Seite 4. Samstag, 8. Juli 1916. _
Verordnungen gebotene Rechtsbehelfe aus Unkenntnis und Unecht-' sarnkeit nicht ergriffen werden. Die schon zu Friedenszeiten überall beklagte Unwirtfchaftlichkcit unserer Ziviliustiz macht sich gerade jetzt in der Kriegszeit bei solchen Existenzen fühlbar, die früher in den besten Verhältnissen gelebt und deshalb auf einen plötzlichen Vcrmögensvcrfall nicht vorbereitet sind. Der Vortrag. den, wie aus einer Anzeige in der vorliegenden Nummer hervorgeht, Herr Fin- bold in der „M i t t e l st a n d s v e r e i n i g u n g für Mittel- d e u t s ch l a n d" halten wird, kann daher bestens empfohlen werden. Der Redner genietzt einen guten Ruf als volkswirtschaftlicher Schriftsteller und Mittelstandsfreund.
5!us dem Landkreis Wiesbaden.
— Crbenheim, 8. Juli. Morgen nachmittag 4 Uhr findet im Gasthaus „Zum Schwan" Hierselbst eine Versammlung des 13. Landwirtschaftlichen Bezirksvereins statt, an welcher auch die Kreisverwaltung und die Bürgermeister teilnehmen werden. Aus der Tagesordnung steht die Besprechung landwirtschaftlicher Fragen, insbc- sondere die Kartofselversorgung des Kreises und die Preisgestaltung der neuen Ernte. Jedermann kann an der Versammlung teilnehmen.
Nachbarstaaten u. -Provinzen.
Zur Jahrhundertfeier der Provinz Rheinhessen.
Ei» Erlaß des Großherzogs von Heffen.
W. T.-B. Mainz, 8. Juli. (Nichtamtlich. Drahtbericht.) In der heute vormittag 10 Uhr eröfsneten Sitzung des Provinzial t a g e s der Provinz Rhemhessen gab der Provinzialdirektor Gcheimrat Best folgenden Erlaß des Großherzogs bekannt: „An Meine lieben Rheinhessen! Heute vor 100 Jahren hat Mein in Gott ruhender Ahnherr, Großherzog Ludwig I., Besitz von Rhein- besten ergriffen. Sein im Patent vom 8. Juli 1816 abgelegtes Gelöbnis, daß „alle Einwohner dieses Landes" in Seiner „Landesväterlichen Huld und Gnade ruhen" sollten, daß Er „der Beförderung ihrer Wohlfahrt Seine unermüdliche Sorgfalt widmen werde", hat Er in langer segensreicher Regierung treulich gehalten. Wie Meinem erlauchten Vorfahren, ist auch Mir die Pflege der Wohlfahrt des schönen Rheinlandes, mit dem Ich Mich von Jahr zu Jahr fester verbunden fühle und das Mir ganz ans Herz gewachsen ist, ein heiliges Vermächtnis gewesen. Das von der Fremdherrschaft mißhandelte und ausgesogene Land hat sich in langer Friedensarbeit zu ncucr Blüte erhoben. Wie im Mittelalter jener stolzen Zeit Eurer Geschichte, von deren Herrlichkeit die Dome von Mainz und Worms zu uns reden, so wetteifert der gesegnete Landstrich zwischen Rhein, Nahe und Donnersberg im Fortschritt und Wohlstand auch heute wieder mit den bevorzugtesten Gauen unseres deutschen Vaterlandes. Industrie und Handwerk, HandelundVerkehrblüheninden rheiichessischen Städten. Eure Fluren und Rcbenhügel zeugen von dem Fleiß und der Tüchtigkeit ihrer Bebauer. Tie Kunst, das beste Zeugnis des Hochstandes der Kultur, hat bei Euch reiche Pflege gefunden. Der Rhein, so lange Grenze und Schranke zwischen den Gauen, auf seinem rechten und linken Ufer verknüpft heute eng das von Ludwig I. erworbene Neuhessen mit den alten Stammlanden Meines Hauses. Die stolzen, unter Meiner Regierung erbauten Rhein brücken sind Wahrzeichen des