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Verlag Lamggafle 81
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„Tagdlatt-Hand" Nr. 8K5Ü-SZ.
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Dienstag. 4. Kprrl Itziü.
Morgen-Kusgabe. nr. ,s».. s4. 1 -hrgang.
Alle feindlichen Steinigen Mischen hsucontt und Sethi«c«nrt in ' deutscher Hand.
Erneute Kämpfe um Doiraurnont.
Russische Bahnhöfe und Truppenlager von deutschen Flieaergeschwadern beschossen Auch Dünkirchen und London
von den Marinelnftschifsen angegriffen.
Der Tagesbericht vom 3. 5lpri!.
W. T.-B. Großes Hauptquartier, 3. April. (Amtlich.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Längs der Maas find alle Stellungen des Feindes nördlich des Forges-Daches zwischen Haucvurt und Bethrucourt in unserer Hand.
Südwestlich und südlich der Feste Douaumont stehen «nsere Truppen im K«mpf um französische Gräben und Stützpunkte.
Östlicher Kriegsschauplatz.
An der Front hat sich nichts Wesentliches ereignet.
Durch deutsche Flugzeuggesäüvadcr wurden auf die Buhuhöfr Pogorselzy und H o r o d z i e j a an der Strecke »ach Minsk sowie auf die Truppenlagcr bei Ostrowki (südlich des Mir) Bomben geworfen, ebenso durch eines unserer Luftschiffe auf die Bahnanlagen von MmÄ.
Balkan kriegsschauplatz.
Nit^s Neues.
Heeres- und Marineluftschiffr haben heute nacht die Docks von London und a,dere militärische wichtige Punkte der englischen Ost kn sie sowie Dünkirchen angegriffen.
Oberste Heeresleitung,
Ksterreichisch-ungarischer Tagesbericht.
W. T.-B. Wien, 3. April. (Nichtamtlich.) Amtlich verlautet vom 3. April, mittags:
Russischer Kriegsschauplatz.
Die feindliche Artillerie entfaltete gestern fast auf allen Teilen der Nordostfront erhöhte Tätigkeit. Saust keine besonderen Ereiguisie.
Italienischer u. südöstlicher Kriegsschauplatz.
Unverändert.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: v. Höfer, Feldmarschalleutnant.
3 um 25. Male über SnglmdX
Wohl haben wir wiederholt verzeichnen können, daß unsere Lustschiffe an zwei aufeinanderfolgenden Nächten dem englischen Jns-eloeiche einen Besuch abgestattet hupen oder daß sie tn einer Nacht die französische Haupt- stabt an der Seme heimsuchten und in der nächsten Nacht sich den Bewolmern Londons oder Zjaomouths oder cm der Humbermündung in Erinnerung brachten, aber ZeppÄinstrvifzüge an d r e i Nächten hintereinander und alle gegen England konnten noch nie vermerkt werden. Nun ist auch dieser Plan zum Ereignis ge- worden. Solck>e anhaltende und zähe Fesstgkeit in den Unternehmungen unserer Marineluftschiffe' muß uns mit hoher Begeisterung und Genugtuung erfüllen. Sie zeigt, wessen auch unsere Helden zur Lust und ihre Fahrzeuge, bochinstist durch die Witterung, fähig sind. In der Nacht zum 1. April wurde das Stadtinnere von London und auhenliegende Bezirke angegriffen. Brücken, Geschäftshäuser, wo mrhennliche Pläne zur Vernichtung des wirtschastlichen Deutschlands Tag für Dag ge- schmiedet werden. Industrieviertel, Sprengstoffahriken und Trupvenlager waren das Ziel, denen die Bomben galten und ihre Treffsicherheit wurde am besten durch die beobachteten zahlreichen Brände und Explosionen bestätigt. Am zweiten Abend richtete man den Kurs ans die englische OsckAte. wo Hochöfen, Eisenwerke und industrielle und Hasen-Anlagen am Teßflnsse sowie bei Mddlesborongh und Sunderland willkommene Objekte boten. Beim dritten Male aber, in der Nacht vom 2. zum 3. April, wurde weiter nördlich gesteuert und wie anfangs Februar ü. I. Schottland heimgesucht und die Städte Edinburg, Leith und Newcastle samt ihren Hafen- und Werftonlagen und Hochöfen mit zahlreichen Bonchenwürfen bedacht. Mt welcher Wirkung, konnte -er Bericht -es Chefs des ALmimhtabs der Marine
ebenfalls mitteilen: Gewaltige Brände, heftige Ex
plosionen mit ausgedehnten Einstürzen wurden beobachtet. In der Nacht zum 1. April war leider ein Zeppelin bei diesem Straszug verloren gegangen, beim zweiten und dritten Diole jedoch konnten alle Lustschiffe trotz heftigster Beschießung unversehrt zurückkehren. Wir bedauern zwar den Verlust eines weiteren Luftschiffes, begrüßen es aber mit Genugtuung, daß, die Dstrnnschaften, wenn auch in Gefangenschaft geraten, doch das Leben gerettet haben, trösten uns aber auch mit der Erkenntnis, daß die Kriegführung, und ganz besonders auch die zur Luft, immer mit dem Risiko von Verlusten rechnen muß.
