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Zreitag, 17. März 1916.

klbend-Ausgabe.

Nr. 130. 64. Jahrgang»

Ein neuer mißglückter französischer Vorstoß gegen denToten Mann".

Sonst nur Artilleriekämpsc.

Der Tagesbericht vom 17. März.

W. T.-B. Großes Hauptquartier, 17. März. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Sechs englische Sprengungen südlich von Loos blieben erfolglos.

An verschiedenen Abschnitten der Champagne sowie zwischen Maas und Mosel heftige Artillerie­kümpfe.

Im Maasgebict trieb der Gegner eine frische Division, die als d i e 2 7. seit Beginn der Kämpfe auf diesem verhältnismäßig enge» Räume in der Front er­schien. gezählt wurde, wiederholt gegen unsere Stellungen auf der HöheToter Man n" vor. Bei dem ersten übcr- sallartig ohne Artillerievorbereitung versuchten Angriff ge­langten einzelne Kompagnien bis an unsere Linien, wo die wenigen von ihnen unverwundet übrig geblie­benen Leute gefangen wurden. Der zweite Stoß er­starb in unserem Sperrfeuer.

Lstlicher und Balkankriegsschauplatz.

Die Lage ist im allgemeinen unverändert.

Oberste Heeresleituna.

3um Rücktritt der Staatssekretärs v. Tirpitz.

Weitere Kundgebungen für Großadmiral v. Tirpitz.

Br. Berlin, 17. März. (Eig. Drahtbericht. Jens. Bln.) DieKreuzzeitung" veröffentlicht an der Spitze folgende Mit­teilung: Die konservative Fraktion des Reichstags hat gestern folgende Depesche an den scheidenden Staats­sekretär des Reichsmarineamts gerichtet: Die

deutsch-konservative Fraktion des Reichstags hat mit tiefem Bedauern von Eurer Exzellenz Scheiden aus dem Amt Kennt­nis genommen und wird für alle Zeiten in größter Ver­ehrung der unauslöschlichen Verdienste gedenken, die Eure Exzellenz sich um die deutsche Flotte und das Vaterland erworben haben. Arnstedt, Dietrich, Guse, von Heydebrandt, Graf v. Westarp.

Dresden, 17. März. (Zens. Bln.) Die konservative Frak­tion der Zweiten Kammer hat an Großadmiral v. Tirpitz ein Telegramm gesandt, in dem sie die Hoffnung aus­drückt, Tirpitz möge nach Beseitigung des jetzigen libelstandes bald wieder die Leitung der Marine übernehmen.

Bi-. Berlin, 17. März. (Eig. Drahtbericht. Zens. Bln.) Graf Reventlow schreibt in derD. Tagesztg.": Tirpitz hat auch einen unerreichten deutschen Untersee­boot t y p geschaffen und bis zur Gegenwart ihn ebenfalls bahnbrechend auch dem Verwendungszweck nach in un­erreichter Weise weiter entwickelt. Es ist unzutreffend, wenn auch jetzt wiederum gesagt worden ist, er sei aus Fanatismus für die großen Schlachtschiffe dem Unterseeboot gegenüber zu­rückhaltend gewesen. Diese Zurückhaltung entsprang einzig und allein der Tatsache, daß bis 1906 die Technik nicht hin­reichend gewesen ist, um ein seegehendcs Unterseeboot, wie Deutschland es allein braucht und brauchen kann, hervorzu­bringen. Weil der Staatssekretär des Reichsamts der Marine genügend gute Nerven besaß, um abzuwartp" und Vorwürfe über sich ergehen zu lassen, hat Deutschland heute eine ausreichende Unterseebootsflotte und ausschließlich seegehende Unterseeboote, nicht aber viele Dutzende von Küstenunterseebooten, wie England und Frankreich, welche lediglich altes Eisen sind.

Eine erwünschte und notwendige Feststellung.

DerB. Lok.-Anz." bringt an der Spitze des Blattes einen Artikel zur Lage, worin gesagt wird, es bestehe an keiner Stelle keinerlei Meinungsverschie­denheit darüber, daß alle an der Spitze stehenden Männer erkannt Hütten, daß jedes Machtmittel, das uns zu Ge­bot stehe, unbedingt zur Verwendung gelangen müsse, und daß der Entschluß feststehe, den gegen uns ent­fesselten Vernichtungskrieg mit allen verfüg, baren Waffen und mit aller Schärfe durchzuführen.

