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t» iow»'die AnSgadestellen in allen Teilen der Ltudt: in Siebrnh. die dorngkN^AuS- und in den demnvbärten Lau dorre» n

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BerlmerSchriftleitungdesWiesbadeverTagblatts: Berlin >7.» P«tsdamer Str.121L. F s» " " "

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Dienstag» 4. April 1916.

Kbenö-Kusgabe.

Nr. ISO. . 64. Jahrgang.

weiteres Bröckeln der französischen zront vor Verdun.

Starke französische Verteidigungsanlagen westlich und südlich D-uaumont genommen.

18 Offiziere, 745 Mann gefangen.

Im Osten unveränderte Lage.

Oer Tagesbericht vom 4. slpril.

W. T.-B. Großes Hauptquartier, 4. April. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Südlich von St. Elo i haben sich die Engländer naH starker Fenervorbcreitnng in den Besitz des ihnen am 28. März genommenen Sprengtrichter,s gesetzt.

In der Gegend der Feste Douaumont haben unsere Truppen am 2. April südwestlich und südlich der Feste, sowie im Caillettc-Walde starke französische Vertei­digungs-Anlagen in erbittertem Kampfe ge­nommen und in den eroberten Stellungen alle bis in die letzte Nacht fortgesetzten Gegenangriffe des Feindes abgcwiesen. Mit b e s o n d c r e m K r a f t e i n s a tz und mit außergewöhnlich schweren Opfern stürmten die Franzofen immer wieder gegen die im Caillette- Walde verlorenen Verteidigungsanlagen vergebens an. Bei unserem Angriff am 2. April sind an u n v e r w u n - deten Gefangenen 19 Offiziere, 745 Mann, an Beute acht Maschinengewehre, cingcbracht worden.

Östlicher Kriegsschauplatz.

Die Lage ist unverändert.

Die feindliche Artillerie zeigte nur nördlich von W i d z Y, sowie zwischen Narocz und Wirzniew-See lebhaftere Tätigkeit.

Balkankriegsschauplatz.

Nichts Neues. Oberste Heeresleitung.

Der neueste rnstjchisiangriff aus England.

Alle Luftschiffe unversehrt zurückgekehrt.

y/. t.-B. Berlin, 4, April. (Amtlich.) In der Nacht vom 3. zum 4. April wurden bei einem Marineluft- schifs an griff auf die englische Südostkuste die Befestigungsanlagen bei Great Yarmonth mit Spreng­bomben belegt. Die Luftschiffe sind trotz der feindlichen Be- schießung unversehrt zurückgekehrt.

Der Chef des Admiralstabs der Marine.

Bomben abwarfen, von denen bret in der Nähe de-, Bahnhofs explodierten, oh'.ie jedoch besonderem Schien anzurichten. Da die Flieger aus der Richtung dvn Delle gekommen waren und allem Anschein nach nach der Er­kenntnis ihres Irrtums auch wieder m der nämlichen Richtung zurücklehrten, so vermuteten dre Mttitaibehor- den zuerst, datz es französische Flieger waren. ^m Laufe des Tages wurden die nicht explodierten Bomben unter­sucht und am Abend veröffentlichte der schweizerische Bundesrat die nachstehende amtliche Mittmtung. „ttrtt- 6<'gen der zuerst geäußerten Vermutung Ichemt es Mt- zustehen, datz die Flieger welche heute morgen über Pruntrut 5 Bomben geworfen, deutsch e r Nationali­tät sind. Die Untersuchung der , Fliegerbomben hat nämlich eine deutsche Aufschrift auf rotem Lacher bei der Zinkumhüllung gezeigt und zwar die Gebrauchs anweisung für 20-Kilograinm-Abwucfbomoen. Nach dem Attentat auf La Chaux-d-Fonds hatte ore Reich-- regterung die deutschen Fliegerabteilungen strengsten^, vor dem Überfliegen schweizerischen Gebietes gewarnt iiiid ihnen etngeschärft, unter feilten Umstanden Bomben »t werfen, falls sie sich nicht ganz zweifellos über Fern- desland befinden. Diesen Weisungen ist heute nicht gefolgt worden. Der Bundesrat hat dre schweizeri­sche Gesandtschaft m Berlin beauftragt, gegen biefe neue Neutralitätsverletzung energisch zu p r.o t e st i e r e n, rasche und vollständige Genugtuung sowie strenge Be­strafung der Flieger und Ersatz des Matermlschadens zu verlangen." — Die Untersuchung .darüber, weshcttb. die deutschen Flieger von den schweizerischen Truppen nicht beschossen wurden, hat laut Mitteilung des Arrnee- stabes ergeben, bah an das zur fraglichen Zeit um Prun- trut liegende Regiment entgegen einer Weisung -de-, Divisionsko-mmandos scharfe Munition nicht abge­geben worden war. Der schuldige Reglmentskoinman- dant ist nlit sechs Tagen Arrest bestraft und bis auf nu-iteres von seinem Kommando entfernt worden.

