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Lamslagg 15. Kpril 191b.

Morgen-Ausgabe.

Nr. 179. . 64. Jahrgang.

Seschetterte stanzösijche und russische Vorstöße.

Oer Tagesbericht vom 14. Kpril.

W. T.-B. Großes Hauptquartier, 14. April. (AmEch.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Abgesehen von stellenweise lebhaften, im Maas­gebiet heftigen Feuerkämpfen ist nichts Wesent­liches zu berichten. Angriffsversuche auf dem linken Maasufer er starben unter unserem Artilleric- scuer schon in den Ausgangsgräbcn.

östlicher Kriegsschauplatz.

Bei der Heeresgruppe des Gencralfeldmarschalls v. Hindeuburg wurden in der Gegend von Gar- b u n o w k a (nordwestlich von Dünabnrg) und südlich des Narocz-Secs begrenzte feindliche Vorstöße blutig «bgewiese«. Ebenso blieben bei der Heeresgruppe des Gencralfeldmarschalls Prinz Leopold von Bayern Unternehmungen russischer Abteilungen gegen die Stellungen am Serwctsch nördlich von Zirien erfolglos.

Balkankriegsschauplatz.

Die gegnerische Artillerie tvar gestern östlich des Warda zeitweise lebhaft tätig. — In der Nacht vom 12. zum 13. April warfen feindliche Flieger er­folglos Bombe« auf Gievgieli und Bogorodiec, östlich davon. Oberste Heeresleitung.

Live neu« russische Gssenstve a« der besiarabischen Zront?

Österreichisch - ungarische Erfolge arn Mrzl Brh.- Mißlungene italienische Eroberungs­versuche. — Geräumte österreichisch - unga­rische Stellung.

Österreichisch-ungarischer Tagesbericht,

W. T.-B. Wien, 14. April. (Nichtamtlich.) Amtlich verlautet vom 14. April, mittags:

Russischer Kriegsschauplatz.

Gestern stand unsere Linie an der unteren S t r y p a, am D n i e st r und nordöstlich von Tschernowitz unter heftigem Geschützfeucr. In der Nacht kam es im Mündungswinkcl der unteren Strypa und südöstlich von B u c z a c z zu stärkeren Borseldkämpfen, die teil- -wrise noch fortdaucrn. Im südlichsten Teile des Gesichtsfeldes wurde die Besatzung einer vorgeschobenen Schanze in die Hauptstellung zurückgenommen. Nordöstlich von I a s l o w i e c drang der Feind gleich, falls in eine unserer Vorstellungen ein, wurde aber durch einen raschen Gegenangriff wieder hinaus­geworfen, wobei wir einen rnffischrn Offizier, drei Fähnriche und IW Mann gefangen nahmen. An der von Buczacz nach Czortkow führenden Straße bemächtigte sich ein österreichisch-ungarisches Strerfkommando durch Überfall einer russischen Vorposition. Auch gegen die Front der Armee Erzherzog Joseph Ferdinand entfaltete die feindliche Artillerie erhöhte Tätigkeit.

Italienischer Kriegsschauplatz.

Das beiderseitige Geschützfeucr wurde, soweit es die Sichtverhältnisse erlaubte», auch gestern fortgesetzt. Am Mrzl Brh bemächtigte« sich unsere Truppen einer Vorstellung und schlugen wiederholte Gegenangriffe unter schweren Verlusten der Italiener ab. Bei Flitsch und Pontebba nahm unsere Artillerie die feindlichen Stellungen unter kräftiges Feuer. An der Tiroler Front schritt der Feind an mehreren Stellen zum Angriff. Seine Versuche sich im S u g a n a- a b s ch n i t t unserer Stellung auf den Höhen beider­seits Novaledo zu bemächtigen, wurden abge- wiesen. An der Tonalestraße räumten un­sere Truppen heute nacht die Verteidigungsmauer süd- lich Speroue und setzten sich in der nächsten Stellung fest. Im Adamellogebiet besetzten Alpini den Grenzrücken Dosson di Genova. Südlich des Stilfser Joches scheiterte ein feindlicher Angriff auf de» Monte Scorlozzo.

