Nr. 304. Morgen-Ausgabe. Erstes Blatt.
Der Krieg gegen Italien.
Lärmszenen in der italienischen Kammer.
Das Vertrauensvotum für die Regierung.
W. T.-B. Rom, 2. Juli. (Nichtamtlich.) Während der Rede des Radikalen Gasparetti, der Österreich auf das heftigste angriff, kam es infolge eines Zwischenrufs des Sozialisten Maffi gegen das italienische Heer zu den üblichen Tumultszenen. Nach Wiederaufnahme der Sitzung nahm Maffi seine Äußerungen halb und halb zurück, worauf sich Bofelli durch einen Lobspruch auf das Heer und die Humanität der italienischen Soldaten den Beifall des Hauses und der Tribünen holte. Die Tagesordnung mit dem Ausdruck des Vertrauens wurde in namentlicher Abstimmung mit 391Stimmen von 450Stimmen angenommen. Die Mitteilung des Ergebnisses der Abstimmung wurde mit lebhaftem Beifall ausgenommen, worauf die Sitzung geschlossen wurde. Nächste Sitzung heute.
Italienisches Verlangen nach einer Balkanaktion.
W. T.-B. Bern, 2. Juli. (Nichtamtlich.) Der Sonderberichterstatter des „Secolo" drahtet aus Saloniki, die Armeen Sarrails dürften sich demnächst rühren. Es sei dies unbedingt notwendig, denn eine tatkräftige und siegreiche Balkanaktion der Alliierten könnte noch heute ausschlaggebend sein. Die Orientarmee müsse endlich die Früchte der ungeheuren Opfer bringen, die sie gekostet habe, sonst fahre man auch weiterhin im alten Stil fort, die Unternehmungen des Feindes zu fördern, der mit seinen 250 000 Mann bis heute mindestens 500000 Mann zu beinahe vollkommener Unbeweglichkeit habe festnageln können.
Oie Ereignisse auf dem valkan.
Große Kundgebungen gegen Venizelos.
W. T.-B. Bern, 2. Juli. (Nichtamtlich.) Dem „Temps" zufolge fanden am Mittwoch in Athen und zahlreichen anderen Städten Griechenlands Kundgebungen statt, an deren Spitze die entlassenen Reservisten standen. Zu besonders lebhaften Kundgebungen kam cs in C o r i n t h, wo die Volksmassen die Hauptstraßen durchzogen unter Rufen: „Nieder mit Venizelos, Vaterlandsverräter, Söldling, Ausländer!" Den Geschäftshäusern, deren Inhaber als Veni- zelisten gelten, wurden die Scheiben eingeworfen. Ähnliche Kundgebungen werden aus Nauplia,. Tripolis und Argos berichtet. Venizelos selbst war Gegenstand feindseliger Kundgebung der Reservisten, die ihm Verräter und Söldling zuriefen. — Der „Temps" legt diese Äußerungen der griechischen Volksseele als Machenschaften der Gunarispartei aus, die er als Vorspiel des Wahlfeldzugs betrachtet, in dem diese Partei durch Betrug und Gewalt zu triumphieren hoffe.
Zur Vergewaltigung Griechenlands.
W. T.-B. Rotterdam, 2. Juli. (Nichtamtlich.) Dem „Nieuwe Rotterd. Courant" wird aus Athen gemeldet, daß die griechische Regierung die Vorschläge der Entente, betreffs Beschleunigung der griechischen Demobilisierung, angenommen hat. Die Demobilisierung wird noch im Juli'beendet werden.
W. T.-B. Paris, 2. Juli. (Nichtamtlich.) „Matin" meldet aus Athen, daß die bulgarische und türkische Gesandtschaft kerne Pässe für Bulgarien und die Türkei mehr ausstcllen.
W. T.-B. Paris, 2. Juli. (Nichtamtlich.) „Petit Parisien" meldet aus Athen: Der griechische Gesandte Romanos ist auf seinen Posten nach Paris zurückgekehrt.
W. T.-B. Bern, 2. Juli. (Nichtamtlich.) Laut einer Athener „Matin"-Meldung wird die Nationalbank ermächtigt, Banknoten im Betrag von 50 Millionen Franken gemäß dem Abkommen vom 17. September 1910 gegen Hinterlegung von Gold auszugeben. ___________
Der Krieg über See*
Ein englischer Bericht ans Ostafrika.
