Verlqg Langgaye 21
„TagtN«r-H«uS".
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Mermmpi
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Donnerstag» 16. März 1916.
Morgen- Ausgabe.
Zortdauer der neuen ttalienischen Offensive an der dsonzoftont.
Alle italienischen Angriffe wieder erfolglos.
Hfterreichisch-ungarischer Tagesbericht
W. T.-B. Wien, 15. Marz. (Nichtamtlich.) Amtlich verlautet vom 15. März, mittags:
Russischer Kriegsschauplatz.
Die 'Besatzung der Brückenköpfe nordwestlich von U s Z i e c z k o wehrte heftige Angriffe ad. Sonst keine besonderen Ereignisse.
Südöstlicher Kriegsschauplatz.
Nichts Neues.
Italienischer Kriegsschauplatz.
Die Angriffe der Italiener an der Jsonzofront " - , ern fort. Gestern nachmittag wurde auf der chodgorahöhc erbittert gekämpft. Unsere Truppen warfen den hier stellenweise cingedrungenen Feind im Handgemenge z u r ü ck. Ebenso erfolglos blieb ein K/Kuerrscher Nachtangriff, der nach mehrstündiger Artillerredorbcrcitung gegen den Raum südwestlich <s>«« Martins eingesetzt wurde. Vor diesem Orte liege» von den vorhergegangenen Kampftagen noch ud er r au ! en d F ei n d csle i ch rn. Au mehreren andren Stellen der küsteul" -.chen Front kam es zu i t o *, u f t c n 31 x 1 1 11 c x i nd Mtnenwerfer-
l** «Ir , n ' ssrcuzgebiet stand unser
gell« Abschnitt, w Tiro aum des Col di Lana
unter lebhaftem feinblit' ler.
3taUemf<l>e fließe en, ohne Schaden an» zuruhten Bomben auf S ; ab.
Der Stellvertreter des Chefs des GencralstabS: v. Hofer, Felduurrfchaklentuant.
Deutkcher Reichstag.
Die erste urze Geschäftssitzung.
Le. Berlin, 15. März. (Eig Drahtbericht. Zeus. Mn.) fj* °° 1 l besetztem Haust begann heute der Reichstag leme Verhandlungen «mt einer kurzen Geschäfts- 1 l J l L" Ev m fr der Jic vorliegenden Anträge im Sinne bl>sf^?Ä-Ä erledigt wurden. Präsrosnt Kasmpf f'Ä ™ Eröffnungsrede, getragen von gerecht-
wrtig mn Vertrauen m unsere Armee und ihre Führer. Die .. bgeovdueten unterstrichen mit Lautem Beifall ins- ^E-kennung dre der Präsident der deut- Ichen Flotte und der Heldentat -der „Möve" widmete.
Sitzungsbericht.
# Berlin, 15. März.
Sti Bunderatstisch r Dr. Delbrück. Dr. Zimmer- mannund Dr.Helffrich. «immer
Präsident Dr. ttaempf
KE** ei<3Una Um 2 UT,t 17 Minuten mit folgenden
unl-^^ichStag tritt in den neuen Tagungsabschnitt ein unter dem Zeichen der gewaltigen Kämpfe, mit denen uigere braven Trnppcn. deren Heldenmut und Kampses- fteudijjke,t über jedes Lob erhaben sind und ihre genialen Suhrc r m 2B c st e n die Front unserer Feinde e r s ch ft u T-
ten ,nd unsere-Gedanken sind bei ihnen wj-
nicht ; ander bei unserer stolzen Flotte (Bravo!), die durch SS l* ntcen und gerade jetzt durch die glänzende Fah^ und g. cklrche .yeimkehr der „M ö v e" (Bravo!) den Beweis ae üeeri ,at. daß sie sich messen kann mit den kühnsten eefahrern aller Zeiten und aller Völker (Bravo!) Einmütig senden wir allen unseren Unb f ^ ren Führern zu Wasser und zu denen unserer Verbündeten den dankbarsten Gruß ^ftes Bravo!) Uns in der H e i m a t liegt es ob, durch
den Ers^g der neuesten Kriegsanleihe, zu dem
I - -er Deutsche mit allen seinen Mitteln beisteuert und '^uern soll, den Beweis ungebrochener fin aZ
ZZjlZZZ Zl D'utschen Reichs zu führen (Bravo!)
