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12 Ausgaben.

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„Tagblittt-Hans" Nr. 6650-53.

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Anzeigen: 30 Pfg. für alle auswärtigen Anzeigen; 1 Mr. für srurcye Renameu. ^ wi. tuc ausiuati Rctlamm. Ganze, halbe, drittel und viertel Seiten, durchlaufend, nach besonderer Berechnung. — Bei wiederholter Aufnahme unveränderter Anzeigen in kurzen Zwischenräumen entiprechender vLachlatz.

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IMttrooch. 15. März 1916.

Morgen - klusgabe.

Nr. 125. . 64. Iahrgang.

Reue Rümpfe an der Ifsnzostont.

Gescheiterte Vorftotzversuche bei Plava. — Zurückgeschlagene Angriffe auf dem Görzer Brückenkopf. — Bei San Martina sieben Sturmangriffe abgewicsen.

Gsterreichisch-ungarischer TagesberichL

W. T.-B. Wien, 14. März. (Nichtamtlich.) Amtlich verlautet vom 14. März, mittags:

Russischer und südöstlicher Kriegsschauplatz.

Nichts Neues.

Italienischer Kriegsschauplatz.

An der I s o » z o s r o n t Hessinnen sich izrotze Kämpfe zu entwickeln. Seit gestern p,reffen die Italiener mit starken Kräften an; sie wurden überall ab- gewiesen. Am T o l m c i » e r Brückenkopf be­schränkte sich die Tätisskcff des Feindes auf ein sehr leb­haftes Feuer. Im Abschnitte von Plava schelter- t c n seine Versuche, unsere Hindcrniffe zu zerstören. Am Görzer Brückenkopf wurden zwei Anssrifse auf die Podgorastellung. einer auf die Brückcnschanze von llucinico z u r ü ck g e s ch l a ss e n. Der Nordtcil der tzochflächc von D o b e r d o wurde von starken Kräften znm wiederholten Male ansseqriffen. Bei San Mar­tina schlug das Szegeder Infanterieregiment Nr. 46 sieben Stürme blutig ab.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstab«: v. Höfer, Feldmarschallrntnaut.

Der Krieg gegen England.

Anfragen gegen den zukünftigen Handels» kriegsplan im Unterhause.

W. T.- B. London, 14. Mörz. (Nichtamtlich. Dvcchtbericht.) Bei der Watsbevatung im Unterhaus beantragte Robertson (Irb.) einen Abstrich von 100 Pfund, um vvn der Regierung Zusicherungen über eine Frage zu erhalten, die :m ganzen Lande große.Beunruhigung erzeuge. Tie Regierung werde demnächst an der finanzpolitischen Konferenz init den Verbündeten teilnehrne.i, und die Reden des Präsidenten des Handelsamtes und des Sekretärs des Schatzamtes er­weckten Besnrgnisie, daß in dem britischen Fi-mmzsystem vor­zeitig Änderungen eingeführt werden sollen. Weichzeing bestände eine Propaganda, um den deutschen Handel nach dem Kriege zu b o y k o t. re re n. Solche Pläne würden die Wirkung haben, daß Deutschland außerstande wirre, Bckgien eine Entschädigung zu zahlen. Es wäre eine äußerst gefährliche Politik, d'e britischen Kolonien gegenüber den Verbündeten handelspolitisch zu bevorzugen/ uriü es würde eine sehr unsichere und gefährliche Lage emtreten, wenn man die Verbündeten gegenüber den Neutralen bevorzugen würde; das würde für England den größten Nachteil ver­ursachen, wo die Freiheit des Exports und der Wettbe.rerb auf fremden Märkten für England von der größten Wichtig­keit sei. Die Nation habe ein Anrecht auf die Versicherung, daß bei den Verhandlungen in Paris nichts geschehe, was England auf einen ernstlichen Wechsel :n den: Finanzsystem festlegen würde, ohne daß die Frage ausführlich im Unterhaus erörtert würde. — Holt (lib.) sagte, es sei eine ab st o ß e n d e Idee, daß auf den Krieg ein Zollkrieg folgen solle, weil dann überhaupt kein guter Friede entstehen würde. Ein dauerhafter Friede müffe auf der Grundlage entstehen., daß Deutschland, nachdem es seine Verbrechen :') wieder gutgemacht habe, Vergebung erhalte. Der Friede müßte Deutschland eine ehrenvolle Stellung unter den Nationen geben. — Asquith erklärte, er wolle in den ein­fachsten und Tarsten Ausdrücken swxen, dgß die von den Vor­rednern ausgesprochenen Befürchtungen zukünftig nicht be­stehen sollten und daß die Vertreter der Regierung in Paris nichts tun oder sagen würden, was die Handlungsfreiheit der Regierung oder des Untechrnses irgendwie binden würde. Die Einladung der Verbündeten, namentlich Frankreichs, hätte mar nicht ablehneu können. Aber die Regierung beab- sichtige nicht, über einen Gidankenaustausch hinauszugehen nnd die Vertreter der Regierung würden aus Paris zurück­kehr .m, ohne jede Verpflichtung in bezug auf gewisse und be­stimmte Maßregeln, die hrffrntkich in nicht zu ferner Zeit ergriffen werden würden. Es ist kein Grund zu Besorgnissen, daß di« Regierung virze'tig in diesem Stadium das Land auf Maßregeln fsstlege, die sorgfältigste Erwägung erheischen, über die England nicht nur feine Verbündeten, sondern auch seine Kolonien beffaaen müfle und die weitreichende ErgeS- n'ffe. vielleicht ungeheure F >lgm haben könnten.