Südöstlicher Kriegsschauplatz.

Unverändert.

Der Stellvertreter des Chefs des Gencralstab»:

p. Hofer. S,ld«ersch«IEnt>D,>l.

Oer Krieg gegen England.

Rücktritt der englischen Lnftschifsahrts- kommission.

Rotterdam, 14. April. (Jens. Mn.) Einig! ischen Marter- weldurdgen zufolge hat der M-msterprästdent die Demission der Lustschiffaihrtskairrmission angenommen. In der Kom­mission bsfanden sich Lord MrnMgne und ücwd Derby. Bis­her ist noch niemand an Stell« der Zurückgetvetenen ernannt worden.

Neues über ben Unlerseebootskrieg der Zentralmächte.

Riesenunterseeboote mit je 8 Geschützen und 4 Lancierrohren im Tyrrhenischen Meer.

Br. Basel, 14. April. (Gig. Drahtbericht. Jens. Bin.) Die „Basler Nachr." melden aus Paris: Aus einzelnen

Meldungen, die aus dem Bereich der französischen Küste, dem Atlantischen Ozean und dein Mittelmeer einlaufen, gewinnt man neue Angaben über den Unlerseebootskrieg der Zentralmcschte. Belgische Matrosen, die in Havre landeten, berichteten u. a., daß zwei englische Torpedoboote auf Minen liefen, als sie einem Dampfer zu Hilfe eilen woll­ten. Das Unterseeboot hatte in kürzester Zeit einen förm­lichen Minen kreis um die Torpedoboote gelegt, und ein drittes Torpedoboot mußte erst durch Feuer auf das Minenfeld sich eine Bresche schaffen, um die überlebenden der anderen Boote retten zu können. Eine andere Meldung besagt, daß die Unterseeboote vor allen französischen Hafen kreuzen und sogar mehrfach in die Mündung der Gironde eingefahren sind. Ein in Liffabon eingelaufener französischer Dampfer fing die drahtlosen Gespräche von vier Unterseebooten ab, die in der Nähe von Gibraltar miteinander ihre Erlrbnisse austauschten. Einer Meldung aus Genua zufolge wurden im Tyrrhenischen Meer Unterseeboote von 9 0 Meter Länge beobachtet, die 8 Ge­schütze und 4 Lancierrohre an Bord haben.

Ein weiterer Dampfer versenkt.

Zur Versenkung eines 10 V00-T»nnen-Dampfers.

W. T.-B. Barcelona, 14. April. (Nichtamtlich. Drahtbe- richt.) Havas meldet: Aus Palmas de Diiallsrca wird be­richtet: Das Schiss „Jaime II" fand unid nahm «in Röttungs- bcot mit Schiffbrüchigen des Dampfers „Bega" (2957 Brutto- Tegistertannenj, der von Bahia unterwegs war, auf. Di« „Bega" war einem Unterseeboot begegnet, das einen eng­lischen 10 OOV-Tonuendampfer und ein russisches Segelschiff versenkte. Der Kommandant galb der Besatzung einige Minuten Zeit zur Rettung. Danach wurden ein Dorvedo und zwei Kanonenschüsse abgefeuert, die die „Beva" schnell der- serckten. Die „Bera" war ein Schiff, >das 143 Fahrgäste des spanischen Dampfers „Principe de Asturias" gerettet hatte. Die Bemannung der „Bega" bestand aus 38 Personen.

Gelandete Schiffbrüchige.

W. T.-B. Barcelona, 14. April. (Nichtamtlich. Drachtbe- richt.) Havas meldet: Der Dampfer „Mllena" ist mit 5 Ossi- zieren und 21 Matrosen des Dcmnpsers „A r g u s" (1238 Bruttorogiftertonnen) augesammen. Das Schicksal der übrigen ist unbekiMnt. — Der Dampfer „Mailorca" ist aus Palmas eirlgetcofsen und nachm die Bemannung des versenkten eng­lischen Dampfers „OrIok Head" (1945 Bruttoregister­tonnen) auf.

