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Viksbsllener Sagblatt.

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Mittwoch» 26. Iuli 1yl6.

klbend-klusgabe.

Nr. 348. . 64. Jahrgang.

Sin englischer Srotzkampflinienschiff von 2 Torpedo; eine; U-Boote; getroffen.

Unsere U-voote vor Scapa Zlow.

^V.r.-L. Berlin, 26. Juli. (Amtlich. Drahtbericht.) Eines unserer U n t e r s e e b o o t e hat am 26. Juli vor dem englischen Flottenstützpunkt Scapa Flow auf den Orl ney-Inseln ein englisches Großkampflinicnschiff mit Torpedos ange­griffen und 2 Treffer erzielt.

Lin erfolgreicher Seeflugzeugangriff auf eine russische Zlugstation.

W.T.-B. Berlin, 26. Juli. (Amtlich. Drahtbericht.) Eines unserer Seefluggeschwader hat am 25. Juli, abends, die russische Flugstation Z e r e l auf O e s e l angegriffen und mit Bomben belegt, die F l u g- zeughallen und zum Starten bereitstehende russi­sche Flugzeuge wurden getroffen.

Trotz Beschießung durch feindliche Torpedoboote tind Kampfflugzeuge konnte der Angriff planmäßig durchgeführt werden. Alle Flugzeuge sind zum Stütz­punkt zurückgekehrt.

Die feindlichen Angriff;schlachten.

(Von unserem militärischen Mitarbeiter.)

Auf den ersten und zweiten großen englisch-französi­schen Sturm vom 1. und 20. Juli zwischen der Ancre und der Somme setzte nach kurzer Pause, die stärkster artilleristischer Vorbereitung diente, am letzten Samstag ein neuer britischer Angrrff ein. Das Kampfseld war dasselbe wie an den Tagen vorher, die Absichten der feindlichen Heeresleitung der- folgten das gleiche Ziel, das Vortragen des linken eng­lischen Flügels zu beiden Seiten der Straße von Albert r-ach Bapaume. Das einzige Resultat dieses von 11 Divisionen getragenen Angriffes war das teklwerse Festsetzen in dem Dorfe Poziöres, dessen Besitz der Feind in seiner nördlichen Hälfte mit den Unsrigen teilen muß. Auf' französischer Seite war südlich der Somme und hart nördlich von ihr seit dem Ende vori­ger Woche eine kurze Kampfpause eingetreten, nachdem alle Versuche, den rechten Flügel der Franzosen weiter vorzutragen, an den starken deutschen Stellungen rn Cstr^e und Sovecourt immer wieder gescheitert waren. Während dieser Zeitspanne unternahmen die Deutschen erfolgreiche Gegenangriffe, Unternehmungen Mit dem Zwecke, den Gegner nicht zur Ruhe kommen zu lassen und ihn daran zu verhindern, neuen Heeres­bedarf heranzuführen. Bei Poziäres und weiter öst- lich nahe dem Dorfe Guillemont wurden englische Ab- teilungen hinausgeworfen, Lougueval in, kühnem An­griffe von den Douauinontsiegern deni Feinde entrissen. Am letzten Montag raffte der Gegner sich nochmals zu einem großen Angrifie auf. Nördlich der Somme setzte er wiederum mit zusammengefaßten Kräften zum entscheidenden Stoß an, auf einer Breite voll 16 Kilo­meter, Engländer und Franzosen verfolgten trotz vor- aufgegangener Mißerfolge zum dritten Male das große Ziel, im Norden den linken englischen Flügel auf die Anhöhe bei Thiepval vorzuschieben, im Süden sich dem Straßenknotenpunkt Combles zu nähern. Auch dieses Unternehmen war ein b l u t i g e r M i tz e r f o l g. welchen vornehmlich tapfereBrandenburger undSachsen herbeiführten. Die feindlichen Versuche zielen immer wieder vergeblich darauf hin, die zahlreichen flankieren- den Einbuchtungen nördlich der Somme zu beseitigen, ihre Front zu strecken und sowohl in Richtung auf Ba­paume wie auch auf Combles freie Bahn zu haben. Die starken feindlichen Einbuchtungen bleiben bestehen. Nirgends bohren sic sich erfolgreich weiter vorwärts. Südlich der Somme zerschellten die französischen An- griffe restlos vor der wackeren Verteidigung. , Auch in diesem Gebiete war es vergebliche Arbeit, welche der Feind sich damit machte, den rechten Flügel weiter nach Osten zu schieben. Von neuem erfuhren unsere Feinde am 24. Juli, wie aussichtslos es ist, die festgesteckte Offensive nördlich und südlich des Flusses wieder in größere Bahnen zu lenken. Solange der Feind auf der Hochfläche von Thiepval nicht Fuß faßt, dürfte ein weiterer Bodengewinn bei Pozidres aus­geschlossen sein. Von hier aus wird die im Tal laufende Straße nach Bapaume von den Deutschen be­herrscht. Die bogenförmige Gestalt der englisch-fran­zösischen Angriffslinie erfuhr auch durch diesen neuen Angriff keine Änderung. An den Hauptdruckstellen ist der Gegner abgewiesen worden. Dem Namen nach