Die korrekte Regelung des deutsch- schweizerischen Zwischenfalles.

W. T.-B. Bern, 4. April. (Nichtamtlich. Schweizerische Depeschen'-Agentur.) Die Regierung des Deutschen Reiches hat dem Bundesrat durch den hiesigen Gesandten mNteilen lassen, die angeordn-ete Untersuchung habe ergeben, datz die Flugzeuge, welche am vergangenen Freitag, den 31. März, über Pruntrut Bomben aibwarfen, deutsche Flugzeuge aewesen sind, welche die Orientierung vollständig ver­loren hatten und sich über B e l f o r t glaubten. Die deutsche R-ichsregierung spricht dem Bundesrat ihr lebhaftes Bedauern au?- und teilte mit, daß die schuldigen Flieger bestraft und vcn ihrem Posten entfernt werden würden. Auf Anregung der deutschen Regierung wird die Frage, wie durch Kenntlich­machung der Grenze oder aus andere Weise einer Weder- lwlung solcher bedauerlicher Zwischenfälle vorgebeugt werden kann, zwischen, den zuständigen Stellen näher geprüft werden. Desgleichen ist eine Regelung des eingetretenen Sachschadens Vorbehalten worden.

Die Lage im westen.

Die kleinlaut werdende französische Militär­kritik.

W. T.-B. Bern, 4. April. (Nichtamtlich.) Die jüngsten deutschen Erfolge vor V e r d u n haben den gewöhnlichen Ton der französischen Mili tärkriti ken auffällig herabgestimmt. Der „Temps" weist bescheiden darauf hin, datz in den Lagen, wo einer verteidigt und der andere aimreift, der letztere zuerst immer im Vorteil ist. Der Frage, warum denn die französischen Truppen nicht auch ein­mal solche lokalem Erfolge davontrügen, begegnet das Blatt, iiidom eS lagt: Zweifellos mutz unser Generalstab schwer» wiegende Gründe haben, dem Feind die Initiative des Angriffs zu lassen. — General Berthaut mutz in ernem Artikel im „Petit Journal" zugeben, datz man von der Ein­nahme von Vaux viel sprechen tverde, weil der Name aus d«n Gange der Schlacht bekannr sei. Darin liege auch eine Gefahr, nämlich in moralischer Hinsicht, weil das Ver­trauen erschüttert werden könnte. Es sei falsch, zu sagen, die Dörfer hätten keine Bedeutung mehr, weil sie nur noch Ruinen seien. Die Vorrückung um mehrere bundert Meter sei eine Sache von beträchtlicher Bedeutung, zumal es sich um eine Ortschaft und um Straßen handle. — Oberstleutnant Rousset tröstet im „Petit Parisien" die Leser sramtt, datz die Einnahme von Vaux nichts Katastrophales habe.

*

Deutsche Flieger Ätzer schweizerischem Gebiet.

