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Verlag Langgasse 21

„Tagblatlhaus".

Kchalter-Halle geöffnet von 8 Uhr morgens bi» 7 Uhr abend».

wöchentlich

12 Ausgaben.

Fernruf r

„Tagblatlhaus" Nr. 6650-53.

Sion 8 Uhr morgen» bi» 8 Uhr abends, außer Sonntag»,

Prznffs-Preis für beide Auc-gabrn: 7ö Pfg. monatlich, M, 2 - 2 ». vierteljährlich durch den Verlag Langgaffe 2t, ohne Bringerlohn, M, 8,80 vierteljährlich durch alle deutschen Posianstaltrn, auischließlich Bestellgeld, — Begua» - Bestellungen nehmen außerdem entgegen^ in Wiesbaden die Zweigstelle Bis- marckring 18, sowie die Ausgabestellen in allen Teilen der L-tadt: in Biebrich: die dortigen Aus­gabestellen und in den benachbarten Lanborte» und im Rheingau die betreffenden Tagblatt-Träger,

Anzeigcn-Prris für die Zeile: tb Pfg, für örtliche Anzeigen im „Arbei'Smarlt" und „Kleiner Anseiger" in einheitlicher Eatzsormj So Pfg, in davon abweichender Eahaussührung, sowie für alle übrigen örtlichen Anzeigen: 80 Pfg, für alle auswärtigen Anzeigen: 1 Ml, sur örlliche Rellamen: S Mt. für auswärtige Reklamen. Ganze, halbe, drittel und viertel Seifen, durchlanseud, nach besonderer Berechnung — Bei wiederholter Ausnahme unveränderter Anzeigen in kurzen Zwischenräumen entsprechender Nachlaß,

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ftür die Aufnahme von Anzeigen an vorgeschriebenen und Plätzen wird keine (Aewähr übernommen.

Sonntag, 28. Mai 1916.

Morgen - ktusgabe.

Nr. 249. . 64. Jahrgang.

Bei Krsiero ein panzerwerk erobert.

Nördlich von Asiago der Moschiese genommen — Weiterer Vormarsch im Sriganatal. — Vis jetzt insgesamt 284 Geschütze erbeutet.

Hsterreichisch-ungarischer Tagesbericht.

W.T.-B. Wien, 27. Mai. (Nichtamtlich.) Amtlich verlautet vom 27. Mai, mittags:

Russischer Kriegsschauplatz.

Nichts Neues.

Italienischer Kriegsschauplatz.

Das zur Besestigungsgruppe von Arsiero ge- gehorende Panzerwerk Casa Ratti, die Straßensperre unmittelbar südwestlich Baccarola, ist in unserer Hand, Leutnant Albin Mlaker des Sappeurbataiüons Nr. 14 drang mit seinen Leuten ungeachtet des heftigen beiderseitigen Feuers in das Werk ein, nahm die feindlichen Sap­peure, die es sprengen wollten, gefangen und erbeutete so 3 unversehrte schwere Panzcrhanbitzen und 2 leichte Geschütze. Nördlich von A s i a g o bemächtigten sich unsere Truppen des Monte Moschiese. Ans dem Grenzrücken, südlich des Suganatales, drangen sie bis auf die Cima Maora vor. Die Zahl der im Angriffsraum erbeute­ten Geschütze hat sich auf 284 erhöht. Am Monte Sief und Krn wnrden feindliche Angriffe ab­geschlagen.

Südöstlicher Kriegsschauplatz.

Bei Feras versuchten die Italiener die am Nord- viftx der Vofus« liegenden Ortschaften zu brandschatzen. Sie wurden durch unsere Patrouillen vertrieben.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: v. Höfer, Feldmarschalleutnant.

m

Versenkung italienischer Schiffe durch öster­reichische U-Boote.

Br. Lugano, 27. Mai. (Eig. Dra>htLericht. Zeros. Mn.) Aus C a st e l l o n d c l I a Plana in Spanien ist die Nachricht rinaetroffen, daß der Genueser Dampfer ,.C o r m i l l a n v", 50 Seemeilen von der Küste ent­fernt, von einem österreichischen Unterseeboot versenkt worden ist. Die 31 Mann der Besatzung retteten sich in Booten auf die Insel Colombretes. Auf der Höhe von Terragima wurden ferner die italienischen Segelschiffe ,.O r e l a n o", ,.T i n e st a" und „Robert o" ver­

senkt. Die Mannschaften wurden gerettet. Nach dem „Corrirr« deüa Sera" wurde ferner am letzten Sonntag, 60 Meilen von Maiorena, der norwegische Dampfer „(Storno" versenkt. Der Mannschaft wurde 30 Minuten Zeit gelassen» die Boote zu besteigen.