„Orlok Head" und „Argus" durch Spreng­bomben zerstört.

W. T.-B. Barcelona, 14. April. (Nichtamtlich. Dracht- lbericht. Havas-Meldung.) Die Mannschaft des eng­lischen Dampfers „Orlok Head" erzählt, daß ber Dampfer von einem Kanonenschuß getroffen, stoppte und daß das Unterseeboot der Mannschaft zehn Minuten Zeit ließ, um von Bord zu gehen. Dann legten deutsche Offiziere und Matrosen an Bord Spreng­bomben, welche nebst dem Geschützsiuer tes Schiff sprengten. Die Überlebenden des englischen Dampfers „Argus" berichten, ihr Schiff sei von .zwei deutschen Unterseebooten auf dieselbe Art versenkt worden.

Zur „Suffex"-Angelegenheit.

Was Reuter über die amerikanische Stimmung zu berichten weiß. '

Br. Amsterdam, 14. April. (Eig. Drahtbericht. Zens. Bln.) Aus New Dark meldet Reuter, daß die Blätter in spöttischer Weise die deutsche Note über die Versenkung der Han­delsdampfer besprechen und daß sie die deutschen Erklärungen lächerlich machen. Reuter gibt die kurze Bemerkung der „World" wieder, die fragt, was denn nun Amerika weiter übrig bleibe, als die diplomatischen Beziehungen mit Deutsch­land abzubrechen. Nach einer Washingtoner Meldung sagt Reuter weiter, daß Deutschland vorschlägt, die „Sufsex"- Angelegenheit einem Schiedsgericht zu unterbreiten, was in Regierungskreisen die Erklärung gezeitigt hätte, daß Amerika wegen der Frage, bei denen das Leben amerikani­scher Bürger betroffen sei, nicht vor ein Schiedsgericht y frtP IfffTfrf

Das Gleichgewicht zu Lande und zu Wasser.

Eine schweizerische Erwiderung auf Asquiths Rebe.

IV. T.-B. Luzern, 14. April. (Nichtamtlich. Drahwericht.) Zur Asquich-Antwort auf die Rede des Reichskanzlers schreibt das ^Vaterland" n. a.: Die Rede kann auf die Kreise, di« unbefangen den Gang der Geschichte verfolgen, unmöglich einen ernsten Eindruck machen. Der englische Premier­minister betrachtet es als selbstverständliches eng­lisches Vorrecht, sein« ang.emaßte Alleinherrschaft aus den Meeren auch fürder boizubehalten und alle übrigen Völler dadurch nach Belieben zu bedrücken und in Schach zu halten. Aus dem Kontinent dagegen soll das Gleichgewicht der Knast rvalten, damit jenem Vorreckit ja kein Dämpfer aufgesetzt werden kann. Wohin das führt, zeigt gerade der jetzige fürch­terliche Krieg, unter dem die neutralen Völker unter den Bedrückungen des Handelsverkehrs durch die englische Flotte seufzend so bitter feiten. Indem das deutsche Heer an der Seite seiner tapferen Verbündeten aus den Gleichgewichtsgedanken nicht nur auf dem Festlante, sondern auch aus dem Meere entschlossen verzichtet und der angvmaßten englischen Vorherrschaft entgegentritt, dient es der ganzen Menschheit, kämpft es für die politischen und höheren Kulturinteressen der ganzen Welt. Nur auf diesem Wege, nur durch Förderung des Gleichgewichtsgedankeus zu Lande wie zur See gibt es „freie Verhandlungen zwischen freien Völkern unter gleichen Bedingungen". Ohne dieses Zuge­ständnis des freien Verkehrs aus tern Meere haben die Er­klärungen Asquiths nur den Wert leerer Redensarten.

