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G-tt« 4. Avend-A«Sgave. Erstes Blatt.

Mreshadsner TagblaN.

Freitag, 9. Juni 4916.

Nr. 268.

Chur, Davos-Platz, Davos-Dorf, Disentis, Elm, Flüelen, Gersau, Heiden, Hergiswil Nidw., Herisau, Kerns, Linthal, Luzern, Meggen, Mitlädi, Merfchach, Neßlau, Neu-St. Johann, Oberweid bei St. Fiden, Passugg, Pröda, Rabius, Ragaz, Savognin, Schönfels (Zwgevberg), Serneus-Mezaselva, Stans, Stansstad, Tenigerbad, Teufen, Ilppenzell, Thusis, Trogen, Vitznau, Weesen, Weggis, Wölfenschießen.

Beförderung von Kriegsgefangenen zu Offizieren nach ihrer Gefangennahme. Wie uns von zuständiger Seite ge­meldet wird, hat sich die französische Regierung bereit erklärt, Beförderungen von deutschen Kriegsgefangenen zu Offizieren anzuerkennen, wenn diese Beförderungen innerhalb zweier Monate nach der Gefangennahme ausgesprochen worden sind. Kriegsgefangene, die in dieser Weise befördert worden sind, Haben demnach Anspruch auf Offiziersbehandlung und Be­soldung.

Lebensmittelversorgung. Die für die Lebensmittel­versorgung eingerichteten städtischen Dien st st eilen find für den Berkehr mit dem Publikum geöffnet: an allen Werktagen von 8%| bis 12Uhr und außerdem Mon­tags, Mittwochs, Donnerstags und Samstags von 3 bis 5 Uhr. Das Mehlbureau (Rathaus, Zimmer 68) und die Markenkontrolle (Friedrichstraße 19) sind nur vormittags geöffnet. Auskünfte an Verbraucher können nicht mehr tele­phonisch erteilt werden.

Den deutschen Kriegsgefangenen in Frankreich werden seit 15. Mai d. I. von den ihnen aus Deutschland gesandten Geldern 20 Prozent, ein Fünftel, abgezogen! Herr Prediger T s ch i r n von der hiesigen deutschkatholischen- freireligiösen Gemeinde, der diese Nachricht von seinem schwerverwundet in französische Gefangenschaft geratenen Sohn empfing, wandte sich anfragend resp. Schutz erbittend, an das Kriegsulinisterium in Berlin. Das Kriegsministerium i Abteilung Kriegsgefangenenschutz) antwortete soeben, daß derartige Klagen neuerdings häufiger eingingen und deshalb der französischen Regierung eine einheitliche Regelung für die Auszahlung der Geldanweisungen vorgeschlagen sei, die vermutlich in nächster Zeit zur Durchführung gelangen und rülkwirkende Kraft haben wird, so daß den Kriegsgefangenen die vorher zurückgehaltenen Beträge nachträglich ausgezahlt werden. Eine Gefahr, daß diese Beträge endgültig verloren seien, bestehe also nicht. Diese ministerielle Zusicherung dürfte die Erregung der betroffenen Kreise über die von vorn­herein ganz unbegreifliche französische Maßnahme wohl be­seitigen.

Zur Gummibeschlagnahme. Amtlich, Berlin, 6. Juni, wird bekanntgegeben: Nochmals wird darauf hingewiesen, daß durch die Bekanntmachung, betreffend Beschlagnahme und Be­standserhebung von Altgummi, Gummiabfällen und Regene- raten vom 1. April 1916 (Nr. V. I. 2354/1. 16 KBA) alle Gummiabfälle, Altgummis und Regenerate, sofern der Vorrat ein- und derselben Person 1 Kilogramm übersteigt, beschlagnahmt und am 1. Juni d. I. von neuem bei der Kautschukmeldeftelle der Kriegs-Rohstoffabtei- lung, Berlin W. 9, Potsdamer Straße 10/11, zu melden sind. Die beschlagnahmten Vorräte dürfen nur an die Beauftragten der Kautschukabrechnungsstelle zu den in der Bekanntmachung, betreffend Höchstpreise für Altgummi und Gummiabfälle, vom 1. April 1916 festgesetzten Preisen verkauft oder geliefert werden. Wie frühere Sammlungen von Gummi gezeigt haben, finden skch immer wieder Gummi abfälle aller Art in Haushaltungen und Betrieben. Im In­teresse einer weiteren Versorgung der Industrie mit Material für die Herstellung neuer Gummiwaren liegt es, alle, auch kleine Mengen von Gummiabfällen, den Sammellägern für Gummi zuzuführen. Um den einzelnen Personen, die für die Abgabe von kleinen Mengen Gummi in Betracht kommen, die Ablieferung möglichst zu erleichtern, dürften in den Städten und Gemeinden zweckmäßig Sammlungen zu ver­anstalten oder Sammelst eilen zu schaffen sein, an die in den Haushaltungen Vorgefundene Gummiabfälle abzu­liefern wären. Als Entschädigung für die einzelnen Klassen der Abfälle können jedoch keine höheren Vergütungen gewährt werden, als die in der oben angeführten Bekanntmachung be­stimmten Höchstpreise. Die gesammelten Abfälle wären dann durch die Gemeinden an die Beauftragten der Kautschuk­abrechnungsstelle abzuführen.

