Sekt« S. Morgen-NnSgabe. Erstes Blatt.
Lava wnrde ein neuerlicher feindlicher Angriff auf im- feren Gratsiützpunkt ab gewiesen.
Südöstlicher Kriegsschauplatz.
Unverändert.
Der Stellvertreter des Chefs des ÄencralftabS: v. Höf er, Frldmarschallentuant.
Oer Aufstand in Irland.
Zrenchs Vericht aus Irland.
Der Aufftaird «och längst nicht nicder- geworfen.
W. T.-B. London, 29. April. (NichtamWch. Dvahtberichl-) Bericht des Genevals French: Di« militärischen UMer»
riehmrmigen zur Urwevdrückuny des A-ufftcmldes im Dttüvi» machen befr-riebi-gen d e Fortschritte. Die Ausstäm- d-ilschen haifton noch einige wenige Plätze besetzt, vor allem di« Gegend der EpcKiAe-Street mit dem Postamt als Hauptquartier. Die Geyend wurde durch eine Druppenktme abgeschlossen. Di« Rckbekken sind hier in Barrikaden verschanzt. In verschiedenen Deiilen der Stadt wird noch tram« von den Dächern geschossen, hauptsächlich nordwestlich vom Gerichtsgebäude, das noch immer von den Rebellen besetzt ist. Die Räumung der Häuser von diesen Schützen ist eine Frage der .Zeit. Es wurde beträchKicher Schaden durch Brände verursacht. Die Haupts ächWchstem PrmÄe des Ausstandes im übrigen Irland sind die Grafschaften Galwcry und Enniscorthh. - Auch aus Killarneh Ckoume-l und Gorey werden Unruhen ge- nieidet. Im übrigen Inland herrschen aüdvnikiche Betthäü- niffe. Di« Unruhen haben offenbar örTiche (?) Bedeutung.
Fortdauernde Strafrenkänrpfe rn Dublin.
Br. Amstersnm, 29. April. (Eig. Drahtbericht. Zens. Mn.) Die Stratzenkämpfe in Dublin dauern fort. Lord French berichtete gestern, daß'die militärischen Operationen zur Dämpfung des Aufstands in Dublin guten Fortgang nehmen. Die Aufständischen seien auf die Gegend von Sackvillestreet beschränkt, wo das Hauptpostamt ihr Hauptquartier bildet. Das ganze Viertel, das die Aufständischen hinter Barrikaden verteidigen, fei von Truppen eingeschlofsen. Auch in anderen Sttwtvierteln, besonders in dem Stadtteil nördlich des GerichtSge- bäude s, würden die Truppen aus den Häusern fortdauernd beschoffen. In ganz Dublin ist der schwerste Schaden hauptsächlich durch Brände angerichtet. Die „Times" fährt fort, den Äeneralgouvernenr B i r r e l l hart anzugreifen und verlangt über den Minzen Umstand des Aufstands die W a h r - heit Kl wissen. Durch Vertuschung werde an de« Unglück nichts geändert.
Wettere Angenzeugenberichte.
Di« Ua«ge der Frische« Republik".
W. T.-B. Amsterdam, 28. April. (WchtamMch. Drohtbe- richt.) Der Augenzeuge des DrMiner Aufstandes berichtet weiter: Einige der Sttrnfelnor benutztem die Gelegeichert, um auf die Solb-atem und Matrosen in Uwifrm zu schienen. Ws zwei Radfahrer vottbeffuhvon, gaben di« Rebellen aus sie bsinde Schüsse ab, bis sie hielten. Um 3 Uhr iah man aus der Maggenftange des Postamtes zwei Kahre«, rechts die grün« der Nnmseiner, fette eine gelbe. Die grüne Kcchne trug im geLbem Lettern die Aufschrift „Irische Republik". Di« Rebellen beguühteu das Hiffe.i der Fahne mit stürmischem Jubel. Im Laufe des Tages nwnä* nur ab und K» gefeuert, obwohl es in der UmpebMiig des Schlosses zu einigem erbittert^" Gefechten kam. Die Polizei wunde von den Straßen emchfsrmt uttd den Soldaten, die keinem Dienst hatten, gevatem, Deckung zu suchen. So oft eine Bewegung im Schloff« den Verdacht der Rebelten ertveckte, wurde lebhaftes Feuer abgegeben. Abends waoen die Theater geschlossen. Ruch 6 Uhr evoignete sich nichts mehr.