war die Offensive auch vom letzten Montag eine ern­st e i t l i ch e. Trotzdenr verfiel sie wieder in ernzelne Kampfhandlungen, die der gemeinsamen Sache des Feindes nicht nützten.

Auf dem östlichen Kriegsschauplatz heben sich in den letzten Tagen drei größere Kampf- Plätze ab; das Gebiet zwischen Ostsee und Dünaburg, dasjenige südlich von Luck und das Lstrreichische in der Bukowina. Gegen die Front des Generalfeldmarschalls Hindenburg richteten die Russen beinahe erne Woche lang die heftigsten Anstürme, südlich von Riga, wo der Feind noch beide Ufer des Flusses beherrscht, stürmten stacke Kolonnen gegen die Verteidiger. Die feindliche Absicht besteht hier darin, durch nordsüdlichen Druck, durch Durchbrechung der Einschlietzungstruppen , vor Riga, unsere Dünafront zu umfassen und zur Räumung zu zwingen. Diese Versuche, welchen dre gleiche Absicht werter südlich bei F r r e d r i ch st a d t zu- grund lag, scheiterten ausnahmslos, obwohl die Wucht des Angriffes eine ganz gewaltige war. Die wackere Verteidigung erhielt uns unsere Dünafront, den deutschen Besitz an der Ostsee und die Beherrschung der ganzen Flußlinie vom westlichen Ufer aus. Im Raume südlich von Luck griff der Feind die alte Absicht auf, die Heeresgruppen unseres Bundesgenossen von der Armee des Grafen Bothmer zu trennen, um die Rahn nach Lemberg frei zu haben. Nachdem die hier kämpfenden Truppen um etwa 2 Kilometer nach Süden ausgebogen waren, gewann die Verteidigung wieder die Oberhand. Hier ebenso wie nördlich von Luck haben die andauernden Bemühungen des Feindes nur den einen geringeü Erfolg gehabt, daß das nörd­liche und südliche Ende des um ihn gelegten Bogens eine unbedeutende Ertveiterung erfuhr. Die beabsich­tigte Durchbrechung ist gänzlich gescheitert. In der Bukowina flammte der Kampf an den Gebirgshängen der Karpathen ebenso auch weiter nördlich im Oberlaufe des Pruth wieder auf. Die Durchstoßung der Paß­straßen ist dem Geg ner nicht geg lückt. dl.

Oie Lage im westen.

Die nnerfcbütterlirhe deutsche Westfront.

Die englisch-französischen Gesamtverluste werden auf eine Biertelmillion bewertet.

Christiania, 28. Juli. „Morgenbladets" militärischer Mit­arbeiter schreibt über die Offensive der Alliierten an der West­front: Obwohl die Kämpfe diesmal heftiger, blutiger, an Artillerievorbereitung überwältigender und wirkungsvoller und durch den Einsatz an Truvpen bedeutend größer sind als je, alle Anstrengungen so groß sind, wie sie überhaupt mit dem Einsatz aller Hilfsmittel der Länder möglich gewesen sein können, so ist das- Ergebnis doch ungefähr dasselbe, wie bei den früheren Gelegenheiten, das heißt, gänzlich un­befriedigend, wenn man die Machtmittel in Betracht zieht, die angewandt wurden. Die We st front habe sich von neuem als unerschütterlich erwiesen. Allem Anschein nach seien die Gesamtverluste der Franzosen und Engländer an der Somme mindestens eine Vier­tel Million gewesen, auf einer Front von 45 Kilometern, mit einem Landgewinn in einer Tiefe von bloß 7 oder 8 Kilo­metern. Das seien teuer er hauste Opfer. Dabei sei die Front Hunderte von Kilometern lang; von der Picardie bis zur deutschen Grenze über 200 Kilometer. Allerdings sei eS immer der erst« Schritt, der koste.

