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Der Krieg gegen England.
Sm Opfer unserer U-Boote.
W. T.-B. Lond»n, 15. April. (Nichtamtlich.) Nach einer Meldung aus Palmas nahm der spanische Dampfer „Malorca" i28 Schiffbrüchige des englischen Dampfers „Oral“ auf, der :*•*< eine« deutschen Unterseeboot versenkt worden war. — Lloyds meldet: Der Dampfer „Ohio" ist von einem Unter- lseebaat »erseakt worden. Ein Teil der Besatzung ist gelandet.
Der englische Kabinettsrat und die ' allgemeine Dienstpflicht.
, F. Rotterdam, 15. April. (Zeus. Bin. Sonder- Msgramm.) ^ Wie -der „Star" erfährt, sprach sich im gestrig«, Kivbinettsrat die Mehrheit gegen einen allgemeinen Dienstzwang aus, doch weriden osie. üie Äas 18. Lebensjahr erreichen, airfg-eruftn. Im Kabinettsrat, der stürmisch verlief, verwarfen Lloyd George, McKenna und Runciman die Einführung der «Nveiderten Dienstpflicht. Asquith sah sich ge- nötigt, rm Interesse der Erhaltung des Kabinetts nachzugeben.
Ein Antrag für allgemeine Dienstpflicht auch im Oberhause.
W.T.-B. Rotterdam. 14. April. (Nichtamtlich.) Der »Rotterd. ©ouirant" mefoei aus London: Lord Miln« hat im Oiberhcxuft ^denselben Antrag auf Eirxführung der allgemeinen Dreriftpflicht eingebracht wie C-arson im Untvrhaufe. Es soll Dienstag darüb« beraten werden.
Berurteilnng englischer Gewerkschaftsführer.
Vf. T.-B. Edinburgh, 15. April. (Nichtamtlich. Reuter.) Der Präsideni des Arbeiterverbcmdes des Clyde Wvrkers Cenmnittse i»ü> der Redakteur derZeituny „Wörter", deSBlattes dieses Verbandes, wurden wegen Bervsientlichurog aufrührerisch« Artikel zu je 12 Monaten, der Administrator desselben .Mattes zu 3 Monaten Gefängnis verurteilt.
Ein englischer Dampfer überfällig.
Haag, 15. April. (Zeus. Bln.) „Daily Mail" meldet: In Schiffabrtskieisen herrscht Besorgnis lvegen des Schicksals des englischen Dampfers „Alarcrith", 3010 Tonnen, der am 29. Mürz Havre verließ. Seitdem hat man nichts mehr von Mm gehört.
Neues englisches Ausfuhrverbot.
W. T.-B. London, 15. April. (Nichtamtlich. Drahtbericht.) »London Gazette" meldet: Die Ausfuhr von Seife urid verschiedenen Sichlwaren ist gänzlich verboten worden. Di« Ausfuhr von Asphalt und Petroleum nach den europäischen Ländern, außer Frankreich, Rußland, Italien, Spanien und Portugal, ist verboten worden.
Der Fall des holländischen Dampfers „Alwina" vor dem englischen Prisengericht.
W. T.- B. London, 14. Avril. (Nichtamtlich. Drahtbericht.) Reuter meldet: Bor dem Prisengericht ist di« Unter- suchung über den Fall des holländischen Dampfers „A l w! n a", der auf der Rückkehr von ein« Reise aufgebracht winde, während der er vermutlich feindliche Schiffe versorgte cder zu versorgen s'rchte, geschlossen worden. Der Anwalt für den Eigentümer Depoorter aus Rotterdam führte aus, das Schiff hätte nicht deshalb auf der Rückkehr von seiner Reise beschlagnahmt werden können, weil es aus der vorhergehenden Reis« Bannware geführt hätte. Der Kvouanwalt führte aus, dies sei kein Fall von Bannware, sondern der Fall einer Handlung, in dem die „Alwina" sich direkt an den Feindseligkeiten beteiligt hätte. Sie müßte daher als feind- liches Schiff behandelt werden. Das Gerichtshof verschob sein Urteil.
vor Krieg gegen Kutzland.
Die Auslandsreise der russischen Duma.
Abneigung gegen Italien.