-Am Donner s-tayfrüh begann im Südviertel Bott Dublin, van -welchem Soldaten amrückteu, wieder heftiges Gewehrfeuer, das den ganzen T-ag andauerte. Ein britisches Kanonenboot, das während der llnrrchen in den Hasen einfuhr, gab zwei Schüsse auf eine von den E-inn- feineiu benutzte Bäckerei ab und brachte deren Feuer zum Schweigen. Die Aufständischen ließen die Zivilbevölkerung, gleichgültig ob Engländer oder Irländer, unbe» l ä stig t. Sie leisteten nur dem Militär und offonb »r der Regierung Widerstand. Wenig wurde gepkindect. Nur in 10 bis 20 Läden drang mau ein. Die Fußgänger waren sicher, Motorfahoer wurden amgehalten. Ans alle Ö»rüirÄ!>#iiS>eu, die Uniformen deS Königs trugen, wurde gekchoffen. Alle Straßen, di« noch der Hauptpost fShrte«, wurden aibge- spervt. Am Donnersbag soh mau von- den Pstzter« des Hauptpostamites Kr den Läden aus der anderen Seide einen Stacheldraht. Drei der Sinnseiuer hielten mÄ gefälltem Bajonett dort Wacht, ließen aber das Puüliknm unter dem Draht durchsrblupfen.
Offenbar ist die Organifatton der Rebelten gut und wird aus der ganzen Umgebung unterstützt. Etwr 1000 Teie- grophenldräbte vom Hauptpostamt wurden durchschnriton and batten sich über die Drähte der Elektrischen gelegt. Auch eine Eisenbahnverbindung war von den Aufständischen unterbrochen worden. Die Starrfeiner im Postrmt wurden aus einem -bekannten Hotel verproviantiert. Es wurde für ihre Verpflegung offenbar gezahÄ. Es »miautet, daß die Rebellen Papier- und MetallgeD, das ste auf dem Postamt fanden, für sich verwendet haben.
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Er» deutsches Untersee-dnnt v er lo re n . ^
D« Besatzung gefangen genommen.
W. T.-B, Berlin, 39. April. (Amtlich Drahtbericht.) S. M. Unterseeboot »v. C. 5" ist von seiner letzten Unternehmung nicht zurück gekehrt. Rach amtlicher Bekanntmachung der britischen Admiralität ist das B»»t am 27. April vernichtest und die Besatzung gefange« genommen worden.
Der Shef des Admiralstabes der Marine.
Hohe ArMeinrittelPreise in England.
Nach -esaer von der „Times" veröffentlichten Liste ist Phvnaostiu fest Kriq^auÄbruch um das 26fache im Preise gestiegen, Aspirin um das 2Sfache. Arrtipyriu um dos lAfache, Brcmrkäli um das tttfache» Lebeutoau um das l lfoche. Salsztzl- sänwe am daö AHmhe.
_Wiesbadener Taaklalt.
Ein nordamerttanifches Rundschreiben zur Frage der Bewaffnung der Handelsschiffe.
Br Berlin, 29. April. (Eig. Drahtbericht. Zens. Bin.) Ein Rundschreiben der nordamerikanischen Regierung, das sich mit der Krage der Bewaffnung von Handelsschiffen befaßt' ist gestern bei der hiesige» amerikanischen Botschaft ein° getrvffen und dem Botschafter Gerard in das Große Hauptquartier zur Übermitttung an die deutsche Regierung nachgesandt worden, ebenso find zwei durch den Grafen Bernstorsf unter Vermittlung der Regierung von Washington an das Große Hauptquartier gerichtete chiffrierte Depeschen auf dem gleichen Weg an ihre« Be- st m o n u n gS oet geleitet worden.
Die Meinung in Amerika.
W. T.-B. Amsterdam, 29. April. (NichtamtÄch. Dvahsbe» richt.) Die „Times" berichtet aus Washington, daß die irischen Unruhen in Amerika mit großer Spannung verfolgt werden. Die öffentliche Meinung zeige aber keine Neigung, mit den Rebellen zu sympathisieren. Die „Times" zittert die „New Tribüne", die die Amtstätigkeit des Staatssekretärs Birretl einer scharfen Krttik unterzieht. Die New Uorler Leitung der Bereinigten irischen Liga in Amerika habe eine Erklärung veröffentlicht.-in der sie die irischen Amerikaner ermahnt, zu bedenken, daß sie Amerikaner seien.
