Verlag Langgaffe 31
„Tagtlallhails".
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12 Ausgaben.
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„Tagblatthaus" Nr. 6858-53.
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Montag, 8. Mai, morgens.
Sonderklusgabe.
ISIS.
Zortdauernde Uämpfe an der Maar.
Ein französischer Angriff beim Gehöft Douanmont gescheitert. — Erfolgloser russischer Torpedobootsangriff auf die Nordküfte Kurlands.
Der Tagesbericht vom 7. Mai.
W. T.-B. Großes Hauptquartier, 7. Mai. (Amtlich.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Westlich der Maas wurde die Gcfechtshandlung auch gestern nicht zu Ende geführt. Östlich des Flusses ist io der Frühe ein französischer Angriff in Gegend deA Gehöftes Douaumont gescheitert.
An mehreren Stellen der übrigen Front wurden feindliche Erkundungsabteilungen abgewiesen; eine deutsche Patrouille brachte südlich von Lihons einige Gefangene ein.
Östlicher Kriegsschauplatz.
Russische Torpedoboote beschossen heute früh wirkungslos die Nordküste von Kurland zwischen Rosen und Markgrafen.
Balkankriegsschauplatz.
Nichts Neues.
Oberste Heeresleitung.
Cm englisches U-Voot vernichtet.
Ein englisches Flugzeug abgeschofsen, ein anderes erbeutet. — Beklagenswerter Verlust des „L 7".
„ W.T.-B. Berlin, 7. Mai. (Amtlich.) Vor der flandrischen Küste wurde am 5. Bari, nachmittags, ein feindliches Flugzeug im Luftgefecht unter Mitwirkung eines unserer Torpedoboote abgeschossrn. Hinzukommende englische Streitkräfte verhinderten die Rettung der Insassen. Ferner erbeutete eines unserer Torpedoboote am 6. Mai vor der flandrischen Küste ein unbeschädigtes englisches Flugzeug und machte die beiden Offiziere zu Gefangenen. Westlich Horns Riff wurde am 5. Mai, morgens, das englische Unterseeboot „E 31" durch Artilleriefe,irr eines unserer Schiffe zum Sinken gebracht. Das Luftschiff „L 7" ist von einem Aufklarungsflug nicht zurückgekrhrt. Nach amtlicher Veröffentlichung der englischen Admiralität ist es am 4. Mai in der Nordsee durch englische Seestrertkräste vernichtet worden.
Der Chef des Admiralstabs der Marine.
Die Lage im westen.
Die vermeintliche Ruhe vor Verdun.
Die verzweifelten Anstrengungen der französischen Heeresleitung.
Br. Berlin, 7. Mai. (Eig. Drahtbericht. Jens. Bin.) Der Kriegsberichterstatter der „Tägl. Rundschau" Hauptmann a. D. P i n t s ch schreibt über die Kämpfe um Verdun. Tag um Tag geht hier an und in den verschiedensten Grabenstücken das Gefecht hin und her. Der Kampf wogt mit wechselndem Kriegsglück für den Angreifer oder Verteidiger von Graben zu Graben. Ist dann ein neues Grabenstück genommen, so heißt es die Stellung einrichten, ungeachtet des feindlichen Feuers. Das ist die vermeintliche Ruhe vor Verdun . . .! Wenn auch die schwarzen Panzerkuppen von Fort Vaux und Marre neben anderen Stahlwerken nicht mehr sehr stark mit ihren Feuerschlünden zu antworten scheinen,: so sind sie doch im Gebrauch als B e o b a ch t u n g s- stände von sehr großer Bedeutung für den Gegner. Dagegen aber feuern im so mehr die an allen nur denkbaren Punkten des kuppen- und schluchtenreichen Geländes außerhalb der Panzcrfesten ausgestellten und sich gegenseitig in ihrer frontalen oder flankierenden Wirkung ergänzenden, das