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Sonntag, 16. aprü 1916 ,

Morgen - Ausgabe.

Lin großes Lustkamps über Tschernowitz.

Italienische Angriffe abgewiesen. Heftige Beschießung des Col di Sana durch die Italiener.

Österreichisch-ungarischer Tagesbericht

W. T\-B. Me« 15 April. (NrchtLmtkch.) Amtlich verlautet vom 15. April, mittags:

Russischer Kriegsschauplatz.

Gestern nach 5 Uhr früh erschienen 7 feindliche Flug­zeuge, darunter 4 Kampfflieger, über Tschernowitz und den Bahnanlagen nördlich der Staat. Zur Abwehr st-egen emige unserer Flugzeuge auf, denen es nach zwerftundlgem, über Tschernowitz sich abspieleu- den Luftkampfe gelang, einen feindlichen Kampf­flieger auf 30 Schutt abzuschlesten. Das feindliche Ge­schwader. fluchtete Das. g c t r o f f e n e Flugzeug landete im Sturzfluge be, Bo,an zwischen der russischen und unserer Linie und wurde durch unser Gcschützsener vernichtet. Der feindliche Besuchter ist tot. Un­sere Flugzeuge kehrten unversehrt zurück.

Sonst verlief der gestrige Tag sowohl in Ostgalizien als auch m den anderen Abschnitte« nuferer Nordost- sront verhaltmsmaßrg ruhig.

Italienischer Kriegsschauplatz.

^ S diesen unsere Truppen neuer­liche Angriffe des Feindes auf die gewonnene Vorstel­lung ab. P l o ck c n a b s ch »i t t waren die Minen- wrrser heute nacht in lebhafter Tätigkeit. Die Spitze r 1- °J $2 Lana Wird von den Italienern andauernd heftig beschossen. Feindliche A«nähernugsdersuche im Suganaabschnitt wurden abgewiesen.

Südöstlicher Kriegsschauplatz.

Unverändert ruhig.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: v. Hofer, Feldmarschalleutnant.

vir Lage im Westen.

Räumung Dünkirchens.

Br. Amsterdam, 15. April. (Eig. Drahtbericht. Kens Bln 1 Dunkln ist, wie derTelegraaf" berichtet, von d» Z i v i i bevolkerung größtenteils geräumt. Die Be­wohner der mn meisten gefährdeten Vorstädte sind in die Festung gefluchtet. Bei dem letzten Lustangriff auf die Festung, der m der Nacht zum 3. April erfolgte, glückte es den Deutschen, zwei Bomben in die Nähe der Station zu lancic-

fitere Bomben fielen in dem Zentrum der 9 ^»der. Im ganzen explodierten acht Bomben. X rete Wurden zerstört. Die zurückgebliebene Be­

völkerung schlaft tn den Kellern, deren Luken auf amtliche

£rt\ri' S °ff en e®^ flrten "^rden müssen, um bei Alarm sofort Flüchtlinge aufnehmen zu können. In den lebten Ta-en dröhnte wieder heftiger Kanonendonner au, Ipern herüber.

Schnellere Bergung der Verwundeten.

Erfolgreiche Bemühungen des Königs von Spanien

<rr *f i8 'rw Apvil. (Serif. Bln.) Me derTemps"' aus Madrid mcndet, hat sich König Alfons tsieMaphisch an di« ^Häupter aller kriegführenden Staaten mit dem Ersucht S^andt. zu prüfen, ob nicht zwischen den Kriegführenden ein Meremkomm-n getroffen werden kann, »

Unlb Rote-Kreuz-Mitgtieder die auf den Schlackü- 8^ hy&m gebköbene.i Derwundeten zu Wissen Sturen können. Alle Staate,? Len L geLZ Gdergt, den Borschlag tu Erwägung zu ziehen, ^

Kartell- und Syndikatspolitik in Frankreich

lZe-ff. Mn.) Ter Korrespondent des h oau^ Del-egrLph rnsHdet cvus P.arrs, bafo die '

^ « rfte Konferenz abhielt, betreffs einer ^Etell- und Shndikatspolitik. Fabrikanten, Kaufleute und GroLund- Ewesend. Die Kommission beschlvß^sich in

s^ die wirffchaftliche und einen

m bie puristische Seite der zu behandelten Fragen

^ine sranzösisllze Verfügung zur Londoner Deklaration.

