Verlag Laaggaffe 21
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Samstag, 18. März 1916. KbENÜ -KU§g(lbE» Ur. 132. . 64. Jahrgang.
Westen Nichts Neues.
Patrouillengefechte südwestlich des Doiran- Sees in Südnrazedonien.
Der Tagesbericht vom 18. Marz.
W. T.-B. Großes Hauptquartier, 18. März. (Amtlich. Drahtbericht.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Bei wechselnder Sicht war die beiderseitige Kampftätigkeit gestern weniger rege.
Östlicher Kriegsschauplatz.
Das Artilleriefeuer im Gebiet beiderseits des Narocz- S e e s ist recht lebhaft geworden. Ei» schwächlicher nächtlicher russischer Borstoß nördlich des Miadziol-Sees wurde leicht ab- gcwiesen.
Balkankriegsschauplatz.
Südwestlich des D o i r a n - S e e s kam es zu unbedeutenden Patrouillenplänkeleien.
Oberste Heeresleitung.
Staatssekretär helsferich zur vierten lkriegsanleihe.
In der Reichstagssitzung vom 16. März machte Staatssekretär Helsferich mit Bezug auf die neue Kriegsanleihe folgende ganz besonders beachtenswerte Ausführungen, auf die wir darum in Ergänzung unseres Parlamentsberichts mit Rücksicht auf die fortgesetzt zu betreibende Werbearbeit für die noch im Gange befindlichen Zeichnungen hin noch einmal eingehend zurückkommen:
Draußen im Lande vollzieht sich jetzt die Zeichnung unserer Kriegsanleihe. Über den Ausgang dieses DA- kerringens wird nicht nur mit den Waffen draußen im Felde, sondern auch mit den Waffen der wirtschaftlichen Kraft daheim entschieden. Das erkennen denn auch unsere Feinde. Keiner unserer Gegner hat das Maß unserer Leistungen auch) nur annähernd erreicht. Wrr haben mit steigendem Erfolg in drei gewaltigen Anleihen 25 Milliarden ausgebracht. Frankreich hat in seiner einzigen großen Aneihe, der sogenannten Siegesanleihe, nur 13 Milliarden Mark seiner Kriegsausgaben konsolidieren können. England hat bisher durch konsolidierte Anleihe nur 18 bis 19 Millionen anfgebpacht. Englands erste Anleihe haben wir mit dein Ergebnis unserer zweiten geschlagen, das Ergebnis seiner zweiten mit unser dritten Anleihe. Aus seine zweite Anleihe hat England bisher keine dritte folgen lassen. Seine kurzfristigen Schulden wachsen ins Angemessene. Trotzdem zögert der englische Schatzkanzler, die dritte Anleihe, die immer wieder verschoben worden ist, auf den Markt zu bringen. Die Bedingungen der vorigen Anleihen verbauen ihm den Weg.
Wir sind unbeirrt unseres Weges gegangen. Das über Erwarten glänzende Ergebnis der Septomlber- anleihe hat, wie ich damals betonte, uns die Möglichkeit gegeben, bis zu diesem Frühjahr ohne neue Anleihe auszukommen, ohne irgendwie die Institute, die uns für die Zwecke der Geldbeschaffung zur Verfügung stehen, über Gebühr in Anspruch zu nehmen. Jetzt, wo wir die neue Anleche brauchen, dürfen wir uns erneut vertrauensvoll an das deutsche Volk wenden. Von den im Dezember vorigen Jahres bewilligten 40 Milliarden haben wir noch) 15 Milliarden frei. Allerdings sind hiervon schon für einen erheblichen Betrag Schatzanweffungen ausgegtzhen, die nun in Kriegsanleihen konsolidiert werden.
Rach Begebung der neuen Anleihe werden wir wieder der einzige Staat sein, der seine ganzen Kriegsschulden konsolidiert hat.