beweisen, daß der Reichshaushalt unsererseits die ' - ? " n i ^halten wird. Wir haben den festen Willen, ^wrerigkeiten zu verhindern. Wir dab di» und unerjchütterliche Vertrauen,
oatz die Kraft, die rn diesem einmütigen Willen be- hZi e U % u/-s über alle Schwierigkeiten hinweghel- f 4r» w^,-^° n - blefem vertrauen beseelt, bitte ich Sie, in >lhre Arbeiten einzutreten. (Beifall.) '
h n ZZ b r * ? “ V 15 0 r b n U n 9 st-ht zunächst die Reichs- m4 - wird an die Rech-
murgskommlsjwn verwiesen. Darauf wird eiue Reihe von
Ein Bericht der Kommission für Handel und Beerbe über eine Petition, betretend Matznabmen Mio
Schutz der deutschen I n d u st r i c, wird auf Antrag Bassermann (natlib.) von der Tagesordnung abgesetzt. Damit ist die Tagesordnung erledigt.
Nächste Sitzung Donnerstag 3 Uhr. — Etatsberatung, Steuervorlagen. — Schluß nach 2% Uhr.
preußischer Landtag.
Sitzungsbericht.
(Eigener Drahtbericht des „Wiesbadener Tagbkrtts".)
$ Berlin, 15. MSrz.
Am Mirmstevttsch: Kultusminister von Trott zu Solz.
Präsident Graf v. Schwrrm-Löwitz eröffnet die Sitz um um 3 Uhr.
Die zweite Beratung zum
Kultusetat
w^ b bei dem Wichnitt: Ministerium, Universitäten. Kuns und Wlffenschasten, technisches Unterrichtswes.n fortgesetzt.
It69en öor: fcer Antrag des Staatshausha-ltsaus Schusses, betreffend das Sruibium bex BerhÄtniis^ f r t m i) e i Sö«tl)ct f Äer Antrag Aronsan lBpt.) -betreffend dre Sin n( ^ tt i5 9 -I‘ n,e§ 2lchrstuhlss für die ungarische Spcachi und Geichichte an der Universität Berlin, und die Ant-rägi hsog.), betreffend Einheitsschulen, betresfent «tvenhursg der Staatszuschüffe für kirchliche Zwecke, betreffen! llusbedung der Steuerprivilegien der Geistlichen und Lehvei und vetvesfend Besteuerung der toten Hund.
A!bg. Abslf Hvffmann (Soz.): Gegen die ausländischer OT<m entgegen kam men der sein int --kucksicht darauf, daß auch unsere jungen Leute an aus: ländischen Universitäten studieren ioollcn. 5>err v. ©omi* sprach von einem wrjsensckiafllichen B o y k o t t, der vom feind lichen Ausland uns anyedrohk wird. Mr brauchen uns aüei desbälb nicht zu beunruhigen, denn die Wissenschaft ist nnmer international ^gewesen. Wir wünschen, daß für die Jnländei ^'^Freihcit^deZ Wortes an den Universitäten gewährleist^ wird. Das rst nicht immer der Fall, wie der Fall des H-raus- gckers der Zeitschrift „Der Auibruch" beweist, der wegvi seiner Eigenschaft als Hev-usgetber des Blattes aus der Mk ^r Studi«eüden gestrichen wurde. Die Herren von der ZZZl dentmmz haben gegen die Auswüch''e der
Kunst Protest eingelegt. Demgegenüber betone ich, Gott schütze uns vor emer Kunst, die vri, der Rechten ,rnd dem Zentrum des Hauses abgestempett ist. Gegen die Dissidenten darf rein Gewissenszwang geübt werden. Der KuUus- immfter rst dabei vollständig teilnahmslos. (Heiterkeit 1
bitten um Annahme unseres Antrages, kr wAemEin. he-tlichkeit, Unentgeltlichkeit u:°d Weltlichkeit der Schulen verlangt wird. ’
Das Gebiet der Schule wäre überhaupt geeignet, mit der Neuorientierung der inneren Politik anzufangen.