wachsenden Verkehrs und Wohlstandes, wie des immer inniger gestalteten Zusammenhaltens der hessischen Provinzen. Fester noch als das tägliche Leben hat das auf den Schlachtfeldern gemeinsam vergossene Blut Euch mit den Söhnen der Eltern hessischer Landesteile, das ganze Hessenvolk aber mit dem großen deutschen Baterlande zusammengckittet. Heute stehen Meine tapferen Rheinhessen Schulter an Schulter mit den Brüdern aus allen deutschen Gauen wieder im Kampf für des Deutschen Reiches Macht und Ehre. Sie haben unverwelk- lichen Lorbeer an ihre Fahnen gewunden. In heißem Dankgefühl gedenke Ich mit Euch der Helden, die draußen für das Vaterland ihr Leben gelassen, geblutet und gelitten haben. Sie haben geholfen, den ^ nahen Feind von unseren Grenzen fern zu halten. Die Mitarbeit der gesamten Bevölkerung an der Lösung der schweren A u f g-a b e n , die der Krieg den Daheimgebliebencn stellt, die Entschlossenheit, mit der Ihr die Entbehrungen des Krieges tragt, geben Mir die Gewißheit, daß wir den schweren Kampf durchhalten bis zum siegreichen Ende. Rhein- Hessen! Den Tag. an dem Euer Land vor 100 Jahren hessisch geworden, kann Ich nicht besser begeben, als durch die Erneuerung des Gelöbnisies Meines Ahnherrn Großherzog Ludwigs I. Mein innigster Wunsch geht aber heute dahin, daß es Mir bald vergönnt sein möge, Mein schönes Rheinland durch die Not und Schäden dieses Krieges in einen lang gesegneten Frieden führen zu dürsen. Das walte Gott!
Jagdschloß Wolfsgartcn, 8. Juli 1016.
_ (L. 8.) Crnst Ludwi g."
Serichtssaal.
BO. Beiseite geschasstes Getreide. Der Landwirt Philipp D e b o und seine beiden Schwestern Luise und Josephine in E r - b a ch (Rheingau) waren angeklagt, bei der Ernteaufnahme im vorigen Jahre die Parzellen für Hafer überhaupt nicht angegeben, bei den Bestandsaufnahmen eine Menge von Getreide, besonders Hafer, verschwiegen, sich in der Nachbarschaft ihrer Wohnung eine Mansarde gemietet und dort Weizen hineingeschleppt und bei der letzten Bestandsaufnahme unrichtige Angaben gemacht zu haben. Das Schöffengericht Rüdesheim hatte Debo wegen dieser Vergehen gegen die Kriegsgesetze zu 50 M. Geldstrafe verurteilt, die Schwestern aber freigesprochen. Amtsanwalt und Angeklagter hatten gegen das Urteil Berufung eingelegt. Bor der Wiesbadener Strafkammer nieinte D. auf die Frage, warum er an 20 Zentner Brotgetreide unterschlagen habe: „Die MäuL' hawes geftesse." Die Zeugen von Erbach aber meinten: „Er hat's gut verkauft." Die Strafkammer verurteilte Len Debo zu einer Geld st rase von 220 M. und seine Schwester Luise zu einer solchen von 20 M.
Neues aus aller Welt.
Rettung aus Seenot. W. T.-B. Bremen, 7. Juli. (Nichtamtlich.) Die Rettungsstation „Pillau am Seetief" der Deutschen
Wiesbadener Tagblatt.
Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger telegraphiert vom 6. Juli: Vom kurisqen Kahn „Auguste" wurde ein Schisser nebst Frau durch das Motoireltungsboot „Geheimrat Schroeder" im Hass gerettet.
Ein »euer Erdstoß in Jtalieu. W. T.-B. Bern, 7. Juli. (Nichtamtlich.) Heute nacht wurde in der Provinz Ancona ein Erdstoß verspürt. Es wurde kein Schaden verursacht.
Handelsteil.
Die Gründung des Verbandes des Einfuhrhandels in Berlin.