Ein Protest in Berlin.

Gens, 3. April. (Zens. Bln.) Uber der schweizeri scben Ortschaft Pruntrut nahe der französischen Grenze erWenen am Frettagmorgen zwei Flieger, die fünf

England und die Niederlande.

O Berlin, 3. April.

Sorveit sich die holländische Frage bereits beurteilen lützt, wird man als sicher anzunehmen haben, datz ent bestimmtes Ansinnen an die niederländische Regte- rung, Landestruppen ausschiffen zu lassen ober auch nur die Grenze gegen uns zu schlichen, wohl nicht gefiept worden ist. Nachdem die sldachbarregterung mtt g r o tz- ter Deutlichkeit bekundet hat, datz sie sich gegen eine Verletzung ihrer Neutralität zu wehren wissen werde, ist auch nicht anzunehmen, datz derartige Forde- lurtaen noch wer-den erhoben e r e n. Jl jpct damit ist die Sachlage keineswegs erschöpfend geklart. Es gibt noch andere als die offiziellen Mittel, um eine Regierung einznlchüchtern und feinem Willen dienstbar zu machen. Diese anderen Mittel wird Eng­land gewiß nicht darum a>:s der Hand geben, wett man in London inzwischen erfahren hat, datz die Niederlande nicht so leicht für die Mitwirkung an britischen Verg^ walttgungen zu haben sind. H iit t e rh er um ist auch ein Weg. In Haag wird man schon seme Grunde haben, wenn man besorgt, datz der Vicrverband die Niederlande in den wirtschaftspolitischen Trust zu un- serer Aushungerung hmenizwingen will Wie >das Vorhaben auszuführen wäre, das bleibt alozuwar- ten' indessen versucht wird die Ausführung werden, und zwar werden die Niederlande schwerlich das einzige Objekt der neuesten Brutalität unseres Hauvtseindes bleiben, vielmehr wird man vor: gleichen D r u ck- mitteln wohl bald auch aus den nordischen Hauptstädten zu hören bekommen. Es ist also wenig

damit gesagt und getan,, wenn,fe,tgestell )mrd, datz .die Niederlande bish.er kente unmittelbare Aufforderung amtlicher Natur echalten haben, , sich, unseren^einden durch gehovsames Einschwenken tu die Ltme bex Aus hungerungspolittk zur Dersugunq zu pellen, -öw Haag wird man sich also chne wlckM Anforderung darauf ge faßt machen, von London aus fortan noch mehr als bis- her schikaniert zu werden. Daoei werden wir rm : Jm$\z behalten müssen, datz die Niederlande in einer^ziemlrch schwierig en L<rge d<rrum und, werl sre ber ernsteren Reibungen mit GroßbritEien für ^re l) r n ter- indischen Besitzungen furchten nrusftn. Wer auch ohne die mögliche Gefährdung dieser rmchen Kolo- nien würden unsere Nachbarn am Niede.rrhetn em hohes Matz von besonnenem Mut uird, wie wir sogleich hiNsU- fügen wollen, von weitblickender Einsicht beweisen, wenn sie sich dem Drängen unserer Feinde versagten und e» bei fortdauernder Wahrung ihrer Neutralität daEf ankommen lietzen, wie England antworten 'ff™

