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Seite 4. Samstag, 8. Juli 1916. _

Verordnungen gebotene Rechtsbehelfe aus Unkenntnis und Unecht-' sarnkeit nicht ergriffen werden. Die schon zu Friedenszeiten über­all beklagte Unwirtfchaftlichkcit unserer Ziviliustiz macht sich gerade jetzt in der Kriegszeit bei solchen Existenzen fühlbar, die früher in den besten Verhältnissen gelebt und deshalb auf einen plötzlichen Vcrmögensvcrfall nicht vorbereitet sind. Der Vortrag. den, wie aus einer Anzeige in der vorliegenden Nummer hervorgeht, Herr Fin- bold in derM i t t e l st a n d s v e r e i n i g u n g für Mittel- d e u t s ch l a n d" halten wird, kann daher bestens empfohlen werden. Der Redner genietzt einen guten Ruf als volkswirtschaftlicher Schrift­steller und Mittelstandsfreund.

5!us dem Landkreis Wiesbaden.

Crbenheim, 8. Juli. Morgen nachmittag 4 Uhr findet im GasthausZum Schwan" Hierselbst eine Versammlung des 13. Land­wirtschaftlichen Bezirksvereins statt, an welcher auch die Kreisver­waltung und die Bürgermeister teilnehmen werden. Aus der Tages­ordnung steht die Besprechung landwirtschaftlicher Fragen, insbc- sondere die Kartofselversorgung des Kreises und die Preisgestaltung der neuen Ernte. Jedermann kann an der Versammlung teilnehmen.

Nachbarstaaten u. -Provinzen.

Zur Jahrhundertfeier der Provinz Rheinhessen.

Ei» Erlaß des Großherzogs von Heffen.

W. T.-B. Mainz, 8. Juli. (Nichtamtlich. Drahtbericht.) In der heute vormittag 10 Uhr eröfsneten Sitzung des Provin­zial t a g e s der Provinz Rhemhessen gab der Provinzialdirektor Gcheimrat Best folgenden Erlaß des Großherzogs bekannt: An Meine lieben Rheinhessen! Heute vor 100 Jahren hat Mein in Gott ruhender Ahnherr, Großherzog Ludwig I., Besitz von Rhein- besten ergriffen. Sein im Patent vom 8. Juli 1816 abgelegtes Gelöbnis, daßalle Einwohner dieses Landes" in SeinerLandes­väterlichen Huld und Gnade ruhen" sollten, daß Erder Beförde­rung ihrer Wohlfahrt Seine unermüdliche Sorgfalt widmen werde", hat Er in langer segensreicher Regierung treulich gehalten. Wie Meinem erlauchten Vorfahren, ist auch Mir die Pflege der Wohlfahrt des schönen Rheinlandes, mit dem Ich Mich von Jahr zu Jahr fester verbunden fühle und das Mir ganz ans Herz gewachsen ist, ein heiliges Vermächtnis gewesen. Das von der Fremdherrschaft mißhandelte und ausgesogene Land hat sich in langer Friedensarbeit zu ncucr Blüte erhoben. Wie im Mittelalter jener stolzen Zeit Eurer Geschichte, von deren Herrlichkeit die Dome von Mainz und Worms zu uns reden, so wetteifert der gesegnete Land­strich zwischen Rhein, Nahe und Donnersberg im Fortschritt und Wohlstand auch heute wieder mit den bevorzugtesten Gauen unseres deutschen Vaterlandes. Industrie und Handwerk, HandelundVerkehrblüheninden rheiichessischen Städten. Eure Fluren und Rcbenhügel zeugen von dem Fleiß und der Tüch­tigkeit ihrer Bebauer. Tie Kunst, das beste Zeugnis des Hochstandes der Kultur, hat bei Euch reiche Pflege gefunden. Der Rhein, so lange Grenze und Schranke zwischen den Gauen, auf seinem rechten und linken Ufer verknüpft heute eng das von Ludwig I. erworbene Neuhessen mit den alten Stammlanden Meines Hauses. Die stolzen, unter Meiner Regierung erbauten Rhein brücken sind Wahr­zeichen des wachsenden Verkehrs und Wohlstandes, wie des immer inniger gestalteten Zusammenhaltens der hessischen Provinzen. Fester noch als das tägliche Leben hat das auf den Schlachtfeldern gemein­sam vergossene Blut Euch mit den Söhnen der Eltern hessischer Landesteile, das ganze Hessenvolk aber mit dem großen deut­schen Baterlande zusammengckittet. Heute stehen Meine tapferen Rheinhessen Schulter an Schulter mit den Brüdern aus allen deutschen Gauen wieder im Kampf für des Deut­schen Reiches Macht und Ehre. Sie haben unverwelk- lichen Lorbeer an ihre Fahnen gewunden. In heißem Dank­gefühl gedenke Ich mit Euch der Helden, die draußen für das Vater­land ihr Leben gelassen, geblutet und gelitten haben. Sie haben geholfen, den ^ nahen Feind von unseren Grenzen fern zu halten. Die Mitarbeit der gesamten Bevölkerung an der Lösung der schweren A u f g-a b e n , die der Krieg den Daheimgebliebencn stellt, die Entschlossenheit, mit der Ihr die Entbehrungen des Krieges tragt, geben Mir die Gewißheit, daß wir den schweren Kampf durchhalten bis zum siegreichen Ende. Rhein- Hessen! Den Tag. an dem Euer Land vor 100 Jahren hessisch ge­worden, kann Ich nicht besser begeben, als durch die Erneuerung des Gelöbnisies Meines Ahnherrn Großherzog Ludwigs I. Mein innigster Wunsch geht aber heute dahin, daß es Mir bald vergönnt sein möge, Mein schönes Rheinland durch die Not und Schäden dieses Krieges in einen lang gesegneten Frieden führen zu dürsen. Das walte Gott!

