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.ArbeitSmarit" und „Kleiner Anzeiger" 1
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Reklamen. Ganze. halbe, drttte! und viertel Letten, durchlaufend, nach besonderer Berechnuna — ■ gn wiederholter Aufnahme unveränderter Anzeigen in kurzen Zwischenräumen entsprechender Na^laß.
3ur Lage in Irland.
Asquith hat auch in der Mittwo<l„'itzung des Unter- Hauses über den Ausruhr in Irland Erklärmr-gen albge- iwben, die beruhigend toiiien sollen. Soweit sich diese Erklärungen auf Dublin Zechst beziehen, machen sie den Emdruck großer U n v o l! st ä n d i g k e i t. Tenn 30113 obgeschen von den offenbar zurecktgestntzten .zahlon- umtztgen Angaben über die Menschenleben, die infolge des Aufruhrs verloren gingen, beschränkt sich das von Asquith verlesene Telegramm des Pizekönigs ans di- Mitteilung, daß St. Stephens Green durch die engli- tchsn Truppen besetzt sei. St. Stephens Green ist in dem ausgedehnten Dublin Zwar der größte, äber durchaus nicht der einzige Platz, und viele Parks kam- men in der vorstadtreichen irischen Hauptstadt zu den Platzen hinzu. Wenn affo St. Stephens Green durch englische Truppen besetzt wurde, ist damit noch nicht g«,agt, daß jene die Herren rn Lublin seien. Da sich die Aufständischen auch stark genug fühlten, um einen Angriff gegen den umfangreichen Gebäudekomplex des erhöht gelegenen Schlosses zu versuchen, ist die Annahme begründet, daß die englische Regierung Dublin vlsiher noch nicht in der Hand hat. Die Derhängung des Belag-erungsMiftandes über Dublin und die ganze Gvaffchaft, sowie die Heranziehung zahlreicher Batail- lcme aus England sind weitere Anzeichen für die ge- fahrlrche Zuspitzung der Verhältnisse.
Am schwersten jedoch fällt in diesem Zusammen- hange der Umstand rn dre Wachchrle. daß Asquith vor dem Unterhause dre Erklärung abgab: der Gesetzentwurf zur Erweiterung der militärischen Dienst- 7 slrcht solle m Irland nicht angewandt werden. Da- mrt ist die Londoner Regierung vor dem Dubliner Auf- rrchr in einer Weise zurückgewichen, die, mit semem Ursprünge verglichen, einer Kapitulation sehr nahe kommt. Tenn die Sinn fein-Bewegung rich- Lime gegen bk militärische Dienstpflicht. Nachdem aber Asquith ans dem Gebiet rer nationalen Wehrhaftigkeit den Iren ein derartiges Zugeständnis gemocht hat. kann nicht bestritteri werden, >daß die antimilitarnch-englandseindüche Bewegung der ^ren die größte Stärke erreicht haben -muß. Stimde es anders dann hätte sich Asquith sicherlich davor gehütet, den Iren ein Zugeständnis zu bewilli- gen, L»s den Widerstand der, Ulsterleute gegen die Einführung der Hrnnerul^ i.n Irland HwrenfefÜos von neuem aufpeltjchen wird. Dürfen doch die Ulsterlente nicht ohne einen Schein des Rechtes fragen, weshalb die V r e I 1 ®, 0 r J l 1 e ® bon Homer ule teilhaftig wer-
t " 0 ? 1 ,ie trit Punkte der militärischen Dienstpflicht Befreiungen vor den übrigen Bür- gern oe-> Vereinigten Königreiches geniesiM. Der Widerstand der Ulsterleure gegen die Einführung der Hamerule m„Irland kann unter solchen Umständen wohl nur eine Stärkung erfahren. ’
Eine Frage für sich ist es, wie die recht bedauerliche ö -' t 7 Roger Casements aus die wische Erhebung wirken wird. Nack» den bisl^erigen Er- tahrungen Casements drängt sich die Degmutung auf, daß bei seiner Verhaftung englische Ränke nickt im- beteiligt waren. Man erinnert sich der Bmiiühungen oes engli chen Gesandten in Ehristtania M. -de C r- 1 n d l a v. Easenient durch B e st e ch u n a seines nur.
toöff rV^f n ^? en -' :r§ 96Mer Christensen in die tilewalt.der englischen Regierung zu bringen. Da der Diener tat cL ob er aus wichen Verrat einaehen wollte, erhielt er Am^^ dten Fmdlay das nachstehende eigenhändige
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||"r 6 o°rten soll auch persönliche^ Sttafstei"
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. .. .M. de C. Findlav, königlich großbritannischer Gesandter."
