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Freitag» 28. klpril 19ib.

Morgen - Ausgabe.

Nr. 197. . 64. Jahrgang.

Abgeschlagener Gegenangriff der Italiener bei §elz.

Österreichisch-ungarischer Tagesbericht.

W. T.-B. Wien, 27. April. (Nichtamtlich.) Amtlich verlautet vom 27. April, mittags:

Russischer und südöstlicher Kriegsschauplatz.

Nichts Neues.

Italienischer Kriegsschauplatz.

An der k ü st e n l ä n d i s ch e n Front war der Ar- Nlleriekamps gestern und heute nacht stellenweise sehr lebhaft.

Abends setzte gegen un'erc wiedergewonnenen Gräben, östlich Selz, Trommelfeuer ein. Ein daraus folgender feindlicher Angriff wurde abge­schlagen. Der M o n t c S a n M i ch e l e stand nach­mittags unter heftigem Feuer aller Kaliber. Am T oI- merner Brückenkopf und südlich davon wirkte unsere Artillerie kräftig gegen die italienisch»» Stellungen. Bei er l l t s ch verjagten unsere Truppen den Feind aus seinen Stützpunkten im Rombongebiet und nahmen einen Teil der aus Alpini bestehenden Be­satzung gefangen.

An der Tiroler Front ist die Lage unverändert.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: v. Höfer, Feldmarschallcutnant.

vie Lage.

(Bon unserer Berliner Abteilung.)

Berlin, 27. April. (Eig. Meldung. Jens. Mn.) Bon de j?“ " äen Westfront wird die Fortdauer des günstige Artillerie- und Fliegerwetters gemeldet- Insbesondere gege dre verlängerte Engländerfront arbeiteten unsere Gl schütze mit sichtbarem Fleiß und Erfolg. Nahe der flau d rischen Küste machte unsere Anfränmungstätigkeit seh Südlich von Ypern heißes Ferngeiech Bei Reuve Chapelle wurde ein englisches Lager erfolgreich be ® eflenb ÖBn Lens ein englisches Grabenstück i, 126 Matgr Breite von uns besetzt, gleichzeitig ein ältere Sp"ngtrichter. Englische Gegenangriffe, die, wie erwartei ol^bald en,setzten, wurden dauernd abgewiesen. Dies neuen Stellungen sind f e st i n u n s e r e r H a n d geblieben ^lngs um Verdun nnunterbrochener Kanonendonner Bon unserer Seite wurde die Infanterie nicht zum Angrif dagegen machten die Franzosen heftige Vor stoße östlich A v o c o u r t und am „T o t e n M a n n", gan umsonst, an allen Stellen verlustreich heimgesandt. In de. Bog es en fand programmäßig der französische Gegensto« gegen die von uns gestern bei Zelles eroberten Stellungei statt. Unser Sperrfeuer hielt schon die französischen Sturm kolonncn fern. Auch dieser Angriff wurde zum Stehe, gebracht.

Der Tag kostete den Franzosen dreiFlugzeugc Ji Fliegerkampf wurde ein feindliches Flugzeug beiSouche- ein ztvertes bei Ta hure zur Landung gezwungen. Do dritte holte ein Ballonabwehrgeschütz herunter. Eines unser, Heeresluftschrffe machte gestern einen Ausflug zur B, schießnng der Bahnanlagen und Befestigungen von M a r a t bei Bar-le-Duc. Es warf eine Anzahl Bomben, die, wie a« zunehmen ist, auch auf dieser Verbindung nach Paris guj Wirkung getan haben. Ein deutsches Flugzeuggefchwader ve, teilte südlich S u, p p r S seine Bombenvorräte.

Auch im Osten bearbetteten unsere Flieger Bahn­anlagen, so bei D ü n a m ü n d e. Während vom Balkan nichts Neues gemeldet wird, bestätigen neue Meldungen von der italienischen Front den vorteilhaften Verlauf des österreichisch-ungarischen Gegenangriffes östlich Selz, wo noch über die den Italienern wieder abgenommenen Gräben hinaus Terrain gewonnen und festgehalteu wurde.

Oer Krieg gegen England.

Ein englisches Bewachnngsfahezeug ans der Doggerbank vernichtet.

Ei» F i s ch d a Nt p f e r als Prise.