W. T.-B. London, 2. Juli. (Nichtamtlich.) Ter Korrespondent des Reuterschen Bureaus bei der Armee S m u t 3 telegraphiert unterm 28. Juni: Nachdem General v. Deventer so viel Munition und Vorräte als möglich angesammelt hatre, eröffnete er am 28. Juni bei Kondca-Jrangi ein heftiges Granatfeuer. Unter diesem Feuer rückten wir mit gefälltem Bajonett vorwärts und vertrieben den Feind aus seinen Stellungen. Unsere Verluste waren gering. Der Druck, den (General Hoskins auf ihn ausübt, muß sich bei dem Feinde schwer fühlbar machen. Die Deutschen werden nunmehr alle Kräfte an einer Stelle sammeln, wo sie unsere östlichen und »restlichen Kolonnen vereinigt vorfinden werden.
wie sie vorhin die Höhe 232 beschoß. Vorwerk Leonowska fängt Feuer, Kisielin brennt. Immer noch springt die dünne schwarze Linie.
Regelmäßig hämmert die Artillerie.
Weiße Leuchtkugeln steigen von der Infanterie hoch. Die Sturmkolonnen liegen jetzt, die Spaten arbeiten. Die Artillerie ändert die Entfernungen. Wieder setzt das Hämmern ein. Auf dem Hügelabhang springen sie weiter. So deutlich, deutlich sieht man jeden Mann. Die Sonne sticht über die Ebene. Die russischen Maschinengewehre rauschen auf. Rasend schwillt das Gewehrfeuer an. „Rollsalve", sagt der Fcldartilleriehauptmann. Schuß um Schuß feuern die Schweren. Jetzt biegt die schwarze Linie um die Häuser des Vorwerks. „Feuer weiter legen!" sagt der Artilleriehauptmann. „Leonowska ist genommen", gibt der Mann am Telephon weiter.
Regelmäßig hämmert die Artillerie.
Die Linien schieben sich auf den grünen Feldern dort an den Höhen weiter, jetzt geht's um 229. Die ruffischen Maschinengewehre arbeiten unausgesetzt. Trotzdem, die grauschwarze Stelle kommt weiter. Nein. Ein Hornsignal klingt von links herüber. Ganz deutlich. Ist man dort nicht genug vor? Nur die Augen wissen. Man steht: Unten arbeitet
wieder der Spaten.
Wie eine rote Blutlache zieht sich ein breites Mohnfeld vor der Schwarmlinie.
Regelmäßig hämmert die Artillerie
Pötzlich kommt wieder Bewegung in die Linie. Schwarze Striche fliege« über das rote Feld, fliegen schnell über die -MuÜache an dem HügetrmL und verschwinden in dem weitzen
_ Wiesbadener Trrgblatt. _
Die Neutralen.
Amerika und Mexiko.
Wilson sucht den Krieg mit Mexiko zu vermeiden.
W. T.-B. New York, 2. Juli. (Nichtamtlich. Reuter.) Wilson sprach in einer Versammlung des Presseklubs und sagte, er würde sich nur dann zu einem Krieg mit Mexiko entschließen, wenn gar kein anderer Ausweg übrig bliebe, den unruhigen Verhältnissen an der Grenze ein Ende zu machen. Die Zuhörer nahmen die Erklärung mit lebhaftem Beifall auf.
Kap Juby von den Spaniern besetzt.
Br. Madrid, 2. Juli. (leig. Drabtbericht. Jens. Mn.) Der Generalkapitän der Kanarischen Inseln kabelte dem spanischen Kriegsminister, daß er offiziell Kap Juby für Spanien besetzt habe. (Kap Jubv liegt gegenüber der kanarischen Insel Fuertaventura an der W e st k ü st e Afrikas in» Norden der spanischen Kolonie De Oro._ Sie Begrenzung dieser Kolonie nach Norden gegen Französisch- Marokko ist schwankend und offen. Bisher galt die vom südlicher gelegenen Kap Bojador noch Westen verlaufende Linie als Grenze. Die Nachricht wird w-hl in Frankreich einigen Lärm verursachen. Schrift!.)
Ein schwedischer Amerika-Dampfer überfällig.
\V. T.-B. Kopenhagen, 2. Juli. (Nichtamtlich. Drahtbe- richt.i Nach einer Meldung der „National Tidende" aus Stockholm fehlt von dem schwedischen Amerikadampfer „Stockholm", der am 20. Juni mit 800 Reisenden New ihork veclaffen hat, seitdem jede Nachricht. Das Schiff ist nrit Funkentelegraphie ausgerüstet.