$ Berlin, 8. Juli. (Eig. Drahtbericht) Der Vorstand des Verbandes des Einfuhrhandels in Berlin hat sich konstituiert und zum Vorsitzenden Herrn Geheimen Kommerzienrat Kopetzky, Vizepräsidenten der Handelskammer, zum 2. Vorsitzenden Herrn Geheimen Kommerzienrat Steinthal, stellvertretenden Vorsitzenden des Aufsiehts- rats der Deutschen Bank, zum Schatzmeister Herrn Kommerzienrat Hardt, in Firma Hardt u. Co., zum Vorsitzenden des Arbeitsausschusses Herrn Hermann Hecht, in Firma Hecht, Pfeiffer u. Co., zum Schriftführer Herrn Dr. D e m u t h, Syndikus der Handelskammer, gewählt. Aufgabe des Verbandes ist die Wahrnehmung der Interessen des Einfuhrhandels, er dient in gleicher Weise dem Handel und der ihre Rohstoffe unmittelbar importierenden Industrie. Neben vielen Berliner Firmen haben auswärtige Fabrik unternehmen und Händler in großer Zahl dem Vorstande den Wunsch um Aufnahme in den Verband ausgesprochen. Nach eingehender Prüfung der Sachlage hat der Vorstand sich der Einsicht nicht verschließen können, daß der Einfuhrhandel in den meisten Städten Deuts chla nds all zu sehr zersplittert ist, um ihn in örtlich abgeschlossenen Verbänden erfolgreich zusammenzufassen. Er hat sich deshalb entschieden, grundsätzlich alle geeigneten deutschen Firmen aufzunehmen außer solchen, die in den Hansastädten iliren Sitz haben, da in Hamburg und Bremen bereits Verbände ähnlicher Art gegründet sind, mit denen der Berliner Verband in freundschaftlicher Fühlung steht. Eine Vertretung des ganzen deutschen Einfuhrhandels ist damit in den genannten Verbänden organisiert. Die Geschlossenheit des Vorgehens ist gewährleistet und damit eine Grundbedingung für den Erfolg geschaffen, der von einer Vielheit lokaler Vereine mit örtlich begrenzten Bestrebungen kaum erzielt werden könnte. Dem deutschen Einfuhrhandel wird somit die aussichtsreiche Möglichkeit geboten, auf dem Wege der Selbsthilfe für seine Interessen zu sorgen. Sache der Beteiligten in Handel und Industrie ist es, den Verbänden durch einhellige Unterstützung den notwendigen Rückhalt zu geben.
Amtliche Devisenkurse in Deutschland.
W.T.-B. Berlin, 8. Juli. (Drahtbericht.) Telegraphische Auszahlungen für:
New-York ... Holland .... Dänemark . .
Schweden . . . Norwegen . . . .
Schweiz.
Oesterreich-Ungarn Rumänien . . . .
Bulgarien . . . .
5.24 O. Mk. 5.20 B. für I Dollar
224.75 O. . 225.25 B. • 100 Dulden
158.50 O. « 159.00 B. « 100 Kronen
158.50Q. « 159.00 B. - 100 Kronen
158.50 O. * 159.00 B. * 100 Kronen
102.87 O. - 103.50 8. « 100 Francs
69.45 O. c 69.55 B. « 100 Kronen
36.25 O. « 86.75 B. « 100 Lei
79.50 O. « 80.50 B. . 100 Lewa
Ausländische Wechselkurse.
w. Amsterdam, 7. Juli. Wechsel auf Berlin 43.675, auf Wien 30.35, auf die Schweiz 45.55, auf Kopenhagen 69.00, auf Stockholm 69.10, auf New York 241, auf London 11.4975, auf Paris 40.875.
Banken und Geldmarkt.
* Der ungünstige Sterliugskurs. Rotterdam, 8. Juli. Wie der „Daily Telegraph“ berichtet, wird der englische Finanzminister den englischen Stadtverwaltungen die Erlaubnis erteilen, in den Vereinigten Staaten städtische Anleihen aufzunehmen, um den ungünstigen Wechselkurs auf Amerika zu regeln.
* Börsenschluß an Samstagen. Berlin, 8. Juli. Der Deutsche Bankbeamtenverein hat an die maßgebenden Stellen eine Eingabe gerichtet, die Börsen an den Samstagen bis auf weiteres geschlossen zu halten.
* Frankfurter Stadtanleihen. Die planmäßige Tilgung der 3%proz. Anleihe von 1903 und der 4proz. Anleihe von 1908 wurde durch Ankauf bewirkt. Von der ersteren Anleihe wurden 578 000 M. und von der letzteren 1 236 000 M. angekauft.
Industrie und Handel.
