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Donnerstag, 23. März 1916.

Kbend-Kusgabe.

Nr. 140. . 64. Jahrgang.

Erweiterung des Erfolges von Avocourt.

Fortsetzung der russischen Entlastungs­offensive.

Der Höhenrücken.südwestlich Hancourt

genommen. 450 weitere Gefangene. Die unerschütterliche deutsche Verteidigung

gegen die russischen Massenangrisse.

Der Tagesbericht vom 23. März.

W. T.-B. Großes Hauptquartier. 23. März. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Der Erfolg beim Walde von Avocourt wurde durch Inbesitznahme der französischen Stützpunkte auf dem Höhen­rücken südwestlich von Haucourt vervollständigt. Es wurden etwa 450 Gefangene eingcbracht.

Im Ucbrigcn hat das Gesamtbild keine Veränderung er­fahren.

Lstlicher Kriegsschauplatz.

Ihre Haupttätigkeit verlegten die Russen auf die gestrigen Abend- und auf die Nachtstunden. Mehrfach brachen sie mit starken Kräften gegen unsere Stellungen im Brückenkopf von Jakob st adt beiderseits der Bahn Mitau-Jakobstadt viermal gegen unsere Linien nördlich von W i d s y vor. Während sie auf der Front nord­westlich von Postawy, wo die Zahl der eingebrachten G c - f a n g e n e n auf 14 Offiziere. 889 Mann gestiegen ist, wohl infolge der übermäßig blutigen Verluste, von größeren Angriffsversuchen Abstand nahmen, stürmte« sie kwrdrrhslt mit neuer Gewalt zwischen Narosz und Wiszniewsee an. Der hohe Einsatz an Menschen und Munition hat auch in diesem Angriff und in mehrfachen ein­zelnen Unternehmungen an anderen Stellen den Russen nicht den kleinsten Vorteil gegenüber der unnerschüt- terlichen deutschen Verteidigung bringen können.

Bai kan krieqsschauplatz.

Keine besonderen Ereignisse.

Oberste Heeresleitung.

Oie Schlacht um ver-un.

Bon unserem militärischen Mitarbeiter.

Zu Beginn der fünften Woche des blutigen Ringens am Verdun hat das Gefechtsbild auf allen drei Fronten, sowohl westlich wie östlich der Maas und endlich cm den Fußpunkten der Cüte eine zunehmend günstige Ge­staltung erfahren.

Westlich des Flusses ist unsere taktische Lage durch den Sieg der württemdergischen und bayerischen Wehr- männer im Waldgelande von Avocourt und nordöstlich davon wiederum verbessert worden. Der rechte Flügel unserer Angrissstruppen, anfangs bei dem Dorf Forges an die Maas reichend, hat dadurch seit der Erstürmung dieses Stützpunktes in einem Zeitraum von zwei Wochen eine Verlängerung um mohr als zehn Kilometer und einen Geländesprung von durchschnittlich 2 Kilometer gewonnen. Die zahlenmäßigen, r«ht er- treulichen Erfolge an Gefangenen und Kriegsmaterial mögen nur als Beleg dafür dienen, wie hier der Feind int wahrsten Sinne des Wortes Fleisch auf Fleisch packte, welch hoher Wert diesen Gelandeteilen von unserem Gegner beigemessen wurde und mit welcher Gelocht un­sere schwere Artillerie eine Feuerwand erstellte zwischen seinem Rücken und den südlichen Abzugskanälen, so daß Tausende von unverwundeten Gefangenen von den Unsrigen gemacht werden konnten.

Das Waldgelande von Avocourt wurde nach sorg­fältiger Vorbereitung durch Misere Artillerie mit stürmender Hand genommen. Der Erfolg des 20. März ist kein geringer. Wir gewannen dem gewaltigen Höhen­massiv zwischen Avocourt-Wald und der Maas die linke Flanke ab und eroberten neuen Raum zur Aus­stellung unserer schwersten Angriffsmittel gegen den W e st s e k t o r von Verdun. Vor allen Dingen sahen die Franzosen, welche immer an die Maasufer und die Cdte schauten, eine neue Vorbereitung der Gefahrszone dor Verdun. Bald hier, bald dort müssen sie ihre Re­serven hinwerfen, inrmer Mischen sich den Fluß lassend, wodurch die Beweglichkeit und Schnelliakeit schon ohne­hin beeinträchtigt wird. Endlich brachte uns der 20, März um etwa 2 Kilometer näher an die der Festung so wichtige Eisenbahn Der dun-Eier- Mo n t.

