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(19. Fortsetzung.)
Um Ehre und Leben.
Roman von Paul Blitz.
Er hatte Glück. Der Mittagszug noch München stonv gerade zur Abfahrt bereit. Er erreichte ihn üben nmy. Erst als er iin Coupü saß, wurde er ruhiger, um sich vor den Mitreisenden nicht zu verraten.
Still in seine Ecke gedrückt, überdachte er erst jetzt alles.
„Armes Mainachen", flüsterte er und ein paar Tranen stahlen sich in seine Augen.
... Dann aber machte er sich Hart und grübelte weiter über seine Lage nach. So fia/m er endlich in München an.
Dort sandte er erst ein Vevuhigungstelegramm an die Mama.
Danir erstand er eine Reisetasche und die notwendige Wasche. - ttnd mit dom Süd-Expreß fuhr er weiter.
Am anderen Morgen lachte ihn, das blaue Mittel' meer entgegen.
Als er Genua verlieh und die warme Frühlings- sonne des Südens ihn erwärmte, als seine Blicke über dem Meer diesen strahlenblauen Himmel sahen und der leichte Sudwind ihm Tausende herrliche, unbekannte Wohlgerüche zuwühte, da schwand auch von seiner kummcrschweren Seele die erdrückende Last für einige Minuten, und er erlag dem Zauber dieser entzückenden Schönheit.
Gsgen Abend war er in Nizza.
Sofort eilte er ins Hotsl Bellevue.
Nie gesehene, nie geahnte Pracht umgab ihn Wo hm er auch blickte, überall gewahrte er Glanz und der- schwenderischen Luxus. Ans Schritt und Tritt wurde e> daran gemahnt, 'daß hier ein Eldorado des schräm kenlosen Lebensgenusses war. Bon all dem nahm er nur Mi Doriibergchen wahr, was die Blicke auffingen Zeit zum Schauen ließ er sich nicht: denn es drängte chn zu ihr, zu seiner Diavianha, und endlich stand er vor ihr.
Wilden, unbändigen, leidenschaftlichen Aufschrei üurzte sie chm entgegen und warf sich an seme Brust.
„Endlich d" geliebter Mann, endlich, endlich, Hab' ich dich wieder!" <
Und sie nrnsaßte und küßte chn mit solcher Glut wdbandigter Wildheit, wie er sie nie an ihr gefühlt
Auch er, mitgerissen von ihrem Frendenrarrsch, um fing und liebkoste sie voll inniger Wärme.
Aber mitten im Taumel besann er sich auf sich selbst unb machte sich frei, stand ernst und in gebietender Hoheit vor chr und sagte ruhig und besfimnü: „Jetzt sprich, was ist geschehen?" _ ^ *
r Uw aufs neue uinfassend,
„laß doch die Alltäglichkeiten letztI Wir wollen von uns und unserer Liebe roden!"
Er über schob ihre Arme zurück und erwiderte fest und ernst: '
Wcchchefil^H ^ """ SSaC;r.^ett Höven, die reine
(Nachdruck verboten.)
öu bist so fad!" antwortete sie erregt. „Da» rst echt deutsche Langweiligkeit!"
„Die Wahrheit will ick, jetzt wissen, Marianka!" wiederholte er ruhrg.
,Xilut, wie du willst! Du soll nun alles erfahren!"
Auge in Auge staichen sie sich gegenüber.
Und mit ruhiger Stimme, mit kalten Worten sagte f* e . : "Sv ^wrne, die ich in Berlin ausgab, waren falsch. y? ^6<hahlmung ist «mit solcher Vollendung gelung-en, eigentlich noch lange nnentdeckt hätte bleiben müssen. Sv, nm, weißt du es."
An, ganzen Körper zitternd, stand er da und starrte sie an. Sern erster Gedanke war: Stürz dich auf sie und erwürge sie! '
Als er abernur die Hand nach ihr ousstreckte, hielt sie chm auch schon einen zierlichen Revolver entgegen. .. Da sank er zusammen und starrte vor sich hin — zu Ende! Alles zu Ende!
als er so vernichtet dasaß, kam sie zu ihm hin, sank vor rhm »reder, umfaßte chn und bat schmeichelnd: ^Bevzech mir. Liebster, daß ich dir doS getan Habel fi.w dsn ,a auch nur das Süerkzoug in der Hand anderer, dre hinter mir stehen. Und ich konnte nicht zu dir reden, ich ^nnte dir nichts verraten! Ich liebte dich
?wd wollte dich^mchtvevlierenl Teslwlb alloin .schwieg
trt >! — Waren wir früher fortgegangen, wäre alles gui geworden und du hattest nie etwas davon erfahren! Aber^lch fühlte mich ölen zu sichrer. Das war unser Un- gluck.
Nichts sagte er, kein Wort. Mit starrem Blick saß er da, wie abwesend.
Sie ader snhr,erregt wrt: „Ermanne dich, Kurt! B.-vglß alles! Wir fliehen! Wir beainnen drüben in Amerika ein neues Leben! Unsere Liebe ist ja so stark. M.wir darüber fortkvmmen werden! Kontu,. kanmn,
SlSf* sr> amt Wir sühnen unsere
Schuld! Nur komm, laß uns schnell fliehen!"
Noch .meiner antwortete er nicht. Starr, wie leblos schien er.
Urvdvon'« 6 t f|e f^ontlich: „So erbarme idich doch Geliebter! Komm, komm! Die Zeit dränat rmssen eilen! Schon rrorgen abend geht da» Dampfschiff von Marseille ab! Komm, komm! In einer Stunde gcht der Zug. Wir müssen mit fort!"
Da erwachte er aus seiner Lethargie.
„Noin, wir 'haben nichts nrehr initeinander gemein. Hier trennen sich unsere Woge."
„Kurt", schrie sie ans, „Kurt, ich beschwöre bich, verlaß mich nicht! Es gibt ein Unglück, Kurt."
„Tu was du nicht lassen kaunsi", entgegnete er kalt und stieß sie zurück.
if r^° ^ Wickel So also ist die deutsch« Liebe!? Hohnend lachte sie.
Da donnerte er sie am „Schweig, Du Ehrlose! Lüchen?" E 'bws reme Wort mit deinen unreinen