Jagdschloß Wolfsgartcn, 8. Juli 1016.

_ (L. 8.) Crnst Ludwi g."

Serichtssaal.

BO. Beiseite geschasstes Getreide. Der Landwirt Philipp D e b o und seine beiden Schwestern Luise und Josephine in E r - b a ch (Rheingau) waren angeklagt, bei der Ernteaufnahme im vorigen Jahre die Parzellen für Hafer überhaupt nicht angegeben, bei den Bestandsaufnahmen eine Menge von Getreide, besonders Hafer, verschwiegen, sich in der Nachbarschaft ihrer Wohnung eine Mansarde gemietet und dort Weizen hineingeschleppt und bei der letzten Bestandsaufnahme unrichtige Angaben gemacht zu haben. Das Schöffengericht Rüdesheim hatte Debo wegen dieser Vergehen gegen die Kriegsgesetze zu 50 M. Geldstrafe verurteilt, die Schwestern aber freigesprochen. Amtsanwalt und Angeklagter hatten gegen das Urteil Berufung eingelegt. Bor der Wiesbadener Strafkammer nieinte D. auf die Frage, warum er an 20 Zentner Brotgetreide unterschlagen habe:Die MäuL' hawes geftesse." Die Zeugen von Erbach aber meinten:Er hat's gut verkauft." Die Straf­kammer verurteilte Len Debo zu einer Geld st rase von 220 M. und seine Schwester Luise zu einer solchen von 20 M.

Neues aus aller Welt.

Rettung aus Seenot. W. T.-B. Bremen, 7. Juli. (Nicht­amtlich.) Die RettungsstationPillau am Seetief" der Deutschen

Wiesbadener Tagblatt.

Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger telegraphiert vom 6. Juli: Vom kurisqen KahnAuguste" wurde ein Schisser nebst Frau durch das MotoireltungsbootGeheimrat Schroeder" im Hass gerettet.

Ein »euer Erdstoß in Jtalieu. W. T.-B. Bern, 7. Juli. (Nichtamtlich.) Heute nacht wurde in der Provinz Ancona ein Erd­stoß verspürt. Es wurde kein Schaden verursacht.

Handelsteil.

Die Gründung des Verbandes des Einfuhrhandels in Berlin.

