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wöchentlich

Verlag Langgasse 21

„Tagblanliaus".

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«-»-«„».Breis für beide Ausgaben: ?ü Big monatlich, M. 2.25 vierteljährlich dnrch den Verlag Langaasjd" ohne Bringeriohn^ M 3.30 vierteljährlich durch alle dentjchen Poftanitalke». auS>chl,enl,ch BeftÄgeld - Bezugs-Bestellungen nehmen außerdem entgegen^ >n Wiesbaden die Zweigstelle Bis- _ <Q ö w in nflpn teilen der ötabt: tn Biebrich: die dortigen Aus-

Beslellaeld. — Bezugs-Beueuungen neomen au,eroem knigegen. iu »it»uuoc»i u« morckrmg rs, i°w,e die Ausgabestellen in allen Teilen der Stadt: in Biebrich: die dortigen Aus. gabestcllen und in den benachbarten Landorte n und ,m Rheingau die betreffenden Tagblatt- Träger

wüiags^"b^dst M"rg°n-Au«g^b>i"g Uhr^nachmittä^ Berliner Abteilung des Wiesbadener Tagblatts: Berlin

Zrettag, 19. Mai 1916.

Ein erfolgreicher Vorstoß auf dem westlichen Maaruser.

9 Offiziere und 12V Mann gefangen.

Oberleutnant Boelcke schoß das sechzehnte Flugzeug ab.

Ein Flugzeugangriff auf die feindlichen Lager bei Saloniki.

Der Tagesbericht vom 19. Mai.

Westlicher Kriegsschauplatz.

■W. T.-B. Großes Hauptquartier, 19. Mai. (Amtlich.)

Auf dem westlichen Maasufer wurden die franzö­sischen Gräben beiderseits der Straße Haucourt- Esnes bis in die Höhe der Südspitze des Camard-Waldes genommen und 9 Offiziere, 120 Mann zu Ge­fangenen gemacht. Ein erneuter feindlicher Angriff gegen die Höhe 30 4 brach unter sehr erheblichen Verlusten für den Feind zusammen.

Auf dem östlichen Maasufer steigerte sich zeit­weise die gegenseitige Artillerietätigkcit zu großer Stärke.

Die Fliegertätigkeit war auf beiden Seiten groß. Oberleutnant Boelcke schoß das sechzehnte feind­liche Flugzeug südlich von Ripont ab. Bahnhof Luneville so­wie Bahnhof, Luftschiffhalle und Kasernen bei Epinal wurden mit Bomben belegt.

Östlicher Kriegsschauplatz.

Nichts Neues.

Balkan-Kriegsschauplatz.

Ein Flugzeuggefchwadcr griff die feindlichen Lager bei Kukus, Causica, Mih-lowa und Saloniki an.

Oberste Heeresleitung.

12 Ausgaben.

Fernruf:

„Tagblatthaus" Nr. 6650-äa.

Von 8 Uhr morgens bis 8 Uhr abends, außer Sonntag».

Anreiaen-Lrcis für die Zeile: 15 Pfg. für örtliche Anzeigen im „Arbestsmarlt" und „Kleiner Anzeiger"

in ciXitltAer SaMoim- foißig. in davon abweichender Sahausjührung, sowie sur alle übrigen örtlichen Anzeigen' 30 Pig.siir alle auswärtigen Anzeigen" l Ml. iur örtliche Reklame,»: 2 TOI. tat auswartlge Wmen Ganze, halbe, drittel und vierte, Seiten, dnrchlauiend nach de,anderer Berechnung - Bei wiederholter Ausnahme unveränderter Anzeigen in lurzen Zwischenräumen ennprechender Nachlaß.

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5lbend-5tusgabe.