Die Lage im westen.
Auch japanische Reklametruppen in Frankreich?
Br. Berlin, 28. April. (Erg. Drahtbericht. Zens. Bln.) Nach dem russischen Gastspiel rn Marseille scheint jetzt auch eine Landung japanischer Reklametruppen in Frankreich geplant zu sein. Unser Sonderberichterstatter drahtet aus Stockholm: Im japanischen Parlament ersuchte in der Kom» nttssion für auswärttge Angelegenheiten der Abgeordnete I a m a w u um Aufklärung, ob Graf O k u m a tatsächlich, wie in Tokio verlaute, in London die Zusage einer symbolischen Truppenüberführung nach Frankreich gegeben habe. Ein Regierungsvertreter antwortete, über die augenblicklichen Verhandlungen mit der ftanzösifchen und englischen Regierung könne vor dem Abschluß unmöglich Auskunft gegeben werden. Jamawu fuhr fort, in Nagasaki spreche man davon, daß das Tokioter Garde- Regiment mtt der Überführung in Zusammenhang steht. Der Regierungsvertteter lehnte dre Antwort ab. Abgeordneter O h a m a griff darauf aufs heftigste die Polttik Okumas an, deffen Nachgiebigkeit gegen England ein Fehler sei. England sei Japans künftiger Feind. Die symbolische Landung rn Frankreich, entbehre des politischen Vorteils. Der Regierungsvertreter erwiderte, Japan dürfe in England nicht den Eindruck erweck«», als ob die Annäherung an Rußland eine Spitze gegen England trage. Die japanische äußere Polittk berücksichtige nur die japanischen Interessen, doch sei die Beibehaltung des Vertraaensver- häktniffes mtt England dringend erwünscht.
Poincares Konferenzrede.
Eine schwedische Bettachtung.
W. T.-B. Stockholm, 28. Apoll. (RüchttrmLich.) ÜSbac die ErSffm«Wsr«ide des Präsidenten Poiwoare zu der wirtschoft- krchsn Kanser«nz im Paris schreibt „Stockholms Dagtlab": Wenn Poincare wirKich glaübt, daß sine dsvarttgr Sprache bei dem Neutralen den Ermdrmk ruhigen KraftbewnßftttmS erwecke, ist er ein schlechter Msnschsnkemner. Die nerttvulem Staaten, «m >die sich Poincare wendet, -billigen gewiß weder di« Vevletzung der belgischen Neutnalttät durch die Dentfthon noch alle vom den Denäschen amgemeadeten KriezAnreth »den, ober sie fühlen sich auch durch di« eigenen Erfahrmngen nicht veranlaßt, die Gittemtefdaaten als Inhaber des Monopols auf d'e Gerechtigkeit anKisehon. Eine Völkerver. h e tz u n g, von welcher Seite sie auch kommen lag, stößt der denkende Reuttale zurück. Dieses Streben nach Verhetz mg ist der bckeiüeN'de Eindruck, den die letztem Betracht.rrvzm Poin» caräs über die bewaffnete Gorechtigkott und den Kamps gegen die Feüride der Menschheit himterlässem.
Oer Krieg der Türkei.
Fliegerlentnant Buddecke erhielt den Orden
Pour le meritd
W. T.-B. Berlin, 29. April. (Nichtamtlich.) Der „Rrichs- anzeigsr" mÄdet: Der Kaiser hcst dem Oberleuttratt d. R. Buddecke, zumzett in türckffchon Diensten, den Ovden Pour 1« mimte veMehem.
Gründung türkischer Postsparkassen.
W. T.-B. Konstantinopel, 29. Stpvil. (Richta-mttich.) Das Msinistemum für Post und Tetographen arbeitet einem Gesetzentwurf über die Gründung von Postspartaffen aus.
vie Ereignisse auf dem Valkan.
MS jetzt «3 Proteste Griechenlands!
Berlin, 39. MprÄ. (Zens. Wn.) Die „B. Z." meldet a-uS Amsterdam: Die Fefibrndsausgabe der „Daily MaÄ" meldet aus Gru-.rd -eines Berichtes ans Athen vom 23. April, daß Griechenland bis jetzt bei dem Verband 63 Proteste wegen pol-ttrscher umd mÄrtärischer Handlungem oingdlegt hat, darunter -an «i»em Tage der letztem Woche ällein 6.
