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Kbend--Ausgabe. nv - 266 * * 64 * Jahrgang.

Donnerstag, 8. Juni 1916.

zortgesetzter heftiger ArMeriekamps an der Maas.

Ein deutscher Erfolg bei Smorgon.

Der Tagesbericht vom 8. Juni.

W. T.-B. Großes Hauptquartier, 8. Juni. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Der Artilleriekampf beiderseits der Maas dauert mit unverminderter Heftigkeit an.

Östlicher Kriegsschauplatz.

Südlich von Smorgon drangen deutsche Erkun- mngsabtcilungen über mehrere feindliche Linien hin­weg bis in das Dorf Kunowo vor, zerstörten die dortigen Grabenanlagen und kehrten mit 40 Gefangenen und einem erbeuteten Maschinengewehr zurück. Auf der iibrigen Front bei den deutschen Truppen keine beson­deren Ereignisse.

Balkan-Kriegsschauplatz.

Ortschaften am Doiransce wurden von feind- lichen Fliegern ohne jedes Ergebnis mit Bombe» beworfen.

Oberste Heeresleitung.

gort vaur in deutscher Hand.

(Bon unserem militärischen Mitarbeiter.)

Am 9. März meldete zum e r st e n Male der deut- s sche Tagesbericht den Namen des Forts Daux. Damals ivar es nicht möglich, diesen Besitz dauernd zu behalten, da die Franzosen noch im Walde von (Paillette so­wie im stark ausgebauten Dorfe D a m l o u p völlig j unerschüttert standhielten. Beinahe 3 Monate lang wurde in diesem Abschnitte gerungen, ehe mit Aussicht auf Erfolg der Angriff gegen die Panzerfeste Baux un­sererseits unternommen werden konnte. Der deutsche r Sieg im Walde von Caillette^ am 1. Juni, das deutsche - Fußfassen im Waldgelande südlich davon sowie das ^ weitere Ausbreiten auf dem Höhenrücken östlich sicher­ten uns den Angriff gegen die Rückensront der Panzer­st feste Baux. Bereits am 2. Juni drang eine Kompagnie ji des Paderborner Infanterieregiments Nr. 168 ge- f meinsam mit Pionieren des Metzer Reserve-Pionier- Bataillons Nr. 20, beide unter der Führung junger Offiziere, der Leutnants R a ck o w und R u b erg j (eines Wiesbadeners), in die Panzerfeste ein, während i Söhne Westfalens und Ostpreußens sowie Angehörige des Fürstentums Lippe diesen tapferen vordersten ! Sturmtruppen auf dem Fuße folgten. Fünf Tage lang wurde in den unterirdischen Räumen : dieser Feste heiß und blutig gerungen, im Kampfe von t Mann gegen Mann, unterstützt durch alle Mittel moderner Technik, mit dem Erfolge, daß auch der letzte Raummeter Boden vom Feinde den tapferen Sturmtruppen überlassen werden mußte. Ununter­brochen hatte die französische Führung immer wieder neue Truppen zum Angriff angesetzt. Alles war ver­gebens. Die Eroberung des Dorfes D a m l o n p am letzten Freitag entschied auch über das Schicksal der f Panzerfeste Baux. Der deutsche Heeresbericht vom Mittwoch gibt die Eroberung dieses mächtigen Boll­werkes bekannt, nachdem fünfmal 24 Stunden nnunter- ' brachen alle feindlichen Versuche im Fort selbst sowie westlich und nördlich davon aussichtslos gescheitert s waren, rkachdcm der kostbare Besitz f e it und unver­rückbar auch gegenüber dem st ä r k st e n Willen des ' Feindes unwiderruflich von uns behauptet s worden war. Die Eroberung bedeutet abermals einen 'herrlichen Sieg unserer Waffen. Nicht umsonst wehen unsere Flaggen im Winde. Er zeigt wiederum unseren Feinden, wie zäh und unbeugsam der deutsche Wille zum Siege ist, ec beweist zum soundsovielten Male, daß der deutsche Plan vor Verdun trotz breiter Ströme kostbaren Blutes des Feindes nicht vuszulöschen ist, daß der Weg zum endgültigen Erfolge zwar steil und mühselig, aber dennoch zum k^riumphe der deutschen Sache führt. Die Zahlenmäßige Beute ist nicht gering. Über 700 unver­wundete Gefangene wurden eingebracht, eine Reihe von k Geschützen, Maschinengewehren und Minenwerfern f blieben in der Hand der Sieger. Vor allen Dingen aber k uer moralische Erfolg dieses Sieges ist groß. Er f ?eigt>die Unbesiegbarkeit der deutschen Waffen und wird k w dieser Hinsicht den Kampfesmut unserer helden- k basten Truppen zweifellos abermals beflügeln. Seit uem Tage von Douaumont ist die Eroberung von Daux Mammen mit dem vorgelagerten Damloup die zweite große Bresche im Nordostsektor der Maasfestung. Wenn auch langsa m. so sehen wir stennoch unwiederbringlick einen mächtigen Stein nach MMN anderen aus dem gewaltigen Gebäude heraus- | fcÖat, unter sich begrabend Tausende von Feindes-

