Verlag Langgaffe 21
„Tagblatth.us".
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^ an ^o» drertel Selten, durchlaufend, nach besonderer Ber«knuua —
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Zreitag, 26. Mai 1916.
Morgen - Ausgabe.
Nr. 243.
Weiter vorwärts beiderseits des §uganatales.
Lhiefa genommen!
Weitere 10 Geschütze erbeutet.
Erfolgreicher Angriff eines Fliegergeschwaders auf Bari.
Gfterreichifch-ungarifcher Tagesbericht.
W. T.-B. Wien, 25. Mai. (Mchtamtlich.) Amtlich verlautet vom 25. Mai, mittags:
Russischer Kriegsschauplatz.
In Galizien unternahmen unsere Streiskom- mandos an mehreren Stellen erfolgreiche Überfälle. Lage unverändert.
Italienischer Kriegsschauplatz.
Die Kampftätigkeit im Abschnitt von D o b e r d o, bei Flitsch und im Plöckc» war lebhafter als in den letzten Tagen.
Wiederholte feindlich: Angriffsversuche bei Peu- t e l st e i n wurden abgewicsen.
Nördlich des Suganatales nahmen unsere Truppen die Cima Cista, überschritten an einzelnen Stellen den Mase-Bach und rückten in S tri egen (Strrgne) ein. Südlich des Tales breitete sich die über den K empelberg vorgerückte Gruppe unter über- wrndung großer Geländcschwierigkeiten und des feindlichen Widerstandes nach Osten und Süden aus. Der Eer.no di Campo Verde ist in ihrem Besitz, ^talienyche Abteilungen wurden sofort zurückgewvrfen.
Im Brandtal (Valarso) nahmen unsere Truppen ^ " *- tt s * Die Nachlese im Angrifssraum
erhöhte unsere Beute noch um 10 Geschütze.
Eines unserer Seeflngzeuggcschwader belegte den Bahnhof und die militärischen Anlagen von Latisana nnt Bomben.
Südöstlicher Kriegsschauplatz.
Keine besonderen Ereignisse.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs:
v. H ö f e r, Feldmarschalleutnant.
•
Ereignisse zur See.
Am 24., nachmittags, hat ein Geschwader von S e e- flugz engen Bahnhof, Postgebäude, Kasernen und Kastell in Barr ausgiebig und mit sichtbar gutem Erfolge bombardiert und in die Festesfreude der rcichgeflaggtcn Stadt deutlich erkennbare Storung gebracht. Das Abwehrfeuer der Batterien war ganz wirkungslos. Alle Flugzeuge sind unversehrt erngerückt. Flottenkommand».
Geständnisse im italienischen Tagesbericht.
W. T.-B. Rom, 25. Mai. (Nichtamtlich.) Amtlicher Bericht vom Mittwoch: Im Lagarinatal am gestrigen Nachmittag heftiges Bombardement gegen unsere ganze Front auf beiden Ufern der Etsch. Eine feindliche Abteilung, die in kleinen Gruppen von Lizzeno gegen Marco vorzugehen versuchte, wurde durch das Feuer unserer Artillerie aufgehalten Ein Angriff längs des Brandtales (Val Larso) in Richtung auf Monte di Mezzo wurde durch unsere Truppen angehalten. Zwischen den Tälern des Terragnolo und des Astico das gewöhnliche Bombardement. Die Räumung des oberen
B e ck e n s v o n P e s i n a und des A st i c o ist jcht regelrecht
vollzogen. Die Truppen verschanzen sich auf einer geschützten Lime des Beckens von Arsiero. Die Geschütze, die nicht mit zurückgenommen werden konnten, wurden zerstört Zwischen dem Astico und der Brente unternahm der Feind gestern einen starken Druck gegen unsere Stellungen im östlichen Affatal. Im Suganertal ging gestern der Rückzug unserer Truppen auf die Hauptwiderstandslinic. der am 22. Mai begonnen hat, langsam und in guter Ordnung weiter vor sich. In Carnien heftiges Artillerieduell im But- iol. Auf der übrigen Front kein wichtiges Ereignis. — Feindliche Flieger warfen Bomben auf die Bahnhöfe in Carnien S,e forderten keine Menschenopfer und verursachten nur einigen Sachschaden.
