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Vertag Langgaffe 21

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»»bestellen und in den benachbarten Landonen und im Rbeingau die betreffeiiden TagHätt^Triger.

12 Ausgaben.

Fernruf:

„Tagblatt-HauS" Nr. SSS0-S3. Bon « lldr morgen« bi» » llhr abends, außer i

Anzeiaen-PrciS für dir Zeile: 16 Big. für örtliche Anzeigen im »Srbetiimarkt" und Ziemer ! . in einheitlicher Satzform: 20 Big- tn davon abweichender Satzouitührung. Sowie kür alle übriger, int Angeigrn: So Pfg. für alle auswärtigen Anzeigen: I Mk. kur Sr,licht jteklanien: 2 Mt. für auSivü Reklamen. Ganze, halbe, drittel und viertel Seiten, durchlaufend, nach besonderer Berechnung Bei wiederholter Aufnahme unveränderter Anzeiger in kurzen Zwiichenriumen entsvrechender Nach

«iiiag?. fü^dteÄorg'er^Aus^g^üs^s lllir^nachmittag^ B«lincr Echrifkleitnog »es WiesdadenerTagblatts: BerlmN., P»tsd»mer Str. 121L. Kernspr.: Amt Lützow 6202 n. 6203

Für die Ausnahme von Anzeigen an vorgeschnedeue» lagen und Plätzen wird leine Gewähr -vernommen.

Vienstag» 25. 5lpril» morgens.

Sonder-Kusgabe.

1916.

Oer Krieg.

Links der MnaS feindliche Gräben erobert. Lebhafte Artilleriekäurpfe im Maasgebiet. Ein erfolgloser französischer Gasangriff bei Traoy-le-Val.

Oer Tagesbericht vom 23. April.

W. T.-B. Großes Hauptquartier, 23. April. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Unsere neugewonnenen Gräben an der Straße Langemarck-Bpern mußten infolge bolien Grundwasiers, das einen Ausbau unmöglich machte, geräumt wer­den. Gegen Morgengrauen wurde südlich St. Eloi ein englischer Handgranatenangrisf abgeschlagen.

Englische Patrouillen. die nach starker Feuervorbe- rcitung nachts gegen unsere Linien beiderseits der Straße Dapaume-Albert vorgingen, wurden zurnckge- wiesen.

Bei Tracv-le Val mißlang ein feindlicher Gasan- griff; die Gaswolke schlug in die französische Stellung zurück.

Links der Maas wurden südöstlich von Hancourt und westlich der Höhe „Toter BLann" feindliche Gräben genommen. Rechts des Muffes, in der Wocvre-Ebenc und auf den Höhen bei Combres blieb die Gcfcchts- täligkeit auf andauernd sehr lebhafte Artillerietätigkeit beschränkt.

Lstlicher Kriegsschauplatz.

Südlich des Narocz-Sees endete ein ruffischer An­griff in etwa Bataillonsstärke verlustreich an unserem Hindernis.

Sonst außer stellenweise auffrischendem Artillerie- feuer und einigen Patromllenkämpfcn keine besonderen Ereigniffe.

Balkankriegsschauplatz.

Nichts Neues.

Oberste Heeresleitung.

Erfolgreicher Fluazeuganariff auf eine russische Flngzeugstation.

W.T.-B. Berlin, 23. April. (Amtlich.) Ein Ge- schwadrr von zehn deutschen Flugzeugen hat am 22. April die russische flngzeugstation Papenholm ans der Insel Oesel angegriffen und mit 45 Bomben be­legt, wobei sehr gute Wirkung beobachtet wurde. Ein russisches F l u gz e n g wurde zur Landung gezwungen, alle deutschen Flugzeuge sind trotz heftigster Beschießung unversehrt zurückgekehrt.

Der Chef des Marine-Admiralstabcs.

Ein stärkerer französischer Angriff bei Thiaumonl völlig zufammengebrochcn. Mehrere erfolgreiche Patronillenunterneh- mungen. — Ein englischer Doppeldecker aufrer Gefecht gefetzt.

Der Tagesbericht vom 24. 6pril.

W. T.-B. Großes Hauptquartier, 24. Storni. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Fast allgemein herrschte auf der Front lebhaftere Feuertätigkeit als in den letzten Tagen.

An mehreren Stellen fanden erfolgreiche deutsche Patrouillrnuntcrnehmunqen statt. Südlich von St. Eloi wurden englische Abteilungen durch Feuer abgewirsen.