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leichen, die vergeblich ihr Blut vergossen. Die Panzer- feste Vaux ist nicht allein als solche unser Besitz gewor­den. Auch die Hänge beiderseits des Werkes dienen nicht mehr dem Feinde als Ausfallstor. Ebenso ist der Höhenzug südwestlich des Dorfes Damloup nicht mehr als Sprungbrett gegen diesen Ort für die feind­liche Führung anzusehen. Der Besitz von Vaux wird noch dadurch wertvoller, daß mit dem 6. Juni der ganze Raum vom CaiIlettewalde bis nach D a m l o u p mit allen permanenten und feldmäßigen Befestigungen an uns verloren ging. Der 6. Juni ist der Einbruchstag in die zweite französische Stel­lung auf einer Frontbreite von beinahe 7 Kilo­meter — ein Raumverlust, welchen sich die französi­sche Heeresführung nicht erlauben kann, zumal es ihr östlich der Maas noch mehr an Bewegungsfreiheit ge­bricht als auf dem westlichen Ufer. Der Hauptgewinn der Eroberung von Vaux besteht jedoch darin, daß nun auch die südlichen Werke der 1. und 2. französischen Befestigungslinie, diejenigen, welche die Eisenbahn und Straßen nach Metz decken, in ihrer linken Flanke stark gefährdet sind. Noch energischer und konzentrischer als bisher greift das deutsche Artilleriefeuer jetzt in den Kampfraum östlich der Maas. Für die feindliche Heeresleitung ist der Verlust der Panzerseste Vaux eine schwere Einbuße. Es erscheint für die Franzosen nach diesem neuen Einbruch in ihre Befestigungslinie kaum mehr aussichtsreich, das blutige Ringen auf dem O st­uf er der Maas noch weiter sortzusetzen. Die Kata­strophe ist schwerlich noch abzuwenden.

Zu dieser schönen Botschaft aus dem Maasgebiet kommt die zweite Siegesmeldung aus dem Raume von Ipern. Hier wurde südöstlich und östlich dieser Stadt von tapferen Schlesiern und Württembergern das ganze Höbenaelände in 3 Kilometer Ausdehnung den Engländern entrissen. Schwere Schläge trafen unsere Feinde im Westen, im Norden und im Süden, Eng­länder und Franzosen, ein verheißungsvoller Anfang des neuen Kriegsmonats. Lk.

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Geheimsitzung und die Verteidigung Verduns.

Der Berichterstatter der Heereskommission legt sein Amt nieder.

■W. T.-B. Bern, 8. Juni. (Nichtamtlich.) Abel F e r r h, dun der Heereskommission der französischen Kammer zum Berichterstatter in der Geheimsitzung über die Operationen vor Verdun bestellt, ist zurückgetreten. Die Zensur erlaubt dem „Temps" nicht, die Gründe mitzuteilen, sic sind indessen aus dem Kammerbericht ersichtlich, in welchem es heißt: Die Kommission hat von Briand und Roques das Ver­sprechen erhalten, daß dem Berichterstatter gewiffe amtliche Dokumente zur Verfügung gestellt werden würden. Diese er­hielt Ferch trotz aller Bemühungen nicht; er legte deshalb sein Amt nieder.