Einschränkung des Eisenbahn-Personen- Verkehrs in Oberilalien.
w - T.-B. Bern, 24. Mai. (Nichtamtlich.) „Secolo" zufolge wurden aus militärischen Gründen auf der Linie Mai- land-Verona-Venedig sechs Personenzüge vorläufig aufgehoben.
Weitere italienische Lügen.
- Wie». 24 Mai. Aus dem Kriegspressequartier wird gemeldet:
Der italienische Bericht vom 18. Mai enthält die Behauptung daß br° Italiener am frühe-, Morgen des 17. Mai unsere Angriffe auf den Abhangen des Monte Pari unter schweren Verlusten zu- ruckgeschlagen hatten Diese italienische amtliche Mitteilung entspricht nicht den Tatsachen. Wir griffen die feindlichen Stellungen aus den, Monte Part weder am 16. Mai, nachts, noch an- 17 Mai an. Der rnl italienischen Tagesbericht erwähnte Angrifs dürfte sich auf Patrouillentätigkeit in den Nächten vom 15 und
16. Mai beziehen. Der Feind wurde durch Patrouillen beunruhigt, welche gegen dre feindlichen Feldwachen vorgingen und sie mit rs-cuer und Handgranaten überfielen. — Am 20. Mai berichtet Laoorna über kleine, für die Italiener angeblich günstig verlaufene Kampfe rm Ortlergebiet. Diese Meldung ist auch frei er - !• Ortlergebiet fanden in letzter Zeit überhaupt
kerne Kamofe statt.
Die Eroberung von Eumierer.
lVon einem alten Offizier.)
•vstt durchaus planmäßiger, ben Absichten «der obersten Heeresleitung entsprechender Weise vollzieht sich die wertere Entwicklung ber Kampfhanblung vor 33er= dun. ^mn-er wiederholt sich -dasselbe Spiel der Kräfte. Auf jeden Erfolg, ben bis beutschen Truppen an irgend eurer Stelle errmrgen haben, folgen starke feindliche G^enangriffe, bei denen bie Franzosen vergMich ver fachen, das devlovencjscl.a.ng-ene Gelänge KUvückMge Winnen und das wertere Vorgehen ber deutschen Trup Pen^ aufzuhalten. Sowie die feindlichen Vorstöße abge wiesen sind, wird gleichsam als Quittung für dre Be hauptung der Stellung -der Angriff wieder auifgenom- men und fortgesetzt und dem Gegner ein ,weiteres ^luck des Geländes entrissen. Dabei vereinigen die Deuftchen chre personellen und materiellen Mittel und Kräfte immer nur auf etu schmales Stück, um dort aber desto sicherere Erfolge zu erzielen. Schrittweise bringen ste. auf,bisse Wetse vor, und wie bei einem Mosaikbilde recht sich ern Test .der eroberten feindlichen Stellung an ben anderen, bis schließlich nach längeren Kämpfen und mehrfachen Teilerfolgen ein ganzer Abschnitt erobert worden rst. So hat jetzt das siegreiche Bovgehen oer Rutschen Trugen ccurf i)em Wesbaibischnitte zivilschen ArgonnM und Maas zu einem neuen Erfolge geführt nnt beim die Eroberung der Stellung Wald voir Avo- court-Hähe 304-H-yhemsteIliu-ng am „Toten Mann" erst ihren vollen Abschluß gefunden hat. Denn bisher waren wohl die einzelnen Höhenzüge schon erobert worden unid auch das bazwischen gelegene Gelänbe besetzt, so .daß erne geschlossene zusamlmenhängenbe Front entstauben wlar, es fehlte aber noch aus dem östlichen Mügel der Knfchluß an bre Ma as se lbst. Hier lag noch das Dorf Cumrdres, bas sich unmittelbar süblich bes Raben- Waldes und des Waldes von Cumidres sowie östlich des Hohenzuqes am „Toten Mann" befand Nachdem es den deutschen Truppen in den vorhergehenden Kämpfen gelungen war, auch die sübl-rchsten Ausläufer des Hchenzuges am „Toten Mann" zu erobern und über dt'n Weg Esnes-Cumidres vorzudringen, 'lag das Dorf Emmdres selbst sogar etwas hinter ben beutschen Linien. Es war aber von ben Franzosen außerorbentlich stark aus gebaut und befestigt worden und bildete einen sehr starken Stützpunkt, -der von ihnen außerovdentlrch hartnäckig und zähe verteidigt wuvde.