Im Maasgebiet wurden gestern kleinere französische Handgranatenangriffe gegen unsere Waldstellung nord- östlich von Avoconrt znrückgrschlagen. Ebenso schei- tertrn nachts schwächliche Vorstöße des Gegners östlich von „Toter Mann". Ein stärkerer Angriff brach in der Gegend des Gehöftes Thiaumont vor unseren Linie» völlig zusammen.

Ein englischer Doppeldecker wurde im Lnstkampk östlich von Arras außer Gefecht gesetzt; die Insassen sind gefangen genommen.

östlicher und Balkankriegsschauplatz. Keine wesentlichen Ereignisse.

Oberste Heeresleitung.

Österreichisch-ungarischer Tagesbericht.

Ei« Stützpunkt am Col di Sana zurück­erobert.

W T. B. Wien, 23. April. (Nichtamtlich.) Amtlich verlautbart vom 23. April:

Ruffiicher und südöstlicher Kriegsschauplatz. Nichts Neues.

Italienischer Kriegsschauplatz.

Gegen den Südwestrand der Hochfläche von Doberdo hat ein feindlicher Eingriff eingesetzt; sonst beschränkte sich die Gcfechtstätigkeit an der kiisten- ländischen und Kärntner Front auf örtliche Artillerie- kämpfe.

Am Col di Lana haben unsere Truppen den Stützpunkt auf dem Grat nordwestlich des Gipfels wieder besetzt und gegen einen feindlichen Angriff be­hauptet. Der Gipfel selbst steht unter kräftigem Feuer unserer Artillerie. Auch im Snganaabschnitt und bei Riva fanden lebhafte Geschützkämpfe statt.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: v. Hofer. Feldmarschalleutnaut.

Im allgemeinen geringe Gcfechtstätigkeit. Am Col di Lana fünf italienische Angriffe blutig abgewiefen.

W. T.-B. Wien, 24. April. (Nichtamtlich.) Amtlich verlautet vom L4. Slpril:

Russischer Kriegsschauplatz.

Die Gerechtstätigkeit war gestern an der ganzen Front wesentlich schwächer als gewöhnlich. Eine Mine, die der Feind östlich von Doüronouy sprengte, richtete nur in den russischen Grüben Schaden an.

Italienistoer Kriegsschauplatz.

Die Kämpfe am S ü d w e st r a n d e der Hochfläche von Doberdo dauern fort. Mehrere durch Versag- licri geführte Angriffe brachen in unserm Feuer zusammen.

Am Col di Lana schlug die tapfere Besatzung d>'s Grat-Stützpunktes fünf feindliche Angriffe blutig ab.

Südöstlicher Kriegsschauplatz.

Ruhe.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabcs. v. Hofer, Feldmarschalleutnant.

Die amerikanische Note an Deutschland.

Wilsons Adreffe an den Kongretz.

W. T.-B. Washington, 24. April. (Nichtamtlich. Funk­spruch des Vertreters von W. T.-B.) In der Adresse Wilsons an den Kongreß, die sich in großen Zügen an den Wortlaut der nach Berlin gesandten Note hält, wird ausführlich auf die ganze Unterseebootfrage eingegangen, wie sie sich seit Februar 1915 entwickelt hat. Während der Verlesung der Adreffe herrschte gespannte ernste Stille. Als Wilson mit dem Ausdruck der Hoffnung, daß Deutschland so han­deln werde, daß ein bedauerlicher Bruch mit Amerika abgewendet werden könnte, schloß, brach das Haus in Beifallsrufe aus. Wilson verlangte keinerlei Maß- nahmen vom Kongreß.

Eine amerikanische Anregung zur Ver­meidung des Konflikts.

W. T.-B. New Dork, 24. April. (Nichtamtlich. Funk­spruch des W. T.-B.) Eine Meldung der „E v e n i n g Po st" aus Washington besagt: Es ist amtlich erklärt worden, daß die amerikanische Regierung eine sofortige Erklärung der deutschen Regierung, daß sie die rücksichtslosen Angriffe auf Fracht- und Paffagierschiffe aufgeben will, günstig aufneh­men und bereit sein würde, biernach die Billigkeit der in Frage stehenden Grundsätze zu erörtern. Es würde für Deutschland nicht schwer sein, bis zur Entscheidung über die rechtlichen Fragen dieNntersee- bootkriegführung endgültig aufzugeben. Ein ge­nügender Präzedenzfall für eine solche Haltung Deutschlands ist in der Angelegenheit des William P. F r y e gegeben. Daher ist eine Verständigung möglich, wenn Deutschland seine Bereitwilligkeit erklären sollte, die in Betracht kommen- den Grundfragen zu erörtern oder gar einem Schiedsge­richt zu unterbreiten, und damit einverstanden ist, daß in der Zwischenzeit kein feindliches Schiff ohne vorherige War­nung torpediert werden soll, und daß eine Vernichtung von Prisen nur bei ruhigem Wetter und in der Nähe der Küste ftattfinden soll, nachdem den Fabrgästen und der Bemannung Sicherheit für ihre Rettung gewährt worden ist.

