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Verlag Langgaffe 21

„Tagtlatthaus".

Kchalter-Halle geöffnet von 8 Uhr morgen« bi» 7 Nhr abends.

wöchentlich

I.

Bkings-Preis für beide Ausgaben: Ml.1.— monatlich, Mk. 8 - vierteljährlich durch den Verlag Lanagaffe Li ohne Bringerlohn. Ml. 4.05 vierteljährlich durch alle deutichen Vostanstalten, auSjchlieblich Bestellgeld- — Bezugs-Bestellungen nehmen außerdem entgegen: in Wiesbaden die Zweigstelle BiS- marckring IS sowie di- Ausgabestellen in allen Teilen der Stadt: in Biebrich: die dortigen Aus­gabestellen und in den benachbarten Landorten und im Rheingau die betreffenden Tagblatt-Träger.

13 Ausgaben.

Fernruf:

„Tagblatthauö" Nr. 6650-53.

Bon 8 Uhr morgens bis 7 Uhr abends, außer Sonntags.

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Berliner Abteilung des Wiesbadener Tagblatts: Berlins, Potsdamer Str.121 K.

mittags: für die Morgen-Ausg. bis 3 Uhr nachmittags.

Dienstag, 25. Juli 1916.

Morgen-Kusgabe.

F-rnfpr.- Amt Lütz-w 6202 «.6203. U^-AuUme b-n

Nr. 345. . 64. Jahrgang.

Erfolgreiche mächtige Ueberfalle am Dnjestr.

Russische Angriffe in Wolhynien abge­schlagen. — Fortdauer der erfolglosen Angriffe der Italiener an mehreren Stellen der Front.

Österreichisch-ungarischer Tagesbericht.

W.T.-B. Wien, 24. Juli. (Nichtamtlich.) Amtlich verlautet vom 24. Juli, mittags:

Russischer Kriegsschauplatz.

Die Lage ist unverändert. Aus dem Höhenrücken nördlich des Prislop-Sattels und bei L v b a c z e w k a in Wolhynien wurden r u s s t s ch e Angriffe abgeschlagen. In Ostgalmen süd­lich des Dnjestrs wurde das Annahcrn feindlicher Ab­teilungen durch Artillcriescuer vereitelt. Nördlich des Dnjestr vollführten unsere Vortruppen mit Er­folg mächtige Überfälle.

Italienischer Kriegsschauplatz.

Gegen unsere Stellungen südlich des Val Sugana und Wjene im Raume von Panevcggio und Pellegrino setzte der Feind seine heftigen Angriffe ohne reden Erfolg fort. In den Morgenstunden gingen mehrere italienische Bataillone von C. Maora entlang des Grenz­kammes zweimal zum Angriff vor. Jedesmal muhte der Gegner unter den schwersten Verl u st t u zurückflüchten. Im Gebiet des Monte Zed,o scheiterten im Laufe des Vormittags vier Vorstöße. Nachmittags wiederholten die Italiener noch zweimal den Vorstoß gegen den N o r d f l ü g c l unserer Front. Sie wurden unter den größten Verlusten zu­rück g e s ch l a g e n. Aus den Höhen nördlich und süd­lich von Paneveggio wurden drei Angriffe abgewresen. Wahrend der Nacht brachen noch je ein Angriff gegen Vedasa und die Höhen südlich Pellearrno tm Feuer zu­sammen. An der Kärntner und Jsonzo-Front keme Ereignisse von Belang.

Südöstlicher Kriegsschauplatz.

Nichts Neues.

Der Stellvertreter des Chefs des GeneralstabS: v. Höf er. Feldmarschalleutnant.

Ereignisse zur See.

Ein Seefluazeuggeschwader hat heute nacht die mili­tärischen Objekte von San Giorgio di No gar o. Gorgo-Mon Falcone sehr wirkungsvoll mit schweren, leichten und Brandbomben belegt. Mehrere starke Brände wurden beobachtet. Trotz heftigster Beschießung kehrten alle Flugzeuge unver­sehrt zurück.

Flottenkommando.

vom Unterseebootkrieg.

