Verlag Langgaffe 81
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Samstags 18. März 1916.
Morgen-Kusgabe.
Nr. 131. . 64. Jahrgang.
vir fünfte italienische Offensive gescheitert.
Erfolgreiche Vorpostengefechte an der
Strypa. — Außer 68 Gefangenen ein
Maschinengewehr und 4 Minenwerfer erbeutet.
Österreichisch-ungarischer Tagesbericht,
w - T.-B. Wien, 17. März. (Nichtamtlich.) Amtlich verlautet vom 17. März, mittags:
Russischer Kriegsschauplatz.
An mehreren Stellen der S t r y v a - F r o n t erfolgreiche Borpostcnkämpfe. Westlich von Tarnopol drangen hierbei unsere Truppen in die russische Vorstellung ein, machten einen Fähnrich und 67 Mann zu Gefangenen und erbeuteten 1 Maschinengewehr sowie 4 Minenwerfer.
Italienischer Kriegsschauplatz.
Die Italiener haben ihre fruchtlosen Angriffe an der Jsonzofrout c i n g e st e l l t. Auch diesmal blieben alle unsere Stellungen fest in unserem Besitz.
Südöstlicher Kriegsschauplatz.
Unverändert.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: v. Höfer, Feldmarschalleutnaut.
vie neue Schlacht am Isonzo.
Nach einer Ruhepause von mchr als drei Monater Hatte Italien, als erster ldes Entente-Bundes, eine nein große Offensive unternommen. Der Zahl nach war die ser jüngste Vorstoß der fünfte. Die vier 'vorhergehend den brachten Italien nicht um einen Schritt Breite den Ziele seiner Träume näher. Triest und T r i e n t, dsi unbefreiten Provinzen, harren noch immer ihrer Be freier. Statt dessen mußten die schwachen Schultert Italiens schwere Opfer an Gut und Blut auf sick nchmen. Mchr als 600 000 Mann kostete diesem Lank bisher dieser freventliche Krieg. Zwischen .der vierter und der neuen fünften Offensive erichte es bittere Enttäuschungen in Albanien. Aus Durazzo mußten du beiden italienischen Brigaden dem ehemals verbündeter Sieger weichen. Seit bald einer Woche stchen die Spitzen der ArnreAbteilung Koeoeß kaum 20 Kilometer vor den Toren Dalonas.
- r ® te Ö" e der eigenen Freunde hat es keine sehr teste Stellung. Die Absage an das SaloniLi-Unter- nchmen. die Weigerung, an Deutschland den Krieg zu erklären, der ihm als Schuld beigemessene Untergang Serbiens. und Montenegros — alles dies lastet schwer auf dem Ministersessel der verantwortlichen Regierungs- manner. Reckmet man hinzu noch die Vorgänge in der inneren Politik, so wäre ein Erfolg mehr als dringend geboten gewesen. Hierzu kommt die gegenwärtige'Not Frankreichs. Dringend genug wird unser .west- Ucher Feind seinen Hilferuf über die Alpen gerufen habem So war die neue Jsouzo-Offenfive eine Aus- ,6Murt der verfahrenen italienischen Politik, eine un- glückselige Verquickung von Politik und Strategie, wie wir sie in diesem Kriege bei unseren Feinden schon w oft erlebten. Me neubsgonnene Offensive aber stand unter keinem günstigen Stern. Me gegenwärtige Wit- renmg für einen Angriff aus dem Tale zu den Berges- hohen, wie ihn Italien begann, war vom 13. März, dem Lage des Anfangs, an ein äußerst schwieriges Unter- nehmen.^ In den Höhenlagen, im Tiroler und Kärntner Swnzgchret, liegt nach italienischen Meldungen der Schriee bis zu der stattlichen Höhe von zehn Meter. Mehrfach richteten Schneelawinen schweren Schaden an Eigentum und Menschen an. In den tiefer gelegenen '«lmpfggbreten, in den Greuzlanden des Isonzo, Herr- 1 s Regen und Überschwemmung. Der Käme-
rM«Wmter" und sein ,Bundesgenosse, „die Schnee- iwmeize", treten helfend in die Reihen unserer verbündeten Isonzo-Kämpfer.