* Zur Bildung eines allgemeinen deutschen Zement- syndikats. Die ernannte Kommission der Zement-Industriellen (vergl. gestrige Abend-Ausgabe) besteht aus 25 Mitgliedern. Darunter sind diejenigen Gruppen, die bis zu 2 Millionen Faß produzieren, mit je einem Mitgliede vertreten, Gruppen, die über 2 Millionen Faß erzeugen, mit zwei Mitgliedern. Die Kommission soll die Richtlinien für die Aufrichtung eines allgemeinen deutschen Zement
syndikats feststellen und die noch vorhandenen Gegensätze auszugleichen versuchen. Insbesondere bestehen solche zwischen den Schlackenzementfabrikanten und den Portlandzementverbänden, sowie den verschiedenen außenstehenden Fabriken. Die Kommission soll diese und noch
Abend-Ausgabe. Erstes Blatt. Nr. 315.
andere Gegensätze, die innerhalb der einzelnen Gruppen zwar durch die bekannte Bundesratsverordnung vom 29. Juni etwas gemildert sind, aber doch im großen und ganzen noch fortbestehen, beseitigen und in einer neuen Versammlung am 3. August Bericht erstatten. Sollte die Errichtung eines allgemeinen Verbandes nicht zu ermöglichen sein, so würde man sich auch mit einer Interessengemeinschaft zufrieden geben. In der Versammlung haben auch die Außenseiter diesen Beschlüssen zugestimmt. Falls es den vereinten Bemühungen nicht gelingen sollte, bis Anfang November eine Einigung im deutschen Zementgewerbe herbeizuführen, so ist mit der Möglichkeit eines staatlichen Zwangssyndikats und wahrscheinlich auch mit Höchstpreisen zu rechnen.
* Der Abbau der Lederpreise. Die nächste Herabsetzung der Höchstpreise für Leder wird voraussichtlich im Laufe dieses Monats stattfinden, und zwar werden mit den Lederpreisen auch die Rohhäutepreise ermäßigt.
* Reicher Gewinn einer Motorenfabrik. Der Aufsichtsrat der Motorenfabrik Oberursel, A.-G., schlägt 2 5 P r o z. Dividende vor und einen Bonus von 10 Proz, (i. V. 12 Proz. Dividende).
Berg- und Hüttenwesen.
* Die Rheinische A.-G. für Braunkohlenbergbau und Brikettfabiikation schlägt eine Dividende von 10 Proz. (i. V. 9 Proz.) vor.
Verkehrswesen.
* Bismarckhütte. Der Jahresabschluß für 1915/16 wird sehr günstige Ziffern zeigen und die Verteilung einer wesentlich höheren Dividende als die vorjährigen 15 Proz. gestatten. Die Aktionäre werden diesmal wohl mit einer Dividende von 25 Proz. rechnen können.
* Große Berliner Straßenbahn. In der letzten Aufsichtsratssitzung der Großen Berliner Straßenbahn gelangten die Betriebsergebnisse des ersten Halbjahres 1916 zur Besprechung. Wie hierbei festgestellt wurde, zeigen die Einnahmen zwar eine Steigerung, die Ausgaben, namentlich für Kriegsfürsorgeleistungen, Materialien und Unterhaltungsarbeiten, sind indessen in noch stärkerer Steigerung begriffen, so daß für den Monat Mai die Mehrausgaben bereits die Mehreinnahmen überstiegen haben.
* Preußische Staatsbaluien. Nach Mitteilung im „Preußischen Staatsanzeiger“ stellt sich für 1915/16 das Reineinkommen der preußischen Staatsbahnen auf 274 001487 Mark (i. V. 244 400 000 M.). Davon unterliegen 250 347 299 Mark der Gemeindebesteuerung.
Weinbau und Weinhandel.
m. Rüdesheim a. Rh, 7. Juli. Die letzte Weinversteigs*. rung dieses Frühjahres veranstaltete heute Herr Mas Broemser, Weingutsbesitzer in Rüdesheim. Ausgeboten wurden 45 Nummern 1911er, 1912er, 1913er, 1914er und 1915er Weine aus Lagen der Gemarkungen Erbach, Hallgarten, Winkel, Milteiheim und Rüdesheim. 2 Nummern wurden zurückgezogen. Die höchsten Preise brachten die 1915er, die bis zu 5000 und 6120 M. das Stück kosteten. Der gesamte Erlös stellte sich auf 44 240 M. ohne Fässer.
