Wiesbaum
Verlag Ltmggafse S1
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12 Ausgaben.
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„Taghlstth.us" Nr. 6880-53.
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»ln,einen- so Psg, für alle auswärtigen Anzeigen: I Ml >nr oriliche Rellamen: !■ »jii. rur ausroarn Reliamcn Ganze, halbe, drittel und vierlei Seiten, durchiausend, nach beionderer Berechnung,
Bei wiederholter Ausnahme unveränderter Anzeigen in kurzen Zwiichenraumen entiprechender Nachlaß.
Donnerstag, 18. Mai 1916
Die vergeblichen Angriffe der Franzosen auf die höhe 504-
Schwere Verluste einer frischen afrikanischen Division. — Ein feindlicher Vorstotz am Reichsackerkopf gescheitert.
Der Tagesbericht vom 18. Mai.
' w. T.-B. Großes Hauptquartier, 18. Mai. (Amtlich.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Südwestlich von Lens wurden die Handgranatenkampfe fortgesetzt.
Drei weitere französische Angriffe gegen unfere Stellungen auf der Höhe 30 4 wurden heute früh abgeschlagen. Beim Rückzug über Esnes erlitt der Feind in dem "berstsht-
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„.gl um Versuche einer f r t s ch e n asrikan11 che Division, die aus weißen und farbrgen Franzosen gemischt ist.
Ein von schwachen feindlichen Kräften unternommener Vorstoß südwestlich deS Reichsackerkopfes scherterte vollkommen.
Lstlicher Kriegsschauplatz.
Östlich von Krafchin wurde ein feindliches Flugzeug abgeschosien.
Balkankriegsfchauplatz.
Keine befsnderen Ereigniffe.
Oberste Heeresleitung.
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„Der Nachkrieg
W. T.-B. Berlin, 17. Mai. Die „Boss. 3tg." schreibt: -letzt wissen wir es Mo. „Die wirtschaftlichen Pröblem« des Nachkrreges (api-bs-Lnerrs) stchen rn England auf der Tagesordnung", funkt Lyon untevm 11. Mm. Die besten Kopse stimmen für eine schneüe und energische Tätigkeit, um schon jetzt die Mittel ted 8« stellen, die zur Verteidigung gegen leden deutschen An° grisis auf wirtschaftlichem Gebiet dienen sollen. Lz genügt unseren Feinden nicht, den Krreg selber gegen uns entfesselt zu häben. Wenn er zu Ende ist. soll noch etwas anderes kommen. etwas, für das letzt auch eine offizielle Bezeichnring geprägt wovöen ist:
'^Es^si^der Mühe wert, die Tatsache ^ festznnageln, daß für die Plane unserer Feinde, die sich bisher nur zu u n b e st i m m t e n Redensarten wre ^Krreg rmch dem Kriege" — „Wirtschaftskrieg verdichtet hatten setzt der kurze und schlagende Ausdruck gesunden worden ist, die „militärische Formel". Wir folgern au» dieser Tatsache dreierlei: . r .
Erstens: Trotz allem Geschrei von der eigenen Un- bcsiegöarkeit, vom mathematisch sicheren Endsieg der Entente sind unsere Widerfacher in den Tresen -ihres Bewußtseins schon zu der Erkenntnis gekommen, daß sie militärisch das Spiel verloren haben. Hätten sie ihr urffprunMches Ziel erreicht: die „Zerschmetterung Deutschlands" sie
brauchen nicht einen Nachkrieg zu. Planen. Diese Formel umschlicht also zunächst einen starken Gehalt an wehmütigem Verzicht.