als Abschlagszahlung, sie wind gewiß wieder- kchron. Es sind schon, so viele Viorernicflmo.mlm,enh^lten, die sich auf angMich allerftärffte Gewißheiten stützten, hinfällig geworben; warum also nicht auch die von der ftmnögiichkeit, unsere direkten Steuerleistungen^ zu er­weitern? Dabei möchten wir etwas Grimdssätztichss hervocheibön. Es wird behauptet, eine stärkere An­spannung der direkten Steuerleistung müsse den Spar­trieb beeinträchtigen und die Kapitalsbilidung^ ver­langsamen, die wir allerdings sehr nötig haben. Ist das rcher auch wirklich wahr? Wir möchten den Mann sehen, der, wenn er J00 Mark mehr jährlich ■ zu zahlen _ hat, öaruni seinen Spartrieb einschlafen ließe oder mit er- gäbungsvoller Passivität darauf verzichtete, seine Kräfte anzuspannen, um diese 100 Mark durch ver­mehrte Tätigkeit wieder hereiMubringsn.^ Wir sind der freudigen Überzeugnug, daß keine einzige Er- werhstätigkeit ungetan bliebe, daß vielmehr jede einen neuen Ansporn erhalte, wenn das Reich einen Bruchteil des Erworbenen für sich beanspruchte. Gerade die direkte Steuer fördert den Spartrieb, bildet jeden­falls eine Hemmung für die Unbekümmertheit der Lebensführung; denn die zu zahlende Summe, die sich anders als bei den indirekten Steuern doch genau be­rechnen läßt, enthalt in sich geradezu den Anreiz zur Ausgleichung durch das Unterlassen von vermeidbaren Ausgaben. Es dünkt uns eine ziemlich durch­löcherte Mythologie, wenn man befürchtet, ldaß un­sere wohlhabenden Klast'en das Sparen .aukgeben wer­den, weil sie etwas mehr Steuern als bisher zu zahlen haben. Sind wir denn durch den Wdhrbeitrag ärmer geworden? Oder sollen wir uns durch die Opfer­willigkeit des englischen Volkes beschämen lassen? Wir werden, weil es nicht anders geht, nach dem Kriege noch ganzandereOvserals die uns iept Augemuteten bringen müssen, und wir werden sie bringen.

Direkte Reichssteuern.

Die R e i ch s v e r m ö g e n s st e u e r, mit der sich die deutschen Finanzminister elnvevstanden erklärt Haben, soll durchaus nur einmalig echoben werden. Diese Einmaligkeit ist die Bedingung, von der die ssinanzmMistec nicht abgehen wollen, nicht, abgehen zu können erklärt haben. Die Steuer ist etwas anderes als die Zuwachsstener auf Einkommen, die der Aus­schuß zunächst vorgeschlagen hatte, ist auch etwas ande­res als die Erhebung eines vierten Jcchreslbetrages der Wchrsteuer, aber das trifft nicht den Kern der Sache. Trotz aller Verschiedenheiten bleibt es in Geltung, daß wieder einmal wie beim Wehrbeitrag eine direkte Reichssteuer erhoben werden soll. Ihre Einmaligkeit rührt uns nicht sonderlich. Ter Wehrbeitrag wird nun schon drei Jahre hindurch erhoben, er hat jetzt zwar ein Ende, aber die neue Reichsoermögenssteuer ist im wesentlichen ja wieder nur eine Abgabe vom Besitz an das Reich, und der Name ist gleichgültig. _ Was _ vier Jahre lang bestand und noch besteht, das wird keines' falls als u n e r tr ä g l i ch bezeichnet werden können; wir haben diese Last ganz gut ertragen, niemand ist unter ihr zusammengsbrochen, niemand braucht dem Kummer und der <Lorge bei der Vorstellung zu t>er fallen, daß sich die Einmaligkeit gelegentlich wieder' holen könnte, daß sie wohl gar zur dauernden Einrich tnng würde. Es ist psychologisch reizvoll, den Wen,dum gen und Windungen zuzusehen, mit denen sich die direkte Reichssteuer unweigerlich durchsetzt. Die Finanz­ministör der Einzelstaaten mögen noch so laut betonen, daß niemals uwd unter 'chlechterdings gar keinen Um­standen das Gebiet der direkten Steuern ,den Einzel- staaten geschmälert werden dürfe, sie geben trotz aller Beteuerungen doch nach, sie müssen es, es besteht eine Zwangslage. Auch die Parteien, die durch­aus und unbedingt die schärfste Scheidung zwischen den vermeintlich unverrückbaren Steuer,grmnbisätzen des Reichs und der Einzelstaaten aufrechterhalten wissen wollen, Wunen Zugeständnisse nicht verweigern. Zwang ist eben Zwang und läßt alle noch so fest verankerten Grundsätze in die Luft schnellen. Wenn das Reich neue Mittel n ö t i g h a t, so darf es kein Gebiet geben, das sich ausschlösse. Man kann die Milliarden vielleicht doch aus den indirekten Steuern und aus Monopolen zusammenkratzen. aber E b r e und Würde fordern es, daß Besitz und Einkommen teil haben an den Opfern, die wir alle bringen müssen. ES ist eine Ehrensache, direkte Steuern zu zahlen. Mit diesem Gefühl müssen wir uns durch- drrngon, man macht große Steuerpolitik überhaupt nicht mit kleinlchem Rechnen, sondern nur mit einer großen Gesinnung. Und darum enttäuscht uns die Einmaligkeit des im Werke begriffenen Kompromisses wer bk Rüchsvevmögen Steuer nicht, wir betrachten sie

Die Lage Im westen.

Die Russen an der Vogefenfronl!

