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mittüfl«: sür die M°rgen.«Iu«g. bi« 8 Uhr nachmittags, verliner Abteilung des Wiesbadener Tagblatts: Berlin W., Patsbamer Str.121 K. Kernivr.- Amt Lütiow «ag» u 6204 Aür dieAusnahme von Anzeigen an vorgejchrrebenen
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Montag, 15. Ma! 1916. ftbCtt6>'ftUS(ta&& Nr. 226. . 64. Jahrgang.
Angriffe der Zranzosen am „Toten Mann" und beim Taillettewald abgeschlagen.
Englische Gegenangriffe bei Hnllnch zufammengebrochen.
Der Tagesbericht vom 15. Mai.
iW.T.-B. GratzeS Hnnptgnartier. 15. Rai. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschernplatz.
In vielen Abschnitten der Frant war die beiderseitige Artillerie- und Patrouillentätigkeit lebhaft.
Versuche des Gegners» unsere neugewonnene Stellung bei Hulluch wieder zu nehmen, wurden» so weit sie nicht schon in unserem Artilleriefruer zusammenbrachen» im Nahkamps erledigt.
Im Kampfgebiet der Maas wurden Angriffe der Franzosen am Westhange des „Toten Mannes" und beim Caillette- wald mühelos abgeschlagen.
östlicher und Balkankriegsschauplatz.
Keine besonderen Ereignisse. Oberste Heeresleitung.
Die allgemeine Kriegslage.
Eine Unterredung mit dem Generalobersten v. Moltke.
Über eine Unterredung mit Generaloberst v. Moltke» die der Berliner Berichterstatter eiues ungarischen Blattes mit dem Chef des Stellvertretenden Gencralstabes hatte, wird, wie das „83. T." mitteilt, u. a. berichtet: Moltke habe gesagt, di« militärischen Leistungen Österreich-Ungarns sprächen für sich selber. Am Anfang habe die militärische Kraft der Monarchie der grohen russischen Übermacht Trotz zu bieten gehabt, dann sei das ruhmreiche Standhalten in den Karpathen gekommen, an dem sich die russische Offensive brach, der siegreiche Feldzug in Serbien und schließlich die Kämpfe an der italienischen Grenze, wo die österreichischungarischen Truppen wie eine eiserne Mauer standhalten. An dieser Mauer würden auch künftig die Anstürme der Italiener abprallen. Was die allgemeine Kriegslage betreffe, so müßten wir bedenken, daß wir einer sehr großen Übermacht gegenüberstehen. Wir müßten in erster Reihe nicht fragen, was wir in diesem Krieg« bisher erreicht haben, sondern was unsere Feinde mit der großen Übermacht erreichten. Darauf können wir kurz und bündig antworten: Sie haben bisher nichts erreicht! Mit Menschenmaterial sind wir versehen und wir brauchen noch lange keine Sorge um Reserven zu haben. Die allgemeine Wehrpflicht in England kann die allgemeine Kriegslage ganz und gar nicht beeinflussen. Ganz unabhängig vom Ausland können wir so viel eigene Munition Herstellen, als wir immer brauchen. Die Russen haben wieder- bolt versucht, die Offensive zu ergreifen und unsere Linien zu durchbrechen. Unsere Linien im Osten sind aber so stark ausgebaut, daß nicht daran zu denken ist, daß die Russen hier durchbrechen können.
um i&te mit wechlsÄndsm Erfolg vor vielen Monaien so Hartnäckig gakämpst worden ist, Haß manchmal nur die Straße zwischen den feindlichen Kämpfern lag, zu ,deren oebden Seiten sich Hie Gegner vevscyanzt hatten, sind uverhaiupt nicht mehr, und Hie Soldaten suchen sich Äurch oas zu decken, was sich gerade bietet, um dann zu feuern und Bomben zu werfen. Das Hügelchrn von St Elo i ist siast vollständig weg>geblasen worden von Hem Granatfeuer und kann kaum mehr als eine Boden- erhöhung bezeichnet werden. Einer der Soldaten, der von der Feuerlinre zurückkam und anschemend ein Witzbold ist, beschrieb diese .geringe Deckungsmöglichkert mit >den Worten: „Die Leute decken sich hinter Zahn-
stochern." —■ Aus dieser von einem Engländer stam- nienden Schilderung der unaufhörlich heftigen Angrisss- tätigkeit und Offenstvlust der Deutschen an der ftonlött- lchrn Front geht hervor, Haß, entgegen allen sonstigen Press-erne-ldunqen und Unterstellungen der Alliierten die S t o ß k r a s t des deutschen Heeres trotz der kraftvollen Offensive bei Verdun aus den übrigen Frontabschnitten nicht gelitten hat, nicht abggflaut oder -beeinträchtigt fft.