Freiwillige gesucht^ Beim Bezirkskomm ando 1 Frankfurt a. M. werden jüngere Leute, die nicht kriegsverwendungsfähig sind, sich aber für den Dienst auf dem Bezirkskammando eignen, als Frei­willige angenommen. Gesuche mit Lebenslauf und Zeug­nisabschriften sind einzureichen.

Die Preußische Verlustliste Nr. 558 liegt mit der Liste Nr. 1 der in Kriegsgefangenschaft befindlichen und jetzt in der Schweiz untergebrachten Angehörigen der Kaiser!. Schutz­truppen, Liste Nr. 2 der in Kriegsgefangenschaft befindlichen und jetzt in der Schweiz untergebrachten preußischen Heeres- «ngehörigen, der Sächsischen Verlustliste Nr. 288 und der Württembergischen Verlustliste Nr. 397 in der Tagblattschal­terhalle (Auskunftsschalter links) sowie in der Zweigstelle Bismarckring 19 zur Einsichtnahme auf. Sie enthält u. a. Verluste des Füsilier-Regiments Nr. 80, der Infanterie-Re­gimenter Nr. 117, 118, 168 und 353, der Reserve-Jnfanterie- Regimenter Nr. 80, 118 und 223, des Landwehr-Jnfanterie- Regiments Nr. 118, des Feld-Rekrutendepots des 18. Armee­korps, des Ulanen-Regiments Nr. 6, des Reserve-Futz- artillerie-Regiments Nr. 3 und der 2. Landwehr-Pionierkom- pagnie des 18. Armeekorps.

Kleine Notizen. Der bekannte Bildhauer Professor Bernhard Hoetger, der Schöpfer des Darmstädter Platanenhaines, der kürzlich im Kunstsalon Paul Cassirer-Berlin einen großen Erfolg mit einer umfassenden Ausstellung seiner Werke hatte, weilt zur- zeit in Wiesbaden, wo er ein lebensgroßes Portraitkniestück der Gattin des Aachenet Großindustriellen Erich Cüpper anfertigt, der augenblicklich in Wiesbaden zur Kur weilt.

vorberichte über ttunst, Vorträge und verwandtes.

* Kurhaus. Ein Johann-Strauß-Abend unter Kurkapellmeister Hermann Jrmers Leitung findet morgen Samstag im Abonne- i ment statt.

Musik- und Vortragsabende.

* Das letzte Mittwochs-Konzert in der Markt- ,ki r che wurde von Herrn Petersen mit einem feierlichen Marsch über Nun danket alle Gott" des neuerdings auch als Harmonium- Komponist beliebten Tonsctzers Karg-Elert eröffnet. Es folgten später zwei Charakterstücke von Rheinberger, die zwischen den Ge- sangsvorträgen vermittelten. Frl. Gericke hatte ihre Kunst in den Dienst der guten Sache gestellt und sangDem Unendlichen" von Schubert,Dies trae" von Otto Dorn, sowie Lieder von Beethoven und Arnold Mendelssohn. Sie zeigte sich wieder als Sängerin von ijchöner Begabung und wußte auch den bewegten Charakter der ge-

nannten Gesänge in temperamentvoller Weise zum Ausdruck zu bringen. Uni die Harfenbegleitung machte sich Herr Kammermusiker Maxincsak verdient. rs.