Schwere Angriffe gegen Asguith und sein Kabinett.

Die Erbitterung der englischen Bevölkerung über die Wehr­losigkeit gegen deutsche Luftangriffe.

Nr. Amsterdam, 14. März. (Eig. Drahtbericht. Jens. Mn.) Die Erbitterung der Bevölkerung über die Regierung, die dar Land gegen deutsche Luftangriffe nicht zu schützen ver­steht, spiegelt sich in den Leitartikeln aller Blätter wrüer, die samt und sonders schwere Angriffe gegen Asgui th und

sein Kabinett veröffentlichen. So inernt „Daily Mail" sarkastisch die amtlichen englischen Berichte über die letzten deutschen Zeppelinangriffe zeigten, daß die Regierung über die feindlichen Luftfahrzeuge wenigstens scharfe Bemer­kungen machen könne, selbst wenn sie nicht unstu-nde sei, scharf zu schießen. De: Bericht besage, Bomben seren in laiMichem Bezirken ohne Wahl nnd Ziel abgeworsen wor­den, nur weil die Luftschiffe sie los werden wollten, ehe sie die Uucht ergriffen. Zweifellos — so fügt die „Daily Dkgil" hinzu — fürchteten sich die deutschen Luftschiffe vor den scharfen Bemerkungen «des englischen Berichtes. Tatsache sei, daß der amtliche Bericht gelogen habe. Die Luftschiffe schwebten stundenlang über England iind hätten nament­lich an eine: gewisseri Stelle ihre Bomben in aller Ruhe ab­geworfen, ohne irgendwie angegriffen zu werden. Sie hätterr ruhig abfahren kösinen, wie sic gekommen seien, und nichts werde sie hindern, wiederzukommen und um so stärker anzu­greisen. Die Einberufung der verheirateten Männer wird von allen Parteien verdammt, schon weil sie .damit der allgemeinen Gntrüsturrg der Bevölkerung gerecht werden müßten. — „Daily Telegraph" legt das Hauptgewicht auf den Streit Balfour-Ehurchill und bedauert vor allem den Eindruck, den dieser Streit in Deutschland Hervorrufen iwutz: „Wir sind in einen Weltkrieg verwickelt. Versagt unsere Flotte, so gehen wir zugrunde und unsere Verbündeten init uns. Wir kämpfen um unser Dasein. SOO bis 400 Meilen von unserer Küste enfferut liegt eine enorme mobili­sierte Flotte unter dem Befehl tüchtigster, findigster und ent­schlossenster Seeleute. Szenen, wie wir sie gesehen haben, dürfen sich nicht wiederholen."

Ein englischer Dampfer mit einem Unter­seeboot im Gefecht.

Berlin, 14. März. (Zens. Wln.) Die „B. Z." meldet: Nach einem Bericht der: „North Ehino Dafty News" dem 1. Jan. berichten die Passagiere des der P-minsular- nnd Orientrl- Lrrrie angehörigen Dampfers „Kaslzgar" von einem Gefecht dieses Dampfers mit einem: Unterseeboot im Mittel­meer. Der Dampfer sichtete bei sehr klarer Luft auf tausend Fuß das Periskop eines Unterseebootes. Sofort erösfneten dir beschütze des „Kashgar" das Feuer. Das Unterseeboot verschwand, tauchte aber svärer auf 1200 Fuß C-ntsernung wieder auf. Nun feuerte der „Kashgar" einen zweiten Schuß ab, der nach den Aussagen estriger Zeugen das Unterseeboot traf. Jedenfalls verschwand dieses und wurde roicht mehr ge­sehen (Es wird hier also offen berichtet, .daß das englische Passagrer-Kriegs schiff das F:urr eröffnet«, ehe das Untersee­boot überhaupt kviegerisckie Maßnahmen traf. Schriftl.)