8. Stockholm, 15. April. (Eist. Dvähibericht. Zenff. Bin. Tslegnamm unseres Sonderberichterstatters.)
Unterhaltungstell.
Konzert.
Das 3. Kammerkonzert des Kurhauses fand gestern im großen Saal statt: waren doch diesmal vermehrte Jnftrumentalkräfte und überdem ein stattlicher Frauenchor zur Mitwirkung aufgeboten. In Vertrettmg des Herrn Schuricht hatte Herr HanS WeiSbach die Einstudierung des Chors übernommen und all die jungen und — jüngeren Damen zu überraschend glänzender Stimmentfaltung und sinngemäßem Bortrag angeleitet. Es galt auch diesmal wieder die Vorführung von Kompositionen eines alten hoch- berühmten — jetzt seltener gehörten Meisters: Heinrich
Schütz. Seine Hauptschaffensperiode fällt in die Zeit des dreißigjährigen Kriegs: allen Stürmen zum Trotz wußte er sich nicht nur als ein Musiker von unumschränkter, genialer Meisterschaft durchzusetzen, sondern glänzte auch als Gelehrter und Dicht« und war an allen Füstenhöfen gern gesehen. „Im großartigen Auftürmen vokaler und instrumentaler Mittel steht er unerreicht, doch mehr noch als das Imposante, Weitstrahlende ist Innigkeit und Tiefsinn seiner Natur gemäß" — so rühmen ihn seine Biographen. Zwei Motetten, die mehr dies« zarteren Empfindungssphäre zuneigen, bekam«, wir gestern zu hören. Schütz war selbst der Ansicht, -sie seien zwar eigentlich für den Gottesdienst bestimmt, könnten aber sehr wohl auch „in Zimmern" aufgeführt wer- iden. Die kunstvoll geformten polyphonen Stücke strahlen ,reiche Gefühlswärme aus und wecken unwillkürlich religiöse !Erbauung: „Ich ruf' zu dir, o Jesu Christ" — wie aus
HerzenSttefen entsprossen; „Weib, was weinest du" — von schmrer, tröstlicher Stimmung durchweht, und — z. B. bei pen Worten „ich fahre auf" — von kühner Tonmalerei. Die Dewigenhafte und liebevolle Wiedergabe seitens des Chors
Wiesbadener Tagblatt.
Don den Dirmamitglisdern wunde -das Programm ihrer Auslandsreise eifrig diskutiert, (wobei die Meinungs- Verschiedenheiten zu skandalösen Streitigkeiten führten. Millfuikaw befürwortete besonders eine Weiterreise nach Rom, wogegen Mankoff leibhaft Einspruch erhob. Er wende.keinesfalls das verjudete italienische M i n i st e r i u m mit besuchen. Die italienischen Minister seien seinem innersten Empfinden widerwärtig. Eine Annäherung Zwischen Rußland und Italien lei durchaus unwünschenswert. Falls die übrigen Ad- geovdneten nach Italien 'fahren, wird er allein zurückkehren. — Das Duimcibureau verbreitet in der Petersburger Presse die dreiste Lüge, daß die schwedische Regierung anläßlich der Stockholmer Durchreise der 1- geordneten eine Ehrung derselben plane. Die russischen Blätter sprechen daher bereits von einem Umschwung der schwedischen Politik. Wie ich aus hiesiger Lutoritativer Quelle erfabre, ist daran kein wahres Wort. Die Dumamitglieder werden in Stockholm ausschließlich als Privatleute verbleiben und jede poli- tischeAgitation wird ausbleiben. Ausschließlich russophile Kreise werden die Golegenhait wahrnckhmen, durch de- inütige unterwürfige Beweise den Grad ihres eigenen Nationalomipfindens darzutun.
Die russischen Schikanen gegen die Polen.
8. Stockholm, 15. April. (Eiq. Drahtbericht. Jens. Bln. Telegramm unseres Sonderberichterstatters.) Der Dizegiouverneur von Tomsk untersagte einen Vortrag Garuschewitschs über die Vaterlandsliebe, weil er in polnischer Sprache geplant war. Noch Anweisung des Innenministers sind nämlich öffentliche polnische Vorträge nicht gestattet. Ein neuer Beitrag für die SchMmm Rußlands gegen die Polen.
Der Krieg gegen Italien.