Die amerikanische Presse hinter Wilson.

N»w florf, 24. April. (Fimkspruch des Vertreters von W T -B.) Di: amerikanischen Zeitungen geben mit wenigen Aus­nahmen der Meinung Ausdruck, tmt das Land sich hinter Präsident Wilson steilen müsse, wobei sie betonen, daß die Entscheidung jetzt bei der Berliner Regierung liege.

„New ?iork Globc" schreibt- In einer Sprache, die fest aber böslich ist, deutlich ist, aber unnötige Drohungen vermeidet, bat Wilson Deutschland mitgeteilt, dag die Beziehungen unseres Landes mit ihm anfhorcn müssen, wenn die völkerrechtswidrige Unterst! boctkriegfübrung fortgesetzt »ürd.

„New York Evcnrng Mail" sagt: Wenn jetzt der Kon- greß nicht '»„greift. so gibt es Krieg Der Untersrebootlrieg wird turch unser Vorgehen nicht gemildert, sondern verschärft werden, denn mit dem Abbruche der diplomatischen Beziehungen werden olle Besprechungen hinfällig, die Deutschland uns gegeben hat.

Wenn englische Schiffe weiter torpediert werden und Amerikaner sich weiter auf ihnen befinden tollten, dann mutz es Fälle geben, in denen das Leben von Amerikanern zn beklagen sein wird. Präsi- tent Wilson wirst hiermit gleichzeitig mir unseren diplomatischen Beziehungen die Möglichkeit der Aufllärung, Entschuldigung und Entschädigung beiseite.

„New Jork World" meint: Dcuklchlrnd kann mit den

Vcreinigien Staaken freundschaftliche diplomatische Beziehungen aufrecht erhalten, wenn es Werl darauf legt, Deutschland kann Frieden mit den Bereinigte,i Stauten haben, wenn es Wert auf Frieden legt. Da? Ultimatum Wilsons ist keine Drohung, cs ist eine Warnung, die die Bedingungen umschreibt, unter denen die diplomatischen Beziehungen fortgesetzt werden können.

„Washington Post" erklärt: Angesichts des gerechten Dcilar,gens daß die deutschen Unterseeboote nicht länger in so unterschiedsloser W-ise verwendet werden sollen, daß sie amerika- nische Fahrgäste in Gefahr bringen oder ums Leben bringen, ist es keine Frage und es kann gar kein Zweifel sein, datz Deutschland anerkennen wird, datz dieses Verlangen berechrigt ist. Deutschland mutz als unser Freund solch: Maßnahmen vermeiden, die amerika­nische? Leben zugrunde richtet. Deutschland hat gezeigt, datz es keinen Krieg mit den Vereinigten Staaten sucht. Zweifellos wird es jetzt dafür sorgen, weitere Ursache zu Ärgernis zu vermeiden. Das wücde ein: Änderung der Melhoden, nicht eine Ausgabe der Verwendung von Unterseebooten bedeuten.

In der .Philadelphia Preß" heißt es: Deutschland

hat noch einnlal Gelegenheit, sein Vorgehen zu ändern. Unser Land will keinm Krieg mit irgend einen, Bolke; wenn er uns aber arisgezwungen wird, so werden wir ihn auszunehmrn und mit aller zur Verfügung stehenden Kraft und Energie zu fuhren haben.

In „P h i l i d e l p h i a P n b: t c L e d g e r" steht: Es wird keinen Krieg geben, es sei denn, Deutschland wäre entschlossen, ihn heranfzuletchwören.

Ir „Boston Traveller" liest man: Es ist immer noch möglich, daß Deutschland in der Erkenntnis, daß eine riänige Be­weisführung g-geben worden ist, gegen seinen Willen gezwungen sein wsi d, das zu tun, was es in allen Cbren und mit Anstand gern tun sollte.