W.T.-B. Berlin, 27. April. (Amtlich. Drahtbericht.) In der Nacht vom 26. zum 27. April wurde von Teilen unserer Vorpo st enstreitkr äfte auf der Doggerbank ein grösseres englisches Be­wachungsfahrzeug vernichtet und ein englischer Fischdampfer als Prise aufgebracht.

Der Chef des Admiralstabs der Marine.

Die letzten Zeppetinangriffe ans England.

Reuter meldet wieder „keinen Schaden".

W. T.-B. London, 27. April. (Nichtamtlich. Drahtbericht.) Reut« meldet: Das Kriegsamt teilt mit: Ein Zeppelin wurde

gestern albenid au der NorLostküste Pa« Ke nt

Anscheinend kam er nicht weit ins Land und kehrte infolge des Nebels zurück. Nach den vorliegenden Berichten warf er «nie Bombe ab, welche ins Meer siel.

Das P>resseibuveau berichtet über ihen Zeppeltnangviff von gestern noch weiter: Die Themsemündung wurde von den Angreifern heimgesucht. 100 Bomben wurden wbge- worfen. Es wird kein einziger Verlust an Menschenleben ge­meldet. In Verbindung mit dem Angriff auf die ösLichen Grafschaften in der Nacht vorher fand man etwa 100 Bomben. E§ gab nur einen Toten.

Reuter mlÄdet weiter: Am bemerkenswertesten bei dem letzten Zeppelinangriff in der letzten Nacht ist, daß kein Schaden angerrchtet wurde. Die Berichte aus allen Be- z-rrksteilen, welche hermgesucht wurden, stimmen in diesem Punkte überein.

Nichtssagende Rcuter-Berichtc.

Br. Amsterdam, 27. April. (Ctg. Dnübtbericht. Zenf. Mn.) Über den Zeppelmangri.ff auf England in der Nacht auf Dienstag 'berichtet Reuter, daß kein Miwterialschadeii aage- rrchtet wurde. Die Fahrgäste eines durch Essex fahrenden Zuges hatten «in aufregendes Erlebnis. Zwei Zeppeline wurden 'beobachtet. Nassau 10 Minuten 'lang sahen die Fahr­gäste twn der Plattform der Wagen aus, wie die Geschütze der Zevpeline, die in großer Höhe fuhren und, van Scheinwerfern beleuchtet, sichtbar gentacht wurden, bombardierten. Ein Zeppelin schien einen Augenblick stille zu stehen, dann, als eine Granate anscheinend direkt unter ihm platzte, flog er hoher, schlug die Richtung nach der Küste ein und verschwand schnell gegen Osten. Das zweite Luftschiff war schnell den Micken entschwunden. Die von dem Zeppelin ausgeworfene Doinbe fiel in einen Garten und riß ein großes Loch in die Eide. Die Häuser blieben unbeschädigt. Nach Mieldungen aus Genf hatten Scheinwerfer eine Zettlang 'hin und her ge­sucht, bis sie gegen 11 Uhr einen .Zeppelin .entdeckten urch fest- hiälten. Die Kanoniere stellten ihre Geschütze auf ihn und lald hagelte es Geschosse, die 'das Luftschiff an­scheinend zwangen, leinen Kurs zu verändern. Eß stieg höher und höher und kennte endlich entkommieil. Hier wurde kein Schaden angevichtet. Ein tveitecker Bericht sagt, das Zeppelin- geräusch kam hörbar der Küste näher, und zwar aus südöst­licher Richtung. Das Luftschiff bewegte sich entlang 4>er Küste. Die Scheinwerfer wunden sofort in Bewegung gefetzt und das Feuer auf den Feind eröffnet. Nach kurzer Zeit wurde be­merkt, wie der Feind nordwestlich in das Land verschwand. Um ihn herum platzten 'die Granaten, es wunde aber während der ganzen Zeit keine Bombe abgeworfen. (Die Berichte er­gehen sich in so allgemein gehaltenen Schilderungen des Zeppelinangri'ffes, daß man das Walten der Zensur deutlich merkt. Aus den Feststellungen uufenes Admiralstobes wiffen toir, daß unsere Luftstreitkräftc nicht zum Vergnügen über England fuhren, sondern sehr beträchtliche und er* freulliche Erfolge erzielten. Schrift!.)

Die riesigen Schiffsverluste Englands.

