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Verlag Langgasse 21

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„Tagblatchaus" Nr. 6650 - 53 .

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Samstag, 13. Mai 1916.

Morgen- Ausgabe.

Nr. 223. . 64. Jahrgang.

Der Krieg.

Erhöhte Gefechtstätigkeit an der wolhynischen Front. Artilleriekämpfe gegen die Italiener.

Österreichisch-ungarischer Tagesbericht.

W. T.-B. Wie». 12. Mm. (Nichtamtlich.) Amtlich vcrlantct vom 12. Mai, mittags:

Russischer Kriegsschauplatz.

Die erhöhte Gefecht§ tätrgkeit an unserer wol Hy nischen Front hält an.

Jtatienisarer Kriegsschauplatz.

Die Artillerie kämpfe dauern in wechselnder Stärke fort. Zwei feindliche Angriffe auf den Mrzli Vrh wurden abgewiesen.

Südöstlicher Kriegsschauplatz.

Unverändert Ruhe.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: .v. Höf er, Feldmarfchalleutnant.

Oer Krieg gegen England.

OlL tage in Irland.

Die Aburteilung der Aufständischen.

W. T.-B. London, 12. Mai. (Nichtamtlich.' Drahtbericht.) Amtlich wird aus Dublin gemeldet: Die kriegsgerichtlichen Verhandlungen gegen die Aufständischen in Dublin sind ab­geschlossen. Es wird jetzt gegen die in den Provinzen Verhafteten verhandelt.

Der Dubliner Oberbefehlshaber für strenge Bestrafung der Schuldigen!

W. T.-B. London, 12. Mai. (Nichtamtlich. Drahtbericht.) Reuter meldet: Der Oberbefehlshaber in Dublin teilt mit. daß er mit Rücksicht auf den ernsten Charakter des Aufstande? sowie auf den großen Verlust an Menschenleben und die Zer­störung von Eigentum es für eine gebieterische Notwendigkeit hält, die bekannten Organisatoren dieses verabscheuungs­würdigen Aufstandes und die Führer, die an dem eigentlichen Kampf teilgenommen haben, so streng wie möglich zu be­st! äsen. Er hoffe, daß dies genüge, um die Intriganten in Zukunft abzuschrecken und ihnen klar zu machen, daß die Er- mcrdung treuer Untertanen des Königs und anderer Men­schen nicht straflos betrieben werden könnte.

1315 verwundete Militirpersonen und Bürger.

Eine örtliche Untersuchung durch Asqnith.

W- T.-B. London, 12. Mai. (Nichtamtlich.) Reuter meldet: Der Nationalist Dillon lenkte im Unterhause die Aufmerk­samkeit auf die Hinrichtungen in Irland. Er verlangte von der Regierung, daß sie eingestellt werden und daß die Ge­richtssitzungen in Zukunft öffentlich sein sollen, damit den be­unruhigenden Berichten über das Auftreten der Militärbe- börden ein Ende gemacht würde. Asqnith wies auf die schreck­lichen, ohne Herausforderung begangenen und nicht zu ent­schuldigenden Missetaten hin, die durch die Rebellen an Militärpersonen und Bürgern begangen worden seien. Nicht weniger als 1315 Personen seien verwundet worden wovon 304 gestorben seien. Ferner erklärte Asquith. daß noch zwei Führer, die den revolutionären Aufruhr mitunter­zeichnet hätten, erschossen werden, gab aber gleichzeitig zu er­kennen, daß darüber hinaus keine Hinrichtungen mehr ftottfinden würden und daß die Regierung die große Masse der Aufständischen mit Milde behandeln würde. Er wies ferner auf den ungewöhnlichen Zustand hin, der jetzt in Irland be­stehe, und teilte unter lautem Beifall mit, daß er sofort nach Irland zu reisen beabsichtige, um dort mit Militär- und Zivilpersonen zu beraten, die Verhältnisse in Irland für die Zukunft so zu regeln, daß alle Parteien Irlands damit zu­frieden sein würden

Zu den Nachrichten von einem Verrat an Casement.

w - T-- B - Berlin, 12. Mai. (Nichtamtlich. Drahtbericht') Der hrestge Vertreter der Associated Preß erklärt die von einigen Berliner Blättern wiedergegebene Behauptung der „Continental Times", wonach er von den Plänen Sir Roger Easements irgend etwas gewußt habe, so daß er in der Lage gewesen wäre, Casement zu verraten, für glatt erfunden.