Auch eine bayerische offiziöse Erklärung zu demselben Thema.

W. T.-B. München, 17. März. DieBayerische Staats­zeitung" schreibt in ihrer gestrigen Nummer unter der Über­schrift .Einigkeit und Vertrauen": Seit einiger Zeit ist

öffentlich in einigen Zeitungen und im geheimen von Mund zu Mund eine Agitation betrieben worden, deren schädliche Wirkungen wir nicht ohne Sorge verfolgt haben. Es ist, als kämen viele von den unerfteulichen Erscheinungen und Ge­wohnheiten des politischen Lebens, mit denen wir im Frieden zu tun hatten, allmählich jetzt wieder auf. Die lange Dauer des Kriegs macht das erklärlich. Alle ihrer Verantwortung bewußten Kreise werden darin einig sein, daß dem Umsich­

greifen einer solchen Entwicklung mit allen Mitteln Wider­stand geleistet werden muß. Unser Volk bedarf zur Erfüllung der schweren Aufgaben, vor die es die Geschichte gestellt hat, der unverbrüchlichen Einigkeit in allen seinen Teilen. ES be­darf einer tatkräftigen Entschlossenheit wie inneren Freudig­keit. Diese ist nur zu leicht geschädigt und in Frage gestellt, wenn durch das Herumtragen von Gerüchten und Andeutun­gen das felsenfeste Vertrauen in die Leitung der Reichsge­schicke untergraben wird, auf das die verantwortlichen Führer unseres Volkes vollen und uneingeschränkten Anspruch haben. Auch nach dem Süden unseres Vaterlands sind solche Gerüchte gelangt, und wir müssen mit Bedauern feststellen, daß es nicht an Versuchen gefehlt hat, die Reichsfreudigkeit unserer Be­völkerung dadurch zu beeinträchtigen, daß Besorgnisse in? Land getragen werden, als ob wegen Mangel an Festigkeit und Entschlossenheit der Reichsleitung, vorhandene Krieg?» mittel nicht oder nicht genügend angewandt werden. Solche Versuche weisen wir mit aller Entschiedenheit zu­rück. Die Bundesregierungen und insbesondere auch die bayerische Regierung stehen in genauer Kennt­nis der zu lösenden militärischen und politischen Aufgaben und der in jeder Beziehung erfreulichen Lage mit vollem Vertrauen zur politischen und militärischen Führung des Kriegs. Die Sitzung des Bundesratsaus­schusses für auswärtige Angelegenheiten hat den beteiligten Bundesregierungen erneut die Möglichkeit gegeben, die Reichs­leitung dieses Vertrauens zu vergewissern. Wer die Zuver­sicht unseres Volkes zu erschüttern unternimmt, versündigt sich am Vaterland. Das zu beherzigen, ist jedes deutschen Mannes Pflicht!

Oie Lage im westen.

Französische Besorgnisse vor der dritten Phase des Kampfes bei Verdun.

ClemenceauS Appell an die Alliierten, zu helfen.

W. T.-B. Bern, 17. März. (Nichtamtlich.) Zn Clemenceaus Homme enchainö" heißt es in einer Kritik 'der Schlacht von Verdun u. a.: Man ßayt uns, daß die Deutschen uns ,n der kcmmrenden dritten Phase des Kampfes wegen Mann- schaftSmangels nur >am einer Stelle angreifen wür­den. Diese Behauptung ist g e w a g t. Anstatt auf Mangel könnte man eher auf zahlreich-: heraugeführte Reserven schließen. Hoffentlich ist unser Generalstab unterdessen nicht untätig geblieben. Bisher war die Haltung ui-.jerer Truppen gut, unsere Spannkraft, unser Heldentum offenbarte sich. ?lber unser Blut floß. Unsere Alliierten werden nicht begeisterte Zuschauer der furchtbaren Schlacht bbeiöeu. Ihre Interessen sind mit den unseren identisch, Qberst Repington erklärte zwar ihre bisherige Untätegkoit mit Vor­bereitungen, die noch nötig seien. Aber es gibt Augenblicke, wo die Notwendigkeit, zu handeln, dem Wunsche nach voll­ständiger Vorbereitung vorgeht. Solch ein Augenblick ist da. (Zensurtücke.) Wir haben den Feind gezwungen, Massen gegen uns zusammenzuziehen. Irgendwo ist der Gegner geschwächt. An unseren Alliierten ist es, das au § - z u n u tz e n.

