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„Tagblatthaus" Nr. 6650-53.

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Hr. 313. * 64. Jahrgang.

zSr uns nicht ungünstiger Verlauf der weiteren lebhaften Kämpfe an der Lamme.

Oie gewaltige deutsche Ueberlegenheit im Luftkampf auch im Iuni.

7 deutsche Flugzeuge verloren gegen 37 feindliche.

Heftige französische Angriffe östlich der Maas wieder abgeschlagen. Abweisung starker russischer Angriffe an der Nordostfrönt. — Eine Frontverkürzung in Wolhynien.

Oer Tagesbericht vom 7. Iuli.

W. T.-B. Großes Hauptquartier, 7. Juli. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Lebhafte» auch nachts fortgesetzte für uns nicht un günstig verlaufende Kämpfe beiderseits der C o m m e. Die Brennpunkte bildet die Gegend südlich von Contalmaison, Hem und Estrees.

Östlich der Maas scheiterten in breiter Front an- grsetzte starke französische Angriffe gegen unsere Stellungen auf dem Höhenrücken „Kalte Erd e'» sowie im Walde südwestlich der Feste B aux unter empfindlicher E in b u ß r für den Feind.

Auf der übrigen Front vielfach Patrouillen­gefechte. '

Südwestlich von Balenciennes erbeuteten wir ein französisches Flugzeug.

Bei Peronne und südwestlich von Bonzieres wurden feindliche Flugzeuge im Luftkampf zur Landung gezwungen.

Ergebnis der Luftkärnpfe im Juni:

Deutsche Verluste:

Im Luftkampf.2 Flugzeuge»

Durch Abschuß von der Erde... 1 Flugzeug»

Vermißt.4 Flugzeuge.

Im Ganzen ... 7 Flugzeuge.

Französischer und englischer Verlust:

Im Luftkampf . ....... 23 Flugzeuge»

Durch Abschuß von der Erde ... Ist Flugzeuge, Durch unfreiwillige Landung inner­halb unserer Linien .... 3 Flugzeuge»

Bei Landungen zwecks Aussetzen von

Spionen.1 Flugzeug.

Im Ganzen ... 37 Flugzeuge, von denen 22 in unserem Besitz sind.

Östlicher Kriegsschauplatz.

Gegen die Front der

Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von kfindenburg

setzten die Russe» ihre Unternehmungen fort. Mit star- kcn Kräften griffen sie südlich des Narocz-Sees an; sic wurden hier nach heftigen Kämpfen, ebenso nordöstlich von S m o r g o n »nd an anderen Stellen mühelos an­gewiesen.

Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Prinz Leopold von Saperu,

Abgesehen von einem schwächlichen feindlichen Boc- stvß herrschte an der in den letzten Tagen angegriffen eist Front im allgemeinen Ruhe.

Heeresgruppe des Generals von Lürfingen.

Der bei C z a r t o r y s k vorspringende Winkel wurde infolge des überlegen en Druckes auf seine Schenkel bei K o st i u n o w k a »nd westlich von K o l k i ausgegeben und eine kürzere Verteidigungslinie gewählt.

Beiderseits von S o k u l brachen die russischen Angriffe unter großen Verlusten zusammen.

Westlich und südwestlich von L u ck ist die Lage unver­ändert.

Krmee des Generals Grafen von lZotymer. Keine besonderen Ereignisse» auch nicht bei den deutsch«, Truppen südlich des Dnjestr.

Balkankriegsfchauplatz.

Nichts Neues. Oberste Heeresleitung.

Die Schlacht an der Somme.

Vor: General d. Inf. z. D. v. Blume.

Die große, seit Monaten auf dem westlichen Kriegs­schauplatz vorbereitete englisch-französische Offensive bat» nachdem eine siebentägige artilleristische Beschießung unserer Stellungen von bisher imerhörter Mächtigkeit voraufgegangen war» am 1. d. M. mit einem Massen­ungriff begonnen» der in einer Breite von 40 Kilometer

klbend-klusgabe.

gegen den auf beiden Ufern der S o m ni e und des Ancre-Baches befindlichen» nordwärts bis Gommecourt reichenden Abschnitt unserer West­front erfolgte.