der erste Tag der neuen Jsonzo-Schlacht ,7> t «P Angreifer ein mehr als bescheidenes Resul- wi Die Stürme hatten dieselben Zielpunkte wie bis- wr wütende Angriffe gegen die Brückenköpfe am Worzer Übergang, weniger heftige an den nördlich da- größte Kraitanstrengimq nahe der L^^Euste. Immer noch leuchtet auf italienischer Seite me ichwache Hoffnung, durch eine Umfassung von ÄnttrK Brückenkopfstellung an den Trümmern jV. Il ^ hcf?en Stadt Gorz aus seinen Fußpunkten nenS’LJ? 16 Heeresberichte von hüben und drüben mnen daher auch dieselben Namen. Die Berge San ^und MrchÄe auf der Dobevdo-Hochfläche, der ^ Podgora an dessen südlichem Fnß-
^ der Gotz vorgelagerte klemere Brückenkopf von
Lucinico verankert ist, die Übergangsstellen bei Plava und endlich-das Jsonzo-Knie bei Tolmein sind seit dem 13. März wieder zu de» Brennpunkten der iLchlacht gcworiden. Siebenmal versuchten Sturmkolonnen des Feindes den Bergesgipfel von San Martina zu erklimmen und ebenso oft wurden sie von tapferen Ungarn wieder mit blutigen Köpfen hangabwarts gejagt. An einzelnen Stellen drangen die Sturmkotonnen wohl rn die vordersten Gräben ein. Sehr bald wurden sie wieder herousgejagt. Mit Minen und Handgranaten begann das furchtbare Ringen zum fünften Male. Nirgends errang der Feind einen greifbaren Vorteil überall erhielt er blutige Abweisung. Dafür wies General Eadorna am dritten Tage der neuen Jsonzo-Schlacht auf die ungeheuren Geländeschwierigkeiten hin, auf die Heldentaten der Truppen und nicht zuletzt und wohl mit dem besten Grunde auf „die konzentrische Wirkung des feindlichen Feuers aller Kaliber". General Eadorna meldete auch von der italienischen Räumung einer „Redoute" rnid von feindlichen „Gegenangriffen". Nun Nt nach dem Tage nach dem vorliegenden österreichrsch- un gotischen Tagesbericht die fünfte Jsonzoschlacht bereits^ als gescheitert anzusehen; denn — so heißt es — die Italiener haben ihre fruchtlosen Angriffe eingestellt. Und auch diesmal sind die Angreifer nicht um Haaresbreite vovwärtsgekommen. Herr Salandra und seirie Anhänger brauchten einen Sieg, um die überall elektrisch geladene Atmosphäre wieder zu reinigen, Herr Eadorna brauchte einen Sieg, um das italienische Volk aus seiner Kriegsmüdigkeit aufzurütteln. Wer sie sind wieder um eine Hoffnung -betrogen und um eine Ent- tänschung reicher geworden. Man darf unter diesen Ilmständen gespannt darauf sein, wie sich nun die Ereignisse im Innern des Landes gestalten werden, welche Töne man namentlich im Parlament wieder anschlagen wird. . Seit bald zehn Monaten jagt Italien einem unsinnigen Phantom nach, wenn es noch vernünftige Köpfe in seiner Regierung gäbe, so würden sie jetzt und für gut Schluß machen. Denn auf die Erschöpfung seines Gegners kann Italien schon längst nicht mehr rechnen, weil gerade die italienischen Niederlagen -den österreichffch-ungiarischen Truppen neuen Mut verleihen werden! ... m.
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Die nächste Konferenz der Alliierten in Rom?
, London, 17. März. (Nichtamtlich. Mäht-
berrcht.) Der „Trmes" zufolge wird die nächste Kaufe- reuz der Alliierten bald in Rom stattsinden. Lloyd George wird England vertreten. Man hofft, daß sich auch Srr Edward Grey nach Rom begibt.
Oer Krieg gegen England.
Zur Heldenfahrt des Kreuzers „Möve".
Kommandant Graf Dvhna-Schlodien über seine Erlebnisse.
