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Wiksba-ener iaplatt.

«erlag Langgasse 81 12 HUSCUXbCH. „T-gbl-mans" Nr.ssso-»-.

„Tagblatthairs". (UOCOCllUlU) ” Bon 8 Uhr morgen« bis 8 Uhr abend«, auher Eonnfgg«. i

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Verlag Langgasse 31

„ragbl-tthaus".

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Freitag. 16. Juni 1916.

Kbend-Kusgabe.

Nr. 278. . 64. Jahrgang.

Ergebnislose französische Angriffe am „Toten Mann".

246 Mann gefangen.

Die neuen Angriffe gegen die Armee des Grafen Bothmcr wiederum abgeschlagen, über 4VÜ Russen gefangen

Dar Tagesbericht vom 16. Juni.

W. T.-B. Großes Hauptquartier, 16. Juni. «Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Links der Maas griffen die Franzosen mit starken Kräften den Südhang des „Toten Mannes" an. Nach­dem es ihnen gelungen war, vorübergehend Gelände zu gewinnen, wurden sie durch einen kurzen Gegenstoß wieder zurückgcworfen. Wir nahmen dabei 8 Offiziere, 2 3 8 Mann gefangen und erbeuteten mehrere Maschi­nengewehre. Eine Wiederholung des feindlichen Angriffs am späten Abend und Unternehmungen gegen die beiderseits anschließenden deutschen Linien waren völlig ergebnislos. Der Gegner erlitt schwere blutige Ber-

^°Rechts der Maas blieb die Gefechtstätigkcit, abgesehen von kleineren, für uns günstigen Jnfanteriekämpfen an der Thiaumontschlucht, im wesentlichen auf starke Feuertätigkeit der Artillerien beschränkt.

Lftlicher Kriegsschauplatz.

Gegen die Front der Armee des Generals Grasen B o t h m e r nördlich von Przewloka setzten die Russen auch gestern ihre Anstrengungen fort. Bei der Abwehr des Feindes blieben über 4 00 Mann gefangen in der Hand des Verteidigers.

Balkan-Kriegsschauplatz.

Die Lage ist unverändert.

Oberste Heereslertung.

Amerika und der künftige Frieden.

Das Widerliche an der Politik des Herrn Wilson ist nicht, daß sie gegen uns Partei nrmnsi. sondern daß sic bb§ unter dem heuchlerische n D eckmantel der st'r e n g e n N e u t r a l i t ä t tut. Uber einen e h r- lichen Feind brauchen wir uns nicht zu entrüsten, ober die U n e b r l i ch k e i t, die aus a I len amerrka- irischen Kundgebungen förmlich Herausspritzt, mutz uno das Blut, wallen machen. Wre anders ist der Z o n der Wrlionschen „Protestnote" an Großbritannien und Frankreich im Vergleich mit der letzten, an uns ge­richteten Note! Hier eine Hemdsarmeltge Grobheit, dort sanftmütige Geschmeidigkeit, die nur ia daraus be- dc-cht ist, den „Gegner" bei guter Stimmung zu erhar- tcn Amerika wird mit seiner Postnote an London nichts aus richten, weil ihm im Grunde gmom- mrn g a r n i ck t s d a r a n liegt, etwas auszunchten. Un^ Deutschen kann dies hinterhältige Gerede,^das stoi­sch,.l Lcndon und Washington nun schon iert ^ahr und "t-aa im Schwange ist. vollkommen gleichgültig 'ein-, wir wissen, daß sich zwei Augurn unterhalten, die der Wert nur blauen Dunst vormachen, dre etnarider kennen und einander wert sind. Über all dies wäre nun weiter nicht zu reden, wenn Herr Wilson nicht er­neut den Anspruch .der Teilnahme der Ver'emrgten Staaten an den künftigen F r i e d e n s Verhandlungen angemeldet Halle. Das hat er tn einer Versammlung-;.