Unsere Zeppeline haben nun bereits zum 2 5. Mal den Krieg über den Kanal getragen, nachdem sie im Januar v. I. .das Werk begonnen hatten. Schaden von vielen Millionen Wert ist dadurch bereits bewirkt worben. Sie haben in drei aufeinanderfolgenden Nächten den Bewohnern der Vereinigten Königreiche vor Augen geführt, was es für ein Land bedeutet, Kriegsgebiet zu iein; 'denn bisher hatten es diese Angelsachsen immer noch nicht'begriffen, wollten es auch anscheinend nicht begreifen. Drei solcher Besuche werden die Stimmung aber wohl gewaltig ändern mrd nianche schlaslffe und in nervöser Gemütsverfassung verbrachte Nacht zur Folge haben. Gras Zeppelin wußte, wovoir er neulich im preußischen Abgeordnetenhaus sprach. Er wußte, daß mit den kommenden Tagen sich auch die Expeditionen seiner Luftschiffe mehren würden. Gestern, vorgestern und heute war es England-, morgen oder übermorgen ist es vielleicht wieder einmal frcmzösi'clies Gebiet und Paris. Wer vermag das setzt schon zu sagen. Jedenfalls ist es gut, daß auch den Bewohnern dieser Himmelsstriche nnimer wieder lebhaft vor Augen geführt wird, 'daß es uns mit der Kriegführung bitter ernst ist und daß je eljer diese Völker zur Erkenntnis der völligen Nutzlostg- feit ihres Widerstandes kommen, es um so bester ist. Also erhoffen wir auch von der nächsten Fahrt unserer Zeppeline den besten Erfolg! ... Dr. A. H.
*
Vom ersten deutschen Lustschiffaugrifs.
43 Tote — 66 Verwundete.
W. T.-B. London, 3. April. (Nichtamtlich. Drahtbericht.) Das Kriegsamt teilt unter dem 2. April mit: Die Gesamtsumme der durch die Zeppelinstrcife iu .der Nacht vom 3l. März hervorgerufenen llnglücksfälle beträgt 4 3 Tote und 66 Verwundete. Ungefähr 8 0 0 Spreng, und Brandbomben wurden abgeworfen. Eine Kapelle, 3 Wohnhäuser und 2 Hütten wurden zerstört bezw. teilweise beschädigt. Militärischer Schaden wurde nicht verursacht. Eine Anzahl englischer Flieger stieg auf, um die Zeppelinführer anzugreifen. Leutnant Brandon, der 6000 Fuß doch stieg, sah um 9 Uhr 48 Min. abends einen Zeppelin ungefähr 3000 Fuß über sich. Auf 9000 Fuß Höhe überflog er den Zeppelin und griff ihn an, indem er einige Bomben abwarf, von welchen drei, wie man glaubt, trafen. Um 10 Uhr nachts überflog er abermals ein Luftschiff und warf 2 Bomben aus dessen Spitze. Brandons Flugzeug wurde mehrfach von Maschinengewehrkugeln getroffen. Dies dürfte von einem Zeppelin geioesen fern, der ein Maschinengewehr, Munition und einen Petroleumbehälter sowie Maschinenteile oberhalb der Themsemündung abwarf.
