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Verlag Langgaffe 21

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Sonntag, 23. Iuli 1916.

Morgen-Kusgabe.

Nr. 242. - S«. Jahrgang.

Sin Abflauen der Somme-Gffeufive nach den verlustreichen Niederlagen der letzten Tage.

Abgrwiesene französische Angriffe bei Mas­siges und Fleury. 7 feindliche Flugzeuge tm Luftkampf erlegt.

Starke russische Massenangrisfe an der Vünasront abgewiesen. Schwerste Verluste der Russen.

Der Tagesbericht vom 22. Juli.

W. T.-B. Großes Hauptquartier, 22. Juli. (Amtlich.)

Westlicher Krieasschauvlatz.

Im Sommegcbict haben unsere Gegner nach ihrer verlustreichen Niederlage des vorhergehenden Taqes gestern auf größere einheitliche Angriffe ver­zichten müssen. Einzelne Teil Vorstöße sind mühe­los a b g e w i e s e n oder schon im Entstehen unter­drückt worden. Bei Säuberung eines Enqländer- nestes im Foureaux-Wäldchen machten wir einige Dutzend Gefangene und erbeuteten 9 Maschinen­gewehre. Die lebhaften Artillerie- kämpfc wurden mit Unterbrechungen fortgesetzt.

Nördlich von M a s s i g e s (Champagne) blieb heute in der Frühe ein französischer Angriff auf schmaler Front ohne Erfolg.

Beiderseits der Maas steigerte sich die Artillerie- tatigkeit zeitweise zu größerer Heftigkeit. Gestern früh und heute nacht scheiterten feindliche Angriffe im Frontabschnitt von Fleury.

Eine unserer Patrouillen nahm in der französischen Stellung nordöstlich von St. T>i6 14 Mann gefangen.

Der Flugdienst war Tag und Nacht beiderseits scbr tätig. Mehrfache feindliche Bombenangriffe haben nur geringen militärischen Schaden angerichtet, teilweise aber unter der Bevölkerung Opfer gefordert, so in Laon, wo eine Frau schwer verletzt und drei Kinder getötet wurden. Unsere Gegner verloren 7 Flugzeuge im Lustkampf, und zwar 4 südlich von Bapaume und je eines südöstlich von Arras, westlich von Combles und bei Roye. Leutnant Wintgens hat seinen zehnten und elften, Leutnant H öh n d o r f seinen zehnten Gegner außer Gefecht gesetzt. Se. Majestät der Kaiser hat seine Anerkennung für die Leistung des Oberleutnants Freiherr» v. Althans, der bei Robe Sieger über einen französischen Doppeldecker blieb, durch Verleihung des Ordens Oour le m^rite Ausdruck verliehen.

Lttlickier Kriegsschauplatz.

Beiderseits der Straße Ekau-Kekka trotzten Bran- denburaische Regimenter weiter den starken ru sfi­sch e n M a s s e n a n g r i f f e n, die am Nachmittag wieder ausgenommen und bis spät in die Nacht fortge- sührt wurden. Sie sind sämtlich unter den schwer­sten Verlusten für den Feind zusamm en- gebrochen.

Von der übrigen Front sind Ereignisse besonderer Bedeutung nicht zu berichten.

Balkankriegsschauplatz.

Die Lage ist unverändert.

Oberste Heeresleitung.

Erfolgloser Ansturm der Rüsten auf den Berg Lapul.

Die österreichisch-ungarischen Truppen setzen sich wieder in Besitz der Höhe Magura bei Tatarow.

Abweisung italienischer Angriffe nördlich der Posina und bei Paneveggio.

Österreichisch-ungarischer Tagesbericht.

' W. T.-B. Wien, 22. Juli. (Nichtamtlich.) Amtlich verlautet vom 22. Juli, mittags:

Russischer Kriegsschauplatz,

Von gestern auf heute keine Veränderung.

In der Bukowina blieben die Anstrengungen des Feindes, sich des Berges Cap ul zu bemächtigen, abermals erfolglos. Die vom Gegner vorüber­gehend besetzte Höhe Magura bei Tatarow wurde durch unsere Truppen z u r ü ck g e w o n n e n.