Verbot Pariser Blätter.
W. T.-B. Paris» 15. Mai. (Nichtamtlich.) „Journal du Peuple" ist auf 4 Wochen verboten worden, „Radical" wurde vorgestern beschlagnahmt.
Oie Lage im westen.
Die deutsche Offen sivkraft an der englischen Front.
Aus dem Bericht eines Engländers.
London, 13. Mai. (T.-U.) Aus einem Bericht eines Engländers der mi englischen Hauptquartier an der s l a n d r l sch e n Grenz- war, sind einige interessante Zugeständnisse über die Offensivkraft der deutschen Truppen an diessm Teil der langen deuffchen Front zu entnehmen. Der Engländer sagt: Der Kainpfabschnitt zwischen Aper n und Armentidres ist zu keiner Zeit dieses Krieges ruhig gewesen. in der letzten Zeit war er ober sck>on m e h r a l s h e i ß. Das Artillerie- fwter hatte Ende April und Anfang .Mai eine ganz autzerovdentüche Starke angenommen. Die Be-
Umgebung am
26 April ist nach der Ansicht englffcher Offiziere das schwerste und heftigste gowestm, das sie bisher ubevhaupt kennen .gÄernt haben. Ein Offizier sagte ^ „Wenn man während der Nacht die vom Feinde Mr- überkammenden Gvcmaten beobackstete, so eräugten die >n Mvher Däaste schnell hintereinander fliegenden Gchchoffe eme ununterbrochene Helligkeit über den eng- Ä ntOT x. , taffachlichen Kampfhandlungen djaben sich auch durch ganz -besondere Wildheit und Grausamkeit ausseichnet. Als Ergebnis der fortgesetzt gegenseitigen Beschießung sind die vordersten S Lutzengraben arm beiden Seften an mehreren Stellen vollständig ern geebnet worden so daß .die Infanterie in W-rrMchkeit im offenen Gelände kämpfen .mußte, da unter den gegenwärtigen Bechält- niffen die Schützengräben nicht wieder hergestellt werden konnten. Das ganze Gelände ist von den schweren Geschissen so abgesucht und abgegrast worden, daß keine Stelle unberührt geblieben fft. Schloß Hooge und seine Ställe, die m beiden Soften der Landstraße standen, und
Oer Xrieg gegen England.
Sir Eduard Grey über den Krieg.
Eine Unterredung mit einem dänischen Journalisten.
B*. Kopenhagen» 15. Mai. (Eig. Drahtbericht. Zens. Bin.) Der Londoner Berichterstatter der Kopenhagener Zeitung „Politiken" veröffentlicht eine Unterredung, die er mit dem englischen Minister des Äußern Sir Edward Greh hatte. Es war dies die erste journalistische Unteredung, die Grey seit Kriegsbegiun gewährt hat. Greh wiederholte zunächst die Vorgeschichte des Kriegs nach dem alten englischen Schema. Die tiefe Unkenntnis der deutschen Verhältnisse, die Sir Edward Greh bei Entfesselung des Kriegs verriet, tauchte auch hier in Form der Hoffnung auf eine innere Umwälzung in Deutschland und in dem versteckten Versuch, die anderen Bundesstaaten gegen Preußen aufzuwiegeln, hervor. Grey spricht von zwei Methoden zur Beilegung der internationalen Unstimmigkeiten: Von schiedsgerichtlicher Verhandlung und Krieg. Die zweite Methode, der Krieg, hat hinsichtlich des Zwecks einen völligen Zusammenbruch erlitten. Handel und Jndusttie sind seit den Augusttagen des Jahres 1914 aus ihren Bahnen gedrängt, die Lasten des Lebens sind immer unerträglicher geworden, Millionen von Männern wurden getötet oder verwundet, und der internationale blinde Haß nahm an Stärke und Tiefe zu. Der Vertreter der „Politiken" erinnerte Greh an die Äuße. rungen des deutschen Reichskanzlers über die drei Ursachen, die die Verbündeten zum Krieg trieben: Erobe. rungslust, Rachsucht und Eifersucht gegenüber dem wirtschaftlichen Nebenbuhler Deutschland. Grey erwiderte, Deutschland hat genau gewußt, daß vor dem Krieg keine antideutsche Koalition bestand. Wir hatten förmlich und kategorisch erklärt — so führte Greh weiter aus — unter keinen Umständen an einem Eroberungskrieg gegen Deutschland teilnehmen zu wollen. Aber Deutschland