Sie bedeutet aber zum zweiten eine jedenfalls -ganz ungewollte, aber darum nicht weniger t i e s e V e r - bcugung vor unserer wirtschaftlichen Überlssgenheit. Unfere Feinde wollen, . tote es int Fortgang des angeführten Funkspruches heißt, „die energischsten Maßregeln ergreifen, um die feindlichen Einflüsse, welche bis zum August 1914 eigenartig stark waren, auszuschaltsn". Worin beruht denn „unfere eigenartige Stärke"? Doch einfach in unserer große- ren Leistungsfähigkeit. Das erkennen unsere Feinde an, indem sie sich zunr „Nachkriege" rüsten. Hätten sie die leiseste Hoffnung, uns durchs Erreichung einer gleichen oder gar überlegenen Leistungsfähigkeit auf wirtschaftlichem Gebiete zu besiegen, io b e - dürfte es all der Handelskonferenzen nicht, die jetzt mit viel Mühe und Schweiß znsammengetrom- molt werden. Nein, auch im Wirtschaftskriege, der kommen soll, wollen sie die gleichen Methoden anwenden, die sie im Kriege unserer überlegenem Tüchtigkeit entgegengesetzt haben: -die Zusammenrottung der
Vielen gegen die Wenigem, die Zusammenrechnung vieler kleiner Zahlen zu einer großen, die Erdrückung des Gehalts durch die Masse, die Umzingelung und Erdrosselung des innerlich Stärkeren durch die Überzahl, nebenbei natürlich die Vergewaltigung der Neutralen. Nun, wir können auch -das eiwarten. Unsere Feinde werden nnt ihrem wirtschaftlichen Zusammenschluß gegen uns ebensowenig etwas erreichen wie mit dem militärischen.
Ms dritten Punkt aber müssen wir uns folgendes dauernd vor Augen halten: Was Hüffe es uns. einen Frieden zu machen, ehe unseren Gegnern es voll-
5lbend-klusgabs.
kommen klar geworden ist, daß wir die Sieger sind;
An Stelle des Krieges der Waffen würde der Jw flieg" treten. Diesen Krieg sagen unsere Fer^e der deutschen Arbeit an. Die dauernde Fernhaltung der d e u tsch en Industrie vom Welt- markte ist das ausgesprochene 3iel unserer Feinde. Darunter würde schließlich am empfindlichsten der Arbeiter zu leiden haben, der Pme Aroeftsivast der deutschen Industrie zur Verfügung stellt und von ihr die gewohnten Ähne erwartet. Diese kann die Industrie nur zahlen, wenn sie auf -dem Welt markte die frühere hohe Stellung sich wieder erkämpft. Wie erste Voraussetzung hierzu ist aber der Sieg. Daher können und wollen wir die Waffen nicht niedcrlegen,
bevor er unser ist.
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Oie Laae im westen.
Das Seegefecht an der flandrischen Küste
Ein englischer Bericht.
W. T.-B. Lono-in, 18. Mai. (Nichtamtlich. Reuter.) Die Admiralität teilt mit, daß vorgestern nachmittag in der Nähe der belgischen Küste eine Begegnung zwischen einem Geschwader britischer Zerstörer und Monitore und einigen deutschen Zerstörern stattgefanden hat. Nach kurzem Gefechte zogen sich die feindlichen Schiffe nach ihren Häfen zurück. Das britische Geschwader hatte keine Verluste.
Brigadegeneral Krien feinen Wunden erlegen.
W. T.-B. Paris, 18. Mai. (Nichtamtlich.) Wie der „Temps" meldet, ist Brigadegeneral Krien den Wunden erlegen, die er am 18. April in der Front erhalten hat.
Ein französischer Dampfer auf eine Mine gelaufen.
W. T.-B. Rotterdam, 18. Mai. (Nichtamtlich.) Der in Diensten der Defense Nationale stehende Dampfer „Saint Corentin" (219 Bruttoregistertonnen) lies vor Dünkirchen auf eine Mine und sank.
Wiedereröffnung der französischec Kammer.
W. T.-B. Paris, 18. Mai. (Nichtamtlich.) Heute nimmt die Kammer ihre Sitzungen wieder auf. Die Vorlagen betreffen unter anderem eine Ergänzung des Gesetzes über die Mietverträge und Aufhebung der Pachtverträge, ferner an Gesetz über die anbausreien Ländereien, des weiteren die vom Fincnzminister angeforderten Kredite für das dritte Vierteljahr 1916. An Interpellationen sind angekundigt eine von Violette über die Handhabung der Zensur und eine von Albert Favre über die Umstände, unter welchen sich die Schlacht von Verdun entsponnen hat. Zu letzterer bemerkt der „Temps" gleich, üatz die Kammer der Besprechung wohl nicht st attgebeu werde. Das Blatt kündigt ferner an, daß der Zustand der Tagung des Parlaments in Permanenz weiter dauert. Von 602 Sitzungen seien 32 zurzeit erledigt.