ganze Vorgelände beherrschenden französischen Batterien viele Hunderte an der Zahl. Auf diese Weise tobt der menschenmordende Kampf beiderseits der Maas, und natürlich gerade am stärksten an d e n Stellen der Front, wo ein Gelände v e r l u st für die Franzosen von den vielleicht allerschwersten Folgen sein würde. So ist es einmal auf dem westlichen Ufer die Höhe 3 0 4, der „Tote Mann" und der „Caurettes-Wald" auf dem östlichen Ufer, der Pfefferrücken, der Caillettewald und die Feste V a u x, an der wir bis auf 53 bis 100 Meter herangeschoben liegen. Diese Stellen sind fraglos die Brennpunkte der ganzen etwa 26 Kilometer breiten Nordfront von Verdun beiderseits der Maas, wo jede, selbst der kleinste Erfolg bei richtiger Ausnützung für die folgenden Ereignisse von sehr großer Bedeutung sein kann. Sie kosten aber Ströme von Blut und große Verluste, wenn man sie übereilt erzwingen will. Wie dem aber auch sein mag, einen sicheren überaus großen Erfolg haben alle unsere Operationen, abgesehen von dem bisherigen Geländegewinn, zu verzeichnen; einen Vorteil, der uns nicht genommen werden
kann: Wir haben die französische Heeresleitung gezwungen, alle verfügbaren Kräfte der ganzen Westfront bei Verdun zu vereinigen. Division au' Division haben die Franzosen bei Verdun in das Loch zwischen Avocourt und Damloup einsetzen müssen. 88 neue Divisionen, mehrere nach ihrer Auffrischung und Ergänzung zum zweitenmal, sind noch unseren Heeresberichten zu größeren und kleineren Offensiven oder zur Abwehr einer solchen in den Kampf geführt worden, das heißt also etwa 4 8 0 0 0 0 Ma n n, ohne daß sie ihre Absicht, die eiserne deutsche Linie vor Verdun zu durchbrechen, haben durchführen können.
Der Dampferverkehr Borveaux-New Aork eingestellt.
Berlin, 6. Mai. Die „Voss. Ztg." meldet aus Genf: Wie in ftanzösischen Blättern amtlich mitgeteilt wird, soll der Dampferdienst von Bordeaux nach New Jork vorläufig eingestellt werden.
Bei einem Kampf mit deutschen Fliegern verunglückt.
W. T.-B. Bern, 6. Mai. (Nichtamtlich.) Wie „Petit Journal" möldet. hat sich auf dem FlugsÄbe von ®t. MenÄhould ein tödlicher Unfall des Militärfliegers Saisse ereignet, der, von einer Jagd auf deutsche Flugzeuge niedergehend, sich mit seinem Apparat übenschlug und vom Motor evvrrickt munde.
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Die franzöfischen Minister beim Zaren.
W. T.-B. Zsrsksjc Sjclo, 6. Mai. (Nichtamtlich.) Der Zar hat den fra-nzöstschen Jnstizminister Vrvicmi und den Unterstaatsisekretär für das MirnitionsiMefen Thomas in Audienz empfangen.
Der Aufstand i"n Irland.
Die Haltung der irischen nationalistischen Partei.
W. T.-B. Rotterdam, 7. Mai. (Nichtamtlich.) Der „Rotterd. Courant" meldet aus London: Die „Times" berichtet, daß eine sehr wichtige Versammlung der irischen nationalistischen Partei für Dienstag in das Unterhaus einberufen wurde. — „Daily Chronicle" und „Daily News" bringen Leitartikel über eine neuerliche Hinrichtung von vier Rebellen. „Daily News" sprechen die Hoffnung aus, daß man von keinen weiteren Hinrichtungen in Dublin mehr höre. Man dürfe keine neuen irischen Märtyrer mehr schaffen.
Fortgesetzt große Truppenkörper in Bereitschaft.
Die Schilderung eines spanischen Augenzeugen.