Tittoni in Rom.
Vf. T.-B. Bern, 14. April. (Nichtamtlich. Dvcchtbericht.) Noch Mailänder Blättern fit der italienische Botschafter in Paris, Tittoni, gestern in Turin eingetroffen und sofort noch Rom welteryevefit.
Ein italienisches Segelschiff vernichtet.
Vf. T.-B. Mailand, 15. April. (Nichtamtlich.) Nach einer Meldung des „Secolo" aus Florenz benachrichtigte das Marinemimsterium den Eigentüm« des Segelschiffes „G i u - seppe Padre", daß das Schiff beim Kap Bon torpediert sei.
Italienisches Getreideausfuhrverbot.
W. T.-B. Mailand, 15. April. (Nichtamtlich.) Die Blätter deröffenttichen eine Verordnung des Präfekten, noch der kein Getreide aus der Provinz Mailand ansgesührt werden darf, da die Vorräte für den Bedarf der Bevölkerung kaum genügen.
Aus der italienischen Kammer.
Vf. T.-B. Rom, 15. April. (Nichtamtlich. Drahtbericht. Agenzia Stefan i.) Cesare C o I o n n a sagte in der Kammer, die ErMrunge, S o n n i n o s werden vom Lande mit ll n - geduld erwartet. Dieses wartet besorgt au, die Mttteitungen der Ergebnisse der Pariser Konferenz, welche das ElnVer- nehmen Mischen den Mächten des Merverbandes enger knüpfen wird. Unsere Alliierten müssen künftig davon über- zeugt sein, daß Italien in den Krieg ohne Einschränkungen, ohne Vorbehalt und ohne Zögern eingetreten fit. Es genügt, daran zu erinnern, daß, als wir in den Kamps eintvaten, Rußland in den Karpathen sich im Rückzüge befand. Colonna hob das Vorgehen Italiens zur Rettung bei serbischen Armee hervor und betonte, daß Italien Griechenland gegenüber in der epirottschen Frage Beweise von d« Aufrichtigkeit seiner Absichten gegeben Hobe. Er sagte, « wünsche, daß die Politik Italiens und des Vierverbandes im Orient entschlossen vergehe. Die einzige politische Haltung, die einen dauerhaften Frieden gewährleisten könne, sei diejenige, die auf der Achtung der Nationalitäten begründet sei. Zum Schluß sprach « den Wunsch aus, daß das sehr überreich vergossene Mut die Völker schützen und ihnen Unterpfänder für einen d a u e r - haften Frieden 'gewähren möge, der sich aus der Achtung d« Nationalitäten und der Heiligkeit der Völkerrechte gründe. (Lebhafter Beifall.) — Gasparotto «klärte, daß der Merverband, da er für die Achtung des Nationalitätsprinzips kämpfe, sich für die Wiederherstellung Polens und Armeniens eiNietzen müsse, die nach so langen Martern toiiab« zu nationaler Würde erstehen würden. Gasparotto
tat das Ihrige, um die beiden Motetten zur rechten Wirkung zu bringen.
Auch die spät« folgenden neu«en Chorlieder hatten sich einer sehr fein abgestimmten Ausführung zu erfteuen. ES waren drei Nummern aus den „Gesängen für Frauenchor mit Begleitung von zwei Hörnern und Harfe" von Joh. Brahms. Zartromantische Empfindungen enthüllte das erste: „Es tönt ein Harfenklang'; fast fremdartig berührte das Lied des Narren aus „Was ihr wollt" von Shakespeare: „Komm' herbei, Tod"; und einschmeichelnd Eichendorffs: „Wohin ich geh' und schaue" mit dem herzerfrischenden Schlußreftain. Die Klangwirkung — die Frauenstimmen in Verbindung mit den glitzernden Arabesken der Harfe (Herr Günther) und den warmen wohligen Tönen der Hörner (Herren Kraft und Böhm) — erschien unendlich reizvoll. Sehr hübsch gelang den fleißigen Choristtnnen dann noch das „Ständchen" von F. Schubert mit dem von Lilly Haas verführerisch gesungenen Altsolo: es ist und bleibt ein kleines, Meisterwerk an Zierlichkeit und Grazie, und forderte zu stürmischem Beifall heraus, so daß ein „Dakapo" unvermeidlich war.
