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s -öeclaj^ tmtggaffc ~1 U)Öd>C!ttXtCb 12 Ausgaben. „T-,di-tth-uS" Nr. 6650 - 53 .
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„Tagblatthaus" Nr. 6650-53.
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Donnerstag, 18. Mai 1916.
Morgen-Ausgabe.
Nr. 231. . 64. Jahrgang.
Der siegreiche Vorstotz in 5Mirol.
Insgesamt bis jetzt in Sikdticol 634t Italiener gefangen, l? Maschinengewehre und 13 Geschütze erbeutet. —
Einnahme weiterer italienischer Stellungen Die Zugna Torka erstürmt.
Ein neuer Lustangriss auf Veneticn.
Österreichisch-ungarischer Tagesbericht.
W.T.-B. Wreu, 17. Mai. (NichtamtLch.) Amtlich verlautet vom 17. Mai, mittags:
Russischer und südöstlicher Kriegsschauplatz.
Unverändert.
Italienischer Kriegsschauplatz.
Die ArtilIcr i ekiimp fe dauern an der ganzen Front fort. Auf der Hochfläche von D o b e r d o wurde unsere neue Stellung westlich San Martrno durch Minensprengungcn erweitert. Hieraus folgte von feindlicher Seite Trommelfeuer und ein Angriff, den unser Infanterieregiment Nr. 34 im Handgranatenkampf a b s ch l u g.
Am Görzer Brückenkopf, im Krn-Gebiet, bei Flitsch und in mehreren Abschnitten der Kärntnersront war das Geschüyfeuer zeitweise ä u ß e r st lebhaft. In den Dolomiten wurden feindliche Nachtangriffe gegen den Hexenfels (Sasso d'Jstria) und den Sattel des Sicfbeges abgewresen.
In Südtirol breiteten sich unsere Truppen auf dem Armenterra-Rücken aus, nahmen auf der Hochfläche von Bilgereuth die feindliche Stellung Sogllo-d'Aspio-Coston-Costa d'Agra-Maronia, drangen in den Terragnolo-Abschnitt, in Piazza und B a l d u ga ein, Vertrieben die Italiener aus M o sch e r i und erstürmten nachts die Zugna Torka (südlich von Rovreit). In diesen Kämpfen ist die Zahl der feindlichen Gefangenen auf 141 Offiziere, 6200 Mann, die Beute auf 17 Maschinengewehre und 13 Geschütze gestiegen-
Im Abschnitt des Loppio-Sees unterhielt der Feind heute nacht ein kräftiges Feuer gegen seine eigenen Linien.
Starke Geschwader unserer Land- und Seeflugzeuge belegten vorgestern nacht Bahnhof und sonstige Anlagen von Venedig, Mestrc, Cormons, Cividale, Udine, Per-la-Caonia untftTreviso ausgiebig mit Bomben. Allenthalben, insbesondere aber in Udine, wo etwa 30 feindliche Geschütze ein vergebliches Abwehrfeuer unterhielten, wurden große Wirkungen beobachtet.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: v. Höf er, Feldmarschalleutnaut.
Herrn Wilsons Geeignetheit zum Hicdensstister.
O Berlin, 16. Mai.