In Gens will man auf Grund von römischen Mel­dungen wissen, daß die Wiederaufnahme unseres Unter- seebootskrreges ini Atlantischen Ozean und im Mittel­meer unmittelbar bevorstehe. Woher man das in Rom in Erfahrung gebracht haben soll, entzieht sich unserer Kenntnis und Beurteilung. Die Meldung kann wohl nur einen Stimmungswert beanspruchen. Sie braucht deshalb aber nicht wertlos zu kein, sie zeigt zum mindesten, daß den Feinden das böse Gewissen schlägt. Den Feinden einschließlich der sogenann­ten Neutralen vom Schlage des Herrn Wilson. Was hat Amerika getan, um die Voraussetzun­gen zu erfüllen, unter denen unsere Note vom Mai den einstweiligen Verzicht auf die volle Aus­nutzung der Unterseebootwasfe aussprach? Nichts bat die Unionsregierung getan, Herr Wilson hat sich gerühmt, uns moralisch niedergeboxt zu haben. Vor England hat er trotz aller weiterer Verge­waltigungen des Seerechts nur immer tiefere Verbeugungen gemacht. So stehen wir vor einer Sache, von der wir nicht sagen können, wie lange wir sie noch stillschweigend hinnehmen werden, von der wir aber überzeugt sind, daß sie nicht ins Endlose ertragen werden wird. Mancher Sturmvogel ist in den letzten Wochen aufgeflogen; sogar Herr Dernburg, der eifrige Befürworter einer Politik der endlosen Geduld gegenüber den Vereinigten Staaten, hat in seinem Tageblatt schon die Möglichkeit eines Wieder- beginns des verschärften Unterseebootskrieges be- sprochen. Wir wissen ferner, daß der Gedanke an die tatkräftige Benutzung dieser Waffe neuer­dings Freunde in Kreisen gewonnen hat, von denen die Gruppen, denen die Entschließungen der Reichs­leitung eine schwere Enttäuschung bereitet hatte, hoff­nungslos angenommen hatten, sie würden zu einer Änderung ihres Standpunktes nicht zu bewegen fern.

Darüber läßt sich im Augenblick aus naheliegenden Gründen nichts Bestimmtes aussagen. Immerhin ist es sehr beachtenswert, wenn bererts darauf hingewiesen wird, daß eine der Rücksichten, die für den gefaßten Entschluß bestimmend waren, durch den verschärften Druck Englands auf die Neutralen hinfällig zu werden beginnt, vielleicht schon hinfällig geworden r st. Man kann andeutungsweise sagen, daß sich die Folgen eines rücksichtslosen Unterseebootskrieges für die euro­päischen Neutralen insofern wirksam gezeigt hätten, als ihnen der Bezug von Lebensmitteln 'und anderen un­entbehrlichen Waren teils unmittelbar abgeschnitten, teils durch die Vereinigten Staaten vorenthalten wor­den wäre. Wenn nunmehr aber die Brutalität der eng­lischen Handelskriegführung diese Staaten unter ihren Willen zwingt und sie nötigt, zede Lieferung an uns einzustellen, dann werden diese Staaten nicht be­haupten können sie seien durch unsere Untersee­bootskriegführung in eine schwierigere Lage ge- raten, sondern sre hätten dies Schicksal durch ihre eigene Nachgiebigkeit heraufbeschworen. Wir tvürden alsdann in der Tat von mancher Rücksicht befreit sein, die wir bis dahin genommen haben. Es ist, wie gesagt, unratsam auf die tieferliegenden Be­ziehungen zwischen diesen Vorgängen und dem Unter­seebootskrieg an sich näher einzugehen: man wird aber auch so verstehen, worauf es ankommt. Inzwischen liegt es so, daß das letzte Wort in dieser Frage, die viel­leicht^ wieder in den M i t t e l p u n k t der gesamten Kriegführung rückt, noch nicht gesprochen ist. Für jetzt muß es genügen, auf die Möglichkeit einer neuen Wendung im Kriege hinzuweisen. Unser Ziel bleibt die Bezwingung des H a u p t f e i n d e s, und jedes Mittel, es zu erreichen, muß uns recht sein. Erst in diesem Zusamnlenhange rückt eine der wichtigsten Aufgaben, von der lange nicht so viel ge­sprochen wird, wie sie es verdient, nämlich die Zukunft unserer K o l o n i ü l p o l i t i k, in das rechte Licht. Wie können wir England dazu bringen, die geraubten Kolonien wieder herauszugeben? In Eng­land selbst stellt man sich die Sache ersichtlich so vor, daß man vielleicht darüber später reden könnte, wenn wir uns nur entschließen wollten, gleich aus Belgien wieder herauszugehen. So aber stellen wir uns die Zukunft wahrlich nicht vor, sondern was auch immer mit Belgien geschehen mag, so wird, darf, soll und kann es nicht wieder unter die britische Botmäßigkeit geraten. Von einem Anstausch, wie er den britischen Staatsmännern vorschwebt, kann also keine Rede sein. Und daraus folgt, daß wir unseren ärgsten Feind mit Waffengewalt nieder ringen müssen, damit er Vernunft annimmt. Haben wir die Mittel dazu, so müssen sie auch angewendet werden. Ob wir die Mittel dazu haben, das ist zum Teil eine technische, zum Teil eine politische, die Rück­sicht auf unser Verhältnis zu Amerika in sich ein­schließende Frage. Mehr braucht für beute nicht gesagt zu werden, aber diese Andeutungen reichen hin, um auf die Möglichkeit veränderter Entschlüsse vorzubereiten.