Unsere monatlichen Kriegsausgaben brüten sich in den letzten Monaten 1916, wie ich im De- zeniber mitteilte, über den Betrag von 2 Milliarden er- hoben. Ich kann Ihnen heute die erfreuliche Mitteilung wachen, daß die Ausgaben für Januar und Februar bmter deni Betrage von 2 Milliarden zurückgeblieben nud (Hört, hört!) und daß die Ausgaben der ersten M ä r z h ä l s t e hoffen lassen, daß wir auch im März diese 2 Milliarden nicht erreichen oder wenigstens nicht überschreiten werden. (Beifall.) Das bedeutet, daß unsere Kriegsausgaben kaum nennenswert h ö h e r s i n d als vor einen: Jahre. Das ist erreicht trotz einer erheblichen Vermehrung unseres E ffekt i v b estandes, trotz der Erhöhung der Lebensmittelpretse und trotz der gewaltigen Anstrengungen, die wir auf dein Gebiete der Munitionserzeugung machen.
Die täglichen englischen Ausgaben werden inAvi- schen 100 Millionen erreicht haben.
Englands Kriegskosten sind jetzt, absolut genommen, 56 v. H. h ö h e r als die unsrigcn.
Ar»f den Kops der Bevölkerung machen sie etwa 2 M.
1 M. bei mrs aus. In Frankreich hoben die
51 riegskosten bisher 18 Milliarden Franken erreicht, die letzten Angaben aus Rußland nennen 31 Milliarden Rubel. Unsere Kriegskosten waren in den Monaten August bis Dezember 1914 bloß um ein Drittel höher als in England. Da-inals standen wir an erster Stelle. Heute braucht England 50 v. H. mehr als wir, Frankreich und Rußland haben uns erreicht.
Tie täglichen Kriegskostcn unserer Gegner belaufen sich auf 246 Millionen, die täglichen Kriegskostcn von uns und unseren Bundesgenosien auf 116 Millionen Mark. Ich kann heute sagen, daß unsere und unserer Bundesgenossen tägliche Kriegskvsten nicht unerheblich hinter der Hälfte derjenigen unserer Gegner zu- rückbleiben. (Hört, hört!) Den Gesamtaufwand berechne ich bei uns und unseren Bundesgenossen auf 50 bis 65 Milliarden, bei der Entente mit ihrem Anhang auf 100 bis 105 Milliarden. Das Verhältnis ist etwa 1:2. Es ist umgekehrt proportional zu den erzielten Erfolgen. (Heiterkeit.) Die Entwicklung von Kriegsauswand und Erfolg hat uns die bisherigen Ergebnisse der Kriegsanleihen ermöglicht. Unsere Kriegsausgaben bleiben in der Hauptsache im Lande und kommen dem Inlands zugute. Der günstige Stand unserer Reichsbank und der Einlagen bei den Sparkassen legen Zeugnis davon ab, wie sie sich erneut zur Kapitalsbildung verdichtet haben. Bei den Sparkassen ist in Frankreich die Zahl der Einleger im Jahre 1914 zurückgegangen. Dagegen ergab eine Erhebung bei uns im Jndustrie- bezirk die Anlegung von 280 000 neuen Sparkassenbüchern. Der Zuwachs im Jahre 1914 ist absolut und proportional größer als in der Friedenszeit. Der Betrag der Sparkasseneinlagen hat in Frankreich seit Kriegsausibruch einen R ii ck g a n g von 280 Millionen Franken erfahren. Bei uns brachten die Kriegsjahre 1914 und 1915 zusammen einen Zugang der 'Sparkasseneinlagen von 4600 Millionen Mark. Hiervon sind 41/2 Milliarden für Kriegsanleihen aufgewandt worden. Das Jahr 1916 hat einen Neuzugang von 440 Millionen Mark gebracht.
Unsere Sparkasseneinlagen stehe» heute, nachdem 414 Milliarden Mark für Kriegsanleihczweckc verwandt sind, noch um mehr als 566 Millionen besser als zu Beginn des Krieges.