Nervöse Aufregung im Parlament.

W. T.-B. London, 12. Mai. (Nichtamtlich.) Die „Times" berichtet: Das Parlament wird augenblicklich durch die

irische Frage völlig in Anspruch genommen. Die beiden Nationalistengruppen sind sehr beunruhigt und das ganze Haus befindet sich in einem nervösen Zustande. Es sind deut­liche Anzeichen vorhanden, daß die jüngsten Ereignisse eine veränderte Parlamentslage erzeugt haben, in der die irische Parte: eine Rolle von wachsender Bedeutung spielen könne.

«

Ein Preis auf die Vernichtung von Zeppelinen.

London, 12. Mai. (Jens. Bln.) Nach dem „Daily Tele­graph" vom 5. Mai erhöhte der bei Newcastle ansässige

I. C o w e n die Belohnung für den Luftschiffer, der als erster

einen Zeppelin in britischen Gewässern oder auf britischem Eebret herunterholen würde, auf 2000 Pfund Sterling (40 000 Mark).

Der englische Gefchäftskrieg.

W. T.-B. London, 12. Mai. (Nichtamtlich. Reuter.) Auf einer Versammlung der African Steamship C o m p a n y kam der Voffitzende, Lord Pirrie, auf die bis­herigen Schwierigkeiten zu sprechen, mit denen der westafri- kanische Hendel zu kämpfen hatte, weil vor dem Kriege die Palmkerne fast'ausschließlich in Mühlen gemahlen wur­den, die in Deutschland gelegen waren. Alles wünschte, daß diese große Industrie nach England zurückkehre. Es sei ein einflußreiches Komitee von Reedern und anderen gebildet werden, das sich mit der Angelegenheit befaßt und seine Arbeiten nunmehr abgeschlossen habe. Lord Pirrie spracb die Überzeugung aus, daß die Vorschläge dieses Komitees dazu führen würden, daß diese Industrie wieder nach England zu­rückkehren wird.

Verurteilung von Streikagitatoren.

W. T.-B. London, 12. Mai. (Nichtamtlich.) Zwei Sozia­listen, die vor kurzem in Glasgow verhaftet wurden, sind schuldig befunden worden, die Herstellung von Munition durch Aufwiegelung zum Streik aufgehalten zu haben, und zu je einem Jahr Gefängnis verurteilt worden. Ein anderer Sozialist erhielt 18 Monate.

Weitere Truppengestellung durch Jamaica.

IV. T.-B. London, 12. Mai. (Nichtamtlich. Drahtbericht.) Reuter meldet: Das Kolonialamt teilt mit, daß die Regierung von Jamaica sich erboten hat. weitere Truppen zu stellen und die Unkosten für alle Truppenteile der Kolonie zu tragen. Der gesetzgebende Rat von Jamaica hat beschlossen, auf die Dauer von 40 Jahren 60 000 Pfund Sterling jährlich zu den Kriegsausgoben beizutragen.

Oie Laae im westen.

Die verzweifelten Anstrengungen der Franzosen um Höhe 304.

Genf, 12. Mai. (Zens. Bln.) Die Kräfte der vom Gipfel oer Höhe 304 auf direktes Verlangen der Obersten Heeres­leitung zurückgenommenen französischen Abteilungen haben gegenwärtig nach der Pariser offiziösen Darstellung die Auf­gabe, den Südrand der Höhe, als deren einzigen noch ftanzöfisch gebliebenen Teil, durch gleichzeitig gegen'Ost und West geführte Unternehmungen mit Aufgebot aller Kräfte zu behaupten, um den Gegner möglichst lange von der zweiten Linie fernzuhalten.