getan, in der er nebenbei auch den Deutuhamerr- kancrn die schmipilichsten Vorwürfe machte. Für Leute, die als amerikanische Bürger noch Zuneigung für ihr Heimatland halten, sei kein Platz m der Union! r.lso die Amerikaner, die aus England hmübergekoinmen sind, dürfen sich die gehässige Parteinahme gegen Deutschland erlauben, damit bleiben sie nach Herrn Wilsons Ansicht im Rahmen ihrer Pflichten gegen das neue Vaterland, und nur die Deutschen müssen aeächtet werden, denen ihr Herz sur ihr Ursprungsland schlägt. Wenn ein Mann mit solchen Gesinnungen die Mitwirkung an- Fricdensiverk fordert, dann werden wir uns doppelt hüten, ihm zu Willen zu sein. Zwar ist noch keine Aussicht auf den Frreden, aber es emp siehlt sich sehr, den hochmütigen Anspruch der Vereinige ten Staaten auf irgendwelche Teilnahme gleich beim Beginn zurückzuweifen. Man kennt ja dre ge schickte Methode, mit der die pfiffige angelsächsische Dialektik, die in Amerika so gewandt geübt wird wie in England, die Stiinmungen in allen Ländern zu be einflussen versteht, indeur imt tausend Wendungen immer dasselbe aesagt wird, bis es zuletzt wie eine nickt mehr anzuzweiselnde Selbstverständlichkeit dasteht. In die Netze dieser raffinierten Methode wünschen wir nicht zu fallen, und wir brauchen es auch nicht, wenn wir

nicht wollen. Amerika am Konferenztisch, das ist ein Feind mehr und ein sehr gefähr­licher. Als der Kanzler im Reichstag erklärte, er wisse von amerikanischen Friedensbemühungen und Konferenzsehnsüchten nur aus den Zeitungen, brauchte er nicht hinzuzufügen, wie er sich zu einem Ansinnen stellen würde, das aus unmittelbare Teilnahme an den sväteren Friedensverhandlungen hinausginge. Aber seine Tonart war schon deutlich g e n u g. sein Schweigen war schließlich ein N e i n,^ wie es ja auch gar nicht anders sein kann, und bei diesem Nein wird es auch bleiben, mutz es bleiben, cs sei denn, daß wir besiegt werden und uns alsdann das gefallen lassen müssen, was wir als die Sieger ganz gewiß n i e in a l s dulden und zulassen wollen und dürfen. Inzwischen kann man den Anspruch des Herrn Wilson immerhin ganz sachlich und ruhig auf seine Begründung hin prü­fen. Wir müßten ihn auch dann a b l e h n e n, wenn er einen Schein von Berechtigung für sich hätte; den aber hat er nicht. So ungeheure Wellenkreise rings um den Erdball der Weltkrieg zieht, so liegen die eigent­lichen und letzten Fragen, denen dieser Krieg gilt, außerhalb des amerikanischen Interessen­bereichs. Was geht es die Vereinigten Staaten an, wie in Zukunft die Landkarte Europa aussehen wird? Was hat Amerika mit Belgien, mit Polen, mit dem Balkan, mit dem Gegensätze zwischen dem Donaureiche und Italien zu tun: Auch mit Afrika und mit Vorderasien haben die Vereinigten Staaten nichts zu schaffen. So groß die Macht der Union ist, so ist sie mit den An­liegen der alten Welt doch nicht so verzahnt, daß eine Neuordnung der Grundlagen, aus denen Europa fortan sein Leben führen will, durchaus die Mitwirkung der transatlantischen Republik bedingte. Die Staaten und Völker Europas stehen in wütenden Kämpfen gegeneinander, aber düruni haben sie doch noch einenRest von Gemeinschaft, mit der sie ihre Angelegenheiten unter sich werden regeln müssen. In unsereni Vier­bunde kann nur Einverständnis darüber herrschen, daß die Teilnahme Amerikas am Friedenswerk ein U n- g l ü ck für uns alle wäre. Was also könnte uns zwin­gen, dies Unglück auf uns zu nehmen■. Wir wollen es nicht und wir werden es nicht.

Oie Lacre im westen.

Neue französische Sorge um Verdun.

Französische Militärsachvcrstündige über den deutschen Erfolg bei Tlfiaumont.