Eine Tagung der französischen Arbeiter- verbände.
Br. Haag, 17, Mai, (Eig, Drahtbericht. Zens, Bln.) Bon be sondern Seite wird dem „Rotterdanstchen Courant" ein Bericht über die Konferenz der französischen Fachvereinigungen übermittelt. Ans dieser Konferenz vertraten 27b Abgeordnete 94 Arbeitersyndi- late Frankreichs. Die französische sozialistische Presse gibt nur die erste Entschließung der Versammlung wieder und auch darin hat die F e n s u r Streichungen vorgenommen. Sie lautet u, a.: Dieser Krieg muß der letzte sein und darum muß er folgendes zum stiele haben: 1. Die Unantastbarkeit und Unabhängigkeit der Völker; 2. Abschaffung der geheimen Diplo - matte; 3. Beschränkung der Rüstungen als Vorberei- tung zu einer allgemeinen Entwaffnung; 4. Einführung von obligatorischen Schiedsgerichten für alle politischen Konflikte,
Brand einer französischen Patronenfabrik.
W. T.-B. Paris, 18. Mm. (Nichtamtlich.) Laut „Temps" brach in der Patronenfabrik in Valence-sur-Rhöne ein Brand aus, bei dem 2 Arbeiterinnen getötet, 7 verwundet und 2 Männer verletzt wurden.
Oer Krieg geaen England.
Der Wechsel im englischen Auswärtigen Amt.
W. T.-B. London, 18. Mai. (Nichtamtlich. Drahtbericht.) Amtlich wird gemeldet: Sir Artur Nicolson, ständiger Untersekretär im Auswärtigen Amt, hat gebeten, zurücktreten zu dürfen, da seine Gesundheit angegriffen sei und ec sein Amt noch 18 Monate verwaltet hat, nachdem er schon den Entschluß, zurückzutreten, gefaßt hatte. Er schlug vor, daß Lord H a r d i n g e, der das Amt vor ihm versah, es wieder übernehme. Lord Hardinge hat eingewilligt, das Amt einstweilen zu übernehmen.
Eine Ergänzungswahl. — Sieg der Regierungspartei.
W. t.-B. London, 18. Mai. (Nichtamtlich. Reuter.) Bei der Ergänzungswahl in T e w k o z b u r y ist der Regierungskandidat Hickb Neash gewählt worden.
Nr. 232.
Die englische Postschikane.
W. T.-B. Haag, 17. Mai. (Nichtamtlich.) Die Post des Dampfers „R o n d o", von Amsterdam nach Batavia unterwegs, mußte in England ausgeschifft werden.
Ein englischer Monitor im Mittelmeer vernichtet.
XV. T.-B. London, 18. Mm. (Nichtamtlich. Draht- bericht.) Die Admiralität gibt bekannt: Eine ver
spätet eingetrosfene Depesche -des Befehlshabers. tiu Mittelimeer teilt mit, daß in der Nacht zum td. Mar ern kleiner Monitor von der feindlichen Artillerre getroffen wurde, in Brand geriet und vernichtet worden ist. Wir hatten 2 Tote und 2 Verwundete. Die Mit- teilunß van dem Vertust des SchWes im tu Machen Krisssbericht wurde für fatsch erklärt, weit zwei Tage nach -dem Vorfall eingegangene Meldungen von der Sache nichts erwähnten. Es ergibt sich jetzt, daß die erste britische Meldung ein Irrtum gewesen ist.
Die Lage in Irland.
Die Regelung der irischen Frage.
