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Südwestlich des Forts Douaumont der Feind aus mehreren Stellungen geworfen.

Gestern und vorgestern 1500 Franzosen gefangen.

Der Tagesbericht vom 10 . Juni.

W. T.-B. Großes Hauptquartier, 10. Juni. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Auf dem W e st u f e r der Maas wurde die Be­kämpfung feindlicher Batterien und Schanzanlagen ttirkungsvoll fortgesetzt.

Östlich des Flusses setzten unsere Truppen die Angriffe fort. In harten Kämpfen wurde der Geg­ner auf dem Höhenkamm südwestlich des Forts Douaumont, im Chapitre-Walde und auf dem Fumin- Rücken aus mehrere» Stellungen gewor­fen. Westlich der Feste Baux stürmten bayerische Jäger und ostpreußrsche Infanterie ein starkes feind­liches F e I dw e r k, das mit einer Besatzung von noch über 500 Mann und 22 Maschinengewehren in unsere Hand fiel. Die Gesamtzahl der seit dem 8. Juni flrmaäitcn Gefangenen beträgt 28 Offiziere und mehr «st 1500 Manu.

Auf dem HartmannsweNer Kopf holte eine deutsche Patrouille mehrere Franzosen als Ge­fangene aus den feindlichen Gräben.

Östlicher und Brrlkankriegsschauplatz.

Bei den deutschen Truppen hat sich nichts von Be­deutung ereignet.

Oberste Heeresleitung.

Oie Lage im Westen.

Die französischen Sorgen um Verdun.

W. T.-B. Paris. 9. Juni. (Nichtamtlich.) Bei Be­ginn der gestrigen Kammersitzung wurden zwei neue Interpellationen eingebracht, eine über die Vor­gänge bei Verdun und eine von Maginet über die Mittel, welche die Regierung zu ergreifen ge- denke, um den ^rieg zu sichern. Beide werden wahrscheinlich in Verbindung mit der von Favre einge- brachten in der geheimen Sitzung am 16. Juni erörtert.

Französisches Eingeständnis der großen Opfer um Vanx.

Genf, 10. Juni. (Zens. Bln.) In ihrem täglichen Beschönigungsversuch der Verluste Frankreichs vor Verdun gibt die Havas-Agentur zum Fall des Forts Baux doch wörtlich zu. „Der Verlust des Forts Vaux ist für uns vor allem empfindlich angesichts der Opfer, die wir gebracht haben, um es zu halte n."

Der französische Kommandant von Vaux als Kriegsgefangener in Mainz.

Berlin, 10. Juni. Der Kommandant der Feste Vaux, Oberstleutnant Rehnald, ist als Kriegsgefangener in die Festung Mainz eingeliefert worden. Der deutsche Kronprinz habe ihm in Anerkennung der tapferen Vertei­digung der Feste den Degen gelassen.

Ein Heimatsgruß an die Paderborner Helden von Vaux.

Berlin, 10. Juni. (Zens. Bln.) Der Magistrat der Stadt Paderborn hat an die Eroberer des Forts Vaux, das Paderborner Infanterie --R e g r m e n t Nr. 1b8, ein Glückwunschtelegramm gerichtet, das in einer auf die amt­liche Meldung von der Einnahme des Forts sofort einbe- Urfenen außerordentlichen Magistratsfitzung beschlossen wurde. In der Drahtung teilt der Oberbürgermeister dem Kommandanten mit, daß die Kunde von der Heldentat in der Bürgerschaft und der Garnison außerordentliche Freude her- bvrgerufen hat und entbietet dem Truppenteil, der sich schon wehrfach durch Tapferkeit und glorreiche Führung die Be­wunderung des deutschen Volkes und Heeres errungen habe, w sbesondere aber dem Leutnant R a ch o w, der mit seiner Compagnie zuerst in die Festung eingedrungen ist. den Gruß Und Glückwunsch der Stadt Paderborn.