Die Größe der 8eefieg«r Im Skagerak.

Line abschließende Meldung des deutschen Lldmiralstabes.

W. T.-B. Berlin, 8. Juni. (Amtlich.) Von englischer Seite wird in amtlichen und nichtamtlichen Pressetelegrammen und in Auslassungen, die von den englischen Missionen im neutralen Ausland verbreitet werden, in systematischer Weise der Versuch gemacht, die Größe der englischen Niederlage in der Seeschlacht vom 31. Mai in Abrede zu stellen und den Glauben zu erwecken, als sei die Schlacht für die englischen Waffen erfolgreich gewesen. So wird u. a. behauptet, daß die deutsche Flotte das Schlachtfeld geräumt, die englische Flotte es dagegen behauptet habe. Hierzu wird festgestellt: Das englische Gros ist während der Schlacht am Abend des 31. Mai durch die wiederholten wirkungsvollen Angriffe unserer Torpedobootsflottillen zum Abdrehen gezwungen worden und seitdem unseren Streitkräften nicht wieder in Sicht gekommen. Es hat trotz seiner über­legenen Geschwindigkeit und trotz des Anmarsches eines eng­lischen Linienschiftsgeschwaders von zwölf Schiffen aus der südlichen Nordsee weder den Versuch gemacht, die Fühlung mit unseren Streitkräften wiederzugewinnen und die Schlacht fortzusetzen, noch eine Vereinigung mit dem vorgenannten Geschwader zu der angestrebten Vernichtung der deutschen Flotte versucht.

Mit der weiteren englischen Behauptung, daß die eng­lische Flotte vergeblich versucht habe, die fliehende deutsche Flotte e i n z u h o l e n, um sie vor Erreichung der heimi­schen Stützpunkte zu schlagen, steht die angeblich amtliche eng­lische Erklärung, nach der Admiral 'J e l l i c o e mit seiner großen Flotte bereits am 1. Juni in dem über 300 Meilen von dem Kampfplatz entfernten Stützpunkt Scapa Flow <Orkneh-Jnseln) eingelaufen ser, in Widerspruch. So haben auch unsere nach der Schlacht zum Nachtangriff nach Norden über den Schauplatz der Tagesschlacht hinaus ent­sandten zahlreichen deutschen Torpedobootsflottillen von dem englischen Gros trotz eifrigen Euchens nichts mehr angetroffen. Vielmehr halten unsere Torpedoboote

hierbei Gelegenheit, eine große Anzahl Engländer von den verschiedenen gesunkenen Schiffen in Fahrzeugen zu retten.

Als ein weiterer 'Beweis für die von den Engländern bestrittene Tatsache der Beteiligung der gesamten englischen Kampfflotte an der Schlacht vom 31. Mai wird darauf hin- gewiesen, daß der englische Admiralitätsbericht selber die „M arlborough" als gefechts unfähig bezeichnet hat. Des weiteren ist am 1. Juni vcn einem unserer Unter­seeboote ein anderes Schiff der „Jron-Duk"- Klasse in schwer beschädigtem Zustand der eng­lischen Küste zufteuernd gesichtet worden. Beide vorgenannten Schiffe gehörten dem englischen Gros an.

Um die Größe des deutschen Erfolges herabzumindern, wird ferner von der englischen Preffe der Veclust der zahl- reichen englischen Schiffe zum größten Teil auf die Wirkung deutscher Minen, Unterseeboote und Luft­schiffe zu rückgeführt. Demgegenüber wird ausdrücklich be­tont, daß weder Minen, welche, nebenbei bemerkt, der eigenen Flotte ebenso gefährlich hätten werden können wie der feind­lichen, noch Unterseeboote von unserer Hochseeflotte verwendet worden sind. Deutsche Luftschiffe sind lediglich am 1. Juni, und zwar ausschließlich zur Aufklärung benutzt worden. Der deutsche Sieg ist durch geschickte Führung und durch die Wirkung unserer Artillerie und Torpedowaffe errungen worden.

