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Mittwoch, 15. März 1916.
Kbend-Ausgabe.
Nr. 126. . 64. Jahrgang.
Ein neuer Erfolg schlesischer Truppen.
Der Tagesbericht vom 15. März.
Mehr als 125V unverwundete Gefangene. Weitere englische und französische Flugzeuge abgeschossen.
W. T.-B. Großes Hauptquartier, 15. März. (Amtlich.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Bei Neuvchapelle sprengten wir eine vorgeschobene englische Verteidigungsanlage mit ihrer Besatzung in die Luft.
Die englische Artillerie richtete schweres Feuer auf Lens.
Die französische Artillerie war sehr tätig gegen unsere neue Stellung bei Ville-aux-Bois und gegen verschiedene Abschnitte in der C h a m P a g » e.
Links der Maas schoben schlesische Regimenter mit kräftigem Schwung ihre Linien aus der Gegend westlich des Rabenwaldes ans die Höhe „Toter Mann" vor. 25» Offiziere und über 1000 Mann vom Feinde wurden unverwundet g e - fangen. Viermal wiederholte Gegenangriffe brachte» den Franzosen keinerlei Erfolg, wohl aber empfindliche Verluste.
Auf dem rechten Maasufer und an den Ostyängcn der Cotes rangen die beiderseitigen Artillerien erbittert weiter.
In den Vogesen und südlich davon unternahmen die Franzosen mehrere kleinere Erkundungsvorstöße, die abge- wiesen wurden.
Leutnant Leffers schoß nördlich von Bapaume sein viertes feindliches Flugzeug, einen englischen Doppeldecker, ab. Bei Vimy (nordöstlich von Arras). und bei Sivry «an der Maas nordwestlich von Verdun) wurde je ein französisches Flugzeug durch unsere Abwehrgeschütze her- untcrgcholt. Ueber Haumont (nördlich von Verdun) stürzte ein französisches Großstugzeng nach Luftkamps ab. Die Insassen sind gefangen, die der übrigen sind to».
Östlicher und Valkankriegsschauplatz.
Die Lage ist unverändert.
Oberste Hcereslcituna.
Oie Lage im westen.
Das Drängen nach englischer und italienischer Hilfe an der Westfront.
„Die Westfront der Wendepunkt des Weltkriegs". Br. Genf, 15. März. (Eig. Drahtbericht. Zens. Bln.) Cer Mißmut in Paris wegen -des Ausbleibens der englischen Hilie spiegelt sich am deutlichsten in einem Leitartikel Hnmberts im „Journal" wider, worin er zum ersten Male offen die riesigen Verluste eingöstcht, die Frankreich erlitten hat. Er schreibt: Frankreich brachte größere Blutopfer als i r g e n d erster der Verbündeten, also auch mehr als Rußland. Aber jetzt fei es berechtigt, die eigenen Kräfte etwas zu schonen, daher müßten England und Italien sich entschließen, die Westfront als ,1* 4 Wendepunkt des Weltkrieges anznschen und ■ Truppen hierher zu senden. Unsere Verbündeten haben Reserven in Hülle und Fülle, während Frankreich mit -der Jcchresklasse 1888 nicht nur seine letzten Kräfte hergibt, sondern auch wahrnehmen muß, daß das Oberkommando die Arbeiter in den Fabriken durch Krüppel und Frauen ersetzt, damit alle Waffenfähigen an die Front komnren. Der Soldat Frankreichs ist kostbar, der Dierverband müsse sich beeilen, ihn nicht ganz ans- r o t t e n zu lassen.
Ein französischer Abgeordneter vor Verdun gefallen.
IV. T.-B. Paris, 15. März. (Nichtamtlich. Drahtbericht.) In der Kammer teilte Deschanel nit, daß der Abgeordnete für das Departement Seine-et-Qise, Andre Thome, vor Berlar gefallen sei.
Tod eines ehemaligen belgischen Ministers.
W.T.-B. Nizza, 15. März (Nichtamtlich. Drahtbericht.) Der ehmnalige Minister des Äußern in Brüsiel, D a b i g n o n, ist an einem GehirmschLag gestorben.