Der neue französische Kriegsminister.

W. T.-B. Paris, 17. März. (Nichtamtlich. Draht­bericht.)Hnvas" meldet: Divisionsgcncral Roques ist zum Kricgsminister ari Stelle des aus Gesundheits­rücksichten zurückgetretcnen Generals Gallieni ernannt worden.

L. Berlin, 17. März. (Eigene Meldung. Zens. Mn.) Der neue französische Kciegsminister General Roques gehört zu den seltenen Offizieren, die aus dem bürger­lichen RepuhWanlsmus hervorgeqanqen, zu einem höhe­ren Rang auffteigen konnten. Seine Berufung mutz nach unserer Kenntnis der Personen einem völligen M e i n u n g s u m s ch w u n g beim Ministerium Briand zuzuschreiben sein, der sich von Poincarv beeinflussen lietz und dem reaktionären Marquis de Castelneau immer größere Machtbefugnisse gegeben hatte. Castöl- neau ist, 'was in der deutschen Presse noch nicht gesagt wurde, der Oberstkommandeur vor Verdun. Datz Castelneau,dem der ganze Südabschnitt von den Arqonnen bis an die Schweizer Grenze untersteht, 'den General Humbert durch den ihm gleichgesinnten roycflistischen Generäl Pätain ersetzte, mitten in her Schlacht, wurde in Pariser varlamentarischen Krei­sen wieder stark mitzbilligt. Die fortdauernde Niederlage Castelneaus vor Verdun scheint ganz neue Männer in den Vordergrund zu führen, von denen -man die Rettung erwartet. General Roques war der erste Organisator des französischen Flug­wes e n s. (910 hatte er ein damals übergrotz er­scheinendes Luftprogramm aufgestellt. Innerhalb drei Jahren sollten 14 Luftkreuzer und 6 Auskläcungsballons für das Heer geschaffen werden. Graf de la Vaul und Santos Dumont, dazu Mment-Bayaud hatten halh- starre und unstarre Systeme erfunden, die man gegen die damals lächerlich gemachten Zeppeline aus- spielen 'wollte. Der damalige Kriegsminister General Brun lietz Roques sein Programm persönlich vor der Kammer verteidigen, in der sich eine gewisse Gegner­

schaft bemerkbar machte. Roques, unscheinbar, von untersetzter Gestalt, mit kleinem Knebelbart, besah nicht Energie genug, um sein Werk gegen alle Intrigen zu verteidigen. Bei dem vomMatin" mit großer Reklame veranstalteten Rundflug, der viele Opfer forderte, hatte er den Offizieren die Beteiligung gestattet. Angewidert von den kommerziellen Treibereien, die sich der Ausgestaltung des Flugwesens entgegenstellten, ließ er sich 1913 versetzen. Er kam an die Spitze der 7. Divi­sion. Im Verlaufe dieses Krieges hat er nicht viel 'von sich reden gemacht. Ob der mittelmäßig befähigte Gene­ral den Gärungen rm Parlament besser ge­wachsen sein wird wie der viel schneidigere Gallieni, ist mehr als zweifelhaft. Bezeich­nend ist es jedenfalls, daß sich kein Parlamen­tarier auf den venantwortun-qsvollen Posten des Kriegsminiisters begeben will und datz Briand schon zu einem General so bescheidenen Ruhmes greisen mußte. Uber die wahren Ursachen, warum Gallieni zurücktrat, lassen die Pariser Blätter keine Zweifel be­stehen: Nicht das chronische Blasenleiden, wohl aber die chronischen gehässigen Angriffe in Kam­mer und Senat haben den Rücktritt herbeigeführt.

Ein Skandal in der französischen Kammer.

Die Radikalen gegen einen eigenen Wortführer.

