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Neue sranzöfische Mißerfolge aus dem östlichen Maaruser.

Oer Tagesbericht vom b. Juni

W. T.-B. Großes Hauptquartier. 6. Juni. (A^ntlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Auf dem ö st l i ch e n Maasufer wurden die Stelluugen tapferer Ostpreußen auf dem Fumines-Rücken im Lause der Nacht nach erneuter sehr starker Artillerievor­bereitung wiederum viermal ohne den ge­ring st e n Erfolg a n g e g r i f f e n; der Gegner hatte unter unserem zusammenwirkenden Artilleriesperrfeuer, Majchr- nengewehr- und Jnfantcricfeuer besonders schwere Verluste.

Im übrigen ist die Lage unverändert,

östlicher und Balkankriegsschauplatz.

An der deutschen Front keine besonderen Ereignisse.

Oberste Heeresleitung.

7000 englische Opfer bei der Seeschlacht.

Oer Untergang weiterer englischer Kriegsschiffe festgestellt.

W. T.-B. Berlin, 6. Juni. (Amtlich. Drahtber.) .. Eng­länder, dir von der deutschen 5. Torpedobootsflottille während der Seeschlacht vor dem Skagerak ausgesischt wurden, haben ausgesagt, daß der SchlachtkreuzerPrinzeß Royal schwere Schlagseite gehabt hat, als dieO u e e n Mary" im Gefecht mit der deutschen ersten Aufklärungs­gruppe und fast gleichzeitig der kleine KreuzerBirming­ham" sanken. Ferner seien an diesem Teile des Ge-i fechtes alle 5 Überdreadnoughts derQueen Elizabeth"-Klaffe beteiligt gewesen. Andere englische Gefangene, welche von der deutschen 3. Torpedobovtsflottille gerettet wurde», haben, unabhängig von einander, unter schriftlicher Bestä­tigung ausgesagt, daß ste das Sinken desW a r s v i t e , dcS SchlachtkreuzersPrinzeß Royal" und vonT u r- b ul ent",Nestor" undA least er" mit Sicherheit ge­sehen hätten. Bon einem deutschen Q-Boot ist 90 Seemeilen östlich der Tyne-Mündung nach der Seeschlacht vor dem Skagerak ein Schiff der Jronduke-Klaffe mit schwerer Schlag­seite und mit sichtlich viel Wasser im Vorschiff, smit Kurs auf die englische Küste gesichtet worden. Dem Unterseeboot: gelang es, wegen ungünstiger Stellung zu dem Schiss nnd wegen schwerer See nicht, zum Schuß z» kommen. Der eng­lische Verlust an Menschenleben während der Seeschlacht vor dem Skagerak wird auf über 7000 geschätzt.

Dar reinigende Gewitter.

Es ist ohne Frage ein großes Ereignis gewesen, wenn der Reichskanzler gestern im Reichstag das Wort nahm. Er knüpfte an an die dritte Lesung des Etats, und seine Rede hatte die Form der Eröffnung der Gene- raldebatte. In der Sacke aber handelte es sich für den Reichskanzler um ein großzügiges Bekennt­nis zu unserer deutschen Sache, zur Frie­dens- und Kriegsbereitschaft, zur Sieges Zuversicht und alsdann um die rückhaltlose, tempe iamentvolle Abschütteluna von allerlei Gewürm, das durch anonyme oder geheim versandte Denkschriften Verleumdungen gegen die Reichsleitung ausfpritzt und die Stellung des Reichskanzlers zu untergraben be inüht ist. . . a

Es war ein reinigendes Gewitter, das durch die politische Luft zog. D,e ungeheure Wucht der Erklärungen des Reichskanzlers macht einen gewaltigen Eindruck, dem sich niemand entziehen kann, weder die­jenigen, die die Politik des Kanzlers beim Ausbruch des Krieges und während deS Krieges mitgemocht haben, noch auch diejenigen, die vielleiäst nicht allzuweit von denen sitzen, denen die flamemnden Worte des Reichs­kanzlers galten. Imposant ist die rücksichtslose Ehr l i ch k e i t die grandiose Energie, mit der der Reichskanzler den Kampf gegen seine Widersacher auf genommen hat; und die Tatsache, daß er es, sicherlich nach langem inneren Ringen tat und tun konnte, ist der beste Beweis dafür, sür wie ausgezeichnet er unsere militärische Lage hält. So kann man sprechen, wenn man seiner Sache sicher ist. Und der Kanzler ist seiner Sache sicher das heißt der deutschen Sache, der einzigen Sache, der ?r sein Leben und seine Kräfte gewidmet bat.