Im Raume von Obcrtyn entwickeln feindliche Erkunduugsabtcllungen erhöhte Tätigkeit. Bei B a r y s z vertrieb ein Honved-Jagdkommando einen mit

Maschinengewehren ausgerüsteten russischen Haupt­posten. Die neuen Stellungen südwestlich von Beres- teczko sind bezogen. Der stellenweise nachdrängende Gegner wurde a b g c w i e s e n.

Westlich von L u ck und am S t o ch o d nichts von Belang.

Italienischer Kriegsschauplatz.

Mehrere Abschnitte der Tiroler West- und Oststont standen gestern unter lebhaftem feindlichen Geschutz- feuer. Auf den Höhen nördlich der Posina nehmen unsere Truppen einen Bcobachtungsposten in Besitz und wiesen einen starken italienischen Gegenangriff ab. Im Vorfeld der Befestigun­gen von Paneveggio wurden Angriffe einzelner italienischer Bataillone abgewiesen. Südlich des Rolle- Paffes gelang es dem Feinde, einen zu Beobachtungs­zwecken vorgeschobenen Stützpunkt zu nehmen.

An der Jsonzofront stellenweise lebhafter Artillerie­kampf.

Südöstlicher Kriegsschauplatz.

An der unteren B o j u s a Geplänkel.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: v. H ö f e r, Feldmarschalleutnant.

Oie Lage im westen.

Der mißglückte Hauptschlag der Franzosen und Engländer am 21. Juli.

Ein blutiger und harter Tag.

Br. Berlin, 22. Juli. (Eig. Drahtbericht. Jens. Bin.) Der Kriegsberichterstatter des23. T." drahtet seinem Blatte über die gestrigen französisch-englischen An­griffe: Der vorgestrige Tag war so b l u t i g und sohart, gme sich nur je ein historischer Zeitpunkt charakterisiert. Aber er mag uns die absolute Überzeugung geben, daß die Alliierten nicht imitande sind, den deutschen W a l l z u b r e ch e n. Es war die größte Gesamtkraft auf- geboten, um ihr Äußerstes für den Durchbruch herzugeben. Der Mißerfolg ist demgemäß groß. Es ist gestern ohne Zweifel das beste Stück der Kraft des Feindes ausprobiert und gebrochen worden, über das er zu verfügen hat. Nicht eine einzige der großen Erwartungen sollte das englische Heer erfüllen, die man seinem Eingreifen entgegengebracht hatte. Ist es den Engländern zu Hause sehr ernst zu Mute, fo >vird die Lage für Frankreich noch trüber, als sie vor dieser Offensive war. Der französische Abschnrtt, mit dem besten Rest der französischen Armee vollgepropft, ist nicht der Hauptabschnitt der Offensive, so sehr er es auch nach dem bis jetzt Erreichten zu fein scheint. Die Hoffnung der Franzosen begleitet wohl auch ihre Landsleute, aber sie richtet sich hauvtsächlich nach dem englischen Angreifer, der Frankcerch endlich die unerträgliche Last abnehmen soll. Die Versuche arl der Scmme hoben nicht nur den ausgesprochenen Zweck, Verdun zu entlasten. Sie sind im grüßten Stil vorgetragene Kämpfe, die das Kriegszie! überhaupt erreichen sollen. Hier wird Glück und Ende erwartet. Es Handel: sich auf diesem Kriegsschauplatz nicht mehr um Ereignisse, die im Zusammenhang mit den Dingen an der Gesamtfront erst Bedeutung gewinnen können, sondern um eine überragende Soche, um die Erfüllung des letzten Entschlusses, lis zum Siege weiterzukämpfen. Dieser Entschluß war leicht geworden. Ran Hot glaublicherweise bei den Geheimsitzungen in Paris nur darum die Kriegsmüdigkeit überwinden können, daß man 2 as endlicke Eingreifen oer Engländer als den be­vorstehenden Entsckeidungskampf hinstellte. Furchtbar sehen die Engländer sich jetzt enttäuscht. Es ist ganz zweifellos, daß ihre tapferen frischen jungen Soldaten kaum an die deutschen und französischen heranreichen, und ganz zu versagen scheint die untere Führung. Man bat den klaren Beweis neuerdings in einem anderen Frontabschnitt, vor Fromelles. Das Überraschungsmonöver gegen die deutschen Gräben ist gründ­lich mißglück t. Wir haben unsere alten Stellungen völlig in unseren Händen. Die Verluste der Engländer geben ins ganz Ungewöhnliche. In den Kämpfen Mann gegen Mrnn siegte nickt das englische sportliche Training, sondern die Kraft und die Zähigkeit, die im Vorgelände der bayerischen Alpen heranwuchs.