Br - Liegnitz, 17. März. (Eig. Drahtbericht. Jens. Bin.) Der Kommandant der „Mode" Graf Dohna-Schlodien führte m einer Ansprache bei der Begrüßung in seinem schlesischen Geburtsort Mallmitz u. a. folgendes ans: Ich möchte, daß Sie alle jetzt, was ich erlebt habe, Mitempfinden. Es ist wohl das Größte, was ein Mensch erleben kann. Ich habe gesehen, was deutsche Stent und deutsche Kraft durchsetzen kann, ich Hecke gesehen, wie die Matrosen in den schwersten Gefahren keinen Augenblick gezögert haben, ihre Pflicht zu erfüllen. Das hat mir das Vertrauen gegeben, daß ich mit solchen Leuten das Größte wagen kan«. Sie könne« sich denken, was für ein Augenblick es war, als an einem Tage a ch t englische Kapitäne vor mir standen und ich ihnen sagen konnte, „das tut die deutsche Flotte". Sie haben gehört, wie der Leutnant Berg die „Appam" in vortrefflicher Werse mrt 25 deutschen Mannschaften und 450 Gefangenen nach Amerika gebracht hat. Ein anderer hat mit 8 Mann deutscher Besatzung 250 gefangene Engländer ans einer Insel ausgeschifft. Da war cs Zeit, nach Hans zu fahren. Bei der Ankunft in Deutschland fand ich ein Telegramm vor „Ins Hauptquartier befohlen". Den Empfang dort vermag ich kaum zu schildern. Die Herzlichkeit und Gnade, mit der mich der Kaiser empfing, und wie er mir seinen Dank «nd seine Freude ausdrückte, hat mich tief bewegt. Er hat sich auch Mallmitz und meines lieben verstorbene» Baters erinnert. Später habe ich noch große Momente dort erlebt. Ich habe die Armee des Kronprinzen vor Berdu» gesehen. Diese Freudigkeit und Entschloffenheit, die ich bei Soldaten Nder Waffe dort beobachtet habe, hat einen unauslöschbaren Eindruck auf mich gemacht. Mit diesen herrlichen Truppen werden wir den S i e g erringen. Bon dort ging cs nach K a r r u h e, wo ich vom Großherzog und der ältesten deutschen Fürstin, der Großherzogin Luise, empfangen wurde, überall, wohin ich kary, habe ich gesehen, wie man in Liebe der deutschen Flotte gedenkt und sich der Taten der „Möve" fteut. Überall wurden mir in freundlichster Weise reiche
® nl) was habe ich getan'? Rur meine Pflicht, .__ -
Zum Untergang des holländischen Dampfers „Tubantia".
Die Schilderung des ersten Offiziers.
Br. Haag, 17. März. (Eig. Drahtbericht. Zeus. Bln.) Ein Vertreter des „Neuen Rotterd. Courant" hatte in Hoek van Holland eine Unterredung mit dem ersten Offizier der „Tubantia". Der Offizier erzählte: Um 2,30 Uhr nachts, gerade als wir vor Anker gehen wollten, und als der Kapitän sich noch in der Kartenkammer befand, wurde das Schiff durch einen entsetzlichen Schlag erschüttert. Alle an Bord befindlichen Glasgegenstände zersplitterten. Die Kartenkammer, das Rauchzimmer und die Bücherei waren in einer Sekunde in Trümmer verwandelt. Das Schiff war steuerbord in der Mitte getroffen. Das Rettungsboot, das über der Stelle hing, war verschwunden und an seiner Stelle hingen zerstörte Marconidrähte. Das Brückenhaus war gleichfalls in Stücke geschlagen. Der Dampfer holte unmittelbar stark nach Steuerbord über, richtete sich jedoch bald wieder auf. Diss aus dem Schlaf aufgelveckten Fahrgäste eilten auf Deck und nahmen sofort die ihnen bei der Abfahrt des Schiffes für einen solchen Fall angewiesenen Plätze ein. Die Backbordrettungsboote wurden zuerst ins Wasser gelassen. Besatzung und Fahrgäste verhielten sich ruhig und hilfsbereit. Nachdem auch die Steuerbordrettungsboote herabgelassen waren, blieben schließlich der Kapitän, der erste Offizier und noch etwa 20 Mann der Besatzung an Bord. Da das Schiff sich wieder aufgerichtet hatte, suchte der Kapitän es zunächst noch treibend erhalten zu können. Diese Hoffnung erfüllte sich jedoch nicht. Um 6,51 Uhr morgens verschwand die „Tubantia" in den Wellen. Der Kapitän hatte sich vorher mit dem Rest der Besatzung in die Boote begeben. Die Frage, ob das Schiff auf eine Mine stteß oder torpediert wurde, fit noch zweifelhaft.