Die letzten Asppelinarrgriffe,
Br. Amsterdam, 3. Slpril. (Eig. DroHtbericht. Zens. Bin.) Über die letzten Zepvelinang risse aus England wird noch gemeldet: Der Berichterstatter der „Daily News" besuchte zwei englische Dörfer, die von nur etwa 100 Menschen bewohnt werden und fünf Kilometer aus- einanderliegen. Auf das zwischen den Dörfern liegende ganz offene Gelände haste ein Zeppelin seine ganze Ladung von 40 Brandbomben, ohne daß jemand ver- letzt wurde, abgeworfen, anscheinend, um sich seiner Ladung zu entledigen. Die Bewohner behaupten, der Zeppelin wäre mn 6 Uhr erschienen und dann weitergeflogen, aber nicht weiter landeinwärts, denn bis zum Zeitpunkt seiner Rückkehr konnte man drei Stunden hindurch das Surren seiner Schrauben hören. Bei seiner Rückkehr (wenn diese Darstellung richtig ist) scheint es. daß der Führer des Luftschiffs Ursache hatte, sein Schiff von den Bomben schnell zu entlasten.
W. T.-B. London, 3. April. (Nichtamtlich. Drahtbericht.) Zwei Luftschiffe näherten sich in der letzten Nacht der n o r d- östlichen Küste. Nur eins überflog die Küste, nur eins kehrte um. Bis heute sind 16 Tote und ungefähr 100 Verwundete bekannt. 8 Wobnbäuser wurden zerstört und ein größerer Brand in einer Möbelpolieranstalt verursacht.
Weitere Verluste feindlicher Dampfer
W. T.-B, London, 3. April. (Nichtamtlich. Drahtbericht.) LlopdZ meldet ans Plymouth vom 2. April: Der Dampfer „A s h b a r t o n" (4060 Tonnen) ist versinkt worden. Das Schiff war unbewaffnet, die Besatzung wurde g e - rettet. — Reuter meldet: Der Postdampfcr „Achilles" ist am Freitag gesunken. 62 Mann der Besatzung wurden an Land gebracht, 5 werde» vermißt.
Ein norwegischer Dampfer gesunken.
W. T.-B. London, 3. April. (Nichtamtlich. Drahtbericht.) Lloyds Agentur meldet: Der norwegische Dampfer „Peter H a m r e" sei versenkt worden. Der einzige Überlebende der 19köpfigen Besatzung des Dampfers, der in der letzten Nacht gesunken ist, während er vor Anker lag, landete bei dem Kentish-Knock-Leuchtschisf.
Die Vernichtung von „Sussex", „Euglish' man" und „Manchester Engineer".
W. T.-B. New Dork, 3. April. (Nichtanrtlich. Drcchtbe- richt. Durch Funkspruch van dem Vertreter des W. T.-B.) Die Unterseeboot frage wird dadurch verwickelter, daß das Staatsdepartement bon dem amerikanischen Konsul in Queenstown amtlich benachrichtigt worden ist, daß der Dampfer „Manchester Engineer" mit zwei amerikanischen Negerviehhändlern <nt Bord torpediert worden ist. Die amerikanische Botschaft in London hat die amerikanisch« Regierung benachrichtigt, daß drei amerikanische Überlebende von dem britischen PseiÄetransportschiff „Eniglishinan" unter Eid ausgesagt haben, daß der „Erglishman" beschaffen Wkd torpediert worden ist. Infolge der Tatsache, daß das Schffs mit Granaten beschossen worden ist, neigen Regierungskreise der Ansicht zu, daß es einen Fluchtversuch unter- Ttcmmen batte. Die heute aus Dover beim Staatsdepartement eingelaufenen Meldungen scheinen nach Aussagen amtlicher Kreise die ursprünglicke Annahme, daß die „S u s s e x" tcrpedievt worden sei, zu bestätigen.
Deutschlanö und Amerika.
Die Vernichtung der „Sussex".