Frankreichs wirtschaftliche Mobilisierung vollendet.
Rotterdam, 15. März. (Zens. Bln.) Der Pariser „Temps" meldet, daß die wirtschaftliche Mobilisation, die durch den Handelsminister Meline organisiert wurde, jetzt beendet sei. In allen ländlichen Bezirken wurden K o m i t e e s der Ältesten ernannt, die für die zweckmäßige Verwendung der in den Gemeinden vorhandenen Arbeitskräfte zu sorgen haben. Diese Komitees müssen ferner den nicht eingezogenen Bauern mit Rat und Tat zur Seite stehen und die Frauen, deren Männer in der Front sind, unterstützen. Sie sind befugt, arbeitsscheue Personen zur Arbeit zu zwingen. ' Auch haben sie die Aufsicht über Soldaten und Kriegsgefangene, die für landwirtschaftliche Ar
beiten zur Verfügung gestellt werden. Mehr als 3000 selbständigen Gutsbesitzern wurden zusammen etwa 100 000 Soldaten überwiesen. Eine große Anzahl Soldaten erhalten regelmäßig Urlaub zur Verrichtung landwirtschaftlicher Arbeiten.
*
Frankreichs Sorgen in Marokko.
Rotterdam, 15. März. (Zens. Btn.) Die französische Deputiertenkammer hat die Protektorats-Regierung von Marokko ermächtigt, den Betrag seiner Anleihen auf 242 Millionen zu erhöhen. Das Geld ist besonders dazu bestimmt, die Verkehrsmittel in Marokko weiter auszubauen. Aus der Vorlage geht hervor, daß es dem General Lhautey nicht gelungen ist, die Stämme in der Umgebung von Tazza zur Unterwerfung zu bringen. Er mußte zu Beginn des Krieges 40 Bataillone seiner Soldaten nach Frankreich schicken, die durch Landwehrtruppen ersetzt wurden, weil die Berber st ämme die Nachrichten von den Ereignisien in Europa, und besonders an den Dardanellen und im Balkan, verbreiteten.
Eine französische Ministerkrise für den Fall der Eroberung Verduns bestimmt zu erwarten!
Br- Berlin, 15. März. (Eig Drahtbericht. Jens. Bln.) Der Berichterstatter der „B. Z." meldet aus Amsterdam: 2S|te ich aus London erfahre, äußert: sich der französische Minister des Innern M a l o i s, er rechne bcsti in ui t mit dem Rücktritt des französischen Kaibinetts, falls Verdun falle.
Oer Nrieg gegen Portugal.
Abbruch der Beziehungen auch zwischen Wien und Lissabon.
W. T.-B. Wien, lo. März. (Nichtamtlich. K. k. Telegraphen- und Korrespondenz-Bureau.) ' Infolge beS Eintrittes des Kriegszustandes zwischen dem Deutschen gleiche und Portugal wurde der österreichisch-ungarische Gesandte in Lissabon angewiesen, von der Regierung der Republik Portugal seine Pässe zu verlangen und mit dem Personal der Gesandtschaft das Land zu verlassen. Dem hiesigen portugiesischen Geschäftsträger werden gleichzeitig die Pässe z u g e st c l l t werden.
Portugal hat den Krieg begonnen.
Br. Rotterdam, 15. März. (Ciz. Drahtvericht. Jens. Mn.) gieuter meldet aus Washington Die portugiesische Gesandtschaft teilte der Regierung mit, daß Portugal den .Kr i e g begonnen habe auf Grund der Verpflichtungen des Vertrages von 1873.
Portugals Hilfe gegen Deutsch-Ostafrika.
Englische Hoffnungen.
