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Nr. iss.

Dienstag, 31. März 1916.

Wiesbadener Tagblatt.

Abend-Ausgabe. Erstes Blatt.

Seite 8.

Das „Enfant terribte" der französischen Kammer.

Herr Accamlbray scheint durch seine Interpellation der sranzästrchen Kammer viel zu schassen zu mache::. Das „Echo de Paris" spricht von den „bedauernswert:n Gedanken" des Herrn Accambray, und das für einige Zeit durch die Zensur verbotene „Oeuvre" gibt im Sperrdruck — vielleicht nicht ohne Schadenfreude — einige Äußerungen dieses Herrn wieder. Es schreib:: „Wenn Herr Accambray vielleicht zu weit ge­gangen ist, so ist dies kein Grund, um unbeweglich und un­tätig dazu sitzen und nichts zu sagen. Wie man auch immer über die Parlamentsmi-tglieder und den Parlamentarismus denkt, so müßte man doch ein scheinheiliger Optimist sein, um die Tatsache zu übersehen, daß mitten im Kriege, während der Schlacht, ein Artillerieoffizier die Tribüne be- Iteigt, um mit Nachdruck folgendes zu wiederholen: „Rur wir und das S3öfl wissen nichts I Es ist vonnöten, daß das Volk wissend werde und die Regierung zu Handlungen zwingt, deren sie sich nicht getraut. Die öffentliche Meinung muß aufgerüttelt werden, well die Kammer .hre Pflicht versäumt hat. Nichts ist geschehen, was man hätte tim sollen. Ich habe kein Vertrauen zu der Regierung."

*

Die „Köln, volksztg." zur Warnung an Kardinal Mereier.

W. T.-B. Köln, 21. März. (Stichtamtlich.) Zu dem Schreiben des Geiieralzouvecneurs von Belgien an den Kardinal Mereier sagt die „Köln. Bolksztg." n. a.: Die deutsche:: Katholiken können es nur bitter beklagen, daß ein katholischer Kirchenfürst so aus dem Nahmen seiner hohen kirchlichen Stellung heraustritt, wie dies Kardinal Mereier in seinem letzten „H i r t e n b r i e f", der eigent­lich diese Bezeichnung gar nicht verdient, getan hat. Bon religiösen Gesichtspunkten aus ist die Verbindung und Vermischung von Religion und Politik, wie sie bei Kardinal Mereier im Laufe des Krieges in steigendem Maße Gewohirheit geworden ist, eine überaus betrübende und in ihren Wirkungen unheilvolle Er- schemnng.

Zunächst verkündet er den Belgiern mit einer ganz sonderbar an- mutenden Sicherheit den endgültigen Sieg des Vierverbandes und den Triumph Belgiens. Er scheint kein Gefühl mehr dafür zu besitzen, welche unselige Stimmung dadurch in der belgischen Bevölkerung hervorgerufen werden mutz; er legt sich keine Recheit- schast darüber ab, wie sckmdlich erst solche Vorherverkündignngen des Sieges des Vierverbandes für die katholische Religion und deren Vertreter in Belgien ausfallen müssen, wenn sie sich durch die Ereig­nisse als eine Irreführung Herausstellen.

Biel schlimmer aber wird diese Haltung des Kardinals durch seine Hinweise ans übernatürliche Hilfe, wenn er von einer natürlich« und „übernatürlichen ttherzeuznng" spricht, die den endgültigen Sieg verspreche. (La convictkm, naturelle et suraaturelle, de notre victoire finale est, plus prokmdement que jamais ancree en mon äme.) Theologisch ist eine solche Aus- drncksweise durchaus verfehlt, denn der Kardinal kann wohl nicht be­haupten, daß ihm eine Privatossenbarung über den Sieg der Alliierten zu teil wurde. Wer die gläubigen Katholiken in so theo­logisch schon verfehlten Ausdrücken irresührt, verfehlt sich gegen die wichtigsten Pflichten seines Hirtenarmes.

Außerdem wird in diesem Schreiben ein Mißbrauch mit den Worten der Heiligen Schrift getrieben, der mt§ bei einem Kirchensürsten von der Gelehrsamkeit des Kardinals Mereier ganz unbegreiflich verkommt. Die Bibelworte: „Was nützt es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, dafür aber seine Seele verliert", tverden von ihm so umgedeutet, als ob das Seelen­heil der Belgier die Niederlage Deutschlands verlange. Die Worte: „Jenen, di« Gott lieben, gereicht alles zum Besten", werden so aus­gelegt, als ob der Sieg Belgiens darin versprochen sei.

