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Wiesbadener Sagblatt

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Freitag, 24. März 1916.

5tbend-Ausgabe.

Nr. 142. . 64. Jahrgang.

Unser neuer Milliardensieg!

*0 Milliarden 600 Millionen.

Das Ergebnis der 4. Kriegsanleihe.

W.T.-B. Berlin, 24. März. (Nichtamtlich. Drccht- bericht.) In der heutigen Sitzung des Reichstages teilte Staatssekretär Dr. Helfferrch mit, daß nach den bisherigen Feststellungen die Zeichnungen aus die letzte Kriegsanleihe 10 Milliarden 600 Millionen betragen, nicht eingerechnet die Feld- mrö Auslandszeichnungeu.

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Der deutschen Volker neuer finanzieller Sieg.

Zum vierten Male war der Aufruf zur Zeichnung emer Kriegsanleihe an das deutsche Volk ergan­gen, zum vierten Male hatte ganz Deutschland dieser Mahnung Folge geleistet und zum vierten Male hatte das Land bewiesen, daß es noch nicht ärmer geworden ist, daß es sich wrllig und gern seiner Pflicht und Schul­digkeit unterzieht, weil davon in der Hauptsache -der Ausgang des Krieges gerade für Deutschland abhängig ist. Denn zmn Krisgführen. auch zu dem bisher nur mit Siegen verbundenen Kampfe gehört schon nach des alten Montecucoolis Worten Geld, sehr viel Geld und noch­mals Geld. Das Vertrauen, das die deutsche Regierung in Unternehmungen und Einzelpersonen gesetzt hatte, ist durch die Aufbringung von vielleicht bald 11 Mil­liarden Mark abermals aufs glänzendste gerecht­fertigt worden. Deutschland hat auch auf finanziellem Gebiet wiederum einen -c-ie-g zu verzeichnen, der sich den bisherigen würdig zur Seite stellt. War auch das Ergebnis bei der dritten Anleihe noch um etwas mehr als eine Milliarde höher, so darf man doch nicht ver­gessen, daß die inzwischen noch werter gestiegene Ver­teuerung der Lebenshaltung und Betriebskosten und Be- triebsrifiken dabei unzwei kelhast mitgewirkt fiat. Mag auch die französische, sogeurnnteSiogesanleihe" im De­zember v. I., die ein unbegrenztes Mindestmaß zur Aufgabe stellte, 14% Milliarden Franken ergeben -haben immer also noch nicht 12 Milliarden Mark, so wissen wir doch auch aus des französischem Finanz- winisters höchsteigenem Munde, daß in diesen 14% Mil­liarden nur 5% Milliarden Barbeträge oder neues -Geld enthalten waren, während die anderen Zeichnungs- summen in Bons, im Umtausch dreiprozentiger franzö­sischer Rente und Obligationen der Defense Nationale steckten. Zum Kurs von 87 Prozent, einer Vergünsti­gung ohnegleichen, waren also tatsächlich nur 3876 Mil­lionen Mark aufgebracht worden; nach fechzchn Monaten Kriegsdauer also noch nicht einmal soviel als wie die erste, im zweiten Krieqsmonat bereits aufgelegte deutsche Anleihe.