Kus dem Landkreis Wiesbaden.

Dotzheim, 8. Juni. Unsere N a h r u n g s m i tt e l ver­so r g u n g ist in der letzten Zeit etwas besser geworden. Am vorigen Samstag war bedeutend meyr Fleisch vorhanden als sonst, so daß viele Familien doppelte Portionen erhalten tonnten; bestimmt ist Pfund Fleisch oder Wurst für eine Person. Allerdings gibt es auch viele ärmere Familien, die wegen des hohen Preises auf ihr Anrecht zum Fleischkauf freiwillig verzichten, was den übrigen, die es sich leisten können, dann wieder zugute kommt. Kein Fleisch wird ausgegeben für Kinder unter 2 Jahren; Personen in Haus­haltungen, die durch Hausschlpchtungen mit Dauerware versehen sind, werden bei vier Verteilungen nur einmal berücksichtigt. Der Verkauf darf nur gkgen Bezugsschein erfolgen, die am Tage vorher auf der Bürgermeisterei auszegebcn werden. Butter, für jede Familie y 3 Pfund, hat es vorige Woche gegeben, teilweise auch Schmalz, in dieser Woche gibt es wieder Butter. In solchem Über­fluß haben wir hier lange nicht geschwelgt, dauerte es doch sonst 3 bis 4 Wochen, bis man wieder einmal an die Reihe kam. Butter kostet eben 1.42 M. und Schmalz 1.87 M. das halbe Psnnd. Auch Eier gibt es morgen wieder, und zwar für jede Familie ein Ei weniger als das Doppelte der Kopfzahl. Der Preis beträgt 20 Pf. für das Stück. Hühnerbesttzer, die mehr als 5 Hühner haben, er­halten keine Eier. Während Fleisch, Butter und Schmalz die ein­schlägigen Geschäfte verkaufen, geschieht dies bei den Eiern durch die Gemeinde selbst, und zwar in dem zum Zwecke einer Gemeinde­verkaufsstelle gemieteten Laden, Römergasse 14. Hoffentlich bleibt diese bessere Nahrungsmittelversorgung so weiter, oder vielmehr, sie wird noch besser, damit das Durchhalten erleichtert wird.

Nachbarstaaten u. -Provinzen.

Zwei Menschen an Wurstvergiftung gestorben, s. Pfahlenheim, 8. Juni. Die Frau des Landwirts Rauch von hier hatte mit ihren Dienstboten Schwarten­magen gegessen, der anscheinend nicht recht durchgekocht war. Frau Rauch und eine Dienstmagd sind bereits ge­storben, zwei andere Dienstboten ringen mit dem Tod.

Bus Bädern und Kurorten.

W. T.-B. Einweihung des neuen Kurhauses in Aachen.

Aachen, 8. Juni. Heute wurden die neuen Kur- und Bade­anlagen nebst den damit verbundenen umfangreichen Bauten durch den Herrn Minister für Lanvwirtfchaft, Domänen und Forsten Dr. Freiherr v. Schvilemer als Vertreter des Kaisers eröffnet. Außer dem Oberpräsidenten der Rheinprovinz, Staatsminister Frei­herrn Dr. v. Rheinbaben, dem Zwilgouverneur für Belgien, Exzellenz Dr. v. Sandt, und einem Vertreter des Militärgouver­neurs von Belgien, waren die Spitzen sämtlicher Aachener sowie Abordnungen auswärtiger Behörden und ein großer Kreis von Gästen aus der ersten Gesellschaft anwesend. In der Begrüßungs­rede gab der erste Beigeordnete Geheimer Rat Ebbing einen Über­blick über das Aachener Badeleben. Seine Ausführungen schlossen mit einem begeistert ausgenommenen Hoch auf den Kaiser. Der Landwirtschaftsminister Freiherr v. Schorlemer brachte das Be­dauern des Kaisers, an der Einweihung nicht teilnehmen zu können, und seine guten Wünsche für eine gedeihliche Entwickelung der neuen Unternchmnng znm Ansdruck. Am Schluß der Feier fand am Abend im Konzertfaal des neuen Kurhauses ein Konzert statt, an dem hervorragende solistifche Kräfte mitwirkten.

Sport und Luftfahrt.