Eine Äußerung des Heiligen Paters, daß er mit Belgien Mit­leid empfinde, wird so dargestellt, als ob der Papst auf Seite Belgiens stehe, wie überhaupt mit dem Namen und der Autorität des Papstes hier ein Mißbrauch getrieben wird, wie er schlimmer kaum gedacht werden kann.

Das stärkste Stück aber leistet sich der Kardinal, indem er den Belgiern die Möglichkeit ausmalt, daß das deutsche Heer von Seuchen heimgesucht werde und seine Niederlage dadurch erfolgen könne. „Gott braucht nur m seinen Rechen die Keime einer Seuche sich entwickeln zu lassen, und sofort werden die auch hoffnungsvollsten Ausblicke zerstört sein. (Que Dieu laisse propager dans les längs les gerntes d’urre epidemie et voilä rumees, sur l'heure, les previsions les plus optimistes.) Wir können zur tcilwciscn Entschuldigung des belgischen Kirchensürsten nur an- uchmen, daß nationale Leidenschaft seinen Blick so ver­blendete, daß er die Tragweite ähnlicher Beriautbarungen nicht mehr übersehen kann und ein Opfer jenes unsäglichen

Helgeland" im zweiten und dritten Akt eine überragende Leistung, so stand gestern ihre Rhodope nicht auf gleicher Höhe. Wir sind an die keusche reine Rhddope des Fräuleins Gauby gewöhnt, die sie lyrisch spielt, nur als Weib. Fräulein Senken verlieh der Königstochter mehr männliche, zeitweise dämonische Züge. Sie war voll Kraft und Selbstbewnßtsein, zudem erschien sie zu reif und stattlich, um die Rolle so recht glaubhaft durchzuführen. Ihr Können liegt entschieden auf dem Gebiet der Heroine. Doch wird eine so gute Künsüerin in jeder Rolle interessieren, selbst in einer, die ihr minder gut liegt. Und das war gestern abend doch der Fall. Ganz merk­würdig berührte Wieder die Ähnlichkeit des Organs mit dem unserer früheren Heroine Luise Willig. Das gute Spiel der übrigen Mitwirkenden ist bekannt, bis auf die Rolle der Lesbia — durch Fräulein Reimers verkörpert —, die bisher noch keine Würdigung erfuhr. Zart und lieblich sah unsere kleine Naive aus, zart und lieblich war auch ihr Spiel. Die Zuschauer lauschten andachtsvoll und aufmerksam. Der Bei­fall klang — wie es sich für diese Tragödie geziemt — sehr gedämpft. B. v. N.

* Aus den Frankfurter Theatern. Im Neuen Theater sah man die Uraufführung eines Zweiakters „Die Glieder­puppe" von Paul Schirmer, eines Charlottenburger Schul­manns mit dichterischen Neigungen. Die Gliederpuppe ist eine kleine Proäiermamsell, die em Dichter sich zum Modell er­wählt hat. Daraus ergeben sich firr daS kleine Mädelchen Herzenskonfiikte. Die Probiermamsell verliebt sich in den Dichter, darf aber nicht auf Gegenliebe hoffen. So bleibt eine tiefe Wunde im Herzen zurück, die der Verfasser mit menschlicher Wärme schildert. Die Aufführung, in die noch einige Lichter aus der vergangenen Frankfurter Modewoche strahlten, war vortrefflich und gab dem anwesenden Dichter Gelegenheit, wiederholt mit den Hauptdarstellern zu er­scheinen. —I.

Weine Chronik.

Bildende Kunst und Musil. Die Gattin des Malers Wilhelm Trübner (Karlsruhe), Alice Trübner, ist gestern plötzlich in Berlin gestorben.

Deutschenhasses geworden ist, wie er seit Jahren, schon lange vor dem Kriege, in der französischen nnd frcmzösischgesinnten Presse gezüchtet wurde. Dabei bleibt aber bestehen, daß das Verhalten des Kardinals oen s ch ä r f st e n Tadel verdient, nicht nur wegen seiner politischen Gegnerschaft zu Deutschland, die wir schließlich einem Belgier als Privatäußernng nicht übel nehnien würden, aber wegen dieses so unsagbaren Mißbrauchs seiner kirchlichen Stellung und der dadurch erfolgenden Schädigung religiöser Interessen.