Angesichts „dieser Lefftung eines Vertreters Groß- bi itanniens drangt sich wie gesagt, die Bermutimg auf, daß es bei der Festnahme Cäsements nicht sauber zu gegangen ist „Der weiteren E itwicklnng des Falles Easement und seiner Rückwirkung ans den irischen Aufruhr darf daher mit um so größerer Sipannrmg cntgsgengesehen werden.
entsandten Truppen seien zahlreich genug, um die Lage zu icyerrichen. über ganz Irland werde unverzüglich der d.7 ^ r u n g s z u st a n d verhängt werden und General
Sir John Maxwell werde die nötigen Vollmachten zur Niederwerfung des Aufstandes erhalten. Die Negierung würde eine eingehende Nntersuchung darüber veranstalten, welches die trage & 6 ^ ^"lllandeS seien und wer die Verantwortung
Berlin, 28. April. (Zens. Mn.) Zu feen -wischen Unruhen Blätter mff, daß dsefokben noch immer nicht cr J*~* .i^- Die Regierungskreise geben zu, feaß sich feem uEnrgchen Vorgehen ernste Schwievigkelten «irtgegenstcllen -nisolge feer Haltung der irischen Verwaltungs- be-horfeen.
Grosrc Aufregung über die Vorgänge
Amsterdam, 28. April. (Zens. Mn.) Aus England zuruckgekehrte holländische Reisende berichten: In London herrscht große Aufregung über die revolutionäre Bewegung in Irland, zumal aus den letzten Nachrichten hervorzugehen scheint, daß ein Transport von mehreren tausend Gewehren aus Amerika tatsächlich an der Westküste Irlands aus geladen wurde. Die Agitatoren der aufständischen Bewegung haben unter anderem auch mit dem Gespenst der allgemeinen Wehrpflicht für Irland gearbeitet und durch diese Drohung die Masten mitgeriffen. Bei der Regierung liefen ferner Berichte ein, daß eine große Anzahl Eisenbahnbrücken und -Dämme in Irland unterminiert sei. Die Regierung hat deshalb 18 800 engliscke Truppen zur Bewachung der Eisenbahnen nach Irland geschickt. Sie beabsicktigt, bei B e l f a st und Dublin je ein großes Militärlager ernzurichten, wo je 10 000 Mann englischer Rekruten ausgebildet werden sollen, um im Notfall zur V erst ä r k u n g der englischen Trupprumacht in Jrlcmfe verwendet zu werden. Die Verwirklichung dieser Absicht wird jedoch in Londoner Militärkreisen bezweifelt, da diese Maßnahmen ein weiteres Umsichgrr. en der aufrührerischen Stimmung zur Folge haben könnten. Die Aufsässigkeit in Irland erstreckt sich bis in die höchsten Handels- und Finanzkreise.
Zur Gefangennahme Sir Roger Gasements.
W. T.-B. Amsterdam, 28. April. «Nichtamtlich.) Die Londoner „Daily Marl" meldet, daß Sir Roger Easement, der nach einer Mitteilung der englischen Admiralität an der irischen Küste gefangen genommen wurde, nach London in den Tower gebracht worden sei. wo er die Zelle innehat, in der Hans Lody vor seiner Erschießung war. Die englische Regierung will Casr.ment in London den Prozeß machen.
Rotterdam, 28. April. Reuter berichtet aus London: „Das amtliche Prestebureau meldet, daß Sir Roger Easement am Sonntagabend nach London übergeführt und dort zur Verfügung der Militärbehörden gestellt wurde. Wie man hört, sollen bei seinem Prozeß Beweise über seine Handlungen in Deutschland seit dem Ausbruch des Kriegs vorgelegt werden.