Der Schlange der Verleumdung ist nun der Kopf zertreten. Seit Monaten schon wurden laut und heim lich giitige Ausstreuungen gegen den Kanzler und seine Regierung vcrknritet. Die Leute, die sich zu solchen Geschichtentragereien hergaben, halten sich für ganz be sonders patriotische Männer. Die Maske dieses Patrio­tismus ist ihnen vom Reichskanzler vorn Gesicht ge rissen ivorden. Ein Namen nur wurde genannt. An dere Namen könnten noch genannt werden.

Einige Beispiele nur-waren es, die der Kanzler her jttHSörifl m» dtk V erlenm dn n a iu kennzeichnen, die sich

an seinen Namen und an seine Absichten klammerte. Bebend vor Zorn und Entrüstung hat der Kanzwr me Unsinnigkeit und Frivolität -dieser Anklagen zuruckge- wiesen; dieser Anklagen, die wohl geelgne- gew^en wären, das deutsche Ansehen in der Person des deurchen Kanzlers aufs schlimmste zu schädigen. Wer ui Krregs- zeiten gegen den obersten Beamten des Reiches m einer Weise operiert, wie es hier geschehen ist, der v e rs un- digt sich am deutschen Vaterlande; und wir glauben es Herrn v. Bethmann-Hollweg aufs Wort, daß er nicht erregt wurde, weil die Angriffe sich gegen seine P e r- son richteten, sondern weil sie in ihm das Vater l o n d gefährdeten. Diele Unterminierpolitik tragt ge meingefährlichen Charakter. , .. . .

Aber sie trügt ihn nur so lange, wie man ,ie msge beim wirken läßt, wie man ihr nicht mit Wucht und Kraft entg/gentritt; nimmt man aber den Kamps aus und daB hat der Kanzler versprochen und getan, reißt man den Intriganten die Maske vom Genast, so klärt sich die Lage, w wird sich zeigen, daß die Schleicher und Ministerstürzer, , die Flaumacher aus überspanntem Nationalismus, die Verleumder aus An- Mvohnheit und Bosheit im deutschen Volke einen außerordentlich geringen Resonanzboden haben Betbmann-Hollweg hat dem deutschen Volke prachtvolle Worte der Ehrung zugerufen, er hat seine Taten im Felde und daheim gerühmt, er hat die alte häßliche Unterscheidung zwischen nationalen und antinationalen Parteien mit kraftvoller Hand tewegung zum alten Eisen geworfen. Seine, Hoff­nung auf die deutsche N a t i o n ist unerschütterlich.. Diese unerschütterliche Hoffnung und diesen feilen festen Glauben an das deutsche Volk, seine innere Gute, feine Heimatsliebe, seine Wahrhaftigkeit teilen wir init dem Reichskanzler. Und dieses deutsche Volk wird dem Leiter der Regierung dankbar dafür sein, daß er als tapferer Ritter das Dorngestrüpp der Verleumdungen mit seinem Schwert durch hauen bat. Das deutsche Volk will und wird nicht g l a u b e n, daß sein von, Kaiser eingesetzter Kanzler in diesem Krieg um das Dasein des Landes eine Rück­sichtnahme gegenüber irgend einem Gegner kennt und irgendwelche andere Interessen hat als lediglich das Wohl des Vaterlandes. Das Gewitter, das gestern über die Häupter mancher Schuldigen herniedergegangen ist, es wird luftreinigend und stärkend auf das öffentliche Leben Deutschlands einwirken.

Es ist eine gute Rede, die der Kanzler gehalten bat voll von Zuversicht auf das kriegerische Ergebnis, erfüllt von energischem Willen, den Feinden, die trotz ihrer Niederlagen den Frieden noch nicht wollen, die gepanzerte deutsche Faust ent- acaenzubc-lten, voll von Dank für den Reichstag, der soeben die großen Steuervorlagen beschlossen hatte, und voller Bereitschaft, die Z e n s u r Vorschriften auf das notwendigste Maß zu beschränken. Wir haben alle den Eindruck gehabt, daß der Kanzler im Krieg und durch den Krieg gewachsen ist, daß er das deutsche Volk würdig und geschickt vertritt, daß er nichts an­deres kennt als die Größe und die M a ch t s e i n e s Vaterlandes, daß er das Wort von der Neuorien­tierung der inneren Politik zu einer Wahrheit werden lassen will. Auf diesen! Wege, wenn er ihn zielbewusst und ohne Rücksichtnahnie weitcrgeht, wird ihm die über­wältigende Mehrheit des deutschen Volkes gern felgen.