Das feindliche Ausland sucht in schlecht der- hohlenem Ärger die Erfolge der deutschen Kriegs- anleihen immer herabzusetzen und stützt sich dabei inssmer auf die Wirrung unserer Darlehnskassen, die angeblich in -der Hauptsache die deutschen Kriegsanleihen finan­zierten. Diesen Schreiern und Schmälern dürste dies­mal jedoch der Mund verstopft sein, nachdem des Deut­schen Reiches Staatssäckelmeister um die Gegner zu be­ruhigen. in einer Reichstagssitzung Mitte Dezember Mitteilen konnte, daß seit Antang des Krieges bis Ende Oktober nur 1054 Millionen Mark von den Darlehns­kassen zu Zwecken der Kriegsanleihezeichnungen vorge- sckossen worden waren, während die Einzahlungen bis dabin doch 22 600 Millionen betrugen. Was übrigens Frankreich und Enaland an Darlehnskassen fehlt, das besorgen um so gründlicher deren Zentralnotenkassen, die Bank von Frankreich und die Bank von England. Mit allen nur möglichen Mitteln hat diese um nur einigermaßen annehmbaren Erfolg der ersten englischen Krieasanleihe sich bemüht, mit Verpflichtungen seitens der Regierung mußte die Bank von Frankreich die ..Siegesanleihe" zum Zwecke der Erleichterung der Zeichnungen zu 75 Prozent des Nennwertes zu günsti­gen Bedingungen lombardieren. Man wird uns also diesmal nicht kommen können.

Deutschland hat zum vierten Male bewiesen, daß es auch finanziell nicht niederzuringen ist. Das sollten sich unter? Gegner nun endlich ebenfalls hinter die Ohren schreiben. Wenn einst Herr Grey von den sil- bernen Kugeln und der letzten Milliard- sprach, die noch am Ansgang des Krieges eine Rolle spielen werden, teil wahrlich haben beide »roch zur Verfügung und wer­

den sie anwenden und werden sie herbeizuschaffen wissen, wenn immer es nottut. Das sei auch unsere größte Genugtuung beim Überdenken des Zeichnungsergeb­nisses dieser letzten Kriegsanleihe!

Die Lage im Westen.

Ein kaiserliches Handschreiben an den her­vorragenden Fliegerleutnant Bölcke.

W. T.-B. Berlin, 24. März. (Nichtamtlich.) Eine weitere Anerkennung seiner glänzenden Erfolge im Lustkampfe hat Oberleutnant Bölcke durch das nachstehende Hand­schreiben des Kaisers gefunden:

Wir mir gemeldet wird, sind Sie wiederum aus dem Kainpf gegen feindliche Flugzeuge mit vollem Erfolg zurück- gekehrt. Ich habe .Ihnen bereits unlängst durch die Ber- lechung meines höchsten Kriegsordens, des Oüdems Pour le merite, gezeigt, welche Bedeutung ich den Ergeb­nissen Ihres Wagernutes beimesse. Den jetzigen Zeitpunkt aber, in dem Sie mit dem 12. Flugzeug nunmehr insgesamt zwei feindl'ehe Fliegerabteilungen außer Gefecht gefetzt Habens will ich nicht vorübcrgehen lassen, ohne Ihnen aufs neue meine vollste Anerkennung für Ihre vortrefflichen Leistungen im Luftkcnnpf auszuspvechen.

Großes Hauptquartier, den 20. März 1916.

(Gez.) Wilhelm.

An den Oberleutnant Bölcke beim Kampfgeschwader 2 der Obersten Heeresleitung.

Die französische Bestätigung des deutschen Erfolges bei Malancourt.

W. T.-B. Paris, 24. März. (Nichtamtlich.) Amtlicher französischer Bericht vom Mittwochabend: In Belgien

richtete unsere Artillerie ihr Feuer gegen Schützen- und Lauf­gräben der zweiten feindlichen Linie in der Gegend von Steen st raate. Nördlich -der A i s n e beschossen wir den Abfchmitt von Bi ll-e-a>ux-Bois. In den Argonnen konzentrisches Feuer auf di« deutschen Verteidigungsanlagen nördlich von Four de Paris sowie bei Mlle Morte. In der Gegend von Monfaucon-Nantillois, zwischen Haute Chevauchee und der Höhe 285 ein für uns günstiger Mmenkampf. Wir beschossen .den Wald von Malancourt. Westlich der Maas richteten die Deutschen nach einer heftigen Be­schießung, die den ganzen Tag andauerte, mehrere Angriffe gegen unsere Front zwischen der Spitze des Waldes von Avocourt und dem Dorfe Malancourt. Alle Versuche de? Feindes, aus dem Walde von Avocourt vorzubrechen, wurden durch unser A-rtilleriesperrfeuer und Jnfanteriefeuer angehaltem Der Feind vermochte auf dem kleinen Hügel von Haucourt, ungefähr 1 Kilometer südwestlich von Malancourt, Fuß zu fassen. Östlich der Maas heftige Beschießung in der Gegend von Douaumont und Vaux.