Es war eine letzte Warnung, die dem belgischen Kardinal vom deutschen Generalgouvernement zugegangcn ist. Möge man in Mecheln diese Warnung verstehen, denn es handelt sich hier um mehr als die Person eines einzelnen Bischofs, es handelt sich um die Interessen der deutschen Verwaltung, um die Sicherheit des deutschen Heeres und nicht in letzter Linie irm das Wohl des belgischen Volkes. Das Generalgouvernement hat dem Kardinal gegenüber bisher große Geduld und Langmut geübt, aber die oben erwähnten wich­tigen Interessen verlangen ihrerseits wirksamen Schutz. Noch liegt es in der Macht des Kardinals, eine scharfe Wendung der Ereignisse zu vermeiden, nwg« er endlich seine Leidenschaft so weit bezähmen, daß die deutsche Verwaltungsbehörde nicht zu bcrechtigren Abwchr- maßregekn gezwrmgen wird.

Der Eindruck der Abfertigung Merciers bei den vernünftigen Belgiern.

Berlin, 31. März. (Zeus. Mn.) Wie sich «die „Boss. Zig." aus Brüssel melden läßt, ist der Brief des Generalgouver­neurs <m Mereier das Tagesgespräch. Die Beigier kommen­tieren ihn lebhaft miid erkennen, so weit sie nicht von Fana­tismus verblendet sind, seine maßvolle und würdige Sprache ar:. Nicht -weniger Belgier erklären, -daß es geradezu unglaublich sei, daß ein Mann, wie Mereier, sich so weitvergessen konnte, in seinem Hirtenbrief versteckt die .Hoffnung auszusprechen, das denff-che Heer werde durch eine Epidemie vernichtet werden.

Der Krieg der Türkei.

Der umtliche türkRckie Bericht.

W. T.-B. Konstautiuopel, 31. März. (Nichtamtlich. Draht- bericht.) Das .Hauptauartier meldet: An der Jrakfront ist die Lage unverändert. — Kaukasusfront: Keine

wesentlichen Ercigmffe, abgesehen ven Plänkeleien zwischen Erkundungsabteilungen.

Am 19. März schleuderte nachmittags ein Torpedoboot »Ad abends ein Kreuzer Bomben ohne Wirkung in die Gegend von Sedd-ül-Bahr und Teke-Burun. Die Schiffe zogen sich darauf zurück.

An der Ae menfront rückte eine englische Abteilung mit zwei Maschinengewehren in Richtung auf Ekssage irördlich von Sheik Osman vor. Sie wnroe durch unsere Truppen, die ihr entgegengeschickt wurden, angegrfffen. Der Feind floh unter Zurücklassung von 2V Toten und Verwundeten und 9 getöteten Pferden nach Sheik Osman.

Die englische Presse rechnet mit Über­raschungen im Jrakgebiet.

De. Bon der russische-, Grenze, 21. März. (Eig. Draht­bericht. Zens. Bin.) Mikiäwkritiker Moskauer Matter stellen fest, daß die Lage der Engländer im Jrakgebiet noch immer keine Besserung erfahren habe, sondern daß man mit gewissen Überraschungen stündlich rechnen müsse. Die Türken haben einen fast dreifachen Kordon um Kut-el-Amara gezogen und sehr starke Befestigungen errichtet. Auch dürfe man unter keinen Umständen -die Schwie­rigkeiten unterschätzen, unter denen der Angriff der russi­schen „Bagdad-Armee" unter General Barabrw zu leiden habe.

Der Krieg gegen Italien.

Der Protest des österreichisch-ungarische» Roten Kreuzes zur Versenkung des Hofpital- schifses „Elektra".

W.T.-B. Wien, 21. März. (Nichtamtlich.) Die Bundes- lertung der österreichischen Gesellschaft vom Roten Kreuz r:chte:e ^air-läßlich der Torpedierung des Spitalschffses „Elektro" an das Internationale Komitee vom Roten Kreiuz zu Gens eine Protestkun-dgevnng, in welcher es heißt: Die „Elektra" war als Scespital-fhiff den s-ün-dl-icben Kriegs­mächten motisiziert und mit allen für solch? Fahrzeuge vor- gchchrieberren äußeren, weit sichtbaren Kennzeichen versehen worden. Die Anlunci-erung erfolgte nach dem aurt- bchen Bericht des österreichrsch-rmgarffchen Fl«ttento«rman- dos, ohne daß das Schiff rnyeh.rlien worden wäre, bei Larer Sicht und Hellem Sonnenschein. Mit vollen: Recht bemerkt dieser Bericht über die ebenso ruchlose wie feige Tat des feindlichen Unterseebootes, daß sich eine krassere Ver- letzung des Völkerrechtes nicht denken lasse. Wrr erheben gegen die Torpedierung unseres Seespitaffchrffes, durch welche sich die betreffende feindliche Kriegsmarine mit unaus­löschlicher Schmach und Schande bedeckt hat, mit aller Schärfe Protrst. Da es unbekannt ist, welcher feind- :«hen KrieWmarine das Unterseeboot angehört, stelle« wir Las ebenso höfliche wie dringende Ersuchen, diesen unseren Protest über -das ganz nnquaUfigterbare Vorgehen des seind- lichen Tauchbootes den Kommandanten der feindlichen Kriegs- flstte im Wege der betreffenden Gesellschaft vom Roten Kreuz vollinhaltlich bekannt zu geben.