Berliner Pressestimmen.

Berlin, 6. Juni. (Jens. Bin.) Zur gestrigen Rede des Reichskanzlers gegen die Piraten der öffentlichen Meinung sagt dasBerliner T»,eblatt": H-err v. Bethmann-Hollweg

hat gestern im Reichstag jenenstaatserhaltenden" Dema­gogen, die gegenwärtig in Deutschland politische und andere Geschäfte mit dem nationalen Fahnentuch decken, den ver­dienten u-nd notwendigen Schlag versetzt, man kann es auch einen Fußtritt nennen, wenn man das lieber will.

DieBsssische Zeitung" sagt: Der Reichskanzler hat

gestern im Reichstag einen großen Erfolg gehabt. Seine Rede war von Beifalls st ürmen und jubelnden Kundgebungen begleitet, wie sie im Hanse am Königs­platz kaum jemals erlebt worden sind.

Die Seeschlacht im Skagerak.

Die überlegene Wirkung der deutschen Artillerie.

Br. Haag, 6. Juni. (Zeus. Bin.) Ans bester Quelle er­fährt der Berichterstatter desB. T." folgende Einzelheiten über die große Seeschlacht, die von der deutschen Marine schon längst ungeduldig erwartet wurde. Es war keine zu­fällige Begegnung, sondern ein gesuchtes Treffen. Nachdem die kleinen Schiffe sich eine Zeitlang beschossen hatten, überließen si-e das Gefecht den Großkampf­schiffen, nnd von -deutscher Seite wurde die Entscheidung durch überlegene Wirkung der Artillerie, vor allem durch v-orzügliches Schießen» herbeigesühct. Die Eng­

länder, von Norden kommend, teilten sich; ein Teil, darunter der vernichteteWarrior", zog sich zwischen der dänischen Küste und den deutschen Schiften hin. Dort wurden die Engländer, trotzdem sie gegen Abend Vorteile hatten, indem sich ihr Feind deutlich gegen den noch Hellen Himmel abhob, zum großen Teile aufgerieben. Während am Tage schon das Gefecht mit außerordentlicher Geschwindigkeit und aus stets wechselnden Stellungen geführt wurde, entstand nachts ein wildes Durcheinander, indem die deutschen Torpedojäger eine große Rolle spielten. Sogar die Grohckampffchiffe, deren Scheinwerfer energisch arbei­teten, nahmen mit ihren schweren Geschützen am Kampfe teil. Mehrere englische Schiffe wurden durch ungeheure Brände vernichtet. Die Deutschen fuhren an einem eng­lischen Panzer vorbei, der vollkommen in Weißglut ge­hüllt war. Ein englischer Panzerkreuzer flog in einer tausend Fuß hohen Feuergarbe in die Luft. Die deut­schen Seeleute weisen mit Stolz und innigster Beftiedigung darauf hin, daß während der ganzen Seeschlacht die deutschen Streitkräfte infolge ihrer vorzüglichen Artilleriewirkung durchaüZ aktiv blieben und angreifend Vorgehen konnten. Sie bedauern nur die Kürze der nur 3i/a Stunden dauernden Nacht, die bei längerer Dauer eine noch ergiebigere Auswirkung der To r p e-dob oot^ ermöglicht hätte.

Weitere Einzelheiten nach englischen Berichten.