empfindliche Störung des niedettandlschen Handfts und die Übertragung der wirtschaftlichen^Absperrungspolttik auch auf diesen Staat wären mit Sicherheit zu erwar- ten Trotzdem haben die Niederlande schon jetzt ihre Wahl getroffen, sie lassen es m der Tat darauf ankommen, und dies ist ein Dkoment, das tmr vom deutschen Standpunkte aus ganz besondm:s zu würdigen haben, vor allem wett sich -darin die U b e r z e u g u n g ausfpricht, datz auch die grötzten, diesem Staate etwa iwch erwachsenden Sckswierigkeiten nur vorübergehender Natur werden sein können, weil es vicht meh r z w e i f e l h a f t ist, datz sich dre W a g ed e s S reges schon zu unseren Gunsten geneigt hat. Uwere Nachbarn wissen genau, wohin sie die selbstver- siändliche Rücksicht auf ihren, ttweir zustchenden Nutzen weist. Sie wissen das ebenso, wie es Griechenland -w>eih und betätigt. In den Niederlanden mag man uns nicht lieben (die Engländer.frettich auch nickstsosehr, wie -es zuweilen behauptet wird),, aber G^rhlswerte be- deuten nichts, wo es sich wie hier um so klar zutage- -liegende Interessen handelt. Nach den Erfahrungen, die Italien mit seinem Anschluß an den Dreiverband gemacht hat, -würden die Niederlande denselben .Weg auch -dann nicht betteten, wenn der Ausgang des Krieges unsicherer wäre, als er tn Wahrheit ist. Vielmehr, er ist es längst nicht mehr, und gerade die v e r zw e i f e 1- ten Mittel, zu denen unsere Feinde setzt grmfen, zeigen, daß ihncii der Ateni auszngehen droht, ^hre Drohungen brauchen darnnr von den Neutralen gewiß nicht leicht genommen zu werden, aber wenn man rm Haag abwägt, auf welcher Seite der zu treffenden WM .die größeren Nachteile zu befürchten waren, und wenn man alsdann seine Wahl nicht gegen uns trifft, dann dürfen wir beffiedigt den Schluß ziehen, dag so n u ch- terne kluge, unvoreingenommene Beur« teiler, wie es die Holländer sind, hinreichend dar- über unterrichtet sein werden, wie der Krieg endigen wird, nämlich mit der uno ermerd lichen Ni ed er­läge des V i e r v e r b a n d e s. Die Ruhe, mit der bei uns überall der Einschüchterungsversuch gegen die Nie- derlande ausaenommen wird, das völlige Ausscheiden seden Zweifels an der im Haag zu betolgenden Politth beides darf uns eine innere Bürgschaft daftrr sein, daß unsere Sache auch nach diesem neutralen Urteil gut steht.

Das Schweigen der englischen Presse. — Die bekannte belländische Berüffentlichung auch eine Geberde gegenüber Deutschland?

Br. Rotterdam, 4. April. (Eig. Drahtbericht. Zens. Mn.) Der N-ieuwe Rotterd. Courant" gibt ausfühttrch dr-e Erorte- rurwjen d-ec deutschen Presse wieder und bemerkt dazu, datz di- enoltschen Morg-enzeitungen vom Samstag, die hier eiimetroff-en sind, noch kein Wort über die hiesigen Ereignisse^ vom Freitag äutzexn. Das Malt schreibt, anscheinend sei dre telegraphische Verbindnrlg von Holland n-ach England länger aeitört gewesen als diejenige von England nach Holland. Eine Haager diplomatische Persönlichkeit einer Ententemachl er- Wrtt dem Berichterstatter des „B. T.", es sei sehr eigenartrg, wie rasch -die Holländer plötzlich vergessen zu haben schienen, was mit Belgien geschehen sei. Es sei, erstaunlich- w-ie -nsch sich plätzl'ch eine e n g l a n d s e i n d l i ch e Stimmung der Leute bemächtigt habe, während die kleinen Nationen doch wissen sollten, daß sic von England n i ch t s zu fürchten hätten, datz im Gegenteil ibr-e Interessen mit denjenigen Englands: in vielen Beziehungen identisch seien. Im übrigen rst aber beute tatsächlich auch unter erftten Leuten erne S-tromung zu erkennen, -die bekannte Veröffentlichung vom Freitag als eine Geberde gegenüber Deutschland auszusassen, da­mit D-u"chland nicht etwa die Überzeugung veoliere, daß) Holland bereit s-eh nach allen Seiten ferne Neutralrtät mit den Wa f f e n zu verteidigen. ^