Englands Sparsystem.

Wien, 14. März. (Zens. Bin.) Zu Beginn de? Kriegs befanden sich in Österreich rund 3000 Engländer. Bon diesen wurden etwa 90intermert, 80 erhielten Zwangs­aufenthalt und befinden sich in Waidhofen an der Thaya. Die internierten Engländer erhielten von Zeit zu Zeit kleine Unterstützungen durch Vermittlung der amerikanischen Botschaft, die mit Zwangsaufenthalt monatliche Bei­träge der englischen Regierung von etwa 80 bis 100 Kronen. Jetzt hat die englische Regierung durch Vermittlung der amerikanischen Botschaft diesen Engländern Mitteilen lassen, daß sie nicht mehr in der Lage sei, die monatlichen Unterhal- tungsbeiträge zu bezahlen. Sie müsse es ihren Landsleuten überlassen, bei der österreichischen Regierung um Inter­nierung nachzusuchen. Diese Maßnahme hat unter diesen Leuten selbstverständlich große Erregung hervorgerufen.

Oie Lage im westen.

Ein französischer Befehl.

Zurückweichende französische Truppen werden beschossen werben.

W. T.-B. Berlin, 14. März. (Amtlich.) Unsere Truppen haben im Rabenwald folgenden französischen Befehl gefunden:

„Zweite Armee. Gruppe Bazelaire. Generalstab, 3. Bureau, Nummer 1601/3. Gefechtsstand, 7. März 16. General de Bazelaire, Kommandeur des Abschnitts „Linkes Maasufer" an die Unterabschnittskommandeure Ost und West Befehl!

F o r g e s hat nicht den Widerstand geleistet, den man er­warten mußte. Bis eine weitere Aufklärung erfolgt, ent­nehme ich daraus, daß der Kommandeur dieses Ab­schnitts seine Pflicht nicht getan hat. Er wird infolge­dessen vor ein Kriegsgericht gestellt werden. Es muß bis zu den äußersten Grenzen W i d c r st a n d geleistet wer­den. — Wir dürfen in diesem Augenblick nur von dem ein­zigen Entschluß beseelt sein: den Feind entweder siegreich auf­zuhalten oder zu sterben! — Artillerie und Maschi­nengewehre 'werden auf jede weichende Truppe feuern.

(gez.) d e B a z e l a i r e. 52. Brigade. 8. März 1916."

Frankreichs Kriegsausgaben.

2 Milliarden 600 Millionen Monatsausgaben.

W. T.-B. Paris. 14. März. (Nichtamtlich. Drahtbcrichl.) Der in der Kammer eingebrachte Gesetzentwurf über die vorläufigen Kredite fiir das zweite Vierteljahr 1916 enthält die Bemerkung, daß die A u s g a b e n in den letzten Monaten 1914 8 898 583 901 Fr. betrugen und daß diese Zister auch heute noch der Wirklichkeit nahe­

kommen werde. Die Monatsausgaben würden demnach vom 1. April an 2 600 060 000 Fr. und die Tagesausgaben 87 Mill. Fr. über­schreiten. Der Gesetzentwurf sieht für das Rechnungsjahr 1916 an vorläusigcn Krediten zunächst 7 847 613 366 Fr. im allgemeine» Budget und 637 480 320 Fr. für die Nebenbudgets vor.

Oer Krieg gegen Portugal.

Der bevorstehende Abbruch der diplo­matischen Beziehungen Österreich-Ungarns.

Br. Wien, 14. Mürz. (Erg. Drcchtöertcht. Zens. Mn.) Der Abbruch der diplomatischen Beziehungen zwischen Österrclch-Nngarn nnd Portugal wird, wie bereits ge­meldet, jedenfalls schon in nächster Zeit erfolgen. Je- doch wird Österreich-Ungarn kerne Kriegs­erklärung an Portugal erlassen. .Eine Kriegs­erklärung würde erst kommen, wenn Portugal die bis­her nicht beschlagnahmten österreichisch-ungarischen Schiffe in den portugiesischen Häfen w c g n e h m e n würde. __

Der Krieg gegen Italien.