verlangte, wir sollten die Neuttalität unter jeder Bedingung garantieren, gleich gültig, was die deutsche Diplomatie auf dem Festland unternehme. Deutschland behauptete immer, der Krieg sei ihm aufgezwungen worden. Diese Auffassung teilt niemand, auch nicht der dritte Dresbundsgenoffe Italien. Niemand wollte Deutschland an greifen (!) und die militärischen Maßnahmen aller Nachbarstaaten hatten völlig defensiven Charakter. (Auch die russische Mobilisation?!) Nur Deutschland war auf einen großen Angriffskrieg vorbereitet, was die späteren Ereignisse zur Genüge bewiesen. Zu dem vom Reichskanzler gewählten Bezeichnung „Belgien als Bollwerk gegen Deutschland" erwiderte Greh: Belgien war ein Bollwerk für Deutschland, Frankreich und den europäischen Frieden. Niemand dachte daran, es je zu durchbrechen. Noch im April 1913 sicherten wir Belgien die Respektierung seiner Neutralität zu. Beim Ausbruch des Kriegs antwortete Frankreich auf unsere Frage wegen Respektierung der belgi sehen Neutralität bejahend. Deutschland verweigerte eine Antwort und durchbrach wenige Stunden später das Bollwerk. Der deutsche Reichskanzler gab das begangene Unrecht zu, und versprach nach der Erreichung der militärischen Ziele die Wiederherstellung Belgiens. Jetzt erklärt er aber, im Osten wie im Westen sei eine Wiederherstellung des Status guo ante ausgeschlossen, mit anderen Worten: Belgiens wie Serbiens und Montenegros U n - abhängigkeit ist vorbei, falls nicht die Verbündeten den Schaden wieder gut machen können. All demgegenüber ogen wir: Deutschland soll die Grundsätze, zu denen sich überall die Freunde der Freiheit bekennen, auch seinerseits anerkennen. Man gebe den Völkern Europas wirk liche Freiheit, nicht die unter preußischem Joch zu gestandene sogenannte Freiheit. Deutschland aber leiste weitgehenden Ersatz für das begangene Unrecht.
Der Vertreter der „Politiken": Deutschland behauptet, England bilde das einzige wirkliche Hindernis des Friedens. — Greh: Keiner wünscht den Frieden ernstlicher als wir, aber einen Frieden, der Recht schafft und die Achtung vor dern Völkerrecht wieder eiasetzt. Deutschland will die Neutralen glauben machen, England würde einen Druck auf Frankreich, Rußland und Italien ausüben, den Krieg fortzusetzen. Man irrt sich. Die drei Nationen brauchen nicht geschoben zu werden. Ferner behauptet Deutschland, wir wollten mit ihm einen Sonderfrieden schließen und darauf die Verbündeten im Stiche lassen. (Wer behauptet das? Drei Sähe vorher sollen wir doch England beschuldigt haben, ein Friedenshindernis zu sein?!) Die Adresse dieser Lügen ist zu deut- lach. Solche Ausstreuungen sind nicht^wahrer als Bethmanns Äußerungen, Großbritanniens Ziel sei, das freie und einige Deutschland zu zerstören. An solchen Wahnsinn haben wir nie gedacht. Das weiß der Reichskanzler sehr wohl. Wir wünschen dem deutschen Volke eine Freiheit, wie wrr sie selbst genießen und wie sie die anderen Nationen Europas wünschen. Viele maßgebenden Preußen können sich vorläuftg nur einen Frieden denken, einen Frieden von Eisen, der den übrigen Völkern von dem übermächtigen Deutschland diktiert wird. Sie können und wollen nicht verstehen, daß freie Männer und freie Nationen lieber sterben wollen, als sich solchen Grundsätzen unterwerfen, und daß dieser Krieg nicht eher enden kann, bevor derartige Bestrebungen unmöglich geworden sind. — Die „B. Z." bemerkt zu der Veröffentlichung der Unterredung: Es erübrigt sich, auf die verschiedenen teils schiefen, teils falschen Behauptungen Grehs über die Kriegsursache einzugehen. Die starken Enttäuschungen, die aus seinen Worten sprechen und sein Bedürfnis, sich vor den Neutralen als Friedensfreund hinzustellen, sprechen für sich.