Br. Zürich, 19. Mai. (Eig. Drahtbericht. Zeus. Bln.) Die Blätter des Jura melden, daß das französische Kontin­gent der russischen Truppen an der Bogesenfront vereinigt, und sein Bestand durch indische Abteilungen verstärkt wurde.

Briands schöne Hoffnungen.

W. T.-B. Paris, 19. Mai. (Nichtamtlich. Drahtbericht.i Auf Ersuchen des Ministerpräsidenten Briand hat die Kammer die Besprechung der Zensurinterpellation vertagt. Bei dieser Gelegenheit erkannte Briand die Arbeiten der Kammer, deren Zusammenwirken mit der Regierung sich im Geist des Kriegs vollziehen müsse, an und fügte hinzu: Wir stehen in einer entscheidenden Stunde, in der wir alles erhoffen dürfen (Lebhafter Beifall), in der ich aber auch sagen darf, daß ein tief wahres und beinahe brüderliches Vertrauen zwischen der Negierung und der Kam­mer nötig ist, um den Triumph des Landes zu sichern. Von der Gemeinsamkeit unserer Arbeit hängt es ab, daß morgen der Sieg unsere Fahnen bestrahlt.

Das Märchen von der Aushungerung zieht in Frankreich nicht mehr.

IV. T.-B. Bern, 18. Mai. (Nichtamtlich.) Der Pariser Vertreter des „Bund" berichtet in seinen! letzten Bries u. a.: In Frankreich kann man seststellcn, daß das große Publikum nach- gerade alle Nachrichten, die ihm von einer bevorstehenden Hungersnot in Deutschland berichten wollen, sehr skeptisch aufnimmt. Dafür hat das französische Publikum seine Gründe. Voriges Jahr hatten die Blätter, auch die ernsthaften, eine be sondere Rubrik über den deutschen Nahrungs- mangel, in welcher die Lage in Deutschland als verzweifelt bingestellt worden war. Ostenbar hat man geglaubt, was man sagte, und schlug das Thema. breit, um die Moral derer hinter der Front auf der Höhe zu halten. Die Regierung hat nichts getan, nni die Presse auf den richtigen Weg zu leiten, was ihr vom „Temps" jüngst den Vorwurf eintrug: „Wenn man in den amtlichen Bureaus etwas weniger vom ausgehungerten Deutschland gesprochen hätte, so hätte man wahrscheinlich mehr schwere Artillerie herge'stcllt." Das Volk hat geglaubt, bis ihm sein eigenes gesundes llrfetl zeigte, daß man sehr übertrieben hatte. Es folgte eine Zeit der Enttäuschung. Heute verzieht jedermann, wenn dre Zeitungen von dem deutschen Nahrungsniangel sprechen, v e r - ä ch t l i ch den Mund, weil man mit diesen alten Märchen keinen Hund mehr hinterm Ofen hervorlocken kann.

Bewaffnung der gesamten französischen Handelsflotte.

Haag, 18. Mai. (Zeus. Bln.) „Daily News" melden aus Paris, daß jetzt nahezu sämtliche Dampfer der franzö. kjschen Handelsflotte mit Geschützen bewaffnet worden sind. Das Blatt fordert die englische Regierung auf, unverzüglich ebenfalls die allgemeine Bewassnung der englischen Handclsdampser durch- zusühren Es sei der beste Schutz zur Erhaltung der englischen Handelsflotte gegenüber dem stl-Bootkrieg. Diese Maßnahme sei um so eher dnrchzuführen, da die englische Regierung die Sicherheit habe, daß die Vereinigten Staaten den Gedanken an eine Sperrung amerikanischer Häfen für bewaffnete Handelsdampser endgültig auf gegeben haben und von dieser Seite keine Verwicklungen mehr zu befürchten seien.

Nr. 234. . 64. Jahrgang.

Die betrügerischen Befreiungen vom Heeresdienst in Frankreich.

W. T.-B. Paris, 19. Mai. (Nichtamtlich.) In Sachen der Rouener Affäre wegen betrügerischer Befreiung vom Heeresdienst sind laut „Temps" der Stabsarzt Poinat, der als Mitglied der Untersuchungskommission gegen Geld Zurück- stellungen vornahm, sowie Pfarrer Samson und der Beamte Frank verhaftet worden.

General Gallieni operiert.

W. T.-B. Paris, 19. Mar. sNichtamtlich Agcnce Havas ) General Gallieni mußte sich gestern einer Prostata- Operation unterziehen. Die Operation wurde von Professor Marie ausgeführt und hatte vollen Erfolg.

Ein großer französischer Dampfer versenkt.

Nr. Rotterdam, 19. Mai. (Eig. Drahtberrcht. Zen). Bln.)