* Fußballwettspicl. Von dem Bestreben geleitet, seinen zahl­reichen Sportfreunden auch während der Kriegszeit eine angenehme Abwechslung zu bieten, hat der Sportverein Wiesbaden keine Kosten und Mühen gescheut, für den ersten Psingstfeiertag die rühmlichst bekannte Fußballmannschaft des Sportvereins Viktoria Aschaffenburg, Kreismeister 1815, zu einem Wettspiel nach Wiesbaden zu ver­pflichten. Viktoria-Aschasfenburg zählt gegenwärtig zu den besten Fußballmannschaften Süddeutschlands, so daß ein hochinteressantes Spiel zu erwarten ist. Der Beginn ist aus 4 Uhr festgesetzt. Das Militär hat wie immer freien Eintritt.

Neues aus aller wett.

Neuschnee in den Alpen. Karlsruhe, 8. Juni. Im ge­samten Alpengebiete erfolgte ein überaus heftiger Wettersturz. Bis auf 900 Meter gehen ltarke Schneesälle nieder. Die Bergstationen melden 30 bis 40 Zentimeter Neuschnee, Säntis, Gotthard, Rigi 4 bis 6 Grad Kältegrade. Der ganze Engadin liegt in tiefem Schnee.

Für 30880 M. Schmucksachen gestohlen. Berlin, 8. Juni Em großer Juweleneinbruch ist in der Nacht zum 20. Mai in Glei- witz verübt worden. Den Einbrechern sielen für 30 000 M. Herren- und Damenuhren, Herrenuhrketten. Damenuhrketten, Ringe, Arm­bänder, Ohrringe, Broschen, Siegelringe und Krawattennadeln mit Brillanten und Perlen in die Hände. Aus ihre Ergreifung und die Wiederbeschafsung der gestohlenen Sachen ist jetzt eine Belohnung von 500 M. ausgesetzt worden. Nach den Ergebnissen der bisherigen Ermittelungen sind die Täter wahrscheinlich sogenannte Gentleman- Ernbrecher, und vieles deutet darauf hin, daß man es mit reisen­den Berliner Einbrechern zu tun hat.

Kircheneinbrüche. Berlin, 8. Juni. In der letzten Nacht wurde die evangelische Kirche in Schwiebus von einem Einbrecher heimgesucht, der durch die Sakristei einstieg. Er holte dort die Schlüssel zu den Opferbüchsen und erbrach andere Behältnisse. Da ihm keine wesentliche Beute in die Hände siel, entschädigte er sich an dem Abendmahlswein. In der katholischen Kirche wurde in derselben Nacht ebenfalls ein Einbruch versucht.

Handelsteil.

Amtliche Devisenkurse in Deutschland. W.T.-B. Berlin, 8. Juni. (Drahtbericht.) Telegra­phische Auszahlungen für:

New-York.

Holland.

Dänemark . . . , Seinveden , . . . . Norwegen . . . . .

Schweiz.

Oesterreich-Ungarn .

Rumänien.

Bulgarien.

5.17 O. Mk. 5.19 B. für

224.75 G. . 225.25 B. -

161.25 G. - 161.75 B. .

161.25 G. . 161.75 B. .

161.50 G. . 162.00 B. -

102.87 G. . 103.13 ß. -

69.65 G. < 69.75 B. -

86.00 G. . 86.50 B. -

79.50 G. . 80.00 B. «

I Dollar 100 Gulden 100 Kronen 100 Kronen 100 Kronen 100 Francs 100 Kronen 100 Lei 100 Lewa

Ausländische Wechselkurse.

w. Amsterdam, 8. Juni. London 11.4375 (zuletzt 11.44), Berlin 44.25 (44.40). Paris 40.625 (40.64), Schweiz 45.675 (45.675), Wien 30.875 (30.90), Kopenhagen 72.00 (72.05), Stockholm 72.25 (72.25), New York 239%,240 (239%240).

Banken und Geldmarkt.