Französische Enttäuschung über den Fehl­schlag der englischen Offensive.

Br. Kopenhagen, 22. Juli. (Eig. Drahtbericht. Zeus. Bin.) Tie in eir er Rer-ter-Weldung wiedergegebene Erklärung Haigs, er wolle die Deutschen so lange schwächen, bis sie außerstande seien, die deutschen Grenzen zu verteidigen, scheint wehr geeignet, in Frankreich Beunruhigung und Enttäuschung hervorzurnwn als wie in Deutsch- land. Das frar zösische Volk hatte den in der Neujahrsrede Pcincares gegebenen Versprechungen blindlings vertraut, daß die Heere ncch vor Jahresschlutz in die Heimat zurück- kebren würden. Durch die Erklärung Haigs wird jedoch oas Versprechen Voincaves zu einer l e e r e n n i ch t s s a g e n d en Prahlerei gestempelt, da jedermann tu Frankreich weiß, daß Hrig niemals imstande sein wird, seinen Plan durchzu­führen oder, falls dies gelingen sollte, würden auch die fran- zösischen und englischen Heere vollständig aufgc- rieben sein.

Dir amtlichen französischen Berichte.

W. T.-B. Paris, 22. Juli. (Nichtamtlich.) Amtlicher Bericht vom Freitagnachmittag: Südlich der Somme unter­nahmen die Deutschen gegen Ende des Tages einen Gegen­angriff auf die neuen französischen Stellungen südlich S o y e- c o u r t. Das deutsche Bataillon, das den Sturmangriff machte, wurde vorn Sperrfeuer und Maschinengewehrfeucr gefaßt und flutete, nachdem es sehr schwere Verluste erlitten hatte, unordentlich zurück. Die Nacht verlief auf beiden Sommeseiten ruhig. In der Gegend von Chaulnes wurde eine starke deutsche Abteilung, die sich den Linien südlich von Haucourt zu nähern versuchte, mit dem Bajonett zurückge­schlagen. Zwischen S o i s s o n s und Reims drang eine französische Erkundungsabteilung nach der Explosion einer Mine in einen deutschen Schützengraben nordöstlich von Vendresse ein und säuberte ihn mit Handgranaten. An der Verdunfront waren die beiderseitigen Artillerien in der Gegend von Chuttancaurt und Fleury sehr tätig. In den Vogesen wurde ein Angriffs-Versuch nach heftigem Bom­bardement nördlich von Wiesenbach vollkommen angehalten.

Flugwesen: Am 20. Juli und in der Nacht zum 21. Juli bewarfen französische Kampfgeschwader mehrere wich­tige Punkte der deutschen Front, vor allem die Bahnhöfe von Conflans, Marslatour, Longuhou, Brieulles und die Weg­kreuzung von Ham mit zahlreichen schweren Geschaffen. Da die offenen Städte Baccarat und Luneville erneut am 17. Juli, 18. Juli und 19. Juli von deutschen Flugzeugen bombardiert wurden, die übrigens nur Sachschaden anrich­teten, so wurde für künftige Vergeltungsmaßnahmen davon Kenntnis genommen.

W. T.-B. Paris, 22. Juli. (Nichtamtlich.) Amtlicher Bericht vom Freitagabend: Dem Bericht vom Nachmittag ist nichts hinzuzufügen.