Rotterdam, 15. März. (Jens. Bln.) über den Beitritt Portugals zu den Gegnern Deutschlands schreibt „Daily Chronicle": Portugals Einritt in den Krieg dürfte keinen Mehrgewinn an militärischer Kraft bedeuten. Die Bedeutung der Beteiligung Portugals am Krieg liegt in Afrika. Portugiesisch-Ostafrika hat eine lange Grenze mit Deutsch-Ostafrika gemeinsam, das jetzt vollständig von der Außenwelt abgeschnitten ist. Der Hafen von Daressalam steht unter der Kontrolle der e n g l i s ch e n F l o t t e; zu Lande ist die deutsche Kolonie durch Portugal im Süden, Großbritannien im Norden und Belgisch-Kongo im Westen begrenzt. Die deutschen Truppen in Afrika, obwohl sie durch deutsche Reservisten, die sich in der Kolonie niedergelassen haben, verstärkt wurden, dürften sich jetzt nicht mehr lange behaupten können. (Mit solchen Illusionen stimmen die bisherigen ganz hervorragenden Leistungen unserer tapferen Verteidiger allerdings wenig überein. Schriftl.)
Oer Nrieg gegen England.
Grey über den Eintritt Portugals in den Krieg.
Eine fadenscheinige „Begründung" des portugiesischen „Rechtsstandpunkts".
W. T.-B. London, 15. März. (Nichtamtlich. Drahtbericht.) Im Unterhaus sprach, da A s q u i t h unpäßlich war, Grey über den Eintritt Portugals in den Krieg und sagte: Die unmittelbare Ursache der Erllärung des Kriegszustands seitens Deutschlands an den ältesten unserer Alliierten war der Entschluß der portugiesischen Regierung, alle deutschen S ch i f f e zu requirieren, die seit Beginn der Feindseligkeiten in den heimischen oder kolonialen Häfen Portugals lagen. Wäre Portugal eine vollkommen neutrale Nation ohne die Bande eines Bündnisses mit irgend einem Kriegführenden. so wäre nichtsdestoweniger sein Vorgehen vollständig gerechtfertigt. Der Krieg ist die Ursache des schnellwachsenden Mangels an Tonnengehalt in allen Teilen der Welt gewesen, und es war klar geworden, daß im Interesse ihres Landes es die Pflicht der portugiesischen Regierung war, sich alle in ihren Häfen liegenden ihr zugänglichen Schiffe nutzbar zu machen. Dies war die Ansicht der portugiesischen Regierung und wurde ihr auch von der britischen Regierung dringend nahcgelegt. Ein Staat ist im
Notfall zur Requisition des Eigentums aller Einzelpersonen und zu seiner Verwendung für den offenen Gebrauch berechtigt. Dieses Recht beruht auf der Souveränität jedes Staats und kann von keiner ftemden Macht bestritten werden. Portugal war indessen nicht eine neutrale Nation im strengsten Sinne des Wortes. Bei Beginn des Kriegs hat die portugiesische Regierung erklärt, daß sie unter keinen Umständen die Pflichten ihres alten Bündnisses mit Großbritannien unbeachtet lassen wolle. (Beifall.) Sie verfolgte bei ihrem Vorgehen einen Kurs, der keine dritte Partei verletzte. Sie versprach bei der Beschlagnahme Bezahlung und Entschädigung. Aber die deutsche Regierung überstürzte die Dinge durch das entschiedene Verlangen nach einer Erklärung, welcher alsbald die Kriegserklärung folgte, indem sie, so die Lage bezüglich Bezahlung einer Entschädigung änderte. Man sah, daß Deutschland, das jetzt Portugal des Neutralitätsbruchs beschuldigt, selbst portugiesisches Gebiet im Oktober und Dezember 1914 verletzt hatte, durch Einfälle in die portugiesische Kolonie Angola, und später durch den Versuch, einen Eingeborenenaufstand in Portugiesisch- Ostafrika anzuzetteln. Portugal kann versichert sein, daß Großbritannien und die Alliierten ihm' jede Unterstützung, die es benötigen könnte, gewähren. - Portugal wurde gezwungen, sich an die Seite der Alliierten zu stellen, und so sei es willkommen als tapferer Helfer bei der großen Sache, für die der gegenwärtige Krieg geführt werde.
