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Verlag Langgaffe 21

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Donnerstag, 27. Npril 1916.

Ein neuer LuWchiffanqriff aus die englische Osttüste.

Erfolgreiche Beschießung der englischen Stellungen bei Upern. — Im Maasgebiet französische Abteilungen zurnckgeschlage».

Drei feindliche Flugzeuge abgeschossen.

Der Tagesbericht vom 27. Npril.

W. T.-B. Großes Hauptquartier. 27. April. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Südöstlich von Wern nahmen wir die englischen Stellun­gen unter kräftiges Feuer, dessen gute Wirkung durch Patrouillen sestgcstcllt wurde. Südlich von St. Eloi wurde ein stärkerer feindlicher Handgranatenangriff durch Feuer zum Scheitern gebracht.

Im Abschnitt Givenchy - en - Cohelle - Neuville - St. Baast sprengten wir mit Erfolg mehrere Minen, entrissen im anschließenden Handgranatenkampf bei Givenchy dem Gegner ein Stück seines Grabens und wiesen Gegen­angriffe ab.

Englische Vorstöße nördlich der Somme blieben ergebnislos.

Im M a a s g e b i e t ist es außer heftigen Artillerie- kämpsen nur links des Fluffes zu Jnfanterietätigkeit ge­kommen; mit Handgranaten vorgehendc französische Abtei­lungen wurden zurückgeschlagen.

Deutsche Patrouillen-Anternchmungen an mehrere« Stellen der Front, so in Gegend nordöstlich von ArmenticrcS und zwischen Bailly und Craonne waren erfolgreich.

Kbens-Ausgabe.

Angriff gegen das süüüche England evsolzreich cm§- ui 2 drovdlich von Dover wurde der Hafen von Rair^-gate mrt Bomben belegt. Dis Hauptverkehrslrnre ^'^^Aen Großbritannien und Frankreich, mit allen er- renrmhen Mitteln gsg>M Angrffff a-uZ dem Wasser und eus der Luft gesichert, wurde hierher überflogen, ohne daß der Feind es zu vevytnd-ern vermochte. Das Ziel der Zeppeline ging jedoch noch .weiter. Sie suchten ^ondon auf, bewarfen die Hafen- und Befestigungs­anlagen der Weltstadt, so daß auch die Bewohner der Hauptstadt, seit doni 1. April von neuen Angriffen Ver­mont, die Wucht des deutschen Schwertes zu spüren be­kamen.

Das größte Ereignis während der Nacht vom 24.

E 25. war aber die gemeinsam unternommene Aktion von Doilen unserer Kriegsflotte gegen die Ostknste ^ von England. England, das dislier aus die UnivestreitbarikLrt seiner vermeintlichen Seeherrschast pochen zu können glaubte, ist — das zeigen wir ihn: ja nicht zum ersten Male — auch für unsere tapfere Krieg s- marrne nicht unerreichbar. Gemeinsam mit Marine- tuftschiiffen erreichten die Fahrzeuge im Morgengrauen oes 2a. April die Ostküste von England bei Lowe st oft und Great Aarmourh. Trotz aller englischer: Wach- samk-eat und des Minengürtsls, welchen das stolze Albr-on um sein Jnselreich legte, erreichten die deutschen Krregsschfffe auf Kanonenschußweite die beiden wichti­gen Häfen. Die hier liagerndeir Teile der englischen Flotte, kleine Kreuzer und Torpedobootszerstörer, wur­den vollkommen überrascht. Dricch unser Feuer entstand auf einem der ersteren ein Brand. Ein Torpedoboots­zerstörer und zwei feindliche Borposten schiffe wurden versenkt. Mit besonderem Stolze lesen wir, >daß unter lten letzteren auch den Mchdamvfer das gerechte Schick­sal erreichte, welcher am 2. Februar in herzloser Weise unsere wackere,Mannschaff vom „L 19" in Seenot

Nr. 196. » 64. Iahrgang.