^ Paris, 15. April. (Nichtamtlich. Drahtüericht) bem veröffentlicht eine ergänzende Veffüguna zu

^EÄaffe vom 6. Nvvembei: 191_4 überdie StaS?^ stcht ^erfugung wird von einem Be-

m dem es heißt, daß es der Entente und

Alliierten notwendig erschienen sei, die der Beschlaa-

;bie einzige Taffache ih^r Mminung genauer festzustellen und die Wegnahme der «iiZchsfrfaufceri, ble einem nicht blockierte,, .pasen für

utockierten Hafen bestimmte Waren befördern.

Oer Krieg gegen England.

Keine Entscheidung in der Rekrutierungs frage.

Das wichtige Schiffsraumprablem.

I'-'®- London, 15. April. (Nichtamtlich. Dwahtbericht.) Daily Chvoniole" meldet, daß gestern ein wichtiger Kab i netts r a t stattgefunden hat, um hauptsächlich die Rekruti-erungHftqge zu besprechen. Man gelangte zn keiner Entscheidung.

. ^Süait schreibt: Die Frage der allgemeinen Dienst- pflicht wunde vollkommen in den Schatten gestellt durch das unchstgere Problem Schiffsraum. Die Taffache kann nicht weggeleugnet werden, daß in den letztei, drei Wochen die deutschen Unterseeboote unserer HandÄsflwtte ernsten Mbruch getan haben. Aber die Hauptursache für den Mangel an Schiffsraum sind die großen Ansprüche, welche >die zahlreichen iiberseeischen Transporte stellen. Das Heer geht mit den requirierten Schiffen etwas verschwenderisch um. Das Kabinett verlangt größere Lkonomie auf diesem Gebi>ete. Aber wenn das auch dazu beitragen wird, die Lage zu bec- beffern, so brauchen wir doch, um den Verlust durch die Ab­nützung gutzumachen und den sich stetig steigernden Ansprüchen zu genügen, ein ausgedehntes Sch i f fs ba u p r o- g r a^m m. An mehr als hunldert Handelsschiffen auf unseren Wersten wurde monatelang nicht gearbeitet, weil keine Arbeitskräfte verfügbar waren. Das Kabinett ist fest ent­schlossen, diese Schiffe ferffgzustellen und dafür die nötigen Arbeitskräfte aufzutreiben.

Asquiths Schöntuerei beim Papst.

Berlin, 16. April. (Zeiff. Mn.) DieVoss. Ztg." meldet aus London, ^datz Asquiths Äußerungen im Vatikan großes Aussehen ervegtM, weil er dem Papst versprach, jedes Angebot, .das den Frieden fordere, von englischer Seite aus zu u n t e r st ü tz e n. Die Reden, die er nach feiner Rückk.ehr aus Rom hielt und in denen er sofort wieder ausdrücklich betonte, keinen Frieden zu schließen, «he Deuffchland ver­nichtet sei, erregen in Rom Berwumdevung.

Der Dampfer mit dem neuen Bizekönia von Indien von einem deutschen U-Boot angegriffen?

W.T.-B. Amsterdam, 15. April. (Nichtamtlich. Drahtbe- richt.) Die LondonerTimes" will aus guter Quelle erfahren ho.hen, daß der Dampfer, mst dem der neue MzÄönig von Indien, Lord Ehelmsford, mit feiner Familie sich nach Indien begab, von einem deutschen lluterseeboot anasgrifsen wurde. Der Skngriff sei erfolglos gewesen.

vie Lreigniss« auf de« valkan.

Der erste serbische Truppentransport vor Saloniki.