Aus den verbündeten Staaten.
Der Besuch der deutschen Abgeordneten in Bulgarien.
W. T.-B. Tirnowo, 2. Juli. (Nichtamtlich.) Die lebensvolle Stadt Plodiv (Philippopel) hatte die deutschen Gäste mit besonderer Herzlichkeit empfangen. Mittags erfolgte die Weiterfahrt nach Tschirpan, Miahilowa und Stara Sagora; auch an vielen anderen kleineren Punkten hielt der Zug an. Die Abgeordneten entstiegen den Wagen und wurden von der Bevölkerung begeistert begrüßt. Die Ortsvorsteher hielten Ansprachen, auf die die Abgeordneten kurz erwiderten. Ehrenjungfrauen überreichten Blumen und Früchte oder Rosenöl und Wein. In Stara Sagora, einst einer Hochburg russensreundlicher Gesinnung, hielt der Bürgermeister eine Rede, in der er seiner Freude Ausdruck gab, daß das Regiment des Ortes jetzt den Namen des Kaisers trage. „Sagen Sie Ihrem Volk — erklärte er —daß das kleine Bulgarien, das als unabhängiger Staat von Ihnen behandelt wird, die berühmten Worte Ihres Kaisers als ein unumstößliches Gesetz betrachtet, für immer Hand in Hand mit Ihrem Volke gehen und Freude und Leid mit Ihnen teilen wird." Von Stara Sagora bog der Zug in die Transbalkanbahn ein, die, ein Meisterwerk bulgarischer Jngenieurkunst, in zahlreichen Wellenlinien durch dunkle Buchenwaldungen und über bunte Wiesen auf die Balkanhöhen emporklettert.
Staatssekretär Dr. Helfferich in Bialostok.
W. T.-B. Bialostok, 2. Juli. (Nichtamtlich. Drahtbericht.) Die „Bialostoker Zeitung" schreibt: Gestern abend trafen der Staatssekretär des Innern Dr. Helfferich und andere Herren hier ein. Auf dem Bahnhof fand ein Empfang statt, zu dem die Spitzen der Behörden erschienen waren. Die Stadt hatte Flaggenschmuck angelegt. Heute vormittag fand eine Fahrt in die nähere Umgebung statt; nachmittags wurde die Fahrt durch das besetzte Gebiet fortgesetzt.
klus Stadt und Land.
Wiesbadener Nachrichten.
ver Wiesbadener Verein vom Noten Nreuz
hielt am Samstag seine Hauptversammlung ab. Dem vom Vorstand erstatteten Geschäftsbericht sei folgendes entnommen: Die Schwestern sind fortgesetzt teils in den Lazaretten an der Front, teils in denjenigen des Heimatsgebicts tätig, und das Krankenhaus ist, abgesehen von einem kleinen für Privatpersonen zurückbehaltenen Teil, Reservelazarett geblieben. Eine der Schwestern ist mit der deutschen Sanitätsmission für Bulgarien nach Sofia, Uesküb und Gümüldschina gegangen. Im Krankenhaus waren 54 Betten für das Lazarett bestimmt. 640 größere Operationen wur-
Streifen. „Die Vorstellung auf 229 ist genommen!" gibt der der Mann am Telephon weiter.
Wieder springt die Linie. Es mögen jetzt noch zweihundert Meter von der Kuppe sein. Da lösen sich dichte Gruppen von dem Kamm. Was ist dort? Was geschieht da? Laufen die Russen über? Das Gewehrfeuer wird rasend. Die schwarzen Gruppen werden dichter.
Der Kommandierende, der, das Glas vor den Augen, die Schlacht seit einiger Zeit beobachtet, wendet sich zurück: „Sollte das Gegenstoß . . . ."
Man schwankt im Beurteilen. Dann löst sich das Bild des Gegenstoßes deutlich ab. Auf die ermüdeten Mannschaften gehen zwei frische ruffische Kompagnien. Der Angriff steht. Steht eine halbe Stunde, eine Stunde, ich weiß es nicht. Ich sehe nur die weißen russischen Schrapnellwolken über unserer jetzt sich eingrabenden Sturmlinie.