Französische Tröstungen über die letzten deutschen Erfolge.

W. T.-B. Bern, 24. März. (Nichtamtlich. Drccht- bericht.) Über den Schmerz um den Verlust des Wal­des von Avocourt suchen die Pariser Blätter die Öffentlichkeit verschiedentlich hinwegzutrösten. Der Demps" findet die Tatsache bedauerlich, will aber an der angeblichen Buntheit der Zusammensetzung der angreifenden Divisionen den Beweis scheu, daß die Deutschen von überall her ihre Bestände zusammen- ho-l-en müssen. Das Blatt scheut dennoch, auf die Er­schöpfung der Reserven zn schließen.Matin" fürchtet, daß die erneute ausgedehnte Beschießung an vielen Punkten einen ausgedehnten Vorstoß erwarten lasse. Das Blatt führt aus: Wir werden noch einige Wochen harte Prüfungen und schwere Opfer zu ertragen haben und werden vielleicht _ einige Kilometer zurückgehen müssen. Dann aber wird die Lage genügend geklärt sein und für den allgemeinen Vorstoß der Alliierten günstig sein. Aus den Militärkritiken desPetit Parisien" und -desPetit Journal" geht hervor, daß man sich schon mit dem Gedanken der Aufgabe der Höhenstellung 304 und Malancourt trägt. Beide Blätter setzen diesen Fall, um zu beweisen, daß -das bezüglich der Gesamtla-ge nichts zu bedeuten habe. Der Feind werde immer neue Hindernisse finden, der französische Generalstab werde den Befehl zum Rückzug nur geben, um der Front eine größere Widerstandskraft zu ver­leihen.

Die schweren französischen Ofsiziersverluste vor Verdun.

Berlin, 24. März. (Zeus- Bln.) über schwere französische Offiziersverluste heißt es in einer Meldung desL.-A.": Die den Kämpfen am linken Ufer der Maas "gewidmeten nicht­amtlichen französischen Darstellungen bestätigen auf Grund von Beobachtungen von Augenzeugen die außergewöhnlich

große Zahl der französischen Offiziersverluste, die seit Mitte März eine das Höchstmaß der Führertapferkeit bekundende Ziffer erreicht hätten. ,

Beschießung von Bclfort.

Br. Karlsruhe, 24. März. (Erg. Dvahtberrcht. Zervs. Bln.) DieBaseler Nachr." melden von der Grenze: Wie bereits der französische Mittagsbericht gemeldet hat, haben die Deutschen am Samstag Bel fort aus großer Entfernung mit schweren Granaten beschossen. Belforter Blätter berichten darüber: Um 7 Uhr abends wurden in Zwischenräumen von nur 5 Minuten wieder schwere Granaten aus Belfort geworfen. Der größte Teil der Bevölkerung hatte sich nach der ersten Be­schießung aus der Stadt entfernt, kehrte aber zurück, als cs ruhig wurde. Jetzt haben sie cs aber für gut befun­den, ihren Aufenthalt wieder nach außerhalb zu der- legen. Seit der letzten Beschießung ist gerade ein Monat verflossen.

Neue deutsche Erfolge im Sundgau.