$ Berlin, 8. Juli. (Eig. Drahtbericht) Der Vorstand des Verbandes des Einfuhrhandels in Berlin hat sich kon­stituiert und zum Vorsitzenden Herrn Geheimen Kommer­zienrat Kopetzky, Vizepräsidenten der Handelskammer, zum 2. Vorsitzenden Herrn Geheimen Kommerzienrat Steinthal, stellvertretenden Vorsitzenden des Aufsiehts- rats der Deutschen Bank, zum Schatzmeister Herrn Kom­merzienrat Hardt, in Firma Hardt u. Co., zum Vorsitzen­den des Arbeitsausschusses Herrn Hermann Hecht, in Firma Hecht, Pfeiffer u. Co., zum Schriftführer Herrn Dr. D e m u t h, Syndikus der Handelskammer, gewählt. Auf­gabe des Verbandes ist die Wahrnehmung der Interessen des Einfuhrhandels, er dient in gleicher Weise dem Handel und der ihre Rohstoffe unmittelbar importierenden In­dustrie. Neben vielen Berliner Firmen haben auswär­tige Fabrik unternehmen und Händler in großer Zahl dem Vorstande den Wunsch um Aufnahme in den Ver­band ausgesprochen. Nach eingehender Prüfung der Sach­lage hat der Vorstand sich der Einsicht nicht verschließen können, daß der Einfuhrhandel in den meisten Städten Deuts chla nds all zu sehr zersplittert ist, um ihn in örtlich abgeschlossenen Verbänden erfolg­reich zusammenzufassen. Er hat sich deshalb entschieden, grundsätzlich alle geeigneten deutschen Fir­men aufzunehmen außer solchen, die in den Hansastädten iliren Sitz haben, da in Hamburg und Bremen bereits Ver­bände ähnlicher Art gegründet sind, mit denen der Berliner Verband in freundschaftlicher Fühlung steht. Eine Ver­tretung des ganzen deutschen Einfuhrhandels ist damit in den genannten Verbänden organisiert. Die Geschlossenheit des Vorgehens ist gewährleistet und damit eine Grundbe­dingung für den Erfolg geschaffen, der von einer Vielheit lokaler Vereine mit örtlich begrenzten Bestrebungen kaum erzielt werden könnte. Dem deutschen Einfuhrhandel wird somit die aussichtsreiche Möglichkeit geboten, auf dem Wege der Selbsthilfe für seine Interessen zu sorgen. Sache der Beteiligten in Handel und Industrie ist es, den Ver­bänden durch einhellige Unterstützung den notwendigen Rückhalt zu geben.

Amtliche Devisenkurse in Deutschland.

W.T.-B. Berlin, 8. Juli. (Drahtbericht.) Telegra­phische Auszahlungen für:

New-York ... Holland .... Dänemark . .

Schweden . . . Norwegen . . . .

Schweiz.

Oesterreich-Ungarn Rumänien . . . .

Bulgarien . . . .

5.24 O. Mk. 5.20 B. für I Dollar

224.75 O. . 225.25 B. 100 Dulden

158.50 O. « 159.00 B. « 100 Kronen

158.50Q. « 159.00 B. - 100 Kronen

158.50 O. * 159.00 B. * 100 Kronen

102.87 O. - 103.50 8. « 100 Francs

69.45 O. c 69.55 B. « 100 Kronen

36.25 O. « 86.75 B. « 100 Lei

79.50 O. « 80.50 B. . 100 Lewa

Ausländische Wechselkurse.

w. Amsterdam, 7. Juli. Wechsel auf Berlin 43.675, auf Wien 30.35, auf die Schweiz 45.55, auf Kopenhagen 69.00, auf Stockholm 69.10, auf New York 241, auf London 11.4975, auf Paris 40.875.

Banken und Geldmarkt.

* Der ungünstige Sterliugskurs. Rotterdam, 8. Juli. Wie derDaily Telegraph berichtet, wird der englische Finanzminister den englischen Stadtverwaltungen die Er­laubnis erteilen, in den Vereinigten Staaten städtische Anleihen aufzunehmen, um den ungünstigen Wechselkurs auf Amerika zu regeln.

* Börsenschluß an Samstagen. Berlin, 8. Juli. Der Deutsche Bankbeamtenverein hat an die maß­gebenden Stellen eine Eingabe gerichtet, die Börsen an den Samstagen bis auf weiteres geschlossen zu halten.

* Frankfurter Stadtanleihen. Die planmäßige Tilgung der 3%proz. Anleihe von 1903 und der 4proz. Anleihe von 1908 wurde durch Ankauf bewirkt. Von der ersteren An­leihe wurden 578 000 M. und von der letzteren 1 236 000 M. angekauft.

Industrie und Handel.