Ein Londoner Blatt fragte irach der letzten «dsut- scheu Note an Amerika erstaunt, was es mit den in dieser Note berührten zweimaligen Erwähnungen unserer F r i e ü e n s v e r e i t s ch a s t aus sich Habe. Von solcher Bereitwilligkeit sei doch bis baihin nichts bekannt geworden, das Blatt ersuchte aber-um nähere Mitteilungen. Darauf hier zu antworten, besteht indessen keine Veranlassung. Die Reichsleitung ist nicht dazu da, die Neugier englischer Zeitungen zu befriedigen. Selbstversrändlich aber sollte jene Andeutung in unserer Note nur den beiden Kanzlerreden gelten, in denen gesagt worden war, daß wir vernünftigen Angeboten der Feinde nähertreten würden. Eigentümlicherweise hat -man nun, und zwar nicht bloß in Amerika, sondern auch bei uns, aus den betreffenden Worten unserer Note heraushören wollen, daß es unserer Regierung n i ch t unerwünscht märe, wenn Herr Wrlson diese Worte dahin verstehen wollte, daß er sich ein Verdienst mit denr Versuch einer Vermittelung erwerben iwürüe. Die „Evening Post" ist es, die aus allerlei noch unbestimmten Gefühlsregungen, die sich bei diesem Anlaß hier und dort wahrnehmbar gemacht haben, ein regelrechtes System aufgebaut hat. Dies New Aorker Blatt weiß zwar noch nicht, ob Herr
Wilson.Vemnittlungsversuche machen wolle, aber es hat läuten hören, daß etwas Derartiges erwogen werde, icnd e§ glaubt berichten zu dürfen, daß der deutsche Frie-. denSfühler „einige Ans,merksamkett" beim Präsidenten der Bereinigten Staaten finden werde oder wohl gar schon lgefunden habe. Was Herr Wilson in der Tiefe seines eigenen Gemüts findet, kann uns in dieser Beziehung gleichgültig sein; nicht gleichgültig jedoch ist es uns, ob er seine tiefsinnigen Funde mit berechtigter Berufung auf wirkliche deutsche Tastversuche stützen kann! Wir sind überzeugt davon, er kann es n i ch t. Demi wir kämen wir wohl dazu, lgerade die Regierung der Bereinigten Staaten für die Einleitung von Friedensverhandlungen bemühen zu wollen, wofern wir bestimmte Schritte zur Beendigung des Krieges unternehmen wollten! Diese zweite Frage bleibt, wie sich von selbst versteht, zunächst völlig außer B e t r ach t. Es liegt kein innerer und kein äußerer Anlaß lor, sie anders zu behandeln, als es in den erwähnten beiden Kanzlerreden geschehen ist, und jedes Wort der Hinzufügung müßte von Übel sein. Jn- idessen wird ja eines Tages der Krieg aufhören müssen. Wir haben in unserer rmlitärischen wie in der ent» sprechenden politischen Lage Gründe genug zu denr Glauben, daß die Neigung zum Frieden bei den geschlagenen Feinden wachsen und zu entsprechenden Anregungen führen wird. Dies hatte auch der Reichskanzler gemeint, als er unsere Bereitschaft zum An- bören solcher Wünsche aussprach. In welcher Form die^Feinde ihre Wünsche kundgebeir wenden, könrten wir nicht wissen. Vielleicht wenden sie sich mit einem Vertrauen, das wir ihnen n a ch z u s ü h I e n vermögen, an Herrn Wrlson; -wahrscheinlich sogar. Aber daß wir jemals in die Lage kolmm-en könnten, die Dienste Wilsons zu oeanspruchen, idos können sich nur amerikanische Hirne auSdenken. für uns Deutsche müßte eine derartige Wendung unfaßbar sein, und deshalb ist es uns unverständlich, wie die aus New Aork her- nbevgekamineiren Kundgebungen von Selbstgefälligkeit nnd ^ Hochmut bei uns irgendwo