Die Ereignisse aus dem Salkarr.

Die gesteigerte U - Bootgefahr vor Saloniki.

Sarrai! fährt zur Sicherheit auf einem Hospitalschiff!

Br Stockholm, 21. März. ,E>'g. Drahtbericht. Zens. Bin.) Wie russischen Berichten über die Lage in Mazedonien zu ent­nehmen ist, hat sich die Unterseebootsgefahr vor Saloniki in letzter Zeit erheblich gesteigert. Die einzelnen Transporte werden meist van zwei bis drei Torpedolwots- zerstörern eskortiert. General Sarrail benützte bei seinem Athener Besuch ein H o s p i t a 1 s ch i f f.

Zur Angliederung des oberen Epirns.

Berlin. 21. März. (Zens. Mn.) Zur endgültigen An- gliederung der Provinzen des oberen Epirus an das Königreich Griechenland sagt die „Post": Wenn die griechische Regierung zur tatsächlichen auch die rechtliche Herrschaft über die Proviirzen von Nordepirus geltend zu machen imter- nomnren hat, so darf man vermuten, daß hier nicht plötzlich eine Handlung brüsker Selbstherrlichkeit ans Tageslicht springt, sondern das Ergebnis einer Reihe diplomatischer Verhandlungen.

Die Rundreise des serbischen Kronprinzen und Ministerpräsidenten.

W. T.-B. Turin, 21. März. (Nichtamtlich. D-vahtbericht-s Agen-zia Stefan: meldet: Kronprinz Alexander von Serbien und Pafchitsch sind nach Paris abgereist.

Unzntressende Nachrichten über konsularische Vertretungen in Bulgarisch-Serbien.

XV. T.-B. Berlin, 21. März. (Nichtamtlich.) Sofioter Blätter bringen die Nachricht, in* deutsche Regierung habe Konsuln für Nifch, Mtvlia und Prizreud eruairnt. Bon.««« solchen Maßnahme ist hier nichts bekannt.

Die neue Rektoratswahl in Rumänien, s

W. T.-B. Brrkarest, 21. März. (Nichtamtlich. Dvahtbericht-7 Vorgestern bat in Jassy die Wahl des Rektors der Universitär stattgefunden. Es erhielt der Professor K.t-viw p , d e 80, Professor Mateo Eantac-uzino 29, ProstzHnj Alex a n-d res tu 28 und Professor Stere 26 Stimme«. Die dem Unterrichtsminister vorgekegte L-ffte enthält die drei erstgenannten Professoren:, unter welchen er die Wähl trch« kann.

Oer Urieg gegen Portugal.

Die Stimmung in Portugal trotz allem deutsch-sreuudlrch?

XV. T.-B. Budapest, 21. März. (Nichtamtlich.) „Az Est"- meldet aus Barcelona: Die Offiziere der in Portugal b-e>» schlagnahmten deutschen Schiffe haben sich tells nach Cadiz, teils nach Bilbao begeben. Offiziere und Mamr- schasten der Schiffe ,LXiloö", „Tcchdetos", „Naxos", ..Erms?, „Rhodos , „Arkadia, „Java, fast sämtlich der deuffcheu Levantelinie angehörend, begaben sich nach Barcelona. Die Offiziere berichten, daß die Schiffe, bevor sie beschlagnuchmt wurden, gänzlich unbrauchbar gemacht worden seien. Monate dürften vergehen, ehe die Schiffe verwendet werden können. Trotz lebhafter Stimmungsmach« der Entente wird die Stimmung ig Portugal als deutschfreundlich bezeichnet; namentlich gilt dies von den gemäßigten Republikanern und Roy«, listen. Die portugiesische Armee wird sehr ntt«!«. wertig geschildert. Die Bewaffnung sei kläglich. Die deut­schen Offiziere, deren Zahl 40 beträgt, haben ein Hans in Barcelona gemietet, wo sie gemeinsam bis zum Ende des Kriegs verbleibe,: wollen. Das ungarische HandeisschB „Szeccheny" ist bisher nicht beschlagnahmt worden.