Die Beunruhigung über den Fall von Baux in England.

Haag, 9. Juni. (Zens. Bin.) Laut Londoner De- h^'schen der „Nieuwen Courant" im Haag hat die Ein­nahme des Forts Vaux in der englischen Presse offenbar 9 e tu t f f e Unruhe hervorgerufen. „Daily News" wgen, daß der Verlust von Vaux für die Verteidigung

Festung zwar keine große Bedeutung habe, weil das Mrt unter der fortgesetzten Beschießung der schweren putschen Geschütze schon längst ein Trümmer­haufen geworden sei, aber mau denke mit Besorgnis

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an das Schicksal der übrigen Forts' von Verdun und namentlich an die Nachbarforts Tavennes und Souville, die in einiger Zeit gleichfalls durch das Feuer der deutschen Artillerie zerstört werden könnten. — „Daily Chronicle" sagt, daß die Deutschem langsam, aber methodisch durch den . Vor- gürtel eine Einfallbresche zur eigentlichen Festung zu schlagen versuchen. Auf französischer Seite hätte man das Aufhallungs- und Angriffsver­mögen der deutschen Truppen offenbar nicht ri ch t i g eingeschätzt. — Die „Daily Mail" sagt, an der nördlichen Westfront feien die Engländer selb st zurzeit einem sehr st a r k e n Druck ausgesetzt und müßten sich jeden Tag auf Überraschungen gefaßt machen, aber die Frage, ob den Franzosen bei Verdun doch nicht umfassendere Unterstützung durch_ die Eng­länder zuteil werden könnte, müsse jetzt einmal ein­gehend erwogen werden.

Großer englisch-französischer Kriegsrat in London.

W. T.-B. Amsterdam, 9. Juni. (Nichtamtlich.) In London wurde am 9. Juni, morgens, dem Reuterschen Bureau zufolge eine wichtige Konferenz abgehalten. Joffie, Cambon, Grey, Lloyd George und die Mitglieder des Kriegsamtes nahmen daran teil. Ein amtliches Reuter-Telegrainm meldet noch, daß auch Brian d, Roques, Clementel und D e n y s C o ch i n in London angekommen sind, um mit dem britischen Kabinett und dessen militärischen Ratgebern zu konferieren.

Die Erwartungen und Enttäuschungen des Pariser Publikums.

Br. Basel, 10. Juni. (Eig. Drahtbericht. Zens. Bln.) Der Pariser Berichterstatter der „Baseler Nachr." schreibt: Das Pariser Publikum hat im zweiten und dritten Monat dieses Jayres irgend eine große Aktion von seiten der Entente erwartet, statt desten hätten die Österreicher die Offensive ergriffen, rückten die Bulgaren vor und wagte sich sogar die deutsche Flotte an die englischen Seestreitkräfte heran. Die Engländer in Frankreich rührten sich nicht. Das sei eine harte Geduldsprobe. Seit Kriegsbeginn habe man immer eine gewisse Verständigung zwischen dem westlichen und östlichen Kriegsschauplatz feststellen können und sage sich darum, daß dieser lose Zusammen­hang nicht lockerer geworden sein könne, wo alle Welt davon spreche, ihn enger zu gestalten. Daß das franzö­sische Oberkommando die Schlacht von Verdun solange dauern lasse, ohne eine Entlastungsoffensive loszulassen, sei ein Beweis dafür, daß vielleicht das Material noch nicht alle bereit und der ungeheure Vor­sprung, den Deutschland in dieser Hinsicht von Anfang an besaß, noch nicht eingeholt sei.

Böse englische Beklemmungen.