In den Schützengräben macht sich aber die Ausfaffuno ael^id wenn der Krilgg vorbei ist, dann wird es heißen: Der Mobr hat seine Schuldigkeit getan, der Mohr kann gehen. (Unruhe und Widerspruch Es., Wenn Sie in die CS
* viele nicht mehr gehen kö-rLr Wtzr aber sttzen hier und machen Witze. (Pfuirufe rechts- Ruse: i»ie machen Witze!) Mr wollen jedem die FrAeit ^fslen, seine Kruder in dem Glauben erziehen zu lassen den er für ^ richtigen HA, Ilber wir hatt-n es für rickchg daß der ReliMMisunterncht in der Schule abgeschaff^wird Der Minister jagte: Zur Skbschaschng der Steuerprivi-
Ce ® e 1 '*Jjch^n.und Lehrer wären 21 Millio- nen CMtschädiMing notig. Die Geistlichen und Lehrer sollten
n£ü£-5L!L ne tTn Jn-erejse des Vaterlandes auf
Priv:bsFien -verzichten. Der Muister ist auch gegen die
Heranziehung der Vermögen der toten Hand zur Steuer. SÄche ungeljeure Vermögen sollten aber in der Zeit der Not nicht von der Steuer fre-gelassen werden. Wir können es nicht billigen, wenn ein Geistlicher, wie der Divisions- pfarrer ScheW^r, Schriften versaßt, :n denen es heißt' Mr solle i den .Enylandern das Bajonett in den Leib ren^n usw. Es ist Nicht Sache der Geistlichen, den Haß in dieser Weise zu schüren. Wenn di- Kirchensteuer von Leuten t« befinden, eingetrieben wird, dann sollte auch die Geistlichkeit auf ihre Privilegien verzichten Ern Pfarrer m Dortmund ließ sich in einem Lokal ein Stück Brot geben und trank Wein dazu. Der Mann hätte beten sollen: Unser täglich Brot gib uns heute und einen guten Tropfe dazu. (Abg v. Pappenheim: Ich schäme mich, daß ich sclche Morte hier Horen muß!) Ich freie mich, konstatieren zu können, daß Sie sich schämen. (Pfuirufe rechts. — Der Prä- stdent ruft den Redner zur. Ordnung. — Der größte Teil der Kvirjervativen verläßt unter Pfuirufen und Rufen: Ekelhaft! den Saal.) Als Redner den Friedenserlrß des Papstes be- 'prM' wird er vom Präsidenten zur Sache gerufen. Redner schließt: In diesem Falle sind wir mit dem Papste durchaus einverstanoen. Die Böller müssen selbst ihr Schicksal in die -Hand nehmen. (Beifall bei den Soz.)
Abg. Frhr. v. Zedlitz (freikons.): s'tach dem Dono. de:r der Vorredner anzuschlagen für gut befunden hat, lehne ich es a b, se»re Ausführungen auch nur mit einem Worte zu wür- digeii. Nur auf einen Punkt muß ich zurückkommen. Ich glaube tm Sinne der großen Mehrheit des Hauses zu sprechen, ivenu :ch auf das N-ichdrücklichste und Ernsteste Verwahrung gegen die Beha>uptung.des Borrediiers einlege, als c>eüe es im preußijchen Volke Leute, die unseve heim*
Nr. 127. ♦ 64. Jahrgang.
kehrenden Krieg er mit den Worten empfangen: Der Mohr hat feine Schuldigkeit getan, .per Mohr kann gehen. Ich lege'auch mit allem Nachdruck Verwahre ng dagegen ein, daß cs der Vorredner für gut befunden hat, diese Angelegenheit zum Gegenstand eines billigen Scherzes zu mackjen. Mt solchen Dingen lassen wir nicht scherzen. (Bravo!) Die sozialdemokratischen Anträge bitte ich glatt a b z u l e h n e n. Den Anträgen, betreffend Auslandsstudien und betreffend einen Lehrstuhl für die ungansclse Sprache, stimmen wir zu. (Lebhafter Beifall.)
Die Besprechung schließt.
Abg. Dr. Savigny (Zentr.) berichtet über höhere Lehranstalten.
Abg. Kaufmann (Zentr.) berichtet über Mädchen- s ch u l w e f e n.
Abg. Oelze (kons.): Die höheren Lebranstalten haben während des Krieges nicht gelitten, obwohl sehr viele Lehrer einberufen sind. Der M.rnsch, den Übergang von der Volksschule zu den höheren Schulen zu erleichtern, ist beveckstrgt. Cs mutz aber ei-ne gewisse Grenze hierbei gesteckt werden, damit der Zustrom zu den höheren Schulen nicht zu groß wird. Das Griechische sollte aus den Gvmnasien nicht vernachlässigt werden. Noch immer gilt des Goethesche Wort, daß .die Griechen den Lebetrgum am lievlichsten geträumt haben. Mit .Freuden begrüßen wir den Erlaß über den Geschichtsunterricht. Man spricht jetzt so bn-l über den Mnkürris- mus. Ich berstebe darunter die freie Unterordnung, und diesen MilitariAmP wünsche ich auch m der Schule. (Beifall.)