Mit „Sologesängen für Baß" (von Herrn Weisbach am Klavier begleitet) führte sich Herr Karl R e h f u ß (aus Frankfurt) recht günstig hier ein. Sein zwar ein wenig trockenes Organ ist von jugendlicher, übrigens durchaus bari- tonaler Färbung und im ganzen wohlgeschult. Unter den vielen Liedern von Haydn bis auf Hugo Wolf gab es manch Gelungenes: besonders gefielen die mehr heiter gestimmten Stücke wie Beethovens „Mit Mädeln sich vertragen", wo denn Herr Rehfuß nicht ohne kecken Humor zugriff.
Noch ein älterer, schon halb vergessener Meister gelangte gestern zu Ehren: Gottfried Stölzel, der hauptsächlich als Opernkomponist zu Anfang des 18. Jahrhunderts vielgefeiert war. Doch schrieb er auch zahlreiche Kirchenmusiken, ©in»
Samstag, 15. April 1»1« Nr. 180.
geißelte die schlechte Behandlung d« Kriegsgefangenen ft»ten> der Mittelmächte und die von Österreich>Ungmm an da» Eigentum italienisch« Untertanen und an den österreuhifch« Untertanen ttoili«nisch« Abitcanmaing geübte Erpoesftu». forderte als Veryollungsmaßnaftne die Beschtag m ch-n« de» feindlichen Eigentums. (Lebhaft« Beifall.) — Ca rott de- gründete eine Tagesordnung, welche eine t tej a nn hoc Ao» sirlarovganfiattou fordert.
Die Ereignisse auf dem Balftan.
Griechenlands Widerstand gegen die nene» Zumutungen.
Berlin, 15. Apvil. (Jens. Hn.) Aus Athen wird dem „B. L.-A." umt« dem 13. d. M. berichtet: Die politische Lage ist unverändert. Die Entente hat, da SkuiudiS «klärte, nicht eurrnoL im Prinzip üb« eine etwaige Besetzung der Efienbabnen Patvas-Athen und Athen-Larissa durch sie Entente in eine Diskussion eintretvn zu wollen, von neuen Schritten abgesehen. Die Einteutekreifen ncchest-ebenüe lVenigolospresse läßt vevlautbaren, daß die Entente von ihre« Vorhaben anyesichtZ d« starken griechischen Opposition ab» sehen werde. Die Presse betont fast einstimmrig, daß ®rie» chenland, falls es weiter als fteie Nation gelten wolle, mit jedem Mittel, wenn nötig mit Gewalt, jeden V«such einer militävifchen Besetzung im Innern Griechenlands obwoftea müsse-
Eine neue Bedrohung Griechenlands durch die Entente.
Br. Zürich, 15. April. (Eip. Drähtbericht. Zens. Bln.) Der schwsiseriisckiM Lslepmpihoni-nsornratio« toitib <ms Alchen berichtet: Die Entente fordert endgültig die Fvsigäbe der bisher veaveiggrten Passage Lurch (den 5&mal von Korinth für den Transport «der serbischen Armee nach DäloniL und droht anderrufallS mit schärfftsn Repressalien.
Weitere Drangsalierungen Griechenlands.
W. T.-B. Köln, 16. April (Nichtamtlich.) Die Jiöln. Ztg." meldet aus Athen vom 13. d. M: Das Foreign Office bockte dem griechischen G^lsrndten in London mit, daß die englische Regierung angesichts d« Unmöglichkeit, allen dringenden Wünschen nach Kohlen nachzukommen, sich genötigt sehe, diejenigen Dampf« zu bevorzugen, welche für England und seine Verbündeten vorteilhafte Fahrten ausfühlten. Trotzdem England den Wunsch habe, d« griechfichen Harldelsflotte jede Erleichib«ung zu gewähren, bedauere es doch, Kohlen- lief«ungen an Schifft, die nicht mit Rückfrachten nach England zurückkehven, allgemein e i n st e l l e n zu müssen. — Nach Saloniki« Meldungen entfernten die Miftrten zwangsweise alle griechischen Gendarmen aus den Dörfern an d« Grenze. Sie entwaffnen sie unt« den Augen d« Bevölkerung und schieben sie unt« Bedeckung nach dem Innern Mazedoniens ab. Dft Regi«ung hat dft Rückkehr der Gendarmen von d« Grenze nach Sa^loniki angeordnet.