W. T.-B. Bern, 15. April. (Nichtamtlich. Drahtbericht.) Nach einer Meldung desSecolo" aus Saloniki ist dort der erste serbische Truppentransport auf zwei Dampfern, welche vor Kara-Burun ankerten, angekommen. Die Aus­schiffung erfolgt nach Anordnung des Generals Sarrail erst in einigen Tagen.

Eine Absage der griechischen Regierung an die Alliierten.

^ ^ riL ^cnf. Bln.) DasB. T." meldet aus

Stockholm: Nach etraer Meldung aus Athen hat die griechische Regierung das Ansuchen der Alliierten, betvessend Errichtung einer Beobachtungsstation auf Kap Sunion (Südkap von Attika) abgelehnt.

Uneingeschränktes Lob der Bethmannrede in Griechenland.

Athen, 14. April. Die setzt in vollem Wortlaut vor­liegende Rode des Reichskanzlers findet bei allen nicht vor- emgeriammenen Müttern uneingeschränktes ^ob tbnd freudige Zusttmmung. Die Rede, so sagt ^ach derFrff. Ztg.".Aphinai", sei durchweht von einem Maub-m der die Aussprache von Wahrheiten und Zusicherungen zum Rahmen habe und die lebhafte Aufmerffamikoit der neutrale Staaten auf sich zöge. Man sehe ein, daß in Deuffchland eine andere Auffassung von den Rechten der Neutralen herrsche als bei der gegnerischen Gruppe. Die Aufhebung jedes inter- rationalen Rechtes durch .den Vierverband, die Berweigerun« .des Rechtes der Neutralen, ihre Angelegeuheiten selbst nach eigen-em Gutdünken zu regeln, die Ausübung einer drücken­den Handelsblockade, der Einfall in die Grenzen eines unabhängigen Landes hätten in .der deutschen Diplomatie kein Beispiel. Die kleinen Nmhbafftaaten des Deutschen Rewhes lebten inmitten des Weltkrieges in Ruhe uüd Frieden. Die Versicherung des Reichskanzlers, daß Bel­gien und Polen künftig ein freies Leben Vorbehalten sei, und daß die Achtung der Nationalitäten die Art des Friedens be. sti-lmnen werde, bilde eine Ermutigung der kleinen Völker,. die mit Bangen nicht so sehr die Gefahren des gegeiwartigen Krieges als die sich 'daraus ergebenden Folgen und die Umgestaltung der Karte Europas vor Augen hätten.

^ re Erklärungen Bethmanns, die mit den bisherigen Hand- -lungen frex deutschen DrplL»miatie i^eg>en dile yieutxalen zu- jommensielen, seien von außerordentlichem Interesse auch für GrieckxiNland, das von ihnen Kenntnis nehme als Zusiche-

Nr. 181. . 64. Jahrgang.

rungen, die vor der ganzen Welt von dem bisher siegreichen Deuffchen Reich gegeben würden. Da nach der deuffchen Auf­fassung dieser Krieg um Haus und Mar gehe, dürften die kleinen Völker Haffen, daß nach Schluß des Krieges die Ver­sprechungen des Reichskanzlers ihre Erfüllung finden würden.

Der ttrieg gegen Italien.

Nene Spaltung zwischen ber italienischen Regierung und den Kriegsparteie».

Lugano, 15. April. (.Zens. Mn.) Die Kamimersitzimg vom Donnerstag brachte anläßlich der von Salandra scharf abge­lehnten Enffchließung der Sozialisten zugunsten einer so­fortigen Regelung der Lage der Privatbeamten durch einen sofortigen Erlaß der Regierung eine neue Spaltung zwischen der Regi>evung und den Kriegsparteien, da nach mancheu Zwischenfällen, tvddurch namentlich der kriegsfreundliche Radikale Girefti stürmische Tumulte der SozraLffte« provozierte, bei Abstimmung über die Entschließung außer den SMalisten und Nationalisten auch die kriegKsreundliche» Refovnffozialfften und viele Radikale und Kacholiken gegen die ^Regierung stimmten, die aber trotzdem mit 386 gegen 78 Stimmen ihren Willen durchsetzte. Die Presse glaubt nicht, daß der Zwischonsall dieser ?lbstimmuug die Gesamtlage bei der Beratung der auswärtigen Politik beeinflussen werde, be­klagt jedoch die zunehmende Berwivrung in der Lag« zwischen der Regierung und den Kriegsparteien.