„Reserven . . ." gibt der Mann am Telephon einen Befehl weiter. Eine dunkle, geschloffene Linie zieht sich aus dem Wald, löst sich auf. Da! Die Sturmlinie springt empor. Vor ihr flüchten die beiden ruffischen Kompanien, die sich auf halber Höhe gegenüber eingegraben hatten. Wieder schwillt das Jnfanteriefeuer an. Wie eine ungeheure Sense mäht es in den zurücklaufenden Ruffen. Die Schlacht ftißt, ihre, riesigen Kiefer mahlen. In Schwärmen stößt die deutsche In-' fanterie weiter. Am Rand! Die Gestalten verschwinden! „Feuer verlegen! Höhe 229 ist soeben genommen", gibt der Mann am Telephon weiter.
Regelmäßig hämmert die Artillerie.
Rolf Brandt, Kriegsberichterstatter.
_ Montag, 3. ffuli 1916. Sei te 3.
den dort durch den Chirurgen des Lazaretts Dr. A h r e n s unter Assistenz von Dr. B i e r m e r und Sanitätsrat Dr. Lande ausgeführt, und im Röntgeninstitut durch den leitenden Arzt Dr. Mahr 900 Verwundete und 55 Privatpatienten röntgeologisch untersucht und bestrahlt. An Privatkranken wurden 54 Patienten und 38 Begleiter ausgenommen. Etwa 200 Patienten wurden ambulant behandelt. 30 Ärzte behandelten ihre Patienten im Krankenhaus. 55 mittellose Kranke wurden am 595 Tagen frei verpflegt. Die 1. Klaffe wies 147, die zweite 86, die dritte 275 Patienten auf. Auf Freibetten entfielen deren 10. In der Armenpflege wurden 45 Personen, :n der Privatpflege 75 Patienten verpflegt. Die Schwestern sind tätig außer im Krankenhaus des Vereins im Wöchnerinnenasyl, in der Bonner Frauenklinik, in der Bonner Augenklinik, in Godesberg, in Naurod, in der Fürsorge für Lungenkranke, bei der Mutterberatung, im Metzer Garnisonlazarett, im städtischen Krankenhaus in Idstein, in der Mar- burger medizinischen Universitätsklinik, im Garnisonlazarett Hagenau, in Walderholungsstätten, in der Privatpflege, in der Armenpflege. ' Am 31. März gehörten dem Verein 80 Schwestern an. Den Unterricht an die Lehrschwestern erteilten die Ärzte Dr. Heß bezw. Sanitätsrat Dr. Lande. In der staatlichen Prüfung bestanden sämtliche Schwestern mit „gut", einige mit „sehr gut". Die Finanzverhältnisse waren zufriedenstellende. Die Großherzogin von Luxemburg hat dem Verein die Zinsen eines Darlehens von 50 000 M., welches seinerzeit von dem Großherzog Adolf gewährt wurde, bis auf weiteres erlassen. Fräulein Clementine O e f f n e r hat dem Verein 5000 M. als Freibett-Stiftung hinterlassen. Drei Schwestern, Margarete R u p p, Erwinia v. Jaffa und Malwine Kretz, feierten ihr 25jähriges, sechs ihr 10jäh- riges Dienstjubiläum. Der Verein kann mit großer Befriedigung auf sein abgelaufenes Geschäftsjahr zurückblicken. An Geschenken gingen ein: für die Freibettkaffe Erwachsener 185 M., für die Freibettkaffe der Kinder 198 M„ für das Freibett Jda Randebrock von Otto Randebrock 1100 M., für den von Dr. Hirschland gestifteten Fonds zu einem Freibett Eugenie Randebrock eine solche von 1284 M., die Freibett- stiftung des Grafen A. v. Uexküll-Gyllcnband hat heute eine 'Höhe von 1431 M., diejenige von Fräulein Auguste und Eugenie Randebrock eine solche von 1284 M., die Freibettstiftung aus dem Goldenbcrgschen Legat für unbemittelte Ohrenkranke bei 100 M. Zuwachs durch Spende eine gleiche von 1474 M., der Schwestern-Erholungsfonds eine gleiche von 7672 M., die Schwestern-Erholungskaffe eine gleiche von 749 Mark. Der Schwestern-Pensionsfonds zahlte an Pensionen 1305 M., als Beitrag zur Ruhegehaltskaffe 5207 M. und bat derzeit eine Höhe von 81 873 M. erreicht. Der vorigjährige Rechnungsabschluß weist nach 8489 M. Mitglieder- und Ärztebeiträge, 28 296 M. Einnahme aus Pslegestationen, 121 997 M. Einnahme aus dem Krankenhaus, 