Die Frage des Dnrchtransports der serbischen Truppen durch Griechenland.
W. T.-B. Bern, 29. April. (Nichtamtlich. Drahtbericht.) Der Sonderberichterstatter des „Secolv" in Athen drahtet: Di« Frage des Transportes der serbischen Truppen durch gttechisches Gebiet scheint zu einer überstürzten Lösung zu konrmen. Um die Empfindlichkeit der Griechen nicht zu verletzen, sollen die Alliierten beim letzten Vorschlag erklätt haben, daß di« Truppen den P h r a u s und Athen nicht berühre», dagegen an einem Orte des Nordrandes des Golses von Corinth landen, wo sie von L i v a d i a mst der B a h n nach Salonrki gelangen sollen. In der Hoffnung, daß der serbische Gesandte als Bertreter einer mtt Griechenland verbündeten Macht leichter eine Entscher- düng erzielen könne, wurde dieser beauftragt, unmittelbar mtt Skulndis zu verchandeln Der Mirrifter wiederholte jedoch seine Weigerung und' setzte hinzu, dies sei u u w i d e r - r u f l i ch. Trotzdem scheint Frankreich entflossen zu sein, 6i* Trnptze»t»««p«rte durch griechisches Gebiet ansguführen, koste «ch
Sonntag, SV. April ISIS. ott. SSI.
was es wolle. Dieser unerschütterliche Beschluß wurde von dem ftanzöschen Gesandten indirekt König Koustautin mit- getellt.
Der ttrieg gegen Italien.
Giolittt zun» erstenmal wieder in Rom!
Br. Lugano, 29. April. (Eig. Drohtbericht. Zsm. Mn.) G i o4 i 1 ist gestern früh zum erstsnmail seit dem MpÄagen doülgen Jahres in Rom eirdgetroffem. Am Bahnhof begrüßten ihn Senator T a r n i und sein Schwisgersohn, der Depwvi«vt« Chiaraviglio. Main sagt, daß Mvtotti sich mtt feiner Gemahlin einige Zett im Frascoi» wnsihnÄ«« wird.
Äußerungen der Finanzminister der deutschen Bundesstaaten.
. Br. Berlin, 29. April. (Eig. Drahtbericht. Zens. Bln.) Der „L.-A." fährt mit der Veröffentlichung der Unterredungen eines Redaktionsmttglieds mtt den Finanzministern der deutschen Bundesstaaten fort. Der badische Finanz- minister Dr. E i n b o l d t äußerte sich, es ist nicht richtig, die wirtschaftlichen Jmtereffen des Reichs und der Einzelstaaten so zu behandeln, als seien sie getrennt voneinander. Dadurch kann der Eindruck entstehen, als handele es sich um zwei Staatenkörper, die einander feindlich sind. Davon ist natürlich keine Rede. Die Einzelstaaten haben auch große Kulturaufgaben zu erfüllen, die sie unter dem Schuh des Reichs zu führen haben, die ihnen aber das Reich gar nicht abnehmen kann. Die Einzelftaaten sind also für den Fortbestand des Reichs unbedingt notwendige Faktoren, deshalb dürftn ihnen die Mittel, die sie zur Erfüllung ihrer Aufgabe notwendig brauchen, nicht entzogen werden. Durch die Steuerpolitik des Reichs haben die ein- zelstaattichen indirekten -Steuern immer mehr an Bedeutung verloren. Es ist also nicht möglich, daß auf diesem Weg eine ausreichende Weiterentwicklung der Einnahmen der Bundesstaaten erfolgen kann. Es ist zu bedenken, daß in Baden, wie in anderen Bundesstaaten die direkten Steuern vom Staat ausgebaut sind. Unsere Vermögenssteuer bettägt in ihrem Normalsatz ziemlich genau das Doppelte wie in Preußen., Unter solchen Umständen ist es sehr ftaglich, ob die Ausdehnung der Finarrzhohett des Reichs ans die direkte Steuer den Staaten noch die ihren BÄürfniffen entsprechenden Erträge lasten würde. Denn die direkten Steuerquellen sind ja auch schon durch die Kommunen und Kirchen erheblich belastet. Ich bin übrigens der Meinung — und ich habe für sie die Stimmung der ganzen Kammer gefunden —, daß kein zwingender Grund vorliegt, die Bundesstaaten durch Wegnahme ihrer einzige« Stenerquelle flügellahm zu machen, da für das Reich genug Möglichkeiten bestehen, seinen Geldbedarf, mag er auch noch so hoch sein, ohne Beschränkung der bundesstaatlichen Steuerhoheit und ohne Erhöhung der mattikularisttschen Bettragslast zu befriedigen.