Die Lage seit Asguiths Mitteilangen im Parlament immer noch ernst.
'lV.D.-B. L-nd-n, 28. April. (MchtamÄiich. Reuter.) Im
Unterhsns teilte As«uith mit, dnß die Lage in Irland noch ,mmer ernst sei. Die Rebellen hätten noch einige wichtige öffentliche Gebäude m Dublin m Besitz und die Straßen- kampfe seien noch nicht z» Ende. Anscheinend sei e>ne aus gedehnte Aufstandsbewegung, besonders im Westen des Landes am Werke und es müßten weitere Bor- sichtsmatzregel« getroffen werden. Die in das Aufstandsgcbiet
Oer Krieg gegen England.
Die Beschießung von Lowestoft.
(Weitere ErnMlheiten aus engWchen Biättern.) r ., Lm>don, 27. April. (Nichtamtlich.) „Daily
Ehromcle" meldet aus Lowestuft, daß nur wenige Hanser bei dem Angriff ans den Hafen eingestürzt seien. -lk Geschosse der deutschen Schlachtkreuzer hätten nur verhältnismäßig wenig Schaden verursacht. Einige seien weit im Innern des Landes bei Onlton Broods »nd Carlton Colville gefunden worden. Lowestoft selbst (ei von höchstens 40 Geschosien getroffen worden. Die Beschießung habe in dem Augenblick ausgehört, als crn britisches leichtes Geschwader von Süden er schien. Nach einer anderen Meldung wurde die Bevölkerung bei Anbruch des Tages von dem Donner der Geichützc geweckt. Man sah fünf Kreuzer mit der Küste Mgewandten Breitseiten andampfen. In zehn Meilen Entfernung schossen sie ihre volle Ladung ab. vf e b e § Schiff habe mindestens 10 Salven abgegeben. Im ganzen seien 100 Projektile abgefeu'ert worden, darunter einige von 12 Zoll. Viele seien über die Stadt hinweggeflogen. Die Bewohner suchten rn allen möglichen Deckungsplätzen Schutz. Der meiste Schaden ist im Arbeiterviertel nngerichtct worden. Nach dem Polizcibcricht sind in Lowestoft vier Menschen der Beschießung zum Opfer gefallen. Ter Schaden beschrankt sich darauf, daß Geschäfte und Häuser zerstört worden sind
Die „Daily Mail" berichtet, die deutschen Kriegsschiffe hätten auf die sich nähernden e n g- lischen ein heftiges Feuer abgegeben und seien dann nach Osten weggedampst. Als der deutsche Admiral, bemerkte, daß die britischen Streitkräfte schwächer feien als seine eigenen, ließ er seine Schiffe wieder wenden. Der Kiistensoächter erwartete jeden Angenblick, daß die britischen Schiffe vernichtet würden. „ Es ging ein wahrer Regen von Projektilen aus sie nreder. Auf beiden Seiten wurden' Treffer er-
ziclt. Die Sec war durch die Bewegung der Schifft und durch dre Explosion der Granaten in einen solchen gebracht, daß sic ganz mit Schaum bedeckt war. Plötzlich sah man wie aus dem Norden in rasender Fahrt Üch ern Wasserflugzcug näherte, das offeu- bar emc Meldung brachte, denn gleich darauf seien die Deutschen mit großer Geschwindigkeit nach ^ st e n und Norden wcggefahren.
Die englische Wehrpflichtgesetzvorlage einstweilen von Asquith zurückgezogen.
nt Y’ ?’ B - L°"i>on, 28. April. (Nichtamtlich. Reuter.) (U n t. e r h a u s.) Der Präsident der lokalen Verwaltung Long brachte das Wehrpflichtgesetz ein, das einen Teil der von der Regierung am 25. d. M. angekündigten Politik bildet. Das Gesetz sei vielfach kritisch beurteilt worden, weil einige seiner Bestimmungen als unbillig angesehen würden, und weil es einen Teilversuch über eine allgemeine Politik durch- fuhre, wie sie von Asguith skizziert worden sei. W a l s h e (Arbeiterpartei) bekämpfte die Bill und sagte, er würde für den allgemeinen Zwangsdienst stimmen, wenn er bean- tragt werden sollte. Asquith zog im Hinblick auf die allgemeinen kritischen Stimmen die Bill zurück und sagte er werde den Entschluß der Negierung, betreffend' die durch Zurückziehung der Bill geschaffene Lage, in der nach- stcn Woche mitteilen.