W. T.-B. New Aork, 3. April. (Nichtamtlich. TwahtLe» richt. Durch Funksvruch von dem Vertreter des W. T.--M) Die Wtglicker des Kabinetts erklärten nach vimer Sitzung, das im Besitz der Vereinigten Staaten üesindlühe Material, betcefsenlo deir Fall „Sussex", sei uecht überzeugend genug, um augenblicklich zu einem entscheidend«! Schritt zu berechtigen. Deshalb sei beschloffen worden, van Deutschland Erkundigungen einzuziehen, ob ein deutsches Unterseeboot die „Sussex" torpediert hat. — Die „Eveniug Post" sagt jedoch in einer Depesche aus WaWmgtemp Die ülberwiegende Stimmung in der Sitzung des KabineiW war für den Abbruch der diplomatischen Beziehungen mit Deutschland, wofern nicht der gegenwärt-ige Zwischenfall in zusrieidenstellender Weise aufgeklärt würde und feste und unzweideutige Zrosicherungen für das künftige Verhalten der deutschen Unterseeboote gegeben werden könnten. Das allge- nueiirue Gefühl war, daß jetzt eine bestimmte klare Aussprache mit Deutschland stattstndeu müsse. Die Neigung Wilsons u:rd Lansings ging dahin, keine eiligen Maßnah^men zu eryveisen, sortdern das Ergebnis der Untersuchungen Gerards^ «bzuwarten. Für den Artgenblick tritt selbst die heikle nrexi- kanische Frage hinter der DrirUlichkeit des Vefftändniffes mit Deutschland zurück. Negierungskieise sind geneigt, Deutsch- 'land gegenüber bei der Führung seines Unterseebootkriegss ;cde Rücksicht zu rrehmen, aber der Angriff aus ein unbe» rvaffnetes Fährboot ist, so erklären sie, unentschuldbar und macht alle Zusicherungen praktisch wertlos, die früher in den ausgedehnten Unterhandlungen mit Bernstorff gegeben wurden.
Die Rekrutierungsfrage immer unlösbarer.
Br. Amsterdam, 3. April. (Eig. Drahtbericht. Jens. Bln.) Gestern eingetroffene englische Blätter vom Freitag urid Samstag zeigen, daß Englands größte Sorge, die Rekrutierungsfrage, immer unlösbarer wird. Es handelt sich jetzt nicht mehr um die Werbungsart, sondern um die Mglichkeit, überhaupt noch Männer aufzutreibcn, dies spricht die „Daily Mail" deutlich aus, indem sie sagt, daß die Zahl derjenigen Leute, die sich vorher zur freiwillige» Rekrutierung stellten und die später auf Grund des Dienst- zwangsgesetzes aufgehoben wurden, zusammen den Anforderungen nicht genügten. Das Kabinett beschäftigt sich jetzt unausgesetzt mit der Frage, woher es urehr Leute nehmen soll. Vocgeschlagen wurde bereits die Erhöhung der Altersgrenze bei allen, bei Unverheirateten mindestens bis zu 45 Jahren. Als einzige Rettung verlangt „Daily Mail" in Übereinstimmung mit „Times" und „Morning Post" unbedingt die allgemeine Wehrpflicht, ohne Ausnahmen irgend welcher Art.
Der irische Aufstund. i
Massendemonstration in Dublin.
Br. Rotterdam, 3. April. (Eig. Drahtbericht. Zeus. Bln.) über die Ausstandsbeloegungen versucht öi« Presse die OssentlickFeft durch die Behauptung zu beruh i g e n, daß die Bewegung im A b n e h men begriffen sei uitd die Streitigkeiten bald beignlegt sein würden. Offenbar wird diese Bchauptung auf Bchehl des Pressebureaus ausgestellt, denn sie hat in allen Blättern den gleichen Wortlaut. Ab-er es gehört jedenfalls ein gutes Stück Optimismus der Leser dagu ihr Glauben zu schenken. Daß sich die Iren die Zwangsabschiebung ihrer Führer nicht ohne weiteres gefallen lassen würden, war voonuA;ujehen. In Dublin demonstrierten 2000 Mann, iridMi sie mit Musik durch die Gvcfftomsireet zogen. Ein paar Salden«», die die enMche Nagge zu hissen wagten, ertzieftM Äs Aat-