1 >'es Schneids seitens des Feindes sind schwer Worte der EntschuMgung oder Erklärung zu finden. Besonders, erfreulich rft der Unfftand^ daß alle Teil- nchrner dieses Luft- rrnd Wasserunter.reh.mens ebenso wie chre Fahrzeuge unbeschädigt heimkehren durften. England, welches unsere Flott- wie Ratten aus dem Loch graiben wollt-, hat seine Rolle an den jung.en deut­schen Emporkömnckrng abgetretÄr. Die Ereignisse am letzten Dienstag und Mittwoch bedeuten einen schweren Schlag gegen Errgland und mit Genugtuung bann es uns erfüllen, wenn wir sehen, dach auch unser eMttertster Feind sich dem deutschen Arme nicht zu entziehen ver­mag. Daß England selbst vor den Toren seirrer See- festnngen vor.der deutschen Flotte nicht sicher ist, wird unseren Feinden gewiß zu denken geben.

Im Luftkampf wurde je ein feindliches Flugzeug bei Souchez und südlich von Tahnrtz durch Abwehrgeschütze, ein drittes südlich von Parroy abgeichossen. Die Bahnlinie im Noblette-Tal, südlich von SuippeS, wurde durch ein deutsches Flugzeuggeschwader ausgiebig mit Bomben belegt.

Heute nacht kam ein Luftschiffangriff gegen die Hafen und Bahnanlagen von Margatc an der englischen Ostlüste zur Ausführung.

östlicher Kriegsschauplatz.

Die Lage ist unverändert.

Eines unserer Luftschiffe warf auf die Werke, sowie die Hafen- und Bahnanlagen von Düuamünde Bomben.

Balkankricgsschauplatz.

Nichts Neues. Oberste Heeresleitung.

Segen England.

Seit dam letzten Luffmrgrrff gegen England in der stacht vom 5. zum 6. April sind inzwischen fast 3 Wochen tergangen, ohne daß eine Wiederholung dieser kräftigen rrnd nachhaltigen Luftüoerfäüe unsererssits stattgesun­den hätte. In dieser , Pauqe wird das englische'Lnst- nflnffterium sich gewiß wieder darriber klar geworden sein, daß alle Wwchvmaßregeln, sei es von der Erde oder aus der Lust,, gegen dre deutschen Le-Muftfchiffe nichts auszurichten vermögen. Diesen für Eng­land schmerzlichen Beweis bringt, der gestrige .deutsche Tagesbericht abermals in einer nickst mißzuvevstehenden Werfe. In der Nacht vom 24. zum 25. April unter- nahmen -deutsche Marine- und Heeresluft­schiffe, erstere in Waffengemernschaft nrit Teilen un­serer Hochseeflotte, einen erfolgreichen Angriff gegen die englffche Süd- rmd Ostküst-. Märineflugzeuae be> legten am Morgen des letzten Dienstag in wirkrmgs- vollster Weise mit Bomben die Hafenanlagon, Befesti­gungen und den Flugplatz von Dünkirchen In diesem zweiten englischen Gibraltar befinden sich ansehnlich- Vorräte an Waffen. Munition. Kriegs­material rrnd wahrscheinlich auch an englischen Truppen- verbänden. Ein vortreffliches Ziel bot sich unseren un- erschrockenen Marinefliegern und die Wirkung wind enffprechend dem engen Raum sicherlich eine erfolgreiche gewesen sein. Auch weiter «westwärts erstreckte die deutsche Luftwaffe ihre erfolgreiche Arbeit, auf di- Westküste von Frankreich. Südlich von Boulogne liegt, etwa 50 Kilonrter .entfernt, der wichtige Hafen- Platz Eta Pies, in dem sich englische und französische Truppen aufhalten. Dieses große AusbrldnngÄager erlebte zum erstenMale denVesuch eines unserer Heeres- luftschiffe. Auch hier ist dieWirkung sicherlich dem guten Ziele entsprechend gewesen. Wie wenig die französisch- englischen AbwchrmaHnahmen unseren Zeppelinen arr- haben konnten, geht daraus hervor, daß sie uirbeirrt ihren KmL noch Nords» ntitmp* «ww --wew-«