Die Einberufung Verheirateter in England.
W.T.-B. London, 28. Apoll. lNichtamitlich. Reut«r.) Die verhe:oa>teten Männer im Alter von 28 ^bis 35 Jaihvem nxoden für feen 29. Mm unter feie Fahnen berufen.
Oie Lage im westen.
Die Russen in Marseille als verkappte Bahnarbeitcr durch Norwegen befördert!
Berlin, 28. April. (Zens. Bln.) Die Fahrt der in Mar-, seillo gelandeten russischen Trnppen ging nicht über Wtadö- wostok, sondern über Narvik in Nord-Norwegen. Die Russen waren in Trupps von 2,1« bis 4v« Mann in Narvi» angekommen, um angeblich als Arbeiter am Ban der Kola-Bahn verwendet ;u werden. Diese verkappten Bahn- arbeiter wnrdrn dann ohne Wissen der norwegischen Be- Horden von englischen Fahrzeugen um Schottland herum nach Frankreich verbracht. Unterwegs wurden sie mit in England angefertigten russischen Uniformen ver, sehen.
Zwei große Brände in Le Havre.
W. T.-B. Bern, 28. April. (NichchamMch.) Noch eiirat Sonfeevmelfeung fees „Petit Pavisien" sind am 26. April irr Le Havve zwei große Bränfee ausgckvcchen, die m feer Be» tMerung lebhafte Eooegung hervorgerusen haben. Etae Diahtztiehevei ist fast völlig zerstört und feer Schaden sehr bedeutend. Das andere Feuer in einem Speicher für schiffstechnische Appanaiie fand in benachbarten Fässern mit Petroleum unfe Öl reiche Nahrung und richtete gleichfalls befeeuten- den Schaden an Da die Ursache des Branfees unbekannt ist, herrscht Beunruhigung.
Wiederaufnahme des deutsch - französischen Jnvalidenaustausches.
W. T.-B. Bern, 28. April. (Nichtamtlich.) Wie feer „Bund'' erfährt, wirfe nach feem 1. Mai feer Austausch schlwerverwun» feeter Gefangener wiefeer ausgenommen wevfeen. 10 000 schwer- verwunfeete srangösische und 4000 deutsche Krieger sollen wieder in feie Heimat zurückbeförfeert werden.
Oer ttrieg gegen Rußland»
Das russische Linienschiff „Slawa" im Rigaischen Meerbusen von deutschen Flugzeugen erfolgreich beschossen.
Sämtliche drei Flugzeuge unversehrt znrückgckehrt.
Berlin, 28. Aprils (Amtlich. Dvahlvericht.) Am 27. April haben drei deutsche Flugzeuge das russi- schc Linienschiff „Slawa" im Rigaischen Meerbusen mit 3i Bomben beworfen. Mehrere Treffer und B r a n d w i rk u n g e n sind einwandsfrei b r o b achtet worden. Trotz heftigster Beschießung sind sämtliche Flugzeuge unversehrt zurückgrkchrt.
Ter Chef des Admiralstabs der Marine.
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(Die „eifcatm" ist ein älteres, aber sehr anschnliches Linienschiff (noch kein Großkampfschifs) aus dem Jahre ll!03. Sie hat 13 700 Tonnen Verdräng (also taie untere Deutschland-Klasse), vier 30,5-Zentirneter-, ataölf 15-Zenrimsrer-, zwanzig 7,5-,Zentimeter- und vier 1,2-Zentimeter-Geschütze und eine Besatzung von 825 Mann.
Einberufung der 19sährigen in Rußland.
Die mangelnde Ausrüstung.
(Bon unserem Sonderbevichtcrstattcr.)
8. Stockholm, 28. April. (Ei-g. Drahtbrricht. Jens. Bln.) Din kaiserlicher lllaS ordnet die Einberufung des JahpMMgs 1597 an. Im gesamten russischen Reiche sinfe Rückstellungs-