Mit dem 20. März dichte wahrscheinlich, zum Um- klarmnerung der Höhen südlichToter Mann", der deut­le rechte Flügel das Gesicht aus nordsüdlicher Richtung mchr nach Osten. Er läuft alsdann anscheinend durch die Waldzcme des Montfangon-Waldes, um hierauf scharf nach Osten umzubiegen. Vor unserer Gefechts- «nie liegen, noch am 20. März in französischer Hand, ine sestrmgsarütl ausgebauten Dörfer Malincourt

und Bethincourt. Wie ein Fels ragen sie noch allein in der Brandung hervor, in der Gefahr, bei jedem deutschen Schritt aus dem Avocourt-Walde nach vorne auch im Rücken abgeschnürt zu werden. Östlich des Dorfes Bethincourt springt die deutsche Front auf denToten Mann" die Höhe 265. Lange genug dauerte der Streit in der französischen Presse, wem sie gehöre. Die feindliche Umtaufe ist aus den französi­schen Generalstabskarten zu leicht zu ersehen, als daß unsere Heeresleitung mrch diese Entstellung berichtigen sollte. Mit einigen Tagen schweigen die feindlichen Berichte vomToten Mann", Das besagt genug. Östlich desToten Mannes" ist die deutsche Stellung im Rabenwalde verankert und zieht sich alsdann über den langgestreckten Höhenrücken der Cöte de L'oie nörd­lich Cumidres an die Maas. Die gesamte deutsche Stellung richtet sich nunmehr ganz offensichtlich gegen die Abschnürung der Maasfestung. Die vier­wöchige Arbeit war hart, aber dank der Plan» Mäßigkeit und eisernen Ruhe unserer Heeres- leitung eine wohlgelungene. Ihnen ist es zu danken, daß wir in diesem Sektor keinen einzigen Rückschlag er­litten haben.

Der Nordabschnitt vor Verdun liegt in gerader Linie etwa 2 Kilometer näher an der Festung als der links des Flusses. Hier stützt sich der rechte Flügel an das Torf Ch-ampneuville im Maasbett. Er ersteigt dann den Rücken von Talon, überschreitet die Straßengabel am Osthange und erklimmt endlich den auch vom Feinde so genanntenMesserrücken". Die 3 Kilometer breite Lücke Mischen diesem und der Panzerseste Douaumont, das Wald- und schluchtenreichc Höhengelände, ist bis zum jenseitigen Austritt fest in unierm Besitz. Die fran­zösischen Gegenstöße haben sichtlich an Wucht nachge­lassen. Dorf und Feste Douaumont bleiben in der Hand des Siegers. Östlich dieser Bollwerke liegt das schwierigste Kampfgelände. Von einer Bergeshöhe von annähernd 400 Meter fällt das Gelände nach allen Sei­ten steil ab, am Fußpunkte tiefe Schluchten bildend. Diese Gunst der Natur haben die Franzosen durch aus­gedehnte, geschickte Hindernisanlagen, vor allein elek­trisch geladene Mineiifelder, nach allen Seiten vortreff­lich ausgebaut. Es ist nicht leicht, sie auszusinden in dem Dickicht und sie zu zerschlagen. Hier ist gründliche Arbeit geboten. Nördlich der Panzerfeste Vaux haben die Angriffstruppen schon Gefechtssüchlung genommen und hier bricht unsere Frontlinie aus westöstlicher in eine novdsüdliche Richtung ab. Gegenwärtig steht noch der Kampf um die Panzerfeste Vaux . Ein Vergleich der entsprechenden feindlichen und eigenen Berichte läßt er­kennen, daß die Panzerfeste von drei Seiten aus von unsrer Infanterie angegriffen wird, daß die Haupt­arbeit der Artillerie unsererseits beendet ist und daß der Kampf bis cm die Hindernisanlagen vorgetragen ist. Wir haben es hier mit einem solchen Grade von Er­bitterung seitens des Feindes zu tun, mit einer der­artigen Widerstandskraft mdnschlicher, künstlicher und natürlicher Art. daß ein Vergleich mit anderen Ereig­nissen des Weltkrieges unsererseits nicht zutreffend wäre. Daher das langsam scheinende Tempo. Östlich des Forts Vaux nimmt die Gesechtslinie einen fast ge­raden, nordsüdlichen Verlauf. Am nächsten dem Fort Vaux stehen wir bei Damloup. Die anderen Dörfer der Cdte Lorraine, deren heftige Beschießung unserer­seits auch vom Feinde gemeldet wird, liegen hart vor unserer Jnsanterielinie. ^Das Süd ende -des Gürtels, welchen wir von drei Seiten um die Festung legten, befindet sich bei dem Knie von St. MihieI, dem in unserer Hand befindlichen westlichen Angelpunkt an der Maas. Aus dieser Osffeite fanden in den letzten Tagen keine Jnsanteriehandlungen größeren Maßstabes statt. Hier hat die Artillerie noch nicht ihr letztes Wort ge­sprochen.