die Vermutung erwecken können, daß bie Reichsleitnng nach dieser Richtung hin einen Fühler ausgestreckt haben soll. Nach der letzten amerikanischen Note und nainentlich irach der Erklärung des Herrn L a n s i n g darf von dergleichen keine Rede sein. Diese Erklärung rückt die Ver- s ch i e d e n h e i t der Stellungnahme Amerikas zum Unterseebootskrieg ans der einen, zur völkerrechtswidrigen Erweiterung der englischen Blockade auf der anderen Seite in ein besonders grelles Licht. In der Unterseebootsfrage drang Herr Wilson auf beschleunigte Erledigung unter bestimmter Bezeichnung der Ansprüche, welche die Regierung det^ Bereinigten Staaten machen zu müssen erklärte. Gegenüber der Vergewaltigung des Völkerrechts durch die britische Blockade -wird sich der Präsident mit der Einleitung von Verhandlungen auf Grund des Schieds- gerichtsver träges begnügen, den die Unions- rkgierung vor einigen Jahren mit England und zwanzig anderen Staaten abgeschlossen hat. Das braucht freilich nicht unbedingt zu -bedeuten, daß diese Verhandlungen nun wirklich ein volles Jahr bauern werden, welche Frist in dem Schiedsgerichtsvertrage für tbie Erledigung von Streitfragen in Aussicht genommen ist. DieVerhandlungen könnten natürlich auch schneller verlaufen, aber sie werden schwerlich das Tenipo der Auseinandersetzungen zwischen Anierika und uns haben. Immerhin gehört es zu den Tatbeständen der gegenwärtigen Lage, -daß Wilson, -der sich ganz unnötigerweise gegen eine vermeintliche und in Wirklichkeit nicht gestellte deutsche Bedingung geendet hatte, nun doch zu erkennen gegeben hat, es sollen die Streitpunkte mit England aus den Weg der Verhandlung gebracht werden. Die weitere Entwicklung ist >abzn- warten. Me Erklärung in unserer Note, daß die Freiheit der E n t s ch l ie ß u n g e n vorbchalten bleibt, wenn die Schritte Amerikas nicht zu -dem gewollten Erfolge führen, bleibt in Kraft. Wie aber auch die amerikanisch-englische Unterhaltung beginnen und endigen mag. jedenfalls hatte Herr Wilson, wenn ec volle Neutralität in der Behandlung Deutschlands auf der einen, Englauds auf der anderen Seite zeigen wollte, a n d e r e und schneller zum Ziele führende Mittel als die Berufung auf den Schiedsgerichtsvertrag zur. Verfügung. Daß er bierfe Mittel nicht benutzt hat, ist uns ein neuer Beweis dafür, daß er mit zwei erI e i M aß mißt. Und einer solchen Regierung sollten w i r das Vertrauen schenken, gerecht und unparteiisch eine Friedens-Vermittlung zu übernehmen? Man kann gar nicht erst fragen, man braucht noch wencher zu antworten.
Der Krieg gegen Italien.
Italienische Beruhiyungsversuche über den österreichischen Vorstoß.
Falsche Hoffnungen auf die „Not" in Deutschland.
Br. Lugano, 17. Mai. (Eig. Drahtbericht. Zeus. Bln.) Die italienischen Blätter sind voll von Artikeln über die Möglichkeit eines österreichischen Vorstoßes, von denen man nicht weiß, ob sie zur Beruhigung des eigenen Volkes oder zur Abwehr französischer Hilfsansprüche dienen sollen. Außerdem bringen sie täglich neue Aufsätze und Berichte über die Not in Deutschland und angebliche deutsche Friedenswünsche, die von allen übereinstimmend zurückgewiesen würden, da man ja angesichts dieser Not nur auszuhalteu brauche, um Deutschland zu besiegen.
Ein Besuch Giolittis beim König von Italien!