W. T.-B. London, 9. Juni. (Nichtamtlich.) Die „Times" schreibt: Die Seeschlacht und die Tragödie von Kitcheners Tod dürfen uns nicht lange von dem immer bedeutender werdenden Charakter des Landkrieges ablenken. Es sind jetzt Dinge im Gange, die den weiteren Verlauf des Landkrieges in einem höheren Maße bestimmen können. Wir können die Dimensionen der Kämpfe nicht genug be­tonen, die jetzt bei Verdun ausgefochien werden. Dieser gigantische Konflikt nähert sich seinem Höhepunkt; wir müssen ihn mit größter Aufmerksamkeit verfolgen. Der Artikel erwähnt sodann die russische Offensive und fährt fort: Die bulgarischen Bewegungen in Südmazedonien werden immer verdächtiger. Man glauht nicht, daß die verhältnismäßige Ruhe an der Front noch lange andauern kann. Schließlich ist zu bemerken, daß der Feldzug in Me so- p o t a m i e n mit dem Fall tarn Kut - ei - Amara nicht zu Ende ist. Jetzt, wo das Euphratbecken teilweise schiffbar ist, können uns die türkischen Berichte über Bewegungen bei Nasirich nicht gleichgültig lasten. Die englische Regierung mutz schleunigst versichern, daß die ziemlich isolierte britische Garnison bei Nasirich nicht auch eingeschlossen wird.

Zum wachsenden Truppenmangel in Frankreich.

W. T.-B. Paris, 10. Juni. (Nichtamtlich.) Laut „Petit Parisien" befaßt sich die Heereskommission in einer der nächsten Sitzungen mit dem Antrag des Abgeordneten Sixte O u e n i n, die bisher als Sanitätsmannschaften verwendeten G e i st l i ch e n in die Fronttruppen einzureihen. Abel F e r r y hat seine Demission als Berichterstatter über die Ereignisse bei Verdun zurückgenammen. die er eingereicht hatte, weil ihm die versprochenen amtlickieu Urkunden vom Kriegsministerium nicht zur Verfügung gestellt worden waren.

Ein großer französischer Dreimaster durch eine Mine vernichtet.

W. T.-B. Paris, 9. Juni. (Nichtamtlich.) „Petit Journal" meldet: Man befürchtet in Nantes den Unter­gang des großen französischen Dreimasters „E r n e st

Neye r", der, im Februar Südafrika verließ und längst überfällig ist. Aufgefitndene Wracktrümmer lassen ver­muten, daß das Schiff bei Ouessant auf eine Mine gelaufen ist und mitsamt 35 Mann unterging.

Dev Krieg gegen Rußland.

Ter siegreiche neue Vorstoß südlich Smorgon

(Telegramm unsers zum Ostheer entsandten Kriegsbericht­erstatters.)

Ostfront, am 8. Juni 1916.

Die lebhafte P a t ro ui l l e n t ä t i g k e i t südlich Smorgon, die nun schon, wie wiederholt berichtet wurde, seit einem Monat anhält, hat in letzter Zeit noch bedeutende Zu­nahme erfahren. An schmalen Frontabschnitten sind in einer Nacht mehr als fünfzehn Patrouillen im Zwischen­gelände gewesen, während die Unruhe und die Spannung an diesem Frontteil sich am Tage dadurch ausdrückt, daß man vor kurzem 1 0 r u s s i s ch e F e s s e l b a l l o n s aus engem Raum beobachten konnte und die Fliegertätigkeit lebhaft bleM. Zuweilen setzt auch die russisch- Artillerie kräftiger ein, um ebenso plötzlich zu verstummen. Diese Entwicklung zur Lebhaftigkeit wird von unserer Truppe mit Freuden be­grüßt, und auch unsere Erkundungsvorstöße nehmen größere Ausmaße an.