Präsident Graf v. Schwerin-Löwitz: Der Abg. Hofftnann hat gesagt, der" Krieg ist ein Hohn aus Gott und Christentum. Ich habe bereits bei einer anderen Gelegenheit erklärt, daß eine derartige Äußerung die Empfindungen des Hauses verletzt. Bei der aügenieinen theoretischen Fassung, in der dieser Ausdruck heute gefallen ist, habe ich einen Ordnungsruf nicht für begründet erachtet. Mit Beidanern stelle ich aber fest, daß die ganze Rede >des Abg. Hoffmann A nstotz erregt und 'die Empfindungen des Hauses verletzt hat.
Die. Weiterberwtung wird auf Tvnnecstaig 11 Uhr vertagt. — Schluß 7 Uhr.
Aus zur vierten Lriegrauleihe!
Zeichnung vom 4. bis zum 22. März.
Die Zeichnungen «der vierten deutschen KriegÄa»Ieihe sind im Gange. Jeder einzelne.muß jetzt ans Werk gehen, um mitzichelfen, daß diese Zeichnung ein großer «deutscher Friih jahrssieg auf dejm finanziellen Schlachtfelde werde.
Die erste Frage, die man sich jetzt vorzulegen hat, lautet: Wieviel Kriegsanleihe kann ich zeichnen? Bei «der Beantwortung sind nicht mir die augenblicklich ver- sügibaren Mittel zu erfassen, sondern es sind alle Summen M derechneu, welche bis z u den Zeich- n u n g s t e r m i n e n, die sich ans die Zeit bis zum 20. Juli erstrecken, zur Anlage frei werden older erspart werden können, mn angelegt zu werden. Im Zweifel, ob «man eine etwas höhere oder etwas niedrigere Sunmi^zeichnen soll, entscheide man sich immer für die höhere Summe,' denn es handelt sich nicht nur um den eigenen Vorteil, sondern auch um eine Kriegspflicht gegen das Vaterland. Wer fremdes Vermögen verwaltet oder für Vereine, Gesellschaften und Stiftungen an der Verwaltung beteiligt ist, muß auch für dielse Vermögen die Frage, wieviel gezeichnet werden kann, entscheiden oder beraten.
Die zweite Frage lautet: Was zeichne ich? Es wer- «den diesmal zwei Anlagen, die 5prozentige Kriegsanleihe zu 98,50 Prozent und die. 4l4>prozentige auÄos- baren Kriegsschatzanweisungen zu 95 Prozent, ange- boten. Beide Anlagen haben ihre Vorteile. Man prüfe den Prospekt und entscheide nach feinem Geschmack. Wer -bei dieser Prüfung zu keinem Urteil kommt, zeichne äprozentige Kriegsanleihe; sie hat den Vorzug der größeren Einfachheit in der Verloaltung- Wer damit rechnen kann, die Anlage für lange Zert zu machen, kann bei der öprozentigen Anleihe durch Eintragung in >das Reichsschuldbuch den Vorteil einer Ermäßigung des Kurses auf 98,30 M. mitnehmen. Zeichnungen werden von 100 M. ab angenommen, ssdach oben besteht keine Grenze. Ausdrücklich sei festgestellt, daß eine Konvertierung, ldas heißt Hevabsttzung des Zinsfußes der Kriegsanleihe, ausgeschlossen ist.
Nach Erledigung dieser Vorfragen lautet die dritte Farge: Wo kann ich zeichnen? Die Antwort lautet: Bei allen Reichsbankanstalten, bei allen BarrkM, Bankiers, Depositenkassen, Sparkassen und Kreditgenossenschaften und endlich bei allen Pakts chartern. Die Post nimmt ober mir Zeichnungen auf die 5prozenlige Kriegsanleihe an, und die bei «der Post ge- zeichneten Beträge, sind bis zmn 18. April voll emM- zahlen. Wer bei einer Sparkasse, einer Bank oder eftrer Kreditgenossenschaft über Guthaben ve-ftiift, zsjchnet am besten bei dieser Stelle. Er erspart dadurch jede Abhebung zur Einzahlung. Die fälligen Summen wer- den «dann einfach aus 'fernem Guthaben üverwiesem