^. Dre Lage ldes Verteidigers war aber insofern ungünstig, als das Dorf von mehreren Seiten von den beutschen Stellungen eingeschlossen und überhöht wurde. Dre Deutschen halben nunmehr den letzten Schritt getan um ihre neu gewonnene Front auch im Qsten .abMschkeßen und bis an die Maas selbst vorzu- dringen. Das Dorf Cumidres wurde von Wringiffchen Regimentern rm .Vturm genommen und dabei über 300 Franzosen gefangen genomnien. Die Eroberung dieses Ortes ist artch insofern noch von besonderer Bedeutung west damit dre ,Be r b in düng nach den aus dem ö st-' sich e n Abschnitte befindlrchm deutschen Stellungen hergestellt wich, wo das Dorf Champ bereits in dmi- Asm Besitze ist. Damit erhält die ganze Front v-am Walde von Avocourt vis m die Gegend von Douarl- mont und Baux eine zusammenhängende gradlinige Form, und alle Ausbuchtungen, die bisher noch im Besitze der Franzosen waren, sind beseitigt worden. Die Eroberung von Eumidres ist ein neuer Beweis, daß der deutsche Angriff sich in einer ununterbrochenen günstigen Entwicklung be- findet, und daß alle Gsgemnaßnahknsn der Franzosen vergMich gewesen sind. Mag das Fortschreiten der deutschen Truppen auch nur langsam erfalaen, mag die deutsche Heeresleitung immer wieder Kampfespausen einlegen, so bleiiht die ganze Anqriffshand- lung doch m steter Bewegung und schreitet immer siegreich vor. Die Eroberung von Eumidres bildet einen neuen Beweis dafür und wird unsere Gegner wieder einmal davoii überzeiigen. .daß ihre Hoffnungen auf sin Nachlassen der deiltsche'n Anarisss- kraft gänzlich vergäblich sind.
Aus dem Ostufer 'der Maas hatte sich ein außer- olbentlich großer Gegenangriff der Franzosen ent- wickölt, der mit seinem linken Flügel gegen die deut- schen Stellungen am Gchöft hon Thiaumont. nrit 'dem rechten Flugöl gsgen diejenigen trnt Cailettewald ge- ridöitet toi a r. Sie Mitte drang in der Richtung auf das ehsmange Panzerwerk Doiiaumont vor. Anscheinend hatte der Verteidiger von Verdun alle verfügbaren Kräfte auf schmaler Front zusammen gefaßt, um di-> beutschen Stellungen zu durchbrechen/ Den Franzosen
r\i r öunachst unter der Hilfe eines außerordentlich . starren Artilleriefeuers gelungen, in die deiltschen Linien einzudringen. Sie hatten aber nicht vermocht, aiesen örtlichen Erfolg zu behaupten. Schon vorgestern 2. 1 ?* gemeldet werden, -daß die Franzosen aus beiden Flügeln des Angriffes zurückgöschlagen seien, und gestern konnte dasselbe auch von -den übrigen Fronten berichtet werden. Die deutschen Truppen haben über- all das ze-ltweise aufgegebene Gelände wieder zurück- erobert und die Franzosen daraus vertrieben. So ist £ 110 ) dieser neue Angriffs-versuch der Franzosen gänzlich gsscheitert und hat nur dazu geführt, die Verluste der Franzosen noch weiter zu steigern. Hn taktischer //w'stst haben die Deutschen ihre Stellungen in voller Ansbchnnng gehalten und behauptet, in strategischer ^ Endziel des Kampfes: die V e r- nichtung des Gegners durch die schweren Verluste, die i><*n Franzosen bei der Abweisung des An- griffes zugefügt worden sind, wieder um ein gutes Stuck gefördert worden. Immer mehr bildet sich die st/otze Schlacht von Verdun zu einer Ermattung und Aufverbung der französischen Kräfte heraus. Während ® Ef dem Westabfchnitt^ den Franzosen ein neuer ©ttHiutflen entrissen wurde, sind auf dem Ostcchsckwitt, die starken Gegenangrifst restlos zurück- gewiesen, Dieser -doppelte Erfolg zeigt die günstige Ent- wicke lnug der deutschen Kämpfeshandlung in weithin sichtbarer Wette.__
Der Krieg gegen England.
