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Vonnerstag» 30. März fy!6. £M>£1tö s £tttSQClbC*

Nr. 152. . 64. Jahrgang.

vergebliche französische Angriffe auf die waldstevung bei Avocourt.

Der Tagesbericht vom 30. Marz.

Erfolgreicher deutscher Vorstoß bei Lihons. Das 12. Flugzeug von Leutnant Jmmelmann außer Gefecht gesetzt. — Feindliche Flieger über Metz. — Abflauen der russischen Vorstöße.

XV. T.-B. Großes Hauptquartier, 30. März. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

In der Gegend von Lihons brachte eine kleine deutsche Abteilung von einem kurzen Borstoß in die französische Stellung 1 Hauptmann und 57 Mann gefangen zurück.

W e st l i ch der Maas hatten wiederholte, durch starkes Feuer vorbereitete französische Angriffe die Wierdernahme der Waldstellungen nordöstlich von Avocourt zum Ziel. Sie sind abgewiescn. In der Südostecke des Waldes ist es zu erbitterten, auch nachts fortgesetzten Nahkämpsen gekommen, bis der Gegner heute früh auch hier wieder hat weichen müssen. Der Artilleriekampf dauerte mit großer Heftigkeit aus beiden Maasufcrn an.

Leutnant Jmmelmann setzte im Lnftkampf östlich von Bapnume das 12. feindliche Flugzeug außer Gefecht, einen englischen Doppeldecker, besten Jnsaffen gefangen in unserer Hand sind.

Durch feindlichen Bombenabwurf auf Metz wurden ein Soldat getötet, einige andere wurden verletzt.

Lstlicher Kriegsschauplatz.

Sütztich dos Narocz-Sees ließen gostorn die Rüsten von ihren Angriffen ab. Ihre Artillerie bkicb hier sowie öst­lich von Jllkobstadt und nördlich von Widzy noch lebhaft tätig; bei P o st a v y ist Ruhe eingetreten.

Balkan-Kriegsschauplatz.

Nichts Neues. Oberste Heeresleitung.

Oie Lage im westen.

Die vollständige Zerstörung der Stadt Verdun.

Bi. Genf, 30. März. (Eig. Dvahtbericht. Jens. Bin.) Aus der Zitadelle von Verdun, in deren Kellerräumen die ganze Mannschaft untergebracht ist, rfährt der „Demps" von einem amerikanischen Journalisten, daß die Zerstörung in der täglich mit 350 Granaten belegten Stadt der von Reims, Arras und Apern gleichkamme.

Havas erwartet die Behauptung von Malancourt!

Nr. Genf, 30. März. (Eig. Dvahtbericht. Zens. Mn.) Aus einem ergänzenden Bericht der Agence Havas über die gestrigen Kämpfe zwischen Avocourt und Bethincourt kann man folgende Einzelheiten entnehmen: Die deutschen Angviffskotormen fanden aus dem von Geschossen durchwühlten ®dänä>e durch französische Infanterie und Feldartillerie er­heblichen W i d e r st a n d. Das Ziel der Deutschen sei frag­los die Ortschaft Malancourt gewesen, deren umgebende Höhen vom Gegner besetzt feien. Die Havas-Note spricht die Erwartung aus, daß die opfermalige Besatzung sich dort be­haupten wird. Aber selbst im schlimmsten Falle hätte der Gegner von Malancourt aas aus der 18 Kilometer weiten Strecke bis Verdun noch vier stack Widerstandslinien zu überwinden.

15 160 französische Kriegserfindungen.

Wien, 30. März. (Zens. Mn.) Nach der „Politischen Korrespondenz" hat die französische Regierung dem Bud- tzetausschutz mitgeteilt, daß seit Kriegsbeginn 16 16 0 Er­findungen zur Prüfung vorgelegt worden seien, von denen 70 mit günstigen Gutachten der Heeresverwaltung überwiesen wurden. Von diesen 70 hätten ein Teil sofort praktisch verwendet werden können.

Französisch-italienische Kritiken über die Pariser Tagung.