Die englische Niederlage in Mesopotamien.

Von unserem militärischen Mitarbeiter.

Gegsn Ende des Jahres 1914 unternahm England den Feldzug in Näesopotamien, um dasmilitärische und politische Gleichgewicht, welches durch die Mederlage der Entente cm -den Dardanellen sich stark zu ihren U n- g u n st e n verschoben hatte, wieder zu seinem Vorteile auszugleichsn. In erster Linie trachtete Großbritannien danach, möglichst starke Kräfte der Türken von Sollt* Poti ahzuziehen, um die Dardanellen-Exped-i- t io n zum siogreichsn Ende zu bringen. Dieser .Haupt­zweck ist gänzlich sihlgsschlagen. Ferner gedachte Großbritannien, seine politischen Ziele in Persien durch ein iweiteres Vordringen in Mesopotamien weiter­stecken zu können. Nicht zuni wenigsten bestand die Zu- verficht, durch englffche Erfolge in diesem Gebietsteile die mohanimsdanische Bevölkerung Asiens sich gefügig zu erhalten. Diese beiden Zwecke sind ebenfalls seitens Englands auf Aeisem «ntferntsn Kriegsschauplätze nicht erreicht worden.

Der Anfang des Unternehmens stellte sich nicht ungünstig dar. Die Truppen des Generals Townshend rückten am Euphrat und Tigris weiter nach Norden, besetzten die Stadt Kor na und näherten sich dem Ziel der englischen Wunsche, der Stadt Bagdad. Drches Hauptziel, die Eroberung der heiligen Kalifenstadt, blieb den Expeditionstruppen jedoch versagt. SW- lich Bo,gdad wurden im Novamber die Truppen des Generals Townsihend bei K t e s i p h o n emipffnÄlich lge- schlagen und in südlicher Richtung nicht nur bis K u t- el-Amara zurückgeiworfen, sondern auch seit Ende November trotz Mer Entsatzversuche von den Türken eingeschlos s en. Anstatt starke türkische Kräfte in diesem Kampfgebiete zu fesseln, mußte England frische Truppen von allen Kriegsschauplätzen in das Irak gebiet entsenden. Es ist ssstgestellt worden, daß Truppeukörper von Saloniki, von Gallipoli und sogar von der Apernffont die starken englischen Verluste auf­füllen mußten. Im Dezeniber und im Januar versuch­ten die englffckMi Truppen, unter dam Oberbefehl des Generals Aylmer, die ein geschlossenen Kräfte in der Stadt Kut-el-Amava zu entsetzen. Alle llnteruchmun- aen schlugen jedoch fehl. Am 21. Januar wurden die Engländer etwa 35 Kilometer östlich von Kut-el-Amara empfindlich geschlagen und dazu gezwungen, in besestig- ten -Stellungen eine neue Kampflinie am Tigris zu errichten. Etwa 8 Wochen lang sahen sich die britischen Streitkräfte zu einem blutigen, Zeit und Kräfte rau­benden Schützengrabenkriege verurteilt. Im Monat März unternahm ^der General Aylmer einen neuen Vorstoß gegen die türkischen Stellungen, welche öWch und südlich von Kut-el-Amora jede Annäherung ver­sperrten. Frisch eingetroffene Truppen der ErrgLänder warm jedoch nicht.imstande, -die schwere Ikufgabe z« lösen. In blutiger Niederlage wurde auch ider zweite englische Entsatzversuch völlig erstickt. Eine Nebeu- kmNdlung im Gebiet von Korna hatte ebensowenig Er­folg. Dieses Mißgeschick bestimmte die britische Heeres­leitung einen Wechsel im Oberbefehl eintreten zu lassen. Am 7. April moldete -der britische Tagesbericht, daß der General Gorringe an die Stelle des bisherigen Gone- vals Aystner getreten sei. Alle Hoffanngon, doß ein Umschwung in der verzwÄfelten Lage der EngWs- der «»treten würde, Mieten uner-kü'llt. Der aase