(Hört, hört!) Das gibt uns das Vertrauen, daß es uns gelingen wird, auch die vierte Kriegsanleihe zu einer V 0 lksanleih e im wahrsten Sinne des Wortes zu machen und sie als Volksanleihe zu einem neuen Erfolge zu führen, der zeigt, daß unsere finanzielle Kraft ebensowenig gebrochen werden kann wie der Kaiupfesmut unserer Truppen. Unsere Feinde sangen an, dies allmählich und langsam zu begreifen. Das zeigen namentlich die Ausführungen des Lord Crewe, die ^er vor einigen Tagen im englischen Oberhaus gemacht hat. Deshalb verfolgen unsere Feinde den Gang unserer neuen Anleihe mit ganz besonderer Ausmerk- sainkeit. Sie wissen, was es heißt, wenn uns der vierte Schlag gelingt. Sie arbeiten mit allen Mitteln, um unseren Erfolg zu vereiteln. Sie verbreiten überall die wahnwitzigsten Lügen über unsere finanzielle Lage. Durch Nachrichten von Zahlungseinstellungen von Banken usw. und ähnliche Gerüchte versuchen offenbar Agenten unserer Feinde unser Volk kopfscheu zu machen. Das Deutsche Reich hat für seine Anleihen sein Wort und seinen Kredit verpfändet. Das deutsche Volk mit seiner ganzen Tüchtigkeit und Arbeitskraft, der deutsche Boden mit seinem ganzen Reichtum steht hinter der Anleihe, ist dafür gut. Wir haben noch sechs Tage für die Anleihe vor uns. <Ne müssen ausschlaggebend sein. Wir müssen alle Kräfte anspannen, um die Kriegsanleihe zu einem Erfolge zu führen und um den Feinden zu zeigen, daß chre Hoffnung, uns wirtschaftlich zu vernichten, eben- s c fälsch ist wie die Hoffnung, uns schlagen zu kön- neu. Mehr als je kommt es darauf an. Entschlossen- h e i t u n d K r a f t zu zeigen. Das Ausland muß auch neu erfahren, .daß alle Hofstrilng auf Zwietracht und Schwäche eitel ist und eitel bleibt (Beifall), daß ein Wille zum Siege alle Deutschen unlösbar zusainmen- schließt. Der Feind, der von der Zerschmetterung des Preußischen Militarismus redet und der in Wirklichkeit die Zerbröckelung und Verstümnielung der deutschen Volkskraft meint, soll aufs neue erfahren, daß, wenn es zum Kampfe kommt, wir alle wie ein Mann zusammen- stehen, daß wir entschlossen, das Schwerste zu tragen und das Höchste zu leisten um des Vaterlandes willen! (Leb- Hafter Beifall.)
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Die Wiener Presse zu Helfferichs Rede.
W. T.-B. Wien, 18. März. (Nichtamtlich.) In einer Besprechung der Rede des Schatzsekretärs Helfserich bebt das „Fremdenblatt" namentlich zwei Äußerungen Helfferichs hervor, nämlich, daß auch, wenn der Friede bald kommen sollte, die Überleitung in den Friedenszustand längere Zeit erfordern werde, weiter, daß Deutschland seine Hoffnung auf
einen finanziell günstigen Friedensschluß aufrecht erhalte. Diese Erklärungen Helfferichs, meint da? Blatt, werden gewiß überall nach Gebühr gewürdigt werden. — Die „Rene Freie Presse" mißt vesondere Bedeutung den Mitteilungen bei, die Heilfferich über die Krchgsr uszabrn des BierveLbarides inr Vergleich mit jenerr der MrttelmäAe gemacht hat. _
Die Lage im westen.
Der Kampf um Verdun.
Französische Anstrengungen um Bethincourt-Cumidres.
Br. Haag, 18. März. (Eig. Drahtbericht. Zeus. Mn.) „Daily Expreß" meldet aus Paris: Die gestrigen Angriffe der deutschen Infanterie, die nach stundenlangen Beschießungen durch schwere deutsche Geschütze ausgeführt wurden, waren in der Hauptsache abermals auf die Front Bethincourt- E u m i ä r e s gerichtet. Die französische Heeresleitung hat alles Interesse daran, jeden Fortschritt der Deutschen hier zu erschweren und unmöglich zu -machen, da der Besitz deS Höhenkammes des „Toten Mannes", den die Deutschen zu erringen trachten, ein loeiteres Vordringen des Gegners auf dem rechten Maasuser inEezirk von Vacherauville erheblich begünstigen würde. Deswegen wurden schon am 16. März nennenswerte französische Jnfauterieabteilungeu in der Nähe derjenigen Abschnitte der französischen Stellungen am „Toten Mann" zuisammengezogen, die bei den letzten großen Angriffen in den Händen des Feindes geblieben waren. Um diese Lausgräbenstücke fft jetzt sehr heftig gekämpft worden. Sie sind bisher noch nicht wieder in französische Hand üüergegangen, aber man glaubt, daß die Linie Bethincourt-Toter Mann- Cumiäres behauptet werden kann. Für ihre Verteidigung sind hinter diesem Frontabschnitt bedeutende Artilleriemassen zusamlmengezogen. Die ganze Front hinter Verdun steht im übrigen weiterhin im Zeichen sehr lebhafter Munition- und Geschützzufuhr. Man sicht auf einigen Landstraßen Munitionskolonnen von 200 bis 300 Lastautos, die rhre Tätigkeit vor Tagesanbruch beendigt haben müssen, damit sie nicht von den feindlichen Fliegern bemerkt werden.