* Zur Bildung eines allgemeinen deutschen Zement- syndikats. Die ernannte Kommission der Zement-In­dustriellen (vergl. gestrige Abend-Ausgabe) besteht aus 25 Mitgliedern. Darunter sind diejenigen Gruppen, die bis zu 2 Millionen Faß produzieren, mit je einem Mitgliede vertreten, Gruppen, die über 2 Millionen Faß erzeugen, mit zwei Mitgliedern. Die Kommission soll die Richtlinien für die Aufrichtung eines allgemeinen deutschen Zement­

syndikats feststellen und die noch vorhandenen Gegensätze auszugleichen versuchen. Insbesondere bestehen solche zwischen den Schlackenzementfabrikanten und den Port­landzementverbänden, sowie den verschiedenen außen­stehenden Fabriken. Die Kommission soll diese und noch

Abend-Ausgabe. Erstes Blatt. Nr. 315.

andere Gegensätze, die innerhalb der einzelnen Gruppen zwar durch die bekannte Bundesratsverordnung vom 29. Juni etwas gemildert sind, aber doch im großen und ganzen noch fortbestehen, beseitigen und in einer neuen Versammlung am 3. August Bericht erstatten. Sollte die Errichtung eines allgemeinen Verbandes nicht zu ermög­lichen sein, so würde man sich auch mit einer Inter­essengemeinschaft zufrieden geben. In der Ver­sammlung haben auch die Außenseiter diesen Beschlüssen zugestimmt. Falls es den vereinten Bemühungen nicht ge­lingen sollte, bis Anfang November eine Einigung im deut­schen Zementgewerbe herbeizuführen, so ist mit der Mög­lichkeit eines staatlichen Zwangssyndikats und wahrscheinlich auch mit Höchstpreisen zu rechnen.

* Der Abbau der Lederpreise. Die nächste Herab­setzung der Höchstpreise für Leder wird voraussichtlich im Laufe dieses Monats stattfinden, und zwar werden mit den Lederpreisen auch die Rohhäutepreise ermäßigt.

* Reicher Gewinn einer Motorenfabrik. Der Aufsichts­rat der Motorenfabrik Oberursel, A.-G., schlägt 2 5 P r o z. Dividende vor und einen Bonus von 10 Proz, (i. V. 12 Proz. Dividende).

Berg- und Hüttenwesen.

* Die Rheinische A.-G. für Braunkohlenbergbau und Brikettfabiikation schlägt eine Dividende von 10 Proz. (i. V. 9 Proz.) vor.

Verkehrswesen.

* Bismarckhütte. Der Jahresabschluß für 1915/16 wird sehr günstige Ziffern zeigen und die Verteilung einer wesentlich höheren Dividende als die vorjährigen 15 Proz. gestatten. Die Aktionäre werden diesmal wohl mit einer Dividende von 25 Proz. rechnen können.

* Große Berliner Straßenbahn. In der letzten Aufsichts­ratssitzung der Großen Berliner Straßenbahn gelangten die Betriebsergebnisse des ersten Halbjahres 1916 zur Besprechung. Wie hierbei festgestellt wurde, zeigen die Einnahmen zwar eine Steigerung, die Ausgaben, nament­lich für Kriegsfürsorgeleistungen, Materialien und Unter­haltungsarbeiten, sind indessen in noch stärkerer Steigerung begriffen, so daß für den Monat Mai die Mehrausgaben be­reits die Mehreinnahmen überstiegen haben.

* Preußische Staatsbaluien. Nach Mitteilung imPreu­ßischen Staatsanzeiger stellt sich für 1915/16 das Rein­einkommen der preußischen Staatsbahnen auf 274 001487 Mark (i. V. 244 400 000 M.). Davon unterliegen 250 347 299 Mark der Gemeindebesteuerung.

Weinbau und Weinhandel.

m. Rüdesheim a. Rh, 7. Juli. Die letzte Weinversteigs*. rung dieses Frühjahres veranstaltete heute Herr Mas Broemser, Weingutsbesitzer in Rüdesheim. Ausgeboten wurden 45 Nummern 1911er, 1912er, 1913er, 1914er und 1915er Weine aus Lagen der Gemarkungen Erbach, Hall­garten, Winkel, Milteiheim und Rüdesheim. 2 Nummern wurden zurückgezogen. Die höchsten Preise brachten die 1915er, die bis zu 5000 und 6120 M. das Stück kosteten. Der gesamte Erlös stellte sich auf 44 240 M. ohne Fässer.