Br. Genf, 7. Mai. ,Eig. Dvahtbericht. Zeus. Mn.) Ein spanischer Ingenieur traf qestecil in 'Paris aus Dublin ein, Mo er sich lange Zeit anfgchalten hatte. Der Ingenieur erzählte: Der Aufstand ist für den
A ugenblick zwar unterdrückt, wird indes bald noch weit »nächtiger auffloimmM. Die englische Regierung weiß das gut genug und ist infolgedessen gezwun- gen, ständig große Truppenkörper in Irland in Bereit- schaff zu halten. Ich war feit Ausbruch des Weltkrieges in Irland-und konnte mich überzeugen, daß ibas Land so stark bewacht wurde, wie eine Festung, die von einem Feinde bedroht fft. Jedesmal, wenn.bie Nachricht von einem Siege der Mittelmächte bekannt wurde, feierten ihn die Iren wie einen eigenen Sieg. Als England das Dardanellenunternchmen auf,gab, oder wenn ein Schlachtschiff verloren ging, war in Irland ein wahrer Siegestaumsl. Ich werde den Tag nie vergessen, an dem ,der Aufstand ausbrach. Die Straßen waren von einer singenden Volksmenge erfüllt FreMbe fielen sich einander um den Hals und nannten sich Brüder. Die Ausstänbffchsn kämpften mit Fanatis- mus, seihst Frauen beteiligten sich. Die Lage ist be- sonders in Atyeney und Galway ernst. Ich bin überzeugt, daß für England ein langer Krieg heute nicht mchr erwünscht ist.
Die deutsche Antwort an Amerika.
Die Frage der Haltung Wilsons.
Nr. Rotterdam, 7. Mai. (Eig. Droihtibericht. Zeus. Mn.) Die „Daily News" meldet aus amtlichen Kveisen Washingtons, daß man überzeugt sei, Amerika werde erst albwarten, ob Deutschland seine jetzigen Versprechungen, den Handelskrieg in der bisherigen Form aufzug-eben, auch halten werde. Eine andere Gruppe glaube hingegen, daß Wilson, da an die Erfüllung seiner Forderungen Bedi>ngungen geknüpft würden, nunmehr ine Beziehungen abbrechen werde.
Ein Bruch vorläufig unwahrscheinlich.
Sr. Haag, 7. Mai. (Eig. Dvahtbericht. Jens. Blu.) Der „Nieuwe Rottevd. Courant" meldet aus New D o r k: Für den Augenblick ist ein Bruch unwahrscheinlich. Präsident Wilson betrachtet einen Teil der Note als mit Rücksicht auf di^ Stimmung der deutschen Öffentlichkeit abgesaßt und ist geneigt, Deutschlands Versprechungen a n z u n e h m e n. Wenn Deutschland diese Versprechungen aber nicht -hält, wird Wilson
ohne weiteres die Beziehungen abbrechen. Die amerikanische Presse ist im allgemeinen gegen den augenblicklichen Abbruch, der Beziehungen zu Deutschland, obgleich sie idre Note als ungriügend erachtet. Die Mitglieder des Kongresses sind in der Hauptsache der Am-sicht, daß ein Bruch jetzt unnötig ist.
Das offene und freie Zugeständnis Deutschlands.
W; T.-B. Köln, 6. Mai. (Nichtamtlich.) Der »K olntschen Zeitung" wirb aus Berlin gemelbet: xjie herrische Antwortnote au Amerika weist die Anklagen, die Amerika gegen unsere tapferen U-Voote erhoben hat, als unrichtig zurück. Sie betont das Bewußtsein unserer Stärke und drückt hiermit ebenso bas Volks empfiud en aus wie mit dem Hinweis auf mt’im Bereitschaft zu einem mrsere nationalen Erfordernisse sicherstellenden Frieden, worüber von verantwortlicher Seite im Laufe -der letzten Dtonate offen und vor aller Welt Erklärungen abgegeben worden sind. Zu JuterpretatlonÄkünsten gibt bie Note keine Gelegenheit. Sie spricht für sich selbst. Nach reifficher Erwägung aller in Frage kommenden Umstände hat die deutsche Negierung sich zu einem großen bedeutenden Zugeständnis entschlossen, nicht verklausuliert, sondern offen und frei, wie zwei große VöWer zueinander sprechen, wenn es sich darum handelt, eine Tcriobe des Mißtrauens zu überwinden und für vertrauensvollere Beziehungen den Weg zu nehmen. Die nt der Note ausgesprochene Erwartrmg, daß nun auch in ben Augen der Regierung der Bereinigten Staaten jedes Hindernis zur Verteidigung der Rechte der Meere beseitigt fei, steht mit früheren Erklärungen der amerikanischen Staatsmänner im Einklang. Wenn in vereinzelten Pressostiimnen ausgeführt wurde, unsere Zugeständnisse seien nicht den Bedingungen gefolgt, so ist diese Auffassung irrtümlich. Wir haben unsere Zuge- stanbnrsse nicht erst in Aussicht gestellt, sondern die er- forderlichen Anweisungen an die deutschen Soestreitkräfte sofort zur Skusführung gebracht. Wir durften den guten Willen ber amerikanischen Reglern n g nicht in Frage stellen, mußten aber auch an den Fall denken, daß chr Schritt nicht dazu führen sollte, dem Schutz ber Menschlichkeit bei allen kriegffihrsndeu Nationen Geltung zu verschaffen. Deshalb ist am Schluß ber Note gesagt, daß wir uns in dieser Frage einer neuen Situation gegenüberschen und uns die Freiheit unserer Entschließungen Vorbehalten würden.