Der Widerhall der Neuherringen des Reichskanzlers in England.
Die Antwort Greys im Unterhaus. '
~ R°tt°rdam. 25. Mai. (Eig. Drahtbericht. Jens. Bln.) Die Paziftsten P o n soby und Macdonald machten im Unterhaus auf die Interviews Greys und Bethmann-Holl- wegs nnt amerikanischen Journalisten aufmerksam und behaupteten, daß nichts in den Worten des deutschen Reichs- kanzlers mit Greys Erklärungen in Widerspruch stehe, daß a.so kein unüberwindliches Hindernis fürFrie- densunterhandlungen vorhanden wäre. Greh antwor- Wenn ich glauben könnte, daß die deutsche Regien,ng die öffentliche Meinung Deutschlands und der Krieg in ein Stadium gekommen sei. das die Alliierten einen mit ihren Absichten zu vereinbarenden Frieden durch Abhaltung von f“ ^ er Frieden erreichen können, so würde ich Dutzende solcher Reden halten. Die Zeit ist jedoch noch nicht qc- kommen. Alle Alliierten sind verpflichtet, keine Frie- densbedingungen kund zu geben, es sei denn gemeinschaftlick. Wir können keine Mitteilungen fiir uns selbst und unsere Bundesgenossen über annehmbare Friedensbedingungen machen ohne vorherige Beratungen mit den Bundesgenossen. Greh wies dann darauf hin, daß sein Interview keine neuen Erklärungen enthalte und fuhr fort: Der Reichskanzler und ich wollen uns nicht in gegenseitigen Beschuldigungen über die Kriegsursachen verlieren, aber ich wiederhole, der Krieg wäre zu vermeiden gewesen, wenn Deutschland die Vorschläge zu einer Konferenz angenommen hätte. lBeifall.) Sie wurden nicht angenommen, weil der gute Wille fehlte. Zum Schluß sagte Grey: Der deutsche Reichskanzler sagte in seinem letzten Interview, diejenigen seien für die Fortdauer des K r i c g es verantwortlich, die Deutschlands Bedingungen nicht annehmen wollten, und die Karte, die die augenblickliche militärische La g e zeige, würde uns sagen, worin diese Bedingungen bestünden. Wir haben auch die früheren Reden des Reichskanzlers über den Charakter der deutschen Bedingungen. Das sind die Bedingungen eines siegreichen Deutschlands, die deutsche Interessen beschützen, auf die Interessen der anderen Völker keine Rücksicht nehmen und die, wenn sie angenommen werden würden, die andern europäischen Staaten Deutschland auf Gnade und Ungnade auslieferten, wenn es seine Angriffspolitik wieder aufnehmen sollte. Es ist kindisch zu sagen, weil Deutschlands Feinde die Frisdensbedingungen, die Deutschland genehm sind, ohne Rücksicht auf die eigenen Interessen nicht genehmigen wollen, deshalb seien sie verantwortlich^ für Fortdauer des Krieges. Das war tatsächlich in diesem Augenblick mehr als irgend etwas anderes. Was für die Fortdauer des Krieges verantwortlich ist, ist der Umstand, daß die deutsche Regierung immer wieder sagt, sie habe den Krieg gewonnen oder sie werde ihn nächste Woche gewinnen und die Alliierten seien geschlagen. Tatsache ist. daß die Alliierten nicht geschlagen sind. (Lauter Beifall.) Sie werden auch nicht geschlagen werden, und der erste Schritt zum Frieden würde es sein, wenn die deutsche Regierung beginnt, diese Tatsache anzuerkennen. Wenn einer der Alliierten in diesem Augenblick ein besonderes Recht hat, über den Frieden zu sprechen, so ist es die Regierung F r a n k r e i ch s, auf das seit einigen Wochen die konzentrierte Wut der deutschen Angriffe gefallen ist. Die Tapferkeit der französischen Armee während der langen Schlacht beiVerdunrettetFrankreichundauchdie Alliierten. Es ist das für uns der Augenblick, um etwas anderes zu tun, als uns auf den Ausspruch unserer Entschlossenheit zu beschränken und diesem Alliierten die vollste