Oer Nrieg gegen England.

Erfolgreicher Kampf deutscher U-Boote in der Nordsee.

Br. Haag, 24. Juli. (Eig. Drahtbericht. Zeus. Blu.) Aus Dixmuiden meldet der „Neue Rotterd. Courant": Die Besatzung eines am Sonntag in Drxmuiden angekommenen Cartwyker Heringsdampfers meldet, daß man auf dem Dampfer am Dienstag an der schottischen Küste infolge einer Begegnung von drei englischen bewaffneten Dampfern, wahrscheinlich Patrouillenbooten, mit mehreren deutschen 17-B o o t e n Zeuge eines regelrechten Seegefechts war. Auf beiden Seiten wurde heftig geschossen, und die deutschen O-Boote behielten den Sieg. Sie schossen mit schweren Granaten. Man sah, daß ein englischer Dampfer in Brand geschossen wurde und später versank. Alsdann wurden die zwei anderen englischen Dampfer von den I7-Booten verfolgt und der weitere Kampf entzog sich dadurch den Blicken.

Ein Armutszeugnis für das reiche England.

Die pensionsberechtigter Kriegsteilnehmer ans private Unter­stützung angewiesen!

Br. Haag. 23. Juli. (Zeus. Bln.) Tie britische Regie­rung hat vorgeschlagen, daß die Kommission für Kriezs- k o m P e n s a t i o n e n in erster Linie an dos Publikum sich wenden soll, um Unterstützung für die , penjionsberechtigten Kämpfer zu erhalten, da der Staat nur einen Zuschuß leisten könne. Diese Maßregel gal, Anlaß zu vielen Protesten mit ter Begründung, daß die Pflicht dem Staate obliege. Schatzsekretär M-Kenna wies aber die Proteste ab, indem er erklärte, die Pensionen und Unterstütz:'ngen von Soldaten- franen kosteten den Staat bereits 8 0 M i l l r o n e n Pfund. Mebr könne der Staat augenblicklich nicht leisten,' und das Publikum müsse jetzt schon den größeren Teil der weiter not­wendigen Unterstützungen überm hrnen

180 feindliche Kriegsschiffe vernichtet.

In der Zeit vom 1. August 1914 bis zum 30. Juni 1916 sind nicht weniger als 196 feindliche Kriegsschiffe mit 792 100 Tonnen versenkt worden, und zwar nach der Broschüre „Die deutsche Kriegsflotte und die frem­den Seemächte 1916“ (Mittler u. Sohn, Berlin): 191 englische Krlegsschiffe, 29 französische, 15 italienische,

17 russische und 4 japanische.

Der Rückgang der englischen Kohlenförderung.

IV. T.-B. London, 22. Juli. (Nichtamtlich.) Die Admi- ralität erklärt in einem Schreiben an den Bergmannsver­band von Südwales, daß die Kohlenerzeugung im Vereinigten Königreich seit dem Krieg um 35 Millionen Tonnen zurückging, während der Bedarf um mehr al»

20 Millionen Tonnen gestiegen ist.

Eine Unterdrückungsmaßregel gegen das Arbciter- parteiblatt?

Br. Rotterdam, 28. Juli. (Zeus. Mn.) Der „Nieuwe Rotterd. Courant' nreldet: „Labour Leader", das Organ der englischen Arbeiterpartei, hat sein Erscheinen eingestellt.