* Englische Kriegsfinanz. Die englische Regierung fürchtet sich noch immer vor der Auflage einer großen festen Anleihe und nimmt, da die Schatzscheine ungeachtet fortdauernder Reklame nicht in genügender Menge ab­gehen, jetzt ihre Zuflucht zu der Ausgabe zweijähriger Schuldscheine, denen der NameWar Expenditure Certi- firates beigelegt wird. Diese werden in Beträgen von 1000, 5000 und 10 000 Lstr. bei der Bank von England zur täglichen Annahme bereitgestellt, und zwar zu einem Zins­abzug, der den Zeichnern von der Bank von England von

Fall zu Fall bekanntgegeben werden wird, und d: jeweilige Änderung sich die Regierung vorbehält. Vorai , sichtlich bietet diese Anleiheform eine passende Gel läge für viele Geldanstalten und große Aktiengesellschafte indes wird die Lösung der Frage, wie die mächtig wachsende schwebende Schuld Englands demnächst fest unterzubringen sei, durch sie nur weiter erschwert.

Industrie und Handel.

* Die Ludwig Ganz A.-G in Mainz (Teppichgroßhand, lung) bringt eine Dividende von 6 Proz. (i. V. 5 Proz. jj Vorschlag.

* Stahlwerksverband, A.-G. in Düsseldorf. Nach dem vorläufigen Bericht betrug der Versand des Verbandes im Mai d. J. in Halbzeug etwa 79 000 Tonnen (im Vormonat 83 132 Tonnen), in Eisenbahn-Oberbaumaterial etwa 135 OOO Tomen (119 936 Tonnen) und in Formeisen etwa 88 OOO Tonnen (68 688 Tonnen), insgesamt etwa 302 000 Tonnen (271 756 Tonnen) Rohstahlgewicht.

W. T.-B. Eine Nachprüfung der Eisenpreise in Sicht Berlin, 8. Juni. (Amtlich.) Wegen der neuerdings er- folgten starken Heraufsetzung der Eisenpreise fand im preußischen Handelsministerium unter Vorsitz des Staatministers Dr. Sydow eine Aussprache mit Vertretern der Eisenindustrie statt. Hieran werden Erörterungen im Kriegsministerium (Kriegsrohstoffabteilung) sich alsbald anschließen, die die Nachprüfung der gegenwärtigen Preise der Walzwerk-Erzeugnisse als Gegenstand haben werden.

* Ausdehnung der Oberschlesischen Eisenbahn-Bedarfs- A-G. Der Aufsichtsrat der Oberschlesischen Eisenbahnbe­darfs-A.-G. in Friedenshütte bei Morgenroth (8.-0.) und Gleiwitz hat in seiner heutigen Sitzung die Angliederung der bekannten Firma Otto Jachmann in Borsig- walde bei Berlin (Eisengießerei usw.) durch Erwerb des gesamten Kommanditkapitals aus bereiten Mitteln geneh­migt. Das Werk wird als Kommandit-Gesellschaft unter der Leitung des früheren Inhabers fortgeführt. Der Kaufpreis beträgt für Grund, Boden, Gebäude, Maschinen usw. zwei Millionen Mark; ferner werden die Vorräte zu den Buch­werten übernommen. Eine mehrjährige Gewinnbeteiligung ist gewährt worden.

Berg- und Hüttenwesen.

W. T.-B. Ein Schachtabteufungsverbot in der Kali­industrie. Berlin, 8. Juni. (Amtlich.) Eine Verordnung des ßundesrats vom 5. Juni verbietet bis auf weiteres das Abteufen neuer Schächte und die Ausführung örtlicher Vor­arbeiten hieran in den Kalibergbaugebieten, so­weit diese Arbeiten nicht auf Anordnung der Landespolizei­behörde erfolgen. Das Verbot erstreckt sich auch auf die Fortsetzung des Abteufens von Schächten, die nach dem 1. August 1914 in Angriff genommen sind, sofern nicht be- leits vor diesem Termin an Ort und Stelle ernstliche Vor­bereitungen für das Abteufen getroffen waren. Zuwider­handlungen sind mit Geld- oder Gefängnisstrafe bedroht Der Reichskanzler kann Ausnahmen bewilligen. Die Ursache des Verbots ist Arbeitermangel im Kalibergbau und das Fehlen der wirtschaftlichen Notwendigkeit für die Herstellung neuer Schächte. Wo die Einstellung der Ar­beiten einschneidende technische oder wirtschaftliche Schädigungen des Betriebes zur Folge hätte, läßt sich durch Ausnahmebewilligung Abhilfe schaffen. Des­gleichen wird die Befugnis des Reichskanzlers Möglichkeit bieten, Schachtanlagen im Gebiete solcher Bundes­staaten zuzulassen, die bisher Kalischächte nicht nieder­gebracht haben.