Marktberichte.
w. Vom ungarischen Eiermarkt. Budapest, 7. Juli, An der heutigen Eierbörse war der Verkehr ruhig. Teiß- taler Eier kosteten 312 bis 316 Kr., Korbeier aber 312 Kr.
m. Obstmarkt. Nieder-Ingelheim, 7. April. Kirschen 30 Pf., Erdbeeren 40 Pf., Stachelbeeren 20 Pf„ Johannisbeeren 25 Pf., Pfirsiche 60 Pf., Frühbimen 22 Pf. das Pfund.
Schiffs-Nachrichten.
Bieörlch-Maituer Dampfschlffahrt
(Augngt Waldmau, Biebrich.) F317
Von Biebrich nach Mainz fab Sohloß): 1.30*, 2.20*. 3.00, 4.00* 430 530*, 6 00, 7.00*, 7.30. — Von Mainz nach Biebrich (ab Stadthaile) 2.20*, 3.10*, 3.50, 4 60», 5.20, 6.20*. 6.50, 7.50*. 8.10. Bei Tageslicht ab Kaisertor-Hauptbahnhot 6 Minuten später. * Nur Sonn-und Feiertags, außerdem Extratouren. Wochentags nur bei gutem Wetter.
Wettarvoraussage für Sonntag, 9. Juli 1916
von der moteorologischsn Abteilung des Physiial. Vereins za Frankfurt a. M
Veränderliche Bewölkung, einzelne Regenschauer, keine wesentliche Temperaturänderung.
Wasserstand des Rheins
_. . . . am 8. Juli.
Biebrloh. Pegel: 2,90 m gegen 2,70 m ans gestrigen Vormittag.
Canb. » 3,47 » » 3,25 » , e »
Han». » 2.22 » e 8.01 » » » ,
Die ADeiiö-AusgaSe umfaßt 6 Setten
Verantwortlich für drutiche Politik: A. 6 e o s r b o t rt ■ f(ir
füt ®“ Unt-rbaltungsteil: B o Nau- ndo ri sür^Nachi dichten au« Wtesötlden und den 9?2chdükdeHir!en° ^ N cs 3)i ofo nkrt rh-
Diesenbach: für SÄ 8«®*: 3 Jb' e Hi&tn- für „SermifdjteS und den ,,Briefkasten": C. L 0 sack.er; für den Handelsteil: W Elt' für die Anzeigen und Reklamen: H. Dornauf: sämtlich in Wiesbaden * ffirurf und Verlag der L. Schelle über gschen Hof-Buchdruckerei in Wiesbaden.
Sprechstunde der Schristleirung: 13 bis 1 Uhr.
Zuteilung von Süß-Stoff (Saccharin).
Anträge auf Zuteilung von Bezugsscheinen für Süß-Stoff (Saccharin) für die Betriebe des Süßig- teitengewerbes sind von diesen Betrieben bei der Reichszuckerstelle in Berlin SW. 19, Lindenftraßc 51/53, auzufordern, unter gleichzeitiger Mitteilung, welche Mengen Süß- Stoff bezw. Zucker monatlich verarbeitet werden. Die genannte Stelle übersendet den Antragstellern Bezugsschein und Bestellzettel.
Der Bestellzettel ist nach Erhalt zu unterschreiben und mit dem Bezugsschein, welcher die gleiche Nummer trage» muß, an die Zentral- Einkaufsgesellschaft m. b. H. — Waren-Abteilung 2 b Sütz-Stoff,
Berlin SW. 19, Lindenstraße 51/53,
emzusenden.
Nach Erhalt der Rechnung ist der Betrag an die auf der Rechnung angegebene Zahlstelle einzusenden. Keinesfalls ist das Geld vor Erhalt der Rechnung einzusenden, da hierdurch unnötige Berzögerungen verursacht werden.
Nach Eingang des Geldes gibt die Zentral-Einkaufsgesellschaft m. b. H. — Waren-Abteilung 2 b Süß-Stoff —• der Saccharin-Fabrik direkt Versand-Aufgabe.
Obige Vorschriften sind genau zu befolgen.