Br. Genf, 16. Juni. '(Gig. Drahtbericht. Zeus. Bln.) Der deutsche Erfolg bei Thiaumont hat bei den französischen Fachkritikern neue Sorge erweckt. Der „Temps" findet, die Lage auf dem rechten Maasufer sei beunruhi­gend und gibt dem englischen Oberkommando zu verstehen, daß die angekündigte Offensive der Engländer nicht mehr aus sich warten lassen dürfe. Die englische Regie­rung läßt nun verkünden, der Angriff der englischen Armee hänge lediglich von einem Befehl Joffres ab und könne jederzeit einsehen. In einer Unterredung mit einem Redakteur des „Matin" erklärte der englische Kolonial­minister B o n a r Law, der sich gegenwärtig als Teilnehmer an der Wirtschaftskonferenz in Paris aufhält, die britische Armee und das Oberkommando stehe mit dem großen Ober­befehlshaber des französischen Heeres in vollem Einverneh­men. Unsere Truppen — so sagte Bonar Law — sind seit Beginn der Schlacht bereit, jede Aktion zu unternehmen, welche nach Ansicht des französischen Generalstabs die um Verdun heldenmütig für die gemeinsame Sache kämpfenden Truppen unterstützen kann. — Dieser schönen Erklärung wird in Paris aber keine allzu große Bedeutung beigemessen. So meint „Jntransigeant", die Äußerungen Bonar,Laws dürfe man nicht so genau nehmen. Die Lage um Verdun erwecke nach wie vor Sorge. Der Druck des Feindes werde täglich gewaltiger und die Umschnürung enger. Senator Charles H u m b e r t, der die Front vor Verdun be­sucht hat, gibt im „Journal" seiner sehr pessimistischen Auf­fassung über die Versorgung des ftanzösischen Heeres mit Munition Ausdruck. Was Frankreich in der Munitions­herstellung seit Jahren geleistet habe, sei nichts im Vergleich zu den heutigen Erfordernissen.

466 666 Mann französische Verluste bei Verdun!

In einer diplomatischen Gesellschaft hat, wie die „Voff. Ztg." erfährt, ein französischer Offizier sich geäußert: Es ist wahr, daß wir beim Angriff auf Verdun 400 000 Mann verloren haben.

Ein Mitarbeiter des „Matin" bei Verdun gefallen.

Br. Rotterdam, 16. Juni. (Jens. Bln.) Der „Neue Rotterd. Courant" meldet aus Paris: Der bekannte Aus­landsredakteur des „Matin" Jules Hedeman, ein geborener Holländer, der von Kriegsbeginn an bei der Territorial­armee diente, ist vor Verdun, 47 Jahre alt, gefallen. (Hedeman war Chef des Nachrichtendienstes des „Matin", der ihn wegen

seiner großen Sprachkenntnisse durch alle Weltteile reisen ließ. Hedeman hat für seine englisch-französischen Auftrag­geber stets eifrig den Haß geschürt und dürfte als einer der unermüdlichen Agenten der Einkreisungs- d i p I o m a t i e gelten. Auch in Berlin konnte man ihn oft auf seinen Missionen sehen. Die Freundlichkeit, die ihm in der W i l h e l m st r a ß e zuweilen gezeigt wurde, hatte keinen Einfluß auf die Tendenz seines Blattes. Schriftl.)

Die Gehcimsitzung der französischen Kammer.

Br. Genf, 16.. Juni. (Eig. Drahtbericht. Zens. Bln.) In der gestrigen Sitzung der französischen Kammer verkün­digte Präsident Deschanel, daß er zwei Anfragen von den Abgeordneten Galli und Poirier de Narcay erhalten habe. Tie beiden Interpellationen werden nach anderen bereits an- gcmeldeten in der geheimen Sitzung erörtert werden. Als­dann verlas der Kammerpräsident einen Antrag, der verlangt, daß die Abgeordneten, die seit Kriegsbeginn sich mit Unter- tcnen feindlicher Länder zu Beratungen trafen, nur nach Ableistung eines Eides, daß sie bis zum Ende des Krieges auf jede direkte und indirekte Beziehungen mit dem Feind verzichten wollen, der Geheimsttzung beiwohnen können. Ter Präsident erklärte, daß dieser Antrag ihm nicht ver- fasjüngsgemäß erscheine. Die Kammer verwies ihn daher an den Geschäftsordnungsausschuß zurück.

Austcrordentlichc Maßnahmen für die Geheim sitznng der französischen Kammer.