Auch die deutsche Post verloren gegangen.
Br. Haag, 17. März. (Eig. Drahtbericht. Jens. An.) Das Unglück der „Tubantia" übte auf die Amsterdamer Börse einen starken Einfluß aus. Die Anteile der betreffenden Lloydgesellschaft eröffnten 10 Prozent unter dem gestrigen Kurs. Außer der holländischen Post ging auch die ganze deutsche, nach Spanien und Südamerika bestimmte Post verloren.
Entrüstung in der holländischen Presse.
W. T.-B. Amsterdam, 17. März. (Nichtamtlich. Draht- bericht.) Die Blätter schreiben seh rer regt über den Verlust des großen Dampfers „Tubaettia". der als eines der Ettteschiffe der holländischen Handelsflotte galt. Obwohl nach den bisherigen Berichten noch wicht mit Sicherhsit festzustcllen ist, was die eigentliche Ursache des Unfalles war, und obwohl auch die Meldung des Kapitäns, daß der Dampfer torpediert wurde, erst der Vsstättguwg bedarf, herrscht in der Presse die Re-iqung, die Schuld der deutschen Kriegs- führung in die Schuhe zu schieden. Der „Rvtterdalnsche Courant" sondert, daß endlich 'der deutschem Flotte Instruktionen gegeben werden, durch die Irvtümer unmöglich gemacht werden. Das Blatt knüpft dawan sohgende Bettar^reng: Die Lage der kleinen Länder -wird m diesem Kampfe für die kleinen Nationen und für die freie See targjatn elend. Es isi schon Monate her. daß wtt das. was von beiden Par- teien unserem Lande anget«rn wird, als einen Wettkampf im Unrecht tun bezeichneten, und der Zustand hat sch seitdem nicht gebessert. Der Kämpfer für das Recht der kleinen Nationen hält unsere Schiffe an und nimmt daraus, was nach seinem Geschmack ist. Er behindert die Zufuhr nach unserem Lande und legt unsere Jndusttie immer mehr la^hm. Der Kämpfer für die freie See bohrt unsere Schiffe ohne weiteres in den Grund und trachtet auf diese Weise, unsere Schifffahrt und^ unseren Handel unmöglich zu rmchen. Es droht uns das Schicksal, daß wir zwischen der uneigennützigen Liebe der beiden Streitenden zerrieben werden.
Abervmls ein Dampfer bei Nordhinder ! in Seenot.
W. T.-B. Amsterdam, 17. März. (Nichtamtlich. Drahtbericht.) Nach hier erngelanfenen Berichten befindet sich beim Leuchtschiff Nvrdhindrr ein Dampfer in Seenot. Aus Blffsingen fuhren einige Fahrzeuge der Kriegsmarine zu Hilfe. Der Marinestick eMärt hierzu, daß der schwedische Dampfer „A s k" aus Stvckholm einen Unfall hatte und nunmehr durch den norwegischen Dampfer „Liesbet" geschleppt wird. Ein Beistand der nirderlandffchen Torpedv- bvote wurde nicht beansprucht.
Nach diesem zwecken Vorfall, der sich in der Nähe derselben Stelle ereignete, wo die „Tubantia" vom Unheil erreicht ward, scheint es nicht mehr zweffelhafi, daß nicht ein Unterseeboot, sondern Minen in Bettacht kommen. Ist doch die holländische Küste von jeher der Gefahr losgerlffener, namentlich englischer Miner ausgesetzt gewesen.
Der Dampferverkehr zwischen Betfast und Liverpool durch Streik unterbunden.
Br. Haag. 17. März. (Eig. Drahtbericht. Zcns. Bin.) Die „Mornmgpost"^ meldet; Seit Samstagabend ist der Dampfer- Verkehr zwischen Belfast und Liverpool infolge Streck eingestellt. Belfast rst deshalb vis auf eine Linie vom überseeischen Verkehr abgeschnitteu. In Handelskreisen ist marr sehr en fcofc nicht rechtzeitig emgegrijftn Korden iK. . Z ; ~ 1 ''