Die Nerttrsken..

Die Erbitterung in New York über die " Wertpapierbeschlagnahmung durch England,

W. T.-B. Hamburg, 21. März. (Nichtamtlich. T»chtÄ> richt.) Drahtbecicht des ,Hamburger Fvemdenbiaites" aaä New Uor k vom 18. März: In finanziellen Kreisen von lltew Jork herrscht all-mählich eine größere Erbitter n UH wegen des fortgesetzt«! Anhalkens und der terlweisen BejchidG- «aorwe amerikanischer Wertpapiere durch Esg. laidd, so oft sie seitens holländischer Bank«: per P jst an amerikanische Finurzinstitute versandt werden. DiestS Vorgehen der- englischen Behörde hat in letzter .Zeit eine fast völlige Stockung des Geschästsverckchrs Mischen den Banken der beiden Länder und bereits enorme Verluste für beü« Seiten verursacht. U. a. sahen sich holländische Banken dreserholü gezwungen, die Eirckös umg amerikani-scher Bo nütz, Koupons usw. einfach zu verweigern. In vielen FAlchi kargen Briefumschläge, denen Konnossemente des amerikani­schen Konsuls in Amsterdam beigefüzt und die sogar mit dem anrtllchrii Siegel des Konsuls versehen worden waren, ge. öffnet an; ihr Inhalt war ganz oder icilwerse en tser nch Aus dem Umschlag war stets .der Vermerk des englischen Zen­sors zu lesen. Die N-rgumenie, daß die Wertpapiere bona ticke -Eigentum holländischer Siaatsaugehörizer si-iid, sind brshex n-iemaks berücksichtigt worden. Auch -der Umstand, daß durch den Steuer-stcmr,)el fast sämtlicher Wertpapiere AwerfeHas fest­gestellt Weeden komrte, daß dieje schon vor dem 1. Fuk 1914 holländisches Eigentum »vacen, ä«dert-e an der Sache nichts. Hat man schon die Anha-ltung der Briefpost als einen be, klcgenswevten, erniedrigenden Zusrand 'fviTnfy**, st, erwartet man jetzt mit Bestimmtheit, daß diese Handluuys- weise der engkifchen Regierung, die sich rrurrmehr cüs eine direkte und intensive Verletzung neutraler Rechte ertuet^ energffche -Maßnahmen seitens der amerikanffchen Regreruna: Hervorrufen wird.

Hollands unterbundener KnkLshandel.

Br. Amsterdam, 21. März. (Erg. Drahtbericht. Zens.

Die französische Regierung hat nach der „Tinies" die Niederlrnde benachrichtigt, -daß sie sich der weckereu Einfuhr von Kakao nach Hollrnd widersetze, falls nicht a»tsreichcnde Garantien für die Einstellung der Kakaoaussuhr nach Deutschland gegeben würden. Der niedersiürdische Uber­seetrust hat nun die Erwirkung einer ner:-en Musuhrerlaubnis in Aussicht gestellt, jedob rrur -für solche Firmen, die ihre ge­samten Kakaovorräte unter die Kontrolle des Trusts stelle« wollen. Die „Tim-cs", die stets an: lautesten zur Verschärfung bei Wockade gegen Deutschland gehetzt hat, sagt jetzt schein» heilig es wäre tief zu bedauern, wcrrn der blühende hollän» dische Kaka-ohcmdel durch ein allgemeiues Einfuhrverbot vev« nichtet werde.

Aus den verbündeten Staaten.

Schaffung einer Papierzentrale und Beschränkung des Zeitnugsumfangs auch in Österreich-Ungarn.

W. T.-B. Wien, 20. März. (Nichtamtlich. DrahtberichtL Dem „Morgen" zufolge hat gestern iu der Hundelollrurmer: eine Beratung der nn Z-entriÄverein der Zeitungsunter- nehmer vertretenen Herausgeber von etwa 180 Tages- zeitungen stattgefil-nderr, um zur Bekämpfung der Übelständy in der Papiererzc-ugung Stellung zu nehmen. Die Versammlung, der auch Vertreter der Ministerien beiwohnten, nahm eine Enffchließa-ng an, in der u. a. um Schaffung ern« Pas'ierzentrale sowie wt den Gvloiß einer Vervrd-» uuwg ivegen behördlicher Festsetzung des Umfanges dey Z-e > t u n g e n ersucht wird.