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Nr. 88. Donnerstag, 13. April. 1416.

(14. Fortsetzung.)

Um Ehre und Leben.

Roman von Paul Blitz.

(Nachdruck verboten.)

Die Glut stieg ihr inS Gesicht.Um mich sorge dich nur gor nicht", antwortete sie bebend und sah ihn mit stolzen Blicken an,über kurz oder lang wären mir die Augen doch aufgagangen. Ich kann mich wohl irren, aber nie würde ich vergessen, was ich mir rrnd unserem Nanren schuldig bin. Las merk' dir ge­fälligst!"

Nun legte er sich aufs Brtteu.

Sei doch nicht so hart, Schwester, gib mir doch -das Gold, ein einziges i-dal noch! Lumpige dreihundert Meter nur!"

Nicht einen Pfennig!"

Ich bitte dich, Lucie! Auf Wort, dies eine!Mal nur noch!"

Nein!" hart und kalt klang es.

Da riß ihm die Geduld.

Nrur gut. so tverde ich der Mama erzählen, wie du dich herumaetriehen hast!" flüsterte er nrit heiserer, haß­erfüllter Stimme.

Voll unsäglicher Verachtung blickte sie ihn an.

Das sieht dir ähnlich! Oh, dn erbärmlicher Kerl! Gut, wenn dir die Nahe und Gesundheit deiner Mutter so gleichgültig ist, dann geh' hin und bringe dein Geheimnis an. Bitte, bitte, ich halte dich durch- aus nicht, ich werde mich r <f>on rechtfertigen vor Mama. Aber wenn du glaubst, aus diese Art Geld von nur zu erpressen, daun hast du Mtf> sehr getäuscht. Nun erst recht nicht! Nicht einen Pfennig!"

Bleich vor Ärger und Wut nrit zusammengepreßten Lippen, so stand er da und stierte sie an. Er sah ein, daß er machtlos, ganz machtlos war. Und er ärgerte sich, .daß sein Jähzorn ihn so hingerissen, daß er sich selbst solche Blöße gegeben hatte.

Endlich hatte er die Beherrschung soweit wieder- gefuuden, daß er ruhiger sprechen konnte.

Nun grrt", sagte er kühl,so wird mir eben ein an­derer helfen I" Knallend warf er die Tür ins Schloß und ging fort.

Angstvoll kam die Mama herein.

.Mein Gott, was hat es denn wieder zwischen euch gegeben?"

Er wollte (Mb, wie gewöhnlich."

Hättest drr ihm doch nur noch einmal gegeben!"

Nein, Mama, er nruß leben, daß er von hier nichts mehr zu erwarten hat, sonst wird er nie solid und ordentlich."

O Gott, der arme Junge, was soll er denn jetzt nur beginnen?!"

Einschränken soll er sich, Maina."

Sorgenvoll unk leise weinend ging die alte Frau hinaus.

Von doni Tage an wich Kurt jedem Gespräch und möglichst auch jeder Begeanung mit der Schi vaster auS.

Immer drückeirder lastete der Zwang des Geschäfts- lebens auf ihm. Nun arbeitete er bald ein halbes Jahr im Bureau, und noch immer konnte er sich nicht an das Einerlei des Betriebes gewöhnen. Immer wieder

kam die Lust des Soldaten in ihm zum Durchbruch. Wieviel anders stände er jetzt da, wenn er noch des Königs Nock trüge! Zwar mußte er sich auch dort dem eisernen Gesetz der Disziplin fügen, aber das tat erlern, denn er war doch mit Lust und Lrobe bei der Sache, tvährend er hier nur dem Druck gehorchte. Fürchterlich war diese Qual! Täglich empfand er sie mehr. Nie, niemals tvürde er sich daran gewöhnen I Das wart ihm immer mehr klar.

Dazu kam jetzt noch die Geldsovge. Er war durch Bücknitz mit einigen wohlhabenden jungen Leuten be­kannt geworden, die ebenfalls hier als Volontäre be­schäftigt waren: man hatte einige nächtliche Exkur­sionen unternommen, das war ziemlich kostspielig ge­wesen, lind nun war der letzte blaue Schein, den Mainachen vor vierzehn Tage, ihm zugesteckt hatte, fast draufgegangen. Was nun? Woher nun Geld nehmen?

Gerade jetzt war ihm die. Geldnot sehr peinlich, denn er wollte die Bekanntschaft dieser jungen Leute, die von Hause sehr gilt dotiert wurden, nicht wieder verlieren; wenn er aber mit ihnen weiter verkehren wollte, mußte er eben Gold haben, um standesgemäß auftreten zu können.

Also war er in großer Sorge und lief mit einet niedergeschlagenen Miene umher.

Jensen, nrit dem er räglich ein Stündchen verplau­derte, merkte sehr bald, was los war.

Was fehlt N)nen?" fragte er ihn eines TageS direkt. ,/Seien Sie nur ganz ehrlich! Ihnen fehlt doch etwas I Sagen Sie's nur, vielleicht kann ich Ihnen helfen."

Mee, Sie können mir nicht helfen", antwortete Kurt »nißlaunig.

Wer weiß, vielleicht doch", klang es lächelnd zurück. Wieviel brauchen Sie. denn?"

Erstaunt sah Kurt auf.

Der andere nickte ihm fröhlich zu.Na, also schießen Sie nur los."

Nee, nee, danke, das wollen wir lieber lassen."

Nun, wenn Sie kein Vertrauen zu mir haben, auf­drängen will ich mich natürlich nicht."

Kurt schwieg und dachte nach. Vielleicht war von hier doch Hilfe möglich. Endlich sagte er ein tvenick kleinlaut:Soviel, wie ich brauche, können Sie mir doch nicht geben."

Sapperment, stecken Sie denn so tief in der Klömme?"

Nun ich brauche zirka tausend Mark!"

Donnerwetter, das ist ja ein bißchen happig!"

Na, sehen Sie wohl."

Und die müssen Sie haben?"

Jawohl."

Jensen sann ein wenig nach. Dann begann er wie­der:Sie brauchen sie bald?"

Am liebsten gleich, unMemerke vomus, ich wüßte auch nicht einen bestimmten Termin zu nennen, bis wann ich sie zurückgebcn kann."