Zur Absetzung des italienischen General­leutnants Busati.

Br. Lugano, 27. Mai. (Eig. Drahtbericht. Zerrs. Bin.) Das „B. T." erfährt zu der Absetzung des Generals Busati: Er war stets ein Gegner des Krieges und bis in die letzte Zeit ein überzeugter Anwalt Deutschlands bei Hof. Seine plötzliche Absetzung und zwar durch den Ministerrat wird von den Anhängern der Entente mit großem Beifall aufgenommen. „Popolo d'Jtalia" findet die Maßregelung des Generals Bufati zu gelinde und fordert für ihn die Todesstrafe.

Englhlche Geschütze für Italien?

Berlin, 27. Mai. Das „B. T." meldet aus Basel : Aus London melden die „Basler Nachr.", daß die vorgestern einge­troffene italienische Militärmission mehrere Unterredungen mit dem M u n i t i o n s m i n i st e r hatte • wegen der Abgabe von Geschützen mittleren Kalibers an Italien. _

Der Krieg gegen England.

Zwei feindlicheTorpedoboote verloren!

Br. Genf, 27. Mai. (Eig. Drahtbe nicht. Zens. Mn.)

„Radikal" meldet, daß am 17. oder 18. Mai an der afrikanischen Küsie ein englisches und ein französisches Torpedoboot auf Minen gelaufen und vollständig ver­loren gegangen sind. Die Besatzungen wurden gerettet.

Der englische Handelskrieg nach dem Kriege.

W.T.-B. Manchester, 27. Mai. (Nichtamtlich.) Die Handelskammer hat eine Erklärung des neuen Verwaltungs­rates über die Handelspolitik nach dem Kriege angenommen. Die Erklärung besagt u. a., daß nach dem Kriege den gegenwärtigen Feinden Englands der Handelsver­kehr mit dem britischen Reiche nicht unter denselben Be­dingungen zugestanden werden soll wie verbündeten und «eutralen Nationen. Die Annahme fand mit 932 gegen 234

Stimmen statt. Der „Manchester Guardian" bemerkt dazu, daß die Abstimmung über die Erklärung des Verwaltungs­rotes als ein Ganzes stattfinden mußte und daß nur eine Abstimmung mit Ja oder Nein erlaubt war. Die Zahl der abgegebenen Stimmen habe weniger als 48 Prozent aller stimmberechtigten Mitglieder der Handelskammer betragen, Tie Stimmenzahl der Mehrheit betrug weniger als 38 Proz. der gesamten Mitglieder.

Gin englischer achtzehnjähriger Hanptman«.

Eine Todesanzeige in englischen Blättern ist bezeichnend für den Offiziersmangel im englischen Heere. Danach hat ein 18jähriger Hauptmann namens Ferguson vom Regi­ment „Royal Scots" kürzlich seinen Tod auf dem Schlacht­felde gefunden. Ferguson hotte eine außergewöhnlich schnelle Laufbahn durchgemacht. 1914 Unterleutnant, wurde er im Mai 1915 zum Oberleutnant befördert und erhielt 1916 das Hauptmannspatent.

Einziehung des irländischen Vizekönigs­postens.

Berlin, 27. Mai. (Zens. Bln.) Wie aus London gemeldet wird, ist die Regierung entschlossen, den Posten ves Vize­königs von Irland aufzuheben. Der jetzige Vizekönig, Lord Wimborne, wird ein anderes wichtiges Staatsamt über­nehmen. Die Einziehung des VizekönigSpvstens wird aber das Ergebnis haben, daß die Homeruleakte geändert werden muß, denn diese schreibt ausdrücklich vor, daß in jedem sechsten Jahre ein neuer Vizekönig von Irland ernannt werden mutz.

Zu Asguiths Mitteilungen über Irland inr Unterhaus.

W.T.-B. Rotterdam, 26. Mai. (Nichtamtlich.) Der „Rotterdamsche Courant" meldet aus London, daß im Unter­hause gestern bei den Mitteilungen Asquiths über Irland im allgemeinen ein versöhnlicher Ton herrschte. Nur der unabhängige Nationalist Ginnell war mit dom, was der Premierminister sagte, nicht einverstanden. Als Asquith er­klärte, daß die Mehrheit der öffentlichem Meinung in Ir­land mit der Resolution nicht sympathisiert habe, rief Ginnell: Das ist unwah r. Er unterbrach die Rode des Premier­minister wiederholt und erhob sich nach Carson zum Sprechen. Der Sprecher nahm aber keine Notiz davon und ging, ohne ihn zu Worte kommen zu lassen, zur weiteren Tagesordnung über.