Im Laufe dieser vier Wocheii heißen Ringens ist ge­wiß noch kein endgültiger Abschluß erzielt worden. Diele glaubten wohl, daß Verdun in wenigen Tagen und Wochen fallen würde. Die Phantasie des der Sache Fernstehenden berauscht sich gern au Zahlen von Ge- fangenen und Geschützen, an dem llkamen einer Festung, die monatelang der Inbegriff konzentrierter Kraft war. Der Vergleich mit Rußland trifft hinsichtlich der Zahlen auf unseren westlichen Feind nicht ganz zu. Was wir erreichen wollen und auch werden, das ist die Besiegung der feindlichen Armee, nicht der in Verdun, sondern der um diese und Mar im weitesten Umfange stehenden Truppenrnassen.

Aus diesem Woge sind wir. Verdun ist nicht mehr so operaffonssähig wie vor vier Wochen. Es ist keine Offensivbasis mehr, sondern nur eine solche defensiver Art, und letzteres lediglich in Zeit und Richtung nach -dem Willen Deutschlands. Seit über einem Monat unternahmen die Franzosen im .Kampfraum vor Ver­dun keine größere Offensive, um die Angreifer in die Ausgangsstellungen zuriickznwersen. Das wechselseitige Vorarbeiten auf unserer Seite, immer weit umgreifend, verdünnt die Kraftbrühe der französischen Reservekraft. Es Mingt sie, ihre Infanterie dauernd aus -der Lauer

in vorderster Linie liegen zu lassen, zermürbt sie da­durch moralisch und physisch, weil sie mehr denn die unsrige dem verheerenden Artilleriefeuer ausgesetzt ist.

Man geht wohl nicht fehl, wenn man behauptet, daß wir uns in dem Ringen uni Verdun'immer noch im Anfangs st adium befinden. Seine Entwicklung war eine gute und verspricht es auch ln Zukunft zu bleiben. M.

Die Nervosität der französischen Militär- kritik.

Unsicherheit iibrr die dentschen Absichten vor Verdun.

W. T.-B. Bern, 22. Marz. (Nichtamtlich.) Zwar widerhallen die täglichen Stimmungsberichte derAgcnce Havas", welche die amtlichen Kriegsberichte begleiten, von Sicgesfrcude und völligem Vertrauen in die gänzliche Niederwerfung der Deutschen vor Verdun, doch spricht aus den Militärkrttiken der Blätter ein ganz ande­res Gefühl, nämlich eine ziemliche Nervosität gegen- über den dunklen Plänen der deutschen Heeresleitung. Sie sordern teils die Blätter aus, nicht zu sehr auf das E in st el l e n des Vorstoßes zu vertrauen, wie derTenips", der es angesichts der deutschen Zähigkeit für weiser halle, nicht an das Anhalten der deut­schen Offensive zu glauben, teils ergehen sich die Kritiker in zahllosen Fragen nach dem Zweck des Wechsels zwischen Ruhe und neuen Angriffen. Wollen sie uns zwingen, unsere Reserven zu zeigen, oder nns durch eine beständige Beunruhigung ermüden? fragt Oberst 3E. imJournal". ImPetit Journal" stellt ein anonymer Militärkritiker fest, daß die T e i l a n g r t s s e zurzeit eine neue Einleitung bedeuten würden, um weiter« große Stürme vorznbereiten. Infolge des ständigen Ab - t a st e n s , meint der Kritiker, daß es nichts Erstaunliches wäre, wenn die Deutschen anderswo einen schwachen Punkt des Panzergürtels suche» würden. Jedenfalls sei es sicher, daß die Deutschen garnicht denken würden, auf Angriffe zu verzichten.