Unterstaatssekretär Tenn amt erklärte bei Einbringung des Voranschlags für das Heer, es liege nicht im öffentlichen Interesse, die zahlenmäßige Stärke des Heeres zu nennen oder die Stärke der einzelnen Heeresteile anzugeben, die auf den verschiedenen Kriegsschauplätzen stehen. Zu dem Zeitpunkt des von Lord Derby geführten Werbefeldzugs hat sich 1 M i l I i o n Rekruten in 4 Tagen ein- schreiben lassen. Mit Bezug auf den L u f t d i e n st sagt« Tennant, er habe diesen stets als von höchster Wichtigkeit betrachtet. Seine Leistungsfähigkeit hänge zum großen Teil von der Geheimhaltung ab, so daß er keine Einzelheiten geben könne. Die Versorgung mit Abwehrgeschützen sei besser als sie je gewesen und' die Organisation der Verteidigung Londons sei jetzt nach Maßgabe des beschlossenen UmfangS vollständig; sie werde in diesem Maßstab auch auf die Provinzen übertragen. Was die Flugzeugführer betreffe, so erlange man jetzt jeden Monat so viel als man im August 1914 für das ganze Heer mobilisieren konnte. Diese Zahl werde in naher Zukunft noch erheblich vermehrt werden. Tennant zollte sodann den Territorialtruppen warme Anerkennung und sagte von ihnen, daß sie sich mit Ruhm bedeckt hätten. Obwohl sie nur für den Dienst in der Heimat eingetreten seien, ständen sie jetzt in Frankreich, Saloniki, Indien, Ägypten und Mesopotamien. Tennant verlas sodann einen Bericht des Generals Haig, in welchem dieser erklärte, daß die Truppen von Anfang an mit Lebensmitteln, Uniformen, Ausrüstungen, Transportgelegenheiten und Futtermitteln mit niemals nachlassender Regelmäßigkeit versorgt worden seien, und daß die Menge und der Gehalt der Lieferungen niemals zu wünschen übrig gelassen habe. Die englischen Streitkräfte in Frankreich seien von zwei Armeekorps bis auf ein großes Heer vermehrt worden. Für die Bequemlichkeiten der Soldaten, für gesunde wie kranke, sei alles geschehen, was man wünschen konnte. Das Ergebnis dieser unermüdlichen Arbeit sei, daß alle Soldaten Gesundheit, frohen Mut und Siegesvertrauen besäßen. Gegen Gasangriffe des Feindes seien mit Erfolg Maßnahmen getroffen worden.
Der U-Sootkrieg im vollen Gange.
Keine Verzögerung nnd kein Unterlasse«.
IV. T.-B. Berlin, 15. März. (Amtlich.) In werteren Kreisen der Bevölkerung wird immer wieder das Gerücht verbreitet, daß der verschärfte Unterscebootskrieg, wie er in der bekannten Denkschrift der Reichsrrgierung an die neutralen Mächte angckündigt wird, nicht durchgeführt oder aufgcschoben werden würde. Diese Ausstreuungen find vollständig unwahr. Niemals und bei keiner verantwortlichen Stelle ist eine Verzögerung oder ein Unterlassen dieses Unterseebootkrieges in Betiacht gekommen. Er ist i» vollem Gange.
Rücktritt des
englischen Verproviantierungsdirektors.
W. T.-B. Rotterdam, 15. März. (Nichtamtlich.) Stet „Rotterdamsche Courant" melde: aus London: Generalmajor: L o n g ist von seiner Stellung als Direktor des Berprovion- tierungs- und Transportdienstes zurückgetreten. Die „Mor- M-ng Post" erklärt die? für bedauerlich. „Daily News* schreibt, daß die Nachricht von allen, die etwas von deo inneren Organisction der Armee verstehen, mit großem Mißvergnügen ausgenommen werden würde. Long sei mit ungewöhnlich großem Erfolg tätig gewesen.
Die Zeppclinabwehr die Hauptfrage in England.
Über die englische Zep pelin p an ik läßt sch di« „Boss. Ztg." melden: Mehr und mehr läßt man in England die bisher beliebte Maske fallen, als cd die Zeppelrua-ngriffe Volk und Regierung kalt liehen. Immer mehr tritt diq