Die erstaunlich kleine Verschiebung der Front in der Picardie.

Di« Bewunderung eines schwedischen Militärs sür unsere Truppen.

W. 1.-8. Stockholm, 25. Juli. (Nichtamtlich.) Der militärische Mitarbeiter von „Svens!« Dagbladet" schreibt über die Offensive in der Picardie: Ist nun wirklich der Geländegewinn, der bei der Ein- lestung des dritten Kainpsabschnittes vorlicgt, so groß, daß er die Opfer an Menschen rechtfertigt, um von den Verlusten an Material garnicht zu sprechen? Betrachtet man die Verschiebung der Front, so ist er erstaunlich klein. Falls das Ziel nur war, eine gerade Linie zwischen Arras und Päronne herzustellen, haben die Alliierten das bisherige Ergebnis allzu teuer bezahlt. Da jedoch die Offensive trotz allem, was sie bisher gekostet hat, im gleichen Tempo mit ununterbrochenen Sturmangriffen weiter­geh t, muß man seit einigen Tagen den Eindruck bekommen, daß es stch nicht nur um einen Geländegewinn handelt, sondern daß man beabsichtigt, ein Loch in die deutsche Front zu schlagen, sie nicht z u. rückzudrängen, sondern zu durchbrechen, sonst wäre es ja ganz sinnlos. Hat nun dieser Plan bei einer kommenden Ostensive eine größere Aussicht auf Erfolg? Wir für unseren Teil glauben cs nicht, denn da es Haig bisher noch nicht gelungen ist, tiefer in die deutschen Verteidigungslinien einzudringen, hat die Zeit den Deutschen erlaubt, hinter dem Frontwall neue Linien onfzuwerfcn. Hierauf sagt der Verfasser: „Die deutschen Truppen, die Woche ans Woche die mit überlegenen Kräften ausge­führten Durchbruchsversüche abgeschlagen haben, verdienen für ihre zähe Ausdauer alle Bewunderung."

Die nächtliche Schlacht an der Somme vom 24. Juli.

Einer der trübsten Taste in der englischen Kriegs­geschichte.

Br. Berlin, 26. Juli. (Eig. Drahtbericht. Zeus. Bin.) Aus dem Großen Hauptquartier drahtet Oueri dem

„B. T." über die Kämpfe am letzten Montag im Somme­gebiet: Der Vormittag war scheinbar ruhig dahinge­

gangen, was eben ruhig unter diesen gesteigerten Ver­hältnissen des Krieges zu bedeuten hat. Mittags legte sich dann die Artillerie stark ms Zeug. Das Feuer schwoll im Laufe des Nachmittags inimer mehr an und arbeitete schließlich mit ganzer Mgcht dem A n g r i f f vor, der erst abends einsetzte. Der Stoß ging wieder noch Nordosten, ungefähr in der Breite Ha r d e c o u r t- P o z i d r e s. Unsere Artillerie fand viel Gelegenheit, schon den Anlauf abzuwehren. Gleichwohl mußten sich stärkere Abteilungen dieser Massen weit vorsinden. So kam es stellenweise zu erbitterten N a h k ä m p- f e n, in denen unsere über alle Begriffe zähen Verteidiger ihr Letztes ailsgaben, um das Terrain zu halten, das sie schon einige Riale der Übermacht ver­wehrt hatten. Es steckt ein Geist in diesen Leuten, wie ihn die kühnsten Abschnitte der Befreiungskämpfe nicht kannten. Sie rangen in it dem Gegner Brust an B r u st ini nächtlichen Wald von Foureaur. Sie wichen den englischen Spezialtruppen von Handgranaten­soerfern nicht aus, sondern sie griffen diese großen breit­schulterigen Sportsleute mit dem Bajonett an. Erst um Mitternacht war der Verteidiger ivieder Herr feiner Plätze und die Engländer sahen sich auf der ganzen Linie abgewehrt. Eine allgemeine Er­schöpfung brach diese große nächtliche Schlacht ab, die die vierte Phase der O f f e n s i v.e bezeichnet. Die deutscheii Linien haben auch den neuen Anprall rn i t dem größten Ruhm b e st a n d e n. Immer neue Scharen, immer frische Wellen haben unsere ab­gehetzten Verteidiger nicht mutlos machen können. Der Tag ist wiederum einer der trüb st en in der englischen Kriegsgeschichte geworden. Die Franzosen versuchten, den Verbündeten das Tempo zu halten, sie glauben noch immer an ihr neues Kampf- geschrei: „Nous Ies am-ons!" und griffen mit ver­zweifelter Kraft abermals unsere Linien an. Sehr starke Abteilungen hatten wieder im Raiime D' E st r e e s- Soyecourt zu stürmen, aber sie backten den Feind wiederum nicht. Ihr Gewinn betrug vorübergehend einen 100 Meter breiten Fleck Landes südlich Estrees. Die V e r l u st e waren sehr groß. Die Sommeland­schaft ist ein F r an z o s en g r a b von schreck­licherer Ausdehnung geworden als die Maas­täler vor Verdun.