Debatte über die italienische Wirtschafts­politik.

Vertrauensvotum und Mißbilligung.

W. T.-B. Rom, 14. März. (Nichtamtlich. Drahtbericht. Agencia Stefani.) Die Kammer beriet heute die Wirt­schaftspolitik der Regierung. Die Redner der Libe­ralen und Rechten begründeten einen Anttag, der der Regie­rung für ihre wirtschaftliche und finanzielle Leitung der Politik das Vertrauen ausdrückt. Brago (Ref.) brachte einen Antrag ein, in dem die Regierung ersucht wird, mit den Alliierten Verhandlungen anzubahnen, zwecks Kon­trolle über alle Transportschiffe sowie des Erwerbs von Kohlen bei allen zu gerechten Preisen. Redner bestritt be­züglich der Frachüeuerungen die Ausführungen des engli- scheu Ministers, nach denen sie eine Folge der Verminderung der Schiffszahl sein solle. Brago tadelle den Mangel an Vertrauen, den die Regierung gegenüber der Kammer habe und schloß mit der Versicherung, daß die Haltung aller parlamentarischen Gruppen nur durch das Streben nach Ver­besserung der Kriegführung bestimmt werde. Der offizielle Sozialist G r a d t a d e i begründete einen Antrag, der die Wirtschaftspolitik der Regierung mißbilligt.

vre Ereignisse auf dem Valkaw

Die ägäischen Inseln als Judaslohn für Italien?

Br. London, 14. März. (Eig. DraHtbericht. Zeiff. Blnö Wie die „Mvrning Post" berichtet, haben die Ententemächte Griechenland untersagt, die ZwölffnfÄgruppe zu ver­proviantieren. Sie erLäven, daß >dies künftig durch Italien geschehen wcüde. (Die zwölf Inseln im Ägäischen Meer, zu denen v. a. Rhodos gehör:, sind von den Italiener-:: im .talierrstsch-türkischen Kriege 1911/12 besetzt worden. Im Frivbensschluß von Lausanne ist die Regelung der Besitzfr-age weiteren internationalen Veryanolunge:: überlassen warben, da gleichzeitig auch Griechenland seine Ansprüche auf diese Inseln geltend machte, die ausschließlich von Griechen bewohnt sind. Jedenfalls hat aber Italien diese Inseln vor- länffq für sich behalten und die obige Depesche zeigt deutlich, daß Italien von der Entente sie als endgültiger Besitz als Preis für di« Teilnahme am Kriege zugesagt worden sind.)

Zum Untergang der „Persia".

Keine amtliche englische Untersuchung.

Br. Rotterdam, 14. März. (Eig DraHtbericht. Zens. Mn.) Runeiman teilte im englischen Unterhaus mit, daß die eqg- lische Regierung beschloß, keine amtl:che Untersuchung über bi« Ursache des Unterganges des Dampfers „Persia" an- zusetzen. _

Oe? Krieg gegen Nutzland.

471 Millionen Rubel für das ruffifche Defizit.

Br. Kopenhagen, 14. März. (Eig. Drahtbericht. Zens. Bln.) Das russische Finanzm:nister:um unterbreitet der Reichz- duma einen Gesetzesvorschlag über Kreditoperationen im Bettage von 471 Millionen Rubel zur Deckung des Defizits des Staatsbudgets für das Jahr 1916.

Amerika sichert seine Vorschüsse,

Br. Haag, 14. März. (Eig. Drahtberrcht. Zens. Bin.) New ftorker Meldungen zufolge soll ciu Vorschußvcrtrag über 75 Millionen Dollar an Rußland den amerikanischen G e l d g e b e rn Einflußnahnie aus die Verwaltung sowie Vorrechte bein: Weiterbau der Linien der Eisenbahngcsellschaften sichern.

Der Dumapräsident beim Zaren.

Bor neuen Veränderungen im Ministcrrat?

Ep. Stockholm, 14. März. (Eig. Drahtbericht. Zens. Bl»4 Die „Petersburger Börsenzeitung" berichtet von einem Emp­fang des Dumapräsidentcn Rodsjanko beim Zaren, dem große politische Bedeutung beigemessen wird. Lief» greifende Änderungen werden im Miuisterra4 Die Stellung der Rechten gllt als erschüttert.