Der großherzoglich hessische Finanzminister Dr. Becker führte aus: Zunächst seien die Einwirkungen des Kriegs auf unsere Finanzen erheblich hinter den Befürchtungen zurückgeblieben, die man allgemein zu Beginn des 5triegs — insbesondere nach den Androhungen unserer zahlreiche» Feinde über unsere wirtschaftliche Erdroffelung — habe« konnte. Dann aber hat diese Einwirkung nicht vermocht, unsere Finanzen rn chren Grundlagen ernstlich zu erschüttern. Dringend erforderlich ist, daß ihnen die beiden Hauptstützen unserer finanzrelleir Tragfähigkeit erhalten werden, und daß deshalb vor allenr unsere direkten Steuern uns allein zur Ausnutzung überiaffen und vor jeder« Zugriff des Reichs bewahrt bleibt, der die finanzielle Selbständigkett der Einzelstaaten schwer schädigen und damit auch ihre polttische Unabhängigkeit ernstlich gefährden würde.
Entwicklungen.
Wenn Äer Krisg einmal vorbei ifeiat rrllvd. werden sich erst «die parteipolitisthen WanÄlu-nge« und Ent- wickÜMgsn Kar Herausstellen, die sich darrch -den Krieg lvollzogon haben. Palitöch und part^gschrchMch von hohean Reiz umd großer Bedeutung wird vor allesn sein, wie Hie Sozialdemokratie cms d«n Krioge heiauMmmlt.
.Die deutsche SoziMramokratfe befanld sich feit langen Jahre« in einem GarungszuiftcmÄe. Solang« wie sie schwach -und einflußlos war, konnte die Partei mit einem gewissen Schein des Rechtes eirne Politik innohalten, die auif die Ablehnung jeder Über- uaHme -politischer Verantwortlichkeiten ab» zieLte. Die unerbittliche Kritik an den gogonwärtigen Zuständen, andevers-eits die dogmenHafte, die Phantasie der Anhöngerfchaft bofttigÄnde AusnUilung herrlicher ZukimfftshoGmiNNem nach Erfüllung des kamm-unistisch- sozialistiiscl^n ZiÄes — so konnte lange Zeit die s-azial- demokiatische Politik betrieben wevden. Aber ans die Dauer hiM diose Methode nicht Stich. Die Wüassen und die -Mandate wnchßen, die Rvtwenbvchkeit der Gegenwartsarbeit stellte sich ein, die nüchternere G e - Werk-schaftsbewegung machte sich stark geltend, das Gechühl für -die Verantwortung, für die. Mitwir- k u n g am Staatsganzen wurde tebeiidiger. Lebhafte innere Kämpfe in der Sozialdemokratie waren die not- ttendige Joige diafer Entwicklungstendenzen. Der verschwommene Internationalismus rang mit dam deutschen Gefühl, das mich in der Seel« der Arbeitevfchaft und chrer Führer vorhandeir war, der unfruchtbare Dogmatismus führte einen harten Kamp-f gegen -die Schaffensfrsudigkeit, -die-Empfindung für die Notwendigke-it -der Mitwirkung am Gag-eniwarts- staat.
Durch den Kriag «st die Sozialdemoknatie in eine innere Revolution getrieben worden. Di« Kräfte prallen scharf auif einander. Und wenn man die Gegensätze kurz charakterisieren will, so steh-en dort die unentwegten Nein>sager. hier die Positiven, dort die konts-erbatioen Elemente — obwohl sie sich Kr radikal halten —, hier die -Männer des FortSchvrtts, dort diejemgon, die nichts lernen wollen, hier die Männer, die -aus den gewaltigen Eresgmffen z mg eil-e rwt Hobe« und dies eh r l ich b-e-ke nnan.