Br. Wien, 16. Juni.' (Eig. Drahtbericht. Zens. Mn.) Der „Politischen Korrespondenz" zufolge wurden für die heutige Geheimsitzung der französischen Kammer außer­ordentliche Vorkehrungen getroffen. Die Zugänge zu dem Sitzungssaal und den äußeren Wandelgängen wurden ge­sperrt. Die Berichterstatter, die Attaches der Ministerien und das Verwaltungspersonal dürfen das Palais Bourbon nicht betreten, dessen Gitter geschlossen wurden und von Polizei und Soldat e n bewacht werden. Die Kammer wird darüber zu entscheiden haben, ob ein Protokoll über die Geheimsitzungen für das Kammerarckiv ausgenommen weiden soll.

Französische Offiziere von Anarchisten erschossen.

Bern, 15. Juni. (Zens. Bln.) In Melun sur Marne haben zwei feindliche Anarchisten drei französische DraHoner- offiziere durch Revolverschüsse schwer verwundet. Einer der Täter beging Selbstmord.

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Schaden-Ersatzleistung der Stadt Brüssel.

Brüssel, 15. Juni. Der Schaden, den der Brüffeier S t r a ß e n p ö b e l in den ersten Augusttagen des Jahres 1914 allein im Zentrum der Stadt angerichtet hat, beläuft sich auf 342 778,40 Franken. Die Stadt Brüffel hat diese Summe jetzt bezahlt, nachdem die Stadtverordneten-Bersammlung ihre Genehmigung erteilt hat. Bis jetzt ist noch nicht bekannt geworden, welche Entschädigungssummen die anderen zum Städteckomplex Grotz-Brüsfel gehörigen Gemeinden zu zahlen haben. '

Oer Krieg gegen England.

Die Seeschlacht am Skagerak.

Weitere englische Berichte.

Br. Basel, 16. Juni. (Eig. Drahtbericht. Zens. Bla.) tlber die Seeschlacht am Skagerak berichtet laut „Basler Nachr." die Londoner C,typresse iwch folgendes: Bei dem Eingreifen der britischen Schlachtschiffe war nicht der vielge­nannte „Warspite", sondern der „B a r h a m" das zuerst auf- kommende Schiff. Schon zwei Minuten nach Beginn des neuen Kampfes hatte einer der deutschen Schlachtkreuzer einen glücklichen Treffer auf der ,.B a r h a m", der glatt durchgeschlagen wurde. Was den „W a r s p i t e be­trifft, so konnte er von 400 Meilen Heimfahrt nur einen Teil mit eigenen Maschinen zurücklegen. Ein Matrose sagt dar­über: „Für die deutsche Annahme, daß dieses Schlachtschiff gesunken sein müsse, sind schon Gründe vorhanden: es stand im Zentrum der schrecklichen Aktion und hatte das Feuer der stärksten und zahlreichsten Kriegsschiffe auszu- halten." Der „Warspite" mußte sich vor Ende der Schlacht zurückziehen und zur Basis zurückkehren. Zum Schluß mußt« er geschleppt werden. Mindestens V Monate wird von chm keine Rede mehr sein. Der frühere Cunarddampfer „P a m - p uni et", der als Mutterschiff ftir die Seeflugzeuge bei der Flotte Beatths sich befand, war es, der den zerschossenen Panzerkreuzer „W a r r i o r" zehn Stunden lang schleppte, bi« er wegsank. Ein Kanonier vom Schlachtkreuzer „L i o n", dem Admicalschiff Beattys, schreibt dem „Daily Telegraph", wie gegen 4 Uhr nachmittags die britischen Offiziere heran?- gefunden hätten, daß die Deutschen nicht nur über, mächtig an Geschützen, sondern mehr als die doppelt« Anzahl Schiffe barten. Das deutsche Feuer gegen di« „Queen Mary" war so, als ob ein Wirbelsturm einen Wald niederlegte, und jede Granate, die die Deutschen ab- feuerten, schien den Kreuzer zu treffen, weil man keine Feuer- vanse mehr sah. Der große Schlachtkreuzer versank in isti Minuten mit Mann und Maus. (Wenn der „War­spite" neun Monate lang im Dock liegen muß, wird die eng-