Br. Rotterdam, 6. Juni. (Jens. Bln.) Eine Reuter- sche Privatdepesche aus Edinburgh meldet eng- lischerseits weitere Einzelheiten über die Seeschlacht. S-Hmr öfter hätte Admiral B e a t t l y in der Nähe der Stelle ge­kreuzt, wo die große Seeschlacht stattzefunden, aber es war ihm nie gelungen, die Deutschen aus den Gewässern, wo ih:e Minenfelder liegen, herauszulocken. Am letzten Mittwoch schien es den Seeleuten aber, daß der Tag, den sie so lange er­wartet, eingetroffen sei. Es war ein herrlicher Morgen mit ruhiger See und die Mminschaft war in Erwartung des Kampfes hocherfreut. Nachmittags 4 Uhr, als das englische Geschwader sich etwa 100 Meilen von der dänischen Küste be­fand, meldete die englische Vorhut den Gegner, der im ganzen rund hundert Schiffe zählte, darunter mindestens 20 Linienschiffe und Linienkreuzer. An der Spitze des Gegners fuhren zahlreiche Geschwader leichier Kreuzer und Torpedojäger. Die ganze Armada dampfte schnell in nord- wesüicher Richtung. Die Umstände waren zum Vorteil der Deutschen, die das günstige Licht genossen und sich in der Nähe der Küste hielten, wodurch sie sich einen, gesicherten Rück­zug schafften. Das Wetter änderte sich weiter zu ihren Gunsten, denn ein Staubregen verringerte die Sichtbarkeit der deutschen Schiffe, während die englischen Schiffe sich vor Hellem sonnigen Horizont abzeichneten. Dazu kam, daß die Deutschen unter der Deckung der jütländischen Küste ihre Stärke leicht verheimlichen konnten. Ungeachtet dieser un­günstigen Umstände zögerte Admiral Beattly keinen Augen­blick und ließ angreifen. Als die Schiffe mit schweren Ge­schützen noch ungefähr 15 Meilen voneinander entfernt waren, wurden die ersten Schüsse gewechselt. Aus den aufsteigenden Wassersäulen war zu schließen, daß die stärksten deutschen Schiffe Salven abgaben. Und obgleich die berühmten neuen Schiffe derHindenburg"- Klasse in den amtlichen deutschen Berichten nicht erwähnt werden, ist doch Grund zu der Annahme, daß ste ausgiebig m i t - wirkten. Von 15 Meilen verringere sich die Entfernung ouf 10 Meilen und dann auf 5 Meilen. Zuerst waren die englischen Kanoniere deutlich überlegen. Kurz nach Beginn des Kampfes wurde beobachtet, daß ein deutscher Kreuzer getroffen wurde, und einen Augenblick später schlugen Flammen aus dem deuffchen Schiffe und es ging fast sofort unter. Jetzt kamen die deutschen Linien­schiffe herbei und ihre Artillerie sicherte den Deutschen eine gewaltige Überlegenheit. Einer der furchtbarsten Feinde der Briten sei das deutsche Minenfeld, das die englische Flotte verhinderte, sich stet zu bewegen, während die deutschen Zeppeline und Unterseeboote imstande waren, erfolgreich zu operieren. Die englischen Kreuzer schlugen sich ungeachtet der ungünstigen Verhältnisse mit hartnäckiger Ausdauer, weil sie sich auf die Verstärkungen, die unter­wegs waren, verließen. Als der Kampf einige Stun- den im Gange war, erschienen dieJndomitahle",Jnvin- cible" undInflexible". Dennoch waren die Deutschen immer noch stärker. In dieser Phase des Kampfes war es hauptsächlich ein Duell zwischen den schweren Ge» schützen.Jnvincible" wurde, nachdem sie sich tapfer ge­schlagen und dem Feinde beträchtlichen Schaden zugefügt hotte, von ihrem Schicksal erreicht und ging unter. Beatltz sah sich beruhigt, als vier Linienschiffe der großen Flinte am Horizont erschienen,Valiant",Barbam",Malaga" und Warsby". Als diese sich am Kampfe beteiligten, erhielt er einen anderen Charakter.Warsby", welcher durch 5 deuffche Linienschiffe und Kreuzer angegriffen wurde, wehrte sich tapfer. Drei der Angreifer wurden versenkt (?) oder schwer beschädigt. Ein Unterseeboot wurde versenkt. Die Beman­nung der englischen Flotte war sehr entrüstet darüber, daß die Deutschen den Kampf nicht bis zum Ende durchyi elten. Als die Nacht anbrach, stellten die großen Schiffe den Kamqff ein, das Gefecht wurde von den kleinere« Schiffen aber während der ganzen Nacht fortgesetzt, bis der Tag anbrach. Nachdem die deuffche Flotte verschwunden war, «H

die britische Flotte in ihre Häjen z urü ck.