TV. T.-B. Paris, 17. März. (Nichtamtlich. Draht­bericht. Havas-Meldung.) Die Kammer besprach gestern 'den vorläuflgen Kredit für das zweite Quartal 1916. Me Sitzung nahm einen sehr stürmischen Ver­laus. Infolge des Eingreifens des Deputierten Acmm- bray, eines chemaligen Rittmeisters, der schon früher durch Angriffe gegen die oberste Heeresleitung hervor­getreten ist. Gestern verursachte Accamhray einen Skandal, indem er eine vorbereitete Rede vorlas, di« die Beziehungen zu der Regierung und der obersten Heeresleitung einerseits und der Kammer andererseits bemängelt und die Heeresleitung an griff. Die Rede Accambrays verursachte einen allgemeinen Protest der .Kammer. Der Vorsitzende der radikalen Fraktiöst Noulens erklärte, Accambray habe in seinem eigenen Namen gesprochen. Die Mehrheit der Parteigrupps erhöbe aber gegen dessen unklugen Worte Einspruch. Nach zahlreichen Zwischenfällen wurde die Sitzung unterbrochen. Nach Mederaufnahme der Sitzung be- fchlotz die Kamnrer, Accambray das Wort zu entziehen.

Der rtrleg gegen England.

Ein neues antideutsches Direktorium der Handelskammer Manchester.

Ei» Mnnifest der Nativnall'ga der britische» Arbeiter.

_ W. T.-B. London, 17. März. (Nichtamtlich. Reuter.) Bei der Wahl des Direktoviums der Harrdelskomimei Manchester wurden von insgesamt 22 Direktoren 18 gewählt, die gegen einen Freihandel mit Deutschland n«cch dem Krieg« sind. Die Nationalliga der britischen Arbeiter, die errichtet wurde, um alle 'britischen Bürger für eine umfassende natio­nale Politik zu gewinnen, hat ein Manifest erlassen, das von sechs Mitgliedern der parlamentarischen Arbeiterpartei uni anderen unterzeichnet ist. Es wird 'darin eine Kontrolle öei nationalen Industrie durch die Arbeiter, die Anerkennung der allgemeinen Militärdienstpflicht, die Föderation aller Staaten des britischen Reiches und eine Änderung der --inter­nationalen britischen Handelspolitik, die von dem Gesichts­punkte der politischen und kommerziellen Verteidigung der britischen Staaten und ihrer Verbündeten aus zu geschehen habe, verlangst. Das Manifest erklärt, die schließlich« Intern ationalisierung könne nur dann zustande gebracht werden, wem: zwischen unabhängigen und einander respektierenden Nationen bindende Abkommen geschaffen werden. Die solideste Grundlage für eine solche internatio­nale Verständigung ist die Integrität des britischen Reiches. Um diese aufrecht zu erhallen und zu stärken, müssen Handel und Industrie des Reiches gegen die billigen Erzeugnisse unserer jetzigen Feinde geschützt werden.

Englisches Oberhaus.

Unbequeme Fragen. Immer noch Militiirdienitschwieiigkeite».

W. T.-B. Rotterdam, 16. März, (Nichtamtlich.) DerRotter- damsche Courant" meldet aus London: Zm Oberhause stellt« gestern Lord Portsmouth einige Fragen über das Handels- abkommen mit Dänemark. Lord Lansbowne wies ihn deshalb mit scharfen Worten zurecht und sagte, seine Klagen be­zweckten, ein Mißlingen des Abkommens berbeizuführen; sie seien unangebracht und u n p a t r i o t i s ch. Er stellte in Abrede, daß Agenten zwecks Beaussichtigung der Wiederausfuhr aufgestellt werden sollten.

Lord Derby beklagte sich gestern über einige Blätter, die ihm vorwarfen, sein Versprechen nicht eingehalten zu haben. Er erklärte, ec habe alles Mögliche getan. Die protestieren» den Verheirateten mußten in drei Arten eingeteilt werden: Erstens die Leute, welche »»verhüllt zugebcn, datz sie sich niemals für den Dienst gemeldet haben würden, wenn ne gewußt hätten, daß sic jemals ausgrrufen werden würden. Mit diesen Protesten brauche man sich nicht weiter zu befassen. Diese Leute, sagte Lord Derby, können sich nickt darauf berufen, was ich im Oktober sagte, nämlich daß die älteren Gruppen erst nach vielen Monaten und vielleicht überhaupt nicht einberusen werben würden. Die zweite Art seien