Die französische Fachkritik beruhigt die Bevölkerung über die Operationen im Somme-Gebiet.

Br. Genf, 26. Juli. (Eig. Drabtbcricht Zeus. Bln.) Die französische Fachkritik erklärt, dos Stillschweigen der amtlichen Berichte über die Operaticnen im Svmmegebiet dürfe die Bevölkerung nicht überraschen. Die Deuhchen hätten dem französischen Eindringen mächtigen artilleristi­schen Wioerstand entgegengesetzt, der ihnen uni so leichter gewesen sei, als sic auf dem rechten Sommeufec übe: Höhenstellnngen verfügen, die für die Errichtung von Butte­rten günstig liegen. Die Taktik des Feindes nötigte die fcm- zvstsche Heeresleitung, geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um die Wirkung der feindlichen Artillerie aufzubeb-n, weshalb die Tätigkeit der Infanterie erst nach einer gewissen Pause ivieder ausgenommen werden könnte.

Vernichtung eines Burenkontingents an der Somme.

Haag, 25. Juli. (Zeus. Bln.) Das englische Presseguartier veröffentlicht eine Schilderung icher die Kämpfe des südafrika­nischen Kontingents im Delvillewald. Die Südafrikaner hatten sich schon in den Besitz des Waldes gesetzt, wurden dann aber von den Deutschen wieder bis an den Rand zurück- getrieben. Durch das verheerende Artilleriefeuer waren Tausende von Baumstämmen geknickt, hinter denen jetzt feindlich« Maschinengewehre ausgestellt waren, die fürchterlich unter den Südaftikanern aufräumten. . Von den Bäumen feuerten die deutschen Scharfschützen, und die deutsche Artillerie warf Schrapnells, tränenerregende Gasgeschosse und Brisanzgranaten auf die Südafrikaner, die sich vergebens in den aufgeweichten Boden einzugraben such­ten. Immer mehr lichteten sich ihre Reihen. Da sammelte schließlich ein Oberst die Reste seines Bataillons und behaup­tete sich damit noch zwei Tage, dann erschien Verstärkung. Die Trümmer des Burenkontingents wurden mit Musik in ihr« Quartiere gebracht. Am Schluß des Berichts wird dar­auf hingewiesen, daß die deutsche Verteidigung immer ausgedehnter organisiert werde. Es werde gewaltige Anstrengungen kosten, um die deutschen Linien zu durchbrechen.

Der Eindruck der deutschen Gegenangriffe bei den Neutralen.

Haag, 24. Juli. „Nieuwe Courant" schreibt: Der fran­zösische Heeresbericht von gestern mittag, der einen deut­schen Angriff bei Soyecourt erwähnt, und der deutsche Bericht, der von einen; gebissen Vorrücken bei Damloup spricht, beweisen immer noch, daß auch bei dieser Verteidigung das deutsche Sprichwort gilt: Die beste Parade ist der Hieb. Auch der russische Bericht spricht von deutschen Angriffen, die abgeschlagen worden seien

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