W. T.- B. Bern, 30. März. (Nichtamtlich.) P i ch o n be­spricht im „Petit Journal" di« Pariser Konferenz, indem er das Fazit zieht, daß nunmehr übrig bleibt, die Absichten in Taten umHusetzen, wrs mindestens in militärischer Hinsicht das Werk der Konferenz sein müsse. Kritisch fragt er: Wind es ihr getingen, wird sie alle Konsequenzen zeitigen, um derentwillen sie zusammengetreten ist? Das wird die Zukunft lehren. Ereignisse, die die Welt Umstürzen und unverzügliche Erckscheidungen aus dem Schlachtfeld fordern, müssen ein paar venantworÄiche Persönlichkeiten ins Auge fassen unter Be­dingungen, die mehr Handlungen als Worte gewähr­leisten. — Clemenceau scheint nicht viel von ihren Er­gebnissen zu halten. In einen! Artikel warnt er vor allzu hochgespannten Hoffnungen und sagt: Das Ergebnis der Kon­ferenz ist ein mittelgutes, das aber seinen Wert erst erhält durch die Erfolg«, di« aus ihr entstehen. Die Kundgebungen, Tagesordnungen und der Austausch von Beglückwünschungen haben mehr oder weniger einen den Verhältnissen angepaßten mtieCbazen Wert. ES würde gefährlich fein, wenn wir uns

damit als mit Erfolgen begnügen wollten. — Laut Bericht der Turiner „Stampa" fragt man in diplomatischen Kreisen, welche Ergebnisse die Pariser Konferenz hinsichtlich Italiens gezeitigt hat. Trotz des strengsten Stillschweigens in dieser Hinsicht sollen nach dev Versicherung des Bericht­erstatters Anzeichen zu ider Annahme nicht fehlen, daß der italienische Standpunkt in Paris durchgedrungen sei. Dieser lasse sich in der Anerkennung det Schwierigkeit der Ausgaben zusammenfassen, die Italien in den Alpen, am Jsrnzo und in Valona erledigen müsse. Es scheine daher, daß die Konferenz abgeschlossen worden ist, ohne eine Er­weiterung des Kriegsschauplatzes oder eine Teilnahme des italienischen Heeres an den Operationen auf den anderen Kriegsschauplätzen mit sich zu bringen.

Der belgische Sozialist Hymans geaen jede sozialdemokratische Friedcnsvermittlung.

Die „Nordd. Allg, Ztg." schreibt: Der Funkendienst des Eifsel- turms meldet voin 26. März: Laut dem sozialdemokratischen „Vor­wärts" soll der Abgeordnete von Brüssel und Sekretär des Inter­nationalen Bureaus, Camille H h m a n s , mit Zustimmung dieses Bureaus bereit sein, eine Annäherung der Sozialdemokraten der Verbündeten mit den deutschen Sozialdemokraten anzubahnen, um eine Vereinigung des Konorriscs zustande zu dringen, der sich mit der F r i e d e n s s r a g e beschäftigen sollte. Nun hat Hymans, der gerade jetzt in Paris ist, dem „Petit Parisien" folgende Erklärung abgegeben: 1. daß da? Internationale sozialistische Bureau auf irgend eine Art und Weise nur mit Einwilligung aller beteiligten Par­teien handelt, 2. daß die französischen sozialdemokratischen Par­teien sich jeder Verhandlung zwecks einer Annäherung an die deut­schen Sozialdemokraten widersetzcn, 3. daß Hymans selbst jedem Versuch eines voreiligen Friedens feindlich gegen­über st e h t und daß die Zettungen dem sozialdemokratischen „Vor- wärts" seine Haltung schlecht ausqekegt haben.

1 Jahr Gefängnis sür den Buchdrucker des belgischen Hirtenbriefes.

Brüssel, 30. März. (Zens. Bin.) Wie belgische Blätter mitteilen, ist der Buchdrucker D e s s a i n, Bürgermeister von Mechcln, der den Hirtenbrief des Kardinals Mercier gedruckt hatte, ohne ihn vorher der Zensur vorzulegen, zu 1 Jahr Gefängnis verurteilt worden. Die vorhande­nen Exemplare wurden beschlagnahmt und die Formen un­brauchbar gemacht.

Oer Krieg gegen Nutzland.

Rücktritt des russischen Rriegs- ministers.

