Nr. 98.
a Morgen-Beilage der Wi esbadener Tagblatts.
vonnerrtag. 27. Kpril.
<8. Fortsetzung.)
Durch ihre Verheiratung amt .dem Baron Lörökhazp hoffte sie nun endlich ihre Vamüh ungen gefrönt zu lohen und als vollwertig ihren Platz zwischen den Mag notenfraueil eingeräumt zu belommen.
Die Gedanken der alten Dune wurden durch iden reichen Hufichlag eine galoppirenden Pisevdes unter ^rochen. Sl-e stieg die paar Stufen her Terrasse schwer Wllrg und langscmr empor, nm den Boschs zu erteilen, idaß angerichtet werden könnte, ,da .der junge Herr zu. ruck sei Wartend blieb sie Lrauhen stehen und wun- bc'rte sich. -dah „e nicht den raschen, leichten Schritt des Sohnes erkannte. Die sich aus der Dunkelheit lösende Mannergestalt war groß, der «Lang gginessen und säst sog-errvo.
„Miklos, bist du es? ' Ein leichter Schrecken durch- fuhr ne, als sie Badrogs Stimme erkannte. „Herr Gott mr HinHiirel dachte er, „wie soll ich's ihr sagen?" jf l ^? m rlV$ "h^gbar unbehilflich und ungewandt vor, der Angftschweiß trat ihm ans die Stirne, als er mit stockender Stimme anfing, etwas linzusammeNhängend auseinander zu setzen: Gräfin Pol dar würde gleich aukommen und brachte Miklos n:it.
MrKlos?" wiederholte die arme von böser Wniing ergriffene Frau, „Ich versieh die Sache nicht, r,t etwas geschehen?"
, Bodrog der ruhige, tapfere, besonnene Mann, zitterte dchlosen, alten Frau, der er ihr die Schreckens totschaft mittel.en mußte. Die Kahle war ihm wie zu seschnurt uird er fand keine Worte. Sein Herz quoll über vor Erbarmen, m instinktivem Impuls beugte er hch nieder pnd legte dön Arm unt die kleine, wankende ']* ^osturzt , brachte er endlich miih- sam hervor. Behutsam frihrte er sie zu-einem Stuhl und schonend, vorsraittg setzte er ihr iden Unfall aus. dom CPiel '^^trodend lieb ec Etolka dabei völlig aus
im .®! dtc ^''au brach zusammen. Ihr IcmteS Klagen J ^/^ einc . n . r , ^?^ c ,^ ie Dienstboten alarmiert und die treue, langialtt-lge Kainnrerjungser -kam leise heran mit
Nasche Kölnischen Wassers versehen. Diskret' und gewandt bemühte sie sich um ihre Herrin.
Joseph!" schrie sie plötzlich uns, ^bie Ge,>terflamme . . .1 klr creird siel das Fläschchen m
S°We <Sitr? ^Evockeire Ndädchen barg das Gesicht
«“* Hoch am Himmel: durch die im -lachtwrnd sich bewegenden Blatterkrorron der um die Sonnennhr stehenden hohen Akazienbäume freien die Metall reif und Zeiger des Witter Llcfftes und urach^ sie in unsicherem Geflimmer aus- blitzen. Die alte Frau hatte sich halb von ihrem Sitz erhoben und uierte mit verala,ften SUiLn i« xl! Dunkelheit. Ein leises Winintern glitt über ihre
kli^n ^or , " d ' liDl ’ r vornüber aus die Stein-
flrctzen. Hm selben Augenblick bog der Waaen mit dem Berunglucklen langsam ins Hoftor. ®
.... Dte Sonnenuhr.
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(Nachdruck verboten./
nanlÄSf"bsetzlicheir Lage hatte Bodrog fern* SZbflbcherrschung wieder getlinden. Mit ein saar scharfen Worten brachte er das in hysterisches Hämmern a.tsdrecheude Mädchen zur Besinnung und chnmacl)t!ge Frau hereintragen. Den eben ailssteiigenden Arzt Elarte ec auf. Das ganze Haus mar
kvvs^^I'^ ^''sruhr, alles rannte jmnmemd ^ "mher. Mit Wttche gelang es der
u-nid Boidvo-g, Rübe rmd Olid-Nima berZlUstellen Aar und bestimmt wurden Befähle erteilt und S<Lfiü&nv,fc ,b ' IC Dwnevschaft. Jeder einzelne hatte ÄfÄ“* et auserlesen fei, in dem schwie.
-^ cr unglücklichen Herrschaft einen autmwichtigen Dicnst zu erweisen und die guten, einfachen, treuen Leute ubeuboten sich aa Eifer.
, lron Ulfalussy ivar tot! >— Ein Herffckiloo
hatten ihrem Löben ein Ende bereitet. Dem Stbrecken felgte das Enffetzen. Lautlos schlichen die Leute durckrs Harn,, mit scheuem Blick st reis ton sie die Tür des Zim- in welchem die Leiche unter,gebracht war ' und
d?rSn SfiZfrjZ '^wn, in welchem
mliPbünirungsilose L.ohn uitd Erbe lag. Ein reiteirdn ^ war zur nächsten Stadt gesandt, um «inen der eisten Ehrvuvgen aus Budapest herbeizutelegraphieren.
tzlwreb im Auftrag der Gräfin einige Zeilen ^ ®ie ^nngser mit den nötigsten Sachen solle
sofor herüber Mchickt werden, da die 2 über 9,0# tn Uffam bleiiden wolle. Etelka würde er, Bodrog aar kairrmenden Morgen selbst aibholep oder Bescheid bringen wie ,es die Gräfin noch bestimmm 'S
’^ cf, . f ' e [ it ^uffchlutz zu fassen. Miklos' SSw unverändert, und da Prozessor Aglazy am machten Dag kommen wirrde, müsse man sein Urteil alb-
S*"' (rrr^lr^ !$* &rmi bon Ujsalussy erwähnte er liicht. Mrnrdlich Ware es schonender beizichrinoen meinte er zur Gräfin, das arme Ding habe genug durchgemacht u,ch aufregende Tage stünde-, noch vm ihr
. * * *
War eitle endlos lauge, bange NachtI Al?- die boroinbrach, erhob sich Bodrog voir drrn Lehnstichl, den man an Miklos' Bett herangesckroben f-i ha8 Ziinmer zu verlassen und
schüZ? E'etzltch überredet, eh. Paar Stunden zu
lich in den Kleidern hingelegt um -^"ud seln zu können, wenn irgend WerErung »m Zustand des Kranken eintreten sollte. Der Gras löschte das Nachtlicht aus trat ans
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und rast dämmerte der Morgen beranl ,CFi,v> fWiTiti.
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Der Telegrapheich-ote kam über den Hof, eilia nach l-enr Hatnse schreitend. Bodrog ging ihn, entaeaen n».z
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