Eine Botschaft »es Papstes an Wilson.
W. T.-B. London, 7. Mai. (Nichtamtlich. Drahtbericht.) Das Reuterbureau meldet aus Washington: Der apostolische Delegat hat Wilson eine Botschaft des Papstes übergeben. Der Inhalt ist geheim, aber es verlautet, daß die Botschaft die Befürchtung eines Bruches zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten wiederspiegele.
Die Auffassung in Rom.
W.T.-B. Bern, 7. Mai. (Nichtamtlich.) Noch Mieldungen aus Mailand glaubt man in Ro-m allgemein, di« Vereinigten Staaten könnten die Antwort Deuffchüänds nicht an- nchmen. Der „Messaggero" meint, die Antwort sei im Grunde negativ und bilde einen Bcwwand zu neuen Diskussionen, falls Wilson noch gewillt sei, Zeit zu verlieren. Andererseits sei sie ein Vorspiel zum Wbruch der diplomatischen Beziehungen, falls die amerikanische Regierung die äußerste Grenze der Ged:,ild erreicht habe. Deuffchland halbe die ganze zivilisierte Welt gegen sich, welche, stark geeint, die Verteidigung des heiligen Rechts ^der Menschlichkeit übernehme.
Französische Unzufriedenheit über die Fortdauer der Washingtoner Verhandlungen. — Der schnlmeisternde Ton gegen die amerikanische Diplomatie.
Sr. Genf, 7. Mai. (Gig. Dralhtbericht. Jens. Mn.) Der „DempS", das „Journal des Debats" und andere Parffer Blätter sind unzufrieden dMvit, daß die Bsrlin-Wachingtouer Verhandlungen fortdauern. Sie schlagen einen schulmefftern- den Don gegenüber der Diplomatie der Bereinigten Staaten an. Wwscn >hätte, so meint der „Temps", sofort die Folgerungen ziehen sollen, die Paris und London erwarteten.
Bv. Kopenhagen, 7. Mai. (Eig. Dralhtbericht. Jens. Wn.) Aus Paris wird der „Bevlingske Tidende" telegraphiert, daß die ganze franAösffche Presse einig ist in der Bez>echn>uus der deutschen Note als perfides Akfftück. Der „Matin" bezeichnt die Note als Erpvessungsdersuch. Herbe schreibt, die Note ist ein veritaibles Ultimatum an Wilson; Deuksch- land will also den Krieg mit Amerika. „Petit Parisienne" meint, selbst wenn Amerika den deutschen' Vorschlag akzeptiere, trotz des unbehaglichen und oft unhöflichen Tones, werde der Konflikt doch bald wieder ausbrechen, als Folge neuer Nbergvisfe.
Sr. Genf, 7. Mai. (Eig. Dralhtbericht. Jens. Min.) Die Pariser Meudblätter richten die dringende Mahnung an die Washingtoner leitenden Kreffe, Deutschlmids Jusogen gründlich zu mißtrauen; dessen ältere und neuere Instruktionen seien dasselbe Blendwerk. Deuffchland möchte nicht nur di« neue Kriegsgefahr k.-'sritigt iehen, sondern wünscht auch ein gutes Geschäft zu machen, nämlich Erleichterungen der un-
