen vom Vierverband nicht herbeigeführt werden können. Auch .-nicht mit neuen Helfern, und daß die beste politische Gemein­schaft der Gegenwart die Verständigung mit den Mittelmächten ist, nicht der Kamps gegen sie, den auch keine englisch-französische Munitionszufuhr aussichtsreich gestalten kann. Kein politischer Glaube ist jetzt trügerischer als der an einen rettenden Umschwung, den zu wehren sich die Herren in London, Paris und Petersburg neuerdings wieder so eifrig bemühen, während es für ihre Heere bei der andauernden hoffnungslosen Er­folglosigkeit bleibt.

Eine offiziöse rumänische Stimme für die Einhaltung der Neutralität.

Br. Bukarest, 26. Juli. (Eig. Drahtbericht. Zeus. Mn.) In einer kurzen Erklärung wendet sich die offiziöse „Jnde- pendance Roumaine" gegen die zahllosenGerüchte, die seit einigen Tagen in der Stadt herumschwirren. Allen diesen Gerüchten gegenüber, schreibt das Blatt, möge man sich an das eine halten, was sich seit zwei Jahren als wahr er­wiesen hat, daß man nämlich mit gleichem Eifer an der Festigung und Verbrüderung aller Kräfte arbeite, die dem Land seine Unabhängigkeit, seine Würde und die Ver­teidigung seiner dauernden Interessen sichern sollen.

Eine Bestätigung der Neutralität Rumäniens.

Br. Budapest, 26. Juli. (Eig Drobtbericht. Zens. Bkn.) Die neueste Taktik der rumänischen Opposition aus den letzthin einberufenen Volksversammlungen scheint mit eurem vollständigen Fiasko geendet zu haben. Jetzt schreiben auch die russenfceundlichen Blätter, daß für die Lage nicht der König verantwortlich sei, sondern ganz allein Minister­präsident Bratianu, der schuld daran sein soll, daß Rumänien noch nicht endgültig den Beschluß gefaßt hat, in den Krieg einzugreifen. Die rumänische Preise beanstandet daS Vorgehen JoneScus, der in seiner Rede den König anführtc. der im Verlause des Krieges verfassungsmäßig vorgegangeu sei. Nach der Aussage sämtlicher ernster Politiker wird in der Neutralität Rumäniens keine Änderung eintrete n.

Eine rumänische Rescrvcosfiziersliga.

w. T.-B. Bukarest, 25. Juli. (Nichtamtlich.) Eine An­zahl Reserveoffiziere mit dem General Mustah an der Spitze bot für die Berufskollegen eine Liga für den vaterländischen Tbron gegründet, deren Zweck es sein soll, bei ihren Mit­gliedern jene reinen Gefühle zu pflegen, wie sie für ein tapferes, vaterländisches und monarchisches Volk paffen. In einem Huldigungstelegramm an den König von Rumänien wird als Ursache der Gründung die Einsprache gegen den Ä n g r i s f auf oie militärischen und monarchischen Grundsätze angeführt.

Oer Krieg gegen England.

Die Leistungen der Wachstation Dover.

Offizieller englischer Bericht.

W. T.-B. London, 26. Juli. (Nichtamtlich. Draht­bericht.) Reuter meldet: Der von dem kommandieren­den Admiral der W a ch st a t i o n Dover für die Zeit bis 29. Mai erstattete Bericht besagt: Seit dem letz­ten Bericht vom 3. Dezember 1915 wurden die der Wach­station obliegenden verschiedenen Pflichten mit uner- niüdlicher Tatkraft während des Winters erfüllt. Die O f f e n s i v u n t e r n e h m u n g e n an der beltzischen Küste wurden durch die Kürze der Tage, Stürme, Wind und schlechtes Wetter behindert. Dieselben, die Offensivunternehmungen hindernden Umstände be­günstigten aber den Fernd beim Auslegen von Minen und in den Angriffen auf un­seren Handel in diesen englischen Gewässern, inso­fern sie ihm halsen, den Wachschiffen auszuwcichen. Die Dienste der Wachstation Dover werden am besten durch folgende Tatsachen beleuchtet: Durch die Kontrolle

passierten über 21 000 Handelsschiffe, abgesehen von den Kriegsschiffen und Hilfskreuzern, in den letzten sechs Monaten, von welchen 21 verloren oder ernstlich durch den Feind beschädigt wurden. Die Verluste der Kauf-

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