Nach den Statistiken des englischen Blattes „Fair Play" sind in der Zählwoche, die mit Donnerstag voriger Woche endete, 20000 Tonnen englischer Schiffe mehr in den Grund gebohrt worden, als innerhalb dreier Monate in den gesamten Vereinigten Königreichen an Tonnage auf allen Werften hergestellt wurde.

Die Nufstandsbewegung in Irland.

Sir Roger Cafement bei einem Landungs­versuch leider verhaftet.

Berlin, 27. April. (Eig. Meldung. Zens. Mm.) Sir

Roger Casement, der irische Patriot, der längere Zeit in skandinavischen Ländern und sodann in Deutschland weilte und der bekanntlich im Mittelpuntt einer Sensationsaffäre stand, hatte Mittel und Wege gesunden, sich nach seiner Heimat zu begeben, wo er leider beim Landungsversuch ver­haftet wurde. Inmitten der beginnenden Freiheitsbe* wegung bedeutet dies einen harten Schlag für die Jrkänder., Über die näheren Umstände verbreitet die ausländische Presse Einzelheiten, die sehr dramatisch zu lesen sind, über die wir Näheres mitzuteilen noch nicht in der Lage sind, da wenigstens eine Darstellungsart nach unseren Erfahrungen durchaus unwahr ist.

Weitere Verhaftungen in Irland.

IV. T.-B. Jralee (Irland), 27. April. (Nichtamtlich. Dnaht- benicht. Reuter meldet: Ein Sierichts-beamäer und «in Post« beamter würben Freitagnacht im Ralee unter der Anklage der Verschwörung und Unterstützung der Wiaffeneimfuhr aus Feindesland verhaftet. Tie Verhaftung hängt mit der Beschlagnahme eines Bootes mit Waffenladumgen und Munition im .der Bucht von Jralee zusammen. Man giesst. daß die Waffen für die Freiwilligem der S-irmfem bestimmt waren. Ein Mann unbekannter Nationalität wurde bei dem Boote verhaftet und nach Dublin verbracht.

Weitere Mitteilungen im Oberhause.

IV. T.-B. London, 27. April. l Nichtamtlich. Dvahtbevicht.) Reuter meidet: Im Oberhaus sagte Lovd Lansdowne am 24. April: Nachdem die Aufstärchischen einem Angriff auf das Dubliner Schloß .gemacht hatten, besetzten sie den St. Stephens Green und leisteten den Truppen, als diese im die Kaserne zurückkehren wollten. Widerstand. Sie ruerten auf die Truppen von den Dächern, besetzten das Postamt und zwei Bahnhöfe und durchjichnitlieu tne

Telegoaphenidrähte. Im der Provinz blieb im allgemeinem (!) alles ruhig. Die Regievu.ng erfuhr telegraphisch, daß die Liberty-Hall, das Hauptquartier der Siumfein-Partei, teilweife zerstört wurde und jetzt von den Truppen besetzt ist. Ein Truppenkordom ist um das Zentrum von Dublin und nördlich .des Unsses aufgezogen. Einige Bataiillome sind mittags aus England angekommicm.

Die englischen Zeitnngsberichterstatter als militärische Späher in Holland.

Br. London, 27. April. (Eig. Drahtbericht. Zens. Bin. T. U.) Die Berichterstatter der „Daily Mail", die sich auf Ameland, Terschelling und Blieland (Holland) aufyalten, benachrichtigten und warnten Land»« vor der Annäherung von 16 Zeppelinen. Das gleiche geschah gestern abend 5 Uhr beim Passieren einer Flottille deutscher Torpedojäger in westlicher Richtung.

Spaltung der britischen Sozialistenpartei.

Eine Friedrnsknndgebung der unabhängigen Arbeiterpartei.