Aus London wird gemeldet: Der 13 050 Tonnen große fran­zösische Dampfer „Ml, ra" wurde versenkt.

300 000 deutsche Schuldforderungen in Paris. . ^

Im „Figaro ' lesen wir folgendes: Ein unlängst m Kraft getretenes Gesetz hat bestimmt, daß alle diejenigen, die deut­schen oder österreichischen Staatsangehörigen Geld schulden, eine Erklärung über die Höhe der geschuldeten Summen abzugeben hätten. Bisher haben nun bereits mehr als 300 000 Franzosen ihre Eingaben gemacht, und das Akten- material darüber ist zu solchen Bergen angewachsen, daß nach einer von amtlicher Seite angestellten Berechnung dre unter normalen Umständen verfügbaren Beamtenkräfte dre Arbeit des Sichtens und Buchend erst in ungefähr 12 Jahren bewäl­tigen könnten. Bor einer solchen Verschleppung hat es selbst den an Verschleppungen, gewöhnten Justizminister. gegraut. Da es aber an geschulten Kräften fehlt, so hat er sich keinen besseren Rat gewußt, als sich an seinen Kollegen von der Marine zu wenden, der ihm denn auch einen Trupp von zehn Marinesoldaten zur Verftigung stellte, die seither ausschlieh- lich mit dem Einträgen der 300 000 deutschen Schuldforderun­gen beschäftigt find. __

Der Krieg gegen England.

Die geringe Wirkung des englischen Dienstpflichtgefetzes.

Die englischen Staatsmänner rechnen nur noch mit der Hilf« der Zeit.

W. T.-B. Bern, 19. Mai. (Nichtamtlich.) Ein brieflicher Bericht des „Giornale d'Jtalia" aus London glaubt, daß die Wirkung des englischen Dienstpflichtgesetzes sehr gering sein und sich erst v i e l s p ä t e r fühlbar machen werde. Man müsse bedenken, daß die Leute, die jefet zu den Waffen ge­rufen werden, nur widerwillig folgen. Aus Wider­willigen werde man erst allmählich Soldaten macheir müssen. Das offizielle England glaube nicht, daß der Krieg in diesem Jahre zu Ende gehen könne. Der Illusion, die Mittelmächte schnell und gründlich zu besiegen, gebe man sich in England nicht hin. Man glaube dort, daß die Zeit der Entente zu Hilfe komme und sie für die gekrackten Opfer entschädige, Wenn man auch eine große Offensive für den nächsten (!) Sommer als not­wendig erachte, messe man ihr doch leine durchschlagende Be­deutung bei. Das Problem bestehe dgrin, daß England seinen Verbündeten, welche den Krieg nicht so gut aushalten können, mit seinen Kräften aushelfe. Hierüber dächten jetzt die englischen Staatsmänner nach.

Die englische Vergewaltigung des neutralen Poftverkehrs.

Ein echt englischer Bescheid an Lansing.

Br. Genf. 19. Mai. (Eig. Drahtbericht. Zeus. Bln.) Einer „Temps"-Meldung aus Washington zufolge hat der englische Botschafter dem Staatssekretär Lansing folgende Mitteilung überreicht: England wird sich bemühen, jede Zurückhaltung der Post und alle Eingriffe in den Postverkehr künftighin zu vermeiden, ist aber nicht gewillt, auf sein Recht zu verzichten, einen Mißbrauch der Postsäcke zur Übermittlung von Waren und Nachrichten an den Feind zu verhindern. (Hierzu bemerkt die „Voss. Ztg.": Ein derartiger Bescheid würde im normalen diplomati­schen Verkehr, d. h. unter der Voraussetzung, daß es dem be- schwerdeführenden Staat mit seiner Beschwerde auch wirklich Ernst ist, als durchaus ungenügend erachtet werden.)

Sozialistische Friedenskundgebungen in Schottland.

Rotterdam, 19. Mai. (Zens. Bln.) Der „Labour Leader' teilt in seiner letzten Ausgabe einige Einzelheiten über die Friedenskundgebungen in Schottland am 1. Mai mit. In Glasgow nahmen an dem Aufzug 200 Vereinigungen teil. In der Versammlung in freier Luft auf Glasgow Green waren 30 000 Personen anwesend. 14 Rednertribünen waren errichtet und 60 Redner sprachen der Menge zu. Mit der Maifeier war ein Blumentag verbunden und wurden 60 000 rote Blumen verkauft.

Ein britischer Dampfer versenkt.

W. T.-B. London, 19. Mai. (Nichtamtlich. Reuter.) Der britische Dampfer „M ac Research" wurde in der Nordsee versenkt. Ein Mann ist tot, drei verwundet, die übrigen gelandet.