Ein französischer General über den logische» Zusammenhang unseres Vorgehens gegen Verdun.

W. T.-B. Bern, 22. Miärz. (Nichtamtlich.) In einer Betrachtung der Schlacht von Verdun schreibt Generäl Berthaut imPetft Journal": Wir -dürfen heute nicht schließen, daß die Deuffchen verzichten wer­ben. Die vielen triftigen Gründe, aus denen sich die Deutschen in dieses Abenteuer (!) gestürzt haben (basAbenteuer" kostet die Franzosen bisher bereits gewaltigen Geländ-everlust, AI 000 unverwunbete Ge­fangene und die völlige Ausschaltung Verduns als unsere Linien bedrohendes Ausfalltor. Schrfftl.), be­stehen noch. Von einer Zusammenhanglosig- keit der deutschen Kampfhandlungen will Berthaut nichts wissen; höchstens könne man angesichts der jüng­sten ArtillerietüticMt ohne Jnfanterieangriffe und ver­schiedener Angriffe überall ohne Verbindung unter­einander davon sprechen. Mer bisher, meine er, daß alles von den Deuffchen Unternommene aus einer folgerichtigen Überlegung hervorging. Me Angriffe aus denr linken Maasufer haben uns gezwun- gen, zurückzu gehen und ihrer Artillerie Stellen für die Längsbesireichung unserer Positionen des rechten Maasufers zu verschaffen. Die Angriffe bei Donau- m o n t waren ebenso logisch in der Entwicklung wie die gegen Vaux, welche mögliche Gegenangriffe gegen den Rücken von Douaumont verhüteten. Überall eine natürliche Entwicklung, immer aus demselben Gedau- k-engange.

Der italienische Generalissimus an der Front von Verdun.

Nr. Amsterbant, 23. März. (Eig. Drohkbericht. Zms. ©In.) Cadorna wird nach seiner Rückkehr aus London morgen, am 24. März, die ftanzösischen Stellungen bei Verdun besichtigen.

Salandras Reise nach Paris.

W. T.-B. Paris, 22. März. (Nichtamtlich. Drahtbericht.) DerPetit Parisien" erfährt aus Rom: Ministerpräsident

Salandra und der Minister des Äußern Sonnino wer­den Samstagvormittag nach Paris abreisen und dort Sonn­tag eintreffen. Sie werden am folgenden Sonntag nach Rom zurückkehren.

Die Überlastung der Häfen Rouen und Havre

W. T.-B. Paris, 22. März. (Nichtanftlich.) In der gestrigen Kammersitzung besprach ein Abgeordneter die unglaublichen Verhältnisse in den Häfen von Rouen und Havre, die einer tatsächlichen Sperrung gleichkämen. Er regte eine Verdoppelung und Verdrei- sa-chung der Eisenbahnlinien an, da die Flußschiffahrt versage. Arbeitsminister Sombat erklärte, daß das Möglichste zur Besserung geschehe, aber infolge des Krieges übersteige der Verkehr alle Erwartungen. Seine Ablenkung über D i e p p e würde zehn Monate beanspruchen. Es sei besser, es bei den bestehenden Ein- richtungen zu lassen, denn inzehnMonatenhoffe nran wenigstens, sei der Krieg beendigt. Der aussichtslose Plan einer Wirtschasts- konserenz in Paris.

W. T.-B. Bern, 22. März. (Nichtamtlich.) Mailänder Blätter enthalten eine Note derAgenzia Stefani", nach welcher dl«

»talieuische Resirrnna »och keine Vertreter Säx