.^8 r i d g e p o r t T e k e g r a m" bchauptet: Wenn wir eine

Krise haben, so ist cs ein« Krise, die ihren Ursprung in Demsch- lcud hat.

„A n a c o:: d n Standard" schreibt: Man kann noch Hoff­nung haben diß der Bruch mit Deutschland vermieden werden kann, Irie es bisher der Fall gewesen i!t. Die Herausforderung war eine sehr starke und die Geduld des Präsidenten Wilson und der amerika,tisch:» Regierung erstaunlich, aber diese Geduld ist nicht unerschöpflich.

„Butte Even in g Post" erklärt: Cs gibt noch genug Ge- leaenheit, zu einer billigen Und gerechten Verständigung zwischen Bulin und Walbington zu gelangen. Wir glauben, daß es, wie die Lage auch ausseheii mag, aufrechte anierikanische Bürger geben wird, und zwar nicht wenige, die sich kaum enkhalien werden, die Frage auszuwerfen: Wenn Präsident Wilson einmal dabei ist, warum spricht er zum Kongreß, wenn er persönlich dort erscheint, nicht auch über unsere Beschwerden gegen England, und warum sagt er nicht gerade heraus, daß er erklären wir», Latz die Londoner Regierung das eure oder andere tun muß.

„New Orleans T i ni e st - P i c a y u n e" meinen: Nicht Amerika ist schuld an dem Streite Seine friedliche Beilegung ist «-.ich leicht. Deut'chland kann ohne Selbsterniedrigung oder Preis­gabe irgend welcher national-:! Rechte oder einer rechtmäßige» Wafke lie Versichennigrn, die er bereits gegeben hat, wahr machen rrnd einrn Bruch vermeiden.

Im „EI Paso Herold" beitzt es: Abgesehen von mrbe- dingten Parteigängern der Alliierten wird der Abbruch der diplo- wgtifchin Bezieh-iugen in weiten Kreisen geb'lligl werden, nament­lich m> solchen Leut'n, die sich um die Folgen nicht kümmern und einen beschränkten Gesichtskreis haben: aber nur durch eine wohl- nkerlegte Agitation kann die D! ehebett des amerikanischen Volkes zn einer Billigung eine? Krieges mit Deurkchland unter den gegen­wärtigen Derhältnisien gebracht werden.

In „San Francisco Ehronicle" liest man: So ernst die Umstände sind, so rechtfertigen sie doch nicht einen Krieg.

„New York American" schreibt: Wir glauben nicht, daß t-nser Land in den europäischen Krieg ciiigr-ifeu sollte. Wir find vcllkvmmen sicher, daß die überwiegende Mehrheit des amelika- nischev Volkes unserer Meinung ist

In einem weiteren Artikel betont „Eveutug Mail", daß dir Albruch der diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland rmd Amerika den Krieg bedeuten würd- und sucht damit dem isfenbarcn Wuniche Washiu>,toner Kreise, die Folgen eines diplo­matischen Bruches zu verkleinern, entgeaenzulreten

Der New Jorkc: „Tribüne" wird aus Washington ge- meldet: Ein einziger w-ii-ier Fall von tölkcrrechts- widiigem Angriff auf irgendein Schiss, sei er, eines Kriegführende« oder Neutralen, ob sich Anierikaner an Bord befinden oder nicht, rochdem Deutschland Zeit gehabt bat, seinen Unterseeboorskomman- danten neue Anweisungen zu uberiiiitteln. mird den Abbruch all« Beziehungen bedeuten. Dis ist die Ansicht in Washington üb« W'lsir.s Adresse an den Kongreß und seine Rvie an die Regierung in Berlin.

Die Verurteilung der Note in Lsterrei^ Ungarn.

W. T.-B. Wien, 24. April. (Nichtamtlich.) In Be­sprechung der Note Wilsons an Deutschland stellen die Blätter fest, daß die Note, obwohl sie so häufig die Mensch­lichkeit, das Völkerrecht und das Recht der Neutralen betont, gleichwohl eines der einseitigsten und unvollstän­digsten diplomatischen Schriftstücke ist. Die Blätter weisen dabei auf die K r i e g s l i e f e r u n g e n Amerikas hin und auch darauf, daß Wilson noch kein Wort gegen das Vor­gehen des Verbands, insbesondere Englands, gefunden tobe, deüen Aushungerungspla» das Sinrhvrnvhenim