Vorbefprechungen für die Pariser Wirtschaftskonferenz.

Vi. 0 .-B. Bern, 12. Mai. ^Nichtamtlich.) Die „Agencia Stefani" meldet, der fron 11sche Handelsminister Clementel wird heute in Rom erwartet. Nach einem Bcgrüßungsartikel im „Messaggero" wird er mit Salandra und Sonnino sowie mit dem Handels- und Finanzminister Besprechungen haben, die für die Wirffchaftskonferenz in Paris eine Übereinstim­mung zeitigen sollen.

Der Krieg gegen Italien.

Bor einer neuen großen italienischen Offensive?

Umfangreiche italienische Truppenverschiebungen. Zürich, 12. Mai. (Zens. Bln.) Nachrichten von der italie­nischen Grenze berichten von umfangreichen italienischen Truppenverschiebungen. Zahlreiche neu ausgebildete Truppen seien an die Front geworfen worden. In Renetten sollen be­deutende neue Strestkräste bereitstehen. Einem Bericht der „Neuen Zürcher Ztg." zufolge verlautet seit einiger Zeit, es ständen weitere Einberufungen unmittelbar bevor. Das spärliche Eintreffen italienischer Güterwagen auf dem Bahn­hof Chiasso bestätige mittelbar die Taffache umfangreicher Truppenverschiebungen, und die Annahme, Italien plane eine große Offensive, sei daher nicht von der Hand zu weisen.

Besetzung des Hafens von Bardia an der Cyrenaika-Küste durch die Italiener.

W. T.-B. R»m, 12. Mai. (Nichtamtlich.) Die Agenzia Stefani meldet amtlich: Nach angemessener Vorbereitung

haben unsere Truppen am 4. Mai an der Küste der Chrenaika gegen die ägyptische Grcn-w hin auf dem Seewege Marsa Moresa und von dort auf dem Landwege am 8. Mai den Hafen von Bardia besetzt. Beides sind Zentren für die Ver-

pflegungfeindlicherUnterseebooteundfürden

Schmuggel nach dem Innern. An Bord der die Transporte geleitenden Schiffe befand sich Said Hillal, ein Bruder des Scheiks der S e n u s s i, mit einem der bedeutendsten Häupt­linge derMarmarica, welche sich der Expedition aus freien Stücken angeschlossen hatten. Die Besetzung der beiden Ort­schaften, die sich in dem Gebiet der Rebellen befinden, wurde inmitten von mit Minen besäten Gewässern durchgeführt und ohne Zwischenfall zu Wasser und zu Lande bewerkstelligt.

Oie Ereignisse auf dem Valkan.

Ein Kronrat in Athen.

Berlin, 12. Mai. Verschiedene Blätter lassen sich au? Athen melden, daß unter dem Vorsitz des Königs ein Kronrat abgehalten wurde, an dem auch der Generalstabschef teil- vahm. Nach dem Kronrat habe der Ministerpräsident eine einstündige Besprechung mit dem rumänischen Gesandten gehabt.

Der französische Gesandte bei König Konstantin.

IV. T.-B. Paris, 12. Mai. (Nichtamtlich.) Der „Temps" meldet aus Athen: Der König hat den französischen Gesandten zu einer Unterredung empfangen.

Das Ergebnis der rumänischen Anleihe.

Berlin, 12. Mai. (Zens. Bln.) Wie aus Bukarest ge­neidet wird, ist bei der inneren Anleihe Rumäniens ans ein Zeichnungsergebnis von über 300 Millionen Lei mit Sicher, heit zu rechnen.

Oer Krieg gegen Vortugal.

Ein Aufstand in Lissabon.