Es ist bisher darauf verzichtet worden, den vielen an­geblich amtlichen englischen Behauptungen über die Größe der deutschen Verluste entgegenzutreten. Die alte immer wiederkehrende Behauptung ist, daß die deutsche Flotte nicht weniger als zwei Schiffe der Kaiserklasse, die „Westfalen", zwei Schlachtkreuzer, vier kleine Kreuzer und eine große Anzahl von Torpedobootszerstörern verloren habe. Drc Engländer bezeichnen außerdem die von uns als verloren ge­meldete „Pommern" nicht als das aus dem Jahre 1905 stammende Linienschiff von 13 000 Tonnen, sondern als ein modernes Grotzkampfschisf desselben Namens.

Demgegenüber wird festgestellt, daß der G e s a m t v e r - lust der deutschen Hochseestreitkräfte während der Kämpfe am 31 Mai und 1. Juni sowie in der darauf­folgenden Zeit beträgt:

Ein Schlachtkreuzer,

ein älteres Linienschiff,

vier kleine Kreuzer und fünf Torpedoboote.

Von diesen Verlusten sind in den bisherigen amtlichen Bekanntgaben als gesunken bereits gemeldet:

S. M. S. „Pommern" (vom Stapel gelaufen 1908),

S. M. S. „Wiesbaden",

S. M. S. „Elbing",

S. M. S. „Frauenlob" und fünf Torpedoboote.

Aus militärischen Gründen ist bisher von der Bekannt­gabe des Verlustes S. M. S. „Lützow" und „Rostock" Abstand genommen worden. Gegenüber falschen Deutungen dieser Maßnahme und vor allem in Abwehr englischer Legendenbildungen über ungeheuerliche Verluste auf unserer Seite müssen diese Gründe nunmehr zurückgestellt werden. Beide Schiffe sind auf dem Wege zu ihrem Reparaturhafen verloren gegangen, nachdem die Versuche fehlgeschlaqen waren, die schwerverletzten Schiffe schwimmend zu erhalten. Die Besatzungen beider Schiffe, einschließlich sämtlicher Schwerverletzten, sind geborgen worden.

Während hiermit die deutsche Verlustliste abge­schlossen ist, liegen sichere Anzeichen dafür vor, daß die tatsächlichen englischen Vertu st e wesentlich höher sind, als auf unserer Seite auf Grund eigener Be­obachtungen festgestellt und bekanntgegeben worden ist. Aus dem Munde der englischen Gefangenen stammt die Bekun­dung, daß außer „Warspite" auch „P r i n c e ß R o v a l" und „Birmingham" vernichtet sind. Auch ist zuver­lässigen Nachrichten zufolge das Großkampfschiff „Karl« borough" vor Erreichung des Hafens gesunken.

Die Hochseeschlacht vor dem Skagerak war und bleibt ein deutscher Sieg, wie sich allein schon aus der Tatsache ergibt, daß selbst bei Zugrundelegung nur der von amtlicher eng­lischer Seite bisher zugegebenen Schifssverluste einem Ge­samtverlust von 00 720 deutschen KriegSschifsstonnen ein solcher von 117 750 englischen gegenübersteht.

Der Chef des Admiralstabes der Marine

Die nachgetragenen Verluste.

In Wirklichkeit 221100 Tonnen englische Schiffsverluste gegenüber 60 000 Tonnen auf deutscher Seite.

Br. Berlin, 8. Juni. (Eig. Drahtbericht. Zens. Bin.) Der „L.-A." schreibt zu der letzten Meldung des deutschen Admiralstabs: An der Grütze des von unserer Hochseeflotte erfochtenen Sieges vermögen die nachgctragenen deutschen Verluste nichts zu ändern. Nicht einmal das Z a h l e n Ver­hältnis der beiderseitigen Verluste verschiebt sich wesent­lich. Wenn wir die „M arlborough" noch hinzunehmen zu den Zahlen, die wir am Dienstagfrüh gaben, so sind auf englischer Seite 221100 Tonnen gegenüber 60 000 auf unserer Seite, von dem sehr empfindlicheren Menscheuverluft auf englischer Seite gar nicht zu sprechen» verloren gegangen.