Br. Karlsruhe, 24. März. (Eig. Drahtbericht. Zeus. Bin.) DieStraßburger Post" meldet von der schweizerischen Grenze: Im Anschluß an die in der Nacht von Samstag auf Sonntag unternommenen neuen Geschützkämpfe entwickelten sich im S u n d g a u wieder kleinere JnsanterieaLttcmen. Diese Kämpfe spielen sich hauptsächlich in -der Gegend von Largitzen, Sept und dem südlichen Teile der AWirchener Stellung et. Den deutschen Truppen ist es gelungen, stärkere franzö­sische Stellungen, von .denen aus wiederholt die Franzosen Angriffe versuchten, ihrerseits überraschend anzugreifen und zp nehmen. Diese Stellungen konnten gegen die franzö­sischen Gegenangriffe gehalten und nach weiterem Ausbau fest der deutschen Front angegliedert werden. Die Kämpfe an den anderen Orten sind noch nicht zmn Abschlcch gekommen.

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Der Fall des Hetzkardinals Mereier.

Kein päpstliches Telegramm an Kardinal Hart man rr!

W. T.-B. Köln, 24. März. (Nichtamtlich.) Zu der italieni­schen Mättermeldung, der Papst habe durch KardinalstoaffS- sekretär Gesparri an Kardinal Hartmann in Köln eine lange Depesche gesandt, in der er die Bitte ausgesprochen habe, er möge sich beim Kaiser zur Verhütung von Maßregeln gegen Kardinal Ddercier verwenden, kann dieKöln.Volksztg." .Mitteilen, da-ß an zuständiger Stelle in Köln ein derartiger 'Auftrag des Papstes nicht vorliegt.

Der Vatikan und Kardinal Mereier.

Ne. Lugano, 24. März. (Eig. Drahtbericht. Jens. Bln.) Nach demSecolo" befürchtet man im Vatikan die Inter­nierung des Kardinals Mereier in Deutschland. Durch eine solche Maßregelung würden sofort die Beziehungen zwischen dem Vatikan und Deutschland eine ernste Trübung erfahren, denn der Vatikan könne den Fall der Freiheitsbe­raubung (?!) eines Kirchenfürsten nicht ohne Protest vorüber- gehen lassen. Es herrsche daher im Vatikan große Be­sorgnis und eine schlecht verhehlte Feindseligkeit gegen Mereier.

Italiens Besorgnisse um Belgiens Schicksal.

IV. T.-B. Bern, 24. März. (Nichtamtlich. Drahtbericht.) Die Agenzia Stefani teilt mit: Der Unterstaatss-ekretär des Äußern B o r s a r e l l i sagte zur Behebung der Zweifel über die Haltung Italiens gegenüber den von den Alliierten zu stellen-den Friedensbedingungen in der Kammer, daß sich Italien damit einverstanden erklärt habe, -daß die poli­tische und wirtschaftliche Unabhängigkeit und eine volle Ent­schädigung Belgiens gefordert werden soll.

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Der Krieg gegen Rußland.

Oie Erfolglosigkeit der russischen Offensive dauert an!

(Telegramm unseres zum Ostheer entsandlen Kriegsberichterstatters.)

Bei Wileity, 22. März. (Zens. Bln.)

Die Angriffe gegen die Stellungen zwischen Wileity und P o st a w h wurden in der Nacht zum 21. März mit Stärke wiederholt. Es gelang russischen Abteilungen, in die Gräben einzudringen. Von morgens 6 Uhr an begann gleich­zeitig ein heftiger russischer Angriff gegen unsere vorge­schobene Feldwachenstellung Wileity. Bis gegen Mittag ver­suchten die Russen, in die fortähnlich ausgebaute Feldwache einzudringen, unter dem Feuer unserer Batterien und Maschinengewehre brach schließlich der Angriff zusammen. Es war einwandfrei zu beobachten, daß die russischen Maschinengewehre auf die eigenen Truppen feuerten, so­bald sie in den schützenden Waldrand zurückfluten wollten.

Am Nachmittag setzte das Artilleriefeuer zu neuer Heftigkeit an. Man konnte von den Stellungen nördlich von Wileity die unaufhörlichen ruffischen Einschläge