Das Artillerieduell vor Gewgeli.
Vf. T.-B. Saloniki, 15. April. (Nichtamtlich. Reuter.) Das Artillsricrduell im AH schnitt Gowgoli-Doi van fit Wied« ausgenommen worden. 20 französische Flugzeug« warfen am 13. d. M-, -morgens, 150 Bomben auf tue ftindlichen Stellungen bei Padgoritza, östlich Gewgeli. Alle Flugzeuge sind wohlbehalten zurückgekehrt.
Italienische Truppenverschiebungen an der griechischen Grenze.
Ein italienisches Flugzeug von den Griechen abzeschoffen!
Nr. Athen, 14. April. (!Eig. Dra>htb«icht. Jens. Bln.) Aus dem Nordepirus wird gemeldet, daß gvötze« Truppenvwschiebungen d« Italiener an d« griecftschen Grenze beobachtet wurden. Dft Italien« leuchten mit großen Scheinwels«n dft griechische Postenkette ab, die weithin verstärkt wurde. Auch dft Tätigkeit der ibakiernschen Flugzeuge nimmt zu. Wie d« B«ichierstatt« der „Voss. Ztg." privat von d« griechilsch-olbanifchen Grenz« «fährt, fit ein italionfiches Flugze.ig, das bei einem Fluge m der Räh« von Chimarra auf ftulienfich-albanfichiem Gebiet abstürzt«, von den-griechfichen Grenzposten abgeschofsen worden, als aS wftdsr einmal, trotz jedesmal erfolgt« Beschftßung, sein« Flüge über griechifches Gebiet ausdehnte. Noch anderen Nachrichten sind weitere 3000 Italiener an d« grft, chfiche Grenze in die Gegend von Depeleni geschafft worden, während gleichzeitig in Valona neue Landungen stattffnden.
fonien, Serenaden und „Tafelmusiken", wie sie damals bei den „Großen" beliebt waren. Eine Probe der weltlichen Richtung- seines Schaffens gab uns das gestern gehörte „Ooncerto grosso". Es verlangt, anspruchsvoller als seine altitalienischen Vorbilder, einen ziemlich großen Instrumental-Apparat: Zwei Klaviere, zwei Trompetenchöre, geteiltes Streichorchester und einen Holzbläserchor. Einer „Ouvertüre" folgt ein „Adagio" von edlem Pathos als Einleitung zu dem vielgestaltigen Schluß-„Allegro". Die Komposition, klar und monumental in der Anlage, ist in den beiden Ecksätzen von festlich-prunkender Klangwirkung, dabei voll lebendiger orchestraler Einzelzüge: namentlich die bis in schwindelnd« Höhen sich versteigenden Trompeten-Koloraturen mußten — zumal bei so virtuoser Ausführung —7 Staunen erregen. DaS Kurorchesier (am Klavi« die Herren Petersen und Weisbach) übertraf sich selbst. Herr Musikdirektor Schuricht hielt das Enftmble fest und sicher in der Hand, und sein feinkünstlerisches Empfinden machte sich allenthalben segensreich bemerkbar. Er durste zum Schluß für di« Wiedergabe und zugleich für die ganze Einrichtung und Durchführung der so schnell beliebt gewordenen „Kammerkonzerte" den allseitigen Dank' des Publikums entgegennehmen. O. IX
Nus Kunst und Leben.
* GoSwina v. Berlepsch ß. Die am 11. April in Wien im Alter von 71 Jahren verstorbene Schweizer Schriftstellerin Goswina v. Berlepsch. Ehrenbürgerin der Stadt Zürich, wird in Zittau eingeäschert. Sie entstammt einer uralten deutschen Familie. Das Emigrantenschicksal, das Anno 1848 Tausende deutscher Familien südlich über die Grenze des Rheins trieb, machte auch sie, die 1845 in Erfurt geboren worden war, zur Schweizerin. Vom klugen Geist des Vaters gelenkt, v«- lebte Goswina v. Berlepsch in einem harmonischen geistvollen Freunde skr e i s in St. Gallen und später in Zürich ciac jtfn*'
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