Marktberichte.

w. Vom ungarischen Eiermarkt. Budapest, 7. Juli, An der heutigen Eierbörse war der Verkehr ruhig. Teiß- taler Eier kosteten 312 bis 316 Kr., Korbeier aber 312 Kr.

m. Obstmarkt. Nieder-Ingelheim, 7. April. Kirschen 30 Pf., Erdbeeren 40 Pf., Stachelbeeren 20 Pf Johannisbeeren 25 Pf., Pfirsiche 60 Pf., Frühbimen 22 Pf. das Pfund.

Schiffs-Nachrichten.

Bieörlch-Maituer Dampfschlffahrt

(Augngt Waldmau, Biebrich.) F317

Von Biebrich nach Mainz fab Sohloß): 1.30*, 2.20*. 3.00, 4.00* 430 530*, 6 00, 7.00*, 7.30. Von Mainz nach Biebrich (ab Stadthaile) 2.20*, 3.10*, 3.50, 4 60», 5.20, 6.20*. 6.50, 7.50*. 8.10. Bei Tageslicht ab Kaisertor-Hauptbahnhot 6 Minuten später. * Nur Sonn-und Feier­tags, außerdem Extratouren. Wochentags nur bei gutem Wetter.

Wettarvoraussage für Sonntag, 9. Juli 1916

von der moteorologischsn Abteilung des Physiial. Vereins za Frankfurt a. M

Veränderliche Bewölkung, einzelne Regenschauer, keine wesentliche Temperaturänderung.

Wasserstand des Rheins

_. . . . am 8. Juli.

Biebrloh. Pegel: 2,90 m gegen 2,70 m ans gestrigen Vormittag.

Canb. » 3,47 » » 3,25 » , e »

Han». » 2.22 » e 8.01 » » » ,

Die ADeiiö-AusgaSe umfaßt 6 Setten

Verantwortlich für drutiche Politik: A. 6 e o s r b o t rt f(ir

füt ® Unt-rbaltungsteil: B o Nau- ndo ri sür^Nachi dichten au« Wtesötlden und den 9?2chdükdeHir!en° ^ N cs 3)i ofo nkrt rh-

Diesenbach: für 8«®*: 3 Jb' e Hi&tn- fürSermifdjteS und den ,,Briefkasten": C. L 0 sack.er; für den Handelsteil: W Elt' für die Anzeigen und Reklamen: H. Dornauf: sämtlich in Wiesbaden * ffirurf und Verlag der L. Schelle über gschen Hof-Buchdruckerei in Wiesbaden.

Sprechstunde der Schristleirung: 13 bis 1 Uhr.

Zuteilung von Süß-Stoff (Saccharin).

Anträge auf Zuteilung von Be­zugsscheinen für Süß-Stoff (Sac­charin) für die Betriebe des Süßig- teitengewerbes sind von diesen Be­trieben bei der Reichszuckerstelle in Berlin SW. 19, Lindenftraßc 51/53, auzufordern, unter gleichzeitiger Mitteilung, welche Mengen Süß- Stoff bezw. Zucker monatlich ver­arbeitet werden. Die genannte Stelle übersendet den Antragstellern Be­zugsschein und Bestellzettel.

Der Bestellzettel ist nach Erhalt zu unterschreiben und mit dem Be­zugsschein, welcher die gleiche Num­mer trage» muß, an die Zentral- Einkaufsgesellschaft m. b. H. Waren-Abteilung 2 b Sütz-Stoff,

Berlin SW. 19, Lindenstraße 51/53,

emzusenden.

Nach Erhalt der Rechnung ist der Betrag an die auf der Rechnung an­gegebene Zahlstelle einzusenden. Keinesfalls ist das Geld vor Erhalt der Rechnung einzusenden, da hier­durch unnötige Berzögerungen ver­ursacht werden.

Nach Eingang des Geldes gibt die Zentral-Einkaufsgesellschaft m. b. H. Waren-Abteilung 2 b Süß-Stoff der Saccharin-Fabrik direkt Ver­sand-Aufgabe.

Obige Vorschriften sind genau zu befolgen.