Budapest, 12. Mai. „Az Est" veröffentlicht ein Tele­gramm aus Granada, wonach in Lissabon ein Aufftand ausge- l rochen sei und das A r s e n a l in Flammen stehen soll. Ein Teil der Truppen beteilige sich an der Revolte.

Oer Krieg der Türkei.

Lownshend in Konstantinopel interniert.

Berlin, 12. Mai. Das „B. T." meldet aus Wien: Gene- ral Townshend wird mit seinem Adjutanten und mehre­ren englischen Offizieren nach Konstantinopel gebracht. Er. hat Bagdad bereits verlassen. '

Ein Anschlag auf den österreichisch- ungarischen Gesandten in Teheran.

W. T.-B. Petersburg. 12. Mai. (Nichtamtlich.) Die Petersburger Telegraphenagentur meldet. aus Teheran: Der türkische Untertan Djemal-Bei hat einen Anschlag auf den österreichisch-ungarischen Gesandten Logothetti verübt. Der Gesandte ist nicht verletzt worden.

Oer Krieg über §ee.

Nachklang zum Freiheitskamps der Buren.

26 Verhaftete wieder in Freiheit gesetzt.

W. T.-B. Kapstadt, 12. Mai. (Nichtamtlich. Drahtbericht.) Reuter meldet: Heute sind 26 Buren, die am Aufstand be­teiligt gewesen waren, wieder in Freiheit gesetzt worden, dar­unter General Müller, Piet Grobler, van Broekhuizen und van Resburg. 22 Aufständische befinden sich noch im dte- fängnis, darunter General Kemp und Wessels.

Die Neutralen.

Freilassung eines Teiles der Besatzung des eeL 20".

W. T.-B. Christiania, 12. Mai. (Nichtamtlich. Norwegi­sches Telegraphenbureau.) Sechs Mann von der Besatzung des Luftschiffs „L 20" sind freigegeben worden. Wegen des Fehlens besonderer völkerrechtlicher Bestimmungen für die Luftschiffe haben die norwegischen Behörden es als ihre Pflicht betrachtet, den Regeln für die Schiffbrüchigen von Kriegsschiffen kriegführender Staaten in Übereinstim­mung mit dem Standpunkt zu folgen, den sie bei früherem Gelegenheiten während des Kriegs gegenüber den Engländern eingenommen hatten. Von den Dampfern „Weimar" und „Jndia" haben sie daher diejenigen Mannschaften frei­gegeben, welche gerettet in privaten Fahrzeugen an Land ge- führt wurden.

Ein neues Liebeswerk der Schweiz.

Unentgeltlicher Erholungsurlaub für die Krankenschwestern.

W. T.-B. Bern, 12. Mai. (Nichtamtlich.) Zugunsten der Krankenpflegerinnen in den Armeen der kriegführenden Staaten ist in der Schweiz ein neues Liebeswerk begründet worden, dem Bundesrat Hofmann und seine Gemahlin sowie Nationalrat A d o x ihre Schutzarbeit leiben. Es han­delt sich um einen unentgeltlichen Erholungsurlaub der in den Armeen der kriegführenden Staaten beschäftigten Kranken­schwestern in der Schweiz während des kommenden Sommers. Ein von Nationalrat Seiler (Zermatt) privatim unternom­mener Versuch hat letztes Jahr so befriedigende Erfolge ge­habt, daß das Werk nunmehr auf breiter Grundlage mit Hilfe schweizerischer Hotelunternehmungen organisiert wer­den soll.

Metallbeschlagnahme in der Schweiz.

W. T.-B. Bern, 12. Mai. (Nichtamtlich. Drahtbericht.) Wie die Schweizerische Depeschenagentur vernimmt, hat der Bundesrat sämtliche Metallhändler davon benachrichtigt, daß über die bei ihnen befindlichen Metallbestände nicht weiter verfugt werden darf, da diese beschlagnahmt- worden sind.