^ Es gibt 4 Packungen von Süßstoff- Tafeln (mit Beimengung von Bikarbonit hergestellt), und zwar:
Packung 1, enthaltend:
20 Stück Süßstoff-Tafeln, 350facher Süßwert — 86 Gramm.
1 Tafel ersetzt die Süßkraft von
1,5 Kilogr. Zucker, mithin entspricht der Inhalt der Packung einem Süß- wert von 30 Kilogr. Zucker.
Verkaufspreis . . . . 14 Jt
Packung 2, enthaltend:
50 Stück Süßstoff-Tafeln, 350facher Süßwert — 215 Gramm.
1 Tafel ersetzt die Süßkraft von
1.5 Kilogr. Zucker, mithin entspricht der Inhalt der Packung einem Suß-
wert von 75 Kilogr. Zucker. Verkaufspreis . . . . 35 <M
Packung 3, enthaltend:
100 Stück Süßstoff-Tafeln, 350facher Süßwert — 430 Gramm.
1 Tafel ersetzt die Süßkraft von
1.6 Kilogr. Zucker, mithin entspricht der Inhalt der Packung einem Süßwert von 150 Kilogr. Zucker.
Verkaufspreis . . . . 70 ^ Packung 4, enthaltend:
500 Stück Süßstoff-Tafeln, 350facher Süßwert — 2150 Gramm.
1 Tafel ersetzt die Süßkraft von 1,5 Kilogr. Zucker, mithin entspricht der Inhalt der Packung einem Süßwert von 750 Kilogr. Zucker. Verkaufspreis , . . . 350 Jl Zur Herstellung von Dunstobst und Fruchtsäften wird ' künftig Süß-Stoff (Saccharin) in Kristallform geliefert. F257
Wiesbaden, den 5. Juli 1916.
Der Magistrat,
Montag, den 10. ds., vorm:
7 Uhr ab, werden i.n der Schlac! lanlage ca. 300 Schneehühner, rupft und entweidet, zum Preis: 1.50 Mk. pro Stück verkauft.
Die Abgabe erfolgt an Jeder, ohne Fleischkarten.
_Städtisches Fleische
Bekanntmachung.
Bei den örtlichen Prüfungen vr Hausentwasserungs - Anlagen wur! mehrtach wahrgenommen, daß d Wchserversdstüffe unter den Küche: spulsteinen, Badewannen u. sonstige Ausgüssen, die sogenannten Ble shphons, ungenügend gereini werden. . Das Aufsteigen, schlechte gesundheitsschädlicher und Übelrieche: der Luft aus den in den Shphor sich ansammelnden, in Fäulnis übe gehenden Stoffen ist die Fol: hiervon.
Es wird deshalb auf die Wichtig keit und Notwendigkeit einer gute Reinhaltung der Wasserverschlüs unter den Spülsteinen und Ausgüsse hingewiesen. Die Reinigung soll : der Regel monatlich 1—2mal vorg« nommen und dabei wie folgt bei fahren werden:
Nachdem man zunächst in de Stuchon von oben heißes Wasser eir
gegossen hat, um die Fettansätze zu losen, stellt man unter den Syphon einen leeren.Eimer, öffnet durch Aufdrehen mit einer gewöhnlichen Zange oder einem anderen geeigneten Werkzeug, die am tiefsten Punkte des Wasser - Verschlusses angebrachte schraube ur:d reinigt durch die entstandene untere Oeffnung, am besten mn einer geeigneten biegsamen Bürste mit Drahtstiel, durch mehrmaliges Auswischen der gekrümmten Rohre. Der Kopf der Schraube ist ebenfalls von Schmutzbestandteilen zu befreien. Nach Schließung der Schraubenossnung gieße inan eine genügende Menge heißes Wasser in d,e Ablaufofmung des Spülsteins od. Ablcrufbeckens, damit die noch etwa zurückgebliebenen Schmutzteile aus dem Wasser - Verschlüsse entfernt werden.
Den Inhalt der unter den Wasser- Verschluß ausgestellten Eimer schütte man in das Klosett. *
Wiesbaden, den 2. Juni 1916.
_ Städtisches Kanalbauamt.
Bekanntmachung.
Der Fruchtmarkt beginnt während der Sommermonate — April bis einschl. September — um 9 Uhr vormittags. »
Wiesbaden, den 15. März 1916.
Stadt. Akdifeamt.