Versicherungswesen.

$ Deutsche Versieherungsbank-Gesellschaft. Berlin, 9. Juni. Vor kurzem wurde auf Anregung und unter Mit­wirkung des Reiches ein Versicherungsunternehmen mit größerem Kapital errichtet, das der deutschen Reederei die Möglichkeit bietet, für ihre in den Dienst der Kaiserlichen Marine übernommenen Fahrzeuge Mehr­werte- (sogenannte Interessen-) Versicherungen abzu­schließen. Die Firma des Unternehmens, das seinen Sitz in Berlin hat, lautet Deutsche Versicherungsbank-GeseM Schaft mit beschränkter Haftung.

Weinbau und Weinhandel.

m. Hallgarten i. Rhg., 8. Juni. Hier versteigerten die Vereinigten Weingutsbesitzer in Hall-; garten in ihrem heutigen zweiten diesjährigen Ausgebot 86 Nummern 1915er Hallgartener naturreine Weine, die bis auf 5 Nummern zugeschlagen wurden. Das Stück er­brachte bis zu 4160, 4800, 5680 M. Für 17 Stück wurden 1460 bis 2270 M 64 Halbstück 810 bis 2840 M., durchschnitt-] lieh das Stück 2438 M., erlöst. Insgesamt wurden 119 480 M. eilest. Die Weine wurden ohne Fässer versteigert. Die beiden Versteigerungen hatten einen gesamten Erlös von 247 460 M. für zusammen 100 Stück.

in. Wachenheim, 8. Juni. Hier versteigerte Herr Albert Bürklin-Wolf rund 60 Stück rheinpfälzische Weine, die sämtlich zugeschlagen wurden. Es kostete das Stück 1914er Deidesheimer 4200 bis 4950 M., Haardter 1050 M., Wacben- heimer 1040 bis 4010 M., Ruppertsberger 1500 bis 6000 JC Förster 3420 bis 10 050 M. Gesamterlös rund 150 000 M.

Wetterberichte.

Beobachtungen in Wiesbaden

Ton der Wetterstation des Nass. Vereins für Naturkunde.

8 Juni

1 7 Uhr

| morgens.

2 Uiir

n»ehm.

9 Uhr

Ahends.

Mittel.

Barometer auf 0 Ü und Normal schwere

747 1

747.8

745.7

7468

Barometer auf dem Meeresspiegel . .

T67.1

767,7

7)5,7

756 4

Thermometer (Celsius).

l'.n

16.7

145

11,7

Dunstspannung (mm).

a.7

9.2

10 0

0.8

Relative Feuchtigkeit (%).

Si

05

ö2

;sj

Wind-Richtung und -Stärke.

SW 2

SW <2

still

Niederschlagshöhe (mm).

4.3

-

- n

Höchste Temperatur (Celsius) IS,3. Niedrigste Temperatur 11,1.

Wettervoraussage für Samstag, 10. Juni 1916

von der meteorologischen Abteilung des Physikal. Vereins zu Frankfurt a.M.

Wechselnd bewölkt, meist trocken, keine wesentliche - Temperaturänderung.j

Wasserstand des Rheins

am 9 _JuüI.

Biebrich- Pegel: 2-53 m gegen 2,5:1 m am sfeMrigsu Vormittag.

Caub. > 3,15» » 3.03 » » * »

Mainz. » 1.65 »>133»» » »

Die ADend-Ausgade umfaßt 6 Seiten

Hauptichriftieiter; A. H-gerhorst.

Verantwortlich für Politik «. Siegerhorft; für de» Unterhalt»»»»!-»! v, Nauendorx ,i,r Nachrichten aii-S Wiesbaden und de» Rachbarbe,irlead Dietenbach, für8ertchIS!aal"< H Diefenbachs lnrSvoci iW* Luftfahrt' : I. V.: H- LoSaitert fürVcrnniilsteS" und denBricfkastei^W C. Losaiker: ,ur den Sande,«eU: W. Etz; für die Anzeigen und «rti«»««H _ , . t _ H. Dornaus; sämtlich in Wiesbaden. , , ,1

»rua und Verlag der L. Sch-llenbergiche» Hof-Bnchdrnckerei in Wiesbaden-

Sprechstunde der Schriftleiiunp: UJ bis 1 Uhr.