W. T.-B. Petersburg, 30. März. (Nichtamtlich. Meldung der Petersburger Telegrerphen-Agentur.) Kriegsminister General P o l i w a n o tu ist auf sein Ansuchen seiner Funktion enthoben und zu seinem Nachfolger der Chef der Intendantur Generalintendant General der Infanterie S ch u w a j e w ernannt worden. * % *

In einem Augenblick, da die russischen Millionen- scharen sich in vergeblichen, aber uui so verlustreicheren Anstürmen dbmühen, die deutsche Front im Osten zu durchbrechen und die französische Bedrängnis im Westen zu entlasten, tritt der russische Kriegsminister Poliwanow von seinem Amt zurück. Also sind es wohl enttäuschte Hoffnungen, die ihn zu diesem Schritt veranlassen, obwohl der Minister noch vor kaum Monats­frist in der Dnnia mit siegssgewisser Begeisterung Ruß­lands unerschöpfliche Reserven dem abnehmenden Menschenmaterial Deutschlands gegenüberstellte. Nun nimmt er plötzlich seinen Abschied und überrascht sowohl idas Ausland als Wohl auch das Zarenreich. Poliwanaw war es, der vor dein Ausslammen des Weltenbra-ndes bereits von der nrattpunatischen Notwendigkeit des Krieges gesprochen hatte, weit die selbständige Politik Deutschlands Rußland zur Unterhaltung einer Armee geKvunaen habe, die über seine Kraft ginge. Wenn Potiwanow jetzt vielleicht als das Opfer eines über und über wurmstichigen Systems sich fallen läßt, wenn die Hoffnungen, mit denen er einst als der Nachfolger des nunmchr zum Verbrecher gestempelten Snchonilinow im Juli v. I. auf den Kriegsplan trat, sich nicht erfüllten, so trifft das Schicksal' gerade einen Mann, der sich um die Reorganisation des russischen Heeres nach dem japanischen Feldzug unzweifelhaft große Verdienste er­worben 'hat. Der Öffentlichkeit bis zum Sommer vori­gen Jahres fast unbekannt, verdankt ihm Rußland vor allem die Erhebung der Artillerie zu größerer Leistungs­fähigkeit. Wenn Rußland im August 1914 im Verhält­nis zu früheren Kriegen io außerordentlich schnell mobi­lisieren konnte, >o ist dieser Erfolg wohl ans Poliwanows vorbereitende Tätigkeit als Gehilfe des Kriegsministers in den Jahren 1906 bis 1912 zurückzuffthrcn.

, Poliwanow mußte schon zu Beginn seiner kriegs- nftnrsterlichen Arbeit so manche Enttäuschung einstecken, denn damals war es gerade, als die deutschen und öster- reichisch-ungarffchen Heere im Norden, Westen und Süden den Russen überallhin auf den Fersen folgten und Festung um Festung ftel. Er gedachte es sür die

Folge wenigstens besser als sein Vorgänger zu machen, aber auch Poliwanow hat vielleicht erkennen müssen, daß ein russischer Minister Wohl den guten Willen zur Tat besitzen kann, daß bis zur Umsetzung in die Tat aber noch ein weiter Weg ist, weil die Ausführung nicht immer von Schneid und Äganisafton und Kriegsglück abhängig ist, sondern auch von der Masse jener, die in jedem Minister nur ein Werkzeug ihrer besonderen Wünsche und Vorteile sehen. Gerade die letzte Zeit hat in Rußland so manchen -Schwindel rm Transporiweien und in den Heerestieserungen bekannt werden lassen, die wohl mehr als Fortsetzung der skandalösen Korrup­tion unter Poliwanows Vorgänger anzusehen sind, gegen die er selbst jedoch vergeblich anznkämpsen suchte.

Über Poliwanows Nachfolger, den bisherigen Ehaf der Intendantur, Schuwajew, dürfte ftrum jemals etwas außerhalb der ,Grenzen des Zarenreiches bekannt beworben sein, man'rechne denn gerade seine erst vor knapp zwei Monaten erfolgte Ernennung sür diesen Posten zu einem welterschütternden Ereignis, aber be­sonders wirksam und weiteste Aufmerksamkeit erregend, ist Schuwajew sicherlich noch nicht ausgetreten. Jeden­falls kündet kein Liod, kein Hcldenbuch seinen Nomen, ilvenn man dagegen den Nutzen berücksichtigt, den ge­wisse russische Kreise gerade aus der jeweiligen Verwal­tung der Intendantur ziehen, so mag es uns begreiflich erscheinen, warum ans Herrn Schuwajew die Wahl acks Kriegsminister fiel. . . .

Der Krieg gegen England.