In der Nacht vom 7. zum 8. Juni wurde nach drei­viertelstündiger kräftiger Artillerievorbereitung gegen die russffchen Stellungen westlich des Dorfes K u n a w a vorge­gangen. Unsere Kompagnien drangen trotz flankieren- d e n Mcrschineugewehrfeuers, das unsere Artillerie bald er­stickte, in raschem Sturmlauf durch 4 russische Vor- stellungen und durch 3 Linien der Haupt st ellung bis in die Ruinen des Dorfes, das etwa noch 200 Meter hinter der russischen starkem Hauptlinie liegt, vor. Was von der Besatzung nicht floh oder sich gefangen gab, wurde im blutigen Bajonettkampf und im Kampf mit Handgranaten niedergemacht, so daß nach vorsichtiger Schätzung die Verluste an Toten bei den völlig überraschten Verteidigern weit mehr als 100 waren. Die Dorfftraße, die mit Bäumen eingefaßt, das einzig deutliche Zeichen des zerstörten Dorfes geblieben ist, und die schwarzen Trümmerhaufen der Wohnstätten lagen voller Leichen, als die siegreichen Kompagnien nach gründ­licher Durchsuchung und Z e r st ö r u n g der russischen Gräben zurückkehrten. Sie brachten 40 russische Gefangene, reich­liches Kriegsmaterial, wie Schützengrabenpumpen, Hand­granaten und ein Maschinengewehr von dem glänzend ge­glückten neuen Vorstoß mit heim. Bezeichnend für die Spannung an diesem Frontteil ist die Tatsache, daß die Russen nach ihrem amtlichen Bericht am 3. Juni einen Gas­angriff weiter südlich beim Dorfe Ogorodniki gefürchtet haben, und berichten, wie die Wolken vom Wind gegen die deutschen Linien zurückpetrieben worden seien, worauf man dort Reisigbündel entzündet habe. In Wirklichkeit handelt es sich um eine Staubwolke, die ein Windstoß empor­schleuderte, so daß nur die ständige Wachsamkeit und Über­spannung, in der nun seit langer Zeit sich die Linien hier gegenüberstehen, die russischen Augentäuschungen und Be­fürchtungen erklären kann. Auch unsere Truppen haben es unter diesen Umständen nicht leicht. Daß aber ihre A n - griffsfreudigkcit und ihre Lu st am schneidigen Z U P a ck e n nicht gelitten haben, zeigt der neue hübsche Er­folg bei Kunawa, der die russische Hauptstellung im ge­lungenen Handstreich durchbrach.

Rudolf Brandt, Kriegsberichterstatter.

Der Krieg gegen Italien.

Versenkung eines italienischen Truppen- transportdampfers.

W. T.-B. Rom, 10. Juni. (Nichtamtlich. Draht- bcricht.) Meldung der Agencia Stefani: Zwei feind­liche Unterseeboote griffen am Donnerstag gegen Abend in der unteren Adria cincn italienischen Transport an, der aus drei Dampfern mit Truppen und Kriegsgerät dastand. Der Transport war von einem Geschwader Torprdobootszcrftörern begleitet. Die Unterseeboote wurden unverzüglich angegriffen. Es gelang ihnen jedoch, Torpedos abzuscucrn, deren einer de» Dampfer „Principe Umberto" tcas. Der Dampfer ging trotz der Rettnnasmlttel, über die der Transport verfügte, und trotz schneller Hilfe anderer der auf der Fahrt befindlichen Einheiten in wenigen Mrnu- t e n unter. Die Verluste siud noch nicht genau be­kannt. Dem Vernehmen nach bestand ungefähr die Hälfte der mit dem Dampfer Uutergcgangeuen aus Militärpersonen.

Zur Eroberung von Asiago.

Italienische Verheerungen vor dem Rückzug.

Br. K. und K. Kriegspressequartier, 10. Juni. (Erg. Drahtbericht. Zens. Bln.) Die „Voss. Ztg." meldet: Die Stadt Asiago wurde von der italienischen Ar- tillerie in Brand geschossen. Die italienischen

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Samstag» 10. Juni 1916 .

Kbend-Ausgabe.

ttr. 270. . 64. Jahrgang.

Weiler vorwärts bei Verdun!

Bei vaux ein starkes feindliches Zeldrverk gestürmt.