ertrinken ließ. Ein besonders glücklicher Griff war der, baß jene Mord buben von unseren «Seeleuten gefangen genomimen wurden. Dieser Erfolg wird mit ganz besonderer Befriedigung in ganz Deutschland aus­genommen werden, denn nun werden sie ihrer gerech­ten Strafe hoffentlich nicht entgehen. Man könnte hierin beinahe einen Fingerzeig des Himmels er- blicken. Es mag hierbei daran erinnert werden, idaß deimgls .die schändliche Tat mr ganzen englischen Volke mit Beifall anfgenomnlen wurde, daß sogar ein hoch- gestellter englischer Krrch.'nfiirst die abscheuliche Hand- lungÄweise rechtfertigte und daß die unglüMche Zep- pelimnannschast in Wort und Bild von unseren Fein.den .verrmglirnpst wurde. Wie wird jetzt wohl Eng>land die Mfangennahme jener Mörder aufnehmen?

Neben diesem Angriffe gegen die brittschen Kriegs- fahrzeuge und Hafenanlagen durch unsere Flotte er. folgte also gleichzeitig ein Lustunternehmen drrrch un­sere LenNchiffe auf wichtige Industrieanlagen des süd­östlichen Englands (das die in der Morgen - Ausgabe wiedergogebone Karte daritellt). Bei Ipswich über­flogen unsere Zeppeline englffchen Boden, bewarfen.die­sen Hafenort sowie den südlich gelegenen von Har- wich, wandten sich dann westwärts bis Cambridge. Eine andere Gruppe scheint weiter nördlich den feindlichen Boden erreicht zu haben. J-n der Graisfchaft Lincoln wurde mehrfach englische Jndustnieia-nlaMn mit Erfolg durch Bomben beworfen.

Diese Erfolge unserer Luftschiff- und KriogSfahr- zemre — der englische Bericht spricht bekanntlich von Schlachtkreuzern — erscheinen um so bedeutungs­voller rrnd achtenswerter, wenn man sie mit den kläg­lichen Leistungen vergleicht, üielche englische Seestrert- kräfte am 24. und 25. April vor unserer flandrischen 5ffiste an den Tag .legten. Nur wenige Torpedoboote unsererseits genügten, um die feindliche Arbeit, Minen zu enffernen, Zielmark-n auszuwerfen, mit Erfolg zu stören. Ein englischer Hilfsdamps-r wurde bei dÄmn idculschen Vorstoß versenkt, seine Besatzuirg gefarrgen ge­nommen rrnd nach Zeebrügge eing-bracht. Gin feind- licher Torpedobootszerstörer erlitt sckw-re Beschädigun­gen. Der Gegner erreichte nicht seinen Zweck, näm­lich den, sich unserer flandrischen Küste auf nächster Ent­fernung zu nähern, sondern mußt- unverrichteter Sache wieder umkehren.

Die militärischen Ereignisse des 24. und 25. Aprfl sind also von nicht geringer Dedeutang. Die deutsche Marine ^betätigte in bewundernsw-rt-r nnd vor allen Dingen erfolgreicher W-i'e den ihr innewohnenden Osfensivgerst. Zweimal im vorigen Kriagsjahre mach­ten Teile unserer Hochseeflotte Borstöße bis gegen di. englisch- Küste, ohne, die vielqerübmte englische Kriegs- warine finden zu können. Jetzt in der Frühe des 25. ist ihr -dies wMigstens mit einem Teile derselben ge­lungen. Diese Tat verdient unsere vollste BeLvunde- rnnq sowohl hinsichtlich chrec Kühnheit wie auch der Geschicklichkeit, ttnit welcher untere Seeoffiziere die ihnen anvertrauten Fahrzeuge durch das Wirvtrarr der feindlichen Minen zu steuern wußten. Für die a&iiätkifcifc. m a n gelnde Wachsamkeit und das SeMen

Die neuen Angriffe auf England.

Tie Beschießung von Lowestoft und ^ Barmouth. ,

Weitere englische Berichte.