Lsterreichisch-unsarische Prisen.

W. T.-B. Wien, 15. April. (Nichtamtlich.) Das Normal- Verordnungsblatt für die österreichffch-ung>arifche Marine ver- öffentlicht zwei Urteile des Prisengerichts in Pola, nach denen der albanesische MvtoffeglerFlore Albania" mit seiner gesamten Ladung eingezagen worden ist, und der italie­nische MotorseglerUnione" mit Ladung einzuziehen ist und die Zerstörung von Schiff und Ladung geDschtfmiigt war.

ver ttrieg gegen Nutzland.

Russischer Angriffspesehl.

Ein Dokument für dieAnfeuerung" der ruffische» Infanterie.

W. T.-B. Berlin, 15. April. (Nichtamtlich. Drahtbericht.) Nachstehender Befehl ist im Original bei einem gefangenen russischen Offizier gefunden worden. Er wurde vor Beginn der inzwischen gescheiterten letzten russischen Offen, s i v e erlassen und ist ein neuer Beweis dafür, welche Mittel die russische Führung anwenden muß, um die Infanterie cm den Feind heranzubringen:

Telegramm.

An den Kommandeur des 27. Armeekorps.

Ausgenommen am 3./16. März 1916.

Dringend geheim.

Ich übergebe wörtlich ein Telegramm des Komman­deurs II zur strikten Ausführung.

Budslaw, 2 Uhr 40 morgens. Operativ.

Ich befehle für die bevorstehende Operation folgendes ,ur Richffchnur zu nehgnen:

1. Di« artilleristische Vorbereitung fängt bei Tagesgrauen an der ganzen Front an und erreicht das verlangte Resultat, so daß die Infanterie lange vor Anbruch der Dunkelheft die effte Linie des Gegners nehmen kann.

2. Bei Beginn des Sturmes ist das Artilleriefeuer hinter die effte Linie der Schützengraben des Feindes zu verlegen.

darf keine Pause im Artilleriefeuer eintreten.

3. Zwecks Zerstörung und Befesffgung der Hindernisse sind alle möglichen Mittel anzuwenden: Miuenwerfer, Vom- benweffer, Maschinengewehre. Handgranaten, Segeltuch­matten, ungestreckte Pyroxilin-Sprengladungen.

4. Möglichst nahe der vorderen Stellung Entlader für Patronen, Draht, spanischer Reiter, Säcke, Telephondrähte usw. zu errichten.

5. Rach Emnahme der Gräben des Gegners dürfen sich die Angreifenden nicht aufhalten lassen. Ein Durchbruch ver­trägt keine Unterbrechung.

6. Die Artillerie hat alle Dcaßregeln zu treffen, damit ein Schießen aus eigene Truppen vermieden wird. Hierin liegt die ganze Stärke des Zusammenwirkens der Infanterie mit der Artillerie.

7. Den Truppen ist einzuprägen, daß die Reserven und die Artillerie auf sie das Feuer eröffnen, falls die An­greifenden versuchen sollten, sichgefangenzugeben.

8. Alle an den Fingern verwundete oder Selbstversffim- melte find in die Schlacht zurückzuführen.

9. Die Polizei hat sorgfältig aus alle rückwärtigen Weg« zu achten, damit kein gesunder Mann durch ihre Posten durchkommt.

10. Nach dem Empfang dieses fft alles zwecklose Schießen, sowohl mit Gewehren als auch durch die Artillerie zu ver­meiden. Man beschränke sich nur auf das Einschießen mit der Artillerie aus besonders wichtige und günstige Ziele.

11. Jeder Kommandeur, bis zum Abteilungsführer ein­schließlich, hat zwei bis drei Stellvertreter zu bestimmen.

12. Jeder bis zum Soldaten mutz seine HandlungSweffe kennen.

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