Die amerikanische Protestbewegung gegen Englands Jrenpolitik.

W.T.-B. New Dork, 25. Mai. (Nichtamtlich.) „Central News" melden: Gestern abend hat in Chicago im Opern­hause eine Massenversammlung stattgefunden, um gegen die Hinrichtung der irischen Rebellen zu protestieren. Unter den Rednern befanden sich James L a r k i n, der Organisator der irischen Bürgerarmee und das Mitglied des Polenklubs Dr. Zurawaski.

Die Friedensbestrebungen in England.

Ei« Friedens-Ausschuß der unabhängigen Arbeiterpartei.

Br. Haag, 27, Mai, (Eig, Drahtbericht. Zens. Bln.) Unter Mitwirkung der unabhängigen Arbeiterpartei wurde in London ein Ausschnss zugnnsten von Friedensverhandlungen gebildet, der folgende Brkanntniachung veröffentlicht: Die Unter­

zeichneten richten das dringende Ersuchen an die Regie­rung, die erste beste Gelegenheit zur Eröffnung von Friedensverhandlungen über einen rechtmäßigen und dauerhaften Frieden zu ergreifen. Die Organisationen, die sich dem Ausschuß angeschlossen haben, wollen UMerschristen sür diese Adresse sammeln und sich zu diesem Zwecke in sänitliche Häuser Londons begeben. Der „Londoner Leader" sagt:. Wir glauben, daß das Ergebnis überraschend sein wird, denn die össentliche Meinung entwickelt sich sehr schnell zu unseren Gunsten, Das Blatt richtet einen Ausruf au sämtliche Parlamentsmitglieder, mit allen Kräften zugunsten des Ausschusses zu arbeiten.

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Englands Kriegspolitik in der bosnischen Krisis.

Österreichische Abfertigung des Lügners Grey.

W. T.-B. Wien, 27. Mai. (Nichtamtlich. Drahtbericht.) In einer Besprechung der letzten Rede Greys im Unterhause spricht das- „Fremdenblatt" die Überzeugilng aus, daß Grey niemals seine Zustimmung erteilt habe, wenn beispielsweise die Jrenfrage einer Konferenz hätte unterbreitet werden sollen und betont, daß es Selbstmord wäre, wenn sich die Monarchie den Beschlüssen der Konferenz Unterworfen hätte, in der Rußland, der Hintermann und Aufwiegler Ser­biens, und England, der Beschützer und Freund Rußlands, darüber zil entscheiden gehabt hätten, wie weit Österreich- Ungarn gehen dürfe, ohne daß die Rechte der serbischen Souveränität und Unabhängigkeit verletzt würden. Wer der Monarchie nur die Wahl ließe zwischen Abdankung und Krieg, der war ihr wirklicher Feind und war der wirkliche Urheber des Weltbrandes. Das Blatt stellt fest, daß Grey auf der Balkankonferenz nicht der Unparteiische war, sondern daß sich dort ganz einfach die Entente in ihrer vollen Geschlossenheit zeigte. Schließlich suche der englische Minister des Äußern die Frage nach der Verantwortlichkeit darum immer wieder hervor, weil er trotz aller Ableugnungen fühlt, daß der schlechte Kriegsausgang sür die Entente nicht mehr zu ändern sei und weil er die Schuld an dem mißglückten Unternehmen vor dem englischen Volke nicht tragen wolle. Die Waffen werden das letzte Wort behalten, die Waffen

überall; mit dieser Auffassung der Sachlage können wir zu­frieden sein.

W.T.-B. Wien, 27. Mul. (Nichtamtlich. Drahtbericht.) Die „Neue Freie Presse" bezeichnet die von der „Nordd. Allg. Ztg." gestern veröffentlichten Berichte des deutschen Bot­schafters Grafen Pourtales in Petersburg als Beweis für Englands Kriegspolitik in der bosnischen Krisis und als akten­mäßige Widerlegung der Rede Greys und sagt: Das ist der Hintergrund, der Zwischenfall und das Ende der Annexious- krise. Auch hier sind die Kriegskräfte zu spüren, die spätyr zum Weltkriege geführt haben.

Der Krieg gegen Nutzland.

Lin neuer erfolgreicher Luftangriff auf Papenholm.

W.T.-B. Berlin, 27. Mai. (Amtlich. Dmhtlbericht.) In der Nacht vom 25. zum 26. Mni hat ein deutsches Fluggeschwader die russische F l u g st a t i o n P a p c n h o l m ans der Insel Ocsel erneut mit Bomben belegt und dabei gute Treffer, größtenteils in den Flughallen selbst, erzielt. Trotz heftiger Be­schießung sind alle Flieger wohlbehalten znrückgekchrt.