W. T.-B. London, 27. April. (Nichtamtlich, Reuter.) Nach -der „Daily TiEs" in Ipswich sind die Geschwaider der lelchten Kreuzer und Aerstöver, die an dem Seegefecht bei LoweStost tsilucchruen, sämüiich in dem Hafen zurüchgekehrt. Zwo! leichte Kirouger wiesen Spuren auf, daß sie getroffen waren, aber nicht an solchen Stellen, daß sie mr ihren Aktionen behindert wurde«. Ein Zerstörer war bei denr MaschinennanM getroffen. Es ist aber kein Unglück passiert. Es scheint, daß der Feind, nachdem er die offene Stadt Lowestoft 20 Minuten beschossen hatte, die Flucht (?) ergriff.

W. T.-B. London, 27. April. (Nichtamtlich. Drahtbericht.) Des KirtegSamt gikbt folgenden weiteren Bericht über die Be­schießung von Lowes-iost und Uarmouth aus: Dce Beschießung begann gestern früh um 4,10 Uhr und dauerte über eine halbe Stunde. Trotz heftigen Geschützfeuers seitens der feindlichen Schiffe war der Schaden verhältnismäßig leicht. Ein Genesungsheim, ein SchMimimbad der Pier und 40 Wohnhäuser wurden leicht beschädigt. Zwei Männer, eine Frau und «in Kind sind getötet; drei Personen wurden schwer und neun leicht verwundet. Das Feuer auf Uarmouth wurde zur selben Zeit eröffnet; dort wurde ein großes Geibärwe durch B>»nd ernstlich und ein anderes durch Schüsse leicht beschädigt.

Die Krisis in England.

Verhandlungen mit den Arbeiterführern.

W. T.-B. London, 27. April. (Nichtamtlich. Reuter.) Asquith, Bouar Law und Kitchener hatten gestern eine Konferenz mit einer Bersanrmlung von Ä.ckeiterfühuern, welche den allgemeinen Bund des Gewerkvereins der Eisen- hcchner, Bergleute und Transpactaoheitor txmtraten.

Neue deutsche U-Vootserfolge.

Ein englisches U-Boot versenkt. — Torpedo- treffcr auf einen englischen Kreuzer der „Arethusa"-Klasse.

W. T.-B. Berlin, 27. April. (Amtlich.) Am 25. April wurd« bas englische Unterseeboot „E 22" in der, südlichen Nordsee durch unsere Seestreitkräfte versenkt. Zwei Manu wurden gerettet und gefangen genommen.

Ein Unterseeboot erzielte an d e m s e l b e n T a g e ist derselben Gegend auf einen englischen Kreuzer de^ „Nrcthnsa"-Klasse einen Torpedotreffer.

Der Chef deS AdmiralstabcS der Marine.

Auch ein englisches Fischereisahrzeug durch ein U-Boot vernichtet.

W. T.-B. Haag, 27. April. (Nichtamtlich) Vorgestern nacht kam an Bord des Rettungsschiffes „Atlas" die Be­mannung des englischen Fischereifahrzeuges „Alfred 166" an, das um 12 Uhr durch ein deutsches Unterseeboot zum Sinken gebracht worden war. Das Unterseeboot hatte die Be- manttung nach dem Leuchtschiff Nvordhinder verbracht.

Oie Unruhen in Irland.

Ein Telegramm des Vizekönigs über die ffage. — Stadt und Grafschaft Dublin im Kriegszustand.

W. T.-B. London, 27. April. (MchtamMch) Im Unter­lans lvnüde «ine Reihe von Anfragen, betreffenid die Lage itn Irland, an die Nügi 2 ru.n>g gerichtet. Asquith verlas falgerides Telegramm des Vizekönigs: „Die Lage ist befrie- d:genÄ. St. Stephens Green wurde besetzt. Elf Aufständische wurden getötet. Die Nachrichten ans der Provinz lauten l eruhiy-nid. Der Generalsekretär der Polizei meldet, daß wi Doo ghda niationalistische bewaffnete Freiwillige auszogen, um der Regievung beizn'stehen. (Beifall.) Viele eingeboren« Personen.hohen ihre Untersiutzuma ange-boten."

Äsqwrth teilte weiter mit, daß in Stadt und Grafschaft Dublin das Kriegsgesetz verkündet und dvastischH