^ Es gibt 4 Packungen von Süßstoff- Tafeln (mit Beimengung von Bikarbonit hergestellt), und zwar:

Packung 1, enthaltend:

20 Stück Süßstoff-Tafeln, 350facher Süßwert 86 Gramm.

1 Tafel ersetzt die Süßkraft von

1,5 Kilogr. Zucker, mithin entspricht der Inhalt der Packung einem Süß- wert von 30 Kilogr. Zucker.

Verkaufspreis . . . . 14 Jt

Packung 2, enthaltend:

50 Stück Süßstoff-Tafeln, 350facher Süßwert 215 Gramm.

1 Tafel ersetzt die Süßkraft von

1.5 Kilogr. Zucker, mithin entspricht der Inhalt der Packung einem Suß-

wert von 75 Kilogr. Zucker. Verkaufspreis . . . . 35 <M

Packung 3, enthaltend:

100 Stück Süßstoff-Tafeln, 350facher Süßwert 430 Gramm.

1 Tafel ersetzt die Süßkraft von

1.6 Kilogr. Zucker, mithin entspricht der Inhalt der Packung einem Süß­wert von 150 Kilogr. Zucker.

Verkaufspreis . . . . 70 ^ Packung 4, enthaltend:

500 Stück Süßstoff-Tafeln, 350facher Süßwert 2150 Gramm.

1 Tafel ersetzt die Süßkraft von 1,5 Kilogr. Zucker, mithin entspricht der Inhalt der Packung einem Süß­wert von 750 Kilogr. Zucker. Verkaufspreis , . . . 350 Jl Zur Herstellung von Dunstobst und Fruchtsäften wird ' künftig Süß-Stoff (Saccharin) in Kristall­form geliefert. F257

Wiesbaden, den 5. Juli 1916.

Der Magistrat,

Montag, den 10. ds., vorm:

7 Uhr ab, werden i.n der Schlac! lanlage ca. 300 Schneehühner, rupft und entweidet, zum Preis: 1.50 Mk. pro Stück verkauft.

Die Abgabe erfolgt an Jeder, ohne Fleischkarten.

_Städtisches Fleische

Bekanntmachung.

Bei den örtlichen Prüfungen vr Hausentwasserungs - Anlagen wur! mehrtach wahrgenommen, daß d Wchserversdstüffe unter den Küche: spulsteinen, Badewannen u. sonstige Ausgüssen, die sogenannten Ble shphons, ungenügend gereini werden. . Das Aufsteigen, schlechte gesundheitsschädlicher und Übelrieche: der Luft aus den in den Shphor sich ansammelnden, in Fäulnis übe gehenden Stoffen ist die Fol: hiervon.

Es wird deshalb auf die Wichtig keit und Notwendigkeit einer gute Reinhaltung der Wasserverschlüs unter den Spülsteinen und Ausgüsse hingewiesen. Die Reinigung soll : der Regel monatlich 12mal vorg« nommen und dabei wie folgt bei fahren werden:

Nachdem man zunächst in de Stuchon von oben heißes Wasser eir

gegossen hat, um die Fettansätze zu losen, stellt man unter den Syphon einen leeren.Eimer, öffnet durch Aufdrehen mit einer gewöhnlichen Zange oder einem anderen geeigneten Werkzeug, die am tiefsten Punkte des Wasser - Verschlusses angebrachte schraube ur:d reinigt durch die ent­standene untere Oeffnung, am besten mn einer geeigneten biegsamen Bürste mit Drahtstiel, durch mehr­maliges Auswischen der gekrümmten Rohre. Der Kopf der Schraube ist ebenfalls von Schmutzbestandteilen zu befreien. Nach Schließung der Schraubenossnung gieße inan eine genügende Menge heißes Wasser in d,e Ablaufofmung des Spülsteins od. Ablcrufbeckens, damit die noch etwa zurückgebliebenen Schmutzteile aus dem Wasser - Verschlüsse entfernt werden.

Den Inhalt der unter den Wasser- Verschluß ausgestellten Eimer schütte man in das Klosett. *

Wiesbaden, den 2. Juni 1916.

_ Städtisches Kanalbauamt.

Bekanntmachung.

Der Fruchtmarkt beginnt während der Sommermonate April bis einschl. September um 9 Uhr vor­mittags. »

Wiesbaden, den 15. März 1916.

Stadt. Akdifeamt.