W. T.-B. London, 27. April. (Nichtamtlich.) In Salford fand die JahMsversommluug der britischen Sozialistenpartei statt. Zwischen beiden Gruppen der Arbeiter, der Krtegs- t-artsi und den Pazifisten, kam es zu einem Streit über die Zulassung der Presse. 80 von den anwesendem 150 Dele­gierten verließen unter Führung von Hyndman die Ver- sammlung. Die zurückbleibemde sozialtstische Partei nahm eine Resolution für die sozialistische Frieden^ropagamda am. Die ausscheidende Minderheit konstttuierte sich später als selbständige Qrgauifoitian. — Die u»abhängige Arbei­terpartei hielt in Newcastle ihre Jahresversgimmliung ab. Der Abgeordnete Jowett sagte: Die Partei würde, wenn sie könnte, dem Krieg noch heute durch eine Verhandlung be­endigen. Die Verswumlung nahm sodann emnsttanmig eine Rissalutiom am, die u. a. besagt, daß der wusführende Ausschuß mit allen Mtteln eine energische Kampagne siir die Beendigung des Krieges durch Friedensverhamdlumgen be­treiben sollte. Der Abgeordnete Sitowdem sagt«, die letzten Reden des Reichskanzlers hätten gezeigt, daß jetzt nichts zwischen Deutschland und England stände, was die Opfer weiterer Meuschenileben wert sei.

Um l)pern.

Von unserem militärischen Mitarbeiter.

Nächst den .ftäsirxpfen um «Verdun fatrtnnl den­jenigen uim 'die Stadt Ätzern gegenwärtig .die größte 'Bedeutung M. Hier konzentrieren 'die Engländer ihre ganze Kraft, um iden Bogen, welchen die Deutschen im Norden bis auf eme Entfernung von kaum 2 Kilmneier. im Osten von ruud 5 Kilometer und im Süden bis auf 3 Kilometer an Liefe Stadt heranlegten, auf 'den beiden äußersten Punkten .fortzuschieo-en. Bereits vor eiwrti Jaihre fanden vor Ipern die heftigsten Kümlpfe statt, als vorzeitige deutsche GegenmaßstahM'e für die s«tzätere sk7ai--Qffen'sive 'des Jahres 1915 seitens der Engländer rnild Fvansofen. Das Ergebnis des 'damaligen Ringens toar dasjenige, daß Ipern von drei Seiten eng und fest von uns umschlossen lvucde, lvodurch dieser wichtige Punkt als Rückhalt für die später einsetzende Offensive dem Feirtde nichts mehr nützen konnte.

Zange Monate ruhte der Mnrpf, sowohl nvrMch wie auch südlich von Ipern. Seitens des .Feindes fan­den nur kleinere Uirternehmungen statt, während es für uns nur darauf ankam, .den um die .zerschossene Stadt 'gelegten Ring zu festigen und zu halten. Das 'deutsche Ziel wurde erreicht, 'deun auch 'bei «der späte- reu großen fransösifch-engiischen Herbstvffensive Wunde der iim Aipril erreichte Bodengewiim fest behauptet. Zum Zweiten Male gelang es nicht dem Feinde, über Ipern hinaus m -den Rücken und die FlaÄe 'der den Deutschen gehörenden Festung Lille zu gelangen. Unsere Stellungen besvanden abermals eine ernste Feuerprobe. Erst Mitte- Februar 1916 nwldete zu wiederholten Mailen 'der deutsche Tagesbericht von eng­lischen Aorstößen gegen unsere. Linien südöstlich von Ipern. Hier strebten die Engländer 'danach, bei St. Elvi die deutschen Stellungen zu 'durchbrechen. Der Bers'uch mißlang. Am 14. Februar verlor der Feind bei dieseni Orte eine Stellung in 800 Meter Breite und büßte einige hundert Gefangene sin. Alle feindlichen GegMstötze brachen bis zum 18. Februar vor unisersm Feuer Msammen. tZsegen Ende des Mo­nats trat eine .Kaurpfpcmse ein. Die Engländer Mrten neue Berstärki'.stgcn heran, .mit deren Hilse es ihnen am 2. März geglückt ist, einen kleinen Teil von der» ver­lorenen .Boden sich zurückzuholen. Beinahe 3 Wochen vergingen nun, ehe die Heeresberichte von Freund und Feind neue KMrps'handlungerl in diesem heißumstritte- nen Gelände meldeten. In mchrtägigen Nahbämpfen gegen Ende -des Monats wurde nach und nach 'dem Feinde der gewonnene Boden schrittweise wieder abge- noinmen. Mehrfach schwankte der Kampf 'hin und her. Die entstandenen Trichterstellunaen wecksselten in kurzer Zeit bei St. Eloi häufig vhre Besitzer. Durch einen sorgfältig vovbeveiteten Angriff setzten sich unsere Trutz-