Die holländisch-englische Kabel­unterbrechung.

Mutmaßungen holländischer Blötter.

W T.-B. Amsterdam, 29. März. (Nichtamtlich.) Die Blätter widmen der Störung des telegraphischen Verkehrs mit England ausführliche Artikel. Es konnte noch nicht sestgestellt werden, was die Ursache ist. Man glaubt, daß das einzige Kabel, welches in den letzten Monaten in Betrieb war. gerissen ist. Das „Handels- blaad" nimmt als wahrscheinliche Ursache des Kabclbruches ein Wrack an. Einige Blätter denken an die Möglichkeit, das englisch, holländische Kabel sei absichtlich von den Deutschen abge­schnitten worden. „Nieuws van den Dag" schreibt: Deutsch­

land will England isolieren, und es würde jetzt, nachdem es in der Behinderung seiner -Zufuhr durch die deutschen tzl-Boote einen so beträchtlichen Erfolg aufzuwcisen hat, die moralische Jsolie. r n n g durch die Abschneidung der Kabelverbindung für die Deutschen zweifellos eine neue Quelle der Genugtuung sein, weil dadurch der „Lügen- und L ä st e c f e l d z u g", welchen die Deutschen ihren Feinden Vorwerken, unmöglich gemacht würde. Wenn es sich wirklich um einen Bruch des telegraphischen Kabels handelt, wird die Störung voraussichtlich eine dauernde sein. Das Kabel ist, wie der „Nieuwe Courant" schreibt, ein gemeinsamer Besitz Hollands und Englands. Aber England h-it die Verpflichtung, für die Reparaturen zu sprgcn. In England wünscht man wahrscheinlich nicht, da- Risiko zu laufen, daß das Kabelschiss bei der Her­stellung des Kabels zerstört wird und Holland besitzt kein s o l ck e s S ch i s st Es kann sich infolgedessen nicht daran mach«, den Schaden auszubessern. Man denkt nun an die Einrichtung eures drahtlosen Dienstes zwischen beiden Ländern, der allerdings den telegraphischen Dienst nur teilweise ersetzen kann und bedeutend. Verspätungen mit sich bringen würde.

Die Einstellung des Passagierdienstes Folkestone-Dieppe.

W. T.-B. Amsterdam, 29. Mürz. (Nichtamilich. Draht­bericht.) Ein hiesvzes Matt berichtet, daß der Passatzierbienst zwistchen Foüestone und Dieppe vorläuftg eingestellt ist.

Neue Schisssverluste durch Minen.

W. T.-B. London, 30. März. (Nichtamtlich.) Lloyds Agentur meldet: Der britische Dampfer „Eagle Point" (5222 Donnen) ist gesunken. Die Besatzung wurde gerettet. — Das Neutersche Bureau meldet ans Harwich vom 27. Mürz: Die BejaHnng des dänischen Dampfers „H a r r i e t" (1372 Tonnen) ist heute nachmittag hier eingetrosfen. Der Kapitän berichtet, daß der Dampfer auf eine Mne gelaufen sei. Das Schiff soll gesunken sein.

Lansings Anfrage in Berlin, betreffend „Sussex" und „Englifhman".

W. T.-B. Washington, 30. März. (Nichtamtlich. Reuter.). Staatssekretär L a n s i n g teilt mit, daß der amerikanische Botschafter in Berlin beauftragt worden ist, bei der deut- - schen Regierung anzufragen, ob ein deutsches Unterseeboot die „S u s s eund den „Englishma n" torpediert hätte.

Die Richtlinien der künftigen Stellung­nahme.

Eine amerikanische Denkschrift über den Unterseebootkrieg und die bewaffneten Handelsschiffe.

W. T.-B. Washington, 30. März. (Nichtamtlich. Funk­spruch -des W. T.-Ä.) Die Alliierten haben einzeln aus den Vorschlag Lansings, betreffend die Entwaffnung aller Kauffahrteischiffe, geantwortet und vlehnten dies-en tat­sächlich ab. Die Bereinigten Staaten werden alsbald zur Information aller Nationen einen umsassen-den Bericht über ihre Stellungn«rhme zur Führung des Untersesbootkri-eges und die Bewaffnung der Kouffahrer zu VertetdtgnngLztvecken g-b- fassen. Es wird tvahrscheinlich ein Rundschreiben an' die

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