Flugwesen : Ein deutsches Flugzeug warf heute stütz Bomben auf Beifort. Der Materialschaden ist unbedeutend.

Die amtlichen englischen Berichte.

W. T.-B. London, 22. Juli. (Nichtamtlich.) Bericht des Generals Haig vom 21. Juli: Verhältnismäßiges Nach­

lassen des Kampfes in dem hauptsächlichsten Kampfge­biet. Der Feind drang an einem P rukt in unsere Schützen­gräben an der Schanze Leipzig ein, iourde aber sofort hinc nsgetrieben.

Ergänzender Bericht: Die allgemeine Lage ist unver­ändert. Die Flieger setzten gestern bei schönem Wetter ihre erfolgreicher! Ar griffe auf Punkte »rrlitäciscyer Wicktig- teit fcrt. Die feindlichen Flieger waren bis zum Abend un­tätig. Dann kam es zu vielen Kämvfen hinter den deutschen Linien. Eines unserer Angrisfsgeschwader traf mit elf deutschen Flugzeugen zusammen, von welchen drei abge­schossen wurden, eines davon in Flammen. Ein anderer Kampf zwischen vier vritischen und sechs deutschen Flieger: dauerte 45 Minuten. Ein Fokker wurde abgeschoffen, ein anderer im Feuer schwer beschädigt. Die übrigen vier brachen das Gefecht ab. Während zahlreicher anderer Luftkämpfe wurde ein fünftes deutsches Flugzeug zum Landen gezwuu- gen. Unsere Gesamtverluste während des Tages waren ein Flugzeug. Es ist jetzt festgestellt, daß der Sturm des Feindes auf das Wäldchen von Delville auf einer Front von 2000 Aards am 18. Juli von wenigstens 18 Bataillonen unternommen wurde, die vier verschiedenen Divisionen angehörten. Die feindlichen Verluste sind ent­sprechend große.

W. T.-B. London, 21. Juli (Nichtamtlich. Reuter) Amtliche Meldung: General Haig meldet, daß die Schlackt zwischen der Leipziger Schanze und dem westlichen Teil des Waldes von Delville ununterkrcchen fortdauert. Nördlich der Linie Bazentin-Longueval sind die britischen Truppen bis zum Walde von Foureaux vocge- drungen, woraus sie den Feind vertrieben. Während der Nacht unternahm der Feind nach einer ausgiebigen Be­schießung mit Gasgranaten einen Gegenangriff, wobei es ihm gelang, wieder in den nördlichen Teil des Waldes einzu- dringen, aber es glückte ihm nicht, unsere Truppen aus dem südlichen Teil des Waldes zu vertreiben.

Oer Krieg gegen England.

Das Fiasko der Balkanpolitik des Vierverbandes«

Heftige Kritik im englischen Untrrhause.

Br. Hamburg, 22. Juli. (Erg. Drahtbericht. Zeus. Blu.) TaSHamb. Fremdenblatt" bringt unter der Überschrift ..Weshalb die englische Regierung schweigen muß" folgen­den Bericht aus London- Asquith lehnte im Unterhaus alle näheren Mitteilungen über die militärischen Berichte ent­schieden ab. Der Bericht O'Donnels fällte em vernich­tendes Urteil über den Sanrtätsdienst des indischen Heeres. Es habe an Arzneimitteln gefehlt und die Soldaten seien wie dre Fliegen weggestorben. Der Mangel an Arzneimitteln kabe aber sogar dahingeführt, daß man von neutralen Schiffen tm Mittelmeer, im Indischen Ozean die Arzneimittel beschlagnahmt habe mit der Begründung, daß diese nach Deutschland ausgeführt wer­den könnten. A-sguith erwähnte, daß ein mit Sanität-s- material für Singaporc oestimmter japanischer Damvfcr, der Nagasaki am 2,:. Februar 1915 verlassen habe, seinen 23e- si.mmung.crt nicht erreicht habe. Der Dampfer habe außer