Der euger werdende deutsche Gürtel um Vcrduu.
Berlin, 18. März. (Zens. Mn.) Jnm Schluß eines Berichtes über den Kampf um Fresnes den Karl Nosner aus dein Großen Hauptquartier an den PL.-A." erstattet, wird gesagt: Der deutsche Güriel um Verdun ist enger geworden. Im Osten und im Sübosteu hal>en wir den Gegner aus der Tiefe in die Höhe» hinaufgetrieven. Jetzt schanzt er an den Hängen des Mont Girm 0 n und der Cöte des Hures. Er wird nicht alt da werden.
In der „Voss. Ztg." schreibt E. v. Sa-tzmann zur Kriegslage im Westen: Deutschlands Oberste Heeresleitung spielt wieder einmal das Prävenirc und machte alle die schönen Pläne von der gemeinsanien Lrerverbandöoffensive glatt zu Wasser. Der Hieb ist immer die beste Parade. Die Vorgänge um Verdun sind unser Hieb. Die Ereignisse dort sind in ein neues Stadium getreten. Sämtliche feindliche Vorstellungen sind eingedrückt, zum größteii Teil mit stürmen- der Hand erobert. Das neue Stadium des Kampfes um Verdun kennzeichnet sich bereits als ausgesprochener Festungs- kamps. - ' j,
Die frmrzösischeu Toten vom April 1815 noch vor der Front!
Berlin, 18. März. (Zens. Bin.) Vom westlichen Kriegsschauplatz berichtet Max Osborn in der „Boss. Ztg.": Fast ein rundes Jahr htu-durcl» sahen unsere Leute, wenn sie den K-ops aus den Gräben steckten, dunkle Flecke, die nicht verschwinden wollten. Jetzt ist klar, was die Flächen bedeuteten. Es sind die Leichen gefallener Franzosen, die weithin zu Hunderten vor den zerfetzten Drahtverhauen zerstreut sind. Aber nicht Tote aus den Kämpfen der letzten Wochen, sondern von den vergeblichen Angriffen her, die sin April 1915 an dieser Stelle von drüben unternommen wurden. Es ist wieder einmal ein schauerliches Beispiel für die seltsame Pietätlosigkeit, die man auf französischer Seite den Opfern aus den eigenen Reihen entgegeirbringt. In elf langen Monaten haben ihre Kameraden sich nicht um diese armen Burschen gekümmert. Unsere Soldaten hätten Gefallene aus ihrer Mitte, die in so leicht erreichbarer Nahe hinsanken, längst herübergeholt, um ihnen den letzten Liebesdienst zu erweisen, ©ie hätten alles daran gesetzt, sil dunklen und ruhiger» Nächten des Stellungskampses, wenn auch mit großen Mühen und Anstrengungen, wenn auch mit Gefahr des eigenen Lebens, dieses traurige, schwere Amt zu versehen. Wir haben le'der nr e h r als einen Mann zu beklagen, den bei solchem frommem Werk die Kugel eines feindlichen Postens traf. Nun werden auch im März 1918 deutsche Hände den ffanzösischen Toten vom April 19 to endlich die Ruhe des Grabes bereiten.
Ter beste französische Flieger vor Verdun unterlegen.
Berlin, 18. März. (Zens. Mn.) Der französische Flieger Gnyemer wurde bei den Lustkämpfen mk Gebiete tarn Verdun verwundet. Wie vecschi ebene Mütter melde«.