Wie es mehrfach in ähnlichen Fällen des gegenwär­tigen Krieges der überlegenen Artillerie des Angreifers gelungen war» die vorderen Verteidigungsstellen des Gegners derart z u s a m m e n z u s ch i e ß e n, daß sich die tapferste Truppe in ihnen nicht zu behaup­ten vermochte» io konnte auch diesmal nicht verhindert werden, daß die Angreifer in der vordersten Linie der beiden an die Somme stoßenden Divisionsabschnitte an verschiedenen Stellen festen Fuß faßten. Diese Linie mußte von den Truppen beider Divisionen geräumt werden. Unter solchen Uluständen ist es unvermeid­lich» daß das in die Stellung eingebaute Kriegsmate­rial in die Hände der Angreifer fällt. Und auch die Angabe der Gegner» daß sie dabei Gefangene gemacht haben» wird wohl richtig, wenn auch der Zahl nach weit übertrieben sein, denn für die ineisten Überlebenden der Besatzung eines zusammengeschossenen, gleichwohl gegen den stürmenden Feind tapfer bis zum letzten Augenblick verteidigten Schützengrabens der heute gebräuchlichen Art gibt es keinen rettenden Aus­weg. Andererseits aber geht aus den amtlichen Ver­öffentlichungen der deutschen wie der französischen und englischen Heeresleitung hervor, daß am ersten Schlacht­tage die feindlichen Angriffe in den beiden Somme- Abschnitten über unsere vorderste Linie nur an ein­zelnen Stellen und auch da nur um ein Geringes hinausgelangt sind» daß sich am Sckiluß des zweiten Schlachttages (2. Juli), an dem die Kämpfe heftig fort­gesetzt wurden» in dem südlichen Somme-Abschnitt un- sereStellungen zweiter Linie» in dem nördlichenSomme- Abschnitt auch die Riegel st ellungen zwischen den beiden vordersten Linien im unbestrittenen Besitz un­serer Truppen befunden haben» an allen anderen Stel­len der angegriffenen Front endlich die feindlichen An­griffe gänzlich abgewiesen worden sind.

Damit sind nach den bisherrgerr Erfahrungen des gegenwärtigen Krieges die Aussichten des An­greifers» durch Fortsetzung des begonnenen Angriffs den Durchbruch zu erzwingen» nur noch gering. Die durch lange Vorbereitung erzielte artilleristische Über- legenheit, der er den bisherigen Erfolg zum großen Teil verdankt, kann er sich bei weiterem Vorwärts­schreiten, wenn überhaupt» so nur durch Nach­führung und Neugruppierung seiner schweren Artillerie sichern. Dadurch nimmt die Hand­lung mehr und mehr den Charakter eines zeitrauben­den F e st u n g s a n g r i s f s an» von dem sie sich aber zu ihrem Nachteil dadurch unterscheidet, daß bei ihr der Angreifer der Umfaßte ist, während sich im Festungskriege die Vorteile der Umfassung auf seiner Seite befinden. Zeitgewinn aber kann der Verteidiger einer befestigten Feldstellung in der Regel vorteilhafter verwerten als der Angreifer.

Günstige Aussichten für den Durchbruch einer stark befestigten und tüchtig verteidigten Feldstellung hat nur der, der ausreichende Kraft und Geschicklichkeit besitzt» um den Widerstand der hinter einander liegenden Verteidigungslinien des Gegners in ununter­brochenem Zuge zu überwinden. Ein unter ähnlichen Verhältnissen unternonimener» anfänglich erfolgreicher, dann ober ins Stocken geratender Angriff kann, wenn ihm nicht durch einen energischen Gegenangriff der Garaus gemacht wird» lange Zeit ein periodisch auf- flackerndes Dasein führen. An Aussicht auf Erfolg wird er dabei» wenn der Gegner wachsam bleibt» n i ch t gewinnen.