Ein russischer „Lebensmitteldiktator".

W.T.-B. Kopenhagen, 27. Mai. (Nichtamtlich. Drahtbe- richt. Das Pressebureau des russischen Ministeriums des Innern berichtet, daß der Rat im Ministerium des Innern Kowalewski zum Bevollmächtigten für die Lebensmitkel- angelegenheiten für ganz Rußland ernannt worden ist; er hat weitgehende Voll machten erhalten.

Niederschlagung von Majestätsbelcidigungen in Rußland.

W. T.-B. Kopenhagen, 27. Mai. (Nichtamtlich. Drahtbe­richt. „Rjetsch" will von maßgebender Stelle erfahren haben, daß der Zar die Niederschlagung der meisten Majestätsbe- leidignngsprozesse verfügt hat.

Die Ereignisse aus dem Balkan.

Ein griechischer Kronrat unter Vorsitz König Konstantins.

Griechisch-rumänische Besprechungen.

Nr. Genf, 27. Mai. (Eig. Drahtbericht. Zetts. Bln.) Der „Lyoner Progres" meldet aus Athen, daß der Kronrat gesterti unter Vorsitz des Königs Konstantin znsammentrat. Nach Beendigung der Sitzung fand zwischen dem Ministerpräsiden­ten S k u I u d i s und dem rumänischen Gesandten in Athen eine längere Besprechung statt.

Ein Feuergefecht in Mazedonien.

Dr. Genf, 27. Mai. (Eig. Drahtbericht. Zens. Bln.) Mel­dungen Lyoner Blätter ans Saloniki zufolge fand gestern eine sehr heftige, von Infanterie begleitete Beschießung an der Front Doiran-Gcwgeli statt. Die Franzosen hatten zahlreiche Verwundete.

*

Ein englischer Bericht über die Znrück- werfung des Sultans Ali Dinar im Sudan.

W. T.-B. London, 27. Mai. (Nichtamtlich. Drahtbericht.) Das Kriegsamt meldet: Die Haltung des Sultans von Dar- f u r gegenüber der Regierung des Sudans war in den letzten Zeiten unbefriedigend und ungebärdig gewesen. In oen ersten Tagen des Monats Februar beggrin er an der Grenze Korderfans bei Jeb-el-EIhell« eine Streitmacht zu- sammenzuziehen. Eine aus Truppen aller Waffengattungen zusammengesetzte Abteilung unter dem Oberst Kelly ver­sammelte sich in N o h u d und besetzte an der Grenze Um- shänga und Jeb-el-Elhella. In der Folge rückte sie auf A b i a t vor, wo Vorbereitungen zu einem Vormarsch aus El Fasher, der Hauptstadt Ali Dinars, getroffen wurden. Am 15. Mai begann der Vormarsch. Der Bericht des Oberbefehls- babers vom 25. Mai meldet, daß die Streitmacht Kellys den Feind mit Erfolg schlug und El Fasher am 23. Mai, um 10 Uhr morgens, besetzte. Das Gefecht verlief folgender­maßen: Der Hauptkampf ereignete sich in der Nähe des Dorfes Beringia, 12 Meilen nördlich der Hauptstadt, wo der Feind, 2- bis 3900 Mann stark, eine verschanzte Stellung am Margen des 22, Mai innehatte. Das Kamelreiterkorps ver- anlatzte ihn mit Erfolg, diese Stellung zu verlassen; er griff dann unsere Truppen mit äußerster Schnelligkeit und Ver­zweiflung an. Der feindliche Angriff begegnete unserem ver­nichtenden Feuer. Es gelang nur wenigen, bis auf 10 Uards an unsere Linien heranzukommen. Unsere Truppen unter­nahmen einen Gegenangriff und schlugen den Feind voll­ständig, dessen Verluste auf mindestens 1000 Mann geschätzt werden. Der Sultan Ali Dinar floh, wie berichtet wird, früb morgens am 23. Mai mit einem kleinen Gefolge. Wir hatten 5 Tote und 23 Verwundete. Vor dem Gefecht und während desselben führte ein Offizier vom königlichen Fliegerkorvs eine wichtige Erkundung durch. Es gelang ihm, mit Bomben und Maschinengewehrfeuer eine ganze feindliche Streitmacht, bestehend aus Reitern und 2000 Mann Infanterie, zu einem ungeordneten Rückzug zu zwingen. Der Offizier selbst wuroe durch ein Geschoß am Oberschenkel verwundet, konnte aber noch Aviat zurückkehren.

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