W. T.-B. Manchester, 18. Mai. / (Nichtamtlich.) Dem „Manchester Guardian" wird aus London gemeldet, daß Lloyd George vorgestern eine Zusammenkunft mit dem nationalistischen Abgeordneten von West-Belfast hatte und gestern eine Unterredung mit R e d m o n d. Es gehen allerlei Gerüchte, so, daß Lloyd George bei den Verhandlungen zur Regelung der irischen Frage auf der Grundlage des Homerule wirksam beteiligt sei. Die uinomstische Presse rst bereit, dabei mitzuwirken.
Asguiths Eintritt in die Regierung Irlands
W T -B London, 18. Mai. (Nichtamtlich. Drahtbericht.) Reuter meldet- Die Mitteilung, daß Asquith M i t g l i e d t m irischen Geheimen Rat geworden ist, wodurch er tatsächlich Mitglied der Regierung in Irland wird, erregt hier großes Interesse und hat zu vielen Hoffnungen Anlaß gegeben. Es ist das erstemal, daß ein englischer Premier- m i n i st e r dem Geheimen Rat Irlands beigetreten ist. Der Schritt, durch den Asquith eine direkte Stimme tu den Fragen der Verwaltung Irlands erhält, wird als ein werterer Beweis angesehen, daß der Premierminister keine Muhe scheut, um eine Besserung der Verhältnisse rn Irland herbeizuführen.
Asauitbs Vereidigung im Geheimen irischen Rat.
Br Rotterdam, 18. Mai. (Eig. Drahtbericht. Zeus. An) Der „Nieuwe Rotterdainsche Courant msw« ans'London: Asquith wurde heute als Mitglied des
Geheimen irischen Rats vereidigt, wodurch er Mitglied der irischen Verwaltung geworden ist ^NMge- bessen gewinnt bis Vermutung Raum, -baß .vorläufig kein Minister von Irland ernannt werben wird und Asquith dem Unterhause gegenüber die pers o nltche Verantwortung für die Verwaltung ^vlainds übernehmen wird. Der irische Geheime Rat hat m Abwesenheit des Vizekönigs ausitihrende Gewalt.
Der Krieg gegen NuMand.
Die „hochtrabenden Behauptungen" vom Hungertode Deutschlands.
Rusiische Erkenntnis.
t _B Kopenhagen, 18. Mai. (Nichtamtlich.) Das Petersburger Blatt „KolokoI", welches früher von dem Ministerium des Innern als Sprachrohr benutzt wurde rn letzter Zeit sich mehr zum halbamtltchen Organ des Ministeriums des Äußern entwickelte und dennoch sich öfters erne freimütige Ärttil der Regierungsmaßnahmen erlaubt, famoi n einem Leitartikel wörtlich: Wir erinnern uns mit «cham an die h o ch t r a b e n d e B e h a u p t u n 9 unserer falschen Patrioten vom nahen Hungertode Deutschlands und von unerschöpflichen L e b e n s m r t t e l v o r- rätenRußlands. H rudert Jahre können wir den Krrcg führen, ohne ihn recht zu spüren! riefen unsere Patrioten, und sie warfen jedem Kleinmut vor, der zur Sprrsamkert und Berechnung mahnte. Die Regierung wandelte ebenfalls rn bimnrl,scheu Sphären und unterstützte dadurch noch das ausschweifende Leben im Hinterlande. Daher begann die Regre- runa -ru spät die Organisation der Lebensmittel und beging £S SÄ »»L, d- sie der (SSebfee der »», It-h-n. den Aufgabe völlig entrückt war.
Russische Mißwirtschaft.
Beamte ohne Amt.
W T -B Kopenhagen, 18. Mai. (Nichtamtlich.) „Nußkoje Slowo" meldet: Das Justizministerium hat die Aufmerksamkeit des Ministerrates darauf gelenkt, daß der gewesene Generalgonverneur von Galizien, Bobrrnsky, undda uewesene Generalgouverneur von Warschau, Jenge- Utschow, noch immer offiziell diesen Rang bekleiden und große Gehälter beziehen, obwohl ihre Tätigkeit nunmehr er- wdiat ist. In Regierungskreisen beschloß man, diese Komödie ein Ende zu machen und die beiden J 113 "
Posten enthoben zu erklären. Beide sollen zu Reichsratsm gliedern afine Siß und Stimme ernannt werden.