10 590 M. Einnahme aus Privatpflege, 'Ausgabe für die Verwaltung 6773 M., Gehälter der Schwestern 82 444 M., Löhne und Versicherungsbeiträge für Dienstboten 7276 M., Ausgabe für den Haushalt 94 000 M„ Ausgabe für Pflegematerial und Medikamente 9333 M. Die Einnahmen mit 177 458 M. übersteigen die Ausgaben mit 177 372 M. um 86 M. Dem Rechner Dr. Fritz B e r l e wurde die nachgefuchte Entlastung erteilt. Der neue Rechnungsvoranschlag paßt sich im ganzen den Rechnungsergebniffen des Vorjahres an. Die Mitglieder- und Ärztebeiträge sind etwas höher, nämlich mit 10 000 M., die Einnahme aus der Marburger Universitätsklinik um rund 1300 M. höher, nämlich mit 5000 M., aus der Fürsorgestelle Wiesbaden-Biebrich für Lungenkranke um 300 Mark niedriger angesetzt. Die Einnahme von dem Viktoria- Hospital in Godesberg ist ganz in Fortfall gekommen. Die Einnahme aus dem Krankenhaus ist um 2000 M. höher, die Ausgabe für die Verwaltung um 1900 M. geringer, eingesetzt. Der Voranschlag, welcher unverändert gutgeheißen wurde, schließt ab mit 177 575 M. in Einnahme und Ausgabe. Das Mitgliederverzeichnis weist 314 Mitglieder nach. 43 Personen unterstützen den Verein durch regelmäßige Spenden.
Regelung der gischpreise.
Der Präsident des Kriegsernährungsamts hat im Reichsgesetzblatt eine Bekanntmachung veröffentlicht, durch die die geltenden Höch st preise für Fische in einigen Punkte« abgeändert werden. Zunächst ist der Grundpreis für Hechte für den Verkauf im Kleinhandel etwas erhöht worden, da foie bisherigen Höchstpreise tatsächlich nicht den erschwerten Fangverhältniffen entsprechen und zum Teil nicht unerheblich unter den Friedenspreisen lagen. Der Preis für das Pfund Hecht im Kleinhandel beträgt nunmehr 1,50 Mark. Dieser Preis kann örtlich abgeändert werden.
Sodann ist die Verschiedenheit des Preffes für tote und für lebendige Fische in Wegfall gekommen, da sich diese Verschiedenheit im Preis in den Gegenden als undurchführbar erwiesen hat, in denen gewöhnst eitsgemäß die Fische in „trockenem", also in frischem, aber zum Teil toten Zustand, auf den Markt kommen. Außerdem sind noch einige andere kleine Veränderungen vorgenommen.
Die Preise für Teichfische, also für Karpfen und Schleie, sind zunächst unverändert geblieben. Damit ist jedoch die Preisfrage für die Herbsternte nicht als erledigt anzusehen. Es steht noch nicht fest, ob die Regelung der Preise für Teichfische durch Fesffetzung eines neuen Höchstpreises erfolgt, oder ob sonst Maßnahmen getroffen werden, die ohne Festsetzung eines Höchstpreises geeignet sind, den Preis der Teichfische in gewiffen Grenzen zu halten. Gedacht ist unter Umständen an die Syndizierung der Teichfischproduktion, die zugleich den Absatz entsprechend zu beeinflussen hätte. Die Angelegenheit befindet sich noch in Erwägung. Auf jeden Fall aber werden den Teichwirten Preise gesichert werden, die den Produktionskosten entsprechen. Eine entsprechende Bewirtschaftung der Teiche kann daher von den Besitzern ohne Bedenken vorgenommen werden.
— Kriegsauszeichnungen. Das Eiserne Kreuz 1. Klaffe wurde dem Pionierleutnant Karl F r a n ck, Sohn des Verwalters Franck in Freiendiez, verliehen. — Der Unteroffizier und Offiziersaspirant im Leib-Grenadier-Regiment 115 Ge- richtsaktuar Wilhelm E r x l e b e n aus Wiesbaden und der Ersatzreservist im Marinekorps Architekt D i d i o n aus Wiesbaden erhielten das Eiserne Kreuz 2. Klaffe.
— Die Fleischerinnung Wiesbaden hielt am Samstagabend in der „Wartburg" unter dem Vorsitz des Obermeisters Kiesel eine sehr gut besuchte Versammlung ab. Man besprach in ausgiebiger Weise die Fleischversorgung der hiesi-