*

Deutsches Vorgehen gegen Bannwaren­dampfer.

W.T.-B. Kopenhagen, 24. Juli (Nichtamtlich. Drahibe- rickt.) Der dänische Dampfer „C i t e" wurde mit roher Paviermasse gestern im Sund von einem deutschen Kriegs­schiff aufgebracht und südwärts geführt.

W. T.-B. London, 24. Juli. (Nichtamtlich.) Lloyds mel­det aus Tynemouth vom 22. Juli: Das dänische Motorfahr­zeug „S e m s o c" wurde von einem deutschen Unterseeboot mit Granaten beschossen und voll Wasser in den Thne ge­schleppt. Die Mannschaft wurde gerettet. — Das norwegische Segelschiff „B a m s" und die schwedischen Segelschiffe „Juno" und „Jda" sind, wie berichtet wird, in Brand gesteckt und ge­sunken.

Anmerkung der Redaktion: Die Meldung ist schon der Fassung nach mit Vorbehalt aufzunehmen. Die Dampfer werden sicherlich Bannware an Bord gehabt haben.

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Unsere U-Zrachl-Voote.

Die „Deutschland" bereits abgefahren?

Br. Haag, 24. Juli. (Eig. Drahtbericht. Zeus. Mn.)

„Daily Chronicle" meldet aus New Dork: Am 20. Juli bci Tagesar bruch war die „Deutschland" unsichtbar ge­worden. Man konnte vom Ufer aus nicht feststellen, ob ledig­lich die Masten oder das Periskop niedergcmacht wurden, oder ob das O-Boot bereits abgegangen war. Man be­richtet, daß die Kriegsschiffe der Entente 50 Meilen vor dem Hafen Netze ausgelegt haben.

Ein zweites deutsches Handels-U-Boot in Amerika gelandet?

Br. Basel, 24. Juli. (Eig. Drahdbericht. Zens. Bln.) Die „Basler Nachr." melden aus London: Ein zweites deut­sches Handels-O-Boot soll im Loug Jslandsund östlich von New Dork angekommen sein. Das Unterseeboot liegt im Dock von Bridgeport (Connektikut) verankert.

Die feindliche Hetze in Washington.

W. T.-B. London, 24. Juli. (Nichtamtlich. Drahtbericht.)

Die „Times" meldet aus Washi' gton: Die Alliierten haben wegen der „Deutschland" nicht protestiert, aber der englische und französische Botschafter weisen die Regierung heständig aus die Verlegenheiten hin, die den Ver­einigten Staaten erwachsen, wenn sie die „Deutschland' als ein Handelsschiff anerkennen.

W. T.-B. Wasliington, 23. Juli. (Nichtamtlich. Reuter.)

Der englische Botschafter Spring Rice hatte eine Besvrechung mit dem Senator P o I k Es scheint, daß d,e eng­lische Regierung das Beispiel Amerikas inc Bürgerkriege auf- führen wird, um ihre Politik und das Gesetz, betreffend den Hendel mit dem Feinde, zu rechtfertigen

Oie Lage im westen.

Falsche feindliche Darstellung über die letzten Kämpfe.

Eine Umgruppierung der Streitkräfte Fachs und Haigs.

Br. Genf, 24. Juli. (Eig. Drahtbericht. Zeus. Bln.) Aus dem Hauptgirartier Haigs angekommene Ergäuzungsberichte melden den Pariser Blättern zwar, daß die französisch-briti- ^ schen Stellungen zwischen Longuevale und Harde - court ausreichend geschützt seien. Diese Darstellung reicht jedoch nur bis zu dem Augenblick, in dem der voll­kommen geglückte deutsche Borstotz das geplante Zusammenwirken der Armeen Fachs und Haigs vereitelte. Gewisse Meldungen der jüngsten Havasnote über die Bedeu­tung der mehrtägigen neuen Pause in den Operationen lassen darauf schließen, daß Fach und Haig zu Umgruppie­rungen sich veranlaßt sahen, was der heutige amtliche Be­richt von Haig gleichfalls vermuten läßt. Jedoch waren auch einige Punkte seiner e-sten Linie und auch die >dazu gehörenden Reserven, die gleichfalls dem heftigen deut- schen Feuer ausgesetzt sind, stark gefährdet.