Gegen die Anwendung des neuen englischen Wehrpflichtgesetzes.
Amsterdam, 15. Mai. (Gig. Drcchtbevicht. Zenis. Mn.) Em TevI der öwglischen Arlbeiterverbände bereitet sich cmf energische Proteste und K u n Ä- gebunge-n gegen die Anwendung des neuen Wchr- pftichiges-etzes vor, die eruste Unruhen in den Industrie- gegeuden erwarten lassen. Ae Gefahr erscheint der Negierung so groß, daß in den bedrohten Landesteiten -militärische Borsichtsm-aßrogeln angeordnet werden.
Der Standpunkt der Union zur Versenkung der „Cymric".
W. T.-B. London» 15. Mai. (Nichtamtlich.) Die „Morning Post" meldet aus Washington vom 10. Mai: Das Staatsdepartement chat eine amtliche Untersuchung über die Versenkung der „C h m r i c" angeordnet. Das Staatsdepartement hegt Zweifel über den Charakter des Schiffes. Wenn die „Ehmric von der Admiralität gechartert wurde, Munition beförderte oder Transportdienste für die Regierung getan hat, würde das Staatsdepartement sie als ein Kriegsschiff ansehen, das ohne Warnung torpedierbar ist.
Oie Lage in Irland.
Die Lage in Irland verschlimmert?
Zwiespalt zwischen Unionisten und Nationalisten.
Br. Lugano, 14. Mai. (Zens. Bln.) Wie die Londoner Berichterstatter des „Coreiere della Sera" und des „Secolo" melden, wird die Reise Asquiths nach Dublin als ein Zeichen der verschlimmerten Lage in Irland angesehen. Nach dem „Secolo" schätzt man, daß die Nationalisten im Besitze von 200 000 Gewehren mit reichlicher Munition und einer ungeheuren Anzahl von Revolvern sind. Die Frage der Entwaffnung stelle sich als sehr schwer zu lösen dar. Die Nationalisten würden ihr vielleicht zustimmen, wenn sie auch auf die Unionisten in U lste r ausgedehnt würde. Daher die Notwendigkeit zwischen Unionisten und Nationalisten eine Einigung herzustellen. Nach dem „Corriere della Sera" hat Asguith die Reise nach Dublin unternommen, um eine Einigung auf der Basis znstandezubringen, daß die Unionisten das Homerule und die Nationalisten die allge- n-eine Wehrpflicht annehmen. Falls es Asguith nicht gelingen sollte, die Nationalisten und Unionisten zu einigen, so werde er einstweilen die Regierung für Irland übernehmen.
Die Sinn feiner verweigern die Waffen- ansliefcrung.
Streikbewegung unter den irischen Arbeitern in London.
Br. Kopenhagen» 14. Mai. (Zens. Bin.) Die Aufforderung des Generäls Maxwell an die Sinnfeiner, ihre Waffen innerhalb zweier Tage bei ihren Ortsbehörden abzueiefern, ist nirgends befolgt worden. C a r s o n, der sich große Mühe gibt, in London zu vermiireln, hat sich dahin geäußert, daß dem irischen Volk ein U n r e ch t widerfahren sei, das nie ver- gessen werden könne. Die Opfer in Dublin würden alle in Irland für England herrschenden Sympathien ausrotten. In London fürchtet man in der nächsten Zeit einen G e n e r a l st r e i k der irischen Arbeiter. Die irischen Arbeiterorganisationen führen eine recht drohende Sprache.
ASquith in Kingston angekommen.
Br. Amsterdam» 15. Mai. (Eig. Drahtbericht. Zens. Bln.) Asquiths Ankunft in Kingstown erfolgte in größter Herm- lichkeit. Beamte und Militär mit aufgepflanztem Bajonett bewachten den Landungspier, der für jeder-