Die größte Enttäuschung über die Pariser Wirtschaftskonferenz
Budapest, 17. Mai. (Zens. Bln.) Der Luganoer Berichterstatter des „Pester Hirlap" meldet: Von Giolitti nahestehender Seite wird mitgeteilt, daß Giolitti in der Villa Frascati eine Begegnung mit dem König hatte. Giolitti war schon öfter eingeladen. Giolitti vermied stets die Reise nach Rom, weil er der inländischen und ausländischen Presse keine Gelegenheit zu Kommentaren geben wollte, als ob er geneigt wäre, die Bestattung des zum Tode verurteilten Kabinetts Salandra-Sonnino zu übernehmen. Der König richtete jedoch vor kurzem an Giolitti abermals einen Brief, worin er den Wunsch ausdrückte, mit ihm einen persönlichen Gedankenaustausch zu pflegen. Giolitti unternahm daraufhin die Reise nach Rom um so mehr, als die Lage sich vollständig geändert hat. Während nämlich S a l a n d r a früher in Giolitti seinen erbittertsten Feind sah, scheinen jetzt die größten Gegensätze zwischen Salandra und Giolitti ausgeglichen zu sein. Zwischen beiden Politikern fanden in letzter Zeit öfter Beratungen statt, deren Ergebnis sofort fühlbar wurde. Die Erkenntnis, daß der Kriegsschauplatz nicht ausgedehnt werden solle und daß die Italiener sich n i ch t zum Hilfsdienst mit französischen und englischen Kolonialtruppen herabwürdigen, ist sicherlich dem Einfluß Giolittis zuznschreiben. Nach der Begeisterung, welche Asquiths Nombesuch hervorrief, brachte die Pariser Wirtschajtskonferenz Italien die größte Enttäuschung. England forderte die Auslieferung deutscher Schiffe in italienischen Häfen als Vorbedingung bei E r - Mäßigung der Frachten. Dieser Wunsch wurde zurück- gewieseu, weil ein solches Vorgehen Italiens Interessen nicht dienlich gewesen wäre. Würde Italien die deutschen Schiffe beschlagnahmen, so müßten diese Schisse für Italiens Zwecke verwendet werden. Ebenso wurde der englische Wunsch zurückgewiesen, daß Italien allein den Handelsvertrag mit England abschließen müsse. Dieser Vertrag würde Italien vollständig die Hände binden. Der Abschluß dieses Vertrages wurde vom Verlauf und Ergebnis des Krieges abhängig gemacht.
Oie Lage im westen.
Die Franzosen erwarten die Fortsetzung der achtzigtägigen Schlacht bei Verdun.
Genf, 17. Mai. (Zens. Bln.) In einer Besprechung der Lage vor Verdun führt der „Gaulois" aus, es sei kein Grund zu der Annahme vorhanden, daß die Deutschen die Schlacht, die bereits achtzig Tage andauere, a b b r e ch c n werden, um die Operationen anders wohin zu verlegen. Die gleiche Ansicht äußert der militärische Mitarbeiter des '„Oeuvre", General Verraux, der die französische Heeresleitung ermahnt, die Verteidigungskräfte von Verdun durch Entziehung selbst der kleinste n Truppenteile nicht zu schwächen.
Französische Selbsttäuschung.
W. T.-B. Bern, 17. Mai. (Nichtamtlich.) In einer Unterredung mit einem Mitarbeiter des „Corriere della Sera" erklärte der französische Minister C l e m e n t e l, im Grunde genommen sei D e u t s ch l a n d gewillt, heute den Angriff einzustellen, um die Wiederaufnahme des Wirtschaftskrieg e s zu organisieren. Selbstverständlich sei für Deutschland, daß sein Heer in gleicher Stärke wie früher und alle militärischen Organisationsmöglichkeiten beibehalte, immer bereit, den Angriff bei gelegener Zeit unter Ausnutzung der jetzigen Erfahrungen zu erneuern. Der Wirtschaftskamps bereite also das Feld für einen künftigen militärischen Angriff vor, wie es auch vor August 1914 geschehen sei. Dagegen müsse sich der Vierverband, so lange es Zeit sei, schützen, d. h. »nährend der Dauer des Krieges, so lange es in der Macht des Vierverbandes sei, den Krieg sortzuseheu. Deutschland sei und dürfe nicht Herr über Krieg und Frieden sein. Deutschland habe den Krieg gewollt, als andere ihn nicht wollten. Heute,' da Deutschland ihn nicht mebr wünsche, wohl aber die Alliierten, müsse es ihn erdulden.