Über die Stärke der Truppenmacht, mit der der Angriff an der Somme unternommen worden ist, fehlt es an zuverlässigen Nachrichten. Auffallend ist ja» daß die Engländer die Ehre und bte Last dieser offen­bar wesentlich zur. Entlastung der bei Verdun kämpfen­den französischen Armee bestimmten Offensive nicht für sich allein in Anspruch genommen haben. Nach den Prahlereien über die Stärke der von ihnen auf­gebotenen Kriegsmacht sollte man glauben, daß sie sich für stark genug erachten könnten, um jene Aufgabe allein auf sich zu nehmen. Kaum minder ausfallend erscheint die geringe Breite von 40 Kilometer» in der die Entlastungsoffensive unternommen worden ist. Hätten für sie auch nur eine Million Köpfe zur Ver­fügung gestanden, so würden bei einer Frontausdehnung von 40 Kilometer 25 Mann auf den Meter entfallen» — ein Verhältnis» das man sich in heutiger Zeit kaum noch denken kann. .

Die nächste Zukunft ivird manche Aufklärung bringen.

JB

Die Furcht vor Enttäuschung in Paris.

Genf» 7. Juli. (Jens. Bin.) Aus ParrS liegt Me sehr deutur.gsfähige halbamtliche, Mitteilung vor» man dürfe für die nächste Zeit großzügige Operationen' der französischen

Arme? an der Somme nicht erwarten» da der für derartige Unternehmungen varh mdene Gcschützpark erheblicher Verstärkungen bedürfe, die erst heran gezogen werden müßten. Fachkritiker erklären» daß der bis jetzt erzielte Ge- ländegewinn der Franzosen erst dann praktisch ausgeuutzt werden könne» wenn es den bisher zurückgebliebenen Flügeln gelinge» mit dem Ze rtrum gleichen Schritt zu halten. General Verrau gesteht im „Oeuvre" den Mißerfolg der Engländer bei Thiepval zu. — Herbe schließt seinen Artikel in der gestrigen „Victoire" mit folgenden Warten: Seit drei Tagen kommen wir aus der Aufregung nicht mehr heraus» immer von der Furcht beseelt» unserem Siegestraum könnten abermals schlimme Enttäuschungen folgen.

Die Schlacht in der picardin.

Beulen werden wieder glatt gehämmert.

Br. Berlin» 7. Juli. (Eig. Drahtbericht. Zens. Bin.) Der Kriegsberichterstatter der „B. Z." meldet vom westlichen Kriegsschauplatz unter dem 6. Juli: Die Schlacht in der

Pikardie wütet fort und hat an Heftigkeit noch nichts verloren. Das Gesamtbild ist auch heute noch das gleiche» wie bei Beginn der Offensive. Es wird da­durch bestimmt» daß die Engländer da» wo sie allein fechten, als im Ancre-Abfchnitt» nur geringfügige Er­folge erzielt haben und stellenweise überhaupt nicht vorwärts gekommen sind» daß nördlich der Somme, wo die englischen und französischen Truppen gemeinsam operieren» ein Geländegewinn des Feindes festzustellen ist, und daß der Druck durch die Franzosen südlich der Somme am st ä r k st e n ist. Bei den Kämpfen zwischen der Straße Clerh-Maricourt und dem nach Norden ausladenden Bogen, den die Somme westlich Peronne beschreibt, konnte der Feind das Dörfchen L c m südöstlich Curlu besetzen. Hier, bei Belloh und bei Estrees an der Römerstraße von Amiens nach St. Quentin ist altes historisches Kampfgelände. Die alte Straße, die in Cäsars Zeit zurückreicht, ist begleitet von deut­schen und französischen Gräbern ans dem Jahre 1870 und aus dem Herbst 1914. Peronne selbst» das immer schon ganz nahe an der Front lag, wird natürlich von diesen Er­eignissen schwer mitgenommen. Schon bei den Vor» bereitungen des Angriffs haben die Franzosen rücksichtslos in die schöne alte Stadt hineingefeuert. Die Franzosen geben sich in ihren Zeitungen und Funksprüchen den Anschein» als glaubten sie» die Vorgänge der letzten Tage bätten bei uns Un­ruhe und Verwirrung hervorgerufen. Sie täuschen sich durchaus. Unsere militärische Lage in ihrem Land ist so gut, daß wir einen gelegentlichen örtlichen Rückschlag ruhig ertragen und freunütig zugeben können. Mehr als das, ihrem tapferen Anrennen an der Somme, wird bei uns ebenso A n - erkenn un g gezollt wie ihrer zähen Verteidigung bei V er- t u n, aber das ändert nichts an der Taffache» daß ihr Ge­winn heute füufTage nach Beginn der Offensive zu dem von ihnen ersehnten Durchstoßen unserer Front nicht ge­führt hat. Das Zurückdrängen einzelner Truppenteile um einige Kilometer um den Preis schwerer blutiger Ver­luste kann hierfür keinen Ersatz bieten. Daß sie dabei in der dichtbevölkerten Pikardie, wo die Ortschaften eng beiein - anderliegen, zwischen unserer ersten und zweiten Stellung eine Anzahl Dörfer eingenommen haben» denen keine strategische Bedeutung zukommt, ist selbstver­ständlich. Niemand verkennt bei uns den E r n st des Kampfes, der seinem Höhepunkt erst zueilt, doch niemand auch sieht den kommenden Tagen ohne feste Zuversicht entgegen. Eine Beule ist in den Panzer unserer Front geschlagen» nichts weiter. Das ist schon öfters geschehen, und es hat sich jedes­mal gezeigt, daß wir imstande sind, Beulen wieder glatt zu Hämmer n. Wenn die Feinde uns in dieser Technik und rn gleichem Tempo aus Frankreich und Belgien vertreiben wollen — angenommen einmal» es ließe sich so ein Gegenschlag durchführen —» so können sie sich ausrechnen, w a n n sie an die deuffche Grenze kommen und wieviel dann noch von den Heeren Frankreichs übrig sein würde.

Der tiefe Eindruck des Geständnisses zum Verlust von Thiaumont im neutralen Aus­land.

Die schweren französischen Menschenopfer.

V/. T.-B. Stockholm, 7. Juli. (Nichtamtlich.) „Stock­holms Dagblad" meint zu der von den Franzosen gemeldeten Wiedereroberung von Thiaumont durch die Deutschen: Der französisch-deutsche Heeresbericht-Streit endet damit» daß die Franzosen z ag eb e n müssen, daß sie den kürzeren gezogen haben. Das bedeutet um so mehr» als es mit der französischen Kraftanstrengung an einer anderen Stelle zu- sammentrifft, die sonst hätte vermuten lassen» daß die Deut­schen etwas von ihrer Aktivität bei Verdun aufgeben mußten. Hiervon ist aber nichts zu merken. — „Svenska Dagbladet" schreibt: Klar ist» daß die Kräfte der Franzosen bedeutend „/ehr mitgcnomnien sind als die der Deutschen. Sie haben inehr Gefangene verloren» and ihr zu Anfang des Krieges inangelhaftes Sanitätswesen hat eine geringere Zahl von Verwundeten wiederhergestellt als die Krankenpflege des deutschen Heeres» die nahezu Wunderwerke zum Schutz und zur Heilung des Volkes vollbracht hat. Die französische Nasse ist schweren Prüfungen in diesem tödlichen Kampf aus- gesetzt, der die Einsetzung aller männlichen Kräfte